Mittwoch, 14. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 23: Kehaar

Ein weiterer Protagonist kommt hinzu und es ist ausnahmsweise kein Kaninchen, sondern eine Möwe. Passend dazu wird das Kapitel mit dem Gedicht Hurt Hawks von dem amerikanischen Dichter Robinson Jeffers eingeleitet. Es beschreibt die Gefühlslage eines verletzten Raubvogels. Er weiß, dass nur noch der Tod auf ihn wartet, dennoch hat er seinen Stolz und seine Wildheit nicht verloren. Ich denke das spiegelt passend Kehaars Situation wieder als er auf Hazels Gruppe trifft.

Nach einigen Regenfällen folgt wieder ein sonniger Tag auf Watership Down. Adams verwendet hier eine schöne Metapher, wonach die Sonne sich ähnlich gegen das regnerische Wetter durchsetzt wie ein Stier, dessen Hörner von einem Menschen kurz nach unten gehalten werden und der dann mit aller Macht nach oben kommt.
Bei einem Erkundungsausflug bemerken Bigwig und Silver ein unbekanntes, großes Tier in einer Mulde auf dem Hügel. Es hat einen weißen Rücken. Von dort hören sie ein zischendes Atmen. Bigwig und Silver, die neben Holly als einzige überlebende Owsla-Mitglieder von Sandleford viel auf sich halten und ihren Wert bereits unter Beweis gestellt haben, wollen nicht einfach zurückgehen und berichten sie hätten eine unbekannte Kreatur entdeckt ohne sie näher betrachtet zu haben. So nähert sich Bigwig vorsichtig dem Wesen. Es ist ein Vogel, etwa ein Fuß groß mit weißen Federn, die zu den Flügeln hin grau und dann schwarz werden sowie einem sehr braunen Kopf, einem spitzen, großen Schnabel und sehr langen Krallen an den Füßen. Als er sie bemerkt, fängt er an mit dem Schnabel nach ihnen zu schnappen. Bigwig bemerkt, dass er verletzt ist. Silver nähert sich ihm von der anderen Seite und kann geradeso noch ausweichen, bevor der Vogel ihm den Fuß verletzt. Dann plötzlich lässt der Vogel eine Reihe von sehr lauten Schreien los, welche Bigwig und Silver so sehr verschrecken, sodass sie erst einmal fliehen.
Zurück beim Gehege angelangt, berichten sie Hazel davon. Hazel fragt, ob es elil ist, doch Bigwig meint es sei ein Vogel, ein großer Vogel. Größer als eine Waldtaube aber kleiner als ein Fasan. Hazel fragt, ob dieser Vogel das Geräusch gemacht hat, was Bigwig bejaht. Er sagt, er hätte sie verschreckt, doch er hätte auch gesehen, dass er sich aus irgendeinem Grund nicht bewegen kann. Hazel entscheidet schließlich selbst den Vogel aufzusuchen, weil er offensichtlich nicht im Sterben liegt und somit noch nützlich sein kann.
Hazel spricht wieder in einer Allgemeinsprache mit ihm, bekommt jedoch ein Geblabber zu hören, welches in ihren Ohren sehr exotisch klingt. Sie verstehen kaum Worte. Es klingt jedenfalls wie verletzter Stolz, was der Vogel ablässt. Er sei noch lange nicht am Ende und würde sie alle kriegen. Dabei scharrt er mit dem Schnabel in der Erde. Hazel bemerkt, dass er am Verhungern ist und entscheidet ihm Futter zu suchen. Er beauftragt Bigwig damit nach Würmer zu suchen. Bigwig ist darüber zunächst völlig perplex, doch als Hazel selbst beginnt nach Würmern zu graben und Bigwig und Silver anweist zu warten, machen sie schließlich mit. Interessant ist zu sehen wie es Hazel wieder durch eigene Initiative schafft Bigwig und Silver zur Mitarbeit zu bewegen. Sie haben jedoch zunächst Probleme Würmer zu finden, da auf dem Down kaum welche sind und es die letzten Tage kaum geregnet hat. So suchen sie nach einiger Zeit nach anderen Insekten: Käfer, Holzläusen, welche sie in Stöcken finden.
Vorsichtig bringen sie die Stöcke Kehaar, der sie zerteilt und die Inseken frisst. Schon bald suchen sie überall her Insekten. Bigwig gräbt sogar aus Pferdedung einige Insekten aus, wofür er von Hazel Lob erhält. Bigwig kann damit jedoch gar nichts anfangen und meint es wäre das erste Mal, das Kaninchen so etwas machen würden und er soll es bloß nicht den Amseln erzählen. Offensichtlich gilt die Amsel bei den Kaninchen als ein sehr geschwätziges Tier.
Irgendwann meint der Vogel er wäre satt und fragt was sie jetzt wollen. Hazel fragt, ob er verletzt sei. Der Vogel verneint das, er müsse nur kurz ausruhen und könne dann weiterfliegen. Hazel macht ihm darauf aufmerksam, dass es nicht gut für ihn wäre hierzubleiben wegen der Turmfalken. Der Vogel ist jedoch der Auffassung, er würde sie alle bekämpfen, was Bigwig auch bejaht, aufgrund des großen Schnabels. Hazel sagt zu ihm, sie wollen ihn nicht tot sehen, sondern ihm helfen. Doch der Vogel scheint nicht daran interessiert zu sein, sondern sagt ihnen ziemlich deutlich ("Piss off!"), dass sie gehen sollen. Daraufhin ruft Hazel die anderen zusammen, damit sie zügig weggehen. Sie sollen den Vogel lieber alleinelassen.
Silver fragt was Hazel überhaupt vorhat und warum er versucht einem so wilden Vogel zu helfen. Darauf antwortet Hazel, eine Blaumeise oder ein Rotkehlchen würden ihnen überhaupt nichts nutzen, da diese keine langen Strecken fliegen können. Verblüfft fragt Silver, warum er einen solchen Vogel überhaupt braucht, doch Hazel will es später erklären, besonders mit Blackberry und Fiver.

Im Laufe des Nachmittags setzen die Kaninchen die Arbeit an der Honeycomb und ihrem neuen Gehege fort. Im frühen Abend sucht Hazel wieder den Vogel auf, der deutlich schwächer wirkt. Hazel fragt ihn, ob er einen Habicht bekämpft hat, doch der Vogel verneint das. Er fragt ihn auch, ob er hungrig sei, worauf der Vogel nichts antwortet. Dann überzeugt ihn Hazel mit dem Argument Kaninchen würden keine Vögel essen davon, sich von ihnen helfen zu lassen. Der Vogel wird neugierig und fragt warum er ihm helfen will, doch Hazel meint es wäre nicht wichtig. Sie hätten ein großes Loch für ihn, wo er die Nacht sicher verbringen kann. Noch dazu erfahren wir, dass sein Flügel in einem schlechten Zustand ist, er seine Beine jedoch bewegen kann. Und er verspricht Hazel, sollte sie ihn verletzen, wird er sie noch schlimmer verletzen.
Mit einiger Schwierigkeit erhebt sich der Vogel und versucht auch zu fliegen, was Hazel erschreckt. Beim Ausbrüten der Flügel zuckt er jedoch vor Schmerz zusammen und lässt es sein. Fügsam folgt er Hazel dann durchs Gras, weil er meint sein Flügel sei nicht gut. Zurück bei dem Gehege angekommen kommandiert er alle dazu, ein Loch für den Vogel zu graben. Es ist eine seltsame Aufgabe für Kaninchen und Hazels Autorität wird dadurch auch in Frage gestellt, doch Bigwig unterstützt ihn. Hazel erklärt dem Vogel wie sie leben und wie sie Schutz suchen und das sie ihm so helfen können. Tatsächlich ist dem Vogel im Schutz des Waldes schon wohler. Schon bald haben sie alle die Grabungsarbeiten beendet. Zwar ist er immer noch argwöhnisch und schaut aufmerksam umher, doch er ist bereit sein Leben einem Kaninchenloch anzuvertrauen.
Jeder, der sich halbwegs mit Vögel auskennt dürfte erraten haben, dass es sich bei dem Vogel um eine Lachmöwe handelt. Wir erfahren kurz etwas über ihr natürliches Verhalten. Demnach würden sie in großen Kolonien leben und fliegen im Winter in den Süden Englands, wo es etwas wärmer wird, hauptsächlich zur Paarungszeit. Eine verwundete Möwe wird dabei meistens zurückgelassen. Sie sind Gesellschaft gewohnt, weshalb die hiesige so argwöhnisch und wild ist. Jedoch kommen seine Instinkte bald zurück und sie beginnt sich mit Bigwig zu unterhalten.
Er unterrichtet Hazel dann von dem außergewöhnlichen Leben der Möwe, was Bigwig offensichtlich sehr beeindruckt. Verletzt wurde er durch eine Katze, als er auf einem Farmhof Rast gemacht hat, wodurch ein Muskel in seinem Flügel zerrissen wurde. Er hat gegen die Katze noch kämpfen können, weshalb er sich noch hoch nach Watership Down schleppen konnte. Bigwig ist davon so beeindruckt und fragt, warum sie nicht selbst gegen eine Katze kämpfen könnte. Hier kommt wieder das impulsive von Bigwig zum Vorschein, der unbedingt gegen elil kämpfen will. Bigwig berichtet weiter, wonach Tausende von ihm dort leben, wo er herkommt und es Nester wie Blätter im Wald gibt, wenn Paarungszeit ist.  Hazel fragt ungläubig wo das sein soll, da er noch nie eine Möwe gesehen hat. Es wäre ein Ort, wo die Erde aufhört und es nur noch Wasser gibt, soviel Wasser, sodass es keine andere Seite davon gibt. Natürlich können die Kaninchen das nicht verstehen. Das Konzept eines Meeres ist viel zu hoch für sie, weil die größten Gewässer denen sie begegnen ein Fluss oder ein Teich ist. So glauben sie die Möwe käme von außerhalb der Welt, was Hazel nicht glauben kann. Bigwig ist sich zwar unsicher, glaubt aber nicht, dass die Möwe lügt. Diese jedenfalls vermisst den Klang der Wellen, wenn sie gegen die Felsen schlagen. Dieser Klang ist auch sein Name: Kehaar. Es verwundert womöglich wenig, dass die Vögel in der Geschichte ihren Namen meistens von ihren Geräuschen herleiten, während die Namen der Kaninchen eher auf ihr Aussehen bezogen sind.
Kehaar sollte eigentlich gar nicht hier sein, aber weil er schon einmal verletzt wurde und seiner ursprünglichen Gruppe hinterherhing blieb er zurück, bis er von der Katze ein zweites Mal schwerer verletzt wurde. Hazel fragt, ob er zu diesem großen Wasser fliegen wird, wenn er wieder gesund wird. Bigwig glaubt es wird so sein, worauf Hazel erwidert, dann hätten sie ihre Zeit verschwendet. Ungläubig fragt Bigwig für was. Hazel meint daraufhin, er solle Blackberry und Fiver holen, Silver am besten auch, um es ihm zu erklären.
Das Problem ist ein einfaches. Ihr ganze Gruppe besteht nur aus Männchen. Sie würden nur eine Generation hier oben überleben und dann würde das Gehege wieder aussterben. Wir stoßen damit zum Kern, weshalb sich Watership Down heftige Kritik von Feministen anhören musste. Jedenfalls liefert Adams eine schlüssige Erklärung: die Kaninchen hätten nur an ihr eigenes Überleben gedacht und eine so lebenswichtige Tatsache einfach vergessen. Er fügt an, dass es manchen Menschen auch so ging. Vermutlich ist das eine Anspielung auf den Raub der Sabinerinnen durch die Römer. Jetzt jedoch trifft sie die Wahrheit und es ist mehr als das. Hazel hat Sehnsucht nach einem Weibchen und das realisieren auch so langsam die anderen.
Schließlich fragt Blackberry was sie tun wollen; das Gehege wieder verlassen? Doch das kommt für Hazel nicht in Frage. Er würde ein paar Weibchen von einem anderen Gehege mitnehmen. Jedoch sind hier nur die Hügel, meint Blackberry, und sie hätten bisher noch keine anderen Kaninchen ausmachen können. Hier käme Kehaar ins Spiel, welcher für sie nach fremden Kaninchen kundschaften könnte. Blackberry empfindet das als eine geniale Idee (er redet Hazel auch wieder mit Hazel-rah an), denn der Vogel könnte in einem Tag mehr entdecken als sie in tausend Jahren. Er fragt sich nur, wie Kehaar dazu überredet werden könnte. Diese Aufgabe will Bigwig übernehmen, welcher sich mit Kehaar bereits gut angefreundet zu haben scheint.
Diese Entscheidung unterstreicht wieder Hazels Genialität als Anführer und seine kreative Art Probleme zu lösen. Die Erkenntnis, dass sie keine Weibchen haben würde bedrückend auf sie alle einwirken, doch Hazels Idee für die Lösung des Problems eine Möwe zu verwenden erheitert sind, es würde Hazel El'ahrairah ähnlich machen.

