Freitag, 16. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 27: 'You Can't Imagine it Unless You've Been There'

Es hat lange gedauert, genauer gesagt ist die Hälfte der Geschichte schon vorbei und erst jetzt tauchen die großen Antagonisten auf. Natürlich sind es Kaninchen, denn sowohl Menschen als auch elil sind in der ganzen Geschichte eher ein natürlicher Bestandteil der Kaninchen im Kampf ums Überleben. Sie stellen zwar eine Gefahr da, machen das jedoch alles nur aufgrund ihrer Natur und nicht weil sie speziell Hazels Gruppe hassen. Genauer gesagt gibt es auch keine elil, die eine solche bedeutende Rolle einnehmen könnten. So gesehen bleiben eigentlich nur Kaninchen übrig und wer wäre da geeigneter als ein Kaninchengehege, welches von einem grausamen Tyrannen beherrscht wird und einem totalitären System gleichkommt, aber der Reihe nach.
Wie immer beginnt das Kapitel mit einem Zitat. In dem Fall ist es sogar schwieriger die Personen zu finden. Es handelt sich bei Cecilia Thrale und war eine Engländerin, die an der Schwelle von 18. zum 19. Jahrhundert lebte. Ihre Mutter heiratete den hier zitierten Signor Piozzi, was bei der konservativen englischen Bürgerschaft damals für einen Skandal sorgte. So ist vermutlich auch Piozzis Zitat zu verstehen, dass er noch nie so seltsame Leute getroffen hat. Auf das Kapitel bezogen ist das Zitat einfacher zu verstehen. Die Efrafas dürften die seltsamsten Kaninchen sein, welche die Kaninchen von Watership Down je getroffen haben, sogar noch komischer als diejenigen aus dem Gehege der Schimmernden Drähte.

In der Honyecomb wird das zweite Treffen abgehalten seit Hazel weg ist. Für alle Beteiligten ist es immer noch ein großer Schock, doch sie können es kaum begreifen, ähnlich wie ein Kind den Tod eines nahen Angehörigen oft nicht versteht und denkt tot sein wäre nur vorübergehend. Die Kaninchen sind eher verwirrt als traurig. Und obwohl sie keine unmittelbare Bedrohung spüren und ihr tägliches Leben fortsetzen können, denken sie trotzdem ihr Glück wäre aufgebraucht: Hazel ist tot und Hollys Expedition gescheitert.
Holly - noch immer gezeichnet von seinem Ausflug - versucht derweil die drei Stallkaninchen zu beruhigen. Sie sind jetzt der größte Gewinn für das Gehege und der Beweis, dass Hazels übermütiger Plan nicht völlig umsonst war. Doch sie fühlen sich in der neuen Gegend nicht wohl und das ist schlecht, denn unzufriedene Weibchen werden meistens unfruchtbar. Holly selbst weiß nicht, wie er daran etwas ändern kann, wenn jedes der anderen Kaninchen in seinen eigenen Gedanken versunken ist. Er verspricht ihnen jedoch es werden bessere Zeiten kommen, doch er glaubt selbst am wenigsten daran, weshalb die Stimmung angespannt bleibt.
Derweil bemerken die anderen das Fehlen von Fiver und Blackberry. Bigwig glaubt Fiver ist wegen Hazels Tod untröstlich und sollte in Ruhe gelassen werden. Als er jedoch erfährt, dass Fiver überhaupt nicht in seinem Bau ist, überlegt er, ob Fiver und Blackberry das Gehege einfach verlassen haben und er Kehaar nach ihnen schicken soll. Jedoch kann er sie schlecht dazu zwingen zurückzukommen, wenn sie entschieden haben das Gehege zu verlassen und was würde es bringen, wenn sie unbedingt gehen wollen.
Dann spricht Holly über ihre Expedition und warum sie schiefgegangen ist, auch wenn ihm keiner die Schuld daran gibt. Zunächst lief alles ganz gut. Durch Kehaars Anweisungen fanden sie durch sicheres Gelände hinweg den Weg zu dem Gehege und als sie einen Wald durchquerten, waren sie auch schon fast da. Im Morgengrauen trafen sie einen Hasen, den sie nach dem Weg zu dem nächsten Gehege fragten. Er meinte, es würde Efrafa (Betonung liegt auf der ersten Silbe, damit es ähnlich imposant klingt wie "majesty") heißen und als er fragt, ob sie auf dem Weg dahin seien, rät er ihnen lieber umzukehren, da sie nicht wissen was ihnen bevorsteht. Genau in dem Moment werden sie von drei Kaninchen überrascht, welche sie sofort nach ihren Markierungen fragen. Holly und die anderen wissen gar nicht wovon die fremden Kaninchen sprechen und meinen sie wären auf dem Weg nach Efrafa und Fremde. Das neue Kaninchen sagt nur sie sollten mitkommen, was Holly verblüfft, denn es kommen keine Fragen ob sie von weit herkommen und ob sie durchnässt sind.
Sie erreichen Efrafa und wir bekommen eine sehr detaillierte Beschreibung von den Umständen dort. Es ist das größte Gehege, welches Holly je gesehen hat, größer als Sandleford. Die größte Angst der dortigen Kaninchen ist es von den Menschen gefunden und mit der weiße Blindheit angesteckt zu werden. Wir werden es bald erfahren, die weiße Blindheit dürfte die einzige Sache gegen die die Efrafa nicht kämpfen können. Das Gehege ist so angelegt, sodass dessen Existenz im Verborgenen bleibt. Um das zu erreichen sind alle Löcher gut versteckt und die Owsla kontrolliert jedes Kaninchen. Es ist ein einfacher Grundsatz, der somit in Efrafa herrscht: Sicherheit für Freiheit. Ein Merkmal totalitärer Systeme. Neben der Owsla gibt es noch einen Rat, wobei jedes Ratsmitglied für eine andere Sache zuständig ist: Futtersuche, Nachwuchs, die Unauffindbarkeit des Geheges.
Jedes Kaninchen darf nur zu einer bestimmten Tageszeit über der Erde sein. Dazu wird jedes Kaninchen bereits als Junges markiert. Das erfolgt dadurch, dass es in die Schulter, unter das Kinn, die Hinter- oder Vorderläufe gebissen wird. Anhand der Narbe lässt sich dann erkennen welches Kaninchen welcher Markierung angehört. Dieses Vorgehen kommt der Tätowierung oder Brandmarkung von Gefangenen gleich oder Verbrechern aus früheren Epochen. Vordergründig ist es jedoch ein Unterscheidungsmerkmal.
Man darf nur überirdisch sein, wenn es die richtige Tageszeit dafür ist. Bigwig fragt, wer einem stoppen könnte. Das ist jetzt der wirklich unheimliche Teil, denn auch dafür ist die Owsla zuständig. In dem Zusammenhang taucht auch das titelgebende Zitat auf "you can' imagine it unless you've been there." Ihr Anführer heißt Woundwort, doch sie nennen ihr nur General Woundwort. Unter ihm sind Hauptmänner, wobei jeder Hauptmann einer Markierung vorsteht. Diese wiederum haben eigene Offiziere und Wachen. Diese Hauptmänner der Markierung sind beständig im Einsatz. So warnen sie das Gehege beispielsweise rechtzeitig, wenn sich ein Mensch nähert was sehr oft vorkommt. Sie warnen auch vor elil, auch wenn das eher wie ein Nebensatz von Holly klingt. Ihre Hinterlassenschaften dürfen sie nur in einem Graben abgeben, der dann wieder zugeschüttet wird. Wird ein Kaninchen oberirdisch gefunden, dessen Markierung nicht an der Reihe ist, muss es sich rechtfertigen und wenn es das nicht kann, drohen harte Strafen.
Sehr oft sehen die Kaninchen tagelang kein Sonnenlicht (also Frith), wenn die Zeit für silflay beispielsweise nachts ist. Silflay ist zudem bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit, es gibt keine Ausnahmen. Es kann auch passieren, dass aufgrund einer Bedrohung durch den Menschen silflay ausfällt, weshalb die Kaninchen oft auf den nächsten Tag warten müssen. Dandelion merkt an, eine solche Behandlung müsse sie doch verändern. Holly meint, so wäre es auch. Viele von ihnen waren noch nie weg aus Efrafa oder hätten einen Feind gewittert. Das einzige Ziel welches die meisten Kaninchen haben ist es in die Owsla zu kommen, denn die Owsla hat Privilegien. Und ist man in der Owsla will man in den Rat kommen, weil der hat das Beste vom Besten. Als Owsla-Mitglied muss man jedoch sehr stark und ausdauernd sein. Es gibt sogenannte Weite Patrouillen, welche die Gegend erkunden. Ziel ist es sie stark und zäh zu machen, sowie alles herauszufinden, was herauszufinden ist. Außerdem sammeln diese Weiten Patrouillen die hlessil ein, weil sie einzelne Kaninchen für eine Gefahr für das Gehege halten. Sie könnten dem Menschen Hinweise geben. Jeder hlessi der nicht kommt, wird getötet. Die Weiten Patrouillen berichten General Woundwort und der Rat entscheidet was mit allem Neuen passieren soll.
Das System ist somit streng hierarchisch und wesentlich komplexer als in Sandleford. Dort gab es nur ein Oberkaninchen, die Owsla und die übrigen Kaninchen. Schon dort haben wir von Unterdrückung und Tyrannisierung gelesen, jedoch in einem sehr harmlosen Ausmaß und alle Kaninchen konnten sich eigentlich frei bewegen. Efrafa hingegen kommt einer Militärdiktatur und einem Überwachungsstaat gleich. Bluebell fragt, ob sie bei der Annäherung von Efrafa nicht bemerkt worden sind, doch Holly verneint das. Nur kurz nachdem Hauptmann Campion, der sie gefunden hat, sie abliefert, berichtet ein Läufer einer Weiten Patrouille von vier Kaninchen, welche sich vom Norden her Efrafa nähern. Diese wären jedoch jetzt unter Kontrolle. Campion bringt sie zu einem Loch im Erdreich, welches von einem Rohr gestützt wird. 
Hier erreichen sie einen riesigen Bau, wo sie sich heimisch machen sollen. Holly gerät dabei in das Gespräch mit einem Weibchen, welches Hyzenthlay heißt. Das bedeutet soviel wie Tau schimmerndes Fell und ist ein wirklicher Zungenbrecher für Nicht-Engländer. Sie berichtet Holly viel über Efrafa und er legt im Gegenzug das Problem dar weshalb er gekommen ist. Nicht immer war es in Efrafa so schlimm, erst seitdem Woundwort da ist. Vorher wäre ihr Gehege woanders gewesen, nur Woundwort hätte es hierher verlegt. Er hätte auch das ganze System der Geheimhaltung ausgearbeitet. Sein Ziel, Kaninchen sollten so sicher sein wie die Sterne im Himmel. So sterben die meisten Kaninchen hier an Altersschwäche, wenn sie nicht von der Owsla getötet werden. Jedoch sind mittlerweile viel zu viele Kaninchen hier und auch neues Graben muss erst von der Owsla erlaubt werden. Es gibt zuviele Weibchen und viele von ihnen können keine Jungen kriegen. Ein Gesuch das Gehege zu verlassen und sich woanders niederzulassen, weit weit weg von Efrafa, wurden ihnen jedoch verwehrt, als sie vor dem Rat gesprochen haben. Jedoch kann es so nicht weitergehen, denn das System ist am zusammenbrechen. Hyzenthlay will aber nicht weiter darüber reden, da es nicht gut ist deswegen gehört zu werden. 
Holly empfindet die Situation jedoch gar nicht so schlecht, denn es käme ihrem Anliegen nur entgegen, wenn viele Kaninchen besonders die Weibchen unzufrieden sind. Sie könnten welche mitnehmen und das weiter als die meisten von ihnen je gekommen sind. Eine kurze Zeit später werden sie von einem anderen Hauptmann vor den Rat gebracht. Die Ratskammer ist jedoch wesentlich kleiner als die Honeycomb, sodass sie außerhalb warten müssen, denn sie sind nur eines von vielen Anliegen des Rates.
Und hier kommt es, dass auch meine Lieblingsfigur von Watership Down auftaucht. Ich weiß nicht, ob das auch so wäre, wenn der Film ihm nicht so ein brutales Ende gegeben hätte. Zusammen mit Holly wartet ein weiteres, verängstigtes Kaninchen vor den Rat zu treten: Er heißt Blackavar und wird von der Owslafa bewacht, eine spezielle Polizeieinheit des Rates. Dieser ist so außer sich, sodass Holly befürchtet, er würde verrückt werden vor Angst. Blackavar wurde dabei erwischt, wie er das Gehege verlassen wollte und als er vor den Rat gebracht wird, versucht er sich zu rechtfertigen. Er bittet um Gnade, doch es hilft nichts, als er wieder herauskommt sind seine beiden Ohren zerfetzt, schlimmer als das von Holly. Holly und seine Gefährten schnuppern besorgt an ihm, doch die Owslafa sagt, sie sollen das seien lassen. Blackavar kann froh sein überhaupt noch zu leben. Desertation stellt somit so etwas wie ein Kapitalverbrechen dar und wird mit Verstümmelung bestraft wie im Mittelalter gewisse Strafen verhängt wurden. Blackavar ist hierbei ein Symbol für die Unterdrückung, die in Efrafa herrscht und ist mir deshalb direkt sympathisch geworden, weil er von allen Kaninchen die wir kennenlernen am furchtbarsten unter den Efrafas leiden muss.
Danach sind Holly und seine Gruppe an der Reihe. Sie versuchen ihr Anliegen vorzubringen, wobei sie auch das erste Mal General Woundwort gegenüberstehen. Er ist einer der interessantesten Antagonisten von denen ich je gelesen habe und wir werden an späterer Stelle noch einiges über seine Beweggründe erfahren. Er ist das größte Kaninchen, welches Holly je gesehen hat, fast so groß wie ein Hase und er glaubt auch Bigwig könne es nicht mit ihm aufnehmen. Alles an ihm riecht danach, als ob Töten und Blutvergießen bei ihm zur Tagesordnung gehört. Wieder ist Holly der falschen Annahme er würden Fragen gestellt bekommen, wer sie sind und wo sie herkommen. Woundwort will ihnen nur die Regeln von Efrafa erklären und das sie diese besser verstehen, denn bei Überschreitung gibt es harte Strafen. Holly meint, es wäre ein Missverständnis. Sie kämen als Gesandtschaft von einem fremden Gehege und wären hier, um zu fragen, ob sie ein paar Weibchen mitnehmen dürfte. Für Woundwort steht das jedoch nicht zu Debatte. Holly sagt daraufhin, sie würde gerne ein, zwei Tage bleiben und später noch einmal versuchen sie zu überzeugen. Woundwort geht darauf ein und sagt sie würden bleiben, aber nicht länger den Rat behelligen, zumindest in den nächsten Tagen nicht. Holly versucht jedoch weiter vernünftig mit ihnen zu reden und sie von ihrem Standpunkt zu überzeugen, doch eines der Ratsmitglieder meint, sie hätten die völlig falsche Ansicht: Das hier ist keine Verhandlung, denn sie sagen was sie machen sollen. Holly versucht wieder zu erwidern, sie wäre nur Abgesandte eines anderen Geheges und als Gäste zu behandeln, doch dann dämmert es ihn, in den Augen der Efrafas sind sie Gefangene und jetzt Teil des Geheges.
Strawberry versucht sie anschließend zu überzeugen, wonach Kaninchen und auch Tiere keine Menschen seien. Sie kämpfen, wenn es sein muss und töten, wenn es sein muss, aber sie überlegen sich keine Wege, wie sie das Leben anderer Tiere verderben und zur Hölle machen. Tiere haben Anstand und nun ja Animalität. Es ist ein interessanter Ansatz. Zum einen Kritik an der menschlichen Lebensweise, zum anderen ein Beweis wie vermenschlicht Efrafa in den Augen von Strawberry ist. Wir werden noch erfahren, warum Efrafa so menschenähnlich aufgebaut ist und agiert. Auch schön zu sehen, dass auch den Kaninchen bewusst ist, wie sehr sich Menschen gegenseitig verachten und das das völlig wider der Natur ist. Natürlich spricht hier auch der Autor, doch ich empfinde es als lustig dieses Konzept den Kaninchen zu geben. Es ist zudem ausgerechnet Strawberry, der das sagt, welcher hier noch in dem Denkmuster des Geheges der Schimmernden Drähte verankert ist, wonach Kaninchen Anstand brauchen. Dabei sind die Kaninchen dort selbst menschenähnlicher geworden, auch wenn sie das vielleicht nicht verstehen.
Jedenfalls ist dann die Diskussion beendet und die vier werden einem Hauptmann Bugloss unterstellt. Woundwort gibt ihnen jedoch noch ein paar mahnende Worte mit. Sie würden später noch einmal mit ihnen reden und wenn sie gehorchen und machen was von ihnen verlangt ist, dann wären Woundwort und der Rat die freundlichsten Kaninchen überhaupt. So funktioniert eine Diktatur, so lange man alles macht, was die Obrigkeit will ist man der beste Freund, doch wehe wenn nicht. Sie werden als zu Bugloss gebracht, welcher die Markierung Rechter Hinterlauf leitet. Zum Glück fallen sie nicht weiter auf, weil es zuviele gibt und das System tatsächlich zusammenbricht, wie Hyzenthlay es ihm erklärt hat. Dann werden sie auch Zeuge eine dieser seltsamen silflay-Zeiten, denn sie müssen mitten in der Nacht gehen. Holly und die drei bleiben für sich, weil sie nicht auffallen wollen, doch Holly hat absolut keine Idee wie sie wieder fliehen können.
Schließlich kommt ihm die Idee als er die Geschichte von El'ahrairah und dem Kopfsalat des Königs hört. Er sucht Bugloss auf, welcher noch einer der besseren Kaninchen in Efrafa ist. Pflichtbewusst, jedoch auch ein bisschen schwach und von seinen Aufgaben sichtlich überfordert. An einem regnerischen Abend, als wieder silflay ist, sucht Holly Bugloss auf und sagt ihm, er solle sofort zum Rat kommen. Bugloss fragt natürlich sofort warum, doch das kann Holly ihm nicht verraten, weil es der Rat ihm nicht erklärt hat. Zurecht ist Bugloss verdächtig, denn Holly ist keiner der üblichen Ratsläufer und er fragt ihm, welche Markierung er angehört. Holly bleibt jedoch standhaft und meint, er würde keine Fragen beantworten, sondern droht nur, er könne auch zurückgehen und dem Rat sagen, Bugloss würde nicht kommen. Schließlich, als Holly schon wirklich loslaufen will, entscheidet sich Bugloss zu gehen, wobei er fragt wer jetzt die Aufsicht über das silflay hat und Holly meint, er wäre das selbst. So gesehen rettet sich Holly durch eine List und weil er auf einen der wenigen Hauptmänner trifft, die der Aufgabe nicht ganz gewachsen sind und sich von Hollys Erscheinung täuschen lassen. Ich denke ein Blackberry oder Dandelion hätte hier kein Erfolg gehabt. Was Holly jedoch nicht beachtet, es ist natürlich das Ende von Bugloss in de Owsla, denn wer sich so einfach täuschen lässt, fällt aus dem System heraus.
Sofort flieht Holly mit seinen Begleitern, wird jedoch von einigen Wachen aufgehalten, wobei es zum Kampf kommt. Dabei wird Buckthorn verletzt, der jetzt schon seine zweite, schlimmer Wunde innerhalb weniger Tage davonträgt. Sie können so fliehen und haben auch Vorsprung, weil Bugloss nicht da ist, doch die Efrafa Owsla ist kein Scherz und trotz ihres Vorsprungs holen sie auf. Holly weißt, dass ihnen Ärger droht, als sie die Patrouille immer näher kommen hören. Diese wissen sich im Regen und bei Nacht schnell und sicher voranzubewegen. Sie erreichen einen kleinen Steilhang auf dem sie viele Steine, Holzbretter und zwei Eisenschienen finden. Ohne es natürlich zu wissen und zu verstehen haben sie ein Eisenbahngleis erreicht und das summende Geräusch, welches sie durch die Schienen vernehmen, deutet auch einen herankommenden Zug an. Sie alle vier fallen den anderen Steilhang hinab, weil sie gar nicht merken, dass die Anhöhe nur so klein ist. Anschließend rauscht der Zug heran. Holly versteht es natürlich nicht was das ist, doch er hält den Zug für einen Boten von Frith und beschreibt ihn als ein Ding von hundert hrududil mit Feuer und Rauch, welches sich wie tausend Stürme zwischen sie und die Efrafas stellt. Die ganze Nacht ist erfüllt von Blitzen und dem lauten Geräusch. Holly und seine Begleiter sind zu geschockt, um sich vom Fleck zu bewegen. 
Als der Zug vorbei ist, ist von den Efrafas keine Spur mehr zu sehen. Nach einiger Zeit gehen sie im Dunkeln weiter. Sie finden eine Eisenbahnunterführung und folgen ihr. Danach gehen sie über die Felder bis sie weit genug von Efrafa entfernt sind. Sie schlafen in einem Graben und fühlen sich sicher, obwohl sie im fremden Gelände sind und Buckthorn verletzt ist. Holly beschreibt das Gefühl von Friths Boten gerettet worden zu sein als beängstigender als die Verfolgung durch die Efrafas. Und ein Zug dürfte auch auf ein Kaninchen wesentlich bedrohlicher einwirken, besonders wenn es noch nie einen Zug gesehen hat. Holly kann auch nicht verstehen, warum es genau in dem Moment kam und wird es wohl auch nie verstehen. Das ist etwas, worin sich die Kaninchen auch vom Menschen unterscheiden. Dinge, die sie nicht verstehen, lassen sie auf sich beruhen, obwohl sie von Natur aus sehr neugierig sind.
Am nächsten Morgen findet Holly den richtigen Weg und es hat auch aufgehört zu regnen. Trotzdem ist ihre Rückreise sehr beschwerlich. Sie alle sind - außer Silver - bald erschöpft und ohne Silver wären sie vermutlich überhaupt nicht zurückgekommen. Praktisch ein Tag und eine Nacht sind sie ohne Rast gelaufen, denn sie wollten so schnell wie möglich zurückkehren. Holly ging es deshalb extrem schlecht, fast fiebrig, als er heute früh zurückgehumpelt kam. Er ist kaum besser dran als Strawberry, welcher womöglich eine lange Zeit braucht, um sich zu erholen. Noch schlimmer ist Buckthorn dran. Doch die schlimmste Nachricht, die er erhalten hat, ist die von Hazel. Holly selbst wurde gefragt, ob er das Oberkaninchen sein will und er ist zwar froh über ihr Vertrauen, doch er ist im Moment zu erschöpft, um diese Verantwortung auf sich zu nehmen. 
Zum zweiten Mal kann ich nur die größte Hochachtung gegenüber Holly empfinden, denn die Flucht auf Efrafa ist nichts Einfaches, was sich auch später noch zeigen wird. Dass er mit seinen drei Begleitern entkommen ist und sie lebend zurück nach Watership Down geführt hat ist nach seinem ersten Erreichen des Hügels seine zweite große Tat, auch wenn ihr eigentliches Vorhaben nicht gelingt. Das erkennen offensichtlich auch die anderen, wenn sie ihn - und nicht Bigwig - fragen, ob er das Oberkaninchen sein will. Jedoch ist die zweite, schreckliche Tortur innerhalb weniger Tage auch für so ein zähes Kaninchen wie ihn zuviel.
Das Kapitel macht jedoch eines deutlich: ohne es zu wissen sind die Kaninchen von Watership Down in Konflikt mit den Efrafas geraten, denn Woundwort wird diese Fluchtaktion von Holly kaum auf sich sitzen lassen und durch ihre Weiten Patrouillen wissen wir schon, dass die Efrafas sehr weite Strecken zurücklegen können. Somit beginnt jetzt ein neuer Abschnitt für die Kaninchen von Watership Down: die Verteidigung ihrer Heimat gegen ein fremdes, totalitäres Kaninchengehege, welches von einem Tyrannen geführt wird. Wie sähe wohl die beste Strategie gegen ein solches aus? Das wird sich zeigen, sobald Hazel wieder zurück ist.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 26: Fiver Beyond

