Montag, 9. Januar 2017

Watership Down (Film) Teil 2: Inhalt

Der Prolog

Die Idee den Film mit der Geschichte von El'ahrairahs Segnung zu beginnen empfand ich schon immer als eine sehr tolle Idee. Wie schon dargestellt, wohnt gerade dieser Geschichte eine solche besondere Tiefe inne, sodass sie sehr gut geeignet ist in diesen Film zu einleiten. Die Probleme der Kaninchen und wie sie entstanden sind wird sofort beleuchtet. Als Elternteil hätte ich mich jedoch schon bei den Worten gefragt "Long ago, the great Frith made the world..." gefragt, ob das hier wirklich ein niedlicher Kaninchenfilm wird. Denn welcher Film beginnt mit Gott und der Erschaffung der Welt. Doch höchstens ernstere, religiöse Filme.
Jedoch trägt der hier veränderte Animationsstil noch dazu bei, dass das ganze wie ein Kinderfilm wirkt. Der Zeichenstil ist sehr primitiv, wirkt archaisch, ein bisschen wie abstrakte Darstellungen bei den Maya oder Azteken. Dies ist noch das Werk von John Hubley, welches es als einziges in den Film geschafft hat. Auch El'ahrairah und seine Freunde sehen noch eher wie Cartoon-Figuren aus. Das wird sich jedoch bald ändern.

El'ahrairah und seine Freunde, als sie alle noch Veganer waren ...

Denn wir wissen vermehren sich die Kaninchen und als El'ahrairah nur verächtlich auf Friths Aufforderung reagiert dem Einhalt zu gebieten, gibt Frith jedem Tier eine Eigenschaft, um sie voneinander zu unterscheiden. Und hier tritt die Änderung ein. Die vormals fröhlich dreinblickenden Tiere sehen plötzlich böse und grimmig aus (auch wenn sie die Kaninchen gar nicht jagen) und besonders furchterregend sehen die zukünftigen Raubtiere der Kaninchen aus.
...doch Gott äh Frith fand, dass es eine blöde Idee war nur Veganer zu erschaffen und verwandelte einen Teil von ihnen in Raubtiere 

Tatsächlich habe ich häufig gelesen, dass hier schon die ersten als Kind Angst bekamen vor der Darstellung der Tausend und schließlich mündet die Szene in das erste kleinere Trauma, wenn die Raubtiere angreifen und ein ganzes Feld voller Kaninchen töten. Zwar hat der Tod derer noch einen etwas cartoonhaft-komischen Charakter, doch es ist schon unheimlich anzusehen wie aus dem lebenden Kaninchen mit einem Mal ein totes, rotes wird.
Auf Wiedersehen liebe, kindliche Unschuld!

Im nächsten Moment wird das auch nicht besser, wenn es heißt, dass El'ahrairah das erste Mal Angst hatte und plötzlich die sehr unheimliche Darstellung des Schwarzen Kaninchens am Himmel auftaucht. Hier hatten viele Kinder dann wohl wirklich Angst, denn das Kaninchen ist so dargestellt wie es unseren Urängsten entspricht: ein schwarzes Wesen mit feurigen Augen, welches bedrohlich vom Himmel herabschwebt.
Nicht vergessen, es erledigt nur seine festgelegte Aufgabe

Anschließend erfolgt die Segnung El'ahrairahs durch Frith wie wir sie aus dem Buch kennen. Ich fand es toll wie auch El'ahrairah dabei seine Cartoonhaftigkeit verliert und zu einem Wesen wird, welches seinem natürlichen Ebenbild näherkommt. Er wirkt viel ernster in dem Moment. Auch schön fand ich die Spiralen an den Hinterläufen, welche andeuten, dass die Kraft und Stärke der Kaninchen in ihrem hinteren Bereich liegen. Dann spricht Frith die berühmten Worte zu ihm, welche auch zu einem Markenzeichen des Films geworden sind (wenn auch ganz leicht abgeändert): " 

All the world will be your enemy, Prince with a Thousand Enemies, and whenever they catch you, they will kill you. But first they must catch you, digger, listener, runner, prince with the swift warning. Be cunning and full of tricks and your people will never be destroyed."

Und schließlich kommt es zu einem genialen Bildwechsel und match-cut. Frith verwandelt sich in die reale Sonne und der primitive Animationsstil wechselt zu einer wunderschönen naturalistischen Darstellung. Dann folgt der Vorspann zunächst mit einem tollen Bild von Watership Down (welches das ikonische Bild geprägt hat von einem hohen Hügel mit einem einsamen Baum) und es folgen weitere wunderschöne Aufnahmen von dem britischen Hampshire, welche wie wir später sehen werden, Stationen der Reise der Kaninchen sind. 
Das Geschehen fokussiert sich schließlich auf Sandleford, wo wir zwei Männer reden hören, ohne das sie jedoch im Bild sind. Dabei wechselt die Perspektive in der Nahaufnahme auf ein Kaninchen.
Albrecht Dürer kann eben auch schon Hazel


Fivers Vision


Dieses Kaninchen ist natürlich Hazel und eher ängstlich kommt auch Fiver hervor, welcher bereits voller düsterer Vorahnungen ist. Die Darstellung der beiden finde ich an der Stelle noch wirklich gelungen. Ungefähr so habe ich mir Hazel und Fiver auch vorgestellt. Auch die Probleme Hazels mit der Owsla von Sandleford wird gut dargestellt.
Schließlich kommt es zu der berühmten Vision, als Hazel und Fiver das Schild finden. Der Prolog hatte schon einige unheimliche Stellen, doch ich glaube das erste richtige Trauma wurde für viele an der Stelle ausgelöst. Mit einer unheimlichen Musikuntermalung sieht Fiver, wie sich das Feld mit blutbedeckt. Komischerweise verwandelt sich dann am Ende der Wald im Hintergrund in ein gespenstisches Geflecht von Ästen, was wohl den bedrohlichen Aspekt noch mehr unterstreichen soll.
Wieviele Eltern wohl in dem Moment dachten? Ach du Scheiße, das werden sehr unangenehme Nächte in den nächsten Wochen, wenn der/die Kleine immer schreiend aufwacht

"Like trees in november!" Ups, falscher Kaninchenbau!


Dann entscheiden sich die beiden direkt das Oberkaninchen aufzusuchen, zuvor verkündet Fiver jedoch schon auf der Wiese, dass sie alle gehen müssten, weil eine große Gefahr auf sie zukommt. Das sind Änderungen, die ich nachvollziehen kann, der Film geht schon fast zehn Minuten und das Treffen mit dem Oberkaninchen brauch nicht unnötig in die Länge gezogen werden.
Auch an der Begegnung selbst zwischen Hazel, Fiver und dem Threarah habe ich nichts auszusetzen. Zuvor lernen wir noch Bigwig und auch Holly kennen, auch die Einführung der beiden wichtigen Charaktere ist gelungen. Der Threarah selbst ist perfekt getroffen, er strahlt die Ruhe und Würde aus, die ihn auch im Buch umgibt, sein hohes Alter ist dennoch spürbar. Bis hierhin habe ich also nichts an dem Film auszusetzen.

Die Flucht aus Sandleford

Das ändert sich jedoch schon, wenn sich die Gruppe zum Aufmarsch bereit macht. Es war mir klar, dass keine große Vorstellrunde stattfindet und das wäre auch lächerlich gewesen. Die meisten sind bereits anwesend als Hazel mit dem Oberkaninchen spricht wie Blackberry, Dandelion, Pipkin und auch Silver. In der Szene erfahren wir jedoch nur die Namen von Blackberry und Dandelion. Noch dazu wollen wesentlich mehr Kaninchen mitgehen als im Buch, unter anderem auch Weibchen.

Also mit der Menge an Kaninchen hätte Hazel sich später den Trip nach Efrafa sparen können

Diese Änderung hat jedoch keinen wirklichen Einfluss, denn die Owsla ist im Gegensatz zum Buch, wo sie nur mit dem Desertieren der Owsla-Mitgliedern unzufrieden war, dafür zuständig die ganze Gruppe wieder einzufangen. Untermalt von einer militärischen Musik, die mich immer sehr stark an Star Wars erinnerte, fangen die Owsla einen großen Teil der Kaninchen wieder ein, sodass Hazels Gruppe deutlich geschrumpft ist. Und mit deutlich meine ich deutlich. Speedwell, Acorn, Hawkbit und Buckthorn sind nämlich überhaupt nicht in dem Film vorhanden. Ich kann es bei Speedwell, Acorn und Hawkbit noch halbwegs verstehen, sie waren auch im Buch fast unbedeutende Nebencharaktere, bezeichnet immer als die Gewöhnlichen (rank-and-filers). Buckthorn hingegen habe ich schon, gerade weil er zwischen Outskirter und Owsla stand schon als wichtigen Charakter wahrgenommen, auch wenn seine Bedeutung zum Schluss hin etwas nachlässt. Jedoch, und das ist mein Problem mit der Zusammenstellung: außer vielleicht Blackberry lernen wir keinen der anderen wirklich näher kennen oder besser zu verstehen wie im Buch. Silver, Pipkin und sogar Dandelion bleiben nahezu ähnlich blass wie Speedwell und Acorn im Buch, weshalb man auch gut und gerne die vier fehlenden Kaninchen mit dazugenommen hätte. Statt denen ist jedoch ein Weibchen dabei, Violet. Auf diese wartet jedoch ein ganz besonderes Schicksal.
Bigwig hingegen schließt sich ihnen erst an, als sie schon auf der Flucht, vermutlich um den dramatischen Effekt zu erhöhen und nicht, weil er unzufrieden mit der Owsla ist. Holly jedoch hält sie ab, greift Hazel an, wird dabei jedoch von Bigwig attackiert. Erst dann entscheidet sich endgültig, dass Bigwig bei ihnen mit dabei ist. Eine kleine Änderung, die jedoch nicht groß ins Gewicht fällt, doch mir fehlen bereits hier die stillen Konflikte, die um die Führerschaft der Gruppe entflammen und denen sich Hazel geschickt annimmt, wobei er Bigwig nie vor den Kopf stößt.

Der Wald und die Überquerung des Flusses

Die folgenden Szenen spiegeln die Romanvorlage doch ganz gut wieder, sogar der Dachs hat seinen unheimlichen Auftritt. Die Geschichte über El'ahrairah wird natürlich weggelassen, weil sie schon im Prolog das Thema war.

Ein lendri oder wie wir Menschen sagen Dachs

Die Überquerung des Flusses als erstes großes Hindernis ihrer Reise, weil Fiver und Pipkin nicht schwimmen können, ist auch ganz gut. Hazel setzt sich für die Kleinen ein, während Bigwig ähnlich egoistisch verkündet, wer es nicht schafft wird sterben. Der Hund wurde etwas abgeändert und läuft jetzt einfach so durch sein Herrchen frei herum und kommt sogar bis an das Flussufer. Im Buch sieht ihn bekanntermaßen nur Bigwig und es ist noch nicht einmal sicher, ob der Hund wirklich ihre Fährte aufgenommen hat.
Etwas irritiert hat mich während der ganzen Szene nur, als Fiver beim ersten Sprung auf das Brett springt und im Wasser landet. Er wird dann von Blackberry gerettet. Die Szene hat etwas unfreiwillig Komisches und negiert etwas den sonst so ernsten Charakter. Das wäre eigentlich ein Pluspunkt des Films, doch da die meisten dieser bedrohlichen Szenen für Kaninchen sehr ernst gemeint sind, wirkt diese deshalb etwas deplatziert. Das ist aber auch der einzige leichte Kritikpunkt. Schlimmer wird es erst ab jetzt.

"Violet's gone"

Und dann kommt der Moment an dem der Film die Buchvorlage schlicht einfach verrät, ich kann es nicht anders ausdrücken. Während die nächsten Szenen, auch dank der Musikuntermalung, noch ziemlich genial sind und die Überquerung der Straße wieder so ein humoristischer Moment ist, der wieder wie Fivers Sturz ins Wasser ein bisschen deplatziert wirkt (wobei der Begriff "hrududu" eigentlich in jedem Kontext lustig ist), kommen sie in das Bohnenfeld.
Hier entscheidet sich Violet, das einzige Weibchen der Gruppe, während sie sich ausruhen, im Offenen an einer Pflanze zu knabbern. Fiver erwacht just in dem Moment und schon sein bestürzter Blick lässt nichts Gutes erahnen. Dann setzt eine unheimliche Musik ein und schon im nächsten Moment ist Violet von einem Habicht geschnappt worden. Fiver kann den anderen nur traurig verkünden, dass Violet tot ist.
Warum ich so meine Probleme mit der Szene habe? Sie verrät zunächst die Buchvorlage, weil es Hazels größter Verdienst ist, weshalb er auch später als Oberkaninchen anerkannt wird, dass er alle seine Kaninchen heil von Sandleford Warren nach Watership Down bringt. Trotz all der Gefahren und dem Ungewissen geht niemand verloren. Es fühlt sich somit blöd an zu sehen, wie hier eines seiner Mitglieder durch Unvorsichtigkeit stirbt, denn das setzt Hazels Erfolg später doch ziemlich herab. Auch wenn es ein erfundener Charakter ist und mit Violet das einzige Weibchen stirbt, was ja die Gruppe noch vor ziemliche Probleme stellt.
Desweiteren gefällt mir hier Fivers Verhalten nicht. Er spürt die Gefahr deutlich vorher und Kaninchen warnen sich durch Stampfen, doch Fiver wirkt als wäre er tharn und von ihm kommt noch nicht einmal ein Aufschrei. Er schaut still und entsetzt zu, wie eine seiner Gefährten stirbt. Das passt nicht so recht dazu wie die Gruppe im Buch zusammenhält. Vergleichen wir es mit dem Buch, ist das die Stelle an der der Rabe Pipkin angreift. Hazel und Silver schaffen es zusammen den Raben davon abzubringen Pipkin zu attackieren. Ehrlich gesagt hätte ich mir hier eine solche Szene auch erhofft.

