Sonntag, 8. Januar 2017

Watership Down Kapitel 49: Hazel Comes Home

Das Kapitel ist im Großen und Ganzen eine Zusammenfassung was passiert ist, nachdem sich Woundwort dem Hund entgegenstellt hatte. Das Eingangszitat ist aus dem Gedicht The Fusiliers von dem englischen Dichter Robert Graves, der im 20. Jahrhundert lebte. Der Inhalt bezieht sich auf zwei vorher verfeindete Füsiliere die Freundschaft schließen, weil sie das Glück hatten beide überlebt zu haben und dafür ist kein Schwur oder Bund nötig. Ich denke das bezieht sich hier darauf, dass die kapitulierenden Efrafas nicht vertrieben werden, sondern ohne Zögern in die Gemeinschaft aufgenommen werden.

Der Hund, also der Labrador Bob wie wir jetzt wissen, war bei seiner Hetzjagd auf Dandelion und Blackberry so lautlos und schnell gekommen, sodass er eine der Wachen von Campion töten konnte, kaum das sie erwacht war. Ohne Woundworts Voraussicht, Wachen aufzustellen, wären womöglich noch mehr Kaninchen getötet worden, doch trotz seines Wahns zum Ende hin, war das nie auch weise Entscheidung Woundworts gewesen. Nach seinem Kampf gegen Woundwort lief der Hund schließlich noch eine zeitlang hin und her, schnupperte an den Grasbüscheln und dem Unterholz, wo sich die Efrafas verbargen, bis er schließlich noch das Kaninchen, welches sich durch Glas verletzt hatte, tötete. Danach, auch weil er unerwartet gebissen und gekratzt worden war, kehrte der Hund langsam wieder den Steilabhang hinab.
Für die verbleibenden Efrafas stand es außer Frage noch einmal anzugreifen. Ihr Anführer war weg, und sie glaubten, dass die anderen Kaninchen auch den Hund auf sie gesetzt hatten, wie schon den Fuchs und den weißen Vogel. Bestätigt hatte das Ganze Ragwort, welcher als fantasieloseste Kaninchen von ihnen allen galt. Campion, Vervain und noch vier, fünf andere einigten sich darauf die Rückreise anzutreten und sofort diesen gefährlichen Ort zu verlassen.
Ohne Campion wäre vermutlich kein Kaninchen nach Efrafa zurückgekehrt, und trotzdem wurde es eine verlustreiche Rückkehr. Drei, vier Kaninchen hatten sich zu weit verstreut und ihr Schicksal bleibt unbekannt. Nur 14, 15 machten sich deshalb mit auf dem Rückweg, doch die Nachricht ihrer Niederlage hatte sich schnell herumgesprochen und immer wieder wurden sie von elil angegriffen. Dabei wurde unter anderem Vervain getötet (und ich hoffe auch Chervil), sodass Campion völlig erschöpft mit gerade einmal sechs, sieben Kaninchen Efrafa erreichte und kaum in der Lage war Bericht zu erstatten.
Nur Groundsel, Thistle und drei weitere hatten sich geistesgegenwärtig bei der Ankunft des Hundes in den offenen Lauf geflüchtet. Dort hatte Groundsel sich sofort Fiver ergeben, welcher von seiner Trance noch immer ganz benebelt und nicht bei Sinnen war. Fiver konnte schließlich Holly und Silver begreiflich machen, dass die Efrafas weg waren und sie gewonnen hatten, Bigwig lag noch immer bewusstlos in dem Lauf. Schnell waren die zugeschütteten Läufe wieder aufgebrochen und ausgerechnet Bluebell war der erste, welcher mit Fiver in der Honeycomb wieder zusammentraf. Er machte sich dann in den folgenden Tagen einen Spaß daraus von Hauptmann Fiver zu sprechen, der seine Efrafa-Gefangenen anführte wie eine Blaumeise eine Schar Elstern.
Keiner scherte jedoch einen Gedanken für die Efrafas, sondern die Sorge galt Hazel und Bigwig. Es schien wahrscheinlich, dass Bigwig sterben würde, denn er blutete aus einen halben Dutzend Wunden und konnte sich kaum bewegen. Auf die Nachricht von Hyzenthlay, dass sie gewonnen hatten, reagierte er nicht. Deshalb kümmerten sich die Weibchen um ihn.
Blackberry und Dandelion hatten keine Probleme Kehaars Lauf wieder zu öffnen. Dandelion verkündete, er wisse nicht, was aus Hazel geworden ist, nachdem sich der Hund losgerissen hatte und so befürchtete jeder das schlimmste. Pipkin entschloss selbst zur Nuthanger Farm zu gehen und nachzuschauen. Fiver war sofort bereit mit ihm zu gehen. Als sie jedoch nicht weit gegangen waren, sahen sie bereits wie Hazel vom Westen her zu ihnen kam. Sofort kehrte Pipkin zurück zur Honeycomb mit den Neuigkeiten.
Hazel weist dann sofort Holly mit zwei, drei Kaninchen Ausschau zu halten, ob die Efrafas wirklich gegangen sind, wobei er Groundsels Bericht auch mit einbezogen hatte. Danach wendet sich Hazel Bigwig zu und verkündet ihm, er hätte es geschafft und die Efrafas in die Flucht geschlagen. Bigwig braucht lange für seine Antwort und verkündet dann im Dialekt von Kehaar, ob es Schluss wäre mit Woundwort. Hazel bejaht das und bietet ihm ihn zum silflay herauszuhelfen. Es ist ein schöner Nachmittag dafür. Schwach und sehr angeschlagen hinkt Bigwig bis in die Honeycomb. Er verkündet er hätte gedacht das wars, das Woundwort ihn getötet hätte und er ist sich sicher, niemals wieder zu Kämpfen. Damit erfüllt sich auch sein eher zynischer Ausspruch, er würde an dem Tag zu Kämpfen aufhören an dem er Hazel als Oberkaninchen anerkennt, was er jetzt unumstößlich macht, denn sein Respekt für Hazel ist ins Unermessliche gestiegen. Zumindest belobigt er ihn, dass dessen verrückter Plan geklappt hätte und fragt, wie er zurückgekommen ist. Hazel sagt, ein Mann hätte ihn in einem Auto mitgebracht, was Bigwig nicht so recht glauben will und eher spaßig anfügt, den Rest wäre er geflogen. Es ist jedoch Hyzenthlay, welche Hazel Recht gibt, denn das war schließlich genau das was sie vorausgesehen hat als sie damals mit Bigwig in dem Bau in Efrafa gewesen ist. Insgesamt hat Hyzenthlay nicht nur Hazels Fahrt im Auto richtig vorhergesehen, sondern auch den Angriff der Efrafas und den losgerissenen Hund. Bigwig erinnert sich und ist bereit Hazel zu glauben, wenn Fiver die Geschichte als richtig bestätigt. Fiver ist somit zu dem Kaninchen geworden, dessen Rat und Worte Bigwig am meisten glaubt und ich denke auch alle anderen.
Bigwig überlebt das Ganze also schwer verletzt und unfähig wieder zu Kämpfen, doch ich habe gelesen, dass ursprünglich Adams Bigwig sterben lassen wollte. Denn Bigwig basiert auf einen Kameraden Adams im Zweiten Weltkrieg, welcher den Krieg nicht überlebt hatte. Doch seine Töchter waren dagegen und wollten, dass Bigwig überlebt. Näheres erfahrt ihr in dem Artikel von Miranda Johnson, der Enkelin von Richard Adams, den sie anlässlich seines Todes veröffentlicht hatte und die Entstehungsgeschichte von Watership Down genauer erklärt: How Watership Down was written 

Watership Down Kapitel 48: Dea ex Machina

Hier wagt Adams etwas, was durchaus gefährlich ist, wenn es nicht funktioniert, einen klaren Stilbruch. Es ist das einzige Kapitel, welches aus Sicht eines Menschen geschrieben ist, der kleinen Lucy Cane und beantwortet was aus Hazel wird. Der Kapitelname "Dea ex machina", bessser bekannt unter dem maskulinen "Deus ex machina" war ein Begriff aus dem antiken Theater und bezeichnete die Lösung des Konflikts durch einen Gott, welcher dafür aus einer extra hergestellten Maschine kam. In der Literatur ist Deus ex machina heute schon fast eher verpönt, denn er steht für Kreativlosigkeit und oftmals unrealistischen Begebenheiten, um die Heldengruppe doch noch aus einer ausweglosen Situation zu befreien. Wer kennt es nicht? Die Helden sind von Feinden umzingelt, welche schon die Pistole auf sie gerichtet haben, da taucht genau in dem Moment jemand anderes auf und schießt die feindliche Partei ab. Der Übereinsatz von Deus ex machina kann tödlich sein für den Spannungsbogen einer Geschichte. So wurde mir definitiv "Wheel of Time" und auch ein Stück weit "Harry Potter" verdorben. Bekommt Adams das hier besser hin? Auf jeden Fall.
Für die Einleitung verwendet Adams hierbei ein Zitat aus dem Werk Fern Hill des walisischen Schriftstellers Dylan Thomas, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts lebte und sehr jung verstarb. Das Gedicht beschreibt eine Kindheitserinnerung auf einem Bauernhof, was perfekt auf die kleine Lucy passt.