Sie kümmern sich somit weiter um Kehaar - wobei besonders der Wassermangel ein Problem darstellt bis es schließlich regnet - und nach drei Tagen ist er wieder wohlauf. Er verkündet gegenüber Hazel ihnen bei der Suche nach Müttern helfen zu wollen und meint es wäre seine Idee für sie auf Erkundung zu fliegen. Er selbst könne das erledigen, weil in diesem Jahr die Paarungszeit womöglich sowieso schon vorbei ist und die Möwenweibchen bereits auf ihren Eiern in den Nestern sitzen. Am nächsten Tag fliegt er schließlich unter Anleitung von Bigwig los.
Hazel ist sich jedoch unsicher, ob Kehaar wirklich zurückkehren wird, denn er befürchtet seine Paarungsdrang könne zu stark sein. Er fragt Fiver und dieser bejaht die Fragt, ob Kehaar zurückkehrt. Auf die Frage was er ihnen für Neuigkeiten bringt, weiß Fiver keine Antwort, doch später im Bau antwortet er in Trance: "The gifts of El'ahrairah: Trickery; great danger; and blessing for the warren." Ich möchte nicht zuviel verraten, aber das ist eine treffende Zusammenfassung der Dinge, die auf Hazels Gruppe noch zukommen wird im Laufe des Romans.
Bigwig selbst wird unruhig und mürrisch, weil Kehaar nicht zurückkehrt und er verfällt sogar in sein altes Muster der Tyrannei, als Bluebell einen Witz über Bigwig und Kehaar macht. Holly muss eingreifen. Letztendlich kehrt Kehaar nach einigen Tagen dann doch zurück. Hazel hält seine Aufregung darüber zurück und geht letztendlich mit Fiver und Bigwig zusammen zu Kehaar. Es ist eine logische Wahl: er vertraut natürlich noch immer auf das Wort seines Bruders und Bigwig ist derjenige, der sich von ihnen am besten mit Kehaar angefreundet hat.
In einem kaum verständlichen Akzent berichtet Kehaar zunächst von einer Gruppe Kaninchen, welche auf einer Farm eingesperrt leben und vom Menschen gefüttert werden. Ansonsten hat er jedoch schlechte Nachrichten, auf der Seite gibt es keine weiteren Kaninchen. Auf der anderen Seite von Watership Down, kurz vor einer Eisenbahnlinie (bezeichnet als "iron road", womit die Kaninchen natürlich nichts anfangen können) und einem Fluss, gäbe es eine ganze Stadt voller Kaninchen. Hazel interpretiert das schnell als ein sehr großes Gehege und fragt Kehaar, ob sie dabei die "iron road" und den Fluss überqueren müssten. Kehaar verneint das. Das Gehege wäre zwei Tagesreisen von ihnen entfernt und er könne sie hinführen. Für seine Hilfe verspricht ihm Hazel soviele Inseken wie sie finden können. Danach ruht sich Kehaar erst einmal aus.
Zunächst läuft alles so weiter wie gewohnt mit Graben und Spielen, doch dann kommt die Rede auf das Gehege, welches Kehaar für sie entdeckt hat. Hazel beginnt damit und Bigwig meint gleich aufgrund dessen Größe können sie es unmöglich im Kampf einnehmen. Hazel will sich ihnen auch nicht anschließen und fragt die anderen nach ihrer Meinung. Dandelion ist dagegen nach allem was sie hier bereits geschaffen und dafür durchgemacht haben. Noch dazu würde es für sie keine einfache Zeit werden sich dem neuen Gehege anzupassen und glaubt keiner will das. Hazel fragt, ob es schwierig wäre ein paar Weibchen zu nehmen und wieder zurückkehren, denn das wäre alles was sie wollen. Holly meint dazu, es wäre gar nicht so schwierig: in einem großen Gehege sind die Weibchen meistens unzufrieden, weil es wenig Futter gibt und sie so keinen Jungen kriegen. In Zeiten großen Stresses lösen die Weibchen mitunter ihren Wurf einfach im Bauch auf. Das geht auf ein Versprechen Friths gegenüber El'ahrairah zurück, wonach kein Junges tot oder nicht gewollt auf die Welt kommen soll. Hazel hat davon auch schon gehört und hält es für das klügste eine Expedition zu dem Gehege zu schicken. Dadurch hätten sie eine gute Chance erfolgreich zu sein ohne kämpfen zu müssen. Er fragt, ob sie alle gehen sollen.
Blackberry ist dagegen und glaubt drei bis vier reichen aus, da es weniger Gefahr darstellt. Diese könnten schneller reisen und würden nicht verdächtig auf das fremde Oberkaninchen wirken. Kein Oberkaninchen könnte etwas dagegen haben (tja, ausgerechnet dieses wird aber sehr viel dagegen haben). Es ist die Frage wer geht: Dandelion schließt Hazel als Anführer sofort aus. Er würde hier gebraucht werden und sein Leben dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Jeder wäre damit einverstanden. Auffällig, dass Dandelion hier schon das zweite Mal für die ganze Gruppe spricht. Hazel ist darüber etwas enttäuscht, auch wenn er schon damit gerechnet hat. Es sähe komisch aus, wenn ein Oberkaninchen seine Aufträge selbst ausführt. Außerdem wäre seine Erscheinung nicht imposant und auch im Rede wäre er nicht gut genug. Natürlich ist Hazel, der bisher alle Risiken der Gruppe auf sich genommen hat auch jetzt bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Deshalb ist er unzufrieden, dass seine Teilnahme sofort kategorisch ausgeschlossen wird. Bei seinen Eigenschaften hat er Recht, doch auch in der Hinsicht wird er noch eine interessante Wendung nehmen.
Hazels Entscheidung jedenfalls fällt auf Holly, denn er weiß aufgrund seiner Owsla-Erfahrung viel über das Bewegung im offenen Gelände und könne auch gut reden. Schwieriger wird es schon seine Begleiter zu wählen. Jeder will mit, doch die Aufgabe ist so wichtig, sodass sie lange überlegen welches der Kaninchen am besten die lange Reise überleben könnte. Bigwig wird abgelehnt, weil er aufgrund seiner impulsiven Art, womöglich einen Kampf anfangen könnte. Er ist darüber zunächst sauer, doch sein Gemüt hellt sich wieder auf, weil er somit mehr Zeit mit Kehaar verbringen kann. Bluebell wird auch abgelehnt - auch wenn er Hollys engster Vertrauter ist - weil ein falscher Scherz auf Kosten des Oberkaninchens schon ihre ganze Unternehmung in Gefahr bringen könnte. So fällt die Wahl am Ende auf Silver und Buckthorn und Strawberry. Letzterer ist darüber ganz besonders glücklich, weil er so endlich seine Nützlichkeit unter Beweis stellen kann. Zu dem kann er zeigen, dass er kein Feigling ist.
Schließlich brechen die vier zuversichtlich unter der Leitung von Kehaar auf. Hazel ist der Meinung sie hätte das Beste getan was sie konnten. Jetzt liegt es an den vieren und El'ahrairah. Hazel fragt Bigwig, ob es gut ausgehen wird. Bigwig ist zuversichtlich und meint sie wären schon bald zurück. Er freue sich bereits auf ein Weibchen und viele kleine Bigwigs. Was keiner der beiden wissen kann: Das Gehege, welches Holly und seine Gefährten aufsuchen, ist noch schlimmer als das Gehege der Schimmernden Drähte und es wird Hazels Gruppe vor die größte Prüfung überhaupt stellen.

Montag, 12. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 22: The Story of the Trial of El'ahrairah

Es folgt eines meiner Lieblingskapitel, denn es enthält die in meinen Augen beste Geschichte von El'ahrairah. Eingeleitet wird das Kapitel mit einem Zitat aus dem Drama Love for Love von William Congreve, einem englischen Dramendichter aus dem 17./18. Jahrhundert. Es ist eine Komödie, bei der ein Vater versucht seinen ältesten Sohn aufgrund seines Lebenswandels durch eine Summe zu bestechen, damit dieser seine Erbansprüche an seinen jüngeren Bruder überträgt. Das "rogue face", so bezeichnet der Vater Sir Sampson seinen Sohn Valentine, weil dieser versucht den Deal zu umgehen. Er sieht ihn daher schon bei der Hinrichtung, denn Tyburn war lange Zeit der Ort für Hinrichtungen in England und daher gleich bedeutend mit Kapitalstrafe. Es ist natürlich bezogen auf El'ahrairahs Verhandlung, aus der er sich ähnlich herauswindet wie Valentine aus dem Deal mit seinem Vater.