Ein sehr psychedelisches Kapitel wird eingeleitet mit einem Zitat aus Joseph Campbells Hauptwerk The Hero with a Thousand Faces. Campbell war ein amerikanischer Professor für Mythologie und das hier genannte Werk enthält eine Sammlung sämtlicher Gemeinsamkeiten der Kulturen dieser Welt in Literatur, Kunst, wobei die Helden besonders hervorstechen. Dieses Zitat berichtet von einem Schamanen, der große Distanzen überquert, ehe er vor seiner größten Prüfung steht, den Gang in die Unterwelt. Bezogen auf Fiver könnte es auf seinen Traum bezogen sein durch den erfährt, dass Hazel noch lebt, aber an der Schwelle zum Tode steht. Nein, er singt dabei nicht "Bright Eyes".

Es ist ein sehr heißer Tag auf Watership Down, und Fiver verbringt den Tag sehr unruhig unter dem Erde in seinem Bau. Er hat Probleme mit dem Verlust von Hazel fertigzuwerden immer wenn er erwacht und fragt sich, wo das hinkende Kaninchen hin ist, welches er im Morgengrauen gesehen hat. Dann beginnt er eine psychedelische Reise und hat einen sehr seltsamen Traum.
Zunächst folgt er seinen Gedanken über einen nassen Kamm in den Morgennebel der Feldern. Dort ist er zwar allein, doch er erkennt das Feld auch als das Feld wieder, wo er geboren worden war. Er folgt dem Bach und der Feldstraße wieder zu dem Ort, wo sie die Anschlagstafel gefunden haben. Hier findet er in dem Nebel einen Mann mit Schaufel, Seil und anderen Dingen, welche Fiver als Kaninchen überhaupt nicht begreifen kann und welchen Zweck sie haben. Die Anschlagstafel liegt daneben und er kann die Buchstaben darauf zumindest erkennen, auch wenn er natürlich keine Ahnung hat wie er sie verstehen soll. Neben dem Mann ist ein Loch im Boden.
Dieser Mann beginnt mit Fiver zu reden wie es ein Wesen machen würde, welches seine Beute zu jedem Zeitpunkt töten kann und auch die Beute das weiß. Der Mann hat ähnlich wie die Männer, welche Hazel angeschossen haben, einen kaum verständlichen Dialekt und spricht noch dazu grammatikalisch extrem falsch. Ich weiß nicht, ob Adams damit die Primitivität solcher Leute zum Ausdruck bringen wollte oder ob es nur an Fivers wirren Gedanken liegt, die Menschensprache irgendwie verständlich zu machen. Wobei die Menschen in seinen Gedanken eben keine intelligenten Wesen sind, sondern brutal und dämlich, so ähnlich wie wir uns Trolle in Märchen vorstellen. Eine interessante Vorstellung, denn ich wäre davon ausgegangen, dass sich Kaninchen Menschen als hochintelligente Wesen vorstellen weit jenseits ihrer Vorstellungskraft.
Jedenfalls fragt Fiver was dieser Mann macht und aus seinem Kauderwelsch wird bald deutlich, dass er das Schild aufstellt für Hazel. Fiver versteht nicht, wie ein Schild irgendetwas sagen kann, doch genau das wäre das Geheimnis warum die Menschen die Kaninchen töten. Das ist jetzt eine hochphilosophische Aussage, die in hunderte Richtungen interpretiert werden kann. Steht die Kenntnis der Schrift für die Überlegenheit des Menschen, aufgrund derer er jedes Lebewesen töten kann ohne die Konsequenzen zu spüren? Ist es bezogen auf die echte Anschlagstafel, welche das Ende von Sandleford Warren angekündigt hat, nur ohne das Fiver oder irgendein anderes Kaninchen davon hätte wissen können. Oder steht die Kenntnis der Schrift für die menschliche Technologie mit der es für sie ein Leiches ist Kaninchen zu töten. Es gibt hier mit Sicherheit dutzende Interpretationen, die alle nicht falsch sein müssen. Bewundernswert ist nur, dass Fiver im Traum praktisch diese Erkenntnis hat, wonach die Kenntnis von Schrift eine der Vorteile der Menschen ist.
Jedenfalls soll er selbst auf das Schild blicken, doch er kann die Schrift natürlich nicht lesen, da er noch nicht einmal weiß, dass schwarze Linien einen Sinn ergeben können. Dennoch leuchtet ihm bald eine Botschaft auf: "In memory of Hazel-rah! In memory of Hazel-rah! In memory of Hazel-rah! Ha ha ha ha ha ha ha!" Das verrückte ist, da den Kaninchen Lachen unbekannt ist, dürfte Fiver den letzten Teil überhaupt nicht verstehen und das es sich um einen grausamen Scherz handelt. Er dürfte jedoch wissen, dass es in Gedenken an Hazel ist. Der Mann wird diese Tafel bald aufstellen, was Fiver entsetzt, doch noch kann er es nicht, da Hazel in das Loch in den Boden gegangen ist und er ihn dort nicht hinausbekommt. Solange kann er auch das Schild nicht aufstellen. Fiver geht zu dem Loch und sieht hinab. Er ruft nach Hazel und tatsächlich bewegt sich etwas. Als er von dem Mann geschlagen wird, erwacht er.
Es ist mehr als nur ein Alptraum, es ist eine der Visionen, welche Fiver immer hat. Sie sind deutlich bewusstseinserweiternd, denn anstatt einfach nur von Hazel zu träumen, sieht er sein Überleben vor sich. Um das zu verstehen hat er jedoch klassische Elemente verarbeitet. Ein Mensch war dafür verantwortlich, also taucht ein Mensch auf. Er verbindet das mit einer seiner schlimmsten Visionen und Ausdruck derer war die Anschlagstafel im Feld. Sie deutet an, dass wieder etwas Schlimmes passieren wird, doch im Gegensatz zu Sandleford Warren ist sie noch nicht im Grund verankert. Die schreckliche Sache kann also noch abgewendet werden. Fiver ist sich dabei bewusst, dass die Botschaft auf der Anschlagtafel etwas damit zu tun hat und der Mensch. Das ist eine enorme Denkleistung für ein Kaninchen, die weit weit über das hinausgeht, was ein normales Wildkaninchen denken würde. Es wirkt tatsächlich so als wäre Fiver auf einer höheren, geistigen Ebene als all die anderen. Das Übersinnliche lässt sich jedoch nicht erklären, es ist ein Teil von Fiver, doch er weiß wann diesem zu vertrauen ist.

Dann wird er geweckt von Blackberry, welcher meint Fiver wäre durch einen Erdsturz aufgewacht, den es überall im Gehege gegeben hat, weil es so heiß ist. Er hätte ihn gehört, wie er nach Hazel gerufen hätte. Blackberry ist untröstlich, dass sie ihn verloren. Doch sie alle würden eines Tages aufhören zu rennen, denn Frith würde alle Kaninchen kennen und sie wieder zu sich rufen. Fiver fragt jedoch nur, ob es schon Abend ist. Blackberry verneint das, es sei weit nach Mittag. Holly und die anderen sind zurück, wobei Strawberry sehr krank und das sie alle keine Weibchen dabeihaben verschlechtert die Lage noch, doch Fiver hört ihm gar nicht zu. Er fragt, ob er weiß wo Hazel angeschossen wurde. Blackberry weiß es, weil er die Stelle mit Bigwig untersucht hat. Fiver will, dass Blackberry ihn sofort dort hinführt. Blackberry ist jedoch dagegen, es ist ein langer Weg und viel zu heiß dafür. Noch dazu würden sie völlig umsonst gehen. Fiver ist sich jedoch sicher, dass Hazel nicht tot ist. Blackberry hat jedoch das Blut gesehen und glaubt der Mensch hätte ihn fortgebracht, doch Fiver meint, Blackberry hätte nicht Hazel gesehen. Er müsse jetzt tun, was Fiver sagt, denn Hazel ist nicht tot. Für Blackberry wäre das zuviel und so entscheidet Fiver allein zu gehen. Er fordert jedoch Blackberry noch einmal auf mitzukommen, denn er würde von ihm nur verlangen, Hazels Leben zu retten.
So brechen sie zusammen auf, wobei Fiver extrem schnell ist und Blackberry auch immer wieder antreibt. Schließlich erreichen sie die Stelle, wobei Fiver Blackberry bittet ihm den Graben zu zeigen. Von dort aus finden sie letztendlich das Rohr, wo Fiver sofort das getrocknete Blut eines Kaninchen erkennt. Er erkennt es als das blutige Loch aus seinem Traum wieder. Dann erkennt er auch, dass es blockiert wird von einem Kaninchen, dessen Puls geradeso zu hören ist. Fiver ist sich sicher, dass Hazel in diesem Loch ist und das er noch am Leben ist.