Äh, Fiver, wie wäre es mit Stampfen, Rufen oder so? Du hättest mich vor einem Kindheitstrauma mehr bewahrt und deine Gruppe vor Efrafa

Und natürlich ist es traurig, weil Violet eine so süße Stimme hat und deshalb sehr niedlich rüberkam. Die Sprecherin wird komischerweise im Abspann nicht erwähnt, obwohl sie mehr Dialogzeilen hat als Lucy, die Katze oder sogar Silver. Natürlich ist die Szene für die Kinder damals ein weiteres Trauma gewesen, denn hier wird gezeigt wie von einem auf dem anderen Moment einfach eines der Kaninchen weg ist. Noch dazu setzt gleich darauf eine supertraurige Musik ein, die auch "Violet's Gone" heißt. Aber so groß scheint die Trauer dann doch nicht zu sein, denn Violet wird von den anderen für den Rest des Films mit keiner Silbe mehr erwähnt, das berühmte Vergessen, welches die Kaninchen vor schlimmen Traumata bewahrt.

Das Gehege der Schimmernden Drähte


Bevor wir zu dem Gehege der Schimmernden Drähte kommen, folgen noch einige eigenartige Szenen. So hören wir am Ende der Violet-Szene einen Schuss, welcher sehr deplatziert wirkt, da wir die Reaktion der Kaninchen auf den Schuss nicht zu sehen bekommen. Anschließend folgt die Szene mit dem Angriff der Ratten in der Scheune, ja der folgt schon jetzt und nicht wie im Buch erst kurz bevor sie Watership Down erreichen. Müsste ich einen anderthalb Stunden Film aus Watership Down drehen, wäre das für mich eine klare Streichszene. Sie wird im Buch sogar nur aus als Rückblende erzählt und hat jetzt keinen großen Mehrwert für die ganze Story. Es ist eben der erste Moment, wo die Kaninchen nach den traumatischen Erlebnissen mit Bigwig in der Schlinge zusammenarbeiten, um aus der Situation zu kommen, wobei Buckthorn und Silver kämpfen und den anderen den Rücken decken. Dabei wird Buckthorn sogar übel gebissen. Hier im Film folgt jetzt eine eher chaotische Szene, wo die Kaninchen in der Scheune (die eine Gruft ist) vor den Ratten davonrennen und dabei ein heilloses Chaos anrichten. Die Szene hat somit eher Cartoon-Charakter, könnte als musikalische Unterhaltung auch das Benny-Hill-Theme haben und hat wirklich keinerlei Mehrwert für den Film. Sie wirkt eher irritierend in ihrer Slapstick-Haftigkeit.
Das was eigentlich angesprochen werden müsste, passiert fast überhaupt nicht: die zunehmende Unzufriedenheit der Gruppe mit Hazel, nachdem sie sich durch die ungemütliche Heidelandschaft begeben. Im Film gibt es dazu nur eine kurze Szene, wo ausgerechnet Pipkin zurückwill, der im Buch immer der loyalste zu Hazel ist und ihn in jedem seiner Entschlüsse folgt. Auch die anderen äußern kurz ihren Unmut, werden jedoch dabei von Cowslip unterbrochen.

 Auftritt Cowslip 

Es folgt die erste größere Enttäuschung in meinen Augen, denn Cowslip und seine seltsamen Gefährten, die so völlig anders sind als gewöhnliche Kaninchen und alles im Überfluss haben, aber doch in ihrem Herzen sehr traurig wirken, ist eine der Schlüsselszenen im Buch. Hier erleben wir es wie das komplette Kennenlernen, das Eingewöhnen, Fivers Furcht vor dem Ort, das seltsame Verhalten der Kaninchen, die Kunstwerke, die Gedichte, das flay-rah-Transportieren mit dem Maul, das Ausweichen der "Where?"-Fragen und schließlich und letztendlich Silverweeds Gedicht wird auf ein absolutes Minimum gekürzt, sodass diese Szene auf keinen Fall die Wirkung hat wie im Buch. Strawberry, Nildro-hain und Silverweed wurden gleich komplett gestrichen. Tatsächlich ist Cowslip, der einzige von ihnen der spricht und der auch Silverweeds Gedicht vortragen darf, immerhin eine Zeile.

Hey Fiver du Kunstbanause, das Gedicht hat noch drei Verse!

Die ganze gespenstische Atmosphäre kommt in den wenigen Momenten überhaupt nicht rüber und auch Fivers Bedenken wirken in dem Zusammenhang längst nicht so unheimlich. Zwar fallen die gleichen Sätze wie im Buch - Pipkins Vergleich mit den Bäumen im November, das Problem der "Where?"-Fragen und auch Fivers Worte, dass sie in Nebel gehüllt sind und getäuscht werden, - doch sie wirken nur wie leere Hüllen ohne Aussagekraft, weil der Film sich nicht die Zeit nimmt auch nur einen dieser Aspekte näher auszuführen. Das ganze Mitleid mit den Kaninchen dort bleibt komplett auf der Strecke, denn die Szene stützt sich natürlich voll und ganz auf den brutalen Moment: Bigwig in der Schlinge.
Nur fünf Minuten nach ihrer Ankunft ist nämlich Bigwig bereits in der Schlinge gefangen und diese Szene ist in ihrer Brutalität mit dem Blut, welches aus Bigwigs Maul läuft natürlich ein weiterer Trauma-Auslöser. Sie ist natürlich gelungen und viel zu düster für Kinder, da im Detail gezeigt wird wie Bigwig qualvoll erstickt und nur geradeso überlebt, doch die Schlinge an sich war nie die Quintessenz der Kern des Geheges der Schimmernden Drähte, es waren seine Bewohner, die ein trauriges Leben führen, von den ursprünglichen Wegen der Kaninchen abgewichen sind und jetzt immer mit der Angst im Hintergrund leben die nächsten zu sein, die in der Schlinge landen. Es fehlt jedoch jegliche Bindung zu diesen Kaninchen, so ganz ohne Strawberry oder Silverweed und Cowslip zählt nicht wirklich, denn der ist der verachtenswerteste von diesem Haufen.
Zumindest gestehe ich dem Film zu, dass das Erlebnis mit der Schlinge für die Gruppe die richtigen Folgen hat: Fivers Rat wird von Bigwig und dem Rest der Gruppe akzeptiert, wenn auch längst nicht so deutlich wie im Buch.

Nuthanger Farm, Holly? Irgendwas stimmt da doch nicht

Zumindest entschädigt die nächste Szene für das Debakel mit dem Gehege der Schimmernden Drähte. Der erste Blick der Gruppe auf Watership Down ist einfach nur eine tolle Szene und sieht immer wieder wunderbar aus.

Einfach nur schön!

Zuvor jedoch fällt der Film wieder aus der Reihe und schiebt zwei Szenen dazwischen, welche eigentlich erst nach dem Erreichen von Watership Down erfolgen. In der ersten wird der Besuch der Nuthanger Farm durch Hazel und Pipkin bereits vorweggenommen. Er findet die Stallkaninchen also bereits eher und auch die Szene mit der Katze ist dabei. Wieder eine der Szenen der Kategorie, die lustig wirkt, jedoch in dem sonst so ernsten und düstern Film ein wenig deplatziert wirkt.
Und es folgt sogleich die nächste deplatziere Szene, denn in einem Graben treffen die Kaninchen auf Holly. Ich finde diese Änderung nicht ganz so schlimm. Dann jedoch folgt die für viele wohl schlimmste und traumatischste Szene des Films. Holly erzählt davon wie Sandleford Warren zerstört wurde. Es folgen düstere Bilder wie Löcher zugeschüttet werden, Kaninchen haufenweise in den Erdlöchern hängenbleiben und qualvoll ersticken. Auch das Gift ist dabei. Und schließlich folgt noch eine psychedelische Szene wie die Bagger die Erde aufreißen und dabei Blut hervorquillt und tote Kaninchen in die Luft geworfen werden. Zwar erreicht diese Rückblick nicht ganz den Horror der Erzählung im Buch, ist jedoch auch so schon schlimm genug. Für viele mit Sicherheit Platz 1 der schlimmsten Szenen aus dem Film, doch mein persönlicher Favorit wird (leider) noch kommen.


Anschließend folgt jedoch einer der größten Fehler des ganzen Films. Es wird nämlich offenbart, dass Holly bereits bei den Efrafas gewesen ist. Das passt zeitlich hinten und vorne nicht, denn dazu hätten Holly zunächst Hazels Gruppe überholen müssen und dann nach seiner Flucht sich wieder direkt auf ihre Fährte begeben müssen, ohne das er dann gewusst hätte wo diese zu suchen ist. Noch dazu ist auch die Zeit absolut falsch, denn von Sandleford bis Efrafa hätte Holly mit Sicherheit mehrere Wochen gebraucht, während im Film lediglich einige Tage bis jetzt vergangen sind.
Passend dazu folgt auch eine Erinnerung Hollys an Efrafa, die wie wir später sehen kein bisschen mit der restlichen Handlung zusammenpasst. Zunächst einmal ist die Stimmung in Efrafa mit den überfüllten Bauen und den böse dreinblickenden Owsla sehr gut gelungen. Die Brutalität der Efrafas wird direkt unterstrichen, indem die Owslafa einem der Kaninchen direkt die Ohren leicht zerfetzen, nein es ist nicht Blackavar, aber ich wünschte es wäre so, wenn ich daran denke was mein Lieblingscharakter in dem Film noch alles zu erleiden hat. Jedenfalls erfolgt in der Szene noch Hyzenthlays Anliegen vor General Woundwort, ein anderes Gehege aufzusuchen, weil sie überfüllt sind. Geschickt wird Woundwort dabei im Schatten gehalten, wobei leider schon eines seiner äußerlichen Merkmale deutlich wird, welches im Unterschied steht zur Buchvorlage: er ist auf seinem linken Auge blind, warum auch immer. Trotzdem trägt diese Szene dazu bei seine Bedrohlichkeit hervorzuheben. Es ist auch schön zu sehen, wie bei seinen Worten, als er Hyzenthlay fortschicken lässt und Campion damit beauftragt sie im Auge zu behalten, Holly zittert. Eigentlich erhält Efrafa und General Woundwort hier, zwar völlig falsch platziert, eine wunderbare Einführung aus der jedoch später leider überhaupt nichts gemacht wird.
Ob so ein Auge nicht irgendwie hinderlich ist beim Kämpfen?


Watership Down

Zumindest das Ende der ersten Hälfte des Films ist dann wunderbar gelungen. Die Kaninchen erreichen endlich Watership Down und musikalisch untermalt mit dem besten Stück des Filmes "Climbing the Down" erreichen sie endlich ihr Ziel. Die Szene wie sie alle zusammen oben die restliche Gegend überblicken ist auch ein Markenzeichen des Films und auf vielen DVD-Covern oder Videohüllen abgedruckt.

Ein Bild für die Ewigkeit! Hmm, warum ist gleich noch mal auf dem offiziellen DVD-Cover Bigwig in der Schlinge abgebildet?

Damit endet auch der erste Teil des Films, der trotz einiger Schwächen noch der bessere Teil ist, denn es wird im zweiten Abschnitt nicht wirklich besser, eher im Gegenteil.

Watership Down (Film) Teil 1

Natürlich wurde Watership Down bei dem großen Erfolg auch adaptiert, so soll auch dieses Jahr (2017) eine vierteilige Miniserie von BBC herausgebracht werden, welche bei Netflix zu sehen sein wird. Ein Datum für die Ausstrahlung der ersten Folge ist jedoch zurzeit noch nicht bekannt.
Wesentlich populärer und wahrscheinlich sogar bekannter als das Buch selbst ist der Zeichentrickfilm, welcher 1978 von Martin Rosen produziert wurde. Ursprünglich sollte John Hubley die Regie führen, doch der verstarb 1977 noch während der Dreharbeiten. So übernahm Rosen die Aufgabe des Regisseurs und des Produzenten. Am 19. Oktober 1978 kam er in die Kinos und wurde ein sofortiger Erfolg in Großbritannien und wurde auch überregional schon bald populär.