Zunächst beginnt Adams jedoch mit einer weiteren wissenschaftlichen Analyse seitens Lockleys. Es behandelt den Aspekt, dass Kaninchen große Tragödien dadurch überstehen eine gewisse Gleichgültigkeit und Kaltherzigkeit zu entwickeln, welche ihnen jedoch beim Überleben hilft. Ihr Lebensmotto lautet "Life is Now". So ergeht es auch den Kaninchen, welche auf Friths Versprechen El'ahrairah gegenüber bauen. So ist Holly schon wieder nach einem Tag in einem wesentlich besseren Zustand wie auch Bluebell. Während er seine Geschichte erzählt hat, haben zwar alle anderen die Schrecken miterlebt und durch Schreien und Trauerklagen geäußert. Ihre Anteilnahme ist echt und ihre Gefühle ehrlich. Adams vergleicht das mit primitiven Menschen und unterscheidet sie von dem zivilen Zeitungsleser, der Katastrophen einfach so hinnimmt, die ihn nicht unmittelbar betreffen. Sie fühlen auf ihre Weise mit den Kaninchen mit, die durch das Gift in den Läufen gestorben sind, in dem sie deren Todeskampf imitieren und sie voller Zorn über den Tod von Pimpernel. Nach Beendigung der Geschichte kümmern sie sich jedoch sofort wieder um ihr eigenes beschwerliches Leben und zwar bedauern sie, dass die Toten tot sind, doch ihre eigenen Bedürfnisse sind schnell wichtiger.
Es ist eine interessante Beobachtung, welche Kaninchen selbstverständlich benötigen, weil sie sonst absolut keine Chance hätten zu überleben. Der Tod ist durch die elil und die Krankheiten und dem Menschen ein ständiger Begleiter von ihnen und so können sie es sich nicht wie die normalen Menschen leisten sich zu lange der Trauer und Anteilnahme hinzugeben, denn sonst werden sie selbst getötet. In gewisser Weise vergessen die Kaninchen, was ein äußerst effektiver Schutzmechanismus ist. Es gibt ihn natürlich auch bei Menschen, was Adams eingangs erläutert. Auch wir können uns nicht ewig Trauer und Anteilnahme hingeben, weil wir sonst in Depressionen verfallen und unseren gewöhnlichen Weg vergessen. Deshalb brauchen Menschen denen so etwas passiert auch ärztliche Hilfe. Adams bringt zum Abschluss noch ein Beispiel aus der Odyssee. So bedauert Odysseus nicht, dass er keinen einzigen seiner Männer heil nach Hause bringt, denkt jedoch trotzdem immer an seine Frau Penelope, obwohl er neben Calypso schläft.

Zurück zu den Kaninchen. Hazel ist als Anführer am schnellsten dabei die furchtbare Geschichte von Holly zu überwinden und bemerkt sofort, dass wohl eher Hollys verletztes Ohr für seine Tortur der letzten Tage verantwortlich war, da es verdreckt ist. Indirekt ist er auch etwas verärgert über Dandelion, der es zwar Holly komfortabler gemacht hat, sich jedoch nicht um das Ohr gekümmert hat. Ähnlich ist er auch wütend über Bluebell. Dieser wollte es versuchen, doch das Ohr wäre zu empfindlich gewesen, was Holly auch bejaht und meint es wäre eher seine Schuld. 
Hazel versucht zusammen mit Silver das verwundete Ohr von Holly zu reinigen, welches sogar schlimmer dran ist als der Vorderlauf von Buckthorn. Um Holly abzulenken, kommt Silver wieder auf die Frage zurück was sich Hazel dabei vorgestellt hat, wie er die Feldmaus sinnvoll einsetzen will. Hazel hat schnell eine Antwort parat: sie würden kaum das Gebiet kennen und das Vertrauen von Wesen zu erlangen, die nicht elil sind wäre sehr wichtig. Besonders von Vorteil könnte ihnen dabei ein Vogel werden. Eine solche Gelegenheit sollte nicht ausgelassen werden. Auch Holly stimmt da mit Hazel überein, auch wenn er glaubt so etwas passiert nur sehr selten und Silver würde allein die Vorstellung gefallen, dass Bigwig Maulwürfen Gutenachtgeschichten erzählt. Dabei fällt Bluebell eine Geschichte von El-ahrairah ein, der sich Tiere zu Freunden gemacht hat und es zu seinem Vorteil genutzt hat. Hazel kennt diese Geschichte noch nicht. Bevor sie jedoch die Geschichte hören, entscheidet Holly sie sollten silflay gehen. Sein Ohr ist zwar besser, es wird jedoch immer zerrissen bleiben und schlechter als das andere.
Es folgt eine sehr poetische Stelle in der Adams das Mondlicht als etwas nicht Notwendiges aber sehr Schönes beschreibt, weil es die Dinge anders aussehen lässt als das Tageslicht, an welches sowohl Menschen als auch Kaninchen als absolut notwendige Sache gewöhnt sind. Es enthüllt nicht, sondern verändert und gibt Watership Down für einen kurzen Moment eine wundersame Erscheinung. Auch die Kaninchen wissen das zu genießen. Dabei treffen Hazel, Silver, Holly und Bluebell auf Hawkbit und Speedwell, welche eine weitere Feldmaus getroffen haben. Diese weiß bereits von der Geschichte mit dem Turmfalken und berichtet ihnen von einem Stück Wiese, was für die Pferde frisch gemäht ist und daher besonders gut schmeckt. Hazels gute Tat hat sich also bereits schon ausgezahlt, denn laut Holly hätten sie den Ort zwar gefunden, aber bestimmt nicht so schnell. Dennoch ist Hazel ganz der Anführer und ruht sich nicht darauf aus, dass seine irrwitzige Entscheidung der Maus zu helfen, sich schon positiv ausgewirkt hat, sondern ist nur besorgt, dass Hollys blutendes Ohr elil anziehen könnte. So kehren sie schon bald zurück. Dort beginnt Bluebell auch mit seiner Geschichte.

