Freitag, 2. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 17: The Shining Wire

Passend zu einem der düstersten Kapitel in Watership Down, beginnt auch Adams mit einem sehr düsteren Zitat. Es ist aus dem Gedicht The Witnesses von W. H. Auden, einem amerikanischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Das Gedicht selbst deutet auf die totale Überwachung durch zwei Männer hin. Die hier zitierte Passage zeigt, was sich hinter einer schönen, grünen Landschaft wirklich verbirgt: Etwas sehr Ungemütliches und plötzlich tauchen auch Männer mit Gewehren auf (die wahrscheinlichste Deutung von "the bolt is sliding in its groove"), ein schwarzer Van, eine Frau mit dunklen Gläsern, bucklige Chirurgen und der Scherenmann. Wahrscheinlich sind es alles Metaphern für den Tod. So wird es wohl auch Adams interpretiert haben, denn hinter dem Gehege mit den wohlgenährten Kaninchen, wo es keine Feinde und immer schönes Futter gibt, verbirgt sich der Tod.

Was Schreckliches passieren wird, deutet sich bereits in Hazels schrecklichem Traum an, welchen er nur bekommt, weil Fiver wieder geht. Er träumt davon zusammen mit Cowslip die harten Eibenbeeren einzusammeln, welche sie in den Bau bringen sollen, wo sie verzehrt werden. Fiver ruft noch, er solle es nicht tun, doch dann taucht schon Bigwig auf, dessen Mund ganz rot ist von den Beeren und er meint er hätte einen neuen Weg gefunden, Hazel solle nur fragen wohin. Dann spuckt Bigwig sie aus, weil er meint sie wären zu hart (wie Draht) und zu kalt, um sie zu beißen.
Die Metaphorik ist im Angesicht der kommenden Ereignisse brillant und vermutlich hätte Fiver oder Blackberry verstanden, was passieren wird. Bekanntermaßen sind die Früchte der Eibe giftig und ich denke wenn sie für Menschen schon giftig sind, dann auch für Kaninchen. Bigwigs roter Mund und seine Aussage er hätte einen neuen Weg gefunden ist nichts weiter als eine Metapher für seinen Tod. Tatsächlich wird die Eibe im europäischen Raum häufig mit Tod assoziiert.
Hazel erwacht aus seinem Alptraum und zittert. Ihm fehlt die Wärme der anderen Kaninchen, was daran liegt, dass Fiver fort ist. So ergeht es auch Bigwig, welcher auch im Schlaf auf der Suche nach einem Kaninchen ist und daher zittert. Sofort weckt Hazel Bigwig und meint Fiver wäre weg. Bigwig fragt, wo er hingegangen ist und Hazel antwortet darauf. In gewisser Weise ist das sehr wichtig, denn wir wissen wie mit "Where"-Fragen in diesem Gehege umgegangen wird. Doch Hazel und auch Bigwig scheinen noch nicht vollständig in dem Nebel eingetaucht zu sein, wie es Fiver im letzten Kapitel prophezeit hat. Natürlich kann Fiver nur draußen sein, denn er hasst das Gehege. Er ist also draußen und Hazel ist dazu entschlossen ihn zu finden, denn womöglich könne er doch auf elil treffen, egal was Strawberry gesagt hat. Bigwig ist bereit Fiver diesmal eine Lektion zu erteilen durch Gewalt und Hazel würde ihm sogar dabei helfen. Es ist interessant und traurig zu sehen wie sehr sich Hazel gewandelt hat und sogar bereit wäre Fiver physische Gewalt durch Bigwig anzutun, obwohl er zu Beginn der Reise noch versprochen hat, dass die Schwachen unter ihm nicht zu leiden haben. Das zeigt auch auf sehr alarmierende Art und Weise wie sehr Hazel schon von seinem ursprünglichen Vorhaben und Ideen in diesem Gehege abgekommen ist.
Beide haben jedoch ihre alten Instinkte noch nicht ganz verloren, denn auch Bigwig entscheidet sich dafür erst einmal nach Feinden Ausschau zu halten ehe sie rausgehen, egal was die anderen Kaninchen dazu sagen würden. Tatsächlich ist eine Eule draußen, welche jedoch wieder verschwindet, weil sie zweimal heult. Bigwig hält das jedoch für eine Täuschung und meint viele Feldmäuse würden darauf reinfallen, doch Hazel hat keine Zeit mehr und so beginnen sie nach Fiver zu suchen. Er ist nicht unter dem Eibenbaum, da es jedoch frisch geregnet hat, können sie seiner Spur einfach folgen und finden ihn schließlich beim silflay in der Nähe der Bachquelle. Interessant ist, dass Fiver ein Stück Karotte überhaupt nicht angerührt hat, obwohl sie nahe bei ihm liegt.
Sie nähern sich Fiver in aller Ruhe und Hazel bereut es schon Bigwig mitgenommen zu haben, denn Fiver sitzt ganz ruhig da ängstlich und könne niemandem ein Leid antun. In dem Zustand könnte ihn Hazel mit Sicherheit beruhigen, jedoch ist es jetzt zu spät um Bigwig zu beruhigen. Zu Hazels Erstaunen bleibt aber zunächst auch Bigwig ruhig, offenbar erwartet er wieder, dass Hazels die Initiative ergreift.
Schließlich bricht Fiver das Schweigen und eröffnet ihnen, dass er gehen wird. Es macht ihn traurig und er würde Hazel alles Gute wünschen, doch dieser Ort bietet nichts Gutes. Hazel fragt wohin er geht und Fiver sagt, er würde zu den hohen Hügeln gehen. Das hält Hazel für verrückt, denn er würde alleine kaum überleben. Das bekräftigt auch Bigwig. Doch Fiver meint zu Bigwig nur: "You are closer to death than I", was beunruhigender Weise sehr sehr richtig ist. Darüber wird Bigwig ungehalten, doch Hazel unterbricht ihn. Bigwig ist perplex, weil sie dachten sie würden Fiver zurück zum Gehege bringen. Hazel hat sich jedoch dazu entschlossen, wenn Fiver dieser Ort so sehr widerstrebt, ihn gehen zu lassen und will ein Stück mit ihm gehen. Bigwig soll lediglich den anderen Bescheid sagen, wo er ist. Er würde jedoch gegen ni-Frith zurück sein, vielleicht sogar sie beide. Darüber wird Bigwig erst recht ungehalten und herrscht Fiver böse an. Er meint Fiver hätte nie gelernt Befehle zu befolgen und es geht immer nur um ihn selbst. Dann verspottet er ihn noch. Bigwig ist wütend darüber, dass er das Leben eines ihrer besten Kaninchen aufs Spiel setzt, nur weil er wie eine verwirrte Feldmaus umherziehen will. Es reicht Bigwig, er hat genug von Fiver und wird auch dafür sorgen, dass die anderen mit ihm fertig sind.

Dann springt Bigwig durch eine Lücke im Gebüsch und plötzlich vernehmen Hazel und Fiver einen seltsamen Aufruhr. Sie hören das Treten und Ausschlagen eines Kaninchens, ein Stock wird in die Höhe geschleudert und ein Haufen Blätter fällt durch die Lücke. Hazel und Fiver sind zu Tode verängstigt und sind kurz davor zu Fliehen. Sie können sich jedoch nicht erklären welcher Feind ein Kaninchen so lautlos tötet, sodass keines von beiden ein Geräusch abgibt. Entgegen all ihrer Instinkte gehen sie durch die Lücke und entdecken etwas Schreckliches. Bigwig ist in einer Schlinge gefangen. Ein dünner Kupferdraht, welcher an einem Pflock gespannt ist, hat sich um seinen Hals geschlungen und droht ihn zu ersticken. Der Draht hat bereits seine Schulter verletzt und Hazel sieht Bluttropfen herunterfallen, welche so rot sind wie die Eibenbeeren. Bigwig versucht gegen die Schlinge anzukämpfen, hat jedoch keine Chance und wird immer erschöpfter. Er hat sich selbst gebissen und ihm läuft bereits Schaum aus dem Maul.
Hazel fragt ihn, was sie tun sollen und mit letzter Kraft schafft es Bigwig ihm zu erklären, dass es nichts bringt den Draht durchzubeißen. Sie müssen den Pflock ausgraben. Hazel schickt Fiver los, um die anderen zu holen. Derweil versucht Hazel den Pflock auszugraben, doch da er ihn nicht sieht und nicht genau weiß was er ist, gräbt er nur vorsichtig in der Erde bei Bigwigs Körper. Dann ist Blackberry da und er überlässt ihn das Überlegen. Auch der Rest ihrer Gruppe ist gekommen und Hazel erinnert sich kurz daran zurück, als er den Kirschbaum sieht wie noch vor wenigen Tagen hier Bigwig und Hawkbit gespielt haben. 
Jetzt sind alle entsetzt und wollen näher zu Bigwig, doch Hazel hält sie zurück bis Blackberry eine Idee hat. Dann fragt Hazel nach, ob Cowslip kommt. Vermutlich wüsste er was zu tun ist. Pipkin erklärt jedoch, Cowslip würde nicht kommen. Er hätte gemeint, sie sollten nicht darüber reden. Hazel ist darüber entsetzt, doch ehe er weiter darüber nachdenken kann, hat Blackberry die Idee. Der Draht führt zu einem Pflock und wenn sie diesen ausgraben wäre Bigwig frei. Sofort beginnen sie alle damit. Zuerst Hazel, dann Silver, dann Buckthorn und schließlich weil der Pflock immer dünner wird nach unten zu müssen die kleinen ran. Zuerst Pipkin, welcher sich an den Pflock leicht verletzt, jedoch meint er wäre fast durch. Fiver kann den Pflock schließlich durchbeißen und Bigwig ist frei.
Blackberry geht zu Bigwig und sagt ihm er wäre frei, doch er bewegt sich nicht und hört auch kein Atmen. Schließlich glaubt Blackberry, dass Bigwig tot ist. Auch Hazel versucht noch einmal nach Lebenszeichen zu schauen, doch es ist vergebens. Von Bigwig ist kein Lebenszeichen zu verspüren. Hazel merkt, dass er sofort handeln muss und von Bigwig wegführen muss, bevor sie aufgrund des toten Körpers alle in Verzweiflung geraten. Noch dazu würde bestimmt der Mann und den armen Bigwig mitnehmen. Sie selbst und auch er wäre am besten dran, wenn sie die Sache schnell vergessen und aus ihrem Kopf bekommen. Hier zeigt sich die sehr pragmatische und kühle Seite der Kaninchen und sie zeigt auch, dass der Tod ein ständiger Begleiter von ihnen ist. Blackberry rezitiert noch einen sehr interessanten Ausspruch: "My heart has joined the Thousand, for my friend stop running today." Worte, die einem in Erinnerung bleiben und immer mit Kaninchen verbinden werden.
Blackberry fragt sich was sie jetzt ohne Bigwig machen werden und Hazel meint, sie müssten die anderen schnell ablenken und am Leben bleiben. Er bittet Blackberry um Hilfe, weil er befürchtet, dass es ihm alleine nicht gelingt. Er schaut sich nach Fiver um, doch findet ihn nicht und er schämt sich nach Fiver zu fragen, weil es schwach wirken würde. Hazel ist offensichtlich der Meinung in der jetzigen Situation müsse er Stärke zeigen und mit gutem Beispiel vorangehen, sodass sie nicht verzweifeln. Er findet schließlich doch eine Möglichkeit und herrscht Pipkin an, seine Nase zu säubern, welche noch immer voller Blut ist, weil er sonst elil anzieht. Hazel wirkt hier herrisch und autoritär, fast schon tyrannisch, doch es ist verständlich: er hat eben einen guten Freund verloren und muss jetzt die schwierige Aufgabe übernehmen die anderen davon abzulenken und weiterzuführen. Er fragt auch nach was Pipkin meinte was mit Cowslip war und warum er zu Fiver meint, dieser solle ruhig sein. Pipkin erklärt es ihm: Cowslip, Strawberry und die anderen hätten so getan als hätten sie nichts gehört, obwohl Fiver es laut genug ausgerufen hätte. Silver hätte noch einmal versucht mit ihnen zu reden, doch als Fiver in Ruhe mit Cowslip reden wollte, hätte dieser ihn sogar gekratzt mit den Worten "Hills or Inlé, it's all the one to me where you go. You hold your tongue." Offensichtlich hat Fiver versucht ihm zu erklären, wo sie hingehen wollen und das es einen besseren Ort als diesen gibt. Cowslip wollte jedoch nichts davon wissen.
In genau dem Moment erwacht auch Bigwig. Sein Anblick ist jedoch schrecklich, denn noch immer ist seine Schnauze über und über mit Blut und Schaum bedeckt, sodass er eher wie ein Dämon aussieht als ein Kaninchen. Das erschrickt die anderen eher als das sie bei seinem Anblick mit Erleichterung erfüllt sind. Schließlich verspricht er Cowslip zu töten und will, dass ihm jemand den Draht abnimmt. Hazel hält  die anderen jedoch zurück und meint Bigwig müsse ausruhen, sich erholen und erst einmal wieder zu Atem kommen. Doch Bigwig meint, ihm gänge es schon wieder gut und er könne nur seine Hinterbeine nicht bewegen. Und er verspricht wieder, dass er Cowslip töten wird.
Silver nimmt das auf und will sie alle aus ihrem Bau vertreiben. Denn welche Art von Kaninchen würden so etwas tun wie Bigwig sterben zu lassen. Er glaubt, dass sie alle Feiglinge sind. Sie könnten das Gehege einnehmen, alle töten und dort selbst leben. Die anderen nehmen den Kampfschrei auf, doch dann kommt Fiver hinzu und spricht bedrohlich auf sie alle ein. Er schafft es trotz seiner Größe sie alle einzuschüchtern selbst Hazel und ermahnt sie. Sie wären Narren, wenn sie das Gehege übernehmen würden. Der ganze Ort ist eine einzige Todesfalle, denn alles ist voller Schlingen. Jetzt versteht er auch alles was passiert ist seit sie hierhergekommen sind und erzählt eine Geschichte. Auch für den Leser ergibt jetzt alles Sinn.