Watership Down Kapitel 25: The Raid

Das Kapitel, in der Hazel von seinem Leichtsinn brutal eingeholt wird, wird eingeleitet mit einem Zitat der englischen Schriftstellerin Mary Renault aus ihrem Buch The King must die, ein historischer Roman über die griechische Sagengestalt Theseus. Theseus ist einer der bekanntesten Heroen der griechischen Mythologie, am bekanntesten womöglich dafür, das Labyrinth von Knossos zu überwinden und den Minotaurus zu besiegen. Das Zitat hier bezieht sich auf die Opferung eines Pferdes, des königlichen Pferdes. Im griechischen Raum war es üblich, dass ein Opfertier seine Bereitschaft sich zu opfern selbst äußerte und von niemandem gezwungen werden konnte. Es musste mit der Opferung einverstanden sein. Natürlich sah das in der Realität wohl so aus, dass die Tiere mit Wasser bespritzt wurden und ihr Zittern als Zustimmung gewertet wurde. Niemand konnte dem Tier also sagen, es solle sich opfern. Ähnlich ergeht es hier auch Hazel, der sich praktisch in dem Moment als der Mensch näherkommt aus eigenen Stücken für das sichere Entkommen von Dandelion und Haystack opfert.

Zunächst setzt das Kapitel unmittelbar an den Ausflug von Pipkin und Hazel an. Sie erreichen erst gegeben Abend Watership Down, weil sie von einem Regenguss überrascht werden und so lange Zeit in einer Hütte mit Kohl- und Mangoldrüben verbringen. Als sie zurückkommen, hat offensichtlich keiner ihre Abwesenheit bemerkt. 
Am nächsten Morgen weiß Fiver jedoch Bescheid. Er horcht ihn direkt gehend aus, um zur Wahrheit zu gelangen. Sein Fell ist nasser als es wäre, wenn er nur kurz zum silflayen hinausgegangen wäre, er riecht nach Mangold und Bauernhof und nach etwas, was Fiver nicht erkennen kann. Hazel sagt, es wäre eine Katze, doch warum sollte sich Fiver darüber sorgen. Fiver erwidert darauf, weil er etwas verbirgt und zwar etwas Gefährliches. Hazel meint darauf nur, dass eher Holly in Gefahr ist, worauf Fiver antwortet, Holly und seine drei Gefährten hätten dieses große Gehege erreicht. Kehaar hätten es ihnen schon gestern Abend erzählt und fragt schnippisch nach, ob Hazel das nicht wisse. Hazel reagiert darauf nur mit, er wisse es jetzt, doch Fiver gibt sich damit nicht zufrieden: irgendetwas hätte Hazel auf einem Bauernhof getrieben, was ihn so eingenommen hat, sodass er selbst vergessen hat nach Holly zu fragen. Hazel gibt sich geschlagen und berichtet von seinem Ausflug mit Pipkin und das er die Stallkaninchen aufgesucht hätte von dem ihm Kehaar berichtet hat. Darauf fragt Fiver warum er das getan hat. Hazel erwidert, sie hätten Weibchen. Davon ist Fiver jedoch nicht überzeugt, denn er weiß, dass Stallkaninchen nur beschwerlich sich dem Leben in der Wildnis anpassen. Außerdem würden sie genug Weibchen haben, wenn Holly erfolgreich ist. In Wirklichkeit sei das nur ein Versuch von Hazel als der Schlaue dazustehen. Darauf reagiert Hazel schnippisch mit der Antwort, was wohl Bigwig und Blackberry von dem Vorschlag halten würden. Fiver tadelt ihn jedoch, dass er so das Leben einige ihrer Kaninchen für etwas riskieren würde ohne großen, praktischen Wert für sie selbst. Natürlich würden die anderen zustimmen, immerhin ist er das Oberkaninchen und entscheidet damit was richtig ist. Die anderen vertrauen ihm schließlich. Sollten jedoch drei oder vier Kaninchen sterben, so sähe Hazel aus wie ein Narr. Darüber ist Hazel so verärgert, sodass er Fiver sagt er soll ruhig sein, er möchte schlafen.
Schon hier sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen, denn wenn Fiver mit etwas nicht einverstanden ist, so droht meistens große Gefahr. Er hatte Recht mit Sandleford und er hatte Recht mit dem Gehege der Schimmernden Drähte. Fiver ist auch der einzige, der wirklich Hazel ins Gewissen reden kann, weil Hazel viel auf ihn setzt, doch hier scheint sein Urteilsvermögen wieder getrübt zu sein von ihrer derzeitigen guten Situation. Es kann also nur etwas Schlimmes passieren, wenn Hazel wieder nicht auf Fiver hört.
Am nächsten Morgen berichtet er Bigwig und Blackberry davon. Natürlich hält Bigwig das Ganze für eine super Idee, ihm stört nur etwas, dass Hazel vor eine Katze davon gerannt ist. Gegen eine Katze könnte ein Kaninchen kämpfen, Bigwigs Mutter hätte es getan und eine Katze übel gekratzt. Er würde sich selbst um die Farmkatzen kümmern. Blackberry braucht etwas mehr Überzeugungsarbeit, letztlich stimmt er aber doch ein, hauptsächlich, weil er darüber enttäuscht ist nicht auf die Expedition zu dem anderen Gehege geschickt worden zu sein. Er würde ihnen dabei helfen, die Vorrichtung an dem Kaninchenstall zu öffnen. Anstatt ihm also wie Fiver die Idee auszureden, stimmt Blackberry darin ein, weil er selbst enttäuscht an einem anderen Abenteuer nicht teilzuhaben. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Blackberry fragt nach, ob sie alle gehen müssen, denn zuviele Kaninchen würden stören und der Hund wäre angebunden und es könnten nicht mehr als drei Farmkatzen sein. Bigwig ist dafür noch Hawkbit, Dandelion und Speedwell mitzunehmen (ihm übrigen nennt auch Bigwig jetzt Hazel Hazel-rah, und das noch bevor der berüchtigen Szene, die schon angedeutet wurde). Sie wollen auch noch in der gleichen Nacht gehen, doch hier macht ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
So bleiben sie da und erzählen zusammen mit Kehaar Geschichte. Ein weitere Geschichte von El'ahrairah, die wir leider nicht zu hören bekommen, erzählt Kehaar ausgerechnet von der Sintflut und der Arche Noah. Es ist interessant zu sehen, dass eine biblische Geschichte Einzug gefunden hat in die Erzählungen der Möwen. Pipkin hat bei dieser Geschichte wieder etwas Angst, weil der Regen nicht aufhört und sie keine Kiste hätte, wie Kehaar sie in seiner Geschichte erwähnt hat. Bluebell beruhigt ihn mit einem Scherz, denn Kehaar könne ihn bis zum Mond mitnehmen und wie einen Birkenast auf Bigwig fallen lassen.
Bevor Hazel schlafen geht, redet wieder Fiver mit ihm und fragt, ob es vergebens wäre ihm von der Unternehmung abzuraten. Hazel fragt direkt, ob er eine seiner Anwandlungen hat bezüglich des Bauernhofs. Er hat deswegen jedoch kein Gefühl, trotzdem fühlt es sich für ihn nicht richtig an. Er hat sie manchmal und manchmal nicht. Zum Beispiel weiß Fiver nicht, was mit Holly und den anderen dreien passieren wird. Bezüglich Hazel hat er jedoch Angst, und nur wegen Hazel und keinem der anderen, die noch mitgehen. Wenn es so ist, würde Hazel die anderen entscheiden lassen, ob er aus dem Gröbsten herausgehalten werden soll. Das jedoch wäre vom Nachteil denn es würde gegenüber den anderen so aussehen, als hätte er Angst. Fiver versucht ihn zu überzeugen, wenigstens so lang zu warten bis Holly zurück ist. Genau das aber will Hazel doch erreichen: Weibchen in den Bau bringen bevor Holly zurück ist. Weil er jedoch Fiver sehr vertraut, verspricht er ihm sich rauszuhalten, ja noch nicht einmal den Bauernhof zu betreten. Er will auf dem Feldweg bleiben und hofft das reicht aus, um Fivers Sorgen wenigstens halbwegs zu beruhigen. Zumindest vertraut Hazel hier Fiver so weit, sodass er sich aus der größten Gefahr heraushält.
Am nächsten Morgen nimmt Hazel Bigwig und Blackberry zum Rande des Steilhangs von wo sie aus auch Nuthanger Farm erkennen können und erklärt ihnen wie sie hinkommen und den Kaninchenstall finden. Besonders Bigwig ist bereits sehr aufgeregt. Er tut so als wäre er eine Katze und lässt Dandelion, Hawkbit und Speedwell gegen sich kämpfen. Das ermuntert auch Hazel wieder, welcher durch Fivers Worte doch ein wenig besorgt war. Am Ende macht er bei diesem Spielchen auch mit sowohl als Katze als auch als Angreifer. Dandelion äußert, er wäre sehr enttäuscht nach all der Vorbereitung nicht auf eine Katze zu treffen. Kehaar weist ihn jedoch zurecht, dass so eine Katze sehr gefährlich ist und kein Scherz. Sie kommt lautlos und springt einen dann plötzlich an. Im Unterschied zu ihm meint Bigwig sind sind jedoch nicht zum Fressen dort und passen somit ständig auf, ob sich ihnen eine Katze nähert. Bluebell hat die brillante Idee die Katze zum Fressen mitzubringen oder um Nachwuchs zu zeugen. Hmm, bei Letzterem fühle ich mich an zahlreiche Videos erinnert wo irgendeine Katze von einem Kaninchen bestiegen wird.
Schließlich entscheiden Hazel und Bigwig den Überfall zu beginnen, sobald es anfängt dunkel zu werden. Das heißt bei Sonnenuntergang wollen sie die kleinen Hütten außerhalb des Bauernhofs an dem Feldweg erreichen. Dort würden sie wieder Rüben fressen, dann warten bis es dunkel ist und in dem Schutz der Dunkelheit versuchen den Verschlag zu öffnen. Dann hätten sie genug Zeit mit den Katzen fertigzuwerden und das Verschwinden der Kaninchen würden erst am nächsten Morgen festgestellt werden. Außerdem würde es eine lange Zeit brauchen die Stallkaninchen zurück nach Watership Down zu bringen, was er lieber im Dunkeln machen würde trotz der elil. Bigwig denkt hier wieder kaltherzig und pragmatisch. Falls sie elil begegnen, könnten sie die Stallkaninchen einfach zurücklassen und den elil überlassen, denn die würden sowieso immer die langsamsten erwischen. Das ist natürlich sehr gefühllos und auch etwas sehr unfair, denn immerhin bringen sie die Stallkaninchen erst in eine solche gefährliche Situation.
So brechen sie auf, wobei Fiver nirgends zu sehen ist und so ist das Schlimmste womit sie zu kämpfen haben Pipkins Enttäuschung, dass er nicht mitdarf. Doch Hazel beruhigt ihn mit den Worten, er hätte seinen Anteil bereits geleistet. Sie erreichen ohne Probleme die Hütten, wo sie sich vollfressen und als der Stern Capella einen bestimmten Stand am Himmel erreicht (Kaninchen wissen zwar die Namen der Sterne nicht, können sie aber trotzdem voneinander unterscheiden), entscheidet sich Hazel zu dem Bauernhof zu gehen. Bigwig ist damit einverstanden, dass Hazel zurückbleibt, denn auch er gibt viel auf Fivers Worte. Hazel verschweigt dabei aber, dass Fiver von der ganzen Idee des Überfalls nicht überzeugt ist. Vielleicht hätte Bigwig hier Hazel die ganze Unternehmung ausreden können, wenn er die Wahrheit gewusst hätte. Bigwig war nach der Erfahrung mit der Schlinge Fivers Rat bestimmt kein zweites Mal nicht beachten.