Diese soll nach El'ahrairahs Aufenthalt in Kelfazin stattgefunden haben. El'ahrairah und Rabscuttle und ihr Volk leben in einem anderen mythischen Land mit dem Namen Fenlo, wo es wesentlich angenehmer ist. Prince Rainbow schaut eines Tages vorbei und als er bemerkt, dass El'ahrairah und Rabscuttle im gleichen Loch wohnen will er die beiden trennen, da sie nur Unruhe stiften würden, angeblich Anweisungen von Frith. Stattdessen will Prince Rainbow, dass El'ahrairah ein neues Kaninchen in seinem Loch aufnimmt: Hufsa. El'ahrairah nimmt ihn auch auf, da er Mitleid mit Hufsa hat, er so weit entfernt ist von seinen eigenen Leuten und niemanden hat.
Hufsa fügt sich perfekt ein und ist zu jedem freundlich, doch es stellt sich bald heraus, dass er womöglich ein Spion für Prince Rainbow ist. Denn alle Unternehmungen von El'ahrairah gehen schief oder haben keinen Erfolg, weil die Menschen bereits Vorbereitungen getroffen haben. An der Stelle tauchen also das erste Mal die Menschen in der Kaninchenmythologie auf. El-ahrairah findet schließlich heraus, dass Hufsa dahintersteckt, als er ihm von einem Vorhaben erzählt, welches er gar nicht geplant hat, doch der Mensch sofort entsprechende Vorsichtsmaßnahmen trifft, sobald er es ihm erzählt hat. Hier wird auch angedeutet, dass Prince Rainbow mit den Menschen kommunizieren kann. Es wäre also durchaus im Bereich des Möglichen hinter ihm eine Art Engel zu vermuten. Die Herkunft der Menschen selbst bleibt jedoch unbekannt.
Schließlich besucht Prince Rainbow und El'ahrairah und ist erfreut darüber, dass dieser ruhiger geworden ist und seine Tricks und Listen gelassen hat. Prince Rainbow selbst wollte sich nur nach Hufsa erkundigen. Dann verfällt er auf eine List, um El-ahrairah noch mehr zu ärgern: Er spricht von einem Garten mit den besten Karotten, den er nicht weit von El'ahrairahs Volk anlegen will und die niemand klauen darf. Das wäre ein Verbrechen, welches Verbannung oder sogar den Tod zur Folge hätte. König Darzin (wir erinnern uns, der Biber) würde dafür sein Königreich verlieren, wenn er versuchen würde die Karotten zu stehlen. So gesehen hat Prince Rainbow einen Weg gefunden El'ahrairah und sein Volk zu zähmen, denn wenn er die Karotten klaut wird vermutlich jemand Neues König der Kaninchen und das wäre Hufsa.
El'ahrairah hat schließlich Hufsa satt und dass er ständig alles an Prince Rainbow verrät, besonders, da er keine seiner Pläne wirklich vor ihm geheimhalten kann. Denn wie alle Tierarten können Kaninchen zwar Geheimnisse vor anderen Tieren bewahren, jedoch nur schwer vor sich selbst. Er beratschlägt sich mit Rabscuttle eines abends, als er die Karotten betrachtet und hat einen Plan, wie er sowohl die Karotten stehlen als auch Hufsa loswerden wird.
Er sucht zunächst Schnecken zusammen, welche er am nächsten Abend Yona dem Igel anbietet. El'ahrairah verspricht ihm mehr Schnecken, wenn er zu einer bestimmten Zeit ein Lied singt, was für Igel eigentlich äußerst untypisch ist. Derweil sucht Rabscuttle einen Fasan auf. Er selbst hat am Vorabend Korn gestohlen, welches er dem Fasan anbietet, wenn dieser über das Wasser schwimmt. Auch das ist eine eher untypische Verhaltensweise von Fasanen, die das eigentlich nur machen, wenn sie verletzt sind.
El'ahrairah sucht Hufsa aus und berichtet ihm von seinem Plan die Karotten zu stehlen, welche Prince Rainbow gehören. Hufsa will das erst am nächsten Abend machen, sodass er natürlich vorher Prince Rainbow Bescheid sagen kann, doch El'ahrairah besteht darauf, dass sie sofort losziehen. So kommen sie zunächst zu dem Igel. Dieser hat sich mit Rosenblättern geschmückt, sitzt auf einer Blechbüchse und singt sehr schief zum Mond. Als Hufsa fragt was er da macht, meint Yona, er würde zum Mond singen, damit die Schnecken kommen. Gleich darauf trällert Yona auch einen sehr ulkigen Vers. El'ahrairah wird dadurch erschreckt und treibt Hufsa zum Weitergehen an. Schon bald stoßen sie auf den Fasan, welcher im Wasser schwimmt. Hufsa fragt auch hier, was er da macht. Hawock (so heißt der Fasan) macht das immer, damit seine Schwanzfedern länger werden und sein Kopf die typische Farbe behält. Er meint jeder wüsste das. El'ahrairah meint zu Hufsa in Wirklichkeit macht er das im Geheimen, damit ihn kein Tier dabei erwischt. Zum Schluss erreichen sie einen Brunnen, wo schon Rabscuttle wartet, welcher sich verkleidet hat. Er hat seine Blume mit Schafdesinfektionsmittel rot gefärbt, seine Ohren mit dem Kraut von Zaunrüben ausstaffiert, sodass sie grün aussehen und er hat eine Zigarette in der Schnauze. El'ahrairah tut so als wäre er bei dem Anblick entsetzt und fragt wer er sei. Rabscuttle antwortet, er sei einer der Boten von Frith, die nur sehr selten zu sehen sind und ihren Dienst im Geheimen vollziehen. Nachts müsse er zurück zu Friths goldenen Palast und das kann er nur in dem er durch den Mittelpunkt der Erde zu ihm springt. Gleich darauf springt er auch in den Brunnen und verschwindet in der Dunkelheit. El'ahrairah ist entsetzt darüber was sie gesehen haben und will den Ort schnell verlassen.
Sie erreichen auch bald den Garten mit den Karotten von Prince Rainbow und El'ahrairah schafft es irgendwie sie alle zu klauen und in einem Loch zu verstecken. Den nächsten Tag bleibt El'ahrairah unter der Erde und wartet bis Hufsa am Nachmittag geht. Als El'ahrairah gerade beim silflay ist, taucht Prince Rainbow mit zwei Hunden auf und will sofort wissen wo die Karotten sind. El'ahrairah möchte jedoch wissen weshalb er angeklagt ist und schließlich gibt Prince Rainbow nach und gibt ihm das Recht auf einen Prozess. Er meint jedoch, er hätte einen Zeugen und beste Beweise. Interessant in der Hinsicht fand ich Prince Rainbows Andeutung, wonach El'ahrairah entweder sterben würde oder in den Großen Norden kommt. Offensichtlich wird der Ort deshalb gemieden, weil es da so kalt ist.
Währenddessen hat sich schon El'ahrairahs Volk versammelt außer Rabscuttle, der schon den ganzen Tag die Karotten an einen anderen Ort bringt und sich versteckt hält, weil er seine Blume nicht wieder weiß bekommt. El'ahrairah verlangt derweil eine Richterschaft bestehend aus Tieren, denn er hält es nicht für gerechtfertigt, dass Prince Rainbow Kläger und Richter in einem ist. Prince Rainbow stimmt dem zu, er besteht jedoch auf eine Richterschaft bestehend aus elil, womit jedoch El'ahrairah sofort einverstanden ist zur Überraschung aller.
Die Nachricht spricht sich herum und es tauchen viele Tiere auf zum eigentlichen Prozess. Die Richterschaft besteht aus zwei Dachsen, zwei Füchsen, zwei Hermelinen, einer Eule und einer Katze. Als El'ahrairah gebracht wird, blicken ihm die elil gierig an, sodass alle anderen glauben, dass dieses Mal das Ende von El'ahrairah gekommen ist. Schließlich ruft Prince Rainbow Hufsa auf, welcher als Zeuge hervorkommt. Er gesteht sofort, dass El'ahrairah ihn angestiftet und verängstigt hat, sodass sie die Karotten stehlen. Ihm wäre nichts anderes übriggeblieben als mitzugehen und dabei zu helfen. Er weiß, dass die Karotten in einem Loch sind. Prince Rainbow meint, sie könnten später nachschauen und er fragt El'ahrairah, ob er irgendwelche Beweise hat die dagegen sprechen.
El'ahrairah beginnt damit, Fragen an den Zeugen zu stellen bezüglich der Reise diese gemacht haben sollen und fragt ihn was passiert ist als sie ihr Loch verlassen haben und in die Nacht gegangen sind, denn er kann sich nicht daran erinnern. Hufsa meint, sie wären auf einen Igel gestoßen, welcher zum Mond gesungen hat. Ungläubig fragt einer der Dachse nach und Hufsa sagt, sie würden das machen, um die Schnecken anzulocken. Noch dazu hätte er Rosenblätter auf seinen Stacheln gehabt und hätten mit seinen Pfoten gewunken. An der Stelle unterbricht ihn El'ahrairah und meint er müsse das nicht sagen. Zur Richterschaft meint er, Hufsa solle bemitleidet werden, denn er glaubt diese Dinge wirklich. Hufsa besteht aber auf der Wahrheit und zitiert wirklich den Unsinnsvers, den der Igel gesungen hat. El'ahrairah unterbricht ihn wieder und meint es wäre okay, sie könnten alle so tun, als hätte er wirklich einen singenden Igel gesehen und fragt was dann passiert ist.
Hufsa setzt seine Aussage fort und berichtet von dem schwimmenden Fasan. Als der Fuchs fragt, ob der Fasan verwundet sei, verneint das Hufsa. Laut ihm würde der Fasan das machen, damit seine Schwanzfedern länger werden. Auch das kann der Fuchs nicht glauben, besonders weil Hufsa noch eindringlich nachfragt, warum sie das nicht wissen. El'ahrairah spricht gelassen zu der Richterschaft und meint sie hätten es noch gut. Sie müssten sich den Unsinn nur jetzt anhören und nicht wie er die ganze Zeit. Dabei wäre er sehr verständnisvoll und geduldig gewesen, aber offensichtlich nur zu seinem eigenen Schaden.
Zuversichtlich fragt er Hufsa wieder, was sie angeblich noch erlebt hätten. Hufsa, welcher noch immer nicht El'ahrairahs Absicht erkannt hat, tappt wieder in die Falle und meint an die nächste Begebenheit müsse er sich doch erinnern. Dann berichtet er von dem Kaninchen mit der roten Blume, den grünen Ohren und der Zigarette in der Schnauze, welches in ein Brunnenloch gesprungen ist, weil es ein Bote Friths ist und so auf schnellstem Wege zu ihm gelangt. Darauf ist die Richterschaft erst still, dann meint der Hermelin, Kaninchen wäre alle verrückt. Sie würden alle möglichen Dinge erzählen, wenn sie in die Ecke gedrängt wären, doch dieses hier wäre das Schlimmste von allen. Das Hermelin selbst wird ungeduldig, weil es Hunger hat. Wir erfahren, dass El'ahrairah das vorausgesehen hat. Die elil hassen alle Kaninchen, jedoch dasjenige am meisten, welches sich zum größten Narren macht. Nur deshalb hat El'ahrairah einer Richterschaft aus elil zugestimmt, weil diese den Zeugen verachten und hassen würde, wenn der Unsinn redet. Eine Richterschaft aus Kaninchen wäre der Geschichte wohl näher auf den Grund gegangen.
El'ahrairah wiederholt dann die ganze Geschichte noch einmal in einem fragenden Ton an Hufsa, ob es wirklich so passiert ist und schließt mit den Karotten ab. Er fragt sarkastisch, ob diese lila mit grünen Punkten waren, was Hufsa auch nicht versteht und schließlich meint sie wären in einem Loch. Hufsa führt das ganze Gericht zu dem Loch, wo die Karotten natürlich nicht zu finden sind. El'ahrairah meint dazu er könne sie gar nicht versteckt haben, da er den ganzen Tag unter der Erde war und es beweisen kann. Er kann keine Karotten transportiert haben, wenn es denn überhaupt welche gegeben hat. Die Katze spricht sich schließlich für El'ahrairah aus (obwohl sie alle Kaninchen hasst), weil der Zeuge offensichtlich verrückt ist. Somit müsste der Gefangene befreit werden. Alle anderen Richter stimmen dem zu.
Prince Rainbow ist darüber sehr erbost und weist El'ahrairah an schnell zu verschwinden, ehe er ihn selbst verletzt. El'ahrairah stimmt dem zu, er will jedoch, dass Hufsa entfernt wird, damit er von seinen Narreteien nicht weiter belästigt wird. Prince Rainbow nimmt ihn mit und El'ahrairahs Volk hat erst einmal wieder Frieden, auch wenn sie bald Magenverstimmung haben vom vielen Karottenessen und Rabscuttle lange braucht bis seine Blume wieder weiß war.

Mir gefällt die Geschichte deshalb so gut, weil sie die Schlauheit und Listigkeit El'ahrairahs am schönsten demonstriert. Er sieht sich wieder in einer für ihn schlimmen Zwangslage. Ein Spion aus den eigenen Reihen, welcher sogar seine Herrschaft gefährdet und schafft es durch Tricks ihn zu beseitigen. Es gelingt ihm, weil er ähnlich wie Hazel mit anderen Tieren zusammenarbeitet, die keine Feinde der Kaninchen sind. Er bietet ihnen Futter und verlangt dafür einen kleinen, recht unsinnigen Nebendienst, der ihm jedoch zu Hilfe kommt. Natürlich würde El'ahrairahs List schnell zusammenfallen, wenn er nicht genau vorausgesehen hätte, dass Prince Rainbow einer Richterschaft von elil zustimmen würde und Hufsa recht naiv in seine Falle tappt. Für Hazels Gruppe ist jedoch die Geschichte von großer Bedeutung, denn sie werden bald mit einem Tier eng zusammenarbeiten, was für sie alle einen großen Vorteil mit sich bringt, sogar ihr Weiterleben sichert.

Watership Down Kapitel 21: "For El'Ahrairah to Cry"

Es folgt das meiner Meinung nach schlimmste Kapitel in Watership Down - für viele nur bekannt durch eine dreißigsekündige Sequenz im Film. So gesehen sind die einleitenden Zitate - das eine von dem russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski aus seinem berühmten Werk Die Brüder Karamasow und das andere von dem englisch-amerikanischen Schriftsteller W. H. Auden aus seinem Drama The Ascent of F6 - beziehen sich in der Hinsicht eher weniger inhaltlich auf das Kapitel, sondern sind eine Anklage und das Betrauern, welches entsetzliche Leid der Mensch im Laufe der Geschichte Tieren angetan hat. Das Dostojewski-Zitat unterstreicht das unschuldige Wesen der Tiere und das ohne erkennbaren Grund ihnen Leid zuzufügen von Gott nicht vorgesehen ist. Das Auden-Zitat fasst den ganzen Schrecken den die Menschen im Laufe ihrer Geschichte verbreitet haben, noch einmal sehr gut zusammen.