Liest man sich durch diverse Kritiken und Meinungen zu dem Film so dominieren zwei Lager. Die einen sehen den Film als wunderbar animierten, sehr ernsten und tiefgründigen Film, welcher bei ihnen ein neues Verständnis von Natur und deren Lebewesen sowie der Umgang des Menschen mit der Natur gegeben hat. Diese preisen den Film in höchsten Tönen und bewundern gerade seine Düsterkeit und werden auch emotional von den traurigen Szenen mitgerissen.
Das andere Lager besteht bevorzugt aus Leuten, welche den Film als Kinder gesehen haben und von ihm zutiefst traumatisiert worden sind. Durch ein unfassbares, nicht verständliches Versagen der USK sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland ist der Film bereits ab sechs Jahren freigegeben. So dachten damals viele Eltern mit Watership Down einen schönen, netten Animationsfilm zu sehen mit kleinen, niedlichen Kaninchen (oder fälschlicherweise gerade im Deutschen sehr oft: Hasen) und setzten die armen Kinder völlig unbeschwert vor den Fernseher. Tatsächlich ist der Film nichts für Kinder. Verstörende Szenen tauchen zuhauf auf. Der Tod einiger Kaninchen wird sehr detailliert gezeigt und besonders die Kämpfe zwischen den Efrafas und den Watership-Down-Kaninchen erreichen in ihrer blutigen, brutalen Darstellung das Niveau mancher Horrorfilme. So erging es unter anderem auch mir, doch ich bin längst nicht der einzige, was zahlreiche Kommentare, Rezensionen, Meinungen und neuerdings auch Memes belegen. Erst letztes Ostern 2016 hatte die Ausstrahlung des Films auf Channel 5 in Großbritannien wieder für große Kritik und Kontroversen gesorgt. Am besten fast die Erfahrung mit Watership Down in zu jungem Alter dieses Video zusammen:



Für die einen also ein zeitloser Klassiker, für die anderen ein Kindheitstrauma bleibt eine Frage meist unbeantwortet: Ist es eine gelungene Adaption des Buches? Und hier muss ich leider sagen, nein. Ohne Kenntnis des Buches, womit ich den Film viele Jahre lang auch kannte, würde ich sagen es ist ein düsterer, aber sehr schön gemachter Film mit einer großen Tiefgründigkeit und auf keinen Fall geeignet für Kinder.
Doch jetzt kenne ich das Buch und deshalb bleibt besonders ein Kritikpunkt an dem Film hängen: Er ist zu kurz. Die Handlung von 470 Seiten wird versucht in anderthalb Stunden zu pressen, wobei alle Ereignisse aus dem Buch mit aufgenommen werden (Ausnahme: die Geschichten von El'ahrairah außer der Segnung). So ist der Film zwar sehr nahe am Buch, doch rauscht durch die Schlüsselereignisse eher hindurch und streift sie nur marginal, ohne dabei jedoch den Kern zu treffen. Ich werde das noch ausführlich darlegen. Meiner Meinung nach am besten hat diese Rezension diesen Hauptkritikpunkt beschrieben: Raving Sanity
Es bleibt natürlich die ewige Frage, ob sich Adaptionen am Original messen müssen oder ob sie auch einen eigenen Weg gehen dürfen. Ich bin da sehr strikt (weshalb mir auch viele hochgelobte Adaptionen nicht gefallen, ganz besonders Game of Thrones) und meine ja, wer ein Buch verfilmt sollte mindestens die Quintessenz des Buches auf die Leinwand bringen, das muss nicht das detailgetreue Zeigen jeder einzelnen Szene und die wortwörtliche Wiedergabe jeder Dialogzeile, aber zumindest die Atmosphäre des Buches muss im Film wieder erkennbar sein, sonst ist es für mich keine gute Verfilmung. Ausnahme ist hierbei, wenn der Film es schafft eine eigene, neue Atmosphäre zu erzeugen, die mich auch überzeugt, aber das passiert nur sehr selten. Bevor ich jedoch zum Inhalt komme einige Bemerkungen zu Animation, Musik und Darsteller.

Animation

Watership Down zeichnet sich durch eine wirklich wunderbare Animation aus. Außer dem Prolog, wo eine etwas primitivere Form verwendet wird, um den archaischen und mythischen Charakter besser einzufangen, werden durchweg äußerst realistische Zeichnungen verwendet. Diese stellen sehr detailliert die britische Landschaft da und tragen definitiv zur Atmosphäre bei, denn sie sind ausgesprochen liebevoll gestaltet.


Auch die Kaninchen sind in der Hinsicht gelungen. Sie sind nicht cartoonhaft, sondern fügen sich in die Landschaftszeichnungen perfekt ein und behalten auch ihre kaninchenartigen Züge bei. Das führt natürlich dazu, dass den Kaninchen nur wenig Mimik zugestanden wird, auch wenn sie gewisse Emotionen wie Freude, Trauer, Angst und Aufregung dennoch vermitteln können. Auch wenn die Zeichner versucht haben Farbnuancen bei der Fellfarbe hereinzubringen und die Kaninchen sich durch Größe oder Gewicht unterscheiden, so passiert es leider dennoch zu oft, dass sie manchmal nicht voneinander zu unterscheiden sind. Ganz besonders schlimm ist es mit Efrafa, denn bis auf Woundwort und Blackavar sehen sie nahezu alle gleich aus. Außerdem treten in manchen Szenen seltsame Farbveränderungen auf.

Blackavar, wohl eher Greyavar

Alles in allem ist die Animation jedoch sehr gut gelungen und ist definitiv ein Pluspunkt des Films.

Musik

Großen Bekanntheitsgrad erlangte der Film besonders durch ein Musikstück: "Bright Eyes", welches von Mike Batt geschrieben und Art Garfunkel gesungen wurde. Für viele ist es neben der Brutalität die erste Assoziation mit Watership Down. Auch ich empfinde das Lied als sehr schön und traurig und passt zumindest zur Atmosphäre des Films, wenn ich auch bei der Platzierung des Titels im Film so meine anderen Ansichten habe. Jedoch sind längst nicht alle von "Bright Eyes" begeistert, ausgerechnet Richard Adams selbst hat das Stück gehasst.
Auch besteht der Film aus vielen nicht gesungenen Musikstücken, welche alle von Angela Morley komponiert wurden. Sie fangen oft die Stimmung sehr gut ein und besonders "Climbing the Down", welches nur zweimal gespielt wird (in der Mitte und am Ende des Films) gefällt mir sogar noch besser als "Bright Eyes". An manchen Stellen ist jedoch die Musik mir auch ein Stück zu traurig oder melancholisch gewesen. So kommt irgendwie auch in Szenen, wo die Kaninchen einmal nicht in Gefahr sind, sondern nur friedlich im Gras liegen keine wirkliche freudige Stimmung auf. Ein trauriger Grundton schwingt immer mit.
Insgesamt jedoch ist die Musik ein klares Plus.

Darsteller

Viele bekannte Darsteller leihen den Kaninchen ihre Stimme. Hazel wird von John Hurt gesprochen, Fiver von Richard Briars und Bigwig von Michael Graham Cox. In seiner letzten Rolle als Schauspieler vor seinem Tod spricht Zero Mostel Kehaar. Passend wurde auch für Woundwort ein Sprecher gefunden, der bevorzugt militärische Rollen in Filmen gespielt hatte: Harry Andrews.
Insgesamt klingen die Stimmen sehr angenehm und wissen zu überzeugen, auch wenn in manchen Szenen etwas die Emotionen fehlen. Andererseits kann das auch daran liegen, dass Kaninchen keine Wesen sind, die ihre Emotionen durch Sprache deutlich zum Ausdruck bringen.

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 8. Januar 2017

Watership Down: Epilogue

Alles kommt zum einem Ende, so auch Watership Down und es ist die Definition eines bittersüßen Endes, das zeigt sowohl das Shakespeare-Zitat als auch das von Lewis Carroll aus Through The Looking Glass. Für den Leser endet hier eine tolle Geschichte, die einen Teil seines Lebens bestimmt hat und nicht nur mir sehr viel gegeben hat.

Wir erfahren also, dass Wildkaninchen laut Lockley in der Wildnis zwei bis drei Jahre alt werden, tatsächlich werden sie aber wohl älter, teilweise bis sieben oder sogar neun Jahre. Hazel jedoch wird natürlich älter als der Durchschnitt und erlebt viele tolle Sommer und lernt die Jahreswechsel auf den Downs kennen. Viele neue Kaninchen kommen hinzu und bei den Geschichten, die erzählt werden, weiß er bald gar nicht mehr, ob er der Held ist oder jemand anderes.
Das neue Gehege zwischen Watership Down und Efrafa auf dessen Idee er gekommen ist als er einst Woundwort und seine Armee konfrontierte, wird Wirklichkeit mit Groundsel als dem ersten Oberkaninchen. Er verzichtet auf die Markierungen und nur gelegentlich gibt es eine Weite Patrouille. Auch Campion leistet seinen Anteil und schickt Kaninchen in dieses neue Gehege und zwar unter der Führung von Hauptmann Avens, der seine Aufgabe in dem neuen Gehege auch sehr gut erfüllt.
Woundwort wird tatsächlich niemals gefunden, weder von Kehaar (der auch gar nicht nach ihm schauen will), noch von jemand anderen. Dennoch glauben viele wie Groundsel, dass er vielleicht noch irgendwo lebt und sein wildes Leben fortsetzt im beständigen Kampf mit den elil. Schon bald jedoch vergessen die Kaninchen auch, ob sie von einem Efrafa-Elternteil abstammen, was besonders Hazel freut, doch Woundwort wird nicht vergessen. Es gibt die Legende von einem großen Einzelgänger in den Downs, welcher eine Owsla von Mäusen anführt und zum silflay in den Himmel geht. Einige glauben sogar, dass Woundwort wiederkommen wird, wenn ihnen große Gefahr droht und er für diejenigen kämpfen wird, die an ihnen glauben. Für die Jungen hingegen wird Woundwort zu einer Schreckensgestalt aufgebaut und zu einem pädagogischen Mittel. Wenn sie nicht artig sind, so wird Woundwort sie holen, welcher ein Cousin des Schwarzen Kaninchens von Inlé ist. Das ist Woundworts Monument in der Kaninchen-Folklore und der Autor meint keines, welches ihm ungerecht wird.

An einem kühlen Morgen im März erwacht Hazel in seinem Bau, wo er die letzte Zeit häufiger verbringt, weil er längst nicht mehr so gut riechen und rennen kann. Er hat geträumt von blühenden Holunderbäumen und Regen und ist überrascht ein anderes Kaninchen in seinem Bau vorzufinden. Normalerweise hätte ihn die Wache am Eingang zu seinem Lauf darüber Bescheid geben müssen, doch Hazel ist es einerlei. Er fragt, ob der Neuankömmling mit ihm reden möchte. Dieser sagt ja, deshalb wäre er gekommen und fragt, ob er ihn kenne. 
Hazel antwortet eher unüberlegt und hofft, dass ihm der Name des Kaninchens noch einfallen wird. Dann jedoch bemerkt er die leuchtenden Ohren und weiß sofort mit wem er es zu tun hat. Er bekräftigt seine Aussage noch einmal mit einem "Yes, my lord." Natürlich ist es niemand anderes als El'ahrairah, der Hazel persönlich aufgesucht hat.
Ich denke die nächsten Worte stehen wirklich für sich und deshalb zitiere ich sie direkt:
"You've been feeling tired," said the stranger, "but I can do something about that. I've come to ask whether you'd care to join my Owsla. We shall glad to have you and you'll enjoy it. If you're ready, we might go along now." 

Es ist wirklich die höchste Ehre, die Hazel erhalten konnte. Er wird nicht nur von El'ahrairah persönlich abgeholt, sondern erhält sogar einen Platz in seiner Owsla, wo nur die listigsten und klügsten Kaninchen hinkommen. Das zeigt was Hazel in seinem Leben geleistet hat.
Hazel ist natürlich bereit mitzugehen und zusammen verlassen sie den Bau, ohne das die Wache den Neuankömmling bemerkt und trotz der Kälte sind einige der Kaninchen draußen und machen silflay. An der Böschung lässt Hazel schließlich seinen Körper zurück. Ehe er jedoch El'ahrairah weiter folgt, blickt er auf die Kaninchen zurück, welche unter ihm silflayen und spürt wie Stärke und Geschwindigkeit unerschöpflich in ihre jungen Körper fließt. El'ahrairah hat auch hier die passenden Worte parat:
"You needn't worry about them", said his companion. "They'll be all right - and thousands like them. If you'll come along, I'll show you what I mean."

Das reicht für Hazel als Bestätigung. Er weiß, dass es seinen Kaninchen immer gut gehen wird, dasjenige was ihm am wichtigsten ist und kann deshalb endgültig vom Leben loslassen und El'ahrairah folgen. Es ist schon sehr traurig, aber auch sehr schön zu sehen, wie Hazel, der so viel erreicht hat in seinem Leben, in einem hohen Alter gehen darf mit der Gewissheit, dass er tausenden von Kaninchen eine Zukunft gegeben hat. Seine Belohnung ist ein ruhiger, friedlicher Tod und die Aufnahme in die Owsla ihres größten Helden. Symbolisch endet Watership Down dann schließlich damit, dass er El'ahrairah durch den Wald weiter folgt, wo die ersten Schlüsselblumen blühen, womit der Kreis zum Anfang geschlossen ist. Dort kündigten die verwelkten Schlüsselblumen den Tod dutzender Kaninchen an, hier stehen die Schlüsselblumen dafür, dass tausende Kaninchen auf Watership Down leben werden.

Watership Down Kapitel 50: And Last

Das letzte offizielle Kapitel von Watership Down und es deutet das an, was sich alle erhofft haben, das Gehege floriert und neues Leben kommt hinzu. Dennoch bezieht sich das Zitat aus Jane Austens Roman Northanger Abbey sehr wahrscheinlich auf Groundsels Aussage zu Woundwort. Ähnlich wie der hier beschriebene General trotz seiner unfairen Einmischung Schaden angerichtet hat, hat er dennoch die Glückseligkeit der Leute nicht zerstören können und ihren Bund füreinander verstärkt, sowie Woundwort von Groundsel als positiv empfunden wird. Als kleine Randnotiz, Northanger Abbey ist eine Satire auf die Gothic-Romane des 18. Jahrhunderts und wurde erst 1818 nach dem Tod von Jane Austen veröffentlicht. Der hier beschriebene General ist der Vater der Hauptperson Catherine.