Sie haben kaum den Hof erreicht, als sie auch schon gegen eine schwarze Katze kämpfen dürfen. Bigwig greift sie sogleich an, wobei er verletzt wird und Speedwell und Dandelion schlagen die Katze schließlich in die Flucht ohne dabei den Hund zu wecken. Hawkbit findet derweil den Eingang zu der Hütte, wo sich der Kaninchenstall befindet und diese ist zu ihrem Glück geöffnet. Blackberry und Bigwig machen sich sogleich daran den Verschlag zu öffnen. Zu Boxwood sagen sie, sie seien von Hazel gesandt worden. Das öffnen bereitet ihnen einige Probleme, weil sich der Lederriemen nur an einer Stelle gut mit den Zähnen durchtrennen lässt. Nach einiger Zeit schaffen sie es aber auch die untere Haltung zu lösen in dem Bigwig gegen die Stalltür springt. Nachdem sie diese geöffnet haben, verharren sie für einen Moment. Adams beschreibt das Phänomen hier als ein solches, welches besonders bei Tieren auftritt, welche ein Hindernis überwunden haben und erwarten Anerkennung dafür zu bekommen. Er vergleicht das Phänomen jedoch auch mit menschlichen Ereignissen: so zum Beispiel das Fällen eines Baumes oder das Abtragen einer Schneewehe.
Unsicher schnuppern die Stallkaninchen und wissen nicht zurecht was sie mit ihrer plötzlichen Freiheit anfangen sollen. Laurel fragt nach Hazel-rah und Blackberry meint, er wäre draußen bei dem Feldweg, doch Laurel weiß gar nicht was ein Feldweg ist und Blackberry wird bewusst, dass die Stallkaninchen überhaupt nichts von ihrer unmittelbaren Umgebung kennen. Bigwig herrscht sie schließlich an ihm zu folgen, doch sie wissen nicht wohin und haben offensichtlich Angst vor Bigwig, der so schnell aufbrausend wird. Blackberry ist bestürzt, denn nichts läuft so wie es soll. Schließlich hat er wieder einen genialen Einfall. Er wendet sich an Clover und fragt sie, ob sie mit ihm Gras bei Nacht essen wollen würde, denn solches Gras schmeckt ganz besonders gut. Mit dem Vorschlag ist Clover einverstanden, doch sie hat Angst vor den Katzen. Dazu meint Blackberry nur, das große Kaninchen, also Bigwig, würde mit allen Katzen fertigwerden. Bigwig scheint nicht so recht zu verstehen was Blackberry bewirken will und sagt, er ist nicht erpicht darauf gegen weitere Katzen zu kämpfen. Wenn sie also Gras im Mondschein essen wollen, so sollten sie jetzt mitkommen. Hazel wartet schon auf sie. Es ist wieder schön zu sehen wie Bigwig eher der direkte Typ ist und von Manipulation nicht viel versteht, während Blackberry einen wirklich cleveren Weg gefunden hat, die Stallkaninchen zum Gehen zu bewegen.
Draußen erwartet sie eine Überraschung. Die schwarze Katze hat sich auf einen Holzstoß gesetzt und beobachtet sie aufmerksam, wagt jedoch keinen Angriff als sie Bigwig sieht. Es wird jedoch auch so nicht einfacher, denn Clover und Boxwood haben zwar gemerkt, dass sie gehen müssen, doch Laurel und Haystack sind überwältigt von der neuen Umgebung und schauen sich unsicher überall um und bleiben oft stehen. Schließlich bricht das Chaos aus als eine zweite Katze vorbeikommt, die gleiche, die schon Hazel getroffen hat und dabei wacht auch der Labrador auf und fängt sofort bei dem Blick auf die Kaninchen an zu bellen. Bigwig merkt, dass es Zeit ist zu gehen. Er treibt die anderen an und Boxwood und Clover kommen auch mit den anderen mit. Haystack und Laurel verharren aber am Ort und Dandelion versucht sie zum Weitergehen zu bewegen. Er befürchtet jede Sekunde von den Katzen angefallen zu werden. Bigwig versucht ihn zum Gehen zu treiben und auch wenn er anfangs noch widerspricht, so hat ihn das Bellen so weit verängstigt, sodass er blitzschnell zu dem Feldweg rennt und die Stallkaninchen zurücklässt.
Hazel gefällt das gar nicht, er fühlt sich offensichtlich für die Kaninchen bereits verantwortlich, was nur richtig ist, wenn sie diese in eine ungewisse Gegend führen, wo sie leicht getötet werden können. Zusammen mit Dandelion kehrt er zurück. Derweil sollen Bigwig, Blackberry, Speedwell und Hawkbit Boxwood und Clover schon zum Gehege zurückführen. Bigwig muss zurückbleiben, was ihm gar nicht gefällt, doch wenn er widerspricht, würde alles komplett unorganisiert sein. Er willigt ein, was wieder zeigt wie sehr auf Hazel mittlerweile vertraut und hört. Er ist trotzdem wütend auf Hazel, der zu schlau wäre für sein eigenes Wohl und treibt schließlich Hawkbit an.
Hazel hat bereits Haystack erreicht als Dandelion dazukommt und Hazel bittet ihn mit Laurel zu reden. Obwohl Hazel fröhlich wirkt scheint er vor Angst zu Zittern. Der Hund hat sich vorerst wieder in seine Hütte zurückgezogen und ist ruhig. Viel besser ist es jedoch nicht geworden, denn die Katzen sind herangekommen. Dandelion ist erschrocken darüber wie grün ihre Augen glitzern. Dann sieht er, dass Hazels Augen rot blicken, was ihn noch stärker erschreckt. Tatsächlich leuchten die Augen von Kaninchen rot, wenn sie in der Nacht von einer Lichtquelle angestrahlt werden und das ist so, weil in dem Moment ein Auto in den Hof fährt.
Es steigen zwei Männer aus, die schnell feststellen, dass Lucys Kaninchen frei sind. So heißt im übrigen das Kind dem die Kaninchen gehören und die auch noch eine Rolle in der Geschichte zu spielen hat. Hazel, der sich durch das ankommende Auto in einer Schockstarre bestand, kommt bei dem Geräusch menschlicher Stimmen wieder zu sich und er sucht zunächst in einer Scheune Unterschlupf. Er bittet Haystack und Dandelion ihm zu folgen. Dabei merkt er, dass er Laurel zurücklassen muss, denn die Männer haben diesen bereits gefunden und wieder zurückgebracht. Die drei erreichen jedenfalls die Ulmen und gelangen in das Gras neben dem Feldweg. Hier lässt sich Haystack nicht dazu bewegen weiterzulaufen, weshalb Dandelion ihn fragt, ob sie sie auch hierlassen sollen. Hazel ist jedoch dagegen, denn wegen der Weibchen sind sie hergekommen. Dann riechen sie plötzlich Zigaretten und hören die Männer etwas aus dem Auto nehmen. Das bringt Haystack dazu wieder gehen zu wollen und sie verkündet, dass sie nicht zurück in den Stall will. Dandelion springt sofort mit ihr in einen Graben, es ist jedoch derjenige auf der anderen Seite des Feldwegs. Hazel folgt ihnen wieder, als sich auch das Auto wieder nähert. Schließlich überholt er sie und treibt sie weiter an. Die Männer haben derweil bemerkt, dass ein Wildkaninchen hier ist. Der Graben ist jedoch an der Stelle versperrt, sodass sie nicht weiterkommen ohne ihn zu verlassen. Derweil suchen die Männer mit Taschenlampen die Heckenreihen ab.
Hazel hat eine Idee: er will die Männer ablenken indem er aus dem Graben in Richtung Feld rennt, sodass sie ihn sehen und das Licht auf ihn richten. Währenddessen soll Dandelion mit Haystack davonrennen. Das ist die Stelle an der das eingangs zitierte Opfer deutlich wird. Was Hazel jedoch nicht weiß ist, dass die Männer ein Gewehr dabei haben, denn als er losrennt und von ihren Scheinwerfer erfasst wird, schießen sie auf ihn und treffen ihn an den Hinterläufen. Hazel schafft es mit Mühe und Not sich in ein Abflussrohr zu retten ehe die Männer ihn finden können. Diese geben die Suche jedoch schnell auf, weil sie nicht glauben Hazel finden zu können, der vermutlich schon verschwunden ist. Der Akzent der Männer ist im übrigen sehr interessant, vermutlich typisch Hampshire.
In dem Rohr jedenfalls wird Hazel von einer Kälte übermannt und fällt in eine Art Betäubung, die bald seinen ganzen Körper erfasst und er hat schmerzenden Krämpfe. Bald fließt auch Blut aus dem Rohr heraus. Hier hat sich also die Gefährlichkeit des Unternehmens offenbart. Sie haben zwar zwei Weibchen dafür bekommen, doch Hazel wurde dafür angeschossen. Es ist also nicht sicher, ob es das Wagnis wert war, denn jetzt stehen die anderen ohne Anführer da.

Die anderen wurden derweil auch durch das Geräusch des Schusses erschreckt, doch Bigwig kann sie geradeso noch davon abhalten irgendwohin zu fliehen. Hier sind keine Löcher, wo sie sich verstecken können. Schließlich hören sie wie Dandelion und Haystack näherkommen. Als Dandelion kommt, fragt Bigwig nach Hazel, doch der kann nur sagen, dass Hazel von dem Mann erschossen wurde. Er berichtet den anderen was sonst noch passiert ist. Speedwell ist sich jedoch unsicher und fragt, ob er gesehen hat wie Hazel gestorben ist. Dandelion ist sich nicht sicher, doch er weiß auch, dass sie sehr nahe an Hazel dran waren. Bigwig will zunächst antworten. Nach einiger Zeit suchen sie die Stelle auf, sie finden jedoch nur Blut und die zertrampelte Erde des Grabens.
Es ist eine deprimierende und niedergeschlagene Reise zurück. Sie erreichen den Fuße des Hügels beim ersten Morgenlicht und Bigwig schickt zunächst Blackberry, Speedwell und Hawkbit voran. Diese werden bereits von Fiver erwartet. Ehe sie ihm die schlechten Neuigkeiten übermitteln, sagt er jedoch er wisse es. Er hätte ein blutendes Kaninchen neben ihnen gesehen, welches jedoch jetzt verschwunden ist. Dann fragt er Blackberry was passiert ist und als er es erzählt, kehrt er in seinen leeren Bau unter der Erde zurück.
Auch das Willkommenheißen der neuen Kaninchen fällt eher trist aus und Dandelion ist untröstlich, weil er Hazel nicht daran gehindert hat aus dem Graben zu springen. Inmitten dieser tristen Stimmung kommen Holly, Silver, Buckthorn und Strawberry zurück. Sie haben keine Kaninchen dabei und befinden sich außer Silver in einem furchtbaren Zustand. 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 24: Nuthanger Farm

Es ist ein Punkt erreicht an dem Hazels Entscheidungen zu Übermut neigen und seine Neugier und Abenteuerlust für ihn zur Gefahr werden. So gesehen ist es nicht verwunderlich dieses Kapitel mit einem Zitat von Robin Hood einzuleiten, der auch unter großem Risiko Nottingham betritt und dort aber auf einen gutmütigen Mönch trifft. Besonders auffallend ist die Namensähnlichkeit von Nottingham und Nuthanger.

Es läuft eigentlich alles perfekt auf Watership Down: Holly und seine Gruppe sind auf direktem Wege zu dem fremden Gehege und werden gut von Kehaar geleitet. Noch dazu hat Kehaar einen Turmfalken aus ihrem Buchenwäldchen vertrieben, in dem er es laut angeschrien hat. Ich empfand den Vergleich mit einem cornischen Hafenarbeiter hier sehr amüsant.
Aus dieser Ruhe und Zufriedenheit entscheidet Hazel übermütig zu werden und selbst ein neues Abenteuer zu starten, wie er es an den Feldern des Enborne mit der Entdeckung des Bohnenfeldes getan hat. Er will Holly und Silver zeigen, dass auch er das kann, was sie erreichen wollen, ohne natürlich ihre Aufgabe herabzusetzen. Es sollen bei ihrer Rückkehr schon zwei oder drei Weibchen da sein. Und so entscheidet sich Hazel die Stallkaninchen auf der Farm aufzusuchen. Er fragt sich wie sie aussehen, ob sie ein Wildkaninchen kennen und wie oft sie rausgelassen werden. Eine kleine Erkundung kann nicht schaden, besonders am frühen Morgen, wenn der Mensch noch schläft. Mögliche Hunde würden wohl angekettet sein. Nur Katzen könnten zum Problem werden, wenn sie sich unbemerkt anschleichen, doch ein Kaninchen würde eine Katze abhängen, wenn es sie nur früh genug sieht. Hazel entscheidet, dass es das Risiko wert ist, sie aufzusuchen. Er will nur mit ihnen reden und kein wirkliches Risiko eingehen, sondern erst einmal nur sehen, ob sich ein solches lohnt.
Als Begleiter entscheidet er sich für Pipkin. Er ist gegen Bigwig und Dandelion, weil sie womöglich eigene Ideen entwickeln könnten, was Hazel gar nicht gebrauchen kann. Interessanterweise denkt er über Fiver und Blackberry gar nicht nach oder einem der anderen. Vermutlich ist sein Vertrauen zu den anderen nicht groß genug. Fiver und Blackberry würden ihm jedoch von einer solchen waghalsigen Unternehmung abraten, weshalb er nicht einmal daran denkt sie mitzunehmen. Also bleibt nur Pipkin, sein loyalster Untertan, der alles macht, was Hazel ihm sagt ohne nachzufragen und ihm überall hin folgt.
Er findet Pipkin in seinem Bau - zum Glück allein - und er berichtet ihm von seinem Vorhaben. Pipkin hat zunächst Angst wegen der Katzen und Hunde, doch Hazel beruhigt ihn. Es gäbe keine Gefahr, denn es wären nur sie beide und er hätte einen geheimen Plan von dem er den anderen nichts zu erzählen brauche. So ins Vertrauen gezogen kommt Pipkin ohne nachzufragen mit. Sie gehen vorsichtig den Down hinab und kommen an dem Punkt vorbei, wo sie Holly und Bluebell gefunden haben. Hazel ist kurz besorgt, wegen Eulen, doch es sind keine zu sehen und so gehen sie über das offene Feld unter den Strommasten hindurch bis sie eine Straße erreichen.
Hazel befindet sich dabei in einer Art Euphorie und ist sich sicher, dass nichts schiefgehen kann. Ähnlich wie ein Kricketspieler, der in jedes Loch getroffen hat oder ein Schauspieler, der merkt, dass sein Publikum ihn heute besonders stark unterstützt. So fühlt sich auch Hazel, der nichts fürchtet und tausende Bauenhöfe überfallen könnte. An der Straße treffen sie schließlich eine Ratte, welche Hazel nach dem Weg fragt und die ihnen höflichen antwortet, sie wäre gleich hinter der Straße über eine Wiese an der Spitze des Hügels. Das ist auch seltsam, denn die Ratte hat eigentlich keinen Grund freundlich zu Hazel zu sein.
Sie überqueren die Straße und sind schnell oben bei der Farm. Hier folgt eine tolle Beschreibung von der Nuthanger Farm, die auch ein real existierender Ort in der Gegend ist. Sie sieht aus wie ein gewöhnlicher Bauernhof mit Haupthaus, Scheunen und Kuhstall. Ihre Besonderheit sind jedoch die Ulmen, welche den Wind abfangen und dutzendfach verstärken. Hazel und Pipkin nehmen schnell die üblichen Gerüche eines Bauernhofs wahr: Mensch, Hund, Katze und schließlich auch die Kaninchen. Das seltsame Windspiel irritiert sie jedoch zunächst, denn sie befürchten etwas viel Größeres würde auf sie zukommen, was sie jedoch nie erreicht.
Sie sehen zwar keine Katze, entdecken aber bald eine Hundehütte. Dort schläft ein großer schwarzer Hund, der nicht mit einer Kette, sondern einem Seil befestigt ist. Hazel fragt sich warum, kann es sich aber selbst erklären. Sollte der Hund nachts unruhig werden, so stört das Geräusch der Kette nicht. Tatsächlich wird es für Hazels Gruppe noch immens wichtig, dass der Hund nur mit einem Seil befestigt ist und nicht mit einer Kette.
Schon bald entdecken sie die Hütte, wo sich der Kaninchenstall befindet. Hazel beauftragt Pipkin den Eingang zu bewachen und nach der Katze Ausschau zu halten, denn es wäre fatal, wenn die Katze sie in der Hütte einsperren würde. Hazel erreicht schon bald den Kaninchenstall und stellt sich auch als Hazel-rah vor. Er käme von den Hügeln, wo sie frei leben, soviel Gras haben, wie es gibt und unter der Erde schlafen. Dann fragt er wieviele sie seien. Es wären vier, jeweils zwei Weibchen und zwei Männchen. Das Kaninchen mit dem Hazel redet heißt Boxwood, die anderen sind Laurel, Clover und Haystack. Hazel fragt auch, ob sie jemals rauskommen und Boxwood meint ein Kind würde sie regelmäßig rauslassen. Anschließend kommt Hazel direkt zum Punkt, er wäre hier um über ihr Gehege zu erzählen und würde sie davon überzeugen mit ihnen zu kommen.
Er soll zur Hintertür kommen, wo er sie besser sehen kann. Es handelt sich hauptsächlich um gezüchtete Kaninchen: zwei Himalayas und zwei Angoras. Dann erzählt Hazel vom Leben auf den Hügeln und ihrem Gehege und berichtet auch von ihrer Zwangslage. Er sei jedoch nicht hier, um ihnen die Weibchen zu klauen. Sie könnten alle mitkommen und auf Watership Down leben. Die Stallkaninchen sind verwirrt und fasziniert, besonders Clover, eines der Weibchen, ist sehr neugierig und stellt Hazel viele Fragen. Für sie alle ist das Leben im Stall zwar einfach, jedoch auch monoton und eintönig. Sie wissen einiges über elil von anderen Quellen. Das sind vermutlich Vögel oder Mäuse, die sie aufsuchen, wenn sie draußen sind. Hazel merkt jedoch, dass sie angetrieben werden müssen und die Entscheidung befreit zu werden nicht selbst fällen, da sie nicht danach leben selbst Initiative ergreifen zu müssen, wie es für Wildkaninchen üblich ist. Sie bekommen Futter und müssen sich um keine Fressfeinde sorgen.
Dann entscheidet Hazel, dass er zurück zu seinen Freunden gehen müsse, doch er verspricht ihnen eines Nachts wiederzukommen und sie zu befreien und jeder, der will, kann mit ihnen kommen. In dem Moment bemerkt Pipkin eine Katze und alarmiert Hazel. Hazel meint noch zu Boxwood, er wäre nicht von Katzen beeindruckt, solange sie im Freien sind. Pipkin fürchtet sich jedoch trotzdem, denn die Katze hat bereits Witterung aufgenommen. Hazel tritt auf die Türschwelle und sieht sich der Katze gegenüber. Er verspottet sie, doch noch bleibt sie still. Pipkin weist er an, ruhigzubleiben und sich bereitzumachen sofort loszulaufen, sobald die Katze angreift. Hazel verspottet sie weiter, bis sie losspringt. Es ist trotzdem knapp und beide Kaninchen entkommen geradeso in eine Hecke. Dadurch gerät auch der Hund in Aufruhr und fängt an zu bellen, bis er von einem Mann beruhigt wird. Die Katze selbst hat keine Lust sie weiter zu verfolgen. Hazel erklärt es Pipkin, dass Katzen es hassen dumm auszusehen, doch wenn sie sie wirklich fangen wollen würde, wäre sie noch hinter ihnen her oder würde eine zweite mitbringen. Hazel ist stolz darauf, dass Pipkin sie gesehen hat. Dieser fragt jedoch, was Hazel mit den Stallkaninchen zu besprechen hatte. Er wird es ihm jedoch später erklären. Jetzt werden sie erst einmal silflayen und dann langsam zurückgehen.