Lucy Cane erwacht aus einem Traum, der nicht näher beschrieben wird und bildet sich ein, dass sie geweckt worden ist, weil sie den Hund hat bellen hören. Dann ist jedoch wieder alles ruhig und sie freut sich auf einen schönen Augusttag - in England sind gerade Ferien - und sie überlegt sich wie sie den Tag verbringen kann. Pilze wird es wohl noch keine geben, denn dafür ist es noch zu heiß. Doch schon bald wird es Herbst werden, das weiß sie und das bedeutet klamme Morgen und Spinnen in der Hecke. Sie erinnert sich dabei, wie sie einmal eine Spinne ihrer Lehrerin gezeigt hat und eine ihrer Mitschülerinnen vor dieser panisch im Bus geflohen ist. Daraus hat sie auch gleich einen kecken Reim gedichtet.
Es ist ein Donnerstag und das bedeutet Markttag in Newbury, wo ihr Vater mit Sicherheit hingehen wird. Außerdem kommt der Arzt, um ihre Mutter zu besuchen, welche krank im Bett liegt. Lucy mag den Arzt, weil er immer eine lustige Brille mit Pinzetten auf hat und sich immer mit ihr unterhält, wenn er da ist. Er ist jedenfalls ganz nett, wenn man ihn näher kennt, auch wenn er auf den ersten Blick verschroben wirkt.
Dann hört Lucy ein weiteres Geräusch, das Quiecken eines verängstigten Tieres. Lucy bringt nach draußen und sieht ihre Katze, Tab, welche ein Kaninchen in seiner Gewalt hat. Natürlich ist dieses Kaninchen Hazel und ihr könnt euch sicherlich denken, wer die "Dea ex machina" sein wird. Sie ruft nach Tab und fragt, was sie hat und die Katze blickt finster zu ihr auf, sodass sie erkennen kann, dass es keine Ratte, sondern ein Kaninchen ist. Blitzschnell rennt sie nach unten und versucht Tab von dem Kaninchen wegzuscheuchen. Dazu muss sie die Katze sogar treten und wird fast gekratzt, ehe diese mürrisch davonzieht. Anschließend nimmt Lucy das Kaninchen und geht wieder in das Haus. Hier haben wir also die "göttliche Rettung" Hazels. Ein kleines Mädchen, höchstens acht oder neun Jahre alt, welche aus Mitleid gehandelt hat. Es ist ein toller Moment, denn das erste Mal in diesem Roman werden die Menschen nicht als die unerklärlichen Monster dargestellt, welche sie für die Kaninchen sind, sondern als anständige Wesen, die aus Mitleid ein Kaninchen retten. Es ist irgendwie surreal, dass ausgerechnet ein kleines achtjähriges Mädchen Hazel rettet, die Hauptfigur des Romans mit der der Leser seit mehreren hundert Seiten durch dick und dünn gegangen ist, seine Anführerqualitäten, seine Abenteuer und Unternehmungen zu schätzen lernte. Ausgerechnet er ist am Ende auf eine kleine Bauerntochter angewiesen. Und zur Erinnerung für alle Feministen: die erste positiv dargestellte, menschliche Figur in Watership Down ist weiblich, aber der Roman ist ja so frauenfeindlich und sexistisch.
Hazel jedoch hält kaum ruhig in Lucys Griff. Als sie wieder in das Haus geht, wird sie von ihrem Vater getadelt, warum sie nur im Nachthemd nach draußen rennt, wodurch sie sich eine Erkältung einfangen kann und fragt was sie mit dem Kaninchen will. Wie alle Kinder entscheidet sie sich natürlich sofort ihn zu behalten, doch ihr Vater erklärt ihr, dass sie das nicht kann, weil es ein Wildkaninchen ist. Diese würden in Gefangenschaft sterben. Doch Lucy erklärt ihm, ihm gehe es nicht gut, weil die Katze ihn sich schon geschnappt hatte. Das findet ihr Vater nur toll, denn das ist auch die Aufgabe der Katze. Lucy will das Kaninchen jedenfalls dem Arzt zeigen, doch ihr Vater sagt dazu nur, der Arzt hätte Besseres zu tun, sie solle es besser ihm geben. Der Hampshire-Dialekt ist wirklich anstrengend an der Stelle und ich bin ganz froh, dass nur so selten Menschen auftauchen, weil es für einen Nicht-Muttersprachler wirklich schwierig zu verstehen ist. 
Der Vater könnte durchaus der gleiche sein, der Hazel auch angeschossen hat, was eine bittere Ironie wäre, wenn er jetzt Hazel schlussendlich doch töten würde. Lucy setzt jedoch die mächtigste Waffe eines jeden Kindes ein, sie weint. Sie versteht zwar, dass es richtig ist, jedoch will sie kein Kaninchen kaltblütig umbringen. Zumindest dem Arzt kann sie es zeigen, denn der nimmt sich immer die Zeit die Dinge zu betrachten, die sie ihm mitbringt, sei es ein Ei eines Goldfinks, ein Schmetterling oder ein spezieller Pilz. In der Hinsicht behandelt er sie sehr erwachsen und so würde er wohl auch das Kaninchen betrachten. Deshalb sagt sie zu ihrem Vater, sie will das Kaninchen ihm nur zeigen und sonst nicht weiter wehtun. Ihr Vater ist letztendlich einverstanden, denn er ist stolz darauf, wie Lucy mit dem Arzt umgeht. Noch dazu ist sie sehr intelligent und wird auch bald auf eine höhere Schule kommen. Der Arzt hat ihr außerdem erklärt, dass sie sehr sensibel ist, was solche Dinge wie das Kaninchen anbelangt. Hauptsache sie lässt es gehen.
Ihr Vater sagt zu ihr, sie solle sich anziehen und das Kaninchen irgendwo unterbringen. Am besten in dem alten Käfig in der Hütte, wo sie auch ihre Stallkaninchen immer aussetzt. Ich frage mich, ob Lucy dem Kaninchen immer noch so freundlich gegenüber wäre, wenn sie wüsste, dass ausgerechnet dieses dafür verantwortlich, dass sie nur noch eines hat. Sie zieht sich also an, setzt Hazel in einen Schrank und geht den Käfig holen. Auf dem Rückweg fragt ihr Vater, ob sie weiß wo Bob ist. Sie stellen schnell fest, dass er sich losgerissen hat und Lucys Vater schiebt das darauf, dass das Seil so alt war, doch er hätte trotzdem nicht gedacht, dass sich der Hund hätte losreißen können. Sollte Lucy ihn wiederfinden, soll sie das Seil besonders straff festziehen. Lucy wird das machen, für den Moment will sie jedoch das Frühstück zu ihrer Mutter hochbringen, was ihren Vater sehr freut.
Der Arzt Doktor Adams erscheint 10 Uhr. Und ja ich denke, es kann gesichert gesagt werden, dass es wirklich Richard Adams' Vater Evelyn Adams ist, welcher hier ein Cameo hat. Die Indizien dafür sind eindeutig. Sein Vater war Landarzt in der Gegend und in der Einleitung betont Adams, dass die Canes inklusive Lucy erfundene Personen sind, der Arzt jedoch nicht. Er parkt jedenfalls außerhalb des Hofes, was Lucy verwundert. Im Schlepptau hat er Bob, den Labrador. Dieser scheint mit irgendetwas gekämpft zu haben, was ihn verletzt hat, denn seine Nase ist zerkratzt und jemand hat in sein Vorderbein gebissen. Da Woundwort mit ziemlicher Sicherheit als einziges Lebewesen in Frage kommt, hat dieser also versucht den Hund auf die gleiche Weise anzugreifen wie Bigwig ihn. Es bleibt offen, ob der Hund Woundwort töten konnte, jedoch konnte Woundwort zumindest den Hund verletzten, was für ein Wildkaninchen schon sehr beachtlich ist.
Doktor Adams jedenfalls denkt es wäre eine große Ratte oder vielleicht ein Hermelin, zumindest etwas gegen das Bob kämpfen wollte und welches sich gewehrt hat. Dann berichtet Lucy ihm von dem Wildkaninchen. Doktor Adams will es sich anschauen, sobald er nach Lucys Mutter gesehen hat. Dieser kann bei dem Kaninchen jedoch nichts Schlimmes feststellen, obwohl er auch die Schusswunde entdeckt und das Hazel mit dem Hinterlauf Probleme hat. Die Katze hat ihn zwar gekratzt, doch auch nicht tief. Hazel wird aus der ganzen Sache ohne Probleme herauskommen. Lucy fragt unsicher, ob es richtig wäre ihn hier zu behalten und auch Doktor Adams meint, es wäre keine gute Idee, denn in einer Stallbox würde er nur rauswollen und wenn das nicht passiert, schon bald wieder sterben. Am besten ist es, sie lässt ihn laufen. Lucy kann es jedoch nicht hier freilassen, denn ihr Vater würde dagegen sein, da er immer sagt, wo ein Kaninchen ist, da sind bald hunderte.
Doktor Adams hat einen anderen Vorschlag für sie. Er hat heute noch ein Termin in Cole Henley (ironischerweise der Ort, wo Woundwort eine zeitlang aufgewachsen ist) und könnte sie mitnehmen. Auf dem Weg dahin könnten sie das Kaninchen bei den Downs freilassen. Lucy muss nur ihre Mutter nach Erlaubnis fragen.
Später am Tag hält der Arzt zwischen Watership Down und Hare Warren Down an und meint hier wäre eine gute Stelle, weil es hier kaum Schaden anrichten könnte. Ich weiß nicht, ob Doktor Adams das noch immer sagen würde, wenn er wüsste was Hazel alles angerichtet hat bisher. Sie gehen ein kleines Stück und Lucy setzt Hazel dann ins Gras. Nach nur einem kurzen Moment hoppelt er sofort weg. Doktor Adams sieht sich bezüglich des Hinterlaufs bestätigt, doch er meint auch es könne noch viele Jahre leben, denn es wäre ein echtes Wildkaninchen, geboren unter einer Dornenhecke.

Samstag, 7. Januar 2017

Watership Down Kapitel 47: The Sky Suspended

In vielerlei Hinsicht dasjenige das Kapitel mit den besten Momenten des gesamten Romans: Bigwigs Loyalität, Fivers unheimliches Erwachen und schließlich das Ende aller Hoffnungen auf Erfolg für Woundwort. Und doch dürfte die ikonischste Stelle das Ende sein, welches Adams mit dem Zitat aus Flora Thomposons Roman Lark Rise umschreibt. Es ist ein autobiografisches Werk und an der Stelle wird eine Begegnung mit einem wilden Bullen beschrieben. Trotz der Gefahr, welche von einem solchen wilden Tier ausgeht, verharrt sie an Ort und Stelle, ähnlich wie Woundwort am Ende.

Als ich gesagt habe für Hazel wäre es schon großer Überwindung und gegen alle seiner Instinkte den Hund zu befreien, so habe ich Dandelion mit Absicht verschwiegen. Für ihn ist das natürlich der komplette Horror, denn er muss im Gegensatz zu seinen Instinkten den Hund dazu bringen ihm zu folgen. Als Hazel stampft, übermannen ihn auch beinahe seine Instinkt und er will in eine nahe Scheune flüchten. Dann nimmt sofort der Hund die Verfolgung auf und Dandelion flüchtet beinahe in die falsche Richtung, er dreht sich noch im letzten Moment und flüchtet den Feldweg hinunter. Jedoch ist der Hund unerwartet schnell und Dandelion bemerkt, dass er diese Geschwindigkeit unmöglich aufrechterhalten kann. Er überlegt, ob er ihn durch eine Finte, wie es das Hasen machen, indem sie plötzlich die Richtung ändern täuschen kann, doch dafür ist keine Zeit. Dandelion flieht weiter und rennt so schnell wie nie zuvor in seinem Leben. Es ist so intensiv, sodass er das Gefühl hat nie etwas anderes getan zu haben als vor dem Hund wegzurennen. An der Stelle möchte ich ein wirklich toll gezeichnetes Bild von ladyfiszi von deviantart.com posten. Es beschreibt die Szene meiner Meinung nach wunderbar und macht es hier besser als der Film:
An dieser Stelle erst einmal nur der Bild-Link bis die Zeichnerin mir ihre Erlaubnis gibt, das Bild hier zeigen zu dürfen.
Dandelion flieht schließlich in eine der Hütten, eine große Ratte zieht dort die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich und Dandelion kann für einen kurzen Moment sich erholen. Eine Ratte neben ihm versucht ihm den Tipp zu geben, einfach ruhig sitzen zu bleiben. Hunde sind nicht wie Katzen, welche lange auf eine Beute lauern, er wird gleich wieder weg sein. Doch genau das ist das Problem, meint Dandelion, er muss die Aufmerksamkeit des Hundes wieder gewinnen, was die Ratte sehr verwirrt.
Deshalb rennt Dandelion wieder ins Freie zu einer anderen Hütte, welche am anderen Ende eine Lücke aufweist, welche nur provisorisch mit einem Brett abgesichert ist. Der Hund folg ihm, wobei er sich durch das Brett durchzwängen kann. Dandelion hat jetzt einen besseren Start erwischt vor dem Hund und er rennt schnurstracks auf die Hecke an der Straße zu, wo Blackberry wartet. Erschöpft lässt er sich in den Graben fallen. Dandelion verkündet Blackberry, dass der Hund schneller war als er gedacht hätte, doch Dandelion dürfte ihn bereits genug erschöpft haben, sodass Blackberry eine Chance hat. Für den Moment müsste sich Blackberry jedoch ausruhen.
Natürlich ist Blackberry verängstigt, denn die Aussicht sich von einem Hund verfolgen zu lassen, behagt ihm natürlich auch nicht. Das wird noch verstärkt, wenn selbst der schnellste Läufer ihrer Gruppe verkündet, dass er beinahe von dem Hund erwischt worden wäre. Doch auch im Angesicht der größten Gefahr, welche sich die Kaninchen bisher gegenübersahen, beweisen sie sich als loyal und verlässlich gegenüber Hazel. Dandelion fordert ihn auf weiterzumachen, ehe der Hund das Interesse verliert, er wird ihm später wieder helfen. Blackberry versucht die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich zu ziehen, indem er die Hecke entlangläuft. Der Hund hat ihn schon bald wieder gewittert und folgt ihm die Hecke entlang bis zum einem Tor. Es dauert lange ehe der Hund durch das Tor kommt und dann verliert er direkt das Interesse an Blackberry, weil er einige Rebhühner gewittert hat. Blackberry muss all seinen Mut zusammennehmen und zu ihm gehen, doch der Hund folgt ihm nur kurz, ehe er sich wieder etwas anderem zuwendet. Statt ihm zu folgen, zieht der Hund dann schnüffelnd über das Feld. Blackberry deckt ihm von der anderen Seite her und so kommen sie bis zu den Strommasten.
Hier holt Dandelion ihn weiter ein. Dieser ist besorgt, denn der Hund muss schneller sein, sonst klappt ihr Plan nicht. Möglicherweise ist Bigwig bereits tot. Blackberry ist froh ihn überhaupt bis hierher und in die richtige Richtung gebracht zu haben. Dandelion entscheidet sich, dass sie ihn zusammen anlocken, sodass er mit der richtigen Geschwindigkeit nach Watership Down kommt. Sie springen in seine Sichtweite und sofort nimmt er wieder seine wilde Verfolgung auf. Durch das Gebüsch rasen sie den Steilhang hoch in Richtung Honeycomb.

Dort beäugen sich die schwer verletzten Kontrahenten noch immer. Bigwig bemerkt wie sich hinter ihm jemand bewegt. Es ist Holly, welcher Bigwig ablösen möchte. Doch Bigwig verweigert es ihm. Holly kann nicht an ihm vorbei und sobald er aus dem Lauf herausgeht, wird Woundwort sofort nachsetzen und ist in dem Bau dahinter. Bigwig hat erkannt, dass egal ob tot oder lebendig sein Körper ein großes Hindernis für die Efrafas sein wird und sie noch weiter aufhalten wird, da sie so andere Läufe aufgraben müssen. Bluebell erzählt derweil den Weibchen eine Geschichte von El'ahrairah, diejenige, die wir hier nicht zu hören bekommen habe: "The Fox in the Water". In dieser dramatischen Situation für sie alle, bekommt jetzt endlich auch Bluebell seine Anerkennung, denn Bigwig glaubt nicht, dass er die Weibchen so beruhigen könnte, wenn er an Bluebells Stelle wäre.
Auf poetische Art und Weise nimmt der Dialog zwischen El'ahrairah und dem Fuchs den Dialog zwischen Woundwort und Bigwig vorweg, welcher jetzt folgt. Woundwort hat auch erkannt, dass Bigwig ein großes Hindernis sein wird, wenn er an Ort und Stelle bleibt. Er fragt ihn, warum er sein Leben wegwerfen will. Er könnte ein frisches Kaninchen nach dem anderen hineinschicken. Bigwig wäre zu gut, um getötet zu werden und Efrafa besser geeignet als Offizier. Er könnte sich sogar seine Markierung raussuchen. Darauf reagier Bigwig jedoch mit einer sehr scharfen Kanonade an Flüchen. Woundwort bietet ihm an, es sich noch einmal zu überlegen und in dem Moment bemerkt auch Bigwig, dass Woundwort weiß, was Bigwigs toter oder lebender Körper ein Hindernis für seine Soldaten und Bemühungen sein wird. Woundworts Angebot ist also trügerisch - ähnlich wie das des Fuchses - wenn er nachgibt, wird er mit ziemlicher Sicherheit getötet werden.
Woundwort setzt plötzlich zu einem neuen Angriff an, aber statt seine Klauen einzusetzen, benutzt er sein ganzes Gewicht um Bigwig aus dem Lauf zu drängen. Bigwig muss all seine Kraft aufbringen, um seinen Stand zu wahren und trotzdem spürt er, wie er nachgibt. Er lässt Woundworts Schulter los, worin er seine Zähne vergraben hat und benutzt seinen Kopf als Rammbock. Langsam schafft er es das ungeheure Gewicht Woundworts zurückzudrängen. Dieser hat sein Maul in Bigwigs Rücken vergraben, doch er fängt plötzlich an zu schnaufen und nach Luft zu röcheln. Bigwig hat ihm bei einem seiner früheren Schläge die Nase verletzt, sodass Woundwort jetzt keine Luft holen kann. Er lässt von Bigwig ab, welcher erschöpft zusammenbricht. Der Besinnungslosigkeit nahe, hört er plötzlich Fiver und dessen Worte, die er zu ihm in dem Gehege der Schimmernden Drähte gesprochen hatte: "You are closer to death than I." Das bringt ihn sofort wieder zur Besinnung und er springt nach vorne in den Lauf. Woundwort ist jedoch nicht mehr da.