Den Titel des Kapitels haben wir bereits im Laufe der Geschichte gehört, von Fiver um die Kaninchen im Gehege der Schimmernden Drähte zu beschreiben. Dieser Ausdruck ist "For El'Ahrairah to Cry" bezeichnet somit eine wirklich schlimme Tragödie, welche die Kaninchen trifft. Beide Male stand dieser Ausdruck eng verbunden mit menschlichem Eingriff.
Holly beginnt seine Geschichte mit der Nacht als Hazels Gruppe aufgebrochen ist und die Verfolgung sehr schnell abgebrochen wurde, da der Threarah keine Kaninchen riskieren wollte. Jeder, der zurückkommt sollte festgenommen werden. Dennoch begannen einige über Fivers Worte nachzudenken. Für sie bedeutete es, Fiver hätte Männer mit Gewehren und Frettchen vorhergesehen, das Schlimmste was sie sich vorstellen konnten, sogar noch schlimmer als die Weiße Blindheit. Ein anderer Owsla-Offizier Willow meinte jedenfalls, es gäbe öfters solche Kaninchen wie Fiver, welche vorgaben solche hellseherischen Fähigkeiten zu haben, aber in Wirklichkeit nur Dinge erfinden würden und sich dann rausreden können. Meistens sind sie auch dafür bekannt, Unruhe zu stiften. Nur ganz selten würde es ein Kaninchen gäben, welches wirklich diese Gabe hat. Und Fiver ist zum Bedauern von Sandleford ein solches Kaninchen gewesen. Willow meinte jedoch weiter, das Verlassen eines Geheges und das Umherstreifen wäre unmöglich zu bewältigen. Der Threarah - also das Oberkaninchen - würde sehr häufig in Frage gestellt werden und vielleicht seine Anführerschaft verlieren. Selbst im besten Fall würden sie elil anlocken, welches die meisten Kaninchen tötet. Es würden mehr getötet werden als wenn sie einfach nur in ihrem Gehege sitzengeblieben wären, denn selbst wenn der Mensch mit Gewehren und Frettchen kommt, so sterben einige von ihnen und es geht weiter für den Rest.
Hier schaltet sich Fiver ein und gibt selbst zu, die Situation in der Hinsicht nicht überdacht zu haben und dem Threarah die Initiative zu überlassen. Verständlich, denn Fiver kann als eines der schwächsten Kaninchen des Geheges eine solche Entscheidung überhaupt nicht begreifen. Selbst für die Owsla ist sie schon zu groß. Mit Schrecken erinnert sich Fiver dabei an seine Visionen zurück und auch an die Nacht unter dem Eibenbaum. Es gäbe zuviele, schreckliche Dinge auf der Welt.
Holly nimmt wieder den Faden auf und meint das käme von den Menschen. Alle anderen Wesen machen nur das, was Frith von ihnen will und bewegt sie vorwärts. Sie brauchen Fressen. Die Menschen hingegen würden jedoch nicht aufgeben bis die ganze Erde zerstört und jedes Tier getötet ist. Eine sehr negative Beurteilung von Adams über die Menschheit, welcher ich jedoch in der Hinsicht absolut zustimmen kann. Dazu sollte auch gesagt werden, dass dieser Roman geschrieben wurde, als der Kalte Krieg noch im Gange war. Sicherlich hat diese kleine, friedliche Gegend in England nichts damit zu tun, doch ich kann mir vorstellen, dass ein solches Weltbild Adams beeinflusst hat. Noch dazu hat er die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erlebt und war selbst lange Zeit in einer Umweltbehörde tätig. Ich weiß nicht inwieweit in den 1970er die Naturlandschaft seiner Heimat von Bauplänen bedroht war, doch für den Einhalt dieser hat er an der Stelle ein eindrucksvolles Statement gesetzt. Darüber hinaus findet sich hier auch die Bestätigung, dass die Menschen nicht mit zu der Kaninchenmythologie gehören, also nicht von Frith geschaffen sind, sondern eine so fremdartige und unverständliche Bedrohung für die Kaninchen sind, sodass sie nicht einmal glauben, dass ihr eigener Gott an ihrer Erschaffung beteiligt ist.
Holly setzt seine Erzählung fort mit dem regnerischen Tag, welchen auch Hazels Gruppe erlebt hat, was Buckthorn kurz anmerkt. An dem Tag kamen Männer mit langen, schwarzen Hosen, welche die Kaninchenlöcher genauer betrachten und hier und da in eines hineinstochern mit ihren Schuhen. Interessant zu sehen ist, dass diese rauchen. Fast alle Menschen, die in Watership Down vorkommen, rauchen. Auch hier kann ich mir wieder vorstellen, dass Adams so einige Leute von Baubehörden kannte, die geraucht haben. Jedenfalls scheint er das Rauchen für eine schlechte Angewohnheit zu halten, denn es wird hier als ein Ausdruck der Bösartigkeit des Menschen gegenüber der Natur verwendet. Auch der Mensch im Gehege der Schimmernden Drähte hatte geraucht und überall Zigaretten hinterlassen. Natürlich erfüllt es noch einen anderen Zweck: Für Tiere wie Kaninchen, die sich sehr viel mit Gerüchen orientieren, ist der intensive und fremdartige Geruch von Rauch unwiederbringlich mit Menschen verbunden.
Holly merkt zwar, dass sie keine Frettchen und keine Gewehre dabei haben. Unwohl ist ihm dennoch. Ich weiß zwar nicht welcher Berufsgruppe diese Männer genau angehören, doch ich vermute es sind so eine Art Gutachter und gehören zur Schädlingsbekämpfung. Als er später wieder nach oben geht, hat sich eigentlich nichts groß geändert.
Am nächsten Tag entscheidet Holly dann allein, Kopfsalat zu stehlen. Wir erfahren von Bigwig, dass so etwas eigentlich normalerweise von drei Kaninchen der Owsla erledigt wird. Holly hat sich jedoch dagegen entschieden, unter anderem weil er in einem Garten stehlen wollte, welcher auch noch für ihn neu war. Diese Entscheidung hat ihm das Leben gerettet wie sich noch zeigt. Jedenfalls bemerkt er bei seiner Rückkehr ein hrududu und zahlreiche Männer sowie einen Jungen. Sie alle haben seltsame Maschinen dabei, die Holly nicht richtig beschreiben kann. Da ich nur die Beschreibung eines Kaninchen habe, war es schwierig herauszufinden, welche Maschinen die Männer genau benutzt haben. Es handelt sich natürlich um Giftmaschinen, doch mir ist (zum Glück) keine Maschine bekannt, welche dafür konstruiert wurde Giftgas in Kaninchenbaue zu leiten. Ich habe mich kundig gemacht und nur ein Modell gefunden, welches in Australien für die Kaninchenplage verwendet wurde: der Deckson Rabbit Fumigator. Vermutlich hatte Adams einen solchen vor Augen als er die Szene hier beschrieben hat und sie passen auch ungefähr auf das was Holly und Bluebell später beschreiben.
Ein kurzer Exkurs zur gesetzlichen Lage in England: Kaninchen stehen dort unter keinem besonderen Schutz. Im Gegenteil im Pests Act von 1954 wurde sogar festgelegt, dass Landbesitzer dazu verpflichtet sind Kaninchen zu töten oder zu vertreiben, wenn sie Schaden anrichten. Vergasen ist dabei erlaubt. Im hiesigen Fall wären die Kaninchen eher weniger Plage, sondern sie sind im Weg, weil neues Baugelände erschlossen wird. Es ist dennoch legal sie zu vergiften laut dem Pests Act.

Natürlich rennen die Kaninchen bei Ankunft der Menschen wieder unter die Erde, wie es ihre Instinkte verlangen. Holly beobachtet das Geschehen von dem Gehölz aus. Jedenfalls ist er überrascht wie langsam sie sind: sie rauchen noch und unterhalten sich. Dann fangen sie an die Löcher zuzuschaufeln was Holly nicht wirklich versteht. Wenn sie nämlich Frettchen verwenden, so wäre das kontraproduktiv, da die Frettchen zwar das Kaninchen in einem blockierten Lauf gefangenhalten, doch der Mensch es nicht rauskriegen würde. Hier schaltet sich Hazel ein, um Holly daran zu erinnern, die Geschichte nicht zu schlimm zu machen, denn Pipkin zittert schon furchtbar bei der Vorstellung des blockierten Laufes und dem Frettchen. Es gefällt mir wie hier Hazel sofort wieder um das Wohlbefinden seiner Schützlinge besorgt ist.
Holly jedenfalls meint, er hätte gerade erst angefangen mit den Schrecken und es wird wirklich schlimmer. Anschließend sieht er wie die Menschen Schläuche in die Baue hineinstecken und es ist ein zischendes Geräusch zu hören. Danach riecht die Luft schlimm. Holly bekommt eine Ladung ab und meint dann orientierungs- und besinnungslos gewesen zu sein, weshalb er fast zu den Männern gerannt wäre. Dann muss er eine wirklich schreckliche Szene mit ansehen. Scabious wird durch das Gift aufgeschreckt, rennt nach draußen und wird schließlich von dem Jungen mit dem Gewehr erschossen. Er ist jedoch nicht tot, sondern fängt an zu schreien und einer der Männer hebt ihn auf un schlägt ihn. Holly hofft, er musste nicht lange leiden, da das Gas ihn sowieso besinnungslos gemacht hat.
An der Stelle setzt dann auch Bluebell ein, denn er beschreibt die Schrecken welche das Gift in den Bauen ausgelöst hat. Es sind wirklich schreckliche Szenen, die sich da abspielen: allgemeine Unruhe; Weibchen, die ihre Jungen verteidigen wollen und jeden beißen, der ihnen zu nahekommt; Kaninchen, die fliehen wollen, jedoch von den blockierten Läufen aufgehalten werden; tote Kaninche, welche die Läufe blockieren; kämpfende Kaninchen, welche die Toten zerfetzen, um weiterzukommen. Bluebell jedenfalls hat riesiges Glück, denn er ist in einem Bau bei dem die Giftmaschine nicht funktioniert und kann so in einen Lauf fliehen, welcher kaum genutzt wird, aber raus aus dem Gehege und in den Wald führt. Er entgeht so dem schlimmsten Schrecken, den er nur zu hören bekommt: Hilferufe; das Schreien der Jungen; Owslas, die Befehle geben und das Geräusch von kämpfenden und streitenden Kaninchen. Einmal fällt sogar ein totes Kaninchen durch einen Lauf auf ihn herab und kratzt ihn. Er muss es selbst zerreißen, um voranzukommen. Schließlich findet er ein weiteres Kaninchen in dem Lauf, Pimpernel, welcher jedoch schon angeschlagener durch das Gift ist. Er treibt ihn jedoch an und befürchtet er würde sterben und damit den Lauf blockieren. Letztendlich erreichen sie aber doch den Wald und frische Luft.
Hier übernimmt wieder Holly und meint die Menschen hätten ihre Arbeit schlecht gemacht, weil sie die Löcher im Wald vergessen haben. Natürlich brauchen sie die gar nicht zu beachten, denn der Wald gehört nicht mit zu dem Baugelände, aber das kann Holly ja nicht wissen. Auf dem Feld entkommen auch einige aus den Löchern, sie werden jedoch meistens sofort erschossen. Einige laufen auch ihm vorbei, doch Holly wartet auf den Threarah. Dann muss er eine weitere grausame Szene mit ansehen: nachdem die Giftmaschinen entfernt werden, fängt der Junge an Kaninchen auf einen Stock aufzuspießen. Holly bricht jedoch gleich ab, da die Erinnerung für ihn zu schlimm wird. Anschließend berichtet er von dem Bagger, welcher das ganze Feld umgräbt und zerstört. Silver kann das nicht glauben, doch Holly schwört, dass es so gewesen ist. Der Bagger zerstört das ganze Feld, reißt Gras, Sträucher und alles heraus, sodass das Feld nicht mehr als solches erkennbar ist. 
Danach kehrt Holly in den Wald zurück, um weitere Kaninchen zu sammeln. Er findet schließlich Bluebell und Pimpernel sowie Toadflax (wir erinnern uns, das fiese Mitglied der Owsla aus den ersten Kapiteln). Letzteren fragt Holly nach dem Threarah, doch der kann ihm nicht vernünftig antworten. So ist der Threarah wohl gestorben. Noch am gleichen Morgen, als noch alles okay war, hat dieser noch mit einem anderen gescherzt und seine Stärke unter Beweis gestellt. Holly hofft nur, der Threarah ist friedlich und schnell gestorben.
Sowohl Pimpernel als auch Bluebell sind auch keine wirkliche Hilfe für Holly und so hat er nur einen Gedanken: Bigwig finden und ihm zu sagen, dass er selbst falsch lag. Die einzige klare Idee, die Holly noch geblieben ist. Etwas ziellos kommen sie zu dem Bach und folgen ihm in den größeren Wald, den auch Hazels Gruppe betreten hat. Hier stirbt zunächst Toadflax, wobei er den dreien noch einige denkwürdige Worte mit auf dem Weg gibt. Als Bluebell meinte, die Menschen hätten das getan, weil sie sie schon immer gehasst hätten, da sie ihre Ernte und in ihren Gärten stehlen, sagt Toadflax nur: "That wasn't why they destroyed the warren. It was just because we were in their way. They killed us to suit themselves." Und tatsächlich ist das auf beängstigende Art und Weise wahr. Es verdeutlicht auch eindrücklich wie erbarmungslos der Mensch mit der Natur umgeht, weil er über die technischen Möglichkeiten verfügt und alles Lebendige vernichtet, um es selbst besser zu haben. Wieder eine sehr pessimistische Grundeinstellung, die Adams hier verdeutlicht.
Natürlich habe ich mich jetzt auch kurz in die schlimme Sache des Vergasens von Kaninchen eingelesen: Verwendet werden als Gifte Cymag und Phostoxin. Sie scheinen hauptsächlich das Nervensystem der Kaninchen zu beeinflussen, denn alle Beteiligten sprechen hier davon stark benebelt und nicht mehr bei Sinnen gewesen zu sein. Das hier verwendete Gaspumpen wird auch als Methode empfohlen und es ist tatsächlich noch immer üblich so mit Kaninchen fertigzuwerden. Die hier beschriebene Szene wird natürlich zu gern von Lesern und Kritikern mit dem Holocaust verglichen, dem Vergasen von Millionen von Juden. Es gibt selbstverständlich sehr große Parallelen, doch ich glaube Adams wollte wirklich nur eine Kaninchengeschichte erzählen wie er es immer betont hat und das Vergasen von Kaninchen ist eine, wie wir gesehen haben, sehr gängige Praxis. Vergleiche mit dem Holocaust sind somit in meinen Augen übertrieben und auch ein Stück weit geschmacklos.