Watership Down Kapitel 23: Kehaar

Ein weiterer Protagonist kommt hinzu und es ist ausnahmsweise kein Kaninchen, sondern eine Möwe. Passend dazu wird das Kapitel mit dem Gedicht Hurt Hawks von dem amerikanischen Dichter Robinson Jeffers eingeleitet. Es beschreibt die Gefühlslage eines verletzten Raubvogels. Er weiß, dass nur noch der Tod auf ihn wartet, dennoch hat er seinen Stolz und seine Wildheit nicht verloren. Ich denke das spiegelt passend Kehaars Situation wieder als er auf Hazels Gruppe trifft.

Nach einigen Regenfällen folgt wieder ein sonniger Tag auf Watership Down. Adams verwendet hier eine schöne Metapher, wonach die Sonne sich ähnlich gegen das regnerische Wetter durchsetzt wie ein Stier, dessen Hörner von einem Menschen kurz nach unten gehalten werden und der dann mit aller Macht nach oben kommt.
Bei einem Erkundungsausflug bemerken Bigwig und Silver ein unbekanntes, großes Tier in einer Mulde auf dem Hügel. Es hat einen weißen Rücken. Von dort hören sie ein zischendes Atmen. Bigwig und Silver, die neben Holly als einzige überlebende Owsla-Mitglieder von Sandleford viel auf sich halten und ihren Wert bereits unter Beweis gestellt haben, wollen nicht einfach zurückgehen und berichten sie hätten eine unbekannte Kreatur entdeckt ohne sie näher betrachtet zu haben. So nähert sich Bigwig vorsichtig dem Wesen. Es ist ein Vogel, etwa ein Fuß groß mit weißen Federn, die zu den Flügeln hin grau und dann schwarz werden sowie einem sehr braunen Kopf, einem spitzen, großen Schnabel und sehr langen Krallen an den Füßen. Als er sie bemerkt, fängt er an mit dem Schnabel nach ihnen zu schnappen. Bigwig bemerkt, dass er verletzt ist. Silver nähert sich ihm von der anderen Seite und kann geradeso noch ausweichen, bevor der Vogel ihm den Fuß verletzt. Dann plötzlich lässt der Vogel eine Reihe von sehr lauten Schreien los, welche Bigwig und Silver so sehr verschrecken, sodass sie erst einmal fliehen.
Zurück beim Gehege angelangt, berichten sie Hazel davon. Hazel fragt, ob es elil ist, doch Bigwig meint es sei ein Vogel, ein großer Vogel. Größer als eine Waldtaube aber kleiner als ein Fasan. Hazel fragt, ob dieser Vogel das Geräusch gemacht hat, was Bigwig bejaht. Er sagt, er hätte sie verschreckt, doch er hätte auch gesehen, dass er sich aus irgendeinem Grund nicht bewegen kann. Hazel entscheidet schließlich selbst den Vogel aufzusuchen, weil er offensichtlich nicht im Sterben liegt und somit noch nützlich sein kann.
Hazel spricht wieder in einer Allgemeinsprache mit ihm, bekommt jedoch ein Geblabber zu hören, welches in ihren Ohren sehr exotisch klingt. Sie verstehen kaum Worte. Es klingt jedenfalls wie verletzter Stolz, was der Vogel ablässt. Er sei noch lange nicht am Ende und würde sie alle kriegen. Dabei scharrt er mit dem Schnabel in der Erde. Hazel bemerkt, dass er am Verhungern ist und entscheidet ihm Futter zu suchen. Er beauftragt Bigwig damit nach Würmer zu suchen. Bigwig ist darüber zunächst völlig perplex, doch als Hazel selbst beginnt nach Würmern zu graben und Bigwig und Silver anweist zu warten, machen sie schließlich mit. Interessant ist zu sehen wie es Hazel wieder durch eigene Initiative schafft Bigwig und Silver zur Mitarbeit zu bewegen. Sie haben jedoch zunächst Probleme Würmer zu finden, da auf dem Down kaum welche sind und es die letzten Tage kaum geregnet hat. So suchen sie nach einiger Zeit nach anderen Insekten: Käfer, Holzläusen, welche sie in Stöcken finden.
Vorsichtig bringen sie die Stöcke Kehaar, der sie zerteilt und die Inseken frisst. Schon bald suchen sie überall her Insekten. Bigwig gräbt sogar aus Pferdedung einige Insekten aus, wofür er von Hazel Lob erhält. Bigwig kann damit jedoch gar nichts anfangen und meint es wäre das erste Mal, das Kaninchen so etwas machen würden und er soll es bloß nicht den Amseln erzählen. Offensichtlich gilt die Amsel bei den Kaninchen als ein sehr geschwätziges Tier.
Irgendwann meint der Vogel er wäre satt und fragt was sie jetzt wollen. Hazel fragt, ob er verletzt sei. Der Vogel verneint das, er müsse nur kurz ausruhen und könne dann weiterfliegen. Hazel macht ihm darauf aufmerksam, dass es nicht gut für ihn wäre hierzubleiben wegen der Turmfalken. Der Vogel ist jedoch der Auffassung, er würde sie alle bekämpfen, was Bigwig auch bejaht, aufgrund des großen Schnabels. Hazel sagt zu ihm, sie wollen ihn nicht tot sehen, sondern ihm helfen. Doch der Vogel scheint nicht daran interessiert zu sein, sondern sagt ihnen ziemlich deutlich ("Piss off!"), dass sie gehen sollen. Daraufhin ruft Hazel die anderen zusammen, damit sie zügig weggehen. Sie sollen den Vogel lieber alleinelassen.
Silver fragt was Hazel überhaupt vorhat und warum er versucht einem so wilden Vogel zu helfen. Darauf antwortet Hazel, eine Blaumeise oder ein Rotkehlchen würden ihnen überhaupt nichts nutzen, da diese keine langen Strecken fliegen können. Verblüfft fragt Silver, warum er einen solchen Vogel überhaupt braucht, doch Hazel will es später erklären, besonders mit Blackberry und Fiver.

Im Laufe des Nachmittags setzen die Kaninchen die Arbeit an der Honeycomb und ihrem neuen Gehege fort. Im frühen Abend sucht Hazel wieder den Vogel auf, der deutlich schwächer wirkt. Hazel fragt ihn, ob er einen Habicht bekämpft hat, doch der Vogel verneint das. Er fragt ihn auch, ob er hungrig sei, worauf der Vogel nichts antwortet. Dann überzeugt ihn Hazel mit dem Argument Kaninchen würden keine Vögel essen davon, sich von ihnen helfen zu lassen. Der Vogel wird neugierig und fragt warum er ihm helfen will, doch Hazel meint es wäre nicht wichtig. Sie hätten ein großes Loch für ihn, wo er die Nacht sicher verbringen kann. Noch dazu erfahren wir, dass sein Flügel in einem schlechten Zustand ist, er seine Beine jedoch bewegen kann. Und er verspricht Hazel, sollte sie ihn verletzen, wird er sie noch schlimmer verletzen.
Mit einiger Schwierigkeit erhebt sich der Vogel und versucht auch zu fliegen, was Hazel erschreckt. Beim Ausbrüten der Flügel zuckt er jedoch vor Schmerz zusammen und lässt es sein. Fügsam folgt er Hazel dann durchs Gras, weil er meint sein Flügel sei nicht gut. Zurück bei dem Gehege angekommen kommandiert er alle dazu, ein Loch für den Vogel zu graben. Es ist eine seltsame Aufgabe für Kaninchen und Hazels Autorität wird dadurch auch in Frage gestellt, doch Bigwig unterstützt ihn. Hazel erklärt dem Vogel wie sie leben und wie sie Schutz suchen und das sie ihm so helfen können. Tatsächlich ist dem Vogel im Schutz des Waldes schon wohler. Schon bald haben sie alle die Grabungsarbeiten beendet. Zwar ist er immer noch argwöhnisch und schaut aufmerksam umher, doch er ist bereit sein Leben einem Kaninchenloch anzuvertrauen.
Jeder, der sich halbwegs mit Vögel auskennt dürfte erraten haben, dass es sich bei dem Vogel um eine Lachmöwe handelt. Wir erfahren kurz etwas über ihr natürliches Verhalten. Demnach würden sie in großen Kolonien leben und fliegen im Winter in den Süden Englands, wo es etwas wärmer wird, hauptsächlich zur Paarungszeit. Eine verwundete Möwe wird dabei meistens zurückgelassen. Sie sind Gesellschaft gewohnt, weshalb die hiesige so argwöhnisch und wild ist. Jedoch kommen seine Instinkte bald zurück und sie beginnt sich mit Bigwig zu unterhalten.
Er unterrichtet Hazel dann von dem außergewöhnlichen Leben der Möwe, was Bigwig offensichtlich sehr beeindruckt. Verletzt wurde er durch eine Katze, als er auf einem Farmhof Rast gemacht hat, wodurch ein Muskel in seinem Flügel zerrissen wurde. Er hat gegen die Katze noch kämpfen können, weshalb er sich noch hoch nach Watership Down schleppen konnte. Bigwig ist davon so beeindruckt und fragt, warum sie nicht selbst gegen eine Katze kämpfen könnte. Hier kommt wieder das impulsive von Bigwig zum Vorschein, der unbedingt gegen elil kämpfen will. Bigwig berichtet weiter, wonach Tausende von ihm dort leben, wo er herkommt und es Nester wie Blätter im Wald gibt, wenn Paarungszeit ist.  Hazel fragt ungläubig wo das sein soll, da er noch nie eine Möwe gesehen hat. Es wäre ein Ort, wo die Erde aufhört und es nur noch Wasser gibt, soviel Wasser, sodass es keine andere Seite davon gibt. Natürlich können die Kaninchen das nicht verstehen. Das Konzept eines Meeres ist viel zu hoch für sie, weil die größten Gewässer denen sie begegnen ein Fluss oder ein Teich ist. So glauben sie die Möwe käme von außerhalb der Welt, was Hazel nicht glauben kann. Bigwig ist sich zwar unsicher, glaubt aber nicht, dass die Möwe lügt. Diese jedenfalls vermisst den Klang der Wellen, wenn sie gegen die Felsen schlagen. Dieser Klang ist auch sein Name: Kehaar. Es verwundert womöglich wenig, dass die Vögel in der Geschichte ihren Namen meistens von ihren Geräuschen herleiten, während die Namen der Kaninchen eher auf ihr Aussehen bezogen sind.
Kehaar sollte eigentlich gar nicht hier sein, aber weil er schon einmal verletzt wurde und seiner ursprünglichen Gruppe hinterherhing blieb er zurück, bis er von der Katze ein zweites Mal schwerer verletzt wurde. Hazel fragt, ob er zu diesem großen Wasser fliegen wird, wenn er wieder gesund wird. Bigwig glaubt es wird so sein, worauf Hazel erwidert, dann hätten sie ihre Zeit verschwendet. Ungläubig fragt Bigwig für was. Hazel meint daraufhin, er solle Blackberry und Fiver holen, Silver am besten auch, um es ihm zu erklären.
Das Problem ist ein einfaches. Ihr ganze Gruppe besteht nur aus Männchen. Sie würden nur eine Generation hier oben überleben und dann würde das Gehege wieder aussterben. Wir stoßen damit zum Kern, weshalb sich Watership Down heftige Kritik von Feministen anhören musste. Jedenfalls liefert Adams eine schlüssige Erklärung: die Kaninchen hätten nur an ihr eigenes Überleben gedacht und eine so lebenswichtige Tatsache einfach vergessen. Er fügt an, dass es manchen Menschen auch so ging. Vermutlich ist das eine Anspielung auf den Raub der Sabinerinnen durch die Römer. Jetzt jedoch trifft sie die Wahrheit und es ist mehr als das. Hazel hat Sehnsucht nach einem Weibchen und das realisieren auch so langsam die anderen.
Schließlich fragt Blackberry was sie tun wollen; das Gehege wieder verlassen? Doch das kommt für Hazel nicht in Frage. Er würde ein paar Weibchen von einem anderen Gehege mitnehmen. Jedoch sind hier nur die Hügel, meint Blackberry, und sie hätten bisher noch keine anderen Kaninchen ausmachen können. Hier käme Kehaar ins Spiel, welcher für sie nach fremden Kaninchen kundschaften könnte. Blackberry empfindet das als eine geniale Idee (er redet Hazel auch wieder mit Hazel-rah an), denn der Vogel könnte in einem Tag mehr entdecken als sie in tausend Jahren. Er fragt sich nur, wie Kehaar dazu überredet werden könnte. Diese Aufgabe will Bigwig übernehmen, welcher sich mit Kehaar bereits gut angefreundet zu haben scheint.
Diese Entscheidung unterstreicht wieder Hazels Genialität als Anführer und seine kreative Art Probleme zu lösen. Die Erkenntnis, dass sie keine Weibchen haben würde bedrückend auf sie alle einwirken, doch Hazels Idee für die Lösung des Problems eine Möwe zu verwenden erheitert sind, es würde Hazel El'ahrairah ähnlich machen.