Erschöpft wie noch nie zuvor in seinem Leben kehrt Woundwort in die Honeycomb zurück und sieht Vervain und Thunder. Er verkündet ihnen, dass Bigwig keine Probleme mehr machen wird. Vervain soll Bigwig jetzt endgültig besiegen, während Woundwort weitere Kaninchen holt. Diese sollen diese Seite weiter aufreißen, danach wird er wiederkommen. Vervain weiß jedoch was wirklich los ist. Woundwort ist schlimm dran und will es nur niemanden wissen lassen. Er erkennt, dass Bigwig ihnen ständig überlegen war und es auch jetzt wieder ist. Am liebsten wäre Vervain so schnell wie möglich zurück in Efrafa. Für einen kurzen Moment blickt er zu Woundwort, dann kriecht er in die Lauf.
Groundsel hat derweil einen der Läufe an der Ostseite geöffnet. Ein anderer ist zu sehr blockiert, doch der eine reicht Woundwort bereits. Groundsel soll jetzt die anderen bringen, damit sie die Wand im Süden niederreißen können. Kurz bevor Woundwort nach draußen gehen kann, steht jedoch Vervain wieder bei ihm. Dieser ist ganz offensichtlich zu feige um zu kämpfen und redet sich damit heraus, dass er Dreck im Auge hat. Auch Woundwort nennt ihn Feigling und macht ihm klar was mit ihm passiert, wenn seine Autorität ihm nicht mehr schützt, denn immerhin ist er der meistgehassteste Offizier Efrafas. Bigwig muss getötet werden.
Woundwort will wieder den Lauf betreten und ist überrascht als er Bigwig auf ihn zukommen sieht. Jedenfalls verkündet Bigwig resolut, dass Woundwort es schwerer haben wird, ihn von hier zu verdrängen. Dieser Kampfesmut erschreckt selbst Woundwort und er ist verängstigt, denn er will Bigwig nicht schon wieder angreifen. In dem Moment bemerkt er, dass keiner Bigwig gewachsen ist, wenn schon er es nicht schafft. Sie müssen auf einem anderen Wege in den hinteren Teil des Geheges. Woundwort verkündet ihm jedoch, er hätte genügend Kaninchen, um die gesamte Seite einzureißen, es wäre sinnlos weiter in dem Lauf zu verharren. Bigwig weiß darauf nur zu erwidern: "My Chief Rabbit has told me to defend this run and until he says otherwise I shall stay here."
Für mich eine der epischsten Stellen überhaupt. Trotz seiner Erschöpfung, beweist Bigwig genau in dem Moment seine Loyalität zu Hazel und erkennt ihn endgültig als sein Oberkaninchen an (angedeutet wurde diese Stelle bereits lange Zeit zuvor in Kapitel 11). Es ist für die Efrafas ein weitere vernichtende Nachricht, denn diese denken in ihrer Arroganz, nur das stärkste Kaninchen könne das Oberkaninchen sein, es gäbe ein noch viel stärkeres Kaninchen als Bigwig, was sie natürlich noch stärker verunsichert und verängstigt.
Thistle flieht auf diese Nachricht hin, was Woundwort noch stärker verärgert. Er ist auch über Vervain wütend, welcher ihn hätte aufhalten sollen. Sie gehen zusammen zurück und treffen auf Groundsel. Dieser verkündet ihnen, Thistle wäre weggegangen und hätte noch einige Kaninchen mit sich genommen, er weiß aber nicht warum. Woundwort wird es ihm schon zeigen. Er hat bereits einen neuen Plan. Bigwig muss bleiben wo er ist, auch wenn das das Eingeständnis einer Niederlage wäre. Stattdessen wird er alle Kaninchen nach unten holen und alle Läufe und Löcher aufgraben. Das unbekannte Oberkaninchen soll von allen Seite ins Freie getrieben werden.
Dann bemerkt er im Lichtschein des gegrabenen Schachtes plötzlich ein anderes Kaninchen, welches nicht zu Efrafa gehört. Es ist Fiver, der nach seiner langen Trance aussieht wie ein Junges, welches zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt und überhaupt nicht weiß wo es ist. Woundwort berührt ihn und plötzlich flammt in seinen Gedanken eine Erinnerung an früher auf, ein Garten voller Kohl und ein einfaches, ruhiges, ungestresstes Leben, welches er seit langem vergessen hatte. Zu der Stelle habe ich eine Theorie, welche ich äußern werde, sobald die Sprache auf Woundworts weiteres Schicksal kommen wird.
Er will jedenfalls wissen wer das ist und Groundsel meint, es wäre das Kaninchen, von welchem sie gedacht haben es wäre tot. Spöttisch fordert Woundwort Vervain auf dieses zu töten und dann nach draußen zu kommen. Selbst der fiese und feige Vervain zieht jedoch wenig Befriedigung daraus einen so kleinen Rammler auf einen spöttischen und verhöhnenden Befehl hinzu töten, welches noch dazu tharn ist. Doch Fiver ist im Angesicht von Vervain kein Stück verängstigt und schaut ihn an mit Augen, welche nicht zu einem besiegten Feind oder Opfer gehören. Es folgt meine Lieblingsstelle von Watership Down: Fiver, das schwächste Kaninchen der Gruppe, ständig durch seine Visionen verängstigt und belächelt wie er sich bei dem vermutlich fiesesten Kaninchen von Efrafa (Vervain ist noch schlimmer als Chervil) dafür entschuldigt, dass dieses sterben muss. Und das meint er völlig aufrichtig und ernst, obwohl die Efrafas gekommen sind, um sie alle zu vernichten. Das zeigt auch was für ein empathisches Kaninchen Fiver ist, welcher geistig und psychisch so unglaublich viel gegeben hat, um im entscheidenden Moment Nachrichten an die richtigen Kaninchen weiterzuleiten. Seine Worte verfehlen auch bei Vervain nicht seine Wirkung. Dieser ist verängstigter als je zuvor in seinem Leben und die Worte treffen ihn deutlicher als jede Bedrohung und Verfluchung, welche er während seinem verbrecherischen Dienst als Chef der Owslafa gehört hatte. Plötzlich holt ihn das schlechte Gewissen ein und er hört überall in dem Gehege die Geister derjenigen Kaninchen, die wegen ihm gestorben sind. Im Angesicht von Fiver, dem einzigen Feind, welchem er in einer Nacht mit der Hoffnung auf Blutvergießen begegnet ist, wird er gebrochen. Er flieht angstvoll aus dem Gehege nach draußen.
Hier ist Woundwort bereits in einer Besprechung mit einem von Groundsels Gräbern. Die Zerstreuung und Auflösungserscheinungen unter den Efrafas nimmt immer stärker zu. Sie fürchten sich vor dem angeblich riesigen Oberkaninchen und dem anderen Tier, welches sie gehört haben. Woundwort bringt ihn zum Schweigen und befiehlt ihm zu folgen. Der Anblick des Generals ist ein weiterer Schlag für die anderen Efrafas, denn Woundworts gesamtes Gesicht ist blutüberströmt, seine Nase und sein Augenlid zerrissen und er hinkt merklich. Trotzdem verkündet er seinen Plan, dass nur noch die eine Wand niedergerissen werden muss und sie hätten es geschafft. Doch Woundworts Autorität reicht auch nicht mehr aus, um seine Soldaten zusammenzuhalten. Zwei Kaninchen fliehen, Ragwort schaut zur Seite. Die Niederlage der Efrafas ist in dem Moment eigentlich besiegelt. Woundwort fragt, was sie machen und sie können darauf keine vernünftige Antwort geben.
In genau dem Moment kommt Campion schnell herbeigelaufen sowie zwei andere, Woundwort fremde Kaninchen. Es sind natürlich Blackberry und Dandelion, die ohne zu Zögern Kehaars Lauf hinunterrennen. Campion hat nur eine Warnung für alle, sie sollen um ihr Leben rennen. Sie alle verstreuen, doch ehe das passiert ist bereits der große, schwarze Hund zwischen ihnen. Es ist natürlich der finale Schlag für die Efrafas. Einige von ihnen rennen in die Wälder, nur fünf sind so geistesgegenwärtig und springen in den bereits geöffneten Lauf. Woundwort alleine bleibt zurück und beweist, dass ihm die ganze Besessenheit mit dem Angriff, Bigwigs Widerstand und die Desertation seiner Gruppe verrückt gemacht hat. Er stellt sich wirklich dem Hund entgegen mit seinen ikonischen letzten Worten: "Come back, you fools! Dogs aren't dangerous! Come back and fight!" Damit ist der Kampf von Watership Down beendet, er endet mit einer klaren Niederlage der Efrafas und dem Ende von General Woundwort.

Watership Down Kapitel 46: Bigwig Stands his Ground

Ein sehr intensives Kapitel, denn jetzt beginnt auch für Bigwig der Kampf um Watership Down. Und bereits in der Einleitung bekommen wir einen großen Hinweis wie das Ganze für Woundwort ausgehen wird. Adams zitiert hier den Duke of Wellington, Arthur Wellesley, welcher als britischer Herrführer bei Waterloo gegen Napoleon kämpfte. Bekanntermaßen wurde Woundwort bereits mit Napoleon gleichgesetzt in einem der früheren Kapitel. Die britische Armee steht hier also in gewisser Weise für Bigwig, welcher alles gibt, um Woundwort zu aufhalten.

Groundsel verkündet, dass er so gut wie durch ist mit dem Loch. Wenn sich jetzt jemand nur schwach hineingräbt, wird die ganze Decke einstürzen. Woundwort fragt, was darunter sein wird: ein Bau oder ein Lauf. Groundsel denkt, es wird ein Bau sein, ein ungewöhnlich großer. Als nächstes fragt Woundwort wieviele Kaninchen wohl dort unten sein werden. Groundsel meint, womöglich keine, denn er hat keine Geräusche gehört, doch sie könnten auch absolut still verharren, um dann überraschend anzugreifen. Woundwort äußert sich jedoch verächtlich über die Watership-Down-Kaninchen, denn sie hätten bisher kaum gekämpft und einige ihrer Mitglieder wären in der Nacht geflohen. Wieder kann Woundwort das große Ganze nicht verstehen und gerade sein verächtliches Abtun der geflohenen Kaninchen führt ihn weiter Richtung Untergang. Er denkt jedenfalls, sie werden kaum Probleme mit den Kaninchen hier unten haben.
Groundsel hat jedoch Zweifel und gibt nach einigem Zögern zu, Angst vor dem Kaninchen zu haben. Er fürchtet zwar, dass vor dem General zuzugeben, doch er hält auch Ragwort für ein Kaninchen, welches sich so etwas nicht ausdenkt. Woundwort jedoch ist sehr zuversichtlich, falls dieses Tier auftaucht wird es feststellen, dass auch er ein Tier ist. Hier folgt die nächste Selbstüberschätzung, Woundwort ist der Meinung alles bekämpfen zu können, ohne zu wissen was es ist und an einem für ihn völlig fremden Ort.
Dann kehrt er zurück zur Böschung, wo schon Campion und Vervain auf ihn warten. Er verkündet seinen Plan. Er selbst wird als Erster hineingehen mit nur drei Kaninchen, die ihm folgen sollen. Vervain soll direkt hinter ihm bleiben und noch zwei weitere mitbringen. Groundsel hingegen soll vorerst in dem ausgehobenen Schacht bleiben und warten bis Woundwort ihn ruft. Der Gehorsam gegenüber Woundwort und wie er völlig ruhig verkündet als Erster das Gehege zu betreten erweckt wieder die Kampfgeister bei seinen Offizieren. Sie glauben, sie werden hier ohne großen Kampf triumphieren. In Nutley Copse war es so ähnlich, dort hatte Woundwort drei Kaninchen unter der Erde getötet und danach keinen großen Widerstand mehr gehabt.
Woundwort glaubt selbst, dass sie keine Probleme haben. Sobald einer der blockierten Läufe frei ist, soll Campion die restlichen Kaninchen nach unten bringen. Campion wünscht ihm Glück und Woundwort macht sich daran in die Honeycomb durchzubrechen. Er zögert keine Sekunde, weil das vielleicht wieder die anderen ängstigen könnte. Ihm ist egal was ihn unten erwartet, entweder er kämpft direkt oder er hat die Chance sich umzusehen, so und so läuft es auf einen Kampf hinaus, den er schon herbeisehnt. Für einen kurzen Moment hält der Schacht noch, dann bricht er und Woundwort fällt in das Innere. Sofort springt er nach vorn und hält sich an die nächste Wand, um einem Angriff zu entgehen, doch es folgt keiner. Er befindet sich neben einer leichten Aufschüttung von Erde, welche einen blockierten Lauf markiert.
Im nächsten Moment ist Vervain unten. Das dritte Kaninchen jedoch, Thunder, will nicht so recht hinein, sondern versucht den Schacht wieder zurückzuklettern. Woundwort fragt was los ist und Thunder meint nichts. Er hat jedoch ein totes Kaninchen ausgemacht, welches ihn für einen kurzen Moment irritiert hat. Auch Woundwort entdeckt es jetzt und untersucht es. Er meint, es wäre noch nicht lange tot, es ist zwar kalt, aber noch nicht steif. Trotzdem findet er es komisch, denn Kaninchen sterben normalerweise nicht unter der Erde und fragt Vervain nach seinem Rat. Vervain denkt nichts weiter, es ist ein sehr kleiner Rammler, welcher vermutlich nicht kämpfen wollte und deshalb von den anderen umgebracht wurde. Woundwort glaubt das nicht,denn es ist kein Kratzer an ihm. Sie sollen es jedenfalls ignorieren, denn ein Kaninchen dieser Größe kann eh nichts ausrichten und macht bei dem folgenden Kampf kein Unterschied. Wieder begeht Woundwort einen schwerwiegenden Fehler, denn Fiver ist nicht tot, nur in einer tiefen Trance und hilft den anderen auf eine Weise, die Woundwort jedoch nie vermuten würde.
Woundwort untersucht den Ort genauer, der wesentlich größer ist als die Ratskammer von Efrafa und entscheidet sich sofort, die Größe des Ortes zu seinem Vorteil zu nutzen, da er verlassen ist. Er befiehlt Groundsel noch vier weitere Kaninchen zu holen. Sie finden schon bald auf der Ostseite blockierte Läufe, welche Groundsel freischaufeln soll. Außerdem soll dieser weitere Kaninchen holen, welche die Wurzeln auf der Nordseite untersuchen sollen. Vervain entdeckt schon bald die nur mit loser Erde zugeschütteten Läufe auf der Südseite. Woundwort fragt, ob er an den Stellen Bewegung gehört hätte und als Vervain das bejaht, verlangt er von ihm die Stelle freizukriegen. Zwei Kaninchen sollen das Graben übernehmen und falls Bigwig dort ist, wird er sie angreifen, was genau das ist, was er will. Thunder und Thistle übernehmen diese Aufgabe, während Woundwort hinter ihnen wartet.