Fiver erzählt die Geschichte, wonach dies ein ganz gewöhnlicher Bau gewesen ist, der jedoch von der Myxomatose heimgesucht wurde, sodass nur noch wenige Kaninchen überlebt haben. Dann hat sich der Farmer überlegt, die Zahl der Kaninchen wieder zu vergrößern, sie jedoch zu einem Teil seiner Farm zu machen. Er tötet alle elilund streut Futter aus, jedoch nicht direkt vor dem Gehegen, sondern ein Stück entfernt, sodass jedes Kaninchen durch das Unterholz gehen muss, wo die Schlingen sind. Er legt jedoch nicht zu viele aus, sodass nicht alle sterben, sondern nur so viele, sodass die Kaninchen bleiben.
Eine Schlinge ist eine furchtbare Falle, um Kleintiere zu töten. Mittlerweile ist sie im Vereinigten Königreich auch größtenteils verboten, weil sie nicht nur die gewünschte Beute tötet, sondern auch andere geschützte Kleintiere. Kaninchenschlingen wurden meistens verwendet, um die horrende Population an Kaninchen einzudämmen. Hier jedoch geht der Farmer wesentlich perfider vor. Er benutzt die Schlingen quasi, um beständig Kaninchenbraten und Felle zu haben. Schlingen sind einfach herzustellen und töten besonders sauber - im Gegensatz zu Gewehren. Wie grausam ein solcher Tod für ein Kaninchen ist zeigt jedoch Bigwigs Leiden, welcher fast daran erstickt wäre und es sind mit Sicherheit einige Minuten vergangen, ehe Fiver den Pflock durchgebissen hatte. Allein aus Tierschutzgründen dürfte eine solche Verwendung der Schlingen verboten sein, erst Recht wenn sie auf eine solch fiese Art verwendet wird wie von dem hier dargestellten Farmer. Ich frage mich, ob Adams wirklich jemanden kannte, der sich Kaninchen auf diese Art und Weise gehalten hat. Zumindest hat er es geschafft, dass sich die Aufmerksamkeit vieler Briten auf eine solche Art der Kaninchenhaltung richtet und zeigt wie brutal so eine Schlinge doch ist.
Die Kaninchen jedenfalls entschieden sich nicht dazu fortzulaufen, sondern sich anzupassen. Schließlich wurden sie gefüttert und wurden zu gesunden, kräftigen Kaninchen, die nichts zu fürchten hatten außer die schimmernden Drähte. Das änderte letztendlich auch ihr Verhalten. Sie vergaßen El-ahrairah, weil sie keine Tricks mehr brauchten und kein Trick half gegen die schimmernden Drähte. So trat an der Stelle von El-ahrairah der Gesang der Vögel in ihr Leben. Sie wurden zu Poeten, Künstlern und Tänzern. Schließlich redeten sie sich ein, dass sie auf diese Art am besten dran waren und doch tolle Leute sind und fühlten sich klüger als alle anderen Kaninchen. Sie brauchten kein Oberkaninchen, weil sie El-ahrairah nicht kannten und den Tod nicht zu fürchten brauchten - außer dem einen auf den auch El-ahrairah keine Antwort gekannt hätte. Frith sandte ihnen schließlich gute Sänger - sprich die Kaninchen, welche zu Poeten wurde - die zwar auch das furchtbare Geheimnis des Ortes kannten und darunter zu leiden hatten, jedoch die Wahrheit verdrängten und sich somit der Falschheit hingaben. Ihre Gedichte waren Ausdruck dieser Falschheit, weil sie glaubten Kaninchen bräuchten Anstand und Duldung ihrer Umstände. Sie fingen an sich einzureden den schimmernden Draht zu lieben und anzubeten.
Hier ist jetzt ein Punkt erreicht, wo mir diese Kaninchen einfach nur Leid tun. Es wäre wesentlich einfacher Menschen für ihr Verhalten zu kritisieren. Bei Kaninchen ist es jedoch anders, denn Kaninchen haben von Natur aus viele Feinde und auch oft Probleme an Futter zu kommen. Nach einer schweren Krise bietet ihnen der Mensch praktisch ein sorgenfreies Leben, jedoch mit einer schrecklichen Einschränkung: hinter jeder Heckenreihe lauert der Tod. Seit einigen Generationen befinden sich die Kaninchen somit in ständiger Todesangst und Furcht. Sie kanalisieren diese Furcht jedoch in Gedichte, Gesang, Tänze und Figuren, weil sie somit der Wahrheit nicht ins Auge blicken müssen. Jede Sekunde kann ihr Leben beendet sein, wenn sie in die falsche Hecke springen. Sie glauben sich damit überlegen zu fühlen und durch Verdrängung, Leugnung und Schönreden ihr Schicksal zu verbessern. Wären es Menschen, würde ich sagen: Lehnt euch auf! Kämpft dagegen an! Doch was kann ein Kaninchen dagegen ausrichten? Es ist für sie zu spät. Sie haben ihre ursprünglichen Wege verlernt, sodass sie außerhalb des Geheges elil zum Opfer fallen würden. In dem Gehege wartet jedoch auch der Tod auf sie, jedoch ungewisser als in freier Natur. Tatsächlich befinden sich die Kaninchen in einer perfekten Zwickmühle.
So ist es weniger verwunderlich, dass es bei ihrer Verdrängung und Leugnung der Wahrheit eine strikte Regel gibt: es darf niemals gefragt werden, wo ein anderes Kaninchen ist. Schon zu fragen wo ist es wäre schlimm, die Existenz der schimmernden Drähte offen zuzugeben ist jedoch intolerabel, weshalb die Kaninchen sogar kämpfen würden. Ein Kaninchen, welches von den Drähten geholt wurde, hat somit nie existiert. Es ist ein schrecklicher Gedanke, jedoch bewahrt nur dieses Vergessen und Verdrängen (und in der Hinsicht haben es Kaninchen einfacher als wir Menschen) sie davor, sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Wieder ist ihnen kaum ein Vorwurf zu machen.
Schließlich erzählt Fiver, welche Rolle ihre Gruppe gespielt hat. Sie haben also Neuankömmlinge bemerkt, welche durch die Heide kamen. Jetzt mussten sie entscheiden was zu tun ist, doch es gab nur eine Möglichkeit und diese ist wirklich perfide und fies. Wenn sie Hazels Gruppe einladen würden bei ihnen zu wohnen und nichts von den schimmernden Drähten erzählen würden, so würde sie alle einen Tag länger leben, denn Kaninchen mit ihren Urinstinkten würden viel wahrscheinlicher in die Hecken springen. Dann kommt Fiver auf die Tatsache zu sprechen, dass sie es abgelehnt haben als Blackberry vorgeschlagen hat, dass Hazel ihnen von ihren Abenteuern erzählt. Fiver glaubt sie wollten nichts hören, denn wer will Geschichten über fremde Tapferkeit hören, wenn er selbst keine besitzt und beschämt ist über das was er ist und wer will eine ehrliche Geschichte von jemandem hören, den er täuscht.
Fiver meint, er könnte das noch endlos so fortsetzen. Es lässt sich so erklären, warum Silverweed, ein so junges Kaninchen für Fiver bereits nach kommendem Tod riecht. Warum alle Kaninchen eine gewisse Traurigkeit umgibt. Es erklärt perfekt warum sie die El-ahrairah-Geschichte abgelehnt haben; auch warum Strawberry Kingcup nicht finden konnte, jedoch bezüglich dieses Umstandes kaum besorgt war.
Für Fiver ist klar, dass wenn sie hierbleiben Elend und Tod ausgesetzt sind, unter einem Dach aus Knochen leben und auch dem schimmernden Draht huldigen müssten. In dem Moment spricht Bigwig zu ihm und sagt, er ist am Leben wegen Fiver sowie alle anderen auch. Er hätte durch einen dickeren Pflock beißen müssen als den, den er eben durchtrennt hat. Bigwig ist jetzt bereit auf ihn zu hören. Das ist ein wichtiger Moment für die Entwicklung in der Gruppe. Erst durch dieses traumatische Erlebnis - dem Fasttod von Bigwig - fangen die anderen außer Hazel (wobei er auch schon gezweifelt hat) endlich an, Fivers Vorahnungen und Visionen ernstzunehmen. In gewisser Weise wird Fivers Rat ab jetzt nicht nur von Hazel akzeptiert, sondern von allen. So sind alle bereit mit Fiver mitzugehen, als er verkündet, er würde zu den hohen Hügeln gehen. Er führt sie auch weg von dem Gehege.
Sorgen bereitet nur der Draht, welcher noch immer um Bigwig gespannt ist. Hazel befürchtet, er könne sich wieder enger ziehen. Silver meint, er solle versuchen ihn loszuwerden, sonst kommen sie nicht weit. Bigwig wird es versuchen, sobald sein Genick nicht mehr so schmerzt.
In dem Moment bemerken sie ein Kaninchen, welches von dem Gehege aus kommt. Bigwig bedauert es nur, dieses nicht selbst bekämpfen zu können und bittet Silver darum. Es bewegt sich so seltsam, sodass Buckthorn für einen Moment denkt, es hätte die weiße Blindheit, also Myxomatose. Doch Hazel beruhigt ihn, dass es nicht so ist und schließlich erkennt Dandelion, dass es Strawberry ist. Dieser sieht jetzt nicht mehr so selbstsicher ist, sondern ihn umgibt eine gewisse Traurigkeit. Er fragt, ob Hazel gehen würde. Hazel antwortet nicht, doch Silver erwidert nur scharf, was es ihn kümmern würde. Strawberry will mit ihnen mitgehen. Doch Silver meint, sie würden sich nicht um Kreaturen kümmern, welche sie täuschen wollen, er könne zurückgehen zu Nildro-hain. Strawberry meint jedoch, die Drähte hätten sie erwischt. Silver möchte wieder was sagen, doch Hazel erlaubt es ihm mitzukommen, womit sich wieder zeigt welche großartige Qualitäten Hazel als Anführer hat. Er erkennt, dass Strawberry nicht länger dazu bereit ist, eine Lüge zu leben und nicht vorgeben kann, er hätte Nildro-hain nie gekannt. Auch ihm ist dieses Leben zuwider und er sieht in Hazels Gruppe die Chance auf ein besseres und wer wäre Hazel es ihm zu verweigern. Nildro-hains Tod ist vermutlich schon passiert bevor das flayrah, denn wir erinnern uns, an de Tag wollte Strawberry sie holen. Jedoch taucht Nildro-hain die ganze Zeit über nicht auf.
Schließlich ziehen sie zusammen los. Symbolisch dafür, dass sie auch das trügerische Gehege der Schimmernden Drähte hinter sich gelassen haben, bleibt der Draht, welcher sich um Bigwig gespannt hat zurück. Auf ihrem Weg nach Watership Down hat Hazels Gruppe das größte Hindernis überwunden und es waren keine elil gewesen.

In gewisser Weise ist das Gehege der Schimmernden Drähte eine der ausdrucksstärksten Bilder in Watership Down. Bigwig in der Schlinge wurde sogar makabrerweise als Poster für den Film verwendet. Es ist jedoch eine sehr aussagekräftige Metapher für Täuschungen und Falschheit, welche uns überall im Leben begegnen. Die äußere Fassade scheint wunderbar zu sein und wie das Paradies, doch darunter lauert Elend, Verderben und Tod. Es gibt soviele Beispiele auf die sich das anwenden lässt: schmierige Verkäufer oder Vertreter, welche freundlich auftreten, ein Produkt als das Beste überhaupt anpreisen und hinten heraus betrügen sie einen nur und wollen an das Geld kommen. In Wirklichkeit ist das Produkt eher minderwertig. Die Schimmernden Drähte sind eine gute Lektion dafür nie etwas im Leben, was man einfach so geschenkt bekommt, für bare Münze zu nehmen, sondern immer vorsichtig und verdächtig zu sein, denn auf den ersten Blick sieht man nur das Gute, doch darunter ist fast immer ein schimmernder Draht, der einen zu Tode würgen könnte.
Im übrigen hat auch Stephen King die Metapher des Schimmernden Drahtes in einigen seiner Werke aufgenommen und verwendet.

Somit ist auch der erste Teil von Watership Down beendet. 


Watership Down Kapitel 16: Silverweed

Ein sehr schwierig zu interpretierendes Kapitel beginnt dementsprechend auch mit einem sehr interessanten aber schwer zu interpretierenden Gedicht eines eines englischen Dichers. Es heißt Four Postures of Death und ist von Sidney Keyes, welcher schließlich als Soldat im Zweiten Weltkrieg fiel. In dem Gedicht, von dem Adams nur die erste Strophe zitiert, geht es um eine Jungfrau und dem Tod. Der Tod macht ihr Komplimente und nennt ihr Gründe, warum er sie zu sich holt. Sie ist zu schön, um vom Wind zerzaust, von der Sonne verbrannt zu werden. Er selbst wäre zwar ein armes, ramponiertes Ding, doch er ist freundlich zu dem traurigen Tänzer und zu den tanzenden Toten. Das Gedicht geht in der Form weiter. Es berührt und spiegelt eine gewisse Traurigkeit und Melancholie wieder. Offensichtlich handelt es von einer wunderschönen Frau, die jedoch suizidgefährdet ist und den Tod als Gefährten allen irdischen Dingen vorzieht. So ähnlich wirkt auch Silverweeds Gedicht.

Nachdem Dandelion seine Geschichte beendet hat, verspürt Hazels Gruppe zum ersten Mal so etwas wie Stolz seit sie in das neue Gehege gekommen sind. Bisher sahen sie immer schlechter aus neben den gutgenährten, melancholischen Kaninchen, die Figuren bauen, allen Fragen ausweichen und eine distanzierte Art zur Natur haben. Hazel hofft, dass sie jetzt zeigen konnten, keine Gruppe von Vagabunden zu sein, jeder müsste eine solche Geschichte bewundern.
Jedoch haben sich diese Kaninchen schon so weit von der üblichen Art der Kaninchen distanziert, sodass sie Geschichten nicht mehr zu schätzen wissen. Für Cowslip sind die Geschichten über El-ahrairah schon altbacken und Strawberry selbst gibt zu, dass sie nur funktionieren, wenn man El-ahrairah und Rabscuttle glaubt. Daraufhin muss Hazel Bigwig zurückhalten, weil er schon wieder droht aggressiv zu werden und Bigwig hört ihn auf. Wieder funktioniert es also, dass Hazel ihn kontrollieren kann und sein Ausbrüche im Zaum hält.
Hazel selbst verkündet, die Geschichten würden sich nicht ändern genauso wie sie sich selbst nicht geändert haben. Sie würden noch immer so leben wie ihre Vorväter. Er sieht jedoch auch ein, dass hier alles neu ist und so ist er gespannt, welche Geschichten sie erzählen. Cowslip eröffnet ihm jedoch, dass sie keine der alten Geschichten erzählen, sondern Gedichte und Geschichten aus ihrem eigenem Leben rezitieren. El-ahrairah bedeutet ihnen nicht mehr viel, auch wenn sie Dandelions Geschichte dennoch bezaubernd fanden. Das hier ist der entscheidende Punkt: diese Kaninchen haben sich so weit von ihren Wurzeln entfernt, sodass sie selbst das große Vorbild schon fast vergessen haben. Eigentlich kann dies kein Ort für Hazels Gruppe sein, doch noch merken sie es nicht und das dunkle Geheimnis dieses Geheges ist noch immer nicht enthüllt.
Blackberry ist der Meinung jedes Kaninchen bräuchte Tricks, doch Cowslip widerspricht dem, Kaninchen bräuchten Würde und Anstand und müssten ihr Schicksal akzeptieren. Daher bietet er nun einen ihrer besten Poeten zu sprechen, Silverweed. Dafür bekommt er auch die Zustimmung der anderen. Daraufhin wird plötzlich Fiver panische und er bittet Hazel darum, dass sich Silverweed nähern, sodass er sich ein besseres Bild von ihm machen kann, weil er sich vor irgendetwas fürchtet. Tatsächlich wird Fiver noch panischer, als er dessen Geruch wahrnimmt. Hazel will ihm widersprechen, doch Fiver vergleicht sein Geruch mit einigen interessanten Metaphern: wie Gerste, welche durchnässt ist und im Feld verrottet, einem verwundeten Maulwurf welcher nicht unter die Erde kann. Kurz gesagt Dinge, welche dazu bestimmt sind zu sterben. Hazel erwidert darauf, er rieche lediglich wie alle hier: wohlgenährt und nach Karotten.
Silverweed entpuppt sich als Jüngling, was Hazel sehr überrascht, da einem solchen Kaninchen in Sandleford nie erlaubt worden wäre zu einer so großen Gruppe zu sprechen. Hazel beschreibt ihn so: "He had a wild, desperate air and his ears twitched continually. As he began to speak, he seemed to grow less and less aware of his audience and countinually turned his head, as though listening to some sound, audible only to himself, from the entrance tunnel behind him."