Sie kümmern sich somit weiter um Kehaar - wobei besonders der Wassermangel ein Problem darstellt bis es schließlich regnet - und nach drei Tagen ist er wieder wohlauf. Er verkündet gegenüber Hazel ihnen bei der Suche nach Müttern helfen zu wollen und meint es wäre seine Idee für sie auf Erkundung zu fliegen. Er selbst könne das erledigen, weil in diesem Jahr die Paarungszeit womöglich sowieso schon vorbei ist und die Möwenweibchen bereits auf ihren Eiern in den Nestern sitzen. Am nächsten Tag fliegt er schließlich unter Anleitung von Bigwig los.
Hazel ist sich jedoch unsicher, ob Kehaar wirklich zurückkehren wird, denn er befürchtet seine Paarungsdrang könne zu stark sein. Er fragt Fiver und dieser bejaht die Fragt, ob Kehaar zurückkehrt. Auf die Frage was er ihnen für Neuigkeiten bringt, weiß Fiver keine Antwort, doch später im Bau antwortet er in Trance: "The gifts of El'ahrairah: Trickery; great danger; and blessing for the warren." Ich möchte nicht zuviel verraten, aber das ist eine treffende Zusammenfassung der Dinge, die auf Hazels Gruppe noch zukommen wird im Laufe des Romans.
Bigwig selbst wird unruhig und mürrisch, weil Kehaar nicht zurückkehrt und er verfällt sogar in sein altes Muster der Tyrannei, als Bluebell einen Witz über Bigwig und Kehaar macht. Holly muss eingreifen. Letztendlich kehrt Kehaar nach einigen Tagen dann doch zurück. Hazel hält seine Aufregung darüber zurück und geht letztendlich mit Fiver und Bigwig zusammen zu Kehaar. Es ist eine logische Wahl: er vertraut natürlich noch immer auf das Wort seines Bruders und Bigwig ist derjenige, der sich von ihnen am besten mit Kehaar angefreundet hat.
In einem kaum verständlichen Akzent berichtet Kehaar zunächst von einer Gruppe Kaninchen, welche auf einer Farm eingesperrt leben und vom Menschen gefüttert werden. Ansonsten hat er jedoch schlechte Nachrichten, auf der Seite gibt es keine weiteren Kaninchen. Auf der anderen Seite von Watership Down, kurz vor einer Eisenbahnlinie (bezeichnet als "iron road", womit die Kaninchen natürlich nichts anfangen können) und einem Fluss, gäbe es eine ganze Stadt voller Kaninchen. Hazel interpretiert das schnell als ein sehr großes Gehege und fragt Kehaar, ob sie dabei die "iron road" und den Fluss überqueren müssten. Kehaar verneint das. Das Gehege wäre zwei Tagesreisen von ihnen entfernt und er könne sie hinführen. Für seine Hilfe verspricht ihm Hazel soviele Inseken wie sie finden können. Danach ruht sich Kehaar erst einmal aus.
Zunächst läuft alles so weiter wie gewohnt mit Graben und Spielen, doch dann kommt die Rede auf das Gehege, welches Kehaar für sie entdeckt hat. Hazel beginnt damit und Bigwig meint gleich aufgrund dessen Größe können sie es unmöglich im Kampf einnehmen. Hazel will sich ihnen auch nicht anschließen und fragt die anderen nach ihrer Meinung. Dandelion ist dagegen nach allem was sie hier bereits geschaffen und dafür durchgemacht haben. Noch dazu würde es für sie keine einfache Zeit werden sich dem neuen Gehege anzupassen und glaubt keiner will das. Hazel fragt, ob es schwierig wäre ein paar Weibchen zu nehmen und wieder zurückkehren, denn das wäre alles was sie wollen. Holly meint dazu, es wäre gar nicht so schwierig: in einem großen Gehege sind die Weibchen meistens unzufrieden, weil es wenig Futter gibt und sie so keinen Jungen kriegen. In Zeiten großen Stresses lösen die Weibchen mitunter ihren Wurf einfach im Bauch auf. Das geht auf ein Versprechen Friths gegenüber El'ahrairah zurück, wonach kein Junges tot oder nicht gewollt auf die Welt kommen soll. Hazel hat davon auch schon gehört und hält es für das klügste eine Expedition zu dem Gehege zu schicken. Dadurch hätten sie eine gute Chance erfolgreich zu sein ohne kämpfen zu müssen. Er fragt, ob sie alle gehen sollen.
Blackberry ist dagegen und glaubt drei bis vier reichen aus, da es weniger Gefahr darstellt. Diese könnten schneller reisen und würden nicht verdächtig auf das fremde Oberkaninchen wirken. Kein Oberkaninchen könnte etwas dagegen haben (tja, ausgerechnet dieses wird aber sehr viel dagegen haben). Es ist die Frage wer geht: Dandelion schließt Hazel als Anführer sofort aus. Er würde hier gebraucht werden und sein Leben dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Jeder wäre damit einverstanden. Auffällig, dass Dandelion hier schon das zweite Mal für die ganze Gruppe spricht. Hazel ist darüber etwas enttäuscht, auch wenn er schon damit gerechnet hat. Es sähe komisch aus, wenn ein Oberkaninchen seine Aufträge selbst ausführt. Außerdem wäre seine Erscheinung nicht imposant und auch im Rede wäre er nicht gut genug. Natürlich ist Hazel, der bisher alle Risiken der Gruppe auf sich genommen hat auch jetzt bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Deshalb ist er unzufrieden, dass seine Teilnahme sofort kategorisch ausgeschlossen wird. Bei seinen Eigenschaften hat er Recht, doch auch in der Hinsicht wird er noch eine interessante Wendung nehmen.
Hazels Entscheidung jedenfalls fällt auf Holly, denn er weiß aufgrund seiner Owsla-Erfahrung viel über das Bewegung im offenen Gelände und könne auch gut reden. Schwieriger wird es schon seine Begleiter zu wählen. Jeder will mit, doch die Aufgabe ist so wichtig, sodass sie lange überlegen welches der Kaninchen am besten die lange Reise überleben könnte. Bigwig wird abgelehnt, weil er aufgrund seiner impulsiven Art, womöglich einen Kampf anfangen könnte. Er ist darüber zunächst sauer, doch sein Gemüt hellt sich wieder auf, weil er somit mehr Zeit mit Kehaar verbringen kann. Bluebell wird auch abgelehnt - auch wenn er Hollys engster Vertrauter ist - weil ein falscher Scherz auf Kosten des Oberkaninchens schon ihre ganze Unternehmung in Gefahr bringen könnte. So fällt die Wahl am Ende auf Silver und Buckthorn und Strawberry. Letzterer ist darüber ganz besonders glücklich, weil er so endlich seine Nützlichkeit unter Beweis stellen kann. Zu dem kann er zeigen, dass er kein Feigling ist.
Schließlich brechen die vier zuversichtlich unter der Leitung von Kehaar auf. Hazel ist der Meinung sie hätte das Beste getan was sie konnten. Jetzt liegt es an den vieren und El'ahrairah. Hazel fragt Bigwig, ob es gut ausgehen wird. Bigwig ist zuversichtlich und meint sie wären schon bald zurück. Er freue sich bereits auf ein Weibchen und viele kleine Bigwigs. Was keiner der beiden wissen kann: Das Gehege, welches Holly und seine Gefährten aufsuchen, ist noch schlimmer als das Gehege der Schimmernden Drähte und es wird Hazels Gruppe vor die größte Prüfung überhaupt stellen.

Montag, 12. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 22: The Story of the Trial of El'ahrairah

Es folgt eines meiner Lieblingskapitel, denn es enthält die in meinen Augen beste Geschichte von El'ahrairah. Eingeleitet wird das Kapitel mit einem Zitat aus dem Drama Love for Love von William Congreve, einem englischen Dramendichter aus dem 17./18. Jahrhundert. Es ist eine Komödie, bei der ein Vater versucht seinen ältesten Sohn aufgrund seines Lebenswandels durch eine Summe zu bestechen, damit dieser seine Erbansprüche an seinen jüngeren Bruder überträgt. Das "rogue face", so bezeichnet der Vater Sir Sampson seinen Sohn Valentine, weil dieser versucht den Deal zu umgehen. Er sieht ihn daher schon bei der Hinrichtung, denn Tyburn war lange Zeit der Ort für Hinrichtungen in England und daher gleich bedeutend mit Kapitalstrafe. Es ist natürlich bezogen auf El'ahrairahs Verhandlung, aus der er sich ähnlich herauswindet wie Valentine aus dem Deal mit seinem Vater.

Zunächst beginnt Adams jedoch mit einer weiteren wissenschaftlichen Analyse seitens Lockleys. Es behandelt den Aspekt, dass Kaninchen große Tragödien dadurch überstehen eine gewisse Gleichgültigkeit und Kaltherzigkeit zu entwickeln, welche ihnen jedoch beim Überleben hilft. Ihr Lebensmotto lautet "Life is Now". So ergeht es auch den Kaninchen, welche auf Friths Versprechen El'ahrairah gegenüber bauen. So ist Holly schon wieder nach einem Tag in einem wesentlich besseren Zustand wie auch Bluebell. Während er seine Geschichte erzählt hat, haben zwar alle anderen die Schrecken miterlebt und durch Schreien und Trauerklagen geäußert. Ihre Anteilnahme ist echt und ihre Gefühle ehrlich. Adams vergleicht das mit primitiven Menschen und unterscheidet sie von dem zivilen Zeitungsleser, der Katastrophen einfach so hinnimmt, die ihn nicht unmittelbar betreffen. Sie fühlen auf ihre Weise mit den Kaninchen mit, die durch das Gift in den Läufen gestorben sind, in dem sie deren Todeskampf imitieren und sie voller Zorn über den Tod von Pimpernel. Nach Beendigung der Geschichte kümmern sie sich jedoch sofort wieder um ihr eigenes beschwerliches Leben und zwar bedauern sie, dass die Toten tot sind, doch ihre eigenen Bedürfnisse sind schnell wichtiger.
Es ist eine interessante Beobachtung, welche Kaninchen selbstverständlich benötigen, weil sie sonst absolut keine Chance hätten zu überleben. Der Tod ist durch die elil und die Krankheiten und dem Menschen ein ständiger Begleiter von ihnen und so können sie es sich nicht wie die normalen Menschen leisten sich zu lange der Trauer und Anteilnahme hinzugeben, denn sonst werden sie selbst getötet. In gewisser Weise vergessen die Kaninchen, was ein äußerst effektiver Schutzmechanismus ist. Es gibt ihn natürlich auch bei Menschen, was Adams eingangs erläutert. Auch wir können uns nicht ewig Trauer und Anteilnahme hingeben, weil wir sonst in Depressionen verfallen und unseren gewöhnlichen Weg vergessen. Deshalb brauchen Menschen denen so etwas passiert auch ärztliche Hilfe. Adams bringt zum Abschluss noch ein Beispiel aus der Odyssee. So bedauert Odysseus nicht, dass er keinen einzigen seiner Männer heil nach Hause bringt, denkt jedoch trotzdem immer an seine Frau Penelope, obwohl er neben Calypso schläft.

Zurück zu den Kaninchen. Hazel ist als Anführer am schnellsten dabei die furchtbare Geschichte von Holly zu überwinden und bemerkt sofort, dass wohl eher Hollys verletztes Ohr für seine Tortur der letzten Tage verantwortlich war, da es verdreckt ist. Indirekt ist er auch etwas verärgert über Dandelion, der es zwar Holly komfortabler gemacht hat, sich jedoch nicht um das Ohr gekümmert hat. Ähnlich ist er auch wütend über Bluebell. Dieser wollte es versuchen, doch das Ohr wäre zu empfindlich gewesen, was Holly auch bejaht und meint es wäre eher seine Schuld. 
Hazel versucht zusammen mit Silver das verwundete Ohr von Holly zu reinigen, welches sogar schlimmer dran ist als der Vorderlauf von Buckthorn. Um Holly abzulenken, kommt Silver wieder auf die Frage zurück was sich Hazel dabei vorgestellt hat, wie er die Feldmaus sinnvoll einsetzen will. Hazel hat schnell eine Antwort parat: sie würden kaum das Gebiet kennen und das Vertrauen von Wesen zu erlangen, die nicht elil sind wäre sehr wichtig. Besonders von Vorteil könnte ihnen dabei ein Vogel werden. Eine solche Gelegenheit sollte nicht ausgelassen werden. Auch Holly stimmt da mit Hazel überein, auch wenn er glaubt so etwas passiert nur sehr selten und Silver würde allein die Vorstellung gefallen, dass Bigwig Maulwürfen Gutenachtgeschichten erzählt. Dabei fällt Bluebell eine Geschichte von El-ahrairah ein, der sich Tiere zu Freunden gemacht hat und es zu seinem Vorteil genutzt hat. Hazel kennt diese Geschichte noch nicht. Bevor sie jedoch die Geschichte hören, entscheidet Holly sie sollten silflay gehen. Sein Ohr ist zwar besser, es wird jedoch immer zerrissen bleiben und schlechter als das andere.
Es folgt eine sehr poetische Stelle in der Adams das Mondlicht als etwas nicht Notwendiges aber sehr Schönes beschreibt, weil es die Dinge anders aussehen lässt als das Tageslicht, an welches sowohl Menschen als auch Kaninchen als absolut notwendige Sache gewöhnt sind. Es enthüllt nicht, sondern verändert und gibt Watership Down für einen kurzen Moment eine wundersame Erscheinung. Auch die Kaninchen wissen das zu genießen. Dabei treffen Hazel, Silver, Holly und Bluebell auf Hawkbit und Speedwell, welche eine weitere Feldmaus getroffen haben. Diese weiß bereits von der Geschichte mit dem Turmfalken und berichtet ihnen von einem Stück Wiese, was für die Pferde frisch gemäht ist und daher besonders gut schmeckt. Hazels gute Tat hat sich also bereits schon ausgezahlt, denn laut Holly hätten sie den Ort zwar gefunden, aber bestimmt nicht so schnell. Dennoch ist Hazel ganz der Anführer und ruht sich nicht darauf aus, dass seine irrwitzige Entscheidung der Maus zu helfen, sich schon positiv ausgewirkt hat, sondern ist nur besorgt, dass Hollys blutendes Ohr elil anziehen könnte. So kehren sie schon bald zurück. Dort beginnt Bluebell auch mit seiner Geschichte.