Dem Schrecken von Sandleford sind Holly, Bluebell und Pimpernel zwar entkommen, doch nun folgt noch eine lange Tortur für sie. Zunächst haben sie Probleme den Enborne zu überqueren, nachdem sie herausgefunden haben, dass Hazels Gruppe ihn überquert hat. Danach haben sie weitere Probleme, denn in dem Feld treffen sie auf dem Mann mit Gewehr und kommen schließlich durch die Heide, welche Hazels Gruppe solche Probleme bereitet hatte. Sie finden jedoch immer wieder Hintelassenschaften von Hazels Gruppe und gehen weiter. Pimpernel wird jedoch fiebrig und droht zu sterben. Schließlich finden sie einen hlessi, welcher ihnen den Weg zum Gehege der Schimmernden Drähte weist. Sie erreichen zwar die Gegend, sind jedoch so erschöpft, sodass sie sich in einem Graben zum Schlafen niederlegen. Holly versucht wachzubleiben, schafft es jedoch nicht. Am nächsten Morgen sind sie von Kaninchen umringt, unter ihnen ist auch Cowslip. Er kann ihren Geruch nicht wirklich einordnen und beschreiben, doch Fiver beruhigt ihn, denn sie wissen wie diese gewesen sind.
Jedenfalls fragt Cowslip danach wer sie seien und wo sie herkommen. Als Holly ihre Situation beschreibt und schließlich von Hazel, Fiver und Bigwig redet, gibt Cowslip sofort den Befehl zum Angriff. Offensichtlich hat Bigwigs Überleben dieser Scheinzufriedenheit in dem Gehege einen kräftigen Dämpfer verpasst, vielleicht noch dadurch ausgelöst, dass Strawberry mit ihnen mitgegangen ist. Cowslip fürchtet sich scheinbar davor, neue Kaninchen aufzunehmen, besonders welche die mit Hazels Gruppe in Verbindung stehen und gibt daher den Befehl zum Angriff. Sie alle wollen nichts mehr mit Kaninchen, die mit ihnen Verbindung stehen zu tun haben.
Die Kampfunerfahrenheit der anderen kommen jedoch dem geschwächten Bluebell und Holly zugute, sodass sie zwar verletzt werden - Holly am Ohr, jedoch trotz des Überraschungsangriff fliehen können. Pimpernel ist jedoch nicht so glücklich und wird von den Kaninchen getötet. Holly findet es bedauerlich, dass er nach allem was er durchmachen musste, am Ende von Kaninchen getötet wird. Er fragt, was sie dazu zu sagen und ausgerechnet Strawberry meint, es wäre eine Schande.
Holly jedoch stellt sich nach einiger Zeit dem Kampf und überwältigt Cowslip. Der jedoch rettet sein Leben, in dem er ihm sagt wo sich Hazels Gruppe befindet. Holly tut so, als würde er ihm nicht glauben und droht ihm umzubringen, doch Cowslip bleibt bei seiner Geschichte. Dann kratzt Holly ihn und zieht weiter. Vermutlich hat Fiver hier, als er Cowslip von den hohen Hügeln erzählt hat, Holly und Bluebell das Leben gerettet, denn sonst wären die beiden wohl kaum nach Watership Down gegangen. So gesehen hat auch der niederträchtige und feige Cowslip noch einen Nutzen für die Gruppe gehabt.
Danach haben sie die schlimmste Zeit überhaupt und nur Bluebells Witze halten Holly am Leben. Bluebell drückt es poetischer aus, er hat einen Witz über den Boden gerollt und sie sind ihm gefolgt. Holly jedenfalls hatte eine schlimme Verletzung am Ohr und gab sich die Schuld am Tod von Pimpernel, weil er eingeschlafen ist. Er kann nicht mehr einschlafen, da ihm schreckliche Träume heimsuchen und er verlor zusehends den Verstand. Nur noch die Idee Bigwig zu finden, trieb ihn voran. Als sie jedoch die Hügel erreichten waren sie eigentlich schon jenseits von Gut und Böse. Genau zur Eulenzeit haben sie sich über flaches, offenes Land begeben und gemerkt, dass wenn sie die Hügel erreichen noch lange nicht in Sicherheit sind. Holly ging sogar von der etwas närrischen Annahme aus, Bigwig würde auf sie warten. Dann erreichten sie die Hügel und sie waren größer als alles andere und es gab keine Deckung, keine Wäldchen, keine Kaninchen und Holly hat den Verstand vollends verloren. Er sah die Geister von Sandleford vor sich, rief nach Bigwig und wollte am Ende nur noch von elil gefressen werden. So dachte er auch im ersten Moment er sei tot, als er Bigwig vor sich sah. Er entschuldigt sich, weil er sie so erschrocken hat. Wenn er auch nicht das Schwarze Kaninchen von Inle war, so war er doch näher an ihm als jedes Kaninchen vor ihm.
Dann beendet er seine Geschichte mit der Bemerkung wie froh er und Bluebell doch sind wieder unter der Erde zu sein. In gewisser Weise entschuldigt er sich auch bei Bigwig dafür, dass er ihn damals verhaften wollte. Dies wäre ein anderes Kaninchen gewesen.

So endet Hollys Tortur, dessen Erlebnisse wesentlich traumatischer sind als die von Hazels Gruppe. Lange hat er Stärke gezeigt und zumindest zwei seiner Freunde geführt, doch am Ende hat er trotzdem den Verstand verloren. Es ist jedoch verständlich nachdem was er alles durchmachen und ansehen musste. Dass Holly und Bluebell Watership Down erreichen, ist in meinen Augen sogar noch erstaunlicher und bewundernswerter als Hazels Leistung, alle seine Mitstreiter ohne Verluste nach Watership Down gebracht zu haben. Die letzten Überlebenden von Sandleford Warren haben sich somit auf Watership Down wiedergetroffen und können nun ihren Weg fortsetzen. 

Sonntag, 11. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 20: A Honeycomb and a Mouse

Um Hollys Zustand zu beschreiben, verwendet Adams ein Zitat aus dem ältesten literarischen Epos, der uns bekannt ist: dem Gilgamesch-Epos. Eine Reihe von Schriftstücken aus dem babylonischen Raum, welcher über die Geschichten eines gewissen Königs Gilgamesch berichtet. Der Satz bezieht sich auf einen Jäger, welcher erschrocken ist und daher wird sein Gesicht vergleicht mit jemanden, der eine lange Reis unternommen hat. Es spiegelt sich in gewisser Weise in Holly doppelt wieder: er hat sowohl große Furcht als auch eine lange Reise hinter sich.

Wir erfahren zunächst Näheres über Holly, ein zuverlässiger, umsichtiger und vernünftiger Hauptmann der Owsla in Sandleford war, der geborene Vize. Aufgrund seines Pflichtbewusstseins und seines rationalen Wesens hätte er niemals davon überzeugt werden können mit Hazel und Fiver mitzugehen. So ist es für Hazel und Dandelion schon ein Schock ihn hier in einem solchen Zustand zu finden. Die Vergleiche mit dem Eichhörnchen im Untergrund und dem Bach, der aufwärts fließt, spiegeln dabei gut das Ungewöhnliche wieder, welches Hollys Erscheinen bedeutet. Hazel lässt sich jedoch von Neugier und dem Rätsel welches Hollys Ankunft ergibt nicht lange beeinflussen und ergreift sofort wieder die Initiative, da sie immer noch im Freien und somit vor Feinden nicht wirklich sicher sind: er schickt Dandelion um Bigwigzu holen und er soll Speedwell anweisen zurück zu den anderen zu gehen, um ihnen mitzuteilen, dass Holly gekommen ist, er jedoch keinen von ihnen braucht.
Dann fällt Hazel eine weitere Bewegung auf und es kommt ein weiteres Kaninchen hervor, welches ihm vage bekannt vorkommt. Dieses fragt, ob sie hier unter die Erde können und ob sie ihnen helfen können. Er fragt, warum er in die Hecke geflüchtet ist bei ihrer Ankunft und nicht bei Holly geblieben ist. Das Kaninchen antwortet, er habe gedacht sie seien elil und wollte auch Holly überreden mit ihm mitzukommen. Er selbst sah keinen Grund getötet zu werden, denn er kann kaum gegen eine Feldmaus kämpfen, so schwach ist er.
Gerade als Hazel ihn fragen will, ob er ihn kennt, kommen Bigwig und Dandelion. Bigwig nimmt sofort Kontakt mit Holly auf und erkennt den anderen als Bluebell. Er fragt wieviele noch von ihnen gekommen sind, doch Bluebell meint, sie seien die einzigen. Holly kommt kurz zu sich und erkennt sie alle wieder außer Dandelion. Hazel will, dass sie sofort unter die Erde gehen, da sie hier nicht sicher sind. Dann erzählt Bluebell plötzlich einen Witz ("Captain, do you know what the first blade of grass said to the second blade of grass?" "Look,there's a rabbit! We're in danger!"), was Hazel irritiert, doch Holly klärt ihn auf, dass es nur Bluebells Witze waren, die ihn überhaupt so weit gebracht haben.
Dann gehen sie los, wobei die lange Zeit, die sie brauchen, Hazel Sorgen bereitet und er treibt Holly und Bluebell schließlich doch an, sich zu beeilen. Bei den Dornenbäumen angekommen, wartet schon Pipkin auf sie. Hazel ist zunächst über Speedwell verärgert, doch Pipkin meint, er wäre aus eigener Initiative hergekommen, weil Hazel ihn auch am Flußufer nicht im Stich gelassen hat. Hier wird wieder Pipkins Loyalität sehr gut unterstrichen. Die anderen sind auch alle draußen und es ist dieses Mal Bigwig, der den Befehl erteilt, dass Holly und Bluebell Ruhe brauchen, weshalb nur Dandelion und Pipkin mit ihnen mitgehen sollen. Der Rest soll wieder schlafengehen. Bevor Bigwig jedoch geht, spricht er noch zu Hazel und sagt, er werde es nicht vergessen, dass Hazel für ihn nach draußen gegangen ist, als er die unheimliche Stimme gehört hat. Schließlich geht er selbst mit Speedwell, Silver und Buckthorn in einen Bau. Silver fragt was los ist. Es muss schlimm sein, da Holly niemals den Threarah verlassen würde. Hazel weiß das, er will den beiden jedoch bis morgen Zeit lassen, damit sie sich ausruhen können. Dann kümmert er sich wieder um die Wunde an Buckthorns Vorderlauf, welcher schon wesentlich besser geworden ist.