Noch vor dem Durchbruch war Bigwig klar, dass die Efrafas schon bald diese nur provisorisch zugeschütteten Läufe im südlichen Teil finden. Sobald es zum Kämpfen kommt, insbesondere mit Woundwort, rechnet sich Bigwig nur wenig Chancen aus, wenn er ihnen direkt gegenübersteht. Es wäre wichtig gerade Woundwort schwer zu verletzten, ehe es zu einem richtigen Kampf kommt. Deshalb befragt er Holly, der jedoch das Problem erkennt. Dieses Gehege wurde nie für die Defensive gebaut. In Sandleford gab es dafür zumindest den Lockeren Lauf (Slack Run), welcher dafür da war unter den Feind zu gelangen und an einer Stelle aufzutauchen, wo er es nicht erwartet.
Das bringt Bigwig auf die entscheidende Idee. Er wird sich ein Stück weit in den Untergrund eingraben, direkt hinter einer der blockierten Öffnungen und dann wird Holly ihn mit Erde bedecken. Mit viel Glück wird das nicht auffallen, weil hier eh alles durcheinander ist. Holly ist nur besorgt, ob die Efrafa auch die richtige Stelle werden. Deshalb verlangt Bigwig von ihm, sich dorthin zu stellen und Geräusche zu machen. Derweil befiehlt er Silver alle anderen aus der Honeycomb herauszuholen und in die Schlafbaue zu bringen. Pipkin will Fiver nicht zurücklassen, der noch immer völlig betäubt am Boden liegt, doch Bigwig muss ihm leider verkünden, dass sie Fiver zurücklassen müssen, was eine große Schande ist. Pipkin will bei ihm bleiben (die Loyalität des Kleinen ist wirklich bemerkenswert), doch Holly hält ihn davon ab. Sie brauchen jeden, den sie haben können und können froh sein, wenn Fiver der einzige von ihnen ist, der diese Nacht sterben wird. Bigwig jedenfalls lag bereits unter der dünnen Schicht Erde, ehe Woundwort durchgebrochen ist.

Thunder öffnet den zugeschütteten Lauf und Woundwort nimmt sofort mehrere Kaninchen in dem Lauf dahinter wahr. Er hofft, dass sie jetzt nach vorne kommen und ihn attackieren, doch nichts passiert. Woundwort macht sich für einen Kampf bereit und wir erfahren, dass er völlig anders kämpft als andere Tiere und Menschen. Er kalkuliert und berechnet nichts aufgrund der Anzahl seiner Truppen, sondern kennt nur zwei Arten von Kämpfern: diejenigen, die kämpfen wollen und diejenigen, die kämpfen müssen. Oftmals schon hat er größere Gruppen von Kaninchen nur durch seine Kampffähigkeiten beeindruckt und er ist schließlich Anführer eines großen Geheges. So denkt er nicht daran, dass viel zu wenige Kaninchen von hier unten sind und zunächst alle Läufe öffnen zu lassen und mit all seinen Truppen anzugreifen. Er will direkt angreifen, weil er spürt, dass diejenigen in diesem Lauf Angst vor ihm haben.
Zuvor gibt er jedoch noch Groundsel die Anweisungen, dass Campion alle seine Kaninchen nach unten bringen soll, sobald er die Läufe freigegraben hat. Mit Vervain als Deckung geht er dann in den Lauf hinein. Er bemerkt schnell zwei Rammler vor ihm, die sich jedoch vor ihm zurückziehen. Plötzlich jedoch bewegt sich unter ihm die Erde und ein Kaninchen beißt ihn in den Vorderlauf, genau dort, wo es sich mit dem Körper verbindet. Woundwort ist zunächst unfähig sich zurückzuziehen, schafft es aber dann dennoch auszuholen und seinen Angreifer zu verletzen. Dann richtet sich das andere Kaninchen in seiner Mulde auf und wirft Woundwort zurück. Ehe Woundwort wieder attackieren kann, hat es sich bereits aus der Angriffsreichweite begeben. Woundwort bemerkt, dass der Muskel in seinem Vorderlauf beschädigt ist und er somit nicht sein volles Gewicht auf diesen verlagern kann. Vervain fragt, ob alles in Ordnung ist, Woundwort reagiert darauf sehr gereizt, was zeigt, dass längst nicht alles in Ordnung ist.
Bigwig verkündet ihm, dass er ihn hoffentlich beeindruckt hat, wie er einst versprochen hat. Woundwort antwortet darauf nur, dass er versprochen hat ihn zu töten und diesmal kann ihm kein weißer Vogel helfen. Bigwig hofft, Woundwort wird wieder direkt angreifen, doch dieser hat seine Strategie schnell geändert und nähert sich dieses Mal vorsichtiger. Dabei bemerkt jedoch Bigwig, dass Woundworts Vorderlauf verletzt ist. Er benutzt seine Klauen um Woundwort an einem anderen Lauf zu verletzen, doch ehe er sich zurückziehen kann, beißt Woundwort ihm ins Ohr. Woundwort merkt, dass er durch sein Gewicht die Oberhand gewinnt und versucht Bigwig in die empfindliche hinten im Genick zu beißen, doch ehe er das schafft, gibt sein verletzter Vorderlauf nach und er fällt zur Seite. Bigwig schlägt zweimal in sein Gesicht und schafft es beinahe noch ein drittes Mal, ehe er sich zurückziehen kann. Beide Feinde stehen sich blutend gegenüber, während so langsam die ersten Sonnenstrahlen durch die Decke der Honeycomb scheinen.

Watership Down Kapitel 45: Nuthanger Farm Again

Die Spannung steigt und Hazel trägt seinen enormen Anteil dazu bei die Efrafas zu besiegen. Dafür verwendet Adams wieder ein Zitat aus dem Shakespeare Stück Julius Caesar, dieses Mal beschreibt es den Beginn der Schlacht und das jetzt die Kriegshunde freigelassen werden soll. Hier ist es nur ein einziger, doch es darf gespannt sein, welchen Schaden dieser anrichten kann.

Fivers Schrei hat nicht nur seine eigene Gruppe verunsichert, sondern auch die Efrafas. Thistle und Ragwort haben nämlich den offenen Lauf verlassen, weil sie besser lauschen wollten und werden von Woundwort dafür zurechtgewiesen wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückzukehren. Thistle jedoch schwört, dass da unten ein Tier ist, welches kein Kaninchen ist, worauf Woundwort nur fragt, ob er es gerochen hat. Thistle verneint das und er hätte auch keine Hinterlassenschaften wahrgenommen sowie Spuren, doch er ist sich ziemlich sicher, dass da unten ein Tier ist.
Auch andere Gräber haben ihre Posten verlassen und lauschen auf die Geräusche. Unruhe macht sich unter ihnen breit und ihnen kommen alle Erinnerungen mit den Watership-Down-Kaninchen wieder hoch. Immer ist bei deren Begegnung etwa Seltsames passiert. Sie hätten einen Fuchs gehabt, der Hauptmann Mallow getötet hat; einen weißen Vogel, der sich in einen Blitz verwandeln konnte und ein Tier welches sie den Fluss heruntergetragen hat. Das reicht für einen sogar, um leise vorzuschlagen nach Hause zu gehen. Darüber ist Woundwort jedoch sehr erzürnt und fragt ihn offen, ob er nach Hause will, er hätte die Erlaubnis. Dieses Kaninchen rührt sich nicht. Schließlich fragt er, ob noch andere gehen wollen. Es wäre jedoch keine Offiziere dabei, die sie auf dem langen Weg beschützen können, denn diese müssen alle graben, so auch er. So fordert er Groundsel und Vervain wieder auf das geplante Loch für den Durchbruch zu erweitern. Thistle soll derweil Hauptmann Campion holen.
Dieser berichtet von den drei Kaninchen, welche geflohen sind und sich in nördliche Richtung begeben haben. Er wäre ihnen gefolgt, doch Thistles Botschaft hätte ihn abgehalten. Woundwort ist es jedoch egal, dann sind es drei weniger, die sie bekämpfen müssen. Ragwort verkündet im gleichen Moment, der offene Lauf wäre jetzt auch blockiert. Das nutzt Woundwort direkt, damit er jetzt bei dem Graben mithelfen kann, um eine Wurzel zu entfernen. Sie kommen einem Durchbruch immer näher, auch wenn sie noch immer graben als das erste Sonnenlicht zu sehen ist.

Hazel, Dandelion und Blackberry treffen sich derweil auf dem abgeernteten Feld wieder, welches kaum Deckung bietet. Er hat seinen Plan erläutert und führt sie weiter unter dem Mast hindurch in Richtung Nuthanger Farm. Dandelion hält das Ganze für eine große Aufgabe, doch er sieht auch ein, dass es die einzige Chance ist das Gehege zu retten.
Sie gehen also weiter, scheuchen einige Wachteln auf und kommen schließlich zum Straßenrand. Hier soll Blackberry bleiben und warten. Er soll sich bedeckt halten und nicht zu früh losbrechen. Von ihnen allen behält er den kühlsten Kopf und das soll er nutzen, um zum Gehege zurückzukehren, wo er sich sofort in Kehaars Lauf begeben soll. Blackberry zeigt sich nur besorgt, weil es bis zum Elektromast keine Deckung. Hazel meint, wenn es zu schlimm kommt, soll er immer wieder aus der Hecke hervorbrechen.
Er bleibt zurück, während Dandelion und Hazel über die Straße gehen und dem Feldweg nach oben zu dem Bauernhof folgen. Sie stellen fest, dass frische Wurzeln in den Hütten sind und entscheiden sich für einen Überfall, sobald diese ganze Sache mit Efrafa überstanden ist. Schließlich erreichen sie auf direktem Weg die Nuthanger Farm, welche immer noch ruhig unter den Ulmen steht. Ein gelbes Blatt deutet hier bereits den kommenden Herbst an und es ist an der Stelle die Frage, ob es der Anfang vom Ende für die Watership-Down-Kaninchen oder für Woundwort ist.
Sie sind jedenfalls rechtzeitig da, denn der Hund schläft immer noch und ist auch noch immer mit einem Seil gesichert, welches an der Hütte befestigt ist. Hazels Plan sieht natürlich so aus, den Hund loszureißen, und durch Dandelion und Blackberry inmitten der Efrafas zu führen. Dandelions Aufgabe ist es jetzt, sich gegenüber der Hundehütte hinzulegen und genau auf den Hund zu achten, während Hazel das Seil durchnagen wird. Sobald es fällt, soll er die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich ziehen und schnurstracks zu Blackberry rennen. Natürlich ist Dandelion dafür das geeignetste Kaninchen, denn er ist der schnellste von ihnen. Zur Not soll er auch die Hecken als Deckung nehmen, doch Dandelion soll aufpassen, denn mit dem Seil könnte sich der Hund darin verheddern. Dandelion ist beeindruckt und meint, wenn sie sich wiedertreffen hätte sie die beste Geschichte überhaupt zu erzählen, eine Aufgabe die gerne auch wieder Dandelion übernehmen kann, wie Hazel meint.
Es ist hier natürlich das äußerste Mittel zu dem sie greifen und es zeigt wie unnatürlich Woundwort für ein Kaninchen ist. Hazel muss sich mit Nuthanger Farm nicht nur seinen Ängsten stellen, also dem Ort, wo er fast gestorben wäre, nein sie brauchen elil, um Kaninchen loszuwerden. Und dass es ein Hund ist, der ihnen indirekt helfen soll, ist umso paradoxer, da die Kaninchen von Hunden nicht viel halten. Jetzt ist er jedoch der einziger der elil, der ihnen wirklich effektiv helfen kann, da Hunde Kaninchen oft nur aus dem Jagdtrieb heraus verfolgen und töten.
Hazel geht vorsichtig zu der Hundehütte und hat Glück, dass ein Strohballen ihm den Weg auf das Dach erleichtert. Er ist extrem verängstigt, denn alle seine Instinkte sagen es ihm, dass er rennen soll. Man kann es ihm kaum verübeln, denn er ist als Kaninchen gezwungen sich in unmittelbare Nähe von elil zu begeben, wo doch jedes Kaninchen dort sofort wegrennen würde. Er hofft, dass die Farmgerüche noch seinen eigenen Geruch vor dem Hund verbergen. Dann fängt er an das Seil zu durchnagen, welches ihm einfacher fällt als bei dem Seil, welches an dem Stechkahn befestigt war. Der Vorteil ist, dass dieses Seil hier nicht so nass und schlüpfrig ist. Als er ungefähr die Hälfte durchgenagt hat, spürt er wie der Hund sich unter ihm bewegt. Er streckt sich kurz, gähnt und schläft dann weiter. Hazel kann jetzt auch egal sein, ob der Hund ihn hört, denn nur Dandelion ist jetzt wichtig. Hauptsache der Hund kann sich losreißen, sobald er Hazel bemerkt.
In dem Moment blickt er zu Dandelion und ist erschrocken, als er sieht wie sich die getigerte Katze vorsichtig an ihn anschleicht. Dandelion nimmt sie nicht wahr, weil er nur auf den Hund fixiert ist. Hazel stampft zweimal laut auf das Dach auf und Dandelion reagiert sofort. Er springt weg. Im nächsten Moment landet die Katze genau dort, wo er gewesen ist. Bei diesem Lärm erwacht der Hund endgültig, bellt kurz und springt aus der Hundehütte hervor. Das Seil kann ihn nur kurz halten, dann reißt es an der Stelle, wo Hazel es durchgenagt hat und der Hund rennt Dandelion hinterher. Vorher jedoch fällt noch die Hundehütte um. Hazel landet unsanft auf seinem verletzten Hinterlauf, kann sich jedoch weiter bewegen und überlegt, ob er irgendwie den Graben außerhalb des Bauernhofs erreicht.
In dem Moment springt ihn jedoch die Katze an und hält ihn am Boden. Spöttisch fragt sie: "Can you run?", hissed the cat. "I think not." Und mit diesem fiesen Cliffhanger werden wir jetzt zurückgelassen, während sich das Geschehen wieder auf Watership Down richtet.