Sein Gedicht, welches selbst Hazel in den Bann zieht, klingt ähnlich wie das Eingangszitat von Keyes. Es drückt eine gewisse Schwermut und Traurigkeit aus in jeder Zeile. Eine gewisse Depression und Lebensunlust wird darin ausgedrückt. Metaphorisch steht dafür das Forttragen durch den Wind, durch den Bach und durch die Herbstblätter. Alles drückt eine gewisse Todessehnsucht aus und eine tiefe Traurigkeit, welche melancholisch und nachdenklich macht. Im nächsten Kapitel werden wir den Grund erfahren und das gesamte Gehege ausführlich analysieren. Jedoch sage ich schon jetzt: an keiner Stelle wird deutlicher was die Kaninchen in diesem Gehege wirklich fühlen und erleiden als in diesem Gedicht, welches Fiver schließlich in Panik versetzt. Fiver lässt sich auch von den Worten davontragen wie alle anderen und hat große Furcht davor. Tatsächlich ist er in einem so schlimmen Zustand, sodass er sich so verhält wie in Gegenwart von elil, zunächst in einer gewissen Schockstarre und dann flieht er trotzdem. 
Dabei tritt er viele der anderen Kaninchen, bis er schließlich an einen Punkt gelangt, wo ihm zwei Kaninchen den Weg versperren. Er versucht verzweifelt vorbeizukommen. Hazel versucht sich bei den beiden für das Benehmen seines Bruders zu entschuldigen. Diese sei selbst ein Poet und dieses Gedicht hat ihn offenbar sehr aufgewühlt. Das beruhigt die beiden wieder und sie würden sogar selbst gern ein Gedicht von Fiver hören, doch dieser ist schon weitergerannt. Hazel ist so wütend über ihn, dass er sogar Bigwig mitnimmt, um ihn einzuschüchtern. Der Grund dafür ist einfach: er ist enttäuscht, dass Fiver dabei ist alles zu zerstören, was er durch seine Freundlichkeit hier aufgebaut hat und der Versuch die Kaninchen nicht gegen sie aufzubringen.
Sie holen ihn schließlich ein und Fiver beginnt wirres Zeug zu brabbeln, was jedoch gar nicht so wirr ist, wie es sich zunächst anhört. Fiver meint, Hazel hätte es selbst gespürt und was noch schlimmer ist, Fiver hätte es auch gespürt und wäre von den Worten selbst in den Bann gezogen worden. Das schlimmste ist, sie alle wären wahr, es gäbe keine Täuschung und keine Narretei. Ein Teil von ihm wäre jedoch zurückgeblieben und hätte erkannt was passiert: es ist wie ein großer Nebel, welcher sie alle umhüllt und so lange sie unter ihm wandeln, werden sie nie wieder Friths Licht zu sehen bekommen. Fiver kann es jedoch nicht verstehen, da es wahr und falsch zugleich ist.
Hazel ist über das Gerede verblüfft, was er gegenüber Bigwig so äußert. Dieser meint, es wäre der komische Poet, der ihn so aufgewühlt hat. Bigwig meint jedoch, Fiver könne sich beruhigen. Sie sind eher aufgebracht darüber, was für ein Aufruhr er gestartet hat und meint sie alle würden mit Silverweed nichts zu tun haben wollen. Fiver ist zunächst selbst verwirrt über diese Antwort und meint, sie wären alle bereits in diesem Nebel. Dann will er eine "Where"-Frage stellen, woraufhin Hazel ihn unterbricht. Fiver schrickt darüber auch auf. Verständlich, es zeigt, dass sich Hazel den anderen langsam anpasst und auch "Where"-Fragen unterbricht.
Hazel jedoch ist nur wütend auf ihn, weil er ihren guten Start hier im Gehege in Gefahr gebracht hat. Fiver ist wieder verwirrt, er weiß nicht was er in Gefahr gebracht hat und das der ganze Ort irgendetwas ist. Er wird jedoch wieder von Hazel unterbrochen. Dieser sagt ihm er solle ruhig sein, er ist zwar wütend wegen ihm geworden, doch er merkt, dass es nichts bringt, weil Fiver zu aufgebracht ist. Für den Moment will er nur, dass Fiver mit ihnen beiden wieder mitkommt nach unten. Davon ist Fiver eingeschüchtert genug, um mit den beiden mitzubekommen und sie suchen wieder den gleichen Bau ist wie letzte Nacht, wo sie sich schlafenlegen. Dabei betont Adams deutlich, dass es einen Punkt gibt in dem sich Kaninchen und Menschen massiv unterscheiden: Kaninchen haben deutlich weniger Skrupel Gewalt anzuwenden als Menschen. Das trifft jedoch auf einige Menschen ganz und gar nicht zu.  
  

Watership Down Kapitel 15: The Story of the King's Lettuce

Das Einleitungszitat ist aus einer Oper von dem italienischen Dichter und Opernlibrettist Lorenzo da Ponte, welcher im 18./19. Jahrhundert lebte. Der italienische Dialog beschreibt, wie sich jemand als Arzt verkleidet und ausgibt. Das passt natürlich perfekt für diese El-ahrairah-Geschichte.

Hier folgt nun die zweite El-ahrairah-Geschichte, welche das trickreiche Wesen dieses Kaninchens noch besser unterstreicht. Die Kaninchen befinden sich in einer Zeit der größten Krise. Von ihren Feinden wurden sie gezwungen in den Sümpfen von Kelfazin zu leben. Und wie wir schon aus der Passage in der Heide entnehmen konnte, ist sumpfiges Gelände für Kaninchen sehr unangenehm aufgrund der ständigen Feuchtigkeit und den nicht genießbaren Pflanzen. Natürlich will El-ahrairah das Gebiet so schnell wie möglich verlassen, jedoch lässt ihn keines der anderen Tiere heraus, aufgrund seiner Tricks.
Prince Rainbow, der hier ein Sendbote Friths ist, um die Macht um die Welt in Ordnung zu halten, schaut regelmäßig nach, ob sich El-ahrairah noch Kelfazin befindet. Einess Tages fragt ihn El-ahrairah warum sie nicht gehen dürfen, obwohl das Land so schrecklich ist für seine Leute, um dort zu wohnen. Prince Rainbow erklärt jedoch, weil er ein Dieb und ein Schwindler ist, muss er zur Strafe hier leben und er wird es so lange bleiben, bis er ihn davon überzeugen kann, ein ehrliches Kaninchen zu sein. Dann kämen sie nicht hier raus, denn El-ahrairah wäre zu beschämt seinen Untergebenen zu beauftragen, ohne ihre Tricks leben zu müssen. Er schlägt ihm also eine Wette vor: wenn er durch einen Teich mit Hechten schwimmen kann, könnten seine Leute freikommen. Prince Rainbow kennt jedoch schon diesen Trick von El-ahrairah (wir erinnern uns sie wurde kurz erzählt in Kapitel 5 "Into the Woods") und willigt nicht ein.
So schlägt El-ahrairah etwas anderes vor: wenn er die Kopfsalate aus dem Garten von König Darzin stehlen kann, kommen sie frei. Darauf geht Prince Rainbow ein, weil König Darzin über die größte der Tierstädte herrscht, viele tausende Untergebene und Soldaten hat und sein Garten noch dazu von einem riesigen Graben umgeben ist. Er verspricht zwar die Kaninchen auf der ganzen Welt zu vermehren und vermutlich werden Kaninchen nie wieder aus einem Gemüsegarten herauszuhalten sein, doch er glaubt eher, dass El-ahrairah getötet wird, wodurch die Welt einen überzeugenden Halunken verlieren würde. Doch El-ahrairah sagt, es wird sich zeigen.
Es ist sehr schwer zu bestimmen welches Tier König Darzin ist. Sein ganzes Reich erinnert an einen gewöhnlichen, königlichen Hof. Er müsste ein Tier sein, welches Kaninchen hasst, jedoch kein natürlicher Feind der Kaninchen ist. Ich habe Interpretationen gefunden, wonach er ein Hase ist, vielleicht auch ein Affe. Mir persönlich schwirrt bei König immer ein Löwe durch den Kopf, wobei ein Löwe wohl kaum Kopfsalat essen würde. Es bleibt somit vorerst offen.
Anmerkung dazu: laut Adams selbst, welcher von jemanden gefragt wurde, wäre König Darzin ein Biber.

Jedenfalls wird El-ahrairah direkt von Yona dem Igel verraten, welcher König Darzin die Nachricht überbringt, wonach El-ahrairah seinen Garten überfallen wird. Daraufhin verschärft König Darzin seine Sicherheitsmaßnahmen und lässt besonders die Gärtner überwachen. Das zeigt auch, dass die Beziehungen zwischen Kaninchen und Igeln nicht ganz einfach ist. Vermutlich führen Igel manchmal elil zu Kaninchen und bekommen deshalb diese verräterische Rolle in dieser Geschichte ab.
El-ahrairah und Rabscuttle, sein Hauptmann der Owsla, bemerken die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und kehren vorerst zurück. Als Prince Rainbow zurückkehrt, fragt er wo die Kopfsalate sind und El-ahrairah meint, sie seien bereits auf dem Weg. Danach zieht er sich mit Rabscuttle in einen Bau zurück und sie fangen an einen Plan auszuhecken. Rabscuttle schleicht sich in einen anderen Garten ein, wo seine vielen Kinder und die seiner Untergebenen immer spielen. Dieser wird nur tagsüber bewacht, weshalb sich Rabscuttle dort einschleichen kann und sich am nächsten Tag mit den Kindern anfreundet. Durch den Sohn von König Darzin höchstpersönlich gelangt er in den Palast und findet das Vorratslager mit dem Salat. Er macht den Salat ungenießbar und schafft es irgendwelche Erreger auf ihm zu hinterlassen. Als König Darzin den Salat holen lässt - dessen Bekömmlichkeit ihm sein Vorkoster noch bestätigt - isst er und sein Hofstaat davon. Am nächsten Morgen haben alle Bauchweh. Rabscuttle wiederholt diese Prozedur noch für fünf Tage, wobei es König Darzin immer schlechter geht. Dann kehrt er zu El-ahrairah zurück.
Als El-ahrairah die Neuigkeiten von der Krankheit König Darzins vernimmt, beginnt er mit seiner Verkleidung. Er lässt sich das Fell abklappern, spannt sein Blume hoch und bedeckt sich mit Kletten und Rispengras, sodass er selbst für seine eigenen Leute nicht mehr wiederzuerkennen ist. Zusammen mit Rabscuttle kehrt er zum Palast zurück, lässt jedoch Rabscuttle an einem Hügel zurück. Von der Wache verlangt er eingelassen zu werden. Er sei ein Bote von Prince Rainbow jenseits von Kelfazin, noch über dem goldenen Fluss von Frith, und wurde geschickt, um die Ursache der Krankheit herauszufinden. Die Wache will ihn zunächst abweisen, doch El-ahrairah kann sie so weit einschüchtern, sodass sie ihn einlassen. Aufgrund seiner Krankheit ist auch König Darzin nicht argwöhnisch, besonders wenn der Besucher behauptet von Prince Rainbow geschickt worden zu sein.
El-ahrairah untersucht ihn genauer und verlangt schließlich zu wissen, was er gegessen hat, worauf sie schnell auf den Kopfsalat kommen und El-ahrairah bestätigt auch, dass es an dem Salat liegt. Er denkt sich irgendeine verrückte Geschichte, wie ein Virus aus einem fernen Land in den Kopfsalat gelangt ist. König Darzin kann es nicht glauben und El-ahrairah will es ihm beweisen. Er lässt die Soldaten von König Darzin den erstbesten Gefangenen holen, welcher natürlich Rabscuttle ist, der noch bei dem Hügel wartet. El-ahrairah ist besonders erfreut, dass es ein Kaninchen ist ein "nasty creature" und gibt ihm den Kopfsalat. Rabscuttle täuscht sofort heftige Krämpfe vor, rollt mit den Augen, nagt am Boden und ihm fließt Schaum aus dem Maul. El-ahrairah meint, auf Kaninchen wirke diese Krankheit besonders schlimm und scheint für sie tödlich zu sein. Er ist froh, dass es nicht König Darzin getroffen hat und befehligt die Wachen Rabscuttle wieder rauszuwerfen. Dann gibt er König Darzin den Rat, den Kopfsalat nicht hierzulassen, sondern wegzuwerfen, da sich die Infektion ausbreiten wird.
In genau diesem Moment erscheint wieder Yona und El-ahrairah überbringtvon ihr die Nachricht, wonach die Kaninchen in Kelfazin offensichtlich zum Krieg gegen König Darzin rüsten, weil sie aus dem schrecklichen Land herauswollen. El-ahrairah bietet sich an seine Soldaten gegen sie zu führen. König Darzin hat jedoch eine bessere Idee und er soll tausend Kopfsalate mitnehmen. So wird er sie los und vermutlich auch gleich die Kaninchen. El-ahrairah hält das für sehr gerissen und meint auch, dass König Darzin schon am genesen ist. Seiner Meinung nach liegt es daran, dass es manchmal schon ausreicht zu wissen was eine Krankheit verursacht hat, um sie zu heilen. Für seine Dienste will El-ahrairah keine Belohnung, hier gäbe es eh nichts, was er wöllte (und die wirkliche Belohnung erhält er schon durch die Kopfsalate), sondern er hat nur seinen Auftrag erfüllt und würde jetzt wieder gehen.
Später an diesem Abend als El-ahrairah wieder zurück in Kelfazin ist, lässt er seine Kaninchen etwas grimmig dreinschauen und knurren. Als Prince Rainbow erscheint ist er verblüfft die Kopfsalate zu sehen, doch El-ahrairah bestätigt nur das, was er zuvor zu ihm gesagt hatte, sie werden ausgeliefert. Und Prince Rainbow könne wohl kaum annehmen, dass seine Kanichen - schwach wie sie sind - die Kopfsalate hätten herbringen können. Sie würden sich jedoch bald erholen, sobald er sich um sie gekümmert hat, denn er ist Arzt, was Prince Rainbow bald aus einer anderen Ecke zu gehören bekommen wird.
Prince Rainbow sieht damit, dass El-ahrairah zu seinem Wort steht und auch er erfüllt sein Versprechen und lässt die Kaninchen aus Kelfazin frei. Sie vermehren sich überall und können aus keinem Gemüsegarten ferngehalten werden, aufgrund der Tricks von El-ahrairah.

     

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 14: 'Like Trees in November'

In dem Kapitel erfahren wir Näheres über das seltsame Gehege, was auch das Eingangszitat schön ausdrückt. Ein Brief von einem Earl an seinen Sohn, welche aussagt, dass man am meisten über die Welt am Hof und in Militärlagern lernt und zwar durch die Gesellschaft dort.