Am nächsten Morgen setzen sie ihre Grabungen in dem Buchenwäldchen fort. Hazel erkundigt sich bei Strawberry, wie der Große Bau in seinem alten Gehege gehalten hat. Strawberry erklärt es ihm, dass es der vertikale Verlauf der Wurzeln gewesen ist. In dem neuen Bau, den sie ausbauen wollen ist das nicht ganz so, doch Strawberry hat die Idee, die Wurzeln einfach zu einem Teil des Baus zu machen, was Hazel zunächst nicht versteht, da dann der Bau voller Wurzeln ist. Strawberry meint, diese würden niemanden behindern, denn jeder könnte trotzdem ein- und ausgehen und Geschichten hören. Ihr neuer Bau wird so fortgesetzt und als Honeycomb bezeichnet. Es ist schließlich Strawberrys Triumph, denn er leitet praktisch die Grabungsarbeiten und bald sieht auch Hazel was er mit den Wurzeln erreichen will. Interessant ist hier wie auch der bisher eher unnütze Strawberry seine Nützlichkeit unter Beweis stellt.
Später am Tag erschallt plötzlich ein Warnruf, wonach sich ein Habicht nähern würde. Es ist jedoch nur ein Turmfalke, welcher eigentlich nicht dafür bekannt ist, Kaninchen zu schnappen. Hazel und die anderen gehen jedoch trotzdem kein Risiko ein als er über ihnen lauert. Bigwig jedoch äußert, dass er zu gern gegen solche elil kämpfen würde. Es ist eine kleine Vorausschau auf einen Abschnitt, die noch kommen wird. Jedenfalls unterstreicht es wieder das impulsive und unüberlegte Auftreten von Bigwig.
Dabei nehmen sie eine Maus wahr, welche etwas verloren wirkt, weil sie ihr Loch nicht findet. Während Bigwig ziemlich kaltherzig bereits das Ende der Maus verkündet, entscheidet sich Hazel plötzlich ihr zu helfen. Wir erfahren dabei, dass es eine Art einfache Allgemeinsprache zwischen den Tieren gibt und so kann Hazel der Maus Anweisungen geben. Beide schaffen es gerade so sich im Lauf in Sicherheit zu begeben, denn der Turmfalke verfehlt sie nur um Haaresbreite. Silver ist so verblüfft von der Schnelligkeit und der Präzision des Angriffs des Turmfalkens, sodass er Bigwigs Idee so einen Vogel zu bekämpfen für absurd hält. Bigwig ist eher über Hazel überrascht. Dieser ist in seinen Augen eigentlich für keine Dummheiten bekannt und Bigwig kann sich nicht so recht erklären, was sie damit gewonnen haben, eine Maus zu retten. Hazel antwortet jedoch nicht, sondern gibt der Maus nur Anweisungen zu bleiben, da der Turmfalke vielleicht noch nicht weg ist.
Anschließend kommt Dandelion zu ihnen und berichtet von der Nacht mit Holly und Bluebell. Sie war furchtbar, denn Holly hat sehr oft geschrieen. Pipkin hat zu ihm geredet und Bluebell hat wieder Witze gemacht. Deshalb konnten sie beide nicht schlafen und waren am Morgen ziemlich geschafft. Jetzt sind jedoch sowohl Holly als auch Bluebell beim silflay. Dandelion soll sie von Holly aus fragen, wo sie heute Nacht sein werden. Bigwig will wissen, ob sie ihre Geschichte erzählen werden. Dandelion denkt, Holly wird es, weil es ihm danach vielleicht besser geht und sie keine so schlimme Nacht mehr durchmachen müssen. Hazel denkt, am besten wäre es hier, er will jedoch die anderen fragen. Dann erkundigt sich Dandelion nach der Maus. Hazel gibt zu, selbst nicht gewusst zu haben, was er eigentlich mit der Rettung der Maus erreichen wollte, aber er hat eine Idee. Dandelion soll jedenfalls die anderen fragen, was er ihm gesagt hat. Bigwig und Hazel werden derweil mit Holly reden.
Sie finden die beiden, als Holly gerade die ihm unbekannte Orchis untersucht. Darüber macht Bluebell wieder Witze. Holly ist der Meinung sie müssten noch viel über den Ort hier lernen. Hazel ist erfreut festzustellen, dass Holly in einem viel besseren Zustand ist. Holly fragt, wieviele sie sind und Hazel kann mit Stolz verkünden, dass alle überlebt haben, die das Gehege mit ihnen verlassen haben. Als Holly fragt, ob sie Verletzte haben, meint Hazel es seien einige. In dem Moment kommt Strawberry zu ihnen, den Holly und Bluebell natürlich noch nicht kennen. Strawberry hat die Wege des Geheges der Schimmernden Drähte noch nicht ganz verlernt und nähert sich ihnen tänzelnd, wie es auch die Kaninchen damals getan haben als Hazels Gruppe zu ihnen kam.
Er redet jedenfalls Hazel mit Hazel-rah an, was Holly sehr verblüfft. Strawberry verkündet, alle würden in dem neuen Bau übernachten wollen und Hollys Geschichte anhören. Hazel stellt Strawberry Holly vor und fragt ihn, ob er bereit dazu wäre. Für Holly wäre es kein Problem, doch er sagt es gleich, es wird eine schreckliche Geschichte sein, die das Herz jedes Kaninchen erkalten lässt. Er selbst wirkt sehr traurig, sodass sie in Schweigen auseinandergehen.
Holly sucht daraufhin Silver auf, welcher zusammen mit Fiver beim silflay ist. Holly erkundigt sich wie es Silver ergangen ist und Silver lobt Hazel und Fiver. Schließlich wird Hollys Aufmerksamkeit auf Fiver gelenkt und er fragt, ob er es war, der alles vorhergesehen hat und mit dem Threarah gesprochen hat. Fiver bejaht das. Holly wünscht sich, der Threarah hätte auf ihn gehört, doch er weiß auch, dass es jetzt nichts mehr zu ändern ist. Hier kommt Hollys rationale Seite zum Vorschein. Er hält sich nicht mit vergangenen Dingen auf, sondern bleibt auf die Gegenwart und Zukunft gerichtet. Von Silver möchte er, dass er allen klarmacht, dass er hier nichts verändern und umkrempeln will, sondern Hazel und Bigwig die Initiative überlässt. Das ist ein sehr feiner Zug von Holly, denn immerhin sind die drei nicht im Besten in Sandleford auseinandergegangen, doch die Ereignisse haben Hollys Weltbild zerstört und seine Meinung bezüglich Bigwig und Hazel geändert. Er erkennt Hazel sofort als Anführer an, da dieser in der Lage war eine ganze Gruppe größtenteils schwächerer Kaninchen über unbekanntes Gelände in Sicherheit zu führen. Es ist interessant wie Adams Holly in der Handlung platziert hat. Von einer Gefahr für die Gruppe wird er zum Anhänger dieser, weil er doch im Kern sehr positive Eigenschaften hat.
Bigwig kommt schließlich hinzu und bittet sie unter die Erde, damit sie seine Geschichte anhören können. Holly ist jedoch irritiert, er wollte die Geschichte draußen erzählen und fragt sich wie unterirdisch soviel Platz sein kann. Er ist überrascht als er die Honeycomb sieht und fragt, was die Decke aufrecht erhält. Bluebell gibt daraufhin eine lustige Antwort: "It doesn't need to be kept up. It's right up the hill already." Bluebell gefällt mir, denn er bringt in die ganze Gruppe Humor mit hinein, der bisher doch ziemlich stark gefehlt hat. Schließlich sichert er aber doch Holly zu ruhig sein, damit er seine Geschichte erzählen kann.
Bevor sie jedoch beginnen kommt noch einmal die Maus und möchte sich bei Hazel bedanken. Eines Tages wird sie sich für die Hilfe revanchieren. Bigwig reagiert darauf mit Spott und meint, er könne ja die Brüder und Schwester der Maus bitten, den Bau weiter auszugraben. Natürlich wird die Maus noch eine große Hilfe für Hazel und seine Gruppe sein, jedoch wieder in einer Art und Weise, die man so nicht erwartet hätte. Es lässt sich schon jetzt sagen, Hazels Hilfsbereitschaft nicht nur gegenüber seiner eigenen Gruppen, sondern sogar gegenüber anderen Tierarten soll nicht sinnlos gewesen sein.





Donnerstag, 8. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 19: Fear in The Dark

Das Eingangszitat ist aus Thomas Hardys Gedicht Who in the Next Room? Hardy war ein englischer Schriftsteller, der im 19./Anfang 20. Jahrhundert lebte und zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Gedichte verfasste. Der hier zitierte Vers ist der letzte des Gedichtes. Es geht um eine unheimliche Begegnung mit einem Besucher nebenan, welchen der Protagonist kaum wahrnehmen kann und von dem er dennoch spürt, dass er ihn aufsuchen will und eine Nachricht für ihn hat. Vermutlich ist der Besucher nur eine Metapher für den Tod. Auf das Kapitel bezogen denken die Kaninchen nämlich auch, dass es sich bei der unheimlichen, unnatürlichen Stimme, die sie hören, um das Schwarze Kaninchen von Inle handelt, der Todesbote unter den Kaninchen.