Freitag, 6. Januar 2017

Watership Down Kapitel 44: A Message from El'ahrairah

Es steht schlecht um Hazels Gruppe, sehr schlecht. Sie können zwar eine gute Defensive aufbauen, doch sie wissen, dass sie keine Chance haben und sich irgendwann den Efrafas im offenen Kampf gegenübersehen. So macht sich während der Belagerung bereits Hoffnungslosigkeit breit. Adams umschreibt das Geschehen in dem Eingangszitat mit einer Passage aus dem Werk Crusader Castles von dem englischen Schriftsteller Robin Fedden. Es beschreibt sehr gut die beständige Angst und die Furcht, welche Leute durchstehen, die sich in einer Höhle versteckt haben, aber von außen belagert werden. Die lähmende Angst, dass jede Sekunde der Durchbruch erfolgt.

Zu Beginn des Kapitels sind die Efrafas schon seit einiger Zeit dabei das Gehege auszugraben. Laut Speedwell haben sie an einer Stelle damit aufgehört, was er Hazel so gleich verkündet. Anschließend erfolgt ein langer Abriss darüber wie die Belagerung bisher vonstatten ging. Die Efrafas haben sich im Dämmerlicht sofort zu den Löchern begeben und waren zunächst überrascht und irritiert wieviele es gibt, da sie in Efrafa deutlich weniger gewohnt sind. Woundwort hat ihnen jedoch schnell zu verstehen gegeben, dass es deren eigene Torheit ist soviele Löcher anzulegen, da sie so wesentlich leichter angegriffen werden können, weil längst nicht alle Löcher verteidigt werden.
Auch wegen Kehaar haben die Efrafas Bedenken, doch Woundwort weist daraufhin, dass die Hinterlassenschaften von ihm bereits alt sind. Dennoch haben einige Efrafas Furcht aufgrund der Geschichten, die sich über Kehaar und Bigwig überall in Efrafa herumgesprochen haben und werden bereits beim Schreien eines Kiebitzes nervös.
Die Aufgaben hat Woundwort klar verteilt. Campion bewacht mit seinen Patrouillen den Ort; Vervain und Groundsel graben die Löcher aus. Groundsel gräbt dabei die Löcher an der Böschung aus, Vervain diejenigen in dem Buchenwäldchen. Beiden haben Probleme: Vervain, der sowieso viel besser mit Gefangenen umgehen kann als mit Feinden, findet den offenen Lauf und hofft mit einer schnellen, überraschenden Attacke in die Mitte des Geheges zum Erfolg zu kommen, doch seine beiden Kaninchen treffen auf Buckthorn und Silver und werden dabei fast getötet. Groundsel hingegen gräbt sich besonders schnell in eines der Löcher. Er sieht sich plötzlich Blackavar gegenüber, welcher ihn mit einem Biss an die Kehle festhalten kann. Groundsel kann sich geradeso befreien. So sieht auch Woundwort ein, dass es unmöglich sein wird, das Gehege einzunehmen bei einer Attacke auf die Läufe, welche verteidigt werden. Besser wird es, wenn zahlreiche andere Läufe geöffnet werden und sie alle gleichzeitig angreifen, doch dafür fehlt ihnen der Mut nach allem was sie bisher von Hazels Gruppe gesehen haben. Woundwort muss sich eingestehen nicht darüber nachgedacht zu haben was passiert, wenn sein Überraschungsangriff nicht klappt.
Er ruft Campion zu sich und fragt ihn nach seinem Rat. Dieser schlägt vor, das Gehege einfach auszuhungern. Für die Efrafas ist es warm genug auch für längere Zeit im Offenen zu bleiben. Woundwort ist jedoch sofort dagegen, zum einen weil er sich ein bisschen doch davor fürchtet bei Tagesanbruch könne Kehaar kommen und zum anderen, weil ein blutiger Sieg besser zu seiner Reputation passt. Er hat seine Owsla hierhergebracht, um Blut zu vergießen, eine Belagerung wäre sehr antiklimaktisch. Außerdem will er möglichst schnell nach Efrafa zurückkehren, da er sich wie jeder Feldherr davor fürchtet, was in seinem Reich passiert, während er abwesend ist.
Deshalb beruft er sich auf die Erfahrung mit Nutley Copse und was dort passiert ist, als sie zwar den Großteil des Geheges erobert hatten, aber noch ein kleiner Teil sich in einem gesonderten Bau verborgen hatte. Er fragt Campion wer dieses Unternehmen geleitet hatte. Campion sagt, es wäre Hauptmann Mallow, doch der wäre jetzt tot. Deshalb soll Campion jemanden suchen, der dabei gewesen ist. Er kehrt schon bald mit einer Owsla-Wache, Ragwort, zurück, welcher berichtet Hauptmann Mallow hätte ihnen befohlen vertikal in den Untergrund zu graben. Irgendwann sind sie durchgebrochen und wären inmitten der verborgenen Kaninchen gelandet. Nach einem Kampf hätten sie diese auch besiegt. Woundwort schlägt vor es genau so zu machen und schickt Campion zurück, um weiter Wache zu halten.
Deshalb hörten Hazel und die anderen schon bald das erste Scharren direkt über ihnen in der Honeycomb. Und die Efrafas graben an zwei Punkten. An einer Stelle weiter im Norden, wo die Buchenwurzeln sehr dicht sind und etwas weiter im Süden direkt über dem Zentrum der Honeycomb. Diese zweigt sich an der Stelle ab in zahlreiche weitere Läufe und Baue. In einem liegt Clover mit ihren Jungen. Hazel jedenfalls glaubt zunächst es wäre gut für sie, denn durch das Graben werden ihre Krallen stumpf und sie schon bald erschöpft sein. Er fragt Blackberry nach seinem Rat. Dieser ist jedoch nicht so selbstsicher, das nördliche Ende könne zwar standhalten, im Süden jedoch wären sie wesentlich schneller durch und sobald sie durchgebrochen sind, könnte nichts mehr sie aufhalten. Hazel zittert bei dem Gedanken.
Auch für die anderen ist die Situation äußerst bedrückend und sie sind wie gelähmt vor Angst. Vilthuril hat Angst zurück nach Efrafa zurückgebracht zu werden. Hyzenthlay und Thethuthinnang beruhigen sie. Es wäre trotzdem besser so wie es jetzt ist, als immer noch in Efrafa zu sein. Bigwig jedoch erinnert sich an die Nacht, als er Hyzenthlay von den Downs erzählt hat und weiß welche Angst sie durchmacht. Er selbst scheint die Situation noch am besten zu verkraften, was er gegenüber Hazel verlautbaren lässt. Sobald sie durchbrechen, werden sie einfach in die Baue für das Schlafen gehen und alle Läufe dorthin blockieren. Hazel weiß jedoch, dass so nur das Unvermeidliche hinausgezögert wird. Bigwig jedoch fühlt sich entschlossen den Efrafas dann zu begegnen, wenn sie es versuchen. Ihr erfüllt für den Moment nur die Vorfreude auf einen Kampf und nicht die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage, die Grabgeräusche, er will sein Leben so teuer wie möglich hergeben. Hazel kann ihn dafür nur beneiden und Bigwigs Engagement und Entschlossenheit ist gut, um die Furcht wenigstens ein bisschen zu zerstreuen, welche all die anderen umgibt. Hazel ist also dafür und bittet Bigwig darum, dass er noch andere findet, die ihm bei einem Angriff helfen. Bigwig wendet sich sogleich an Silver und Holly.
Hazel schickt derweil Speedwell zum Nordende, wo die eine Grabung stattfindet. Derweil diskutieren Bigwig und Holly, wie sie die Läufe aus der Honeycomb hinaus in die Schlafbaue am besten zuschütten. Sie entscheiden sich schließlich einen Lauf zu verbreitern und die restlichen zuzuschütten. Da Bigwigs Ansehen durch seine Efrafa-Unternehmung noch weiter gestiegen ist, vergessen die anderen ihre Furcht und beginnen sofort damit sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Genau in dem Moment sind wir bei der Situation zu Beginn des Kapitels angelangt: Speedwell verkündet Hazel, dass sie am Nordende aufgehört haben zu graben. Vermutlich haben sie festgestellt, dass es dort für sie zu schwer sein wird durchzubrechen. Hazel kehrt sofort zu der anderen Stelle zurück, weil sie jetzt dort vermutlich noch stärker graben werden. Er sucht zunächst Buckthorn auf, welcher den einzigen offenen Lauf bewacht, der jetzt als Kehaars Lauf bekannt ist und verkündet ihm die Neuigkeiten. Dieser bestätigt das und redet nach einer kurzen Weile von den Ratten in der Scheune, wo sie auch heil herausgekommen sind. Er findet es schade, dass es jetzt so zu Ende geht, nach allem was sie durchgemacht haben. Hier spricht bereits die Verzweiflung aus Buckthorn, er glaubt an kein gutes Ende mehr. Hazel bleibt jedoch trotzdem standhaft und sagt sie werden es schaffen, auch wenn er selbst die schlimmsten Befürchtungen hat was Buckthorn und sie alle angeht. Er fragt sich, wohin er sie mit all seinen schlauen Plänen und Unternehmungen hingeführt und es wirklich ihr Schicksal ist nach all den Abenteuern letztendlich von General Woundwort getötet zu werden.
Hazel wendet sich ab von Buckthorn und geht weiter zurück. Schließlich findet er Fiver. Der ist nicht am Graben, was Hazel als sehr seltsam erachtet. Er fragt ihn was los ist und Fiver meint er würde versuche zu lauschen, doch er könne nichts hören, irgendetwas sei sehr nah und spürt wie er davongetragen wird. Fiver liegt zitternd am Boden und stöhnt immer wieder, dass ihm kalt sei. Schließlich lässt er ein furchtbares Geräusch los, völlig unnatürlich für ein Kaninchen, welches das ganze Gehege erschreckt. Dann ruft er irgendetwas von dreckigen, kleinen Biestern und das sie gehen sollen (vermutlich sind damit die Ratten gemeint). Bigwig ist darüber gar nicht begeistert und bittet Hazel darum Fiver zu stoppen, denn sonst würden die anderen noch verrückt vor Angst werden. Hazel versucht wieder Fiver zu wecken, doch dieser befindet sich in einer tiefen Benommenheit. Plötzlich hat Hazel ein klares Bild vor Augen. Es ist der Tag an dem sie vor dem Fluss Enborne standen und er hört wie Bigwig verkündet, ein großer Hund läuft frei im Wald herum. Danach ist das Bild auch schon wieder weg und er ist wieder in der Honeycomb.
Jetzt hat er jedoch einen Plan. Irgendwie ist es Fiver gelungen in diese andere Welt abzudriften, von der er schon vorher gesprochen hat und es ist ihm irgendwie gelungen bei Hazel eine wichtige Erinnerung zu wecken, die ihnen helfen könnte. Zumindest verliert Hazel keine Zeit, er befiehlt Bigwig sofort ihm Blackberry und Dandelion zu bringen. Sie sollen zu Kehaars Lauf kommen. Als sie dort sind. Buckthorn ist noch immer dort, doch auch ihn hat Fivers Schrei sichtlich beunruhigt, denn er atmet schwerer. Schon bald sind auch die anderen da und Hazel gibt weitere Anweisungen. Er hat einen Plan wie sie Woundwort für immer loswerden können, Dandelion und Blackberry sollen zusammen mit ihm durch den offenen Lauf nach draußen flitzen und sich nordwärts begeben zu den Feldern. Sie sollen auf keinen Fall anhalten und dann bei dem Eisenbaum (also dem Elektromast) auf ihn warten. Bigwig hat in der Zwischenzeit die Aufgabe auch diesen Lauf zu blockieren, sobald sie raus sind und alle Kaninchen in die Schlafbaue zu bringen. Dort sollen sie sich verbarrikadieren und so lange aushalten und den Efrafas standzuhalten wie es möglich ist. El'ahrairah hat ihm das gezeigt und ich glaube sogar, dass es Fiver in seiner Trance irgendwie gelungen ist mit der Geisterwelt oder dem Kaninchenjenseits Kontakt aufzunehmen und von ihrem großen Vorbild eine Nachricht bekommen hat, wie sie es schaffen können dieser verzweifelte Situation zu überstehen. Das bedeutet, El'ahrairah steht wirklich hinter ihnen und beschützt sie und das wohlgemerkt gegen andere Kaninchen.
Bigwig fragt irritiert wohin Hazel geht und dieser meint nur zu dem Bauernhof, um ein weiteres Seil durchzunagen, zusammen mit dem Hund ein sehr großer Hinweis, was wohl sein Plan sein wird. Er weist noch einmal Dandelion und Blackberry an schnell nach draußen zu rennen und sich auf keinen Fall auf einen Kampf mit einem anderen Kaninchen einzulassen. Sofort stürzt er los zusammen mit Dandelion und Blackberry.