Es ist Oktober und sechs Wochen sind vergangen seit der dramatischen Schlacht um Watership Down. So langsam bereitet sich die Natur um Watership Down auf den Winter vor. Viele Pflanzen sind schon verwelkt, es sind kaum noch Tiere auf der Wiese, die Wälder sind umgepflügt und von dem Buchenwäldchen fallen rote und gelbe Blätter hinab. Adams beschreibt sehr gut, dass der Winter für die Tiere eine große Herausforderung ist und nicht wie für gewöhnliche Menschen, die trotzdem alles haben was sie brauchen. Sehr schön ist dabei der Satz: "Many human beings say that they enjoy the winter, but what they really enjoy is feeling proof against ist." Tiere leiden für gewöhnlich im Winter und auch wenn das Kaninchen vielleicht noch besser ergeht als anderen, so müssen auch sie harte Zeiten durchmachen. Ihr Futter ist stark begrenzt, oftmals können sie nur Kügelchen kauen und im Winter breiten sich auch Krankheiten viel eher aus. Nur die starken und widerstandsfähigen überstehen den Winter.
Dennoch kann ein Kaninchenbau auch warm und gemütlich sein und deshalb ist der Winter sogar eine geeignetere Paarungszeit als der Spätsommer oder Herbst. Am furchtbarsten sind die Weibchen jedoch im Februar, wenn sich der Winter dem Ende zuneigt. Dann fangen auch die Abenteuerlustigen an die Gärten zu plündern und unter der Erde wird bob-stones gespielt oder Geschichten angehört. So gesehen vergleicht Adams den Winter für Kaninchen wie er für Menschen im Mittelalter war: hart, aber nicht unüberwindbar für die Einfallsreichen und mit Einschränkungen.

An diesem schönen Herbsttag also sitzen Hazel, Fiver, Holly, Silver und Groundsel am Westende von Watership Down. Den Efrafas wurde es erlaubt Watership Down beizutreten. Es gab zwar keinen leichten Start, doch dank Hazels Eingreifen wurden die Probleme schnell überwunden.
Nicht so gut ergeht es Fiver, welcher seit dem Abend seiner Trance in der Honeycomb immer häufiger allein ist und dann oft nur distanziert in die Ferne blickt. Bluebell beschreibt es, dass Fiver auf eine nette Art durch einen hindurchschaut. Alle wissen, dass er mehr denn je von der mysteriösen Nebenwelt eingenommen ist, von welcher er Hazel erzählt hatte. Bigwig hat sogar einmal zugegeben, dass Fiver für die Verteidigung Watership Downs einen höheren Preis bezahlt hat als er selbst. Und ich befürchte auch, dass Fiver leider nicht mehr lange danach gelebt hat, denn er hat beschrieben, dass diejenigen, die Einblick in diese mysteriöse Nebenwelt haben von ihr immer mehr eingenommen werden und schließlich jung sterben. Zum Glück hat Fiver einen tollen Trost, sein Weibchen Vilthuril, zu welcher er eine große Bindung und Zuneigung verspürt und mit welcher er auch schon Junge bekommen hat.
Allgemein läuft es gut mit den Jungen, denn auch Hyzenthlay hat bereits vier Junge bekommen, welche an dem Tag zum ersten Mal draußen silflayen. Holly hofft, sie werden noch mehr wie diese haben, Hazel geht zwar nicht davon aus, dass es sehr viele bis Ende des Winters sein werden, ein paar jedoch schon. Holly meint, sie könnten mittlerweile alles erwarten, denn allein drei Würfe im Herbst sind sehr ungewöhnlich. Frith hat es für sie eigentlich nicht bestimmt, dass sie sich um diese Jahreszeit paaren. Hazel erklärt die Ungewöhnlichkeiten jedoch damit, dass Clover in einem Stall lebte und die Efrafa-Weibchen ein sehr unnatürliches Leben gewohnt waren.
Silver meint dazu nur, es wäre ungewöhnlich, dass sie noch im Hochsommer hätten kämpfen müssen. Alles Unnatürliche lässt sich auf Woundwort zurückführen und Silver sagt, wenn jemand ungewöhnlich war, dann er. Holly bekräftigt ihn darin und bestätigt Bigwigs Eindruck er wäre kein Kaninchen gewesen. Woundwort wollte immer kämpfen, weil er sich da sicherer fühlte als zu rennen. Er war zwar tapfer, doch es war unnatürlich und das hat ihn letztendlich auch zu Fall gebracht, weil er etwas versucht hatte, was Frith mit Kaninchen nie vorgesehen hatte. Ich habe darüber schon gesprochen, das Problem mit Woundwort war es gewesen, dass er letztendlich selbst zu einem der Tausend für die Kaninchen wurde. Erst Tricks, die eines El'ahrairah würdig gewesen wären und die indirekte Hilfe von Menschen und elil benötigte, konnten ihn stoppen. Auch Holly sagt, er hätte wie die elil gejagt, wenn er es gekonnte hätte.
Groundsel hingegen ist sich sicher, dass Woundwort gar nicht tot ist, denn seine Leiche wurde nie gefunden. Nichts konnte ihn töten und sein großer Verdienst war, dass er die Kaninchen besser gemacht hat. Zum ersten Mal mussten sie nicht mehr vor den elil wegrennen und das war allein sein Verdienst und der keines anderem. Sie waren einfach nicht gut genug für General Woundwort und mit Sicherheit hat er jetzt irgendwo anders ein neues Gehege gegründet. Hier kann ich jetzt meine Theorie einbringen, was aus Woundwort geworden ist: Als er Fiver berührt, sieht er Erinnerungen aus seiner Kindheit also den Kohlgarten und die Unbeschwertheit. Bei jedem anderen Kaninchen war Fiver fähig in seiner Trance mit einer Erinnerung die jeweils richtige Entscheidung hervorzulocken - Hazel wusste, dass er den Nuthanger-Hund brauchte und Bigwig, dass er sich mutig den Efrafas entgegenstellen musste. So wird Woundwort womöglich nach dem Kampf mit dem Hund seine Fehler eingesehen haben und sich irgendwo niedergelassen haben, wo er sein restliches Leben in Frieden und Unbeschwertheit verbringen wird. Es würde zwar nicht zu dem wilden Woundwort passen, doch ich vertraue hier auf Fivers unnatürliche, psychische Fähigkeiten.
Silver versucht etwas zu erwidern, doch Hazel unterbricht ihn. Stattdessen meint er zu Groundsel, dass er nicht sagen müsste, sie wären nicht gut genug gewesen. Sie hätten alles getan was Kaninchen für ihn tun können und sogar mehr. Außerdem haben auch sie selbst sehr viel von Efrafa gelernt, dem es jetzt unter Campion auch wieder sehr gut geht. Sowieso werden sie bald mehr als genug Kaninchen hier haben und dann wäre es sinnvoll zwischen hier und Efrafa ein neues Kaninchengehege anzulegen, wobei Campion bestimmt auch welche von seinen hinschicken wird. Groundsel könnte er sich gut als Oberkaninchen für dort vorstellen. Holly fragt, ob es schwer wäre das zu vereinbaren, worauf Hazel meint, nicht wenn Kehaar die Nachricht verschicken kann. Er wäre so schnell in Efrafa wie er bei dem Elektromast am Fuße von Watership Down.
Silver verkündet wer froh sein wird ihn zu sehen und zusammen gehen sie zu Bigwig, welcher am Ostende von Watership Down den Jungen von Clover Lektionen im Umgang mit Katzen erteilt. Dann fragen sie nach einer Geschichte und zwar die von dem Kampf im Sturm und dem Wassertunnel. Zunächst will er jedoch die Lektion mit der Katze beenden. Silver meint, die Kleinen würden Bigwig nur auf den Arm nehmen, aber auch alles für ihn geben. Hazel sagt dazu nur, wer nicht, denn er betont, dass sie niemals gewonnen hätten, wenn Bigwig nicht gewesen wäre und dafür gesorgt hätte, dass Woundwort und seine Owsla bei der Ankunft des Hundes draußen waren. Das wollte Silver vorhin sagen, dass Bigwig Woundwort besiegt hatte, er ist jetzt jedoch froh es nicht zu Groundsel gesagt zu haben.
Dann wechselt das Thema zu dem Bau, welchen sie für den Winter graben. Sie brauchen ihn unbedingt, denn das Loch in der Honeycomb wird nicht so einfach zu stopfen sein und noch einige Zeit brauchen, ehe es sich wieder richtig schließt. In dem Moment kommen auch schon die Gräber dieses Winterbaus: es sind Bluebell, Pipkin und einige Weibchen. Bluebell verkündet auf seine gewohnt-witzige Art, dass der Bau gegraben ist, worauf Hazel auch eingeht. Laut Bluebell sieht es aus wie in Efrafa und er hätte auch so ein Loch mithergebracht. Dann blickt er zu Bigwig und den Jungen und macht eine lustige Bemerkung, dass Bigwig aufgrund seiner Verletzungen in jede Markierung von Efrafa passen würde.
Pipkin fragt Hazel, ob er mit zum anderen Ende von Watership Down kommt und auch wenn Hazel meint schon dort gewesen zu sein, so gehen sie alle zusammen dorthin. Silver schlägt vor die Mulde aufzusuchen, wo sie Kehaar gefunden haben. Dort ist jedoch schon jemand und sie schleichen sich vorsichtig an - im Campion-Stil - und finden dort Vilthuril und ihre Jungen vor. Sie erzählt ihnen gerade eine Geschichte von El'ahrairah, die jedoch große Ähnlichkeit aufweist mit den Abenteuern von Hazels Gruppe mit der Überquerung des Flusses und ihrem Erlebnis mit dem Kaninchen im Gehege der Schimmernden Drähte. Die Metaphorik jedenfalls ist sehr gut gelungen: die Kaninchen in der Geschichte singen wie Vögel, haben schimmernde Drähte um den Hals und ihre Herzen sind schwarz und tharn. Dennoch entscheidet sich El'ahrairah bei ihnen zu bleiben, denn er hält sie für die Prinzen von Prince Rainbow. Rabscuttle erfährt jedoch in einem Traum von Frith die Wahrheit und erfährt, dass es sich um einen Zauberspruch handelt, den er ausgräbt. Dieser verwandelt sich jedoch in eine schwarze Ratte, welche El'ahrairah im Kampf schließlich besiegt und sich dann in einen weißen Vogel verwandelt, welcher sie alle segnet.
Das zeigt wunderbar wie die Geschichten von El'ahrairah entstanden sind und immer wieder neue dazukommen. Die Kaninchen erzählen einfach ihre eigenen Geschichten und die Helden der Geschichten werden zu El'ahrairah oder Rabscuttle. Fiver wird zum Beispiel zu Rabscuttle, El'ahrairah abwechselnd zu Hazel und Bigwig. Es ist zwar keine neun Monate her, doch bereits jetzt ist die Geschichte wie Hazel und die anderen Kaninchen nach Watership Down kamen zu einer Legende geworden, welche El'ahrairahs Abenteuern ebenbürtig ist.
Hazel jedenfalls wispert leise vor sich hin, dass er die Geschichte kennen würde und dabei nehmen ihn die Jungen wahr. Aufgeregt kommen sie zu ihm, spielen mit ihm und Hazel hat Mühe sie abzuschütteln. Statt zu kämpfen will er lieber den Rest der Geschichte hören. Da verkündet eines der Jungen, wie das möglich ist, wo doch ein Mann auf einem Pferd kommt und sie sich lieber im Wald verstecken sollte. Hazel ist verblüfft, denn er hört nichts und auch Silver kann nichts vernehmen. Der Kleine jedoch meint, er wüsste es zwar nicht, doch er ist sich absolut sicher, dass ein Reiter kommt. Letztendlich kommt er nach einiger Zeit doch, als Vilthuril gerade die Geschichte weiterzählen möchte.
Silver jedoch weiß, dass er sie nicht behelligen wird und einfach weitergeht. Trotzdem ist Silver beeindruckt wie der Kleine, Threar, ihn von so weit wahrnehmen konnte. Vilthuril verkündet, er habe das öfter. So könne er ihr sagen wie ein Fluss aussieht, weil er es geträumt hat. Es ist Fivers Blut in ihm. Das empfindet Hazel als sehr positiv, denn solange Fivers Blut unter ihnen ist, werden sie in Watership Down keine Probleme haben. Sie entscheiden sich dann unter die Erde zu gehen, weil es Nacht wird. Dort wird die Geschichte fortgesetzt.

Watership Down Kapitel 49: Hazel Comes Home

Das Kapitel ist im Großen und Ganzen eine Zusammenfassung was passiert ist, nachdem sich Woundwort dem Hund entgegenstellt hatte. Das Eingangszitat ist aus dem Gedicht The Fusiliers von dem englischen Dichter Robert Graves, der im 20. Jahrhundert lebte. Der Inhalt bezieht sich auf zwei vorher verfeindete Füsiliere die Freundschaft schließen, weil sie das Glück hatten beide überlebt zu haben und dafür ist kein Schwur oder Bund nötig. Ich denke das bezieht sich hier darauf, dass die kapitulierenden Efrafas nicht vertrieben werden, sondern ohne Zögern in die Gemeinschaft aufgenommen werden.