Diese soll nach El'ahrairahs Aufenthalt in Kelfazin stattgefunden haben. El'ahrairah und Rabscuttle und ihr Volk leben in einem anderen mythischen Land mit dem Namen Fenlo, wo es wesentlich angenehmer ist. Prince Rainbow schaut eines Tages vorbei und als er bemerkt, dass El'ahrairah und Rabscuttle im gleichen Loch wohnen will er die beiden trennen, da sie nur Unruhe stiften würden, angeblich Anweisungen von Frith. Stattdessen will Prince Rainbow, dass El'ahrairah ein neues Kaninchen in seinem Loch aufnimmt: Hufsa. El'ahrairah nimmt ihn auch auf, da er Mitleid mit Hufsa hat, er so weit entfernt ist von seinen eigenen Leuten und niemanden hat.
Hufsa fügt sich perfekt ein und ist zu jedem freundlich, doch es stellt sich bald heraus, dass er womöglich ein Spion für Prince Rainbow ist. Denn alle Unternehmungen von El'ahrairah gehen schief oder haben keinen Erfolg, weil die Menschen bereits Vorbereitungen getroffen haben. An der Stelle tauchen also das erste Mal die Menschen in der Kaninchenmythologie auf. El-ahrairah findet schließlich heraus, dass Hufsa dahintersteckt, als er ihm von einem Vorhaben erzählt, welches er gar nicht geplant hat, doch der Mensch sofort entsprechende Vorsichtsmaßnahmen trifft, sobald er es ihm erzählt hat. Hier wird auch angedeutet, dass Prince Rainbow mit den Menschen kommunizieren kann. Es wäre also durchaus im Bereich des Möglichen hinter ihm eine Art Engel zu vermuten. Die Herkunft der Menschen selbst bleibt jedoch unbekannt.
Schließlich besucht Prince Rainbow und El'ahrairah und ist erfreut darüber, dass dieser ruhiger geworden ist und seine Tricks und Listen gelassen hat. Prince Rainbow selbst wollte sich nur nach Hufsa erkundigen. Dann verfällt er auf eine List, um El-ahrairah noch mehr zu ärgern: Er spricht von einem Garten mit den besten Karotten, den er nicht weit von El'ahrairahs Volk anlegen will und die niemand klauen darf. Das wäre ein Verbrechen, welches Verbannung oder sogar den Tod zur Folge hätte. König Darzin (wir erinnern uns, der Biber) würde dafür sein Königreich verlieren, wenn er versuchen würde die Karotten zu stehlen. So gesehen hat Prince Rainbow einen Weg gefunden El'ahrairah und sein Volk zu zähmen, denn wenn er die Karotten klaut wird vermutlich jemand Neues König der Kaninchen und das wäre Hufsa.
El'ahrairah hat schließlich Hufsa satt und dass er ständig alles an Prince Rainbow verrät, besonders, da er keine seiner Pläne wirklich vor ihm geheimhalten kann. Denn wie alle Tierarten können Kaninchen zwar Geheimnisse vor anderen Tieren bewahren, jedoch nur schwer vor sich selbst. Er beratschlägt sich mit Rabscuttle eines abends, als er die Karotten betrachtet und hat einen Plan, wie er sowohl die Karotten stehlen als auch Hufsa loswerden wird.
Er sucht zunächst Schnecken zusammen, welche er am nächsten Abend Yona dem Igel anbietet. El'ahrairah verspricht ihm mehr Schnecken, wenn er zu einer bestimmten Zeit ein Lied singt, was für Igel eigentlich äußerst untypisch ist. Derweil sucht Rabscuttle einen Fasan auf. Er selbst hat am Vorabend Korn gestohlen, welches er dem Fasan anbietet, wenn dieser über das Wasser schwimmt. Auch das ist eine eher untypische Verhaltensweise von Fasanen, die das eigentlich nur machen, wenn sie verletzt sind.
El'ahrairah sucht Hufsa aus und berichtet ihm von seinem Plan die Karotten zu stehlen, welche Prince Rainbow gehören. Hufsa will das erst am nächsten Abend machen, sodass er natürlich vorher Prince Rainbow Bescheid sagen kann, doch El'ahrairah besteht darauf, dass sie sofort losziehen. So kommen sie zunächst zu dem Igel. Dieser hat sich mit Rosenblättern geschmückt, sitzt auf einer Blechbüchse und singt sehr schief zum Mond. Als Hufsa fragt was er da macht, meint Yona, er würde zum Mond singen, damit die Schnecken kommen. Gleich darauf trällert Yona auch einen sehr ulkigen Vers. El'ahrairah wird dadurch erschreckt und treibt Hufsa zum Weitergehen an. Schon bald stoßen sie auf den Fasan, welcher im Wasser schwimmt. Hufsa fragt auch hier, was er da macht. Hawock (so heißt der Fasan) macht das immer, damit seine Schwanzfedern länger werden und sein Kopf die typische Farbe behält. Er meint jeder wüsste das. El'ahrairah meint zu Hufsa in Wirklichkeit macht er das im Geheimen, damit ihn kein Tier dabei erwischt. Zum Schluss erreichen sie einen Brunnen, wo schon Rabscuttle wartet, welcher sich verkleidet hat. Er hat seine Blume mit Schafdesinfektionsmittel rot gefärbt, seine Ohren mit dem Kraut von Zaunrüben ausstaffiert, sodass sie grün aussehen und er hat eine Zigarette in der Schnauze. El'ahrairah tut so als wäre er bei dem Anblick entsetzt und fragt wer er sei. Rabscuttle antwortet, er sei einer der Boten von Frith, die nur sehr selten zu sehen sind und ihren Dienst im Geheimen vollziehen. Nachts müsse er zurück zu Friths goldenen Palast und das kann er nur in dem er durch den Mittelpunkt der Erde zu ihm springt. Gleich darauf springt er auch in den Brunnen und verschwindet in der Dunkelheit. El'ahrairah ist entsetzt darüber was sie gesehen haben und will den Ort schnell verlassen.
Sie erreichen auch bald den Garten mit den Karotten von Prince Rainbow und El'ahrairah schafft es irgendwie sie alle zu klauen und in einem Loch zu verstecken. Den nächsten Tag bleibt El'ahrairah unter der Erde und wartet bis Hufsa am Nachmittag geht. Als El'ahrairah gerade beim silflay ist, taucht Prince Rainbow mit zwei Hunden auf und will sofort wissen wo die Karotten sind. El'ahrairah möchte jedoch wissen weshalb er angeklagt ist und schließlich gibt Prince Rainbow nach und gibt ihm das Recht auf einen Prozess. Er meint jedoch, er hätte einen Zeugen und beste Beweise. Interessant in der Hinsicht fand ich Prince Rainbows Andeutung, wonach El'ahrairah entweder sterben würde oder in den Großen Norden kommt. Offensichtlich wird der Ort deshalb gemieden, weil es da so kalt ist.
Währenddessen hat sich schon El'ahrairahs Volk versammelt außer Rabscuttle, der schon den ganzen Tag die Karotten an einen anderen Ort bringt und sich versteckt hält, weil er seine Blume nicht wieder weiß bekommt. El'ahrairah verlangt derweil eine Richterschaft bestehend aus Tieren, denn er hält es nicht für gerechtfertigt, dass Prince Rainbow Kläger und Richter in einem ist. Prince Rainbow stimmt dem zu, er besteht jedoch auf eine Richterschaft bestehend aus elil, womit jedoch El'ahrairah sofort einverstanden ist zur Überraschung aller.
Die Nachricht spricht sich herum und es tauchen viele Tiere auf zum eigentlichen Prozess. Die Richterschaft besteht aus zwei Dachsen, zwei Füchsen, zwei Hermelinen, einer Eule und einer Katze. Als El'ahrairah gebracht wird, blicken ihm die elil gierig an, sodass alle anderen glauben, dass dieses Mal das Ende von El'ahrairah gekommen ist. Schließlich ruft Prince Rainbow Hufsa auf, welcher als Zeuge hervorkommt. Er gesteht sofort, dass El'ahrairah ihn angestiftet und verängstigt hat, sodass sie die Karotten stehlen. Ihm wäre nichts anderes übriggeblieben als mitzugehen und dabei zu helfen. Er weiß, dass die Karotten in einem Loch sind. Prince Rainbow meint, sie könnten später nachschauen und er fragt El'ahrairah, ob er irgendwelche Beweise hat die dagegen sprechen.
El'ahrairah beginnt damit, Fragen an den Zeugen zu stellen bezüglich der Reise diese gemacht haben sollen und fragt ihn was passiert ist als sie ihr Loch verlassen haben und in die Nacht gegangen sind, denn er kann sich nicht daran erinnern. Hufsa meint, sie wären auf einen Igel gestoßen, welcher zum Mond gesungen hat. Ungläubig fragt einer der Dachse nach und Hufsa sagt, sie würden das machen, um die Schnecken anzulocken. Noch dazu hätte er Rosenblätter auf seinen Stacheln gehabt und hätten mit seinen Pfoten gewunken. An der Stelle unterbricht ihn El'ahrairah und meint er müsse das nicht sagen. Zur Richterschaft meint er, Hufsa solle bemitleidet werden, denn er glaubt diese Dinge wirklich. Hufsa besteht aber auf der Wahrheit und zitiert wirklich den Unsinnsvers, den der Igel gesungen hat. El'ahrairah unterbricht ihn wieder und meint es wäre okay, sie könnten alle so tun, als hätte er wirklich einen singenden Igel gesehen und fragt was dann passiert ist.
Hufsa setzt seine Aussage fort und berichtet von dem schwimmenden Fasan. Als der Fuchs fragt, ob der Fasan verwundet sei, verneint das Hufsa. Laut ihm würde der Fasan das machen, damit seine Schwanzfedern länger werden. Auch das kann der Fuchs nicht glauben, besonders weil Hufsa noch eindringlich nachfragt, warum sie das nicht wissen. El'ahrairah spricht gelassen zu der Richterschaft und meint sie hätten es noch gut. Sie müssten sich den Unsinn nur jetzt anhören und nicht wie er die ganze Zeit. Dabei wäre er sehr verständnisvoll und geduldig gewesen, aber offensichtlich nur zu seinem eigenen Schaden.
Zuversichtlich fragt er Hufsa wieder, was sie angeblich noch erlebt hätten. Hufsa, welcher noch immer nicht El'ahrairahs Absicht erkannt hat, tappt wieder in die Falle und meint an die nächste Begebenheit müsse er sich doch erinnern. Dann berichtet er von dem Kaninchen mit der roten Blume, den grünen Ohren und der Zigarette in der Schnauze, welches in ein Brunnenloch gesprungen ist, weil es ein Bote Friths ist und so auf schnellstem Wege zu ihm gelangt. Darauf ist die Richterschaft erst still, dann meint der Hermelin, Kaninchen wäre alle verrückt. Sie würden alle möglichen Dinge erzählen, wenn sie in die Ecke gedrängt wären, doch dieses hier wäre das Schlimmste von allen. Das Hermelin selbst wird ungeduldig, weil es Hunger hat. Wir erfahren, dass El'ahrairah das vorausgesehen hat. Die elil hassen alle Kaninchen, jedoch dasjenige am meisten, welches sich zum größten Narren macht. Nur deshalb hat El'ahrairah einer Richterschaft aus elil zugestimmt, weil diese den Zeugen verachten und hassen würde, wenn der Unsinn redet. Eine Richterschaft aus Kaninchen wäre der Geschichte wohl näher auf den Grund gegangen.
El'ahrairah wiederholt dann die ganze Geschichte noch einmal in einem fragenden Ton an Hufsa, ob es wirklich so passiert ist und schließt mit den Karotten ab. Er fragt sarkastisch, ob diese lila mit grünen Punkten waren, was Hufsa auch nicht versteht und schließlich meint sie wären in einem Loch. Hufsa führt das ganze Gericht zu dem Loch, wo die Karotten natürlich nicht zu finden sind. El'ahrairah meint dazu er könne sie gar nicht versteckt haben, da er den ganzen Tag unter der Erde war und es beweisen kann. Er kann keine Karotten transportiert haben, wenn es denn überhaupt welche gegeben hat. Die Katze spricht sich schließlich für El'ahrairah aus (obwohl sie alle Kaninchen hasst), weil der Zeuge offensichtlich verrückt ist. Somit müsste der Gefangene befreit werden. Alle anderen Richter stimmen dem zu.
Prince Rainbow ist darüber sehr erbost und weist El'ahrairah an schnell zu verschwinden, ehe er ihn selbst verletzt. El'ahrairah stimmt dem zu, er will jedoch, dass Hufsa entfernt wird, damit er von seinen Narreteien nicht weiter belästigt wird. Prince Rainbow nimmt ihn mit und El'ahrairahs Volk hat erst einmal wieder Frieden, auch wenn sie bald Magenverstimmung haben vom vielen Karottenessen und Rabscuttle lange braucht bis seine Blume wieder weiß war.

Mir gefällt die Geschichte deshalb so gut, weil sie die Schlauheit und Listigkeit El'ahrairahs am schönsten demonstriert. Er sieht sich wieder in einer für ihn schlimmen Zwangslage. Ein Spion aus den eigenen Reihen, welcher sogar seine Herrschaft gefährdet und schafft es durch Tricks ihn zu beseitigen. Es gelingt ihm, weil er ähnlich wie Hazel mit anderen Tieren zusammenarbeitet, die keine Feinde der Kaninchen sind. Er bietet ihnen Futter und verlangt dafür einen kleinen, recht unsinnigen Nebendienst, der ihm jedoch zu Hilfe kommt. Natürlich würde El'ahrairahs List schnell zusammenfallen, wenn er nicht genau vorausgesehen hätte, dass Prince Rainbow einer Richterschaft von elil zustimmen würde und Hufsa recht naiv in seine Falle tappt. Für Hazels Gruppe ist jedoch die Geschichte von großer Bedeutung, denn sie werden bald mit einem Tier eng zusammenarbeiten, was für sie alle einen großen Vorteil mit sich bringt, sogar ihr Weiterleben sichert.

Watership Down Kapitel 21: "For El'Ahrairah to Cry"

Es folgt das meiner Meinung nach schlimmste Kapitel in Watership Down - für viele nur bekannt durch eine dreißigsekündige Sequenz im Film. So gesehen sind die einleitenden Zitate - das eine von dem russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski aus seinem berühmten Werk Die Brüder Karamasow und das andere von dem englisch-amerikanischen Schriftsteller W. H. Auden aus seinem Drama The Ascent of F6 - beziehen sich in der Hinsicht eher weniger inhaltlich auf das Kapitel, sondern sind eine Anklage und das Betrauern, welches entsetzliche Leid der Mensch im Laufe der Geschichte Tieren angetan hat. Das Dostojewski-Zitat unterstreicht das unschuldige Wesen der Tiere und das ohne erkennbaren Grund ihnen Leid zuzufügen von Gott nicht vorgesehen ist. Das Auden-Zitat fasst den ganzen Schrecken den die Menschen im Laufe ihrer Geschichte verbreitet haben, noch einmal sehr gut zusammen.

Den Titel des Kapitels haben wir bereits im Laufe der Geschichte gehört, von Fiver um die Kaninchen im Gehege der Schimmernden Drähte zu beschreiben. Dieser Ausdruck ist "For El'Ahrairah to Cry" bezeichnet somit eine wirklich schlimme Tragödie, welche die Kaninchen trifft. Beide Male stand dieser Ausdruck eng verbunden mit menschlichem Eingriff.
Holly beginnt seine Geschichte mit der Nacht als Hazels Gruppe aufgebrochen ist und die Verfolgung sehr schnell abgebrochen wurde, da der Threarah keine Kaninchen riskieren wollte. Jeder, der zurückkommt sollte festgenommen werden. Dennoch begannen einige über Fivers Worte nachzudenken. Für sie bedeutete es, Fiver hätte Männer mit Gewehren und Frettchen vorhergesehen, das Schlimmste was sie sich vorstellen konnten, sogar noch schlimmer als die Weiße Blindheit. Ein anderer Owsla-Offizier Willow meinte jedenfalls, es gäbe öfters solche Kaninchen wie Fiver, welche vorgaben solche hellseherischen Fähigkeiten zu haben, aber in Wirklichkeit nur Dinge erfinden würden und sich dann rausreden können. Meistens sind sie auch dafür bekannt, Unruhe zu stiften. Nur ganz selten würde es ein Kaninchen gäben, welches wirklich diese Gabe hat. Und Fiver ist zum Bedauern von Sandleford ein solches Kaninchen gewesen. Willow meinte jedoch weiter, das Verlassen eines Geheges und das Umherstreifen wäre unmöglich zu bewältigen. Der Threarah - also das Oberkaninchen - würde sehr häufig in Frage gestellt werden und vielleicht seine Anführerschaft verlieren. Selbst im besten Fall würden sie elil anlocken, welches die meisten Kaninchen tötet. Es würden mehr getötet werden als wenn sie einfach nur in ihrem Gehege sitzengeblieben wären, denn selbst wenn der Mensch mit Gewehren und Frettchen kommt, so sterben einige von ihnen und es geht weiter für den Rest.
Hier schaltet sich Fiver ein und gibt selbst zu, die Situation in der Hinsicht nicht überdacht zu haben und dem Threarah die Initiative zu überlassen. Verständlich, denn Fiver kann als eines der schwächsten Kaninchen des Geheges eine solche Entscheidung überhaupt nicht begreifen. Selbst für die Owsla ist sie schon zu groß. Mit Schrecken erinnert sich Fiver dabei an seine Visionen zurück und auch an die Nacht unter dem Eibenbaum. Es gäbe zuviele, schreckliche Dinge auf der Welt.
Holly nimmt wieder den Faden auf und meint das käme von den Menschen. Alle anderen Wesen machen nur das, was Frith von ihnen will und bewegt sie vorwärts. Sie brauchen Fressen. Die Menschen hingegen würden jedoch nicht aufgeben bis die ganze Erde zerstört und jedes Tier getötet ist. Eine sehr negative Beurteilung von Adams über die Menschheit, welcher ich jedoch in der Hinsicht absolut zustimmen kann. Dazu sollte auch gesagt werden, dass dieser Roman geschrieben wurde, als der Kalte Krieg noch im Gange war. Sicherlich hat diese kleine, friedliche Gegend in England nichts damit zu tun, doch ich kann mir vorstellen, dass ein solches Weltbild Adams beeinflusst hat. Noch dazu hat er die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erlebt und war selbst lange Zeit in einer Umweltbehörde tätig. Ich weiß nicht inwieweit in den 1970er die Naturlandschaft seiner Heimat von Bauplänen bedroht war, doch für den Einhalt dieser hat er an der Stelle ein eindrucksvolles Statement gesetzt. Darüber hinaus findet sich hier auch die Bestätigung, dass die Menschen nicht mit zu der Kaninchenmythologie gehören, also nicht von Frith geschaffen sind, sondern eine so fremdartige und unverständliche Bedrohung für die Kaninchen sind, sodass sie nicht einmal glauben, dass ihr eigener Gott an ihrer Erschaffung beteiligt ist.
Holly setzt seine Erzählung fort mit dem regnerischen Tag, welchen auch Hazels Gruppe erlebt hat, was Buckthorn kurz anmerkt. An dem Tag kamen Männer mit langen, schwarzen Hosen, welche die Kaninchenlöcher genauer betrachten und hier und da in eines hineinstochern mit ihren Schuhen. Interessant zu sehen ist, dass diese rauchen. Fast alle Menschen, die in Watership Down vorkommen, rauchen. Auch hier kann ich mir wieder vorstellen, dass Adams so einige Leute von Baubehörden kannte, die geraucht haben. Jedenfalls scheint er das Rauchen für eine schlechte Angewohnheit zu halten, denn es wird hier als ein Ausdruck der Bösartigkeit des Menschen gegenüber der Natur verwendet. Auch der Mensch im Gehege der Schimmernden Drähte hatte geraucht und überall Zigaretten hinterlassen. Natürlich erfüllt es noch einen anderen Zweck: Für Tiere wie Kaninchen, die sich sehr viel mit Gerüchen orientieren, ist der intensive und fremdartige Geruch von Rauch unwiederbringlich mit Menschen verbunden.
Holly merkt zwar, dass sie keine Frettchen und keine Gewehre dabei haben. Unwohl ist ihm dennoch. Ich weiß zwar nicht welcher Berufsgruppe diese Männer genau angehören, doch ich vermute es sind so eine Art Gutachter und gehören zur Schädlingsbekämpfung. Als er später wieder nach oben geht, hat sich eigentlich nichts groß geändert.
Am nächsten Tag entscheidet Holly dann allein, Kopfsalat zu stehlen. Wir erfahren von Bigwig, dass so etwas eigentlich normalerweise von drei Kaninchen der Owsla erledigt wird. Holly hat sich jedoch dagegen entschieden, unter anderem weil er in einem Garten stehlen wollte, welcher auch noch für ihn neu war. Diese Entscheidung hat ihm das Leben gerettet wie sich noch zeigt. Jedenfalls bemerkt er bei seiner Rückkehr ein hrududu und zahlreiche Männer sowie einen Jungen. Sie alle haben seltsame Maschinen dabei, die Holly nicht richtig beschreiben kann. Da ich nur die Beschreibung eines Kaninchen habe, war es schwierig herauszufinden, welche Maschinen die Männer genau benutzt haben. Es handelt sich natürlich um Giftmaschinen, doch mir ist (zum Glück) keine Maschine bekannt, welche dafür konstruiert wurde Giftgas in Kaninchenbaue zu leiten. Ich habe mich kundig gemacht und nur ein Modell gefunden, welches in Australien für die Kaninchenplage verwendet wurde: der Deckson Rabbit Fumigator. Vermutlich hatte Adams einen solchen vor Augen als er die Szene hier beschrieben hat und sie passen auch ungefähr auf das was Holly und Bluebell später beschreiben.
Ein kurzer Exkurs zur gesetzlichen Lage in England: Kaninchen stehen dort unter keinem besonderen Schutz. Im Gegenteil im Pests Act von 1954 wurde sogar festgelegt, dass Landbesitzer dazu verpflichtet sind Kaninchen zu töten oder zu vertreiben, wenn sie Schaden anrichten. Vergasen ist dabei erlaubt. Im hiesigen Fall wären die Kaninchen eher weniger Plage, sondern sie sind im Weg, weil neues Baugelände erschlossen wird. Es ist dennoch legal sie zu vergiften laut dem Pests Act.