Hazel trifft bei seiner Rückkehr in den Großen Bau auf Nildro-hain und bemerkt, dass einiges an Flayrah - also alles was für Kaninchen besonders lecker und schwer zu beschaffen ist - herumliegt. Sie erkundigt sich danach, ob er auch den Brunnen und das Bildnis von El-ahrairah gesehen hat. Hazel bejaht das, drückt jedoch noch einmal aus, dass er es seltsam fand und lieber sie und ihre Freunde bewundert. Strawberry erteilt derweil Cowslip Bericht darüber, was er Hazel gezeigt hat. Dabei bekommt Hazel zu hören, dass er noch nie eine Figur gesehen hat, worauf Cowslip nur meint es würde keinen Unterschied machen. Offensichtlich ist sich Strawberry unsicher die neuen Kaninchen hierzubehalten, wenn sie sich offensichtlich nicht einfügen und noch nicht einmal wissen was eine Figur ist. Auf den ersten Blick erscheint Strawberry hier abweisend gegenüber den Neulingen; es wird sich jedoch bald zeigen, dass seine Maßnahme durchaus den anderen helfen sollte.
Hazel fühlt sich jedenfalls davon plötzlich entmutigt und depressiv. Er entdeckt Blackberry und überredet ihn mit zum silflay (das Fressen von Gras an der Oberfläche) nach draußen zu kommen. Cowslip will ihn jedoch dazu überreden hier mitzuessen, da genügend da wäre. Hazel meint jedoch er sei es gewohnt zum silflay zu gehen, doch für Cowslip regnet es dafür zu stark. Doch daraufhin bestärkt Hazel noch einmal seinen Entschluss, was Cowslip zum Lachen bringt. Wieder spricht der Wissenschaftler und meint Lachen wäre für Kaninchen nicht zu verstehen und so verängstigt der Laut den Cowslip von sich gibt die beiden Kaninchen, sodass sie schnell nach draußen rennen, wobei sich ihnen Pipkin anschließt. Hier ist somit die nächste seltsame Auffälligkeit der Kaninchen: sie können lachen.
Draußen fragt Blackberry, ob das wirklich nötig ist, denn er hätte gerne gefressen. Jedoch war sich Hazel absolut unsicher und wollte jemand zur Gesellschaft dabei haben. Plötzlich kann er verstehen was Fiver an den Kaninchen so stört, irgendetwas ist sehr seltsam an ihnen und er erwähnt die Sache mit Steinen. Selbst Blackberry kann das Konzept dahinter nicht verstehen was so einiges aussagt, wenn auch das klügste Kaninchen der Gruppe perplex ist. Auch Blackberry hat Seltsamkeiten bei ihnen festgestellt. So singen sie wirklich wie die Vögel und eines der Weibchen hat sogar ihr Junges in den Schlaf gesungen. Vermutlich haben die Kaninchen sich solche Eigenschaften wie Singen und Lachen von den Vögeln der Umgebung angewöhnt. Da sie sonst keinen Aufgaben gewöhnlicher Kaninchen nachgehen müssen und relativ sorglos leben, so haben sie eine für Kaninchen komplett neue Lebensweise entwickelt, welche Singen, Fertigen und Tanzen umfasst.
Auch Pipkin hat etwas Seltsames an ihnen festgestellt, auch wenn sie alle nett sind. Er bringt es vermutlich am besten auf dem Punkt mit den Worten "like trees in November." Sie alle umgibt eine gewisse Traurigkeit, obwohl sie so gesund und kräftig sind. Hazel bestätigt Pipkin und Blackberry meint dazu vermutlich hängt ihre Traurigkeit mit der Tatsache zusammen, dass es nur so wenige von ihnen gibt. Fragen können sie sie nicht, weil sie allen Fragen ausweichen, sie müssen jedoch mit ihnen zurecht kommen, denn bekämpfen können sie sie auch nicht. Darauf meint Pipkin, vermutlich könnten sie gar nicht kämpfen, denn obwohl sie groß und wohlgenährt sind, kommen sie ihm ganz und gar nicht wie Kämpfer vor so wie es Bigwig und Silver sind.
Doch dann hat Hazel genug und will zurück in den Bau, weil es schlimmer regnet. Sie finden tatsächlich einen verlassenen Lauf und legen sich schlafen. Im Morgengrauen erwacht Hazel kurz, weil er etwas Ungewönliches riecht. Es ist der Mensch mit seinen Zigaretten, von welchen Bigwig schon berichtet hat. Er fühlt sich jedoch sicher hier unten, denn er kann den Menschen riechen, dieser jedoch ihn nicht.
So schläft er wieder beruhigt ein und hat einen sehr interessanten Traum von El-ahrairah der sein Abbild in Stein in der Wand anbringt, sodass er Strawberry ablenkt während er sich selbst an Nildro-hain ranmacht. Es ist durchaus interessant zu sehen wie Hazel dieses für ihn so seltsame Kunstwerk sofort in eine für ihn verständlichere Form verarbeitet: es ist ein weiterer Trick des listigen El-ahrairah. Auch Pipkin träumt von früheren Tagen und dann werden sie plötzlich geweckt durch ein lautes Stampfen und Schreien. Für die drei ist besonders die Stimme ungewohnt, denn sie klingt wirklich eher wie das Singen der Vögel. Schließlich erkennt Hazel, dass es Strawberry ist, der geschrien hat. Hazel ist entsetzt und fragt sich warum Strawberry unter der Erde stampft, was für Kaninchen auch sehr unüblich ist. Strawberry wollte jedoch alle aufwecken, weil der Regen nachgelassen und der Mann flayrah hinterlassen hat. Sie sollten es schnell holen, weil sie sich sonst mit Ratten darum streiten müssten und er findet die Aussicht darauf nicht sehr toll, auch wenn er meint für ihre Gruppe wäre es etwas Alltägliches. Er holt nur schnell Nildro-hain. Trotz seiner Eigenarten fängt Hazel an, Strawberry zu mögen. Es gefällt ihm wie eng er mit Nildro-hain verbunden ist und seine allgemeine Fröhlichkeit.
Als sie schließlich den Bau verlassen, rennt Strawberry sofort über das Feld. Bei Hazel hingegen zeigen sich noch die typischen Kaninchenreflexe. Vorsichtiges Umschauen, ob keine Feinde da sind und langsames Vorantasten. Cowslip jedenfalls meint es wäre sicher und sie würden immer direkt nach draußen rennen. Hazel ist kurz verärgert rennt jedoch dann auch nach draußen, wo er schließlich auch Bigwig und Silver sieht. Bigwig ist absolut zufrieden mit ihrer Situation und meint es wäre die absolut richtige Entscheidung gewesen Sandleford zu verlassen, auch wenn Fiver vielleicht Unrecht hatte.
Zusammen suchen sie jedenfalls das flayrah auf. Hazel findet es seltsam jetzt noch flayrah, wo es schon zu spät ist. Ein anderes Kaninchen macht ihn jedoch darauf aufmerksam, dass der Mensch es immer hier zurücklässt. Schließlich entdeckt Hazel, dass es sich dabei um alte Karotten und Wurzeln handelt. Das bringt ihn sofort zum geifern, denn erst ein einziges Mal hatte er Karotten in seinem Leben gefressen. Sie zu essen erfüllt ihn mit Freude und drängt alle Sorgen beiseite. Hazel ist einige, besonders weil anscheinend genug für alle da ist. Davon hat er ein kurzes Hochgefühl und kann jetzt verstehen warum sie alle so groß wie Hasen sind. Er glaubt, selbst Pipkin müsste bald nicht mehr in Angst leben und ständig zittern ebenso wie Fiver. Schließlich kommt auch Hawkbit hinzu und entschuldigt sich bei Hazel für das was er in der Heide gesagt hat. Für Hazel ist es auch vergessen.
Dann fragt er Cowslip, ob jeden Tag flayrah hierherkommt und will gerade eine "Where"-Frage stellen, kann sich jedoch noch zurückhalten. Cowslip klärt ihn darüber auf, dass der Mensch nicht immer flayrah bringt, besonders im Sommer. Im Winter dagegen bekommen sie fast täglich welches und frisches - nicht altes wie dieses hier - und sie würden sogar Kohl und Korn bekommen. Da das Futter offensichtlich kein Problem ist, fragt sich Hazel warum der Ort nicht von Kaninchen überfüllt ist, er wird jedoch wieder unterbrochen. Anstatt eine vernünftige Antwort zu erhalten, erklärt ihm Cowslip wie er das flayrah zurück zum Bau bringt. Eine Aufgabe welche seltsam für Hazel ist, da Kaninchen normalerweise am Ort fressen und nicht wie Hunde das Futter durch die Gegend tragen. Hazel kommt sich dabei auch ziemlich seltsam vor.
Seine Freunde versuchen es schließlich auch und als Pipkin sich eher ungeschickt anstellt, ermutigt ihn Hazel und vergleicht ihn mit Fiver. Pipkin fragt nach wo Fiver überhaupt ist. Auch Hazel ist davon verblüfft und klärt Cowslip über das manchmal seltsame Verhalten seines Bruders auf. Hazel fragt ihn auch danach wo er sein könnte, worauf Cowslip überhaupt nicht antwortet. Er spricht von den Dohlen welche schon seit einigen Tagen ein Problem für sie sind, weil sie gierig auf die Karotten stehlen. Irgendjemand müsste sie davon abhalten. Hazel fragt verärgert was das mit Fiver zu tun hat, doch Cowslip reagiert darauf nur, in dem er sagt er wäre am geeignetsten für diese Aufgabe und hoppelt davon.
Cowslip jedoch macht nichts dergleichen und Hazel trifft sich mit Dandelion und Buckthorn und entdeckt schließlich bei seiner Rückkehr Fiver. Er sitzt unter einer Eibe an der Böschung. Als er nichts sagt, fragt Hazel ihn, ob er nicht lernen will Futter zu transportieren. Fiver hat darauf nur eine schnippische Antwort parat wonach er nichts damit zu tun haben will und vergleicht sie mit Hunden, die Stöcke durch die Gegend tragen. Das verärgert Hazel leicht, auch wenn er verspricht nicht böse auf Fiver zu werden. Er ist jedoch enttäuscht, dass Fiver die Arbeit den anderen überlässt.
Darauf entgegnet Fiver, dass eigentlich er böse sein müsste, wenn er wüsste wie das geht. Er wüsste nicht warum sie auf ihn hören sollen, wenn alle denken er wäre halbverrückt. Er gibt Hazel dafür die Schuld, weil Hazel ihn kennt und nicht auf seinen Rat hört. Hazel hält Fivers Misstrauen in das Gehege für einen Fehler, verzeiht ihm aber, weil jeder Fehler macht. Doch Fiver ist sich ganz sicher, er findet es unnatürlich, dass Kaninchen wie Eichhörnchen Futter durch die Gegend tragen und fragt sich was daran richtig sein soll. Hazel erwidert darauf nur, sie hätte eine gute Idee der Eichhörnchen kopiert.
Dann fragt er Hazel, ob er glaubt, dass der Mensch das flayrah einzig und allein hinterlässt, weil er ein gutes Herz hat. Das kontert Hazel jedoch damit, dass Abfälle der Menschen sind. Es ist auch nicht vergiftet und wenn er sie hätte erschießen wollen, hätte er den ganzen Morgen dazu gute Gelegenheit gehabt. Fiver fühlt sich langsam verzweifelt, doch er beteuert gegenüber Hazel, dass irgendetwas an dem Gehege absolut nicht stimmt und er es schon fast greifen kann. Doch Hazel will nur, dass er etwas frisst und mit nach unten geht. Fiver will aber absolut nichts mit diesem Ort zu tun haben, er würde sogar lieber in die Heide zurückgehen. Dann tätigt er sehr unheimliche Aussage: "The roof of the hall is made of bones." Hazel erwidert darauf, er hätte doch auch letzte Nacht dort geschlafen. Jetzt gibt Fiver jedoch offen zu, die ganze Nacht hier verbracht zu haben im Schutz der Eibe. Das verblüfft Hazel doch, dass Fivers Ängste so groß sind, sodass er lieber eine ganze Nacht im Kalten und Nassen verbracht hat ständig bedroht durch elil und dem Kältetod. Hazel gibt es deshalb für den Moment auf ihn zu überzeugen, zurückzukommen.

Ansonsten ist es jedoch ein schöner Tag ohne Probleme und gegen Abend erforschen Bigwig und Hazel die Gegend. Jedoch wittert Bigwig absolut keine Feinde, weshalb er denkt, dass Cowslip die Wahrheit erzählt hat. Er gibt auch zu in dem Wald, wo sie vorher waren sich gefürchtet zu haben. Hazel gibt zu, dass er es auch war, doch er meint dieser Ort wäre sicher. Dann findet Bigwig etwas Seltsames in einigen Brombeersträuchern. Hier hat offenbar eine Art Bewegung stattgefunden. Die Erde ist aufgeworfen, Blättern hängen in den Brombeerranken und ein Loch ist in der Erde, als ob eine Möhre darin gesteckt hätte. Noch dazu ist die Erde aufgewühlt und aufgekratzt. Hazel und Bigwig versuchen zu erriechen, was es ist, können jedoch nichts daraus entnehmen. Es riecht nach nichts, nur nach den üblichen Gerüchen hier: Mensch und Kaninchen. Hazel kann sich nur erklären, dass auch hier ein Mann entlanggegangen ist und eine Zigarette hat fallenlassen. Er stellt jedoch auch fest, dass kein Mensch die Erde so aufgewühlt hat. Bigwig stellt daraufhin ironisch fest, dass die Kaninchen vermutlich im Mondlicht tanzen, was Hazel nicht überraschen würde.
An der Stelle sind sie tatsächlich unfassbar nah dran das dunkle Geheimnis dieses Ortes zu enthüllen und ich denke erfahrene Jäger wüssten an der Stelle was mit dem Gehege los ist. Jedoch reicht auch das Owsla-Wissen von Bigwig nicht aus, um es für Hazel begreifen zu können, das werden sie erst auf die schmerzhafte Art kennenlernen.
Hazel jedenfalls entscheidet sich, Cowslip danach zu fragen, was Bigwig jedoch für dumm hält. Bisher hat nämlich Cowslip keine ihrer Fragen beantwortet, eine Erfahrung die Hazel auch mit Strawberry gemacht hat bezüglich der "Where"-Fragen. Hazel schiebt es jedoch auf Nervosität und zurück und denkt es ist wie Pipkin sagt, sie sind keine Kämpfer. Wenn sie ein Geheimnis haben, sollen sie es für sich behalten und sie würden sie nicht deshalb beunruhigen. Irgendwann wird sich das schon regeln. Aus der Logik heraus trifft Hazel hier eine vernünftige Entscheidung, doch er weiß nicht wie falsch er damit liegt, dass sie die Sache auf sich beruhen lassen sollen.
Bigwig ist jedenfalls dafür wieder unter die Erde zu gehen, weil ein neuer Schauer droht und hofft sie zum Reden zu bringen. Hazel denkt, das wird die Zeit zeigen, doch bevor sie runtergehen, erkundigt sich noch einmal nach Fiver. Dieser kommt widerwillig und durch Bigwig eingeschüchtert mit in das Gehege.