Watership Down Kapitel 43: The Great Patrol

Es kommt wenig überraschend, dass Woundwort diese Demütigung am Fluss nicht auf sich sitzen lassen wollte und so eine der größten, militärische Unternehmungen durchführt, welche es wohl je unter den Kaninchen gegeben hat. Adams verwendet wieder ein Gedicht von Walte de la Mare, um dieses Kapitel einzuleiten. Es ist über Napoleon und beschreibt den Russlandfeldzug. Er motiviert sie dabei mit den Worten, dass er alles ist, die ganze Welt, der Nordhimmel und die gesamte Einöde durch die sie gehen. So ähnlich kommt mir hier auch Woundwort vor, der trotz leichter Opposition an diesem irrsinnigen Unternehmen festhält.

Wenig überraschend bedeutete für Woundwort die Flucht von Hazels Gruppe mit dem Stechkahn ein großer Verlust an Autorität. Bis zu dem Moment hatte er die Situation unter Kontrolle, selbst als Kehaar seine Offiziere angegriffen hatte. Es war ihm spätestens mit dem Hinterhalt an der Plankenbrücke und der Attacke auf Kehaar gelungen, die Kontrolle wiederzuerlangen. Doch die Flucht der Kaninchen hat schließlich offensichtlich gemacht, dass er versagt hatte.
Die ganze Nacht über hatte er dann überlegt was zu tun ist und sich schließlich am nächsten Tag mit dem Rat unterhalten. Es wäre keine gute Idee mit einer Patrouille Bigwig den Fluss hinab zu folgen. Es hätte eine große Gruppe an Offizieren und Owsla gebraucht, welche in Efrafa fehlen würden und das Risiko eines weiteren Ausbruchs vergrößert hätte. Zudem gäbe es keine Spuren, den man folgen könnte und wenn sie ihn nicht finden könnten, würden sie als noch größere Narren zurückkommen als sie ohnehin schon sind. Und bereits jetzt sehen sie wie Narren aus, denn Vervain erzählt bereits solche Geschichten, nach denen Campion von einem weißen Vogel in den Graben gejagt worden ist und Bigwig Blitze vom Himmel beschwören konnte.
Die vernünftigste Idee hat Snowdrop (war überrascht, dass der wirklich noch lebt); die Sache einfach auf sich beruhen lassen, da sie schon bald vergessen sein wird. Kaninchen haben bekanntermaßen nur ein kurzes Erinnerungsvermögen. Hier tritt ein besonderes Motiv auf, welches besonders in der antiken Geschichtsschreibung auftritt. Es gibt einen weisen Charakter, der den Tyrannen oder Eroberer vor einer gefährlichen Operation abrät. Natürlich hört der Tyrann nicht darauf, so auch Woundwort.
Er hat eine zugegeben brillante Idee, womit wieder sein militärisches Genie unterstrichen wird. Er erinnert sich daran, dass eine Patrouille schon einmal fast auf Bigwig und die anderen Kaninchen getroffen wäre, nämlich Hauptmann Mallow, der dann von einem Fuchs getötet wurde. Er glaubt, sie würden dort wieder entlangkommen. Groundsel jedoch, der damals mit dabei war in der Patrouille, hat berechtigte Einwände: sie könnten sie niemals bekämpfen und müssten noch dazu lange im Freien verharren und Kratzer graben. Woundwort ist damit einverstanden, doch er hat einen anderen Plan. Eine Patrouille soll dort alle zwei Tage bleiben, warten bis Bigwig mit den Weibchen vorbeikommt und ihnen dann zu ihrem Gehege folgen. Sobald sie das herausgefunden haben, wird er dann jedoch großen Aufwand auf sich nehmen, um sie anzugreifen, denn er ist noch immer fest entschlossen, Bigwig persönlich zu töten.
Die erste Patrouille führt Woundwort noch persönlich an zusammen mit Groundsel, der ihm die Stelle zeigen soll. Nach den zwei Tagen werden ihre Hoffnungen jedoch geringer. Dann löst Vervain ihn ab und schließlich Campion. Unter den Efrafa-Offizieren bildet sich bereits eine Art Widerstand. Sie glauben Woundwort wären zu besessen von der Idee, Bigwig und die anderen aufzufinden und wollten vorschlagen, ob er das Unternehmen aufgibt, wenn sie in zwei Tagen keine gute Nachrichten haben. Just in dem Moment kehrt jedoch Campion mit den Nachrichten zurück, das fremde Gehege gefunden zu haben. Es ist zwar weit entfernt, aber da es nicht gesucht werden muss, einfach zu erreichen und nicht besonders groß.
Jegliche Opposition ist damit beendet und Woundwort ist wieder sicherer denn je in seiner Position. Er entscheidet sich für einen Überraschungsangriff auf das Gehege. Um das zu erreichen, lässt er sich zunächst noch Zeit, entscheidet die Expedition dann innerhalb eines Tages durchzuführen und er will persönlich mit Campion die Gegend untersuchen, um die beste Strategie für einen unbemerkten Angriff festzulegen. Durch den Westwind ist der Kart südlich der Cannon Heath Farm der geeignete Ort, um sich zu sammeln. Woundwort entscheidet sich sie nachts anzugreifen, weil sie dann unter der Erde schlafen und völlig überrascht werden von ihnen. Wenn sie ohne Vorwarnung angreifen, könnten sie das Gehege vielleicht sogar ohne Kampf einnehmen, Vervain würde er direkt zurück nach Efrafa schicken und Campion könnte noch bleiben und dann mit den Weibchen und möglichen Gefangenen nachziehen.
Woundwort entscheidet sich dann für eine kleine Truppe, denn sie sollten stark genug für die Reise sein und schnell, möglichst keine elil anziehen und sich nicht zerstreuen. Seine Führerschaft wird natürlich entscheidend sein, jedes Kaninchen soll sich so fühlen, als wäre es von ihm besonders auserwählt (das passt sehr gut auf das Napoleon-Gedicht in der Einleitung). Am Ende sind es 26 (oder 27, Kaninchen rechnen Menge nie in genauen Zahlen, sondern immer mit einer Stelle Abweichung), die Hälfte Owsla, der Rest vielversprechende Jünglinge. Sie werden von Campion und Chervil trainiert in Ausdauer und Kämpfen. Als Gegenleistung bekommen sie dafür keine Wachdienste mehr und silflay zu jeder Zeit.
So starten sie an einem Augustmorgen, doch der Marsch geht nicht ganz ohne Komplikationen ab. Groundsels Gruppe wird von zwei Hermelinen angegriffen, welche jedoch Woundwort in die Flucht schlägt, indem er das ältere angreift und schwer verwundet. Er tadelt Groundsel und meint er solle das nächste Mal auf sich selbst achten, denn "stoats aren't dangerous". Dieser Ausspruch wird in Bezug auf Woundwort noch sehr interessant werden. Er zeigt jedoch wie er elil sieht, sie sind für ihn schon keine Gefahr mehr. Desweiteren muss er drei Verstreute wieder einsammeln, wobei sich einer an einem Stück Glas verletzt. Woundwort kümmert sich um dessen Wunde so gut es geht. Diese Gruppe ist aufgrund des heißen Wetters der Erschöpfung nahe und Woundwort führt sie persönlich an. Sie erreichen schließlich den Kar, als Dandelion gerade seine Geschichte erzählt. Viele sind erschöpft und trotz ihres großen Respekts fühlen sie sich unsicher, weil sie soweit von zuhause weg sind. Bis auf ein paar Goldammern und Mäusen ist der Platz verlassen, und Woundwort kann natürlich nicht wissen, dass es genau diese Tiere sind durch die Hazel von den Efrafas erfährt.
Er ist jedenfalls überrascht, als er von Campion hört, dass Blackavar und Holly ihm begegnet sind. Er tadelt Campion, warum er sie nicht getötet hat, denn jetzt ist der Überraschungsangriff dahin. Campion hat jedoch genau aus dem Grund nicht angegriffen, den auch schon Blackavar und Holly vermutet haben, er hatte keine Befehle dafür. Der Gehorsam gegenüber Woundwort arbeitet hier also wieder gegen ihn, wie schon bei Hauptmann Bugloss, der auf Hollys einfachen Trick hereingefallen ist. Für Woundwort macht es keinen Unterschied, er wird trotzdem angreifen, jetzt werden die Kaninchen von Watership Down nur mit Sicherheit einige Gegenmaßnahmen ergreifen. Er überlegt sich die Situation und vielleicht geben die Rammler sogar die Weibchen auf und fliehen. Jedes dieser Kaninchen müsste sofort verfolgt werden, da seine eigenen Truppen erschöpft sind und die anderen frisch und ausgeruht.
Er wendet sich einem Kaninchen vom Neck Mark zu, welches Thistle heißt und bittet es Campion zu holen und dann zu ihm zu kommen. Woundwort will sehen was in dem Buchenwäldchen passiert und feststellen, ob der Gegner bereits zur Flucht bereit ist. Zusammen mit Thistle und Campion folgt er dem Pfad noch oben und nimmt der Fährte auf. Er ist sich ziemlich schnell sicher, dass die Kaninchen nicht gegangen sind, sondern noch alle da sind.
Genau in dem Moment kommt Hazel zu ihnen. Es ist ein besonderer Moment, denn es ist das einzige Mal, dass sich Woundwort und Hazel treffen und einen Dialog führen. Dieser ist äußerst interessant, denn er markiert den fundamentalen Unterschied zwischen diesen beiden Oberkaninchen. Woundwort fürs erste weiß gar nicht, dass er es mit dem Oberkaninchen von Watership Down zu tun hat. Hazel jedenfalls sucht ihn direkt auf und stellt sich als ein Freund von Bigwig vor und will wissen, warum er hier ist. Woundwort fragt spöttisch, ob er am Flussufer dabei war und Hazel das bejaht, verkündet Woundwort er werde das beenden, was ihm am Flusufer nicht gelungen ist, sie werden alle vernichtet werden. Dagegen hat Hazel berechtigte Einwände, denn es wird für Woundwort schwer werden sie zu vernichten und er verspricht ihm auch weniger Kaninchen mit zurück nach Efrafa zu nehmen, als er dabeihat. Besser wäre es sie kommen zu einer Einigung. Woundwort ist dazu sogar bereit, und verlangt die Auslieferung der Weibchen sowie von Bigwig und Blackavar.
Dieses Angebot kann Hazel natürlich nicht annehmen, weil es den Tod zwei seiner Freunde bedeuten würde und auch das Todesurteil wäre für ihr Gehege, da sie so wieder keine Weibchen hätten. Er schlägt im Gegenzug etwas Besseres vor. Da sie alle Kaninchen sind (schön wie er das am Äußeren beschreibt) wäre es besser zusammenzuarbeiten und zwischen Watership Down und Efrafa eine Reihe freier, unabhängiger Gehege anzulegen. Sie würden beiden profitieren, da Woundwort keine unglücklichen Kaninchen mehr hätte, welche schwer zu kontrollieren sind. Außerdem brauchen sie nicht zu kämpfen, denn Kaninchen haben ohnehin schon genug Feinde, auch ohne unter sich noch welche zu schaffen. Hazels Vorschlag ist absolut vernünftig, vielleicht sogar noch vernünftiger als ein Friedensangebot zwischen zwei menschlichen Kriegsparteien. Menschen haben keine natürliche Feinde, Kaninchen hingegen schon und sie werden noch dazu durch Seuchen und Krankheiten weiter dezimiert, sodass sie heutzutage schon fast die Einstufung gefährdet haben. In der Hinsicht wäre es wirklich das blödeste, wenn sich Kaninchen noch gegenseitig umbringen müssten.
Woundwort überlegt kurz, sieht sogar die Möglichkeiten und verwirft den Vorschlag dann. Adams beschreibt es schön, dass er sich in dem Moment als Führer mit Visionen und Genius hätte beweisen können (als den er sich selbst sieht), doch stattdessen ist er nicht besser als ein listiger Pirat. Genau als die Sonne untergeht, sieht er nur ein Ziel vor Augen, das Blutbad für welches er hierhergekommen ist und soviel Aufwand auf sich genommen hat. Woundwort hat somit seine letzte Chance verpasst. Er verkündet Hazel, er wäre nicht hier, um Unsinn zu reden, denn sie wären nicht in der Position mit ihm zu verhandeln.  Noch im gleichem Atemzug weist er Thistle an zu Hauptmann Vervain zu gehen, der alle nach oben bringen soll.
Campion fragt, ob er Hazel töten soll. Zumindest soviel Anstand hat Woundwort noch, sodass er einen Diplomaten nicht tötet. Wenn sie ihn schon geschickt haben, um sich ihre Bedingungen anzuhören, so soll er sich auch zurückbringen. Entweder werden alle Weibchen sowie Bigwig und Blackavar draußen vor dem Gehege warten oder er wird jedem Rammler die Kehle rausreißen (ach Film, warum musstet ihr das so wörtlich nehmen).
Hazel versucht noch etwas zu erwidern, doch Woundwort ignoriert ihn bereits und es beobachtet auch keiner wie Hazel zurückhoppelt. Somit beginnt die Belagerung von Watership Down.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Watership Down Kapitel 42: News at Sunset

Plötzlich sehen sich die Kaninchen von Watership Down ihrer größten Herausforderung überhaupt gegenüber. Eingeleitet wird das Kapitel mit einem Zitat aus dem Werk Eutyphro von Platon und hat einen der zahlreichen Dialoge des Sokrates zum Inhalt. Dieser will die Unrechtmäßigkeit einer Tat beweisen, welche gegen den Willen der Götter wäre. Das kann er jedoch nur, wenn die entsprechenden Leute auf ihn hören. Etwas Ähnliches hat auch Hazel am Ende des Kapitels vor, als er Woundwort aufsucht.