Der Hund, also der Labrador Bob wie wir jetzt wissen, war bei seiner Hetzjagd auf Dandelion und Blackberry so lautlos und schnell gekommen, sodass er eine der Wachen von Campion töten konnte, kaum das sie erwacht war. Ohne Woundworts Voraussicht, Wachen aufzustellen, wären womöglich noch mehr Kaninchen getötet worden, doch trotz seines Wahns zum Ende hin, war das nie auch weise Entscheidung Woundworts gewesen. Nach seinem Kampf gegen Woundwort lief der Hund schließlich noch eine zeitlang hin und her, schnupperte an den Grasbüscheln und dem Unterholz, wo sich die Efrafas verbargen, bis er schließlich noch das Kaninchen, welches sich durch Glas verletzt hatte, tötete. Danach, auch weil er unerwartet gebissen und gekratzt worden war, kehrte der Hund langsam wieder den Steilabhang hinab.
Für die verbleibenden Efrafas stand es außer Frage noch einmal anzugreifen. Ihr Anführer war weg, und sie glaubten, dass die anderen Kaninchen auch den Hund auf sie gesetzt hatten, wie schon den Fuchs und den weißen Vogel. Bestätigt hatte das Ganze Ragwort, welcher als fantasieloseste Kaninchen von ihnen allen galt. Campion, Vervain und noch vier, fünf andere einigten sich darauf die Rückreise anzutreten und sofort diesen gefährlichen Ort zu verlassen.
Ohne Campion wäre vermutlich kein Kaninchen nach Efrafa zurückgekehrt, und trotzdem wurde es eine verlustreiche Rückkehr. Drei, vier Kaninchen hatten sich zu weit verstreut und ihr Schicksal bleibt unbekannt. Nur 14, 15 machten sich deshalb mit auf dem Rückweg, doch die Nachricht ihrer Niederlage hatte sich schnell herumgesprochen und immer wieder wurden sie von elil angegriffen. Dabei wurde unter anderem Vervain getötet (und ich hoffe auch Chervil), sodass Campion völlig erschöpft mit gerade einmal sechs, sieben Kaninchen Efrafa erreichte und kaum in der Lage war Bericht zu erstatten.
Nur Groundsel, Thistle und drei weitere hatten sich geistesgegenwärtig bei der Ankunft des Hundes in den offenen Lauf geflüchtet. Dort hatte Groundsel sich sofort Fiver ergeben, welcher von seiner Trance noch immer ganz benebelt und nicht bei Sinnen war. Fiver konnte schließlich Holly und Silver begreiflich machen, dass die Efrafas weg waren und sie gewonnen hatten, Bigwig lag noch immer bewusstlos in dem Lauf. Schnell waren die zugeschütteten Läufe wieder aufgebrochen und ausgerechnet Bluebell war der erste, welcher mit Fiver in der Honeycomb wieder zusammentraf. Er machte sich dann in den folgenden Tagen einen Spaß daraus von Hauptmann Fiver zu sprechen, der seine Efrafa-Gefangenen anführte wie eine Blaumeise eine Schar Elstern.
Keiner scherte jedoch einen Gedanken für die Efrafas, sondern die Sorge galt Hazel und Bigwig. Es schien wahrscheinlich, dass Bigwig sterben würde, denn er blutete aus einen halben Dutzend Wunden und konnte sich kaum bewegen. Auf die Nachricht von Hyzenthlay, dass sie gewonnen hatten, reagierte er nicht. Deshalb kümmerten sich die Weibchen um ihn.
Blackberry und Dandelion hatten keine Probleme Kehaars Lauf wieder zu öffnen. Dandelion verkündete, er wisse nicht, was aus Hazel geworden ist, nachdem sich der Hund losgerissen hatte und so befürchtete jeder das schlimmste. Pipkin entschloss selbst zur Nuthanger Farm zu gehen und nachzuschauen. Fiver war sofort bereit mit ihm zu gehen. Als sie jedoch nicht weit gegangen waren, sahen sie bereits wie Hazel vom Westen her zu ihnen kam. Sofort kehrte Pipkin zurück zur Honeycomb mit den Neuigkeiten.
Hazel weist dann sofort Holly mit zwei, drei Kaninchen Ausschau zu halten, ob die Efrafas wirklich gegangen sind, wobei er Groundsels Bericht auch mit einbezogen hatte. Danach wendet sich Hazel Bigwig zu und verkündet ihm, er hätte es geschafft und die Efrafas in die Flucht geschlagen. Bigwig braucht lange für seine Antwort und verkündet dann im Dialekt von Kehaar, ob es Schluss wäre mit Woundwort. Hazel bejaht das und bietet ihm ihn zum silflay herauszuhelfen. Es ist ein schöner Nachmittag dafür. Schwach und sehr angeschlagen hinkt Bigwig bis in die Honeycomb. Er verkündet er hätte gedacht das wars, das Woundwort ihn getötet hätte und er ist sich sicher, niemals wieder zu Kämpfen. Damit erfüllt sich auch sein eher zynischer Ausspruch, er würde an dem Tag zu Kämpfen aufhören an dem er Hazel als Oberkaninchen anerkennt, was er jetzt unumstößlich macht, denn sein Respekt für Hazel ist ins Unermessliche gestiegen. Zumindest belobigt er ihn, dass dessen verrückter Plan geklappt hätte und fragt, wie er zurückgekommen ist. Hazel sagt, ein Mann hätte ihn in einem Auto mitgebracht, was Bigwig nicht so recht glauben will und eher spaßig anfügt, den Rest wäre er geflogen. Es ist jedoch Hyzenthlay, welche Hazel Recht gibt, denn das war schließlich genau das was sie vorausgesehen hat als sie damals mit Bigwig in dem Bau in Efrafa gewesen ist. Insgesamt hat Hyzenthlay nicht nur Hazels Fahrt im Auto richtig vorhergesehen, sondern auch den Angriff der Efrafas und den losgerissenen Hund. Bigwig erinnert sich und ist bereit Hazel zu glauben, wenn Fiver die Geschichte als richtig bestätigt. Fiver ist somit zu dem Kaninchen geworden, dessen Rat und Worte Bigwig am meisten glaubt und ich denke auch alle anderen.
Bigwig überlebt das Ganze also schwer verletzt und unfähig wieder zu Kämpfen, doch ich habe gelesen, dass ursprünglich Adams Bigwig sterben lassen wollte. Denn Bigwig basiert auf einen Kameraden Adams im Zweiten Weltkrieg, welcher den Krieg nicht überlebt hatte. Doch seine Töchter waren dagegen und wollten, dass Bigwig überlebt. Näheres erfahrt ihr in dem Artikel von Miranda Johnson, der Enkelin von Richard Adams, den sie anlässlich seines Todes veröffentlicht hatte und die Entstehungsgeschichte von Watership Down genauer erklärt: How Watership Down was written 

Watership Down Kapitel 48: Dea ex Machina

Hier wagt Adams etwas, was durchaus gefährlich ist, wenn es nicht funktioniert, einen klaren Stilbruch. Es ist das einzige Kapitel, welches aus Sicht eines Menschen geschrieben ist, der kleinen Lucy Cane und beantwortet was aus Hazel wird. Der Kapitelname "Dea ex machina", bessser bekannt unter dem maskulinen "Deus ex machina" war ein Begriff aus dem antiken Theater und bezeichnete die Lösung des Konflikts durch einen Gott, welcher dafür aus einer extra hergestellten Maschine kam. In der Literatur ist Deus ex machina heute schon fast eher verpönt, denn er steht für Kreativlosigkeit und oftmals unrealistischen Begebenheiten, um die Heldengruppe doch noch aus einer ausweglosen Situation zu befreien. Wer kennt es nicht? Die Helden sind von Feinden umzingelt, welche schon die Pistole auf sie gerichtet haben, da taucht genau in dem Moment jemand anderes auf und schießt die feindliche Partei ab. Der Übereinsatz von Deus ex machina kann tödlich sein für den Spannungsbogen einer Geschichte. So wurde mir definitiv "Wheel of Time" und auch ein Stück weit "Harry Potter" verdorben. Bekommt Adams das hier besser hin? Auf jeden Fall.
Für die Einleitung verwendet Adams hierbei ein Zitat aus dem Werk Fern Hill des walisischen Schriftstellers Dylan Thomas, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts lebte und sehr jung verstarb. Das Gedicht beschreibt eine Kindheitserinnerung auf einem Bauernhof, was perfekt auf die kleine Lucy passt.

Lucy Cane erwacht aus einem Traum, der nicht näher beschrieben wird und bildet sich ein, dass sie geweckt worden ist, weil sie den Hund hat bellen hören. Dann ist jedoch wieder alles ruhig und sie freut sich auf einen schönen Augusttag - in England sind gerade Ferien - und sie überlegt sich wie sie den Tag verbringen kann. Pilze wird es wohl noch keine geben, denn dafür ist es noch zu heiß. Doch schon bald wird es Herbst werden, das weiß sie und das bedeutet klamme Morgen und Spinnen in der Hecke. Sie erinnert sich dabei, wie sie einmal eine Spinne ihrer Lehrerin gezeigt hat und eine ihrer Mitschülerinnen vor dieser panisch im Bus geflohen ist. Daraus hat sie auch gleich einen kecken Reim gedichtet.
Es ist ein Donnerstag und das bedeutet Markttag in Newbury, wo ihr Vater mit Sicherheit hingehen wird. Außerdem kommt der Arzt, um ihre Mutter zu besuchen, welche krank im Bett liegt. Lucy mag den Arzt, weil er immer eine lustige Brille mit Pinzetten auf hat und sich immer mit ihr unterhält, wenn er da ist. Er ist jedenfalls ganz nett, wenn man ihn näher kennt, auch wenn er auf den ersten Blick verschroben wirkt.
Dann hört Lucy ein weiteres Geräusch, das Quiecken eines verängstigten Tieres. Lucy bringt nach draußen und sieht ihre Katze, Tab, welche ein Kaninchen in seiner Gewalt hat. Natürlich ist dieses Kaninchen Hazel und ihr könnt euch sicherlich denken, wer die "Dea ex machina" sein wird. Sie ruft nach Tab und fragt, was sie hat und die Katze blickt finster zu ihr auf, sodass sie erkennen kann, dass es keine Ratte, sondern ein Kaninchen ist. Blitzschnell rennt sie nach unten und versucht Tab von dem Kaninchen wegzuscheuchen. Dazu muss sie die Katze sogar treten und wird fast gekratzt, ehe diese mürrisch davonzieht. Anschließend nimmt Lucy das Kaninchen und geht wieder in das Haus. Hier haben wir also die "göttliche Rettung" Hazels. Ein kleines Mädchen, höchstens acht oder neun Jahre alt, welche aus Mitleid gehandelt hat. Es ist ein toller Moment, denn das erste Mal in diesem Roman werden die Menschen nicht als die unerklärlichen Monster dargestellt, welche sie für die Kaninchen sind, sondern als anständige Wesen, die aus Mitleid ein Kaninchen retten. Es ist irgendwie surreal, dass ausgerechnet ein kleines achtjähriges Mädchen Hazel rettet, die Hauptfigur des Romans mit der der Leser seit mehreren hundert Seiten durch dick und dünn gegangen ist, seine Anführerqualitäten, seine Abenteuer und Unternehmungen zu schätzen lernte. Ausgerechnet er ist am Ende auf eine kleine Bauerntochter angewiesen. Und zur Erinnerung für alle Feministen: die erste positiv dargestellte, menschliche Figur in Watership Down ist weiblich, aber der Roman ist ja so frauenfeindlich und sexistisch.
Hazel jedoch hält kaum ruhig in Lucys Griff. Als sie wieder in das Haus geht, wird sie von ihrem Vater getadelt, warum sie nur im Nachthemd nach draußen rennt, wodurch sie sich eine Erkältung einfangen kann und fragt was sie mit dem Kaninchen will. Wie alle Kinder entscheidet sie sich natürlich sofort ihn zu behalten, doch ihr Vater erklärt ihr, dass sie das nicht kann, weil es ein Wildkaninchen ist. Diese würden in Gefangenschaft sterben. Doch Lucy erklärt ihm, ihm gehe es nicht gut, weil die Katze ihn sich schon geschnappt hatte. Das findet ihr Vater nur toll, denn das ist auch die Aufgabe der Katze. Lucy will das Kaninchen jedenfalls dem Arzt zeigen, doch ihr Vater sagt dazu nur, der Arzt hätte Besseres zu tun, sie solle es besser ihm geben. Der Hampshire-Dialekt ist wirklich anstrengend an der Stelle und ich bin ganz froh, dass nur so selten Menschen auftauchen, weil es für einen Nicht-Muttersprachler wirklich schwierig zu verstehen ist. 
Der Vater könnte durchaus der gleiche sein, der Hazel auch angeschossen hat, was eine bittere Ironie wäre, wenn er jetzt Hazel schlussendlich doch töten würde. Lucy setzt jedoch die mächtigste Waffe eines jeden Kindes ein, sie weint. Sie versteht zwar, dass es richtig ist, jedoch will sie kein Kaninchen kaltblütig umbringen. Zumindest dem Arzt kann sie es zeigen, denn der nimmt sich immer die Zeit die Dinge zu betrachten, die sie ihm mitbringt, sei es ein Ei eines Goldfinks, ein Schmetterling oder ein spezieller Pilz. In der Hinsicht behandelt er sie sehr erwachsen und so würde er wohl auch das Kaninchen betrachten. Deshalb sagt sie zu ihrem Vater, sie will das Kaninchen ihm nur zeigen und sonst nicht weiter wehtun. Ihr Vater ist letztendlich einverstanden, denn er ist stolz darauf, wie Lucy mit dem Arzt umgeht. Noch dazu ist sie sehr intelligent und wird auch bald auf eine höhere Schule kommen. Der Arzt hat ihr außerdem erklärt, dass sie sehr sensibel ist, was solche Dinge wie das Kaninchen anbelangt. Hauptsache sie lässt es gehen.
Ihr Vater sagt zu ihr, sie solle sich anziehen und das Kaninchen irgendwo unterbringen. Am besten in dem alten Käfig in der Hütte, wo sie auch ihre Stallkaninchen immer aussetzt. Ich frage mich, ob Lucy dem Kaninchen immer noch so freundlich gegenüber wäre, wenn sie wüsste, dass ausgerechnet dieses dafür verantwortlich, dass sie nur noch eines hat. Sie zieht sich also an, setzt Hazel in einen Schrank und geht den Käfig holen. Auf dem Rückweg fragt ihr Vater, ob sie weiß wo Bob ist. Sie stellen schnell fest, dass er sich losgerissen hat und Lucys Vater schiebt das darauf, dass das Seil so alt war, doch er hätte trotzdem nicht gedacht, dass sich der Hund hätte losreißen können. Sollte Lucy ihn wiederfinden, soll sie das Seil besonders straff festziehen. Lucy wird das machen, für den Moment will sie jedoch das Frühstück zu ihrer Mutter hochbringen, was ihren Vater sehr freut.
Der Arzt Doktor Adams erscheint 10 Uhr. Und ja ich denke, es kann gesichert gesagt werden, dass es wirklich Richard Adams' Vater Evelyn Adams ist, welcher hier ein Cameo hat. Die Indizien dafür sind eindeutig. Sein Vater war Landarzt in der Gegend und in der Einleitung betont Adams, dass die Canes inklusive Lucy erfundene Personen sind, der Arzt jedoch nicht. Er parkt jedenfalls außerhalb des Hofes, was Lucy verwundert. Im Schlepptau hat er Bob, den Labrador. Dieser scheint mit irgendetwas gekämpft zu haben, was ihn verletzt hat, denn seine Nase ist zerkratzt und jemand hat in sein Vorderbein gebissen. Da Woundwort mit ziemlicher Sicherheit als einziges Lebewesen in Frage kommt, hat dieser also versucht den Hund auf die gleiche Weise anzugreifen wie Bigwig ihn. Es bleibt offen, ob der Hund Woundwort töten konnte, jedoch konnte Woundwort zumindest den Hund verletzten, was für ein Wildkaninchen schon sehr beachtlich ist.
Doktor Adams jedenfalls denkt es wäre eine große Ratte oder vielleicht ein Hermelin, zumindest etwas gegen das Bob kämpfen wollte und welches sich gewehrt hat. Dann berichtet Lucy ihm von dem Wildkaninchen. Doktor Adams will es sich anschauen, sobald er nach Lucys Mutter gesehen hat. Dieser kann bei dem Kaninchen jedoch nichts Schlimmes feststellen, obwohl er auch die Schusswunde entdeckt und das Hazel mit dem Hinterlauf Probleme hat. Die Katze hat ihn zwar gekratzt, doch auch nicht tief. Hazel wird aus der ganzen Sache ohne Probleme herauskommen. Lucy fragt unsicher, ob es richtig wäre ihn hier zu behalten und auch Doktor Adams meint, es wäre keine gute Idee, denn in einer Stallbox würde er nur rauswollen und wenn das nicht passiert, schon bald wieder sterben. Am besten ist es, sie lässt ihn laufen. Lucy kann es jedoch nicht hier freilassen, denn ihr Vater würde dagegen sein, da er immer sagt, wo ein Kaninchen ist, da sind bald hunderte.
Doktor Adams hat einen anderen Vorschlag für sie. Er hat heute noch ein Termin in Cole Henley (ironischerweise der Ort, wo Woundwort eine zeitlang aufgewachsen ist) und könnte sie mitnehmen. Auf dem Weg dahin könnten sie das Kaninchen bei den Downs freilassen. Lucy muss nur ihre Mutter nach Erlaubnis fragen.
Später am Tag hält der Arzt zwischen Watership Down und Hare Warren Down an und meint hier wäre eine gute Stelle, weil es hier kaum Schaden anrichten könnte. Ich weiß nicht, ob Doktor Adams das noch immer sagen würde, wenn er wüsste was Hazel alles angerichtet hat bisher. Sie gehen ein kleines Stück und Lucy setzt Hazel dann ins Gras. Nach nur einem kurzen Moment hoppelt er sofort weg. Doktor Adams sieht sich bezüglich des Hinterlaufs bestätigt, doch er meint auch es könne noch viele Jahre leben, denn es wäre ein echtes Wildkaninchen, geboren unter einer Dornenhecke.