Natürlich rennen die Kaninchen bei Ankunft der Menschen wieder unter die Erde, wie es ihre Instinkte verlangen. Holly beobachtet das Geschehen von dem Gehölz aus. Jedenfalls ist er überrascht wie langsam sie sind: sie rauchen noch und unterhalten sich. Dann fangen sie an die Löcher zuzuschaufeln was Holly nicht wirklich versteht. Wenn sie nämlich Frettchen verwenden, so wäre das kontraproduktiv, da die Frettchen zwar das Kaninchen in einem blockierten Lauf gefangenhalten, doch der Mensch es nicht rauskriegen würde. Hier schaltet sich Hazel ein, um Holly daran zu erinnern, die Geschichte nicht zu schlimm zu machen, denn Pipkin zittert schon furchtbar bei der Vorstellung des blockierten Laufes und dem Frettchen. Es gefällt mir wie hier Hazel sofort wieder um das Wohlbefinden seiner Schützlinge besorgt ist.
Holly jedenfalls meint, er hätte gerade erst angefangen mit den Schrecken und es wird wirklich schlimmer. Anschließend sieht er wie die Menschen Schläuche in die Baue hineinstecken und es ist ein zischendes Geräusch zu hören. Danach riecht die Luft schlimm. Holly bekommt eine Ladung ab und meint dann orientierungs- und besinnungslos gewesen zu sein, weshalb er fast zu den Männern gerannt wäre. Dann muss er eine wirklich schreckliche Szene mit ansehen. Scabious wird durch das Gift aufgeschreckt, rennt nach draußen und wird schließlich von dem Jungen mit dem Gewehr erschossen. Er ist jedoch nicht tot, sondern fängt an zu schreien und einer der Männer hebt ihn auf un schlägt ihn. Holly hofft, er musste nicht lange leiden, da das Gas ihn sowieso besinnungslos gemacht hat.
An der Stelle setzt dann auch Bluebell ein, denn er beschreibt die Schrecken welche das Gift in den Bauen ausgelöst hat. Es sind wirklich schreckliche Szenen, die sich da abspielen: allgemeine Unruhe; Weibchen, die ihre Jungen verteidigen wollen und jeden beißen, der ihnen zu nahekommt; Kaninchen, die fliehen wollen, jedoch von den blockierten Läufen aufgehalten werden; tote Kaninche, welche die Läufe blockieren; kämpfende Kaninchen, welche die Toten zerfetzen, um weiterzukommen. Bluebell jedenfalls hat riesiges Glück, denn er ist in einem Bau bei dem die Giftmaschine nicht funktioniert und kann so in einen Lauf fliehen, welcher kaum genutzt wird, aber raus aus dem Gehege und in den Wald führt. Er entgeht so dem schlimmsten Schrecken, den er nur zu hören bekommt: Hilferufe; das Schreien der Jungen; Owslas, die Befehle geben und das Geräusch von kämpfenden und streitenden Kaninchen. Einmal fällt sogar ein totes Kaninchen durch einen Lauf auf ihn herab und kratzt ihn. Er muss es selbst zerreißen, um voranzukommen. Schließlich findet er ein weiteres Kaninchen in dem Lauf, Pimpernel, welcher jedoch schon angeschlagener durch das Gift ist. Er treibt ihn jedoch an und befürchtet er würde sterben und damit den Lauf blockieren. Letztendlich erreichen sie aber doch den Wald und frische Luft.
Hier übernimmt wieder Holly und meint die Menschen hätten ihre Arbeit schlecht gemacht, weil sie die Löcher im Wald vergessen haben. Natürlich brauchen sie die gar nicht zu beachten, denn der Wald gehört nicht mit zu dem Baugelände, aber das kann Holly ja nicht wissen. Auf dem Feld entkommen auch einige aus den Löchern, sie werden jedoch meistens sofort erschossen. Einige laufen auch ihm vorbei, doch Holly wartet auf den Threarah. Dann muss er eine weitere grausame Szene mit ansehen: nachdem die Giftmaschinen entfernt werden, fängt der Junge an Kaninchen auf einen Stock aufzuspießen. Holly bricht jedoch gleich ab, da die Erinnerung für ihn zu schlimm wird. Anschließend berichtet er von dem Bagger, welcher das ganze Feld umgräbt und zerstört. Silver kann das nicht glauben, doch Holly schwört, dass es so gewesen ist. Der Bagger zerstört das ganze Feld, reißt Gras, Sträucher und alles heraus, sodass das Feld nicht mehr als solches erkennbar ist. 
Danach kehrt Holly in den Wald zurück, um weitere Kaninchen zu sammeln. Er findet schließlich Bluebell und Pimpernel sowie Toadflax (wir erinnern uns, das fiese Mitglied der Owsla aus den ersten Kapiteln). Letzteren fragt Holly nach dem Threarah, doch der kann ihm nicht vernünftig antworten. So ist der Threarah wohl gestorben. Noch am gleichen Morgen, als noch alles okay war, hat dieser noch mit einem anderen gescherzt und seine Stärke unter Beweis gestellt. Holly hofft nur, der Threarah ist friedlich und schnell gestorben.
Sowohl Pimpernel als auch Bluebell sind auch keine wirkliche Hilfe für Holly und so hat er nur einen Gedanken: Bigwig finden und ihm zu sagen, dass er selbst falsch lag. Die einzige klare Idee, die Holly noch geblieben ist. Etwas ziellos kommen sie zu dem Bach und folgen ihm in den größeren Wald, den auch Hazels Gruppe betreten hat. Hier stirbt zunächst Toadflax, wobei er den dreien noch einige denkwürdige Worte mit auf dem Weg gibt. Als Bluebell meinte, die Menschen hätten das getan, weil sie sie schon immer gehasst hätten, da sie ihre Ernte und in ihren Gärten stehlen, sagt Toadflax nur: "That wasn't why they destroyed the warren. It was just because we were in their way. They killed us to suit themselves." Und tatsächlich ist das auf beängstigende Art und Weise wahr. Es verdeutlicht auch eindrücklich wie erbarmungslos der Mensch mit der Natur umgeht, weil er über die technischen Möglichkeiten verfügt und alles Lebendige vernichtet, um es selbst besser zu haben. Wieder eine sehr pessimistische Grundeinstellung, die Adams hier verdeutlicht.
Natürlich habe ich mich jetzt auch kurz in die schlimme Sache des Vergasens von Kaninchen eingelesen: Verwendet werden als Gifte Cymag und Phostoxin. Sie scheinen hauptsächlich das Nervensystem der Kaninchen zu beeinflussen, denn alle Beteiligten sprechen hier davon stark benebelt und nicht mehr bei Sinnen gewesen zu sein. Das hier verwendete Gaspumpen wird auch als Methode empfohlen und es ist tatsächlich noch immer üblich so mit Kaninchen fertigzuwerden. Die hier beschriebene Szene wird natürlich zu gern von Lesern und Kritikern mit dem Holocaust verglichen, dem Vergasen von Millionen von Juden. Es gibt selbstverständlich sehr große Parallelen, doch ich glaube Adams wollte wirklich nur eine Kaninchengeschichte erzählen wie er es immer betont hat und das Vergasen von Kaninchen ist eine, wie wir gesehen haben, sehr gängige Praxis. Vergleiche mit dem Holocaust sind somit in meinen Augen übertrieben und auch ein Stück weit geschmacklos.

Dem Schrecken von Sandleford sind Holly, Bluebell und Pimpernel zwar entkommen, doch nun folgt noch eine lange Tortur für sie. Zunächst haben sie Probleme den Enborne zu überqueren, nachdem sie herausgefunden haben, dass Hazels Gruppe ihn überquert hat. Danach haben sie weitere Probleme, denn in dem Feld treffen sie auf dem Mann mit Gewehr und kommen schließlich durch die Heide, welche Hazels Gruppe solche Probleme bereitet hatte. Sie finden jedoch immer wieder Hintelassenschaften von Hazels Gruppe und gehen weiter. Pimpernel wird jedoch fiebrig und droht zu sterben. Schließlich finden sie einen hlessi, welcher ihnen den Weg zum Gehege der Schimmernden Drähte weist. Sie erreichen zwar die Gegend, sind jedoch so erschöpft, sodass sie sich in einem Graben zum Schlafen niederlegen. Holly versucht wachzubleiben, schafft es jedoch nicht. Am nächsten Morgen sind sie von Kaninchen umringt, unter ihnen ist auch Cowslip. Er kann ihren Geruch nicht wirklich einordnen und beschreiben, doch Fiver beruhigt ihn, denn sie wissen wie diese gewesen sind.
Jedenfalls fragt Cowslip danach wer sie seien und wo sie herkommen. Als Holly ihre Situation beschreibt und schließlich von Hazel, Fiver und Bigwig redet, gibt Cowslip sofort den Befehl zum Angriff. Offensichtlich hat Bigwigs Überleben dieser Scheinzufriedenheit in dem Gehege einen kräftigen Dämpfer verpasst, vielleicht noch dadurch ausgelöst, dass Strawberry mit ihnen mitgegangen ist. Cowslip fürchtet sich scheinbar davor, neue Kaninchen aufzunehmen, besonders welche die mit Hazels Gruppe in Verbindung stehen und gibt daher den Befehl zum Angriff. Sie alle wollen nichts mehr mit Kaninchen, die mit ihnen Verbindung stehen zu tun haben.
Die Kampfunerfahrenheit der anderen kommen jedoch dem geschwächten Bluebell und Holly zugute, sodass sie zwar verletzt werden - Holly am Ohr, jedoch trotz des Überraschungsangriff fliehen können. Pimpernel ist jedoch nicht so glücklich und wird von den Kaninchen getötet. Holly findet es bedauerlich, dass er nach allem was er durchmachen musste, am Ende von Kaninchen getötet wird. Er fragt, was sie dazu zu sagen und ausgerechnet Strawberry meint, es wäre eine Schande.
Holly jedoch stellt sich nach einiger Zeit dem Kampf und überwältigt Cowslip. Der jedoch rettet sein Leben, in dem er ihm sagt wo sich Hazels Gruppe befindet. Holly tut so, als würde er ihm nicht glauben und droht ihm umzubringen, doch Cowslip bleibt bei seiner Geschichte. Dann kratzt Holly ihn und zieht weiter. Vermutlich hat Fiver hier, als er Cowslip von den hohen Hügeln erzählt hat, Holly und Bluebell das Leben gerettet, denn sonst wären die beiden wohl kaum nach Watership Down gegangen. So gesehen hat auch der niederträchtige und feige Cowslip noch einen Nutzen für die Gruppe gehabt.
Danach haben sie die schlimmste Zeit überhaupt und nur Bluebells Witze halten Holly am Leben. Bluebell drückt es poetischer aus, er hat einen Witz über den Boden gerollt und sie sind ihm gefolgt. Holly jedenfalls hatte eine schlimme Verletzung am Ohr und gab sich die Schuld am Tod von Pimpernel, weil er eingeschlafen ist. Er kann nicht mehr einschlafen, da ihm schreckliche Träume heimsuchen und er verlor zusehends den Verstand. Nur noch die Idee Bigwig zu finden, trieb ihn voran. Als sie jedoch die Hügel erreichten waren sie eigentlich schon jenseits von Gut und Böse. Genau zur Eulenzeit haben sie sich über flaches, offenes Land begeben und gemerkt, dass wenn sie die Hügel erreichen noch lange nicht in Sicherheit sind. Holly ging sogar von der etwas närrischen Annahme aus, Bigwig würde auf sie warten. Dann erreichten sie die Hügel und sie waren größer als alles andere und es gab keine Deckung, keine Wäldchen, keine Kaninchen und Holly hat den Verstand vollends verloren. Er sah die Geister von Sandleford vor sich, rief nach Bigwig und wollte am Ende nur noch von elil gefressen werden. So dachte er auch im ersten Moment er sei tot, als er Bigwig vor sich sah. Er entschuldigt sich, weil er sie so erschrocken hat. Wenn er auch nicht das Schwarze Kaninchen von Inle war, so war er doch näher an ihm als jedes Kaninchen vor ihm.
Dann beendet er seine Geschichte mit der Bemerkung wie froh er und Bluebell doch sind wieder unter der Erde zu sein. In gewisser Weise entschuldigt er sich auch bei Bigwig dafür, dass er ihn damals verhaften wollte. Dies wäre ein anderes Kaninchen gewesen.

So endet Hollys Tortur, dessen Erlebnisse wesentlich traumatischer sind als die von Hazels Gruppe. Lange hat er Stärke gezeigt und zumindest zwei seiner Freunde geführt, doch am Ende hat er trotzdem den Verstand verloren. Es ist jedoch verständlich nachdem was er alles durchmachen und ansehen musste. Dass Holly und Bluebell Watership Down erreichen, ist in meinen Augen sogar noch erstaunlicher und bewundernswerter als Hazels Leistung, alle seine Mitstreiter ohne Verluste nach Watership Down gebracht zu haben. Die letzten Überlebenden von Sandleford Warren haben sich somit auf Watership Down wiedergetroffen und können nun ihren Weg fortsetzen.