Nachdem Dandelion seine Geschichte beendet hat, löst er Acorn bei der Wache ab; Hazel möchte nach Boxwood und Speedwell schauen und wie diese mit dem Graben zurechtkommmen. Ehe er jedoch in das Loch gehen kann, trifft er wieder die Maus, welche er vor langer Zeit gerettet hat. Diese fängt in der Heckensprache über alles und jeden zu reden. Wie das Wetter ist, dass ausreichend Futter da ist und macht auch eine Bemerkung darüber, dass Hazels Gruppe lange Zeit abwesend war. Sie freut sich, dass die Kaninchen das Gras kurz halten, weshalb Bigwig nachfragt, warum sie das interessieren würde. Die Maus meint in ihrem fast unverständlichen Kauderwelsch, es wäre vorteilhaft für das Vorankommen und erwähnt eher beiläufig dabei, dass jetzt neue Kaninchen da sind und es jetzt bezüglich des Grases noch besser wird.
Bigwig bemerkt gar nicht, was diese Nachricht bedeutet, weil er alles für Unsinn hält was die Maus redet und will das Thema schon auf die neugeborenen Jungen von Clover lenken. Zum Glück hört Hazel jedoch genauer zu und fragt die Maus, was das mit dem neuen Gehege und den neuen Kaninchen bedeutet. Irritiert fragt die Maus, ob er es nicht weiß und ob diese neuen Kaninchen nicht seine Freunde sind. Drängend und wissbegierig fragt er die Maus, was das zu bedeuten hat. Sie fühlt sich daraufhin eingeschüchtert und beginnt deshalb genau das zu erzählen, was sie glaubt was Hazel hören will. Plötzlich meint sie es gebe keine Kaninchen und diejenigen die hier sind würden ausreichen, weil sie ihre Freunde sind.
Hazel ist kurz am Überlegen und noch immer hält Bigwig für Blödsinn, was die Maus erzählt und will Hazel ablenken. Dieser gibt sich jedoch nicht zufrieden und bittet die Maus höflich darum ihnen als Freund zu erzählen, was er von neuen Kaninchen wüsste. Die Maus beginnt damit, er (ja ist eine männliche Maus) hätte es von einem Bruder gehört, der von einer Goldammer gesagt bekommen hätte, es wären zahlreiche neue Kaninchen in dem kleinen Kar auf der Morgenseite. Doch vermutlich ist das alles Unsinn und wenn er Unsinn redet, hält Hazel ihn vielleicht nicht mehr für einen Freund. Hazel jedoch beruhigt ihn wieder und will von der Maus wissen wo die Kaninchen sein sollen. Wieder spricht sie von dem Kar auf der Ostseite von Watership Down. Hier zahlt sich also auch Hazels scheinbar sinnlose Tat aus, eine Maus vor einem Turmfalken zu retten, denn jetzt hat die Maus sie, wenn auch unbeabsichtigt, vor den Efrafas gewarnt.
Hazel fragt Bigwig nach seinem Rat, doch der hält noch immer für Unsinn was die Maus redet, da sie alles Mögliche erzählen und es fünfmal am Tag ändern würden. Wir haben hier wieder Bigwigs Geringschätzung gegenüber schwächeren Kreaturen, die womöglich Watership Downs Untergang gebracht hätte, wenn er in einer Führungsposition gewesen wäre. Hazel jedoch will die Sache untersuchen und bittet Blackavar und Holly darum die Sache zu untersuchen. Holly ist jedenfalls guter Dinge und denkt das diese Kaninchen sich ihnen anschließen werden und sie deswegen besser hergeholt werden.
Sie sind kaum weg, da kommt Speedwell heraus und verkündet freudig, dass Clover ihren Nachwuchs bekommen hat. Drei Rammler und drei Weibchen. Hazel tadelt Speedwell sarkastisch die Nachricht nicht noch lauter herumzuposaunen, denn die Jungen und die Mutter brauchen Ruhe. Bigwig versteht die Aufregung nicht, denn keiner erinnert sich doch gerne an seine Zeit als Junges, denn da war man noch klein, nackt, taub und blind. Hazel meint jedoch, die anderen Weibchen könnten neugierig werden, weil sie bezüglich Nachwuchs ohnehin schon aufgeregt sind. Sie sollten Clover jedoch lieber nicht weiter stören, nicht das sie noch ihren Nachwuchs auffrisst. Hier zeigt sich wie sehr gut recherchiert das Buch ist, denn das ist ein Verhalten, welches gestresste Kaninchenmütter tatsächlich an den Tag legen. Ein sehr beunruhigendes und verstörendes Verhalten, welches in einer verniedlichten Kindergeschichte mit Sicherheit totgeschwiegen worden wäre.
Bigwig jedoch freut sich, dass sie endlich ein normales Leben führen können, auch wenn er noch immer manchmal träumt er wäre in Efrafa. Jedoch hat er von dort gelernt, dass es wichtig ist ein Kaninchengehege verborgen zu halten. Er würde es jedoch anders angehen als die Efrafas und stattdessen den meisten erlauben das Gehege zu verlassen, wenn sie groß genug sind. Hazel ermahnt jedoch ihn, dass er nicht gehen soll, sonst würde er ihn von Kehaar zurückzerren lassen. Er braucht ihn, um eine vernünftige Owsla aufzubauen. Bigwig ist von der Idee sehr angetan und schlägt einen Überfall auf eine nahegelegene Farm vor. Gerade jetzt, da das Getreide auf den Felder geschnitten ist, würde sich was Gutes finden lassen. Er fragt Hazel, ob er und Fiver dabei wären. Jetzt wäre die Zeit günstig, da der Mensch später die Felder verbrennen wird. Hazel jedoch will warten bis Holly und Blackavar zurück sind.
Diese kommen jedoch just in dem Moment zurück und das sehr schnell, ohne auf Deckung zu achten. Hazel bemerkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Sie werden auch nicht langsamer als die die Löcher erreichen und Holly fängt sofort an zu Stampfen, was natürlich alle in Alarmbereitschaft versetzt. Sofort fliehen sie nach unten. Hazel will wissen, was los ist und kommt auf Holly zu. Dieser befiehlt völlig außer Atem, die Löcher zuzuschütten und jeden unter die Erde zu bringen. Hazel fragt was mit ihm los ist, ob es die Menschen sind. Holly meint jedoch, es sind Efrafas. Zunächst fragt Hazel, ob es Flüchtlinge sind, doch das ist nicht der Fall. Holly und Blackavar sind auf Hauptmann Campion gestoßen und konnten eine wesentlich größere Anzahl an Kaninchen ausmachen, ehe sie zurückgerannt sind. Woundwort ist vermutlich auch dort. Campion ist ihnen wahrscheinlich nur nicht gefolgt, weil er keine anderen Befehle hatte, sonst wäre es mit ihnen wohl aus gewesen.
Blackavar kommt wieder hervor und verkündet, sie müssten das Gehege sofort verlassen und wären wahrscheinlich weit weg, ehe die Efrafas kommen. Hazel jedoch will das nicht. Sie haben das Gehege selbst errichtet und viel dafür durchgemacht. Er will sein Zuhause nicht verlassen. Auch Bigwig ist dafür und wenn er schon sterben muss, so wird er wenigstens noch ein, zwei Kaninchen von den Efrafas mitnehmen. Hazel nimmt auch Hollys Idee auf, die Löcher zuzuschütten. Die Efrafas müssten sie ausgraben und das könnten sie unmöglich bewerkstelligen ohne elil dabei anzulocken, wenn sie so lange im Offenen sind. Vorher müssten sie aufgeben. Blackavar weist jedoch daraufhin, dass die Efrafas niemals aufgeben, er weiß das von seiner Mutter, die bei der Zerstörung von Nutley Copse dabei war. Es wäre das Beste zu gehen. Hazel sagt, er könne gehen, doch er bleibt. Noch dazu wird es unmöglich für Weibchen wie Clover sein weitzukommen, die Jungen hat und Hyzenthlay, welche auch Jungen in sich trägt. Strawberry will auch bleiben, denn er denkt El'ahrairah wird sie alle vor Woundwort beschützen. Und auch wenn er es nicht machen wird, er will trotzdem niemals zurück nach Efrafa gehen.
Sofort beginnen sie mit den Verteidigungsmaßnahmen und schütten die Löcher zu. Aufgrund der Trockenheit und Hitze ist das schwieriger als geplant. Blackberry hat die Idee sämtliche Läufe zu blockieren, welche in die Honeycomb führen. Nur Kehaars Lauf, welcher in den Wald führt wird offen gelassen. Hazel nutzt die Tatsache, dass Woundwort nichts davon weiß, dass Kehaar weg ist und gräbt einiges an Guano sogar wieder aus, um den Anschein zu erwecken, Kehaar wäre noch da.
Nach getaner Arbeit blickt Hazel traurig in den immer dunkel werdenden Himmel. Sein Gemütszustand ist sehr traurig und er fühlt sich hoffnungslos. Auch wenn er sehr entschlossen gegenüber seiner Untertanen gesprochen hat (was in der Situation auch sehr wichtig war), so weiß er dennoch, dass sie keine wirkliche Chance haben. Die Efrafas sind mit Sicherheit sehr erfahren im Ausgraben eines Kaninchengeheges und elil wird sie kaum vertreiben können. Die meisten von ihnen jagen nur um zu töten und würden höchstens ein oder zwei Kaninchen sich schnappen (und mit Wieseln und Hermelinen werden die Efrafas auch persönlich fertig). Hazel weiß jedoch, dass solche Verluste den Efrafas nichts ausmachen. Würde Woundwort getötet werden hätten sie vielleicht eine Chance, doch so lange er da bleibt, würden die Efrafas bis zum bitteren Ende durchhalten. Nichts könnte sie retten, außer eine unerwartete Katastrophe, welche die Efrafas trifft.
Hazel sieht schließlich doch noch einen Ausweg, mit Woundwort zu verhandeln und mit ihm zu einer Einigung zu kommen. Egal, was in Nutley Copse war, es muss möglich sein Woundwort zur Vernunft zu bringen. Die Efrafas können nicht gegen Kaninchen wie Bigwig, Silver und Holly kämpfen ohne selbst Verluste zu erleiden. Hazel hofft also, dass es noch nicht zu spät ist, um Woundwort von einem neuen Plan zu überzeugen, welcher für beide Gehege das beste wäre. Er weiß auch, dass er alleine gehen muss.
Er sucht Bigwig und verkündet ihm seinen Plan. Solange wie er weg ist, soll Bigwig das Oberkaninchen sein. Bigwig versucht ihn aufzuhalten, doch Hazel meint es würde nicht lange dauern und er will nur wissen was Woundwort will. So hoppelt er hinkend über die Böschung in Richtung des Kars, wobei er nach Efrafa-Patrouillen Ausschau hält.

Watership Down Kapitel 41: The Story of Rowsby Woof and the Fairy Wogdog

Hier folgt die letzte El'ahrairah-Geschichte im Buch und sie ist noch einmal mit der ganzen Brillanz und Schläue geschrieben, welche El'ahrairah bisher ausgemacht hat. Ausgerechnet hier verwendet Adams einen Psalm. Dieser spricht davon, dass Gott verwegene Übeltäter bestrafen soll, welche das Volk Israel bedrohen. Sie sollen daran zu erkennen sein, dass sie wie Hunde grinsen und jeden Abend in den Städten herumlaufen. Der Herr soll sie bestrafen. Ich verstehe nicht ganz was Adams' Intention hier ist. Vielleicht bezieht sich der Psalm auf Rowsby Woof, welcher auch ein ziemlich übles Wesen ist und hier praktisch mit Spott und Hohn überhäuft wird. Schwierig zu sagen.

Für die Kaninchen von Watership Down sind es zunächst positive Tage. Es sind die Hundstage und die Kaninchen können es sich erlauben den größten Teil des Tages faul in der Sonne zu liegen. Ihrem Gehege geht es besser als je zuvor. Die Weibchen dürfen endlich graben, was sie mit großer Freude erfüllt. Gerade Hyzenthlay und Thethuthinnang gestehen gegenüber Hazel ein wieviel Unzufriedenheit und Unglücklichkeit in Efrafa ausgelöst wurde, weil ihnen nicht erlaubt wurde zu graben. Das dürfte doch jetzt langsam jegliche Negativdarstellung der weiblichen Kaninchen endgültig wiederlegen, denn ganz offensichtlich gefällt den Weibchen das Graben und es ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens und Ausdruck ihrer Freiheit. Dazu werden Clover und Haystack wohl die ersten Jungen bekommen und können von sich behaupten die Baue für ihre Jungen selbst ausgehoben zu haben.
Blackavar und Holly werden gute Freunde und führen einige Patrouillen durch, wobei sie ihre Erfahrungen hinsichtlich Fährtenlesen und Erkunden austauschen. So können sie Silver zu einem kleinem Unternehmen überreden und plündern in einem Gemüsegarten nahe Kingsclere. Besonders stechen dabei Blackavars Fähigkeiten hervor Dinge zu bemerken und sofort Entscheidungen zu treffen aus dem Nichts, sodass es fast so wirkt als könne er sich unsichtbar machen. Aufgrund der Verstümmelung seiner Ohren ist sein Gehör jedoch auf Lebenszeit eingeschränkt.
Auch zwischen den Rammlern läuft alles halbwegs gut. Obwohl es sechzehn von ihnen gibt und nur zehn Weibchen kommt es nur vereinzelt zu Auseinandersetzungen und die sind nie ernsterer Natur, weil sich jeder darauf besinnt, was sie durchgemacht haben, um jetzt hier zu sein. Bluebell meint zudem, jeder, der unzufrieden ist, kann ja zurück nach Efrafa gehen, was natürlich keiner will.
Die Situation ist so perfekt, sodass Hazel in seiner Position als Oberkaninchen sich fast überflüssig vorkommt. Dann jedoch konfrontiert Holly ihn mit einem Problem, welches er noch nicht bedacht hat, den Winter. Jedoch ist die sommerliche Idylle kaum der Ort und die Zeit um an den Winter zu denken. Hazel hat jedoch sofort einige Ideen. So könnten sie noch tiefer graben und zudem einige Löcher blockieren. Und auch wenn es schwer ist im Winter an Gras zu kommen, so könnten sie es immer noch wagen zusammen mit Holly einen Gemüsegarten zu überfallen. Hazel jedenfalls würde sich damit zufrieden fühlen unter der Erde zu schlafen, Bob-Stones zu spielen und Geschichten zu hören.
Das ist für Fiver der günstige Anlass von Dandelion eine weitere Geschichte zu hören. Zunächst erfahren wir, dass es Bigwigs Flucht aus Efrafa schon in den Kanon geschafft hat, denn Fiver schlägt diese als erste vor. Dandelion hat sie "Woundwort Dismayed" genannt, doch er behält es Bigwig vor diese zu erzählen. Deshalb will Dandelion lieber ein Geschichte mit der Winter-Thematik erzählen, eine, die er bisher nur gehört und noch nie selbst erzählt hat: die Geschichte von Rowsby Wood und dem Fairy Wogdog.