Samstag, 7. Januar 2017

Watership Down Kapitel 47: The Sky Suspended

In vielerlei Hinsicht dasjenige das Kapitel mit den besten Momenten des gesamten Romans: Bigwigs Loyalität, Fivers unheimliches Erwachen und schließlich das Ende aller Hoffnungen auf Erfolg für Woundwort. Und doch dürfte die ikonischste Stelle das Ende sein, welches Adams mit dem Zitat aus Flora Thomposons Roman Lark Rise umschreibt. Es ist ein autobiografisches Werk und an der Stelle wird eine Begegnung mit einem wilden Bullen beschrieben. Trotz der Gefahr, welche von einem solchen wilden Tier ausgeht, verharrt sie an Ort und Stelle, ähnlich wie Woundwort am Ende.

Als ich gesagt habe für Hazel wäre es schon großer Überwindung und gegen alle seiner Instinkte den Hund zu befreien, so habe ich Dandelion mit Absicht verschwiegen. Für ihn ist das natürlich der komplette Horror, denn er muss im Gegensatz zu seinen Instinkten den Hund dazu bringen ihm zu folgen. Als Hazel stampft, übermannen ihn auch beinahe seine Instinkt und er will in eine nahe Scheune flüchten. Dann nimmt sofort der Hund die Verfolgung auf und Dandelion flüchtet beinahe in die falsche Richtung, er dreht sich noch im letzten Moment und flüchtet den Feldweg hinunter. Jedoch ist der Hund unerwartet schnell und Dandelion bemerkt, dass er diese Geschwindigkeit unmöglich aufrechterhalten kann. Er überlegt, ob er ihn durch eine Finte, wie es das Hasen machen, indem sie plötzlich die Richtung ändern täuschen kann, doch dafür ist keine Zeit. Dandelion flieht weiter und rennt so schnell wie nie zuvor in seinem Leben. Es ist so intensiv, sodass er das Gefühl hat nie etwas anderes getan zu haben als vor dem Hund wegzurennen. An der Stelle möchte ich ein wirklich toll gezeichnetes Bild von ladyfiszi von deviantart.com posten. Es beschreibt die Szene meiner Meinung nach wunderbar und macht es hier besser als der Film:
An dieser Stelle erst einmal nur der Bild-Link bis die Zeichnerin mir ihre Erlaubnis gibt, das Bild hier zeigen zu dürfen.
Dandelion flieht schließlich in eine der Hütten, eine große Ratte zieht dort die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich und Dandelion kann für einen kurzen Moment sich erholen. Eine Ratte neben ihm versucht ihm den Tipp zu geben, einfach ruhig sitzen zu bleiben. Hunde sind nicht wie Katzen, welche lange auf eine Beute lauern, er wird gleich wieder weg sein. Doch genau das ist das Problem, meint Dandelion, er muss die Aufmerksamkeit des Hundes wieder gewinnen, was die Ratte sehr verwirrt.
Deshalb rennt Dandelion wieder ins Freie zu einer anderen Hütte, welche am anderen Ende eine Lücke aufweist, welche nur provisorisch mit einem Brett abgesichert ist. Der Hund folg ihm, wobei er sich durch das Brett durchzwängen kann. Dandelion hat jetzt einen besseren Start erwischt vor dem Hund und er rennt schnurstracks auf die Hecke an der Straße zu, wo Blackberry wartet. Erschöpft lässt er sich in den Graben fallen. Dandelion verkündet Blackberry, dass der Hund schneller war als er gedacht hätte, doch Dandelion dürfte ihn bereits genug erschöpft haben, sodass Blackberry eine Chance hat. Für den Moment müsste sich Blackberry jedoch ausruhen.
Natürlich ist Blackberry verängstigt, denn die Aussicht sich von einem Hund verfolgen zu lassen, behagt ihm natürlich auch nicht. Das wird noch verstärkt, wenn selbst der schnellste Läufer ihrer Gruppe verkündet, dass er beinahe von dem Hund erwischt worden wäre. Doch auch im Angesicht der größten Gefahr, welche sich die Kaninchen bisher gegenübersahen, beweisen sie sich als loyal und verlässlich gegenüber Hazel. Dandelion fordert ihn auf weiterzumachen, ehe der Hund das Interesse verliert, er wird ihm später wieder helfen. Blackberry versucht die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich zu ziehen, indem er die Hecke entlangläuft. Der Hund hat ihn schon bald wieder gewittert und folgt ihm die Hecke entlang bis zum einem Tor. Es dauert lange ehe der Hund durch das Tor kommt und dann verliert er direkt das Interesse an Blackberry, weil er einige Rebhühner gewittert hat. Blackberry muss all seinen Mut zusammennehmen und zu ihm gehen, doch der Hund folgt ihm nur kurz, ehe er sich wieder etwas anderem zuwendet. Statt ihm zu folgen, zieht der Hund dann schnüffelnd über das Feld. Blackberry deckt ihm von der anderen Seite her und so kommen sie bis zu den Strommasten.
Hier holt Dandelion ihn weiter ein. Dieser ist besorgt, denn der Hund muss schneller sein, sonst klappt ihr Plan nicht. Möglicherweise ist Bigwig bereits tot. Blackberry ist froh ihn überhaupt bis hierher und in die richtige Richtung gebracht zu haben. Dandelion entscheidet sich, dass sie ihn zusammen anlocken, sodass er mit der richtigen Geschwindigkeit nach Watership Down kommt. Sie springen in seine Sichtweite und sofort nimmt er wieder seine wilde Verfolgung auf. Durch das Gebüsch rasen sie den Steilhang hoch in Richtung Honeycomb.

Dort beäugen sich die schwer verletzten Kontrahenten noch immer. Bigwig bemerkt wie sich hinter ihm jemand bewegt. Es ist Holly, welcher Bigwig ablösen möchte. Doch Bigwig verweigert es ihm. Holly kann nicht an ihm vorbei und sobald er aus dem Lauf herausgeht, wird Woundwort sofort nachsetzen und ist in dem Bau dahinter. Bigwig hat erkannt, dass egal ob tot oder lebendig sein Körper ein großes Hindernis für die Efrafas sein wird und sie noch weiter aufhalten wird, da sie so andere Läufe aufgraben müssen. Bluebell erzählt derweil den Weibchen eine Geschichte von El'ahrairah, diejenige, die wir hier nicht zu hören bekommen habe: "The Fox in the Water". In dieser dramatischen Situation für sie alle, bekommt jetzt endlich auch Bluebell seine Anerkennung, denn Bigwig glaubt nicht, dass er die Weibchen so beruhigen könnte, wenn er an Bluebells Stelle wäre.
Auf poetische Art und Weise nimmt der Dialog zwischen El'ahrairah und dem Fuchs den Dialog zwischen Woundwort und Bigwig vorweg, welcher jetzt folgt. Woundwort hat auch erkannt, dass Bigwig ein großes Hindernis sein wird, wenn er an Ort und Stelle bleibt. Er fragt ihn, warum er sein Leben wegwerfen will. Er könnte ein frisches Kaninchen nach dem anderen hineinschicken. Bigwig wäre zu gut, um getötet zu werden und Efrafa besser geeignet als Offizier. Er könnte sich sogar seine Markierung raussuchen. Darauf reagier Bigwig jedoch mit einer sehr scharfen Kanonade an Flüchen. Woundwort bietet ihm an, es sich noch einmal zu überlegen und in dem Moment bemerkt auch Bigwig, dass Woundwort weiß, was Bigwigs toter oder lebender Körper ein Hindernis für seine Soldaten und Bemühungen sein wird. Woundworts Angebot ist also trügerisch - ähnlich wie das des Fuchses - wenn er nachgibt, wird er mit ziemlicher Sicherheit getötet werden.
Woundwort setzt plötzlich zu einem neuen Angriff an, aber statt seine Klauen einzusetzen, benutzt er sein ganzes Gewicht um Bigwig aus dem Lauf zu drängen. Bigwig muss all seine Kraft aufbringen, um seinen Stand zu wahren und trotzdem spürt er, wie er nachgibt. Er lässt Woundworts Schulter los, worin er seine Zähne vergraben hat und benutzt seinen Kopf als Rammbock. Langsam schafft er es das ungeheure Gewicht Woundworts zurückzudrängen. Dieser hat sein Maul in Bigwigs Rücken vergraben, doch er fängt plötzlich an zu schnaufen und nach Luft zu röcheln. Bigwig hat ihm bei einem seiner früheren Schläge die Nase verletzt, sodass Woundwort jetzt keine Luft holen kann. Er lässt von Bigwig ab, welcher erschöpft zusammenbricht. Der Besinnungslosigkeit nahe, hört er plötzlich Fiver und dessen Worte, die er zu ihm in dem Gehege der Schimmernden Drähte gesprochen hatte: "You are closer to death than I." Das bringt ihn sofort wieder zur Besinnung und er springt nach vorne in den Lauf. Woundwort ist jedoch nicht mehr da.