Der Anfang beginnt jedoch gelassener. Die Kaninchen haben die Löcher besetzt, auch wenn sie unbequem sind, da der Untergrund zum größten Teil aus Kreidefelsen besteht. Näher aufgeklärt werden wir dabei über den Begriff hlessil, welcher Kaninchen bezeichnet, die allein umherstreifen und oberirdisch im Freien leben. So ähnlich trifft das auch auf Hazels Gruppe zu.
Hier ist mir auch ein übler Fehler aufgefallen. Bisher habe ich die ursprüngliche Anzahl der Kaninchen immer mit zehn angegeben, es waren jedoch elf, mit Strawberry jetzt zwölf. Zumindest können sie jeweils zu viert die Baue besetzen. Hazel, der sich ein Bau mit Fiver, Pipkin und Buckthorn teilt, kümmert sich um Buckthorns verletztes Bein. Die Wunder ist zum Glück nicht infiziert, was bei Ratten häufiger vorkommt und auch den Kaninchen bekannt ist. Hazel ist zwar besorgt, dass Buckthorn der dritte von ihnen ist, der sich schwerer verletzt hat, doch er weiß auch, es hätte wesentlich schlimmer kommen können.
Der alltägliche Lärm von motorisierten Fahrzeugen und anderen menschlichen Aktivitäten, der sonst die Landschaft Englands heimsucht, gelangt kaum bis zu Watership Down, sodass die Kaninchen in Ruhe schlafen können. Hazel erwacht schließlich und verlässt den Bau. Zum ersten Mal seit langem fühlt er sich sicher. Tatsächlich ist er der Ansicht dieser Ort ist der richtige für sie, wie Fiver es vorhergesehen hat. Es kommen jedoch noch eine Menge Probleme auf sie zu und um diese zu lösen, müssten sie zuerst wissen warum die Kaninchen vor ihnen nicht mehr hier sind. Hazel vermutet, dass sie entweder gestorben oder weggezogen sind. Aufgrund des schlechten Bodens in den Bauen wären beide Optionen möglich. Sie sind letztendlich weitergezogen, weil der Kreideuntergrund doch zu schlecht war oder sie sind während eines harten Winters gestorben.
Hazel trifft auf Blackberry, welcher aus seinem Bau kommt und sie finden zusammen die für sie unbekannte blaue Kreuzblume, deren Blätter ungenießbar sind. Blackberry weiß, dass sie mehr über die neuen Pflanzen und die neuen Gerüche lernen müssen, Sie brauchen neue Ideen, ähnlich wie El-ahrairah. Hazel weist Blackberry daraufhin, dass er derjenige ist mit den Ideen. Hazel ist jedoch dafür zuständig voranzugehen und Risiken auf sich zunehmen. Auch Blackberry ist sich bewusst, dass dieser Ort für sie geeignet ist: nichts kann sich ihnen nähern ohne das sie es vorher bemerken. Er stellt jedoch ein Problem fest: Sie können nur alles bemerken, wenn sie nicht ständig im Offenen schlafen. Denn Hazel denkt die meisten werden im Offenen schlafen, da Rammler normalerweise nicht dafür zuständig sind zu graben. Das ist Aufgabe der Weibchen. Darüber hat Blackberry jedoch auch nachgedacht: Wenn er eines von Cowslip und den anderen Kaninchen gelernt hat, dann, dass es für sie auch von Vorteil wäre am gewöhnlichen Leben der Kaninchen etwas zu ändern. So gibt es keinen vernünftigen Grund, warum Rammler nicht graben sollten, besonders wenn die Vorstellung eines gemütlichen Geheges besteht.
Hazel fragt ihn, ob er die bestehenden Löcher erweitern will, doch Blackberry ist dagegen, denn der kreidige Untergrund ist zu schlecht zum Graben und wäre zu kalt im Winter. Er hat ein Auge auf das kleine Buchenwäldchen geworfen, welche sich an der Südostseite von Watership Down befinden. Die Wurzel dort haben das Erdreich gelockert, sodass es leicht für sie wäre zu Graben. Das Problem wäre nur Bigwig und die anderen zu überzeugen, denn sonst ist der Ort leer und trostlos.
Hazel fragt sich, ob sie überhaupt ein Gehege brauchen, denn Löcher graben eigentlich nur Weibchen für ihre Jungen. Blackberry ist sich jedoch sicher, da sie ihr ganzes Leben in einem Gehege verbracht haben. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass noch nie einer von ihnen gegraben oder dabei geholfen hat, da ihr Gehege lange vor ihnen ausgehoben war. Wollen sie jedoch hier überleben so müssen sie lernen zu Graben. In dem Moment bemerkt Blackberry Bigwig und meint Hazel solle soviele wie möglich von der Idee erzählen. 
Hazel erzählt es jedoch zunächst bloß Fiver und wendet einen cleveren Trick an. Er führt Silver und Bigwig und schließlich alle zu der Gruppe von Buchen. Sie sind überrascht von den Buchen und der Art wie sie ihre Blätter bewegen, da sie das bisher noch nicht kennen und wie still es ist. Schließlich ergreift Fiver die Initiative als er in der Nähe von Bigwig ist und meint es wäre eine gute Idee hier zu graben und fängt sofort an. Die anderen sind zunächst überrascht, dann entscheidet sich Pipkin mitzuhelfen und schließlich noch zwei, drei andere. Es ist wieder ein Beweis wie geschickt Hazel eine Idee von Blackberry den anderen verkauft und sie dazu bringt etwas Unübliches zu machen. Die beiden schwächsten Kaninchen beginnen mit graben, was einige der andere soweit beschämt, sodass sie auch mitmachen. Bis Mittag haben sie schon einiges geschafft.
Es gibt jedoch auch Probleme: Viele Turmfalken leben in diesem Wäldchen und auch wenn sie eigentlich keine Kaninchen fangen, so ist es nicht auszuschließen, dass sie sich ein kleines Kaninchen schnappen oder eines, welches lange unter ihnen verharrt. Buckthorn hält Wache und löst noch einige Male im Laufe des Tages wegen Turmfalken Alarm aus. Dann gegen Abend werden sie auch noch durch einen Reiter verunsichert. Hazel entscheidet, sie hätten für einen Tag genug getan. Er will zum Fuß des Hügels, weil dort das Gras besser ist.
Hier erleben wir also den Beginn des eigentlichen Geheges unter den Wurzen von Buchen. Das ikonische Bild von Watership Down welches durch den Film geprägt wurde, ist die eines hohen Hügels mit einer einsamen Buche, wo die Kaninchen ihr Gehege haben. Auf dem eigentlichen Watership Down ist diese Buche nicht zu sehen, dafür aber das Buchenwäldchen. Es ist mir unklar, ob die Filmemacher die Buche gewählt haben, um Watership Down ein signifikantes Merkmal zu geben oder ob 1978 wirklich eine große, einsame Buche an dieser Stelle stand. Zumindest im Buch ist eine Gruppe von Buchen und keine einzelne. Dennoch wird auch bei mir Watership Down in der Vorstellung immer ein hoher Hügel mit einer einsamen Buche bleiben.

Bigwig, Dandelion und Speedwell schließen sich Hazel an. Hazel findet auch sofort einen Unterschlupf, sollte Gefahr drohen: einen kleinen Graben, welcher von Blumen überwachsen ist. Bigwig ist jedenfalls zufrieden mit ihrem Tageswerk und das sie seit dem Verlassen von Sandleford ständig neue Tricks lernen. Spaßig meint er, heute ist es Graben, morgen Fliegen. Auch die Erde ist hier anders als in ihrem alten Gehege. Das bringt Hazel auf eine Idee: er möchte von dem Gehege der Schimmernden Drähte den Großen Bau übernehmen. Die Vorstellung gefällt ihm, einen solchen großen Bau zu haben, wo sich alle versammeln und Geschichten erzählen können. Bigwig kennt sich damit jedoch aus und weiß, wenn ein Bau zu groß ist, stürzt er zusammen, wenn er von nichts gehalten wird. Der Große Bau in dem anderen Gehege wurde von Baumwurzeln gehalten. Diese wären hier auch, doch Bigwig weiß nicht, ob es die richtigen sind. Hazel würde Strawberry fragen, auch wenn es womöglich nicht viel hilft, da Strawberry womöglich noch nicht einmal geboren war, als der Große Bau angelegt wurde. Bigwig kann sich eine Stichelei nicht verkneifen und meint, er würde aber vermutlich noch leben, wenn er einstürzt.
So schrecklich die Erfahrung für alle in dem Gehege der Schimmernden Drähte auch war, Hazel ist dennoch der Ansicht die positiven Aspekte dieses Geheges zu übernehmen wie den Großen Bau. Nur so werden sie überleben können: wenn sie neue Ideen annehmen ohne jedoch die alten zu vergessen und den Weg von El-ahrairah.
Es wird dunkler und gerade als sie hochgehen wollen, hören sie aus dem Feld ein Stampfen. Gleich darauf kehren Speedwell und Dandelion zu ihnen zurück. Sie haben etwas Seltsames gehört, ein Tier, welches viel Lärm gemacht hat, jedoch nicht durch Geruch zu erkennen war. Es scheint so groß zu sein wie ein Kaninchen und bewegt sich auch versteckt. Hazel fragt, ob es ein Fuchs ist. Das verneint jedoch Bigwig, da sie einen Fuchs schon längst gerochen hätten. Sie entscheiden sich auf seinen Rat zunächst in dem Graben zu verweilen, aber zu flüchten, sobald das Tier näher kommt.
Es vergeht einige Zeit und es wird dunkel. Hazel entscheidet sich, dass sie hier auch schlafen könnten, als Dandelion ihn auf das Geräusch aufmerksam macht und dann hört es auch Hazel. Es ist ein Klageschrei, welcher jedoch wie kein Jagdschrei oder irgendein Geräusch klingt welches ein Tier von sich gibt. Hazel bekommt Angst, weil es so unnatürlich klingt. Speedwell fragt, ob es eine Katze sei, doch Bigwig sagt es sei keine. Er hat einen viel schlimmeren Verdacht: ein Wesen von welchem einem die Mütter erzählt haben: das Schwarze Kaninchen von Inle. Hazel stoppt Bigwig weiter darüber zu reden und er selbst zittert. Das Schwarze Kaninchen löst große Furcht aus bei den Kaninchen und wir werden auch bald erfahren warum.
Die Stimme jedenfalls klingt näher und sie können Lapine-Worte heraushören: Zorn! Zorn!, was soviel bedeutet wie schlimme Zerstörung. Sie alle sind nervös, sodass Hazel Dandelion zurechtweisen muss und schließlich spricht das Wesen Bigwigs Namen aus. Das versetzt alle in äußerste Panik und Bigwig weiß, dass er gehen muss. Denn wenn das Schwarze Kaninchen ruft, muss man gehen. Hazel ist nahezu außer sich vor Furcht und kann ähnlich wie an der Flussbank nicht klar denken. Er kann sich nicht erklären welches Wesen in dieser Gegend Bigwigs Namen weiß. Hazel ergreift dennoch die Initiative und das wieder um seinen Freund zu schützen. Er weiß, dass er Bigwig nicht alleine gehen lassen darf und hält ihn zurück. Mutig geht Hazel selbst hinaus, lässt Bigwig zurück und ruft nach dem fremden Kaninchen. Schließlich kann er das Kaninchen lokalisieren, als es wieder aufschreit. Zusammen mit Dandelion erreicht er es. Es ist Hauptmann Holly aus Sandleford und er befindet sich in einem Zustand der letzten Erschöpfung, ist verletzt, ausgemergelt und dem Tode nahe. Seine Worte und sein Erscheinen sind schließlich der traurige Beweis, dass Fiver Recht hatte.

Montag, 5. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 18: Watership Down

Der neue Abschnitt ist nach dem Titel des Buches benannt, genau wie das aktuelle Kapitel. Eingeleitet wird es mit