Diese spielt nach dem Erlebnis von El'ahrairah mit dem Schwarzen Kaninchen von Inlé, denn El'ahrairahs neue Schnurrharre werden erwähnt, welche voller Frost sind. Es ist ein harter Winter, sowohl für die Kaninchen als auch für alle anderen Tiere. Die Kaninchen können nur schales Gras essen. Deshalb schlägt Rabscuttle vor, wieder einmal eine riskante Unternehmung zu wagen. In einem Dorf nahe ihres Geheges gibt es einen großen Garten voller Gemüse. Dieser ist der größte der Gegend und wird von einem Mann betrieben, welcher das Gemüse regelmäßig erntet und wegfährt. Umgeben ist der Garten von einem Drahtzaun und der Mann hat ein Gewehr mit dem er häufig Vögel erschießt und aufhäng, die in den Garten gelangen. Dazu wird der Garten von einem schlimmen Hund bewacht, Rowsby Woof. So gesehen ist die Unternehmung ein großes Risiko für El'ahrairah.
Der Hund ist vermutlich ein Puli, da er an jeder Stelle Fell hat, sogar um die Augen und ist das bösartigste, widerwärtigste, verachtenswerteste Vieh, welches jemals einem Menschen gehört hat. Keinem einzigen Tier gönnt er auch nur ein Gemüsestück, obwohl er kein Gemüse frisst. Er hält nicht nur andere Menschen fern, sondern tötet kleinere Tiere, welche dem Gemüse zu nahe kommen. Sobald sich jemand auch nur nähert, fängt er zu Bellen an, sodass schon viele Kaninchen allein deswegen gewarnt wurden und entkamen. Außerdem rühmt er sich damit der größte Rattenfänger allerzeiten zu sein und auch sein Herrchen hat damit schon angeben, sodass Rowsby Woof sehr selbstzufrieden geworden ist. Am liebsten frisst er rohes Fleisch, weshalb er einfach zu riechen ist. Dennoch ist der Gemüsegarten ein gefährlicher Ort.
An der Stelle haben wir ein schönes Beispiel wie die Kaninchen Hunde einschätzen. Sie sind als Raubtiere besonders verachtenswert, weil sie sich so sehr an den Menschen gewöhnt haben. In gewisser Weise bilden sie keine große Gefahr, da sie einfach wahrzunehmen sind, doch da sie meistens die Gemüsegarten bewachen sind sie ein Ärgernis. Auch der Rest der Geschichte zeigt wie verächtlich und geringschätzig die Kaninchen die Hunde halten.
So kommen auch El'ahrairah und Rabscuttle zum Garten, wo sie bereits den Mann und Rowsby Woof sehen. Natürlich hat der Mann wieder eine Zigarette, wodurch er automatisch zu den "bösen" Menschen gehört, also diejenigen, die eine Gefahr für die Kaninchen sind, doch das verwundert bei dieser Geschichte kaum. Sie beobachten jedenfalls, wie er das Gemüse in das Haus bringt. Rabscuttle fragt was er da macht und El'ahrairah erklärt ihm, er würden den Frost aus dem Gemüse entfernen. Das erfüllt mit Rabscuttle mit sehnsüchtigem Verlangen nach dem Gemüse, denn er würde gerne wieder frisches Gemüse essen.
Anschließend wagen sie einen Versuch, weil der Mann und Rowsby Woof am anderen Ende des Gartens sind. Doch Rowsby Woof nimmt sie sofort wahr und jagt sie sofort davon. El'ahrairah ist darüber wütend und schwört noch vor Ende des Winters den Kohl im Haus zu fressen und Rowsby Woof dabei wie einen Idioten aussehen zu lassen. Rabscuttle ist davon nicht wirklich begeistert, den nach allem was sie durchgemacht haben, wäre es doch unsinnig für einen Kohlkopf sein Leben wegzuwerfen. Doch El'ahrairah will wie immer auf seinen Moment warten.
Am nächsten Tag findet Rabscuttle zufällig eine Verpackung, welche von einem Auto fällt. Er ist jedoch enttäuscht darin nur Fleisch vorzufinden und nichts Pflanzliches. Als El'ahrairah davon erfährt, bittet er Rabscuttle ihn dorthin zurückzuführen und sie vergraben das Fleisch zunächst. Rabscuttle will wissen, was es bringen wird, doch El'ahrairah weiß es noch nicht, er wird sich jedoch etwas überlegen lassen.
Auf dem Rückweg finden sie ein Radkappe, welche sich von einem Auto getrennt hat und beißen ein Stück ab. Das furchtbar riechende Ding bearbeitet El'ahrairah die ganze Nacht und formt es zu einer großen Hundeschnauze. Sie kehren wieder zurück zu dem Gemüsegarten, wobei El'ahrairah die selbst gebastelte Hundeschnauze in jedes noch so übelriechende Zeug auf dem Weg tunkt. Hazel erspart uns dabei genauere Details. Sie graben das Fleisch wieder aus und Rabscuttle bringt es mühsam zu dem Gemüsegarten. Dort bemerken sie zunächst, dass der Mann nicht zuhause ist. Im Vorgarten gehen sie zu einem Zaun, welcher den hinteren Teil abtrennt. Dort sehen sie auch Rowsby Woof. Direkt neben dem Zaun ist die Küchentür und daneben ein kleines Loch, welches der Mann dazu verwendet, Wasser nach draußen zu schütten. Dieses ist mit einem kleinen Tuch abgedichtet.
El'ahrairah fängt kurz darauf an in einer tiefen Stimme Rowsby Woof zu rufen und gibt sich als ein Bote der Königin Dripslobber (Was soviel bedeutet wie Speichelgeiferer) aus, welche weit im Osten ihren Palast hat. Beschrieben wird es als ein Ort, wo überall Aas liegt und Dung und die Abwässer offen sind. Hier wird wieder die negative Sichtweise der Kaninchen auf Hunde deutlich, denn sie stellen sich Hunde als Wesen vor, welche die übelsten Gerüche auf der Welt als das Paradies sehen. Rowsby Woof jedenfalls wird neugierig und kommt näher. El'ahrairah verkündet ihm, sein Ruf als Rattenfänger hätte sich herumgesprochen. und er bittet Rowsby Woof näher zum Zaun zu kommen. Dort steckt El'ahrairah die präparierte Gumminase durch die Öffnung und er verkündet er sei der Fairy Wogdog. Rowsby Woof riecht an der übel riechenden Nase ist jedoch hin und weg von dem Geruch, denn es ist verweste Katze und sogar Kamel. Wieder verbindet Rowsby Woof also üble Gerüche mit etwas Besonderem und sogar Aristokratischem. Interessant, dass hier ein Kamel erwähnt wird. Nur durch Zoos und Zirkus können Kaninchen von Kamelen wissen und natürlich weiß keiner der hier Anwesenden was es ist, doch irgendwie ist es in die Folklore gelangt.
El'ahrairah verkündet Rowsby Woof, Königin Dripslobber hätte ihn auserwählt, ihn persönlich zu treffen, doch zuerst muss er sich als würdig erweisen. Der Fairy Wogdog hätte ihm Fleisch mitgebracht, welches sich am anderen Ende des Gemüsegartens befindet. Er soll essen, währenddessen bewacht der Fairy Wogdog das Haus. Für Rowsby Woof ist ein Test in Sachen Vertrauen. Rowsby Woof zögert, weil sein Herrchen ihm befohlen hat das Haus zu bewachen und sofort verkündet El'ahrairah weiterzuziehen in das nächste Dorf, wo es auch einen Hund gibt. Rowsby Woof bittet ihn jedoch sofort darum, ihn nicht zu verlassen und er wird ihm vertrauen. Als er geht, um das Fleisch zu essen. Rabscuttle fragt, ob sie jetzt in das Haus gehen, doch El'ahrairah hält das für ein falsches Spiel und meint sie würden wirklich das Haus bewachen.
Als Rowsby Woof zurückkehrt, verkündet El'ahrairah er würde jetzt zu der Königin zurückgehen und ihr sagen, dass sich Rowsby Woof als vertrauenswürdig erwiesen hat. Sie wird selbst nach ihm senden, um ihn zu ehren. Deshalb soll er nächste Nacht an den Kreuzwegen warten, denn dort wird sie entlangkommen, wenn sie das Wolffestival des Nordens besucht. Rowsby Woof ist schon ganz aufgeregt und er freut sich besonders auf die Aussicht sich vor ihr im Dreck zu winden und zu erniedrigen. Er wird sich für sie komplett zum Sklaven machen und als wahrer Hund erweisen. Hier schwingt eine deutliche Kritik der Kaninchen an dem unterwürfigen Verhalten der Hunde gegenüber dem Menschen mit. Die Kaninchen bringen so erneut ihre Verachtung den Hunden gegenüber zum Ausdruck, denn sie glauben deren größte Leistung ist es, sich zu einem willfährigen Diener zu machen und im Staub zu kriechen.
Am nächsten Abend kommen Rabscuttle und El'ahrairah wieder zurück. Als Fairy Wogdog verkündet El'ahrairah, dass die Königin jetzt auf dem Weg ist. Sie hat auch zwei Begleiter Postwiddle und Sniffbottom. Ich glaube ich muss die Namen nicht übersetzen, sie sprechen für sich und zeigen ein weiteres Mal wie wenig die Kaninchen von den Hunden halten. Rowsby Woof soll gehen, doch es könnte dauern bis die Königin kommt und er solle geduldig sein. Er verkündet wieder, das werde er tun und ihr Bettler sein, ihr Idiot. Das drückt gut aus wie Hunde in den Augen der Kaninchen ihre Ziele erreichen, durch Kriecherei und Unterwürfigkeit.
Als Rowsby Woof weg ist gehen El'ahrairah und Rabscuttle sofort durch die Öffnung neben der Hintertür in das Haus. Sie finden in der Küche ziemlich schnell das Gemüse und den Kohl und fressen sofort los. An der Kreuzung jedoch kommt nach einiger Zeit das Herrchen von Rowsby Woof entlang und ist überrascht seinen Hund hier vorzufinden. Er fragt verblüfft, was er hier zu suchen hat und entscheidet nach einiger Zeit, dass sich sein Hund so sehr gefreut hat, sodass er auf ihn zugekommen ist, um ihn willkommen zu heißen. Zusammen gehen sie nach Hause, doch Rowsby Woof will nicht. Sein Herrchen muss deshalb eine Leine verwenden und nimmt ihn mit nach Hause.
Rabscuttle und El'ahrairah bemerken die Ankunft der beiden gerade noch rechtzeitig und können sich hinter einigen Körben verstecken. In seiner Verwirrung nimmt Rowsby Woof auch nicht den Kaninchengeruch wahr. Der Mann jedoch versperrt ihren einzigen Fluchtweg und bringt das Tuch wieder an.
Schließlich geht der Mann ins Bett, lässt jedoch Rowsby Woof im Haus, weil es zu kalt ist. Dieser will noch immer die Königin treffen und kratzt an der Tür und winselt, dann jedoch schläft er ein. El'ahrairah muss wieder zu einer List greifen und gibt sich erneut als Fairy Wodog aus. Rowsby Woof erzählt ihm, was an der Kreuzung passiert ist und das er die Königin nicht getroffen hat. Das wäre jedoch nicht so schlimm, denn die Königin ist gar nicht gekommen, weil sie schreckliche Neuigkeiten vernommen hat. Er selbst ist hier zu seinem eigenen Risiko und nur, weil er sein Freund ist. El'ahrairah warnt Rowsby Woof vor einer tödlichen Seuche, welche dessen Herrchen befallen wird. 
Einer der zahlreichen bösen Geister aus dem Osten hat sich aufgemacht, um sie heimzusuchen und zwar der schlimmste von allen, der Rattengeist von Sumatra. Ich denke das ist eine sehr bildhafte Umschreibung der Pest, welche auch aus dem Orient eingeschleppt wurde durch Ratten und auch für Hunde gefährlich war. Dieser Rattengeist jedenfalls will ihre edle Königin bekämpfen und benutzt dazu Gift, Seuche und List. Er sendet seinen Rattengobline aus, welche die Krankheit tragen. Er konnte die Königin warnen und blieb hier, um ihn zu warnen, denn die Seuche wird zwar nicht ihn umbringen, aber sein Herrchen. 
Rowsby Woof will umgehend wissen wie er die Seuche besiegen kann. Dafür gibt es einen Zauberspruch. Rowsby Woof muss viermal um das Haus rennen und laut bellen, sodass die Krankheit nicht wirken kann. Das geht jedoch nicht, wenn er eingesperrt ist. Rowsby Woof schreitet sofort zur Tat und bellt so laut er kann. Fluchend wacht der Mann auf und schaut erst durch das Fenster nach Dieben, anschließend nimmt er sein Gewehr und öffnet die Tür. Rowsby Woof springt sofort heraus und rennt um das Haus. Der Mann folgt ihm. Schnell verlassen El'ahrairah und Rabscuttle das Haus und sie bleiben nur kurz im Feld stehen, um zu beobachten wie der Mann Rowsby Woof hinterherrent und ihm befiehlt stehenzubleiben. El'ahrairah verkündet spöttisch er wäre so nobel gewesen sein Herrchen zu retten und hätte sie damit alle gerettet. Anschließend kehren sie zu ihren Bauen zurück.
Im Gegensatz zu König Darzin realisiert Rowsby Woof nie, dass er von El'ahrairah hereingelegt worden ist. Dennoch vergisst er nie die Nacht, wo er auf die Königin gewartet hat. Zwar stellte sich das als Enttäuschung heraus, doch er ist damit zufrieden sein Herrchen vor dem bösen Rattengeist gerettet zu haben.