Erschöpft wie noch nie zuvor in seinem Leben kehrt Woundwort in die Honeycomb zurück und sieht Vervain und Thunder. Er verkündet ihnen, dass Bigwig keine Probleme mehr machen wird. Vervain soll Bigwig jetzt endgültig besiegen, während Woundwort weitere Kaninchen holt. Diese sollen diese Seite weiter aufreißen, danach wird er wiederkommen. Vervain weiß jedoch was wirklich los ist. Woundwort ist schlimm dran und will es nur niemanden wissen lassen. Er erkennt, dass Bigwig ihnen ständig überlegen war und es auch jetzt wieder ist. Am liebsten wäre Vervain so schnell wie möglich zurück in Efrafa. Für einen kurzen Moment blickt er zu Woundwort, dann kriecht er in die Lauf.
Groundsel hat derweil einen der Läufe an der Ostseite geöffnet. Ein anderer ist zu sehr blockiert, doch der eine reicht Woundwort bereits. Groundsel soll jetzt die anderen bringen, damit sie die Wand im Süden niederreißen können. Kurz bevor Woundwort nach draußen gehen kann, steht jedoch Vervain wieder bei ihm. Dieser ist ganz offensichtlich zu feige um zu kämpfen und redet sich damit heraus, dass er Dreck im Auge hat. Auch Woundwort nennt ihn Feigling und macht ihm klar was mit ihm passiert, wenn seine Autorität ihm nicht mehr schützt, denn immerhin ist er der meistgehassteste Offizier Efrafas. Bigwig muss getötet werden.
Woundwort will wieder den Lauf betreten und ist überrascht als er Bigwig auf ihn zukommen sieht. Jedenfalls verkündet Bigwig resolut, dass Woundwort es schwerer haben wird, ihn von hier zu verdrängen. Dieser Kampfesmut erschreckt selbst Woundwort und er ist verängstigt, denn er will Bigwig nicht schon wieder angreifen. In dem Moment bemerkt er, dass keiner Bigwig gewachsen ist, wenn schon er es nicht schafft. Sie müssen auf einem anderen Wege in den hinteren Teil des Geheges. Woundwort verkündet ihm jedoch, er hätte genügend Kaninchen, um die gesamte Seite einzureißen, es wäre sinnlos weiter in dem Lauf zu verharren. Bigwig weiß darauf nur zu erwidern: "My Chief Rabbit has told me to defend this run and until he says otherwise I shall stay here."
Für mich eine der epischsten Stellen überhaupt. Trotz seiner Erschöpfung, beweist Bigwig genau in dem Moment seine Loyalität zu Hazel und erkennt ihn endgültig als sein Oberkaninchen an (angedeutet wurde diese Stelle bereits lange Zeit zuvor in Kapitel 11). Es ist für die Efrafas ein weitere vernichtende Nachricht, denn diese denken in ihrer Arroganz, nur das stärkste Kaninchen könne das Oberkaninchen sein, es gäbe ein noch viel stärkeres Kaninchen als Bigwig, was sie natürlich noch stärker verunsichert und verängstigt.
Thistle flieht auf diese Nachricht hin, was Woundwort noch stärker verärgert. Er ist auch über Vervain wütend, welcher ihn hätte aufhalten sollen. Sie gehen zusammen zurück und treffen auf Groundsel. Dieser verkündet ihnen, Thistle wäre weggegangen und hätte noch einige Kaninchen mit sich genommen, er weiß aber nicht warum. Woundwort wird es ihm schon zeigen. Er hat bereits einen neuen Plan. Bigwig muss bleiben wo er ist, auch wenn das das Eingeständnis einer Niederlage wäre. Stattdessen wird er alle Kaninchen nach unten holen und alle Läufe und Löcher aufgraben. Das unbekannte Oberkaninchen soll von allen Seite ins Freie getrieben werden.
Dann bemerkt er im Lichtschein des gegrabenen Schachtes plötzlich ein anderes Kaninchen, welches nicht zu Efrafa gehört. Es ist Fiver, der nach seiner langen Trance aussieht wie ein Junges, welches zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt und überhaupt nicht weiß wo es ist. Woundwort berührt ihn und plötzlich flammt in seinen Gedanken eine Erinnerung an früher auf, ein Garten voller Kohl und ein einfaches, ruhiges, ungestresstes Leben, welches er seit langem vergessen hatte. Zu der Stelle habe ich eine Theorie, welche ich äußern werde, sobald die Sprache auf Woundworts weiteres Schicksal kommen wird.
Er will jedenfalls wissen wer das ist und Groundsel meint, es wäre das Kaninchen, von welchem sie gedacht haben es wäre tot. Spöttisch fordert Woundwort Vervain auf dieses zu töten und dann nach draußen zu kommen. Selbst der fiese und feige Vervain zieht jedoch wenig Befriedigung daraus einen so kleinen Rammler auf einen spöttischen und verhöhnenden Befehl hinzu töten, welches noch dazu tharn ist. Doch Fiver ist im Angesicht von Vervain kein Stück verängstigt und schaut ihn an mit Augen, welche nicht zu einem besiegten Feind oder Opfer gehören. Es folgt meine Lieblingsstelle von Watership Down: Fiver, das schwächste Kaninchen der Gruppe, ständig durch seine Visionen verängstigt und belächelt wie er sich bei dem vermutlich fiesesten Kaninchen von Efrafa (Vervain ist noch schlimmer als Chervil) dafür entschuldigt, dass dieses sterben muss. Und das meint er völlig aufrichtig und ernst, obwohl die Efrafas gekommen sind, um sie alle zu vernichten. Das zeigt auch was für ein empathisches Kaninchen Fiver ist, welcher geistig und psychisch so unglaublich viel gegeben hat, um im entscheidenden Moment Nachrichten an die richtigen Kaninchen weiterzuleiten. Seine Worte verfehlen auch bei Vervain nicht seine Wirkung. Dieser ist verängstigter als je zuvor in seinem Leben und die Worte treffen ihn deutlicher als jede Bedrohung und Verfluchung, welche er während seinem verbrecherischen Dienst als Chef der Owslafa gehört hatte. Plötzlich holt ihn das schlechte Gewissen ein und er hört überall in dem Gehege die Geister derjenigen Kaninchen, die wegen ihm gestorben sind. Im Angesicht von Fiver, dem einzigen Feind, welchem er in einer Nacht mit der Hoffnung auf Blutvergießen begegnet ist, wird er gebrochen. Er flieht angstvoll aus dem Gehege nach draußen.
Hier ist Woundwort bereits in einer Besprechung mit einem von Groundsels Gräbern. Die Zerstreuung und Auflösungserscheinungen unter den Efrafas nimmt immer stärker zu. Sie fürchten sich vor dem angeblich riesigen Oberkaninchen und dem anderen Tier, welches sie gehört haben. Woundwort bringt ihn zum Schweigen und befiehlt ihm zu folgen. Der Anblick des Generals ist ein weiterer Schlag für die anderen Efrafas, denn Woundworts gesamtes Gesicht ist blutüberströmt, seine Nase und sein Augenlid zerrissen und er hinkt merklich. Trotzdem verkündet er seinen Plan, dass nur noch die eine Wand niedergerissen werden muss und sie hätten es geschafft. Doch Woundworts Autorität reicht auch nicht mehr aus, um seine Soldaten zusammenzuhalten. Zwei Kaninchen fliehen, Ragwort schaut zur Seite. Die Niederlage der Efrafas ist in dem Moment eigentlich besiegelt. Woundwort fragt, was sie machen und sie können darauf keine vernünftige Antwort geben.
In genau dem Moment kommt Campion schnell herbeigelaufen sowie zwei andere, Woundwort fremde Kaninchen. Es sind natürlich Blackberry und Dandelion, die ohne zu Zögern Kehaars Lauf hinunterrennen. Campion hat nur eine Warnung für alle, sie sollen um ihr Leben rennen. Sie alle verstreuen, doch ehe das passiert ist bereits der große, schwarze Hund zwischen ihnen. Es ist natürlich der finale Schlag für die Efrafas. Einige von ihnen rennen in die Wälder, nur fünf sind so geistesgegenwärtig und springen in den bereits geöffneten Lauf. Woundwort alleine bleibt zurück und beweist, dass ihm die ganze Besessenheit mit dem Angriff, Bigwigs Widerstand und die Desertation seiner Gruppe verrückt gemacht hat. Er stellt sich wirklich dem Hund entgegen mit seinen ikonischen letzten Worten: "Come back, you fools! Dogs aren't dangerous! Come back and fight!" Damit ist der Kampf von Watership Down beendet, er endet mit einer klaren Niederlage der Efrafas und dem Ende von General Woundwort.

Watership Down Kapitel 46: Bigwig Stands his Ground

Ein sehr intensives Kapitel, denn jetzt beginnt auch für Bigwig der Kampf um Watership Down. Und bereits in der Einleitung bekommen wir einen großen Hinweis wie das Ganze für Woundwort ausgehen wird. Adams zitiert hier den Duke of Wellington, Arthur Wellesley, welcher als britischer Herrführer bei Waterloo gegen Napoleon kämpfte. Bekanntermaßen wurde Woundwort bereits mit Napoleon gleichgesetzt in einem der früheren Kapitel. Die britische Armee steht hier also in gewisser Weise für Bigwig, welcher alles gibt, um Woundwort zu aufhalten.

Groundsel verkündet, dass er so gut wie durch ist mit dem Loch. Wenn sich jetzt jemand nur schwach hineingräbt, wird die ganze Decke einstürzen. Woundwort fragt, was darunter sein wird: ein Bau oder ein Lauf. Groundsel denkt, es wird ein Bau sein, ein ungewöhnlich großer. Als nächstes fragt Woundwort wieviele Kaninchen wohl dort unten sein werden. Groundsel meint, womöglich keine, denn er hat keine Geräusche gehört, doch sie könnten auch absolut still verharren, um dann überraschend anzugreifen. Woundwort äußert sich jedoch verächtlich über die Watership-Down-Kaninchen, denn sie hätten bisher kaum gekämpft und einige ihrer Mitglieder wären in der Nacht geflohen. Wieder kann Woundwort das große Ganze nicht verstehen und gerade sein verächtliches Abtun der geflohenen Kaninchen führt ihn weiter Richtung Untergang. Er denkt jedenfalls, sie werden kaum Probleme mit den Kaninchen hier unten haben.
Groundsel hat jedoch Zweifel und gibt nach einigem Zögern zu, Angst vor dem Kaninchen zu haben. Er fürchtet zwar, dass vor dem General zuzugeben, doch er hält auch Ragwort für ein Kaninchen, welches sich so etwas nicht ausdenkt. Woundwort jedoch ist sehr zuversichtlich, falls dieses Tier auftaucht wird es feststellen, dass auch er ein Tier ist. Hier folgt die nächste Selbstüberschätzung, Woundwort ist der Meinung alles bekämpfen zu können, ohne zu wissen was es ist und an einem für ihn völlig fremden Ort.
Dann kehrt er zurück zur Böschung, wo schon Campion und Vervain auf ihn warten. Er verkündet seinen Plan. Er selbst wird als Erster hineingehen mit nur drei Kaninchen, die ihm folgen sollen. Vervain soll direkt hinter ihm bleiben und noch zwei weitere mitbringen. Groundsel hingegen soll vorerst in dem ausgehobenen Schacht bleiben und warten bis Woundwort ihn ruft. Der Gehorsam gegenüber Woundwort und wie er völlig ruhig verkündet als Erster das Gehege zu betreten erweckt wieder die Kampfgeister bei seinen Offizieren. Sie glauben, sie werden hier ohne großen Kampf triumphieren. In Nutley Copse war es so ähnlich, dort hatte Woundwort drei Kaninchen unter der Erde getötet und danach keinen großen Widerstand mehr gehabt.
Woundwort glaubt selbst, dass sie keine Probleme haben. Sobald einer der blockierten Läufe frei ist, soll Campion die restlichen Kaninchen nach unten bringen. Campion wünscht ihm Glück und Woundwort macht sich daran in die Honeycomb durchzubrechen. Er zögert keine Sekunde, weil das vielleicht wieder die anderen ängstigen könnte. Ihm ist egal was ihn unten erwartet, entweder er kämpft direkt oder er hat die Chance sich umzusehen, so und so läuft es auf einen Kampf hinaus, den er schon herbeisehnt. Für einen kurzen Moment hält der Schacht noch, dann bricht er und Woundwort fällt in das Innere. Sofort springt er nach vorn und hält sich an die nächste Wand, um einem Angriff zu entgehen, doch es folgt keiner. Er befindet sich neben einer leichten Aufschüttung von Erde, welche einen blockierten Lauf markiert.
Im nächsten Moment ist Vervain unten. Das dritte Kaninchen jedoch, Thunder, will nicht so recht hinein, sondern versucht den Schacht wieder zurückzuklettern. Woundwort fragt was los ist und Thunder meint nichts. Er hat jedoch ein totes Kaninchen ausgemacht, welches ihn für einen kurzen Moment irritiert hat. Auch Woundwort entdeckt es jetzt und untersucht es. Er meint, es wäre noch nicht lange tot, es ist zwar kalt, aber noch nicht steif. Trotzdem findet er es komisch, denn Kaninchen sterben normalerweise nicht unter der Erde und fragt Vervain nach seinem Rat. Vervain denkt nichts weiter, es ist ein sehr kleiner Rammler, welcher vermutlich nicht kämpfen wollte und deshalb von den anderen umgebracht wurde. Woundwort glaubt das nicht,denn es ist kein Kratzer an ihm. Sie sollen es jedenfalls ignorieren, denn ein Kaninchen dieser Größe kann eh nichts ausrichten und macht bei dem folgenden Kampf kein Unterschied. Wieder begeht Woundwort einen schwerwiegenden Fehler, denn Fiver ist nicht tot, nur in einer tiefen Trance und hilft den anderen auf eine Weise, die Woundwort jedoch nie vermuten würde.
Woundwort untersucht den Ort genauer, der wesentlich größer ist als die Ratskammer von Efrafa und entscheidet sich sofort, die Größe des Ortes zu seinem Vorteil zu nutzen, da er verlassen ist. Er befiehlt Groundsel noch vier weitere Kaninchen zu holen. Sie finden schon bald auf der Ostseite blockierte Läufe, welche Groundsel freischaufeln soll. Außerdem soll dieser weitere Kaninchen holen, welche die Wurzeln auf der Nordseite untersuchen sollen. Vervain entdeckt schon bald die nur mit loser Erde zugeschütteten Läufe auf der Südseite. Woundwort fragt, ob er an den Stellen Bewegung gehört hätte und als Vervain das bejaht, verlangt er von ihm die Stelle freizukriegen. Zwei Kaninchen sollen das Graben übernehmen und falls Bigwig dort ist, wird er sie angreifen, was genau das ist, was er will. Thunder und Thistle übernehmen diese Aufgabe, während Woundwort hinter ihnen wartet.