Dort treffen sich alle als der Regen wieder einsetzt in dem Großen Bau und bemerkt wie gut sich seine Gruppe mit den anderen angefreundet hat und das schon fast alle miteinander vertraut sind. Auch kriegen wir wieder eine wissenschaftliche Erklärung: Kaninchen sind auch nachts in ihren Bauen aktiv und fühlen sich dort auch bei Regen großartig.
Als Cowslip den Bau betritt, fragt er nach, ob sie eine Geschichte erzählen würden, denn die anderen wären daran interessiert. Offensichtlich gibt es ein Kaninchensprichwort: "In the warren, more stories than passages." Das vergleicht Adams mit einer Äußerung, die heute womöglich einige als leicht rassistisch auffassen würden: Ähnlich wie ein Ire immer kämpft, erzählen Kaninchen gerne Geschichten. Die Aussagen klingt unglücklich, ich denke jedoch, dass Adams sie nicht böse gemeint hat, sondern hiermit eher die allgemeine Kampfbereitschaft der Iren loben wollte.
Blackberry verkündet, Hazel würde ihnen von ihren Abenteuern erzählen, welche sie auf der Herreise erlebt haben. Die Antwort darauf ist jedoch ein ungemütliches Schweigen, was Blackberry verunsichert und er nachfragen will was nicht stimmt. Hazel meint, er solle warten, sie haben hier ihre eigene Art und könnten antworten. Als jedoch die Pause immer länger wird, entscheidet sich Blackberry lieber für eine andere Geschichte: Dandelion soll ihnen von El-ahrairah erzählen. Hazel weiß auch genau die Richtung, diejenige vom Salat des Königs, als er sich an die Figur erinnert. Auch Cowslip ist damit einverstanden und so beginnt Dandelion zu erzählen.
Für das Schweigen der Kaninchen auf Blackberrys ersten Vorschlag habe ich einige Ideen, die ich jedoch erst vorstellen werde, wenn die große Enthüllung kommt.


Mittwoch, 30. November 2016

Watership Down Kapitel 13: Hospitality

Eines der unheimlichsten Kapitel in Watership Down wird passenderweise eingeleitet mit einem Auszug aus dem Gedicht The Lotus-Eaters von Alfred Lord Tennyson, welcher zur Regierungszeit von Königin Victoria sogar Poet Laureate des Vereinigen Königreichs war und somit zu einem der bedeutendsten englischsprachigen Dichter zählt. Das hier zitierte Gedicht handelt von einer Gruppe Menschen, welche nach Spanien kommen und in den Pyrenäen von den Lotosblumen essen und daraufhin in einen Zustand von Faulheit und Müßiggang verfallen und sich von der übrigen Welt isolieren. Eingeleitet wird das hier durch die Beschreibung der Luft, welche bereits eine gewisse Trägheit ausstrahlt und das Land den Eindruck macht als wäre es dort immer Nachmittag. Einen ähnlichen Ort hat auch Hazels Gruppe erreicht.

Sie finden das Gehege ziemlich schnell und insbesondere Bigwig ist überraschend wie offen es zu sehen ist und wie leicht die Spuren der Kaninchen auszumachen sind. Blackberry ist der Meinung vermutlich sind sie so offen, weil sie sich sicher fühlen (womit er wieder einmal Recht hat) und sagt, dass auch Sandleford für elil offensichtlich war. Bigwig äußert dazu, jedoch nicht zu sicher, denn in diese Löcher könnten hrududil hineinfahren. Mit Sicherheit eine Übertreibung, es zeigt jedoch wie offen und schutzlos der Bau in den Augen eines erfahrenen Owsla-Offizieres ist. Dandelion ist jedoch der Meinung, er würde jetzt hinuntergehen, denn er ist sehr nass.
Schließlich taucht ein Kaninchen auf, welches wieder verschwindet und gleich darauf werden sie von zwei Kaninchen durch eine Art Tanz begrüßt, welche Hazels Gruppe irritiert. Außer zur Begrüßung und bei der Paarung haben Kaninchen normalerweise keine formalen Gesten. Schon ein Hinweis, dass irgendetwas an dem Gehege und den Kaninchen falsch ist. Die beiden erwarten in jedem Fall eine Erwiderung des Tanzes, bestätigen jedoch, dass Cowslip in dem großen Bau ist und sie hinunterkommen können. Hazel fragt noch wieviele, worauf dieser überrascht antwortet, alle. Schließlich würden sie nicht im Regen bleiben wollen.
Hazel hätte damit gerechnet, dass einige von ihm zu dem Oberkaninchen geführt werden, welches nicht Cowslip sein kann, da er ohne Begleitschutz zu ihnen gekommen ist. Vor dieser Trennung hatte er sich gefürchtet. Jetzt jedoch ist er sich sicher, dass es einen Bau geben wird, welcher genug Platz für sie alle bietet und er stellt eine Reihenfolge zusammen wie sie heruntergehen. Zu Ehren von Pipkin lässt er ihn direkt hinter sich, während er Bigwig die Nachhut anführen lässt. Seine Gedanken sind hier sehr pragmatisch und auch ein Stück weit gefühlskalt: sollten die Anführer angegriffen werden, wäre Pipkin als kleinster der Gruppe entbehrlich und Bigwig könnte einige der anderen in Sicherheit führen. Hier erleben wir eine neue Seite von Hazel als Anführer, welcher kühl kalkulierend und pragmatisch denkt, eine Eigenschaft, welche jedoch auch zu einem Anführer gehört.
Als sie jedoch den Lauf betreten bemerkt er schnell wie groß dieser ist und das sie von drei Seiten aus angegriffen werden könnten. Er hat schlicht nicht damit gerechnet so ungeschützt unter der Erde zu sein und ärgert sich schon, warum er nicht Silver hinter sich gesetzt hat, sondern Pipkin. Viele kleinere Läuft zweigen von diesem Hauptlauf ab.
Dann hört er Cowslip und er begrüßt sie offiziell in seinem Gehege. Durch den Wissenschaftler erfahren wir wieder wie sich Menschen und Kaninchen unterscheiden, wenn sie einen neuen dunklen, fremden Ort erreichen. Durch Geruch, Hören und Berührung nehmen sie einen Ort viel stärker wahr als durch ihre Augen. So würde Hazel den Bau auch wiedererkennen, wenn er jetzt sofort geht und für sechs Monate woanders leben würde. Er befindet sich in einem der größte Baue, wo er je war. Jedoch sieht alles sicher aus, der Boden ist eben, weich und riecht gut. Viele Baumwurzeln stützen die Decke und Hazel nimmt noch zahlreiche andere Kaninchen wahr.
Wieder sieht sich Hazel mit einer Situation als Anführer konfrontiert, die er so noch nie erlebt hatte, egal ob er sich Oberkaninchen nennt oder nicht. Cowslip erwartet offensichtlich von ihm eine Antwort und Hazel entscheiden wieder direkt und offen zu sein, um seine Kameraden nicht zu verwirren. Danach würde noch genug Zeit sein, um sich hier niederzulassen und den anderen zu zeigen, dass sie genauso gut sind wie die anderen. Hazel betont somit, dass er froh aus dem schlechten Wetter heraus zu sein und macht ein Kompliment bezüglich der Größe des Geheges, welches gar nicht so klein ist wie Cowslip gemeint hat. Dabei spürt er, dass sich die anderen Kaninchen bei der Bemerkung zu ihrer Anzahl unwohl fühlen und Hazel fragt sich was er falsch gemacht hat. Eine Krankheit kann es nicht gewesen sein, denn es sind die größten und gesündesten Kaninchen, die Hazel je gesehen hat. Vermutlich liegt es daran, dass er mit solchen Reden noch nicht vertraut ist. Doch Hazel denkt sich, dass er zumindest das Vertrauen seine Leute hat und das sie nach ihren bisherigen Abenteuern einiges aushalten können, was auch noch die anderen bemerken werden. Schließlich geht von ihnen kein Misstrauen aus.
Danach erfahren wir durch den Wissenschaftler, dass sich Kanichen meist nicht durch Sprache miteinander vertraut machen, sondern wieder durch Geruch und Gespür, sodass irgendwann alle merken, dass es nicht zum einem Kampf kommen wird und Hazels Gruppe hier willkommen ist. Die anderen fangen langsam an sich mit den einheimischen Kaninchen zu verständigen, nur einer wird depressiv und niedergeschlagen: Fiver. Er wird auch von den anderen gemieden.

Hazel schließt sich dann zwei Kaninchen an, einem Rammler und einem Weibchen, welche ihn im Gehege herumführen. Die erste Frage, die Hazel ihm stellt ist, ob Cowslip ihr Oberkaninchen ist. Das andere Kaninchen antwortet daraufhin mit einer Gegenfrage, ob er sich so nennt. Hazel verzichtet wieder auf den Begriff, weil er nur Bigwig und Silver verärgern würde und versucht es mit Ehrlichkeit: sie sind nur wenige und haben unter anderem ihr Oberkaninchen in ihrem Gehege zurückgelassen. Hazel hat sie bisher angeführt, fragt sich jedoch ob ihn alle Oberkaninchen nennen würden. Daraufhin erwartet Hazel Fragen bezüglich der Gründe warum sie gegangen sind, warum der Rest nicht gekommen ist und wovor sie Angst hatten. Das andere Kaninchen hat daran jedoch keinerlei Interesse, was Hazel stark verwundert. Er meint nur, hier gäbe es niemanden, der sich Oberkaninchen nennt. Cowslip hatte die Idee sie einzuladen und deshalb ist er zu ihnen gegangen.
Das wiederum verwirrt Hazel und er fragt, wer bei ihnen Expeditionen leitet, was mit elil zu tun ist und wer für das Graben zuständig ist. Nichts davon gibt es in diesem Gehege. Es gibt kein elil, auch wenn ein homba - ein Fuchs - letzten Winter hier auftauchte. Dieser wurde jedoch vom Menschen erschossen. Das verwundert Hazel enorm, denn Menschen schießen seiner Erfahrung nach nicht auf Füchse. Offensichtlich ist der Fuchs dort wo Hazel gelebt hat unter Naturschutz gestellt, denn Füchse sind normalerweise ein beliebtes Ziel von Jägern. Auch Eulen werden von dem Menschen erschossen.
Bezüglich des Grabens, hat zu der Lebenszeit des Kaninchens noch nie jemand gegraben, da viele der Baue leerstehen. In einigen haben sich schon Ratten eingenistet, doch auch diese werden vom Menschen getötet. Und Expeditionen, um Futter zu holen brauchen sie nicht, denn es ist genügend Futter vorhanden. Er beteuert Hazel, dass er und seine Freunde hier glücklich sein werden. Natürlich bemerkt Hazel sofort, dass er nicht wirklich glücklich klingt. Und die ganze Sache scheint wirklich einen Haken zu haben, wenn der Mensch sie scheinbar in solcher Sorglosigkeit leben lässt, ihnen alle Gefahren aus dem Weg räumt und sogar mit Futter versorgt.
Hazel möchte fragen woher der Mann das Futter bringt, wird jedoch direkt unterbrochen. Das Kaninchen stellt sich als Strawberry vor und sein Weibchen als Nildro-hain, was soviel bedeutet wie "Gesang der Amsel". Hier haben wir das erste Kaninchen welches nach einem Geräusch benannt ist und es wird noch offensichtlich warum das ausgerechnet in diesem Gehege so ist. Ein Gehege, wo Neuankömmlinge durch einen Tanz begrüßt werden. Strawberry jedenfalls betont wie schön das Gehege ist und das alle anderen in den Bauen unterkommen werden. Besonders der Große Bau ist vorteilhaft, denn die Baumwurzeln halten auch den schlimmsten Regen ab, sodass es nicht feucht oder kalt wird in dem Gehege. Hazel ist sich sicher, dass Strawberry auf diese Art und Weise von Hazels Fragen ablenken will, was ihn verärgert und rätselhaft erscheint. Für den Moment zerstreut er jedoch seine Sorgen, weil er sich wieder der Größe und Gesundheit der beiden bewusst wird, was bedeutet, dass es wirklich gutes Futter hier gibt.
Strawberry zeigt ihm in der Folge das restliche Gehege, welches ähnlich vor Regen geschützt ist wie der Rest. Unterwegs treffen sie auch Acorn, der ähnlich wie Hazel herumgeführt wird und Hazel für seinen Entschluss belobigt sie hierher geführt zu haben. Schließlich erreichen sie ein seltsames Loch, welches nicht wie üblich für Kaninchenläufe gebogen ist, sondern senkrecht nach oben geht. Strawberry erklärt ihm, dass dies die Überreste von etwas Menschengemachtem sind, einem Brunnen, der jedoch nicht mehr genutzt wird. 
Darunter bemerkt Hazel an der Wand Steine und fragt Strawberry, was sie zu bedeuten haben. Dieser fragt ihn, ob sie ihm gefallen, doch Hazel kann damit nichts anfangen und ist verwirrt. Strawberry erklärt es ihm: es soll El-ahrairah darstellen und wurde von einem Kaninchen mit dem Laburnum hergestellt. Es gibt auch noch andere, aber das ist ihr Bestes. Hazel ist noch mehr verwirrt, denn zum einen ist laburnum oder Goldregen eine für Kaninchen giftige Pflanze und er fragt sich welches Kaninchen nach einer Giftpflanze benannt werden würde. Desweiteren fragt er sich wie ein paar Steine El-ahrairah sein können. Verwirrt sagt er, dass er es nicht versteht. Strawberry meint, es ist etwas was sie Figur nennen würden und fragt, ob Hazel noch nie so etwas gesehen hat. Die Steine würden El-ahrairah darstellen wie er den Salat des Königs stiehlt. Hazel ist jedoch völlig perplex, ähnlich wie mit Blackberrys Brett am Enborne. Für Hazel ist absolut nicht klar warum die Steine El-ahrairah sind, ähnlich könnte Strawberry meinen seine Blume wäre ein Eichenbaum.
Es ist tatsächlich eine interessante Begegnung. In ihrem Müßiggang und ihrem scheinbar unbesorgten Leben ohne sich um elil, Graben und Futtersuche zu kümmern haben die Kaninchen hier offenbar die Kunst entdeckt, eine nächst höhere Kulturstufe also. Hazel als ein pragmatisches Kaninchen kann damit natürlich nichts anfangen, für ihn ist das Nachbilden aus Steinen ein Vorgang, den er absolut nicht verstehen kann, da El-ahrairah für ihn eine mythische Figur in Geschichten ist und andere Kaninchen aus Fleisch und Blut sind. So ist er nicht fähig in einem Haufen Steine irgendeinen Bezug zu El-ahrairah herzustellen. Adams impliziert hier im übrigen indirekt, dass Kunst und Kultur erst dann entstehen können, wenn man sich mit gewöhnlichen Aufgaben wie Graben, vor Feinden schützen und Futter suchen nicht mehr beschäftigen muss. Eine durchaus streitbare These, welche ich in den folgenden Kapitel noch näher unter die Lupe nehmen werde. Zumindest ich zähle Kaninchen, welche Kunst beherrschen zu eine der bizarrsten Szenen in Watership Down.
Als Hazel das Kunstwerk berühren will, hält ihn Strawberry davon ab und meint er würde es ihm später einmal erklären. Vorerst kehren sie zurück zum Großen Bau. Dabei will Hazel ansetzen zu der Fragen, offensichtlich wo die anderen sind oder Laburnum, wird jedoch wieder unterbrochen. Strawberry ignoriert seine Frage komplett und meint nur er ist jetzt bestimmt hungrig. Sie können aber im Untergrund fressen und dann könne er irgendwo schlafen, entweder im Großen Bau oder in seinem Lauf. Bei ihrer Rückkehr redet Strawberry unaufhörlich weiter und schließlich bemerkt Hazel, dass Strawberry bis jetzt alle Fragen unterbrochen hat welche mit "Where" beginnen. Hazel will das testen und fragt ihn wieder wo etwas ist. Strawberry unterbricht ihn wieder und ruft in einem Seitenlauf nach einem Kanichen mit dem Namen Kingcup (Dotterblume), welches jedoch nicht antwortet. Strawberry findet das seltsam und meint er wäre sonst um diese Zeit da.
Noch seltsamer ist jedoch, was Hazel feststellt: da immer etwas Erde von der Decke rieselt ist der Zugang zu diesem Lauf nahezu frisch und nur Strawberrys Spuren sind zu sehen und auch kein anderer Geruch wahrzunehmen. In diesem Lauf wohnt somit seit Tagen kein Kaninchen mehr. Plötzlich wird das ganze äußerst unheimlich und irgendetwas ist an diesem Gehege sehr falsch, was Strawberrys Verhalten und auch die Kunstwerke verdeutlichen. Hazel ist jedoch noch weit davon entfernt das anzuerkennen.   

Watership Down Kapitel 12: The Stranger in the Field

Passend für die erste Begegnung der Gruppe mit einem fremden Kaninchen, verwendet Adams wieder ein Zitat aus Lockleys Buch, welches zeigt wie ein Kaninchengehege normalerweise auf einen Besucher reagiert. Sie werden durchaus im Buch toleriert und können sogar einen Platz dort finden.

Eingeleitet wird das Kapitel mit einer langen Reihe von Metaphern wie sich alle möglichen Lebewesen fühlen, wenn die Zeit von Angst und Furcht beendet wird, welche so lange einen beherrscht haben, sodass man kaum noch wusste was Zufriedenheit ist. Es braucht eigentlich keine Bestätigung um zu sagen, dass es eine der größten Freuden im Leben eines jeden Lebewesens ist. Jeder wird schon einmal eine solche Zeit durchgemacht haben. Adams bringt hier einige interessante Beispiele, wobei ich die ersten beiden als auotbiografisch bezeichnen würde. Das erste ist ein Junge, welcher Unfug angestellt hat und eine harte Bestrafung erwartet, jedoch noch einmal damit durchkommt, weil es übersehen wurde. Das zweite ist ein Soldat, der erwartet hat in der Schlacht zu sterben, jedoch von der plötzlichen Nachricht, dass der Krieg beendet ist überrascht wird. Jetzt kann er wieder heimkehren. Ich denke erstere Erfahrung wird jedes Kind gemacht haben, gerade wenn es in einer Gegend wir Berkshire aufwächst. Die zweitere spielt sehr wahrscheinlich auf Adams' Stationierung im Zweiten Weltkrieg an. Mit Sicherheit hat er letztere mit Bedacht gewählt, denn es dürfte keine größere Freude im Leben eines Menschen geben als die Nachricht zu erfahren, dass ein furchtbarer Krieg vorbei ist.
Anschließend bringt er noch zwei Beispiele aus der Natur, die auch symbolisch zu verstehen sind. Das Beispiel mit dem Turmfalken, der doch die Spatzen verschont, ist die Freude eines jeden Beutetieres, wenn es von einem Raubtier verschont wird. Das Beispiel mit den Hasen, welche betäubt durch den Winter elend und deprimiert in ihren Mulden ausharren müssen, wird durch das Kommen des Frühlings beendet. Gerade für Tiere dürfte das Ende des Winters eine der größten Freuden in ihrem Leben sein. Insgesamt sind das also vier sehr gut gewählte Beispiele, um die Situation der Gruppe nach der Durchquerung der Heide und dem Erreichen der Felder zu beschreiben.

Tatsächlich wirkt es so als wäre die furchtbare Durchquerung der Heidelandschaft vergessen. Bigwig und Hawkbit spielen wieder miteinander, auch Speedwell, Acorn und Silver spielen miteinander. Es sind gerade die Kaninchen bei denen es noch vor kurzem aussah als würden sie aufeinander losgehen. Noch dazu singt eine Blaumeise ein liebliches Lied. Tatsächlich wirkt es so als hätten die Kaninchen ihren Ort gefunden, wo sie ihre neue Heimat finden. Es darf jedoch nicht vergessen werden was Fiver im letzten Kapitel gesagt hat.
Dandelion jedenfalls gefällt dieser Ort und er meint sie müssten sich in der Böschung umsehen, ob sie kleinere Löcher graben können, da es bald regnen könnte. Fiver will etwas dazu sagen, schweigt jedoch. Offensichtlich hat er Angst wieder nicht ernstgenommen zu werden. Hazel jedoch fragt Fiver trotzdem um sich abzusichern, ob die Böschung ein guter Ort ist, um sich niederzulassen, worauf Fiver jedoch eher halbherzig antwortet.
Bigwig fragt sich derweil, ob sie wirklich ernsthaft graben müssen, denn das sei eigentlich die Aufgabe der Weibchen. Hier wird wieder ein Thema angeschnitten, weshalb Watership Down so große Kritik bezüglich Geschlechterrollen erhalten hat. Tatsächlich dürfte diese Bemerkung so ähnlich klingen wie "Frauen sind fürs Kochen und den Haushalt zuständig", was heutzutage definitiv sexistisch ist. Jedoch darf nicht vergessen werden, es sind nach wie vor Kaninchen und keine Menschen, welche für diese Erkenntnis auch eine jahrtausendlange Emanzipation und Entwicklung hinter sich haben.
Hazel jedefalls ist dafür zwei bis drei kleine Kratzer auszuheben, was definitiv nicht schaden kann. Bigwig, Silver und Buckthorn erkunden derweil die Gegend. Der Rest schaut sich nach einer geeigneten Stelle für die Kratzer um und sie entdecken dabei eine Farm, welche sich noch ein Stück weit entfernt von ihnen befindet. Hazel entscheidet die Kratzer neben einen Eichenbaum zu setzen, so weit wie möglich entfernt von der Farm und auch etwas geschützt vom Wind. Das Gelände sieht jedoch perfekt aus. Es gibt keinerlei Spuren von elil. Blackberry sieht, dass es wirklich regnen wird als auch schon Bigwig zurückkommt.
Auch Bigwig meint das Gelände wäre sicher, die Farm ist weit weg und auch wenn es viele Spuren von Menschen gibt - er findet benutzte Feldstraßen und Zigaretten - so meint er, dass die Menschen ihnen nur helfen, weil sie elil fernhalten. Bigwig geht lieber Menschen aus dem Weg als einem Hermelin. Fiver fragt daraufhin, warum der Mensch überhaupt hierherkommt, was Bigwig jedoch nicht beantworten kann, da niemand weiß warum die Menschen irgendwas machen. Er vermutet, dass sie am ehesten Schafe oder Kühe hier weiden lassen. Wir werden die Antwort auf diese Frage noch erfahren und es wird für die Kaninchen eine sehr bittere Erkenntnis sein. Fiver hat hier tatsächlich eine sehr wichtige und richtige Frage gestellt.
Für den Moment ist jedoch Hazel mit Bigwigs Erkundung zufrieden ist und ist der Meinung sie sollten langsam anfangen mit graben, bevor es anfängt zu regnen. Jetzt erhalten wir die wissenschaftliche Erklärung warum Rammler selten graben: es ist die natürliche Aufgabe der Weibchen, da sie so ihren Nachwuchs unterbringen. Dabei helfen ihnen ihre Partner. Einzelgängerische Rammler graben eher nicht, wenn sie jedoch keine Löcher finden, so legen sie einige Kratzer an, die jedoch nicht sehr fein gearbeitet sind. So gesehen gibt es keinen Grund hier Geschlechterkritik zu üben oder ein chauvinistisches und frauenfeindliches Weltbild Adams anzulasten.
Das Graben dauert den ganzen Morgen und geht eher schlecht als recht voran. Einzig Fiver hält sich heraus, knabbert am Gras und schreckt einmal kurz auf, als hätte er etwas im Wald gespürt. Als Hazel ihn fragt was los ist, erhält er keine Antwort und ignoriert schließlich Fiver. Gegen Mittag als die Arbeit schon gut vorankommt, fliegt die Blaumeise schließlich weg und es liegt Regen in der Luft. Plötzlich macht sie Fiver auf einen Neuankömmling aufmerksam, welcher sie von einem gegenüberliegenden Gehölz aus beobachtet.
Hazel holt sich sofort Blackberry zu sich, um den Neuankömmling zu besuchen. Eine interessante Wahl, Hazel nimmt sich natürlich seinen wichtigsten und klügsten Ratgeber zur Seite und nicht etwa den impulsiven Bigwig. Pipkin lehnt er ab, weil drei Kaninchen vielleicht den Neuankömmling verschrecken könnten. Buckthorn warnt sie zur Vorsicht und auch Hazel ermahnt noch einmal Blackberry aufmerksam zu sein, auch wenn er nicht weiß wie das eine Falle sein kann.

Das neue Kaninchen ist recht groß, hat gepflegtes Fell und auch seine Zähne und Klauen sind in perfektem Zustand. Es scheint jedoch seltsamerweise nicht aggressiv zu sein, im Gegenteil es hat sogar einen gewissen Sanftmut inne, in der Art und Weise wie es auf die beiden wartet. Auch Blackberry wittert, dass dieses Kaninchen ungefährlich ist. Gerade als sich die beiden ihm nähern wollen, kommt es zu ihnen und sie schnuppern zur Begrüßung aneinander, was bei Kaninchen so üblich ist. Hazel empfindet den Geruch des anderen Kaninchens als unüblich, jedoch nicht als unwohl. Es strömt eine gute Gesundheit, optimale Ernährung und eine gewisse Trägheit aus, als ob er aus einem reichen, gut gedeihenden Land kommen würde. Er kommt Hazel vor wie Aristokrat. Wir erinnern uns zurück, tatsächlich gibt es sowas wie eine noble Schicht bei den Kaninchen, welche durch Abstammung zustande kommt. Jedenfalls fühlt sich Hazel selbst schlecht und kommt sich eher wie der Anführer von Vagabunden vor.
Hazel jedenfalls ist gezwungen zuerst zu sprechen, da sein Gegenüber still bleibt. Hazel erklärt ihm zunächst, dass sie durch die Heide kamen und fragt den Fremden, ob er hier lebt. Er bejaht das und meint sie hätten sie kommen sehen. Hazel erklärt daraufhin, sie würden hier auch leben wollen. Der Fremde hat nichts dagegen, ist sich jedoch unsicher, ob sie wirklich genug wären, um alleine hier ein neues Gehege zu beginnen.
Das verwirrt Hazel, denn der Fremde ist nicht beunruhigt, weil sie hier leben wollen und er fragt sich wie groß sein Gehege ist, wieviele dort leben und wieviele sie beobachten und ob sie sie gleich attackieren. Darauf deutet jedoch nichts im Verhalten des Kaninchens hin: es kommt gelangweilt und distanziert rüber, jedoch auch freundlich. Seine ganze Art und Erscheinung stellt Hazel vor ein Problem wie er es noch nie hatte und er entscheidet sich mit Offenheit zu reagieren.
So verspricht er ihm, dass sie genug wären sich selbst zu beschützen und keine Feinde wollen. Der Fremde unterbricht ihm jedoch und meint er bräuchte sich nicht aufzuregen, er wäre willkommen und seine Freunde auch. Er entscheidet sich mit Hazel zu dem Rest der Gruppe zu gehen, wenn er nichts dagegen hat. Hazel und Blackberry sind wieder verwirrt von dem Fremden, welcher keine Angst davor hat von den beiden angegriffen zu werden und auch keine Bedenken hat eine Gruppe Fremder zu besuchen. Hazel kann sich jedoch nicht erklären welchen Vorteil der Fremde sich davon erhofft und kann es nur dadurch erklären, dass Zähne und Klauen bei dem perfekten Fell nichts ausrichten werden.
Wieder ist Hazel an einem Punkt, wo er nicht weiß was er machen soll, als er zusammen mit dem Fremden den Rest der Gruppe erreicht und der Fremde wieder nicht das Schweigen bricht. Schließlich bricht Bigwig das Eis und fragt Hazel wer das ist und warum er mit ihnen gekommen ist. Hazel kann es nicht erklären, nur das er aus freien Stücken mit ihnen gekommen ist. Bigwig merkt, dass er die Initiative ergreifen muss, nähert sich dem Fremden und fragt ihn wer er ist. Dieser sagt er heiße Cowslip. Cowslips sind im übrigen Butterblumen.
Jedenfalls beteuert Cowslip, dass er nichts will und stellt nur fest, dass sie einen langen Weg gekommen sind. Bigwig beteuert ähnlich wie Hazel, sie können sich selbst verteidigen. Cowslip betrachtet dabei die Gruppe mit einem missbilligenden Blick, welche immer noch von ihrer Reise durch die Heide gezeichnet sind und meint gegen das Wetter kann man sich nur sehr schlecht verteidigen. Er sagt es gäbe bald Regen und ihre Kratzer wären noch nicht fertig. Von der Antwort ist auch Bigwig perplex und weiß nichts mit Cowslip anzufangen. In der Situation ergreift ausgerechnet Fiver die Initiative und bringt die Situation auf die Punkt: Sie verstehen ihn nicht, wollen aber wissen, ob sie ihm vertrauen können und ob noch andere Kaninchen hier sind. Es mag befremdlich erscheinen warum ausgerechnet Fiver jetzt die Initiative ergreift, doch wenn sich jemand mit dem Mysteriösem und Unbekannten auskennt dann ist es wohl Fiver.
Cowslip jedenfalls lässt sich auch von Fiver nicht aus der Ruhe bringen und beantwortet in Ruhe seine Fragen. Sie haben hier ein Gehege, zwar nicht so groß wie sie wollen aber ausreichend und es gibt noch andere von ihnen. Für Streitigkeiten gibt es keinen Grund, denn es ist genügend Gras vorhanden. Hazel ist wieder verblüfft, wie Cowslip trotz seiner seltsamen Art so vernünftig sprechen kann und erklärt die Situation. Alles neue wirkt auf sie wie eine Gefahr und meint, Cowslips Gehege könnte durchaus Angst haben, dass sie ihre Weibchen entführen und sie aus ihren Löchern vertreiben. Cowslip antwortet auch darauf ohne Bedenken. Zunächst macht er sie darauf aufmerksam, dass ihre Kratzer nicht tief genug sind und außerdem der Wind üblicherweise von Westen herweht, sodass er genau in ihre Kratzer hineinwehen wird. In seinem Bau gäbe es jedenfalls noch genug freie Löcher und sie wären willkommen. Dann geht er los, denn er mag es nicht im Regen zu sein und erklärt ihnen noch wo sein Gehege ist.

Danach entscheidet die Gruppe was zu tun ist. Buckthorn ist der Meinung, Cowslip käme ihm vernünftig vor und er sieht nicht so aus als ob er sich um irgendetwas Sorgen machen müsste. Silver fragt Hazel nach seiner Meinung bezüglich der Kratzer, denn diese seien nicht besonders groß und nicht für alle ausreichend, sodass mehrere in einen gehen müssten. Hazel holt sich Bigwig, Blackberry und Fiver in einen Lauf - wie wir bemerkt haben mittlerweile seinen wichtigsten Ratgeber.
Erst jetzt bemerkt er wie unkomfortabel so ein frisch ausgegrabenes Loch ist und wieviel sie doch zurückgelassen haben. Üblicherweise sind Kaninchenlöcher gemütlich, angenehm, ohne Hindernisse und Ecken und riechen angenehm nach Kaninchen, weil sie durch Generationen von Weibchen und ihren Partnern so angelegt worden sind. Ein guter Kaninchenbau hält Regen ab und selbst die Winterwinde. Keiner von ihnen hat je wirklich sich am Graben beteiligt und das merken sie jetzt, die Löcher bieten kaum Komfort und sind viel zu klein. Der Regen hat jetzt eingesetzt und schon bald weht der Wind auch so ungemütlich wie es Cowslip vorhergesagt hat und merkt, dass sie nicht wirklich vor dem Wetter sicher sind. 
Hazel fragt Blackberry nach seiner Meinung bezüglich Cowslip. Blackberry meint, er kam ihm freundlich vor und der einzige Weg herauszufinden ob ihm und den anderen zu trauen ist, wäre es auszuprobieren. Gleichzeitig spricht er auch davon, es wäre die beste Möglichkeit sie zu töten, wenn die anderen Kaninchen sie in ein Loch führen würden und dann attackieren. Dann wäre es auch am schlausten jemanden zu schicken, der vernünftig spricht, wenn sie sie täuschen wollen. Jedoch spricht dagegen, dass es genügend Gras gibt und die anderen nicht befürchten müssen, die Weibchen gestohlen zu bekommen, wenn sie alle so groß sind wie Cowslip. Ihre kleine Gruppe könnte es kaum mit ihnen aufnehmen. Außerdem hätte sie die beste Chance zu attackieren schon verpasst, nämlich als die anderen sie ankommen sahen als sie müde waren und sich verstreut haben.
Blackberry fragt schließlich nach, was er nicht beantworten kann, obwohl er das schlauste der hier anwesenden Kaninchen ist, was sie sich davon erhoffen, wenn ihre Gruppe zu ihnen geht. Bigwig meint dazu, Narren wie sie es sind würden elil anlocken und so wäre es sicherer ihnen zu zeigen wie sie hier zu leben haben. Er ist sich jedoch selbst unsicher und der Meinung sie sollten sie besuchen. Er zumindest hätte keine Angst und auch ein paar Tricks auf Lager sollten sie welche versuchen. Außerdem will er irgendwo schlafen wo es gemütlicher ist als hier.
Dann fragt Hazel Fiver nach seiner Meinung und der ist dafür, sie sollten nichts mit dem Fremden und seinem Gehege zu tun haben und sofort diesen Ort verlassen. Er weiß auch nicht welchen Zweck das Reden hat. Hazel ist enttäuscht von Fiver, dass er ihn so hängen lässt in der Situation, ausgerechnet Fiver auf den er sich immer verlässt. Blackberrys Antwort klang vernünftig, Bigwig hat das in Erwähnung gezogen, was jedes Kaninchen denken würde, Fivers Gerede hingegen hält er für feiges Geschwafel. Jedoch sollte die ganze Gruppe noch merken wie Recht Fiver hat und dass es besser gewesen wäre, wenn sich Hazel in der Situation an die Worte von Fiver in der Heide erinnert hätte.
Schließlich kommt auch Silver hinzu, der den Lauf zu ihrem Kratzer gegraben hat und ist der Meinung ähnlich wie Buckthorn sie sollten Cowslip besuchen. Er zumindest will nicht zusammengekauert hier bleiben, sodass Cowslip und die anderen denken sie hätten womöglich Angst vor ihnen. Auch Dandelion formuliert es so als wäre es ihre einzige Möglichkeit das Gehege zu besuchen. War Cowslip unehrlich so weiß er jetzt, dass sie Angst haben und denkt sie wäre paranoide Schleicher, außerdem müssten sie früher oder später mit ihm zu einer Einigung kommen, wenn sie auch in diesen Feldern leben wollen. Besser wäre früher als später. Silver weiß zwar nicht wieviele dort sind, aber auch sie sind keine kleine Gruppe und er hasst das Gefühl wegzubleiben. Kaninchen sind schließlich keine elil (einen Satz den Silver bestimmt auch noch überdenken wird). Außerdem hatte Cowslip auch keine Angst davor in ihre Mitte zu kommen.
Hazel ist jetzt auch überzeugt und fragt, ob nur er und Bigwig gehen soll, um die Lage zu überprüfen, Silver ist jedoch dafür, dass sie sofort alle gehen und fragt auch noch einmal Dandelion, ob er auch dafür ist. Dieser bejaht und so willigt Hazel die anderen zu holen und zu dem Gehege zu gehen.

Wir kriegen noch einmal eine schöne Beschreibung der Gruppe und schließlich sieht Hazel einen Lichtstrahl der durch die Wolken bricht als ein Zeichen von El-ahrairah, dass er das richtige macht, schließlich sind es auch Kaninchen. Er muntert noch Fiver auf und zusammen ziehen sie durch das Gras in Richtung des Geheges. Ohne es zu wissen sind sie in die Falle getappt, die Fiver vorausgesehen hat und sie werden noch einige Versuchungen und Täuschungen erleben, ehe die Falle zuschnappt.  

Watership Down Kapitel 11: Hard Going

Passend beginnt das Kapitel mit einem Zitat aus Thomas Malorys Schrift Le Morte d'Arthur, eine französische Sammlung verschiedener Legenden über Artus und die Ritter der Tafelrunde. Malory lebte im 15. Jahrhundert, jedoch ist über sein Leben nur sehr wenig Stichhaltiges bekannt. Die hier beschriebene Stelle beschreibt den beschwerlichen Weg von Sir Beaumains durch eine Vielzahl von unwegsamen Gelände. Er kehrt nicht um, sondern kämpft sich immer weiter durch bis er schließlich wieder grüne Wiesen erreicht.

Zu Beginn erleben wir die Gruppe an ihrem Tiefpunkt als Hazel und Fiver zurückkehren. Blackberry erklärt ihnen, dass Bigwig Hawkbit gebissen hat. Grund dafür waren Bigwigs Drohungen gegenüber Acorn und Speedwell, welche Hawkbit sarkastisch erwiderte, wer denn das Oberkaninchen sei. Blackberry ist darüber seltsam erstaunt. Hazel ist sich selbst unsicher, meint nur Bigwig wäre der stärkste. Bis zu dem Moment hat Bigwig eher selten als Oberkaninchen agiert, sondern Hazel die Initiative überlassen und dann und wann einen Auftrag erfüllt, wo seine Owsla-Kenntnisse von Vorteil waren. 
Hazel jedenfalls erkennt sofort warum es ein Fehler war Hawkbit zu beißen. Jetzt werden die anderen zwar nicht umkehren, jedoch aus Furcht und nicht weil sie erkannt haben, dass es der einzige Weg ist. Sie sind zu wenige, sodass Beißen und Befehle geben eine Option wäre. Hier sehen wir gut den Unterschied zwischen Hazel und Bigwig als Anführer. Letztlich musste Bigwig auf physische Gewalt zurückgreifen, um die unzufriedenen Kaninchen wieder auf die Spur zu bringen. Jedoch sorgt das nur für unnötige Spannungen in der Gruppe, während Hazel bisher durch seine Redekünste und Blackberrys Unterstützung die Gruppe zusammengehalten hat.
Tatsächlich macht die Gruppe einen gespaltenen Eindruck. Die stärkeren Kaninchen Bigwig, Silver und Buckthorn sitzen ein Stück entfernt und beraten sich. Speedwell und Acorn kümmern sich um Hawkbit, wobei sie ihren Unmut über die Art von Bigwig laut äußern. Und in der Mitte des Ganzen ist Hazel von dem schließlich die Initiative erwartet wird. Hazel jedoch verspricht ihnen, dass sie diesen schlimmen Ort verlassen werden. Jedoch hat selbst Dandelion schon Zweifel an ihm und auch wenn Hazel noch einmal beteuert, er werde sie noch vor Sonnenaufgang aus dem Heideland in sicheres Gebiet führen, so weiß er selbst, dass er sich keine Fehltritte mehr erlauben kann. Die Stimmung ist kurz davor in offene Feindseligkeiten auszubrechen.
Schließlich ziehen sie los und es wird schrecklich. Sie begegnen einer Eule, welche sie jedoch vermutlich nur nicht jagt, weil sie schon gefressen hat; sie nehmen den Geruch eines Hermelin wahr und sie kommen schließlich noch langsamer voran als in dem Wald. Ständig wittert eines der Kaninchen eine Gefahr, es ist so dunkel und neblig, sodass Hazel nur selten die anderen wahrnimmt. Hazel weiß selbst nicht, ob er die Führung innehat oder Bigwig und Silver vor ihm sind. Sie alle sind der Erschöpfung nahe und auch Hazel ist kurz davor aufzugeben. Jetzt treibt ihn ausgerechnet Pipkin voran, welcher sich dich an ihn hält. Und Pipkins Suche nach Ermunterung treibt auch Hazel an, auch wenn ihm seine eigenen Worte "Not far now" bald selbst bedeutunglos klingen. Er selbst ist dem Schlafe nahe und als es dämmert fühlt er sich wie ein besiegter General. Fragen schwirren in ihm Kopf wo die anderen sind, was er jetzt machen wird, wenn die Heide nicht aufhört und was passieren würde, wenn jetzt ein Feind auftaucht. Auf all das weiß Hazel keine Antwort. Stattdessen baut er Pipkin auf. Adams vergleicht das mithilfe seiner berühmten Metaphorik, die sehr oft in seinen Werken Anwendung findet: Hazel verhält sich wie ein General zu seinem Untergebenen, allein weil der Untergebene da ist.

Schließlich führt sie ein Kiespfad doch aus der Heide heraus und er kann Fivers Hügel klarer sehen, er nimmt unter anderem deren Vegetation wahr. Blackberry gerät darüber in Entzückung, dass sie aus der Heide heraus sind und lobt Hazel. Kurz darauf folgen ihm Buckthorn, Acorn und Speedwell, welche ihn bewundernd anstarren und als Hazel weiter nach unten blickt weiß er auch warum. In der Nähe ist ein Feld mit Dickickt nebenbei, eine sichere Stelle zum Fressen und Ausruhen.
Blackberry gibt zu, selbst an Hazel gezweifelt zu haben und von seiner Litanei "Not far now" genervt zu sein, jetzt jedoch sieht er, dass Hazel Recht hatte und bezeichnet ihn das erste Mal offen als Hazel-rah. Er erkennt ihn also auch offen als das Oberkaninchen ihrer Gruppe an. So auch Buckthorn von dem das schon ein Stück mehr bedeutet, da er stärker ist als Hazel. Acorn jedoch bezeichnet ihn nicht so, sondern fragt nur herausfordernd worauf sie noch warten, um zu dem Feld zu gelangen. Er will gerade losrennen, doch Hazel stoppt ihn und auch Acorn bleibt stehen. So gesehen erkennt auch Acorn Hazel als Oberkaninchen an und er war einer der Unzufriedenen.
Hazel will jedoch zunächst wissen wo die anderen sind. Hazel, Fiver und Hawkbit kommen noch aus der Heide, Silver wartet bereits am Ende des Abhangs. Bigwig kommt gerade zu ihnen und fragt ob alle da sind. Blackberry bezeichnet nun Hazel als Hazel-rah auch vor Bigwig. Dieser reagiert jedoch darauf nur mit Spott: "The day I call you Chief Rabbit, Hazel, that'll be the day, that will! I'll stop fighting that day." Durch Adams erfahren wir, dass dieser Tag wirklich kommen wird und ich sage voraus, es ist wirklich eine epische Szene und eine der besten in diesem Werk, mehr sei jedoch noch nicht gesagt.
Für den Moment bleibt für Hazel nur das Gefühl, dass seine Entscheidung die Heide zu durchqueren doch nicht so wichtig war wie angenommen. Schließlich fordert er Acorn doch noch auf zu dem Feld zu rennen, welches sie auch erreichen.

Auch wenn Bigwig hier nicht Hazel als Oberkaninchen anerkennt und so bezeichnet, so wurde dennoch ein bedeutender Schritt getan, dass Hazel jetzt Hazel-rah ist. Zwei Kaninchen haben ihn so bezeichnet, ein drittes hat ihn auch anerkannt und über Pipkin und Fiver brauchen wir eigentlich nicht zu reden. Von Dandelion und Hawkbit ist es noch nicht bekannt. Silver wird aber wohl eher wie Bigwig denken. Dennoch lässt Bigwig Hazel weitestgehend und auch in Zukunft wie einen Anführer agieren. Es bist bei Bigwig vermutlich nur ein allgemeines Problem mit Autorität, was noch an einigen Punkten sehr deutlich wird, doch er respektiert Hazel und seine Entscheidungen, sodass es auch in Zukunft kaum zu Konflikten zwischen den beiden kommt. Auch wenn Hazel noch gedrückt ist durch Bigwigs Worte, so hat er dennoch viel erreicht und das Vertrauen seine Gruppe in ihn ist wiederhergestellt. Sogar so weit, sodass ihn ein Großteil als Anführer anerkennt.
Jedoch muss die Gruppe weiterhin mit Vertrauensproblemen kämpfen, denn in den folgenden Abschnitten geht es nicht um das Vertrauen Hazel, sondern das Vertrauen in Fiver und seinen Visionen und Vorahnungen. Die Gruppe wird erneut vor eine harte Prüfung gestellt werden.
   

Dienstag, 29. November 2016

Watership Down Kapitel 10: The Road and the Common

Passend zu den Problemen, welche Hazel sich in diesem Kapitel gegenübersieht leitet Adams mit einem Zitat aus dem Buch The Pilgrim's Progress von John Bunyan ein. Bunyan lebte im 17. Jahrhundert und das hiergenannte Werk handelt von einer Pilgerreise eines jungen Mannes. Der Autor schrieb den Roman während einer Gefangenschaft, sodass er erst Jahre später nach seiner Fertigstellung veröffentlicht wurde. Die dargestellte Handlung besteht aus vielen Allegorien (was besonders anhand der Namen der Personen deutlich wird), ist eher traumähnlich beschrieben und enthält viele autobiografische Elemente. Insgesamt erschienen zwei Teile. Der hier genannte Timorous versucht die Hauptperson zur Umkehr zu bewegen aus Furcht vor dem was noch vor ihm liegt. Ähnliches passiert auch mit den Kaninchen in der Geschichte.

Zunächst jedoch wird an den friedlichen und ruhigen Schluss des letzten Kapitels angeknüpft. Nach den Erlebnissen im Wald und der Überquerung des Flusses erholen sich die Kaninchen erst einmal, wobei sich die Kaninchen mit der Wache abwechseln. Hier tritt wieder den Wissenschaftler hervor und erklärt uns das Unerklärliche an dem Zeitgefühl, Orientierungssinn und der Änderung der Windrichtungen bei den Kaninchen. Wieder wird sehr deutlich, dass es nur Kaninchen sind über die wir hier lesen und keine vermenschlichten Kaninchen. Das wissenschaftliche Unerklärliche an den Kaninchen bleibt auch weiterhin unerklärlich und wird nicht versucht durch die Kaninchen in gewisser Weise zu erklären.
Als Hazel erwacht stellt er fest, dass ein gelber Käfer über Pipkins Fell krabbelt. Ein schlechtes Zeichen, denn solche Käfer legen normalerweise ihre Eier in der Erde unter toten Kleintieren ab. Besorgt weckt Hazel Pipkin und fragt ihn nach seiner Pfote. Pipkin meint es gänge ihm schon viel besser und er glaubt mit den anderen mithalten zu können. Jedoch ist er auch besorgt - womöglich über das was Speedwell gesagt hat - ob er zurückgelassen wird. Hazel versichert ihm jedoch wieder, dass er ihn nicht zurücklassen wird und zur Not bei ihm bleibt. Er solle jedoch vorsichtig sein, denn vor ihnen liegt noch ein langer Weg. Hier erleben wir wieder die wirklich positive Seite von Hazel als Anführer, der immer noch um das Wohlbefinden des schwächsten Gruppenmitglieds besorgt ist.

In dem Moment hören die Kaninchen einen Schuss und hoppeln vor Schreck in alle Winde. Sie suchen ihre Löcher, welche sie natürlich hier nicht finden. Der Mann verschwindet zwar wieder (auf was er geschossen hat bleibt unbekannt, vermutlich Wildtauben, Rebhühner oder Fasane), doch es vergeht eine lange Zeit bis sich alle Kaninchen wieder in dem Bohnenfeld zusammenfinden. Hazel realisiert wieder wie gefährdet sind und welches Glück sie bisher hatten. Sie müssen weitergehen, doch wohin. Er ist sich jedoch sicher alles ist besser als in der Nähe eines Mannes mit Gewehr.
So ziehen sie weiter zu einer neuen Wiese, wo sie fressen und dann zu einem weiteren Dickicht. Hier bemerkt Hazel ein weiteres hrududu, dieses Mal ein wirkliches Auto. Sie haben eine befahrene Straße erreicht. Hier bemerken wir wie unnatürlich und fremd ein solches Auto auf ein Kaninchen wirkt. Hazel kann nicht verstehen, warum es sich so schnell fortbewegt, warum die Farben so unnatürlich sind, die Gerüche so seltsam und ob es nicht doch zurückkommt, um sie zu jagen.
Dann bemerkt Hazel die Straße und hält sie zunächst für einen weiteren Fluss, bis er jedoch das Geröll und die Tiere darauf bemerkt. Bigwig klärt ihn auf, denn er kann aus seiner Erfahrung bei der Owsla schöpfen, wenn sie Salat für den Threarah gestohlen haben und dabei auch eine Straße überqueren mussten. Eine Straße kann am Geruch erkannt werden, was Hazel natürlich nicht gelingt, weil er noch nie eine gerochen hat, er kennt nur die Feldstraße vor seinem Gehege. Desweiteren gehört sie auch zu den elil, ist jedoch nur bei Nacht wirklich schlimm. Hazel kann nicht wirklich ihren Daseinsgrund verstehen und Bigwig erklärt, dass nur deshalb die hrududil so schnell fahren können, sogar schneller als sie selbst.
Hazel hält sie deshalb für gefährlich, doch Bigwig meint das ist komisch, sie würden nicht versuchen Kaninchen zu fangen, noch nicht einmal Notiz von ihnen nehmen. Er demonstriert das in dem er sich auf die andere Straßenseite stellt und wartet bis ein Auto vorbeikommt. Zumindest scheint er die Autos als als etwas Unnatürliches, nicht Lebendiges zu begreifen, mehr versteht er jedoch auch nicht. Und tatsächlich wie soll ein Kaninchen verstehen wie ein Auto funktioniert, wenn es schon einige primitive Völker überfordert?
Derweil wittert Blackberry etwas auf der Straße und springt dann angewidert in die Böschung zurück. Als Bigwig und Hazel zu ihm kommen, bemerken sie einen toten yona - einen Igel - auf der Straße. Blackberry meint dazu, dass sie doch gefährlich sind. Blackberry fragt sich, was ein yona jemand angetan haben könnte, dass er es tötet und was einen yona essen kann. Bigwig erklärt es damit, dass es nachts passiert sein muss, was für Blackberry Sinn er gibt, denn yona jagen nur nachts, tagsüber sieht man sie nur sterben. Bigwig erklärt es so, dass bei nachts die hrududil helle Lichter haben, heller als Frith und jedes Tier, welches sie anscheinen in Schockstarre versetzen, sodass es nicht mehr fliehen kann und dann getötet wird. Zumindest hat er das so in der Owsla gelernt. Tatsächlich verharren viele Tiere bei den Lichtern von Autos in einer Angsstarre und werden so getötet. Noch schlimmer ergeht es den Igeln, welche auf Autos wie auf alle andere Gefahren damit reagieren sich zusammenzurollen, was so gut wie immer ihren Tod bedeutet. 
Auch Hazel ist sich unsicher bei der Straße und will sie schnell überqueren, weil es bald dunkel wird. Die Szene ist ein schönes Beispiel wie Bigwigs Owsla-Wissen der Kaninchengruppe bei einer weiteren sehr gefährlichen Begebenheit hilft. Alleine Hazel der nie eine Straße gesehen hätte, hätte vermutlich große Probleme damit gehabt die Gruppe dazu zu bewegen die Straße zu überqueren, wenn er das mit den hrududil nicht gewusst hätte. Und Bigwig scheint Hazel immer stärker als Anführer zu akzeptieren, denn es ist wieder Hazel der den Befehl gibt zum Aufbruch.

Schon bald erreichen die Kaninchen den Friedhof von Newton und gelangen in die Heide von Newton. Dies ist ein sehr sumpfiges Land, welches für die Kaninchen äußerst unangenehm wird und an ihren Nerven zehrt. Sie sehen nur sehr schlecht, alles ist ihnen fremd und die Feuchtigkeit geht ihnen ins Fell. Noch dazu zehren die Geräusche der Nacht an ihren Nerven und Hazel stellt bald fest, dass sie hier unmöglich bleiben können.
Just in dem Moment wird er auch mit Hawkbit konfrontiert, welcher eher unsicher eine Nachricht der restlichen Gruppe überbringt wonach sie genug haben. Speedwell will das ganze hier beenden und wieder umkehren. Er hält es für einen Fehler überhaupt so weit gegangen zu sein. Acorn meint es würde immer nur schlimmer und schlimmer werden und irgendwann würden sie alle sterben ("stop running" ist ein Ausdruck für sterben bei den Kaninchen). Hazel versichert ihnen jedoch, dass ihm dieser Ort auch nicht gefällt, aber er irgendwann aufhören wird. Hawkbit jedoch drückt knallhart aus, dass die Gruppe das Vertrauen in Hazel verloren hat. Er wusste nicht von der Straße, nicht von diesem Ort und er weiß auch nicht was vor ihnen liegt.
Hazel will dazu nur wissen, was sie tun wollen. Acorn will zurückgehen, denn sie alle denken Fiver lag falsch mit seiner Vision. Hazel fragt daraufhin wie das möglich sein soll, nach allem was sie bisher durchgemacht und durchquert haben. Noch dazu würden sie bei ihrer Rückkehr zweifelsohne dafür getötet werden, da sie einen Owsla-Offizier angegriffen haben. Speedwell meint dazu nur, dass nicht sie es waren, worauf Hazel erwidert, dass die Owsla darauf kaum einen Wert legt, da Speedwell in Begleitung mit Blackberry kam. Genau in dem Moment tritt Fiver hinzu und versucht Hazel von der Gruppe wegzuführen. Derweil putzt Bigwig Hawkbit und die anderen runter.
Hier entlädt sich nun die ganze Unzufriedenheit und Frustration der Gruppe über die ungewisse Reise mit einem fehlenden Vertrauen in Hazel und dem Entschluss zurückzukehren. Hazel ist auch nicht fähig dieses Vertrauen wiederherzustellen und die Zweifel zu zerstreuen, denn von einem in den anderen Moment erreichen die Kaninchen unangenehmes Territorium. Hier erhält er unerwartete Hilfe ausgerechnet von Bigwig, der natürlich ebenso wie Hazel nicht zurückkehren kann. Durch harsche Worte stutzt er die Gruppe der Unruhestifter zurecht.

Fiver macht derweil Hazel auf eine Entdeckung aufmerksam. Ungefähr vier Meilen südlich erblicken sie die Downs von Cottington, wo natürlich auch das titelgebende Watership Down dabei ist. Fiver ist sich ganz sicher, dass dies der Ort ist den sie erreichen müssen. Hazel hält das jedoch für eine verrückte Idee, denn sie müssten weiteres gefährliches Land bis dahin überqueren und nur mit Glück würden sie ein ruhiges Feld oder Dickickt hinter der Heide erreichen. Er ist froh, dass Fiver diese Enthüllung nicht vor den anderen getan hat und Hazel hofft, dass er Pipkin nichts erzählt hat, sonst wird der Unmut in der Gruppe vermutlich noch größer werden. Hazel versucht ihm das auch auszureden: es ist zu weit und sie müssen recht bald einen sicheren Ort erreichen, wo sich alle ausruhen können.
Fiver hat jedoch eine Vision in dem Moment und hört Hazel gar nicht: Er sieht einen dichten Nebel zwischen ihnen und den Hügeln. Sie wären in einer seltsamen Gefahr, nicht durch elil, sondern durch einen Nebel. Eine die sie ablenkt und vom Weg abkommen lässt. Fiver ist sich sicher, dass sie direkt zu den Hügel gehen müssen, danach verfällt er in eine Art Trance: "The rabbit that goes back through the gap will run his head into trouble. That running - not wise. That running - not safe. Running- not" In einigen Kapitel wird sehr deutlich was Fiver damit gemeint hat. Tatsächlich kommt eine schreckliche, sehr mysteriöse Gefahr auf sie zu.
Bigwig hat derweil seine Schimpftirade beendet. Fiver kommt wieder zu sich und fragt Hazel was er gerade gesagt hat. Hazel meint jedoch es wäre nicht wichtig und sie sollten zunächst zu den anderen zurückkehren. Wenn Fiver jedoch weitere seltsame Gefühle hat, solle er sich an Hazel wenden. Ohne es zu wissen begeht Hazel hier einen schweren Fehler indem er Fivers vorige Worte zunächst ignoriert. Jedoch dazu später mehr.

Watership Down Kapitel 9: The Crow and the Beanfield

Beim Eingangszitat gibt es diesmal keinen großen Interpretationsspielraum. Ein kurzer Vers aus Robert Brownings Gedicht De Gustibus wird von Adams zitiert und bezieht sich primär auf die Bohnenpflanze, welche in dem Kapitel den Kaninchen einen sicheren Zufluchtsort gewährt.
Noch einige Worte zu Robert Browning. Er ist einer der bedeutendsten englischen Dichter und Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Interessant ist sein Gedicht Childe Roland To The Dark Tower Came, welches eine der Inspirationsquellen für Stephen Kings Dunkle-Turm-Saga ist.

Nach der dramatischen Flucht über den Fluss ist sich Hazel sicher, dass sie in der Hecke nicht wirklich sicher sind, um sich den ganzen Tag auszuruhen. Immerhin ist gleich daneben das offene Feld, wo einige Kühe grasen. Schon bald nimmt er, als alle anderen schlafen, einen angenehmen Geruch nach und folgt diesem. Dabei entscheidet sich Hazel die Entdeckung auf eigene Faust zu machen, auch um Bigwig etwas zu ärgern. Offensichtlich ist Hazel leicht unzufrieden damit, dass Bigwig viele der Erkundungen für die Gruppe erledigt.
Unterwegs jedoch begeht er einen "Fehler" aus Unkenntnis. Er nimmt eine Krähe war - ohne zu wissen was das ist - und stuft sie als nicht gefährlich ein. Bald darauf entdeckt er ein kleines Feld voller Bohnensträuchern. Es riecht so wohltuend, angenehmen und einladend, sodass er entscheidet die Gruppe dort hinzubringen. Die Sträucher und der Geruch würden die Kaninchen vor allen möglichen Feinden schützen.
Bei seiner Rückkehr trifft er auf die bereits wachen Silver und Bigwig und schlägt ihnen vor mit allen dorthinzugehen. Hierbei lernen wir einen der lustigsten Lapine-Ausdrücke kennen: ein hrududu, welches alle motorisierten Fahrzeuge umfasst. In dem Fall ist ein Traktor gemeint, denn Hazel will alle dort haben, ehe ein Mensch mit einem Traktor das Feld aberntet. Sie ziehen zusammen los. Unterwegs jedoch werden Fiver und Pipkin, welche wie immer der Gruppe hinterherhängen von der Krähe angegriffen. Pipkin lässt einen Schrei los und steckt den Kopf in das Gras, während Fiver geradeso einer Attacke entgehen kann. Hazel schafft es jedoch die Krähe abzulenken, ehe sie sich auf den verängstigten Pipkin stürzen kann und Bigwig hilft ihm dabei. Zusammen mit Silver können sie die Krähe schließlich vertreiben, aufgrund von Bigwigs Taktik sie von hinten anzugreifen. Durch seine Owsla-Ausbildung weiß er, dass Krähe Feiglinge sind und immer nur schwache Kaninchen angreifen und bei größerer Gefahr fliehen. 
Bigwig tröstet dann Pipkin mit einem lustigen Owsla-Spottgedicht, welches wir komplett in Lapine zu lesen bekommen. Dadurch lernen wir ein interessantes Fluchwort kennen "hraka", welches den Kot der Kaninchen bezeichnet.

Pipkin versucht Bigwig zu folgen, hat jedoch noch immer Probleme wegen seiner Verletzung. Hazel bemerkt auch, dass Pipkin die rechte Vorderpfote schont und beschließt direkt danach zu schauen, sobald sie in dem Bohnenfeld sind. Anschließend bekommen wir noch eine ausführliche Beschreibung der Vegetation des Bohnenfeldes und warum es für die Kaninchen der optimale Platz zum Ausruhen ist. Als alle sich ausruhen, erklärt sich Hazel bereit zur ersten Wache und untersucht Pipkins Vorderpfote genauer. Er hat einen riesigen Dorn in seiner Vorderpfote, welchen Hazel nur mit Mühe herausbekommt. 
Er ist so groß, sodass Hawkbit Speedwell weckt, welcher es schafft sowohl Pipkin als auch Fiver zu verspotten. Speedwell ist somit weiterhin nicht davon überzeugt, dass Fiver wirklich eine Gefahr gespürt hat und sieht seine Angst vor der Anschlagtafel als lächerlich an. Pipkin verspottet er mit der Bemerkung, dass er die Augen des Dachses mit dem Dorn hätte ausstechen können. Es ist offensichtlich, dass er sich über ihn lustig macht, da Pipkin das schwächste Kaninchen der Gruppe ist.
Das ist eine gute Gelegenheit um die Rolle von Pipkin zu diskutieren. Während Fiver durch seine Visionen und quasi als spiritueller Leiter der Gruppe eine wichtige Rolle einnimmt, scheint Pipkin einzig und allein aus Notsituationen gerettet werden müssen. Über den Fluss kann er nicht schwimmen, er hat sich durch den Dorn verletzt und beinahe wäre er Opfer eine Krähe geworden. Er ist in gewisser Weise der Trope "damsel in distress" zuzuordnen. Hazel fühlt sich für ihn besonders verantwortlich, da er der schwächste ist und von ihm bzw. Fiver zum Mitgehen überredet wurde. Hazel hat deshalb schon zweimal sein Leben riskiert oder wollte es riskieren, um Pipkin zu retten. Interessanterweise hat beide Male Bigwig nach Hazels Vorbild mitgeholfen. Gerade die Krähe wäre ohne das Owsla-Wissen von Bigwig nicht so leicht zu verscheuchen gewesen und war in gewisser Weise eine Gemeinschaftsaufgabe der Gruppe, um ihr schwächstes Mitglied zu schützen. Pipkin hat somit einen besonderen Zweck: er zeigt indirekt, ob die Gruppe zusammenhält.