Noch vor dem Durchbruch war Bigwig klar, dass die Efrafas schon bald diese nur provisorisch zugeschütteten Läufe im südlichen Teil finden. Sobald es zum Kämpfen kommt, insbesondere mit Woundwort, rechnet sich Bigwig nur wenig Chancen aus, wenn er ihnen direkt gegenübersteht. Es wäre wichtig gerade Woundwort schwer zu verletzten, ehe es zu einem richtigen Kampf kommt. Deshalb befragt er Holly, der jedoch das Problem erkennt. Dieses Gehege wurde nie für die Defensive gebaut. In Sandleford gab es dafür zumindest den Lockeren Lauf (Slack Run), welcher dafür da war unter den Feind zu gelangen und an einer Stelle aufzutauchen, wo er es nicht erwartet.
Das bringt Bigwig auf die entscheidende Idee. Er wird sich ein Stück weit in den Untergrund eingraben, direkt hinter einer der blockierten Öffnungen und dann wird Holly ihn mit Erde bedecken. Mit viel Glück wird das nicht auffallen, weil hier eh alles durcheinander ist. Holly ist nur besorgt, ob die Efrafa auch die richtige Stelle werden. Deshalb verlangt Bigwig von ihm, sich dorthin zu stellen und Geräusche zu machen. Derweil befiehlt er Silver alle anderen aus der Honeycomb herauszuholen und in die Schlafbaue zu bringen. Pipkin will Fiver nicht zurücklassen, der noch immer völlig betäubt am Boden liegt, doch Bigwig muss ihm leider verkünden, dass sie Fiver zurücklassen müssen, was eine große Schande ist. Pipkin will bei ihm bleiben (die Loyalität des Kleinen ist wirklich bemerkenswert), doch Holly hält ihn davon ab. Sie brauchen jeden, den sie haben können und können froh sein, wenn Fiver der einzige von ihnen ist, der diese Nacht sterben wird. Bigwig jedenfalls lag bereits unter der dünnen Schicht Erde, ehe Woundwort durchgebrochen ist.

Thunder öffnet den zugeschütteten Lauf und Woundwort nimmt sofort mehrere Kaninchen in dem Lauf dahinter wahr. Er hofft, dass sie jetzt nach vorne kommen und ihn attackieren, doch nichts passiert. Woundwort macht sich für einen Kampf bereit und wir erfahren, dass er völlig anders kämpft als andere Tiere und Menschen. Er kalkuliert und berechnet nichts aufgrund der Anzahl seiner Truppen, sondern kennt nur zwei Arten von Kämpfern: diejenigen, die kämpfen wollen und diejenigen, die kämpfen müssen. Oftmals schon hat er größere Gruppen von Kaninchen nur durch seine Kampffähigkeiten beeindruckt und er ist schließlich Anführer eines großen Geheges. So denkt er nicht daran, dass viel zu wenige Kaninchen von hier unten sind und zunächst alle Läufe öffnen zu lassen und mit all seinen Truppen anzugreifen. Er will direkt angreifen, weil er spürt, dass diejenigen in diesem Lauf Angst vor ihm haben.
Zuvor gibt er jedoch noch Groundsel die Anweisungen, dass Campion alle seine Kaninchen nach unten bringen soll, sobald er die Läufe freigegraben hat. Mit Vervain als Deckung geht er dann in den Lauf hinein. Er bemerkt schnell zwei Rammler vor ihm, die sich jedoch vor ihm zurückziehen. Plötzlich jedoch bewegt sich unter ihm die Erde und ein Kaninchen beißt ihn in den Vorderlauf, genau dort, wo es sich mit dem Körper verbindet. Woundwort ist zunächst unfähig sich zurückzuziehen, schafft es aber dann dennoch auszuholen und seinen Angreifer zu verletzen. Dann richtet sich das andere Kaninchen in seiner Mulde auf und wirft Woundwort zurück. Ehe Woundwort wieder attackieren kann, hat es sich bereits aus der Angriffsreichweite begeben. Woundwort bemerkt, dass der Muskel in seinem Vorderlauf beschädigt ist und er somit nicht sein volles Gewicht auf diesen verlagern kann. Vervain fragt, ob alles in Ordnung ist, Woundwort reagiert darauf sehr gereizt, was zeigt, dass längst nicht alles in Ordnung ist.
Bigwig verkündet ihm, dass er ihn hoffentlich beeindruckt hat, wie er einst versprochen hat. Woundwort antwortet darauf nur, dass er versprochen hat ihn zu töten und diesmal kann ihm kein weißer Vogel helfen. Bigwig hofft, Woundwort wird wieder direkt angreifen, doch dieser hat seine Strategie schnell geändert und nähert sich dieses Mal vorsichtiger. Dabei bemerkt jedoch Bigwig, dass Woundworts Vorderlauf verletzt ist. Er benutzt seine Klauen um Woundwort an einem anderen Lauf zu verletzen, doch ehe er sich zurückziehen kann, beißt Woundwort ihm ins Ohr. Woundwort merkt, dass er durch sein Gewicht die Oberhand gewinnt und versucht Bigwig in die empfindliche hinten im Genick zu beißen, doch ehe er das schafft, gibt sein verletzter Vorderlauf nach und er fällt zur Seite. Bigwig schlägt zweimal in sein Gesicht und schafft es beinahe noch ein drittes Mal, ehe er sich zurückziehen kann. Beide Feinde stehen sich blutend gegenüber, während so langsam die ersten Sonnenstrahlen durch die Decke der Honeycomb scheinen.

Watership Down Kapitel 45: Nuthanger Farm Again

Die Spannung steigt und Hazel trägt seinen enormen Anteil dazu bei die Efrafas zu besiegen. Dafür verwendet Adams wieder ein Zitat aus dem Shakespeare Stück Julius Caesar, dieses Mal beschreibt es den Beginn der Schlacht und das jetzt die Kriegshunde freigelassen werden soll. Hier ist es nur ein einziger, doch es darf gespannt sein, welchen Schaden dieser anrichten kann.

Fivers Schrei hat nicht nur seine eigene Gruppe verunsichert, sondern auch die Efrafas. Thistle und Ragwort haben nämlich den offenen Lauf verlassen, weil sie besser lauschen wollten und werden von Woundwort dafür zurechtgewiesen wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückzukehren. Thistle jedoch schwört, dass da unten ein Tier ist, welches kein Kaninchen ist, worauf Woundwort nur fragt, ob er es gerochen hat. Thistle verneint das und er hätte auch keine Hinterlassenschaften wahrgenommen sowie Spuren, doch er ist sich ziemlich sicher, dass da unten ein Tier ist.
Auch andere Gräber haben ihre Posten verlassen und lauschen auf die Geräusche. Unruhe macht sich unter ihnen breit und ihnen kommen alle Erinnerungen mit den Watership-Down-Kaninchen wieder hoch. Immer ist bei deren Begegnung etwa Seltsames passiert. Sie hätten einen Fuchs gehabt, der Hauptmann Mallow getötet hat; einen weißen Vogel, der sich in einen Blitz verwandeln konnte und ein Tier welches sie den Fluss heruntergetragen hat. Das reicht für einen sogar, um leise vorzuschlagen nach Hause zu gehen. Darüber ist Woundwort jedoch sehr erzürnt und fragt ihn offen, ob er nach Hause will, er hätte die Erlaubnis. Dieses Kaninchen rührt sich nicht. Schließlich fragt er, ob noch andere gehen wollen. Es wäre jedoch keine Offiziere dabei, die sie auf dem langen Weg beschützen können, denn diese müssen alle graben, so auch er. So fordert er Groundsel und Vervain wieder auf das geplante Loch für den Durchbruch zu erweitern. Thistle soll derweil Hauptmann Campion holen.
Dieser berichtet von den drei Kaninchen, welche geflohen sind und sich in nördliche Richtung begeben haben. Er wäre ihnen gefolgt, doch Thistles Botschaft hätte ihn abgehalten. Woundwort ist es jedoch egal, dann sind es drei weniger, die sie bekämpfen müssen. Ragwort verkündet im gleichen Moment, der offene Lauf wäre jetzt auch blockiert. Das nutzt Woundwort direkt, damit er jetzt bei dem Graben mithelfen kann, um eine Wurzel zu entfernen. Sie kommen einem Durchbruch immer näher, auch wenn sie noch immer graben als das erste Sonnenlicht zu sehen ist.

Hazel, Dandelion und Blackberry treffen sich derweil auf dem abgeernteten Feld wieder, welches kaum Deckung bietet. Er hat seinen Plan erläutert und führt sie weiter unter dem Mast hindurch in Richtung Nuthanger Farm. Dandelion hält das Ganze für eine große Aufgabe, doch er sieht auch ein, dass es die einzige Chance ist das Gehege zu retten.
Sie gehen also weiter, scheuchen einige Wachteln auf und kommen schließlich zum Straßenrand. Hier soll Blackberry bleiben und warten. Er soll sich bedeckt halten und nicht zu früh losbrechen. Von ihnen allen behält er den kühlsten Kopf und das soll er nutzen, um zum Gehege zurückzukehren, wo er sich sofort in Kehaars Lauf begeben soll. Blackberry zeigt sich nur besorgt, weil es bis zum Elektromast keine Deckung. Hazel meint, wenn es zu schlimm kommt, soll er immer wieder aus der Hecke hervorbrechen.
Er bleibt zurück, während Dandelion und Hazel über die Straße gehen und dem Feldweg nach oben zu dem Bauernhof folgen. Sie stellen fest, dass frische Wurzeln in den Hütten sind und entscheiden sich für einen Überfall, sobald diese ganze Sache mit Efrafa überstanden ist. Schließlich erreichen sie auf direktem Weg die Nuthanger Farm, welche immer noch ruhig unter den Ulmen steht. Ein gelbes Blatt deutet hier bereits den kommenden Herbst an und es ist an der Stelle die Frage, ob es der Anfang vom Ende für die Watership-Down-Kaninchen oder für Woundwort ist.
Sie sind jedenfalls rechtzeitig da, denn der Hund schläft immer noch und ist auch noch immer mit einem Seil gesichert, welches an der Hütte befestigt ist. Hazels Plan sieht natürlich so aus, den Hund loszureißen, und durch Dandelion und Blackberry inmitten der Efrafas zu führen. Dandelions Aufgabe ist es jetzt, sich gegenüber der Hundehütte hinzulegen und genau auf den Hund zu achten, während Hazel das Seil durchnagen wird. Sobald es fällt, soll er die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich ziehen und schnurstracks zu Blackberry rennen. Natürlich ist Dandelion dafür das geeignetste Kaninchen, denn er ist der schnellste von ihnen. Zur Not soll er auch die Hecken als Deckung nehmen, doch Dandelion soll aufpassen, denn mit dem Seil könnte sich der Hund darin verheddern. Dandelion ist beeindruckt und meint, wenn sie sich wiedertreffen hätte sie die beste Geschichte überhaupt zu erzählen, eine Aufgabe die gerne auch wieder Dandelion übernehmen kann, wie Hazel meint.
Es ist hier natürlich das äußerste Mittel zu dem sie greifen und es zeigt wie unnatürlich Woundwort für ein Kaninchen ist. Hazel muss sich mit Nuthanger Farm nicht nur seinen Ängsten stellen, also dem Ort, wo er fast gestorben wäre, nein sie brauchen elil, um Kaninchen loszuwerden. Und dass es ein Hund ist, der ihnen indirekt helfen soll, ist umso paradoxer, da die Kaninchen von Hunden nicht viel halten. Jetzt ist er jedoch der einziger der elil, der ihnen wirklich effektiv helfen kann, da Hunde Kaninchen oft nur aus dem Jagdtrieb heraus verfolgen und töten.
Hazel geht vorsichtig zu der Hundehütte und hat Glück, dass ein Strohballen ihm den Weg auf das Dach erleichtert. Er ist extrem verängstigt, denn alle seine Instinkte sagen es ihm, dass er rennen soll. Man kann es ihm kaum verübeln, denn er ist als Kaninchen gezwungen sich in unmittelbare Nähe von elil zu begeben, wo doch jedes Kaninchen dort sofort wegrennen würde. Er hofft, dass die Farmgerüche noch seinen eigenen Geruch vor dem Hund verbergen. Dann fängt er an das Seil zu durchnagen, welches ihm einfacher fällt als bei dem Seil, welches an dem Stechkahn befestigt war. Der Vorteil ist, dass dieses Seil hier nicht so nass und schlüpfrig ist. Als er ungefähr die Hälfte durchgenagt hat, spürt er wie der Hund sich unter ihm bewegt. Er streckt sich kurz, gähnt und schläft dann weiter. Hazel kann jetzt auch egal sein, ob der Hund ihn hört, denn nur Dandelion ist jetzt wichtig. Hauptsache der Hund kann sich losreißen, sobald er Hazel bemerkt.
In dem Moment blickt er zu Dandelion und ist erschrocken, als er sieht wie sich die getigerte Katze vorsichtig an ihn anschleicht. Dandelion nimmt sie nicht wahr, weil er nur auf den Hund fixiert ist. Hazel stampft zweimal laut auf das Dach auf und Dandelion reagiert sofort. Er springt weg. Im nächsten Moment landet die Katze genau dort, wo er gewesen ist. Bei diesem Lärm erwacht der Hund endgültig, bellt kurz und springt aus der Hundehütte hervor. Das Seil kann ihn nur kurz halten, dann reißt es an der Stelle, wo Hazel es durchgenagt hat und der Hund rennt Dandelion hinterher. Vorher jedoch fällt noch die Hundehütte um. Hazel landet unsanft auf seinem verletzten Hinterlauf, kann sich jedoch weiter bewegen und überlegt, ob er irgendwie den Graben außerhalb des Bauernhofs erreicht.
In dem Moment springt ihn jedoch die Katze an und hält ihn am Boden. Spöttisch fragt sie: "Can you run?", hissed the cat. "I think not." Und mit diesem fiesen Cliffhanger werden wir jetzt zurückgelassen, während sich das Geschehen wieder auf Watership Down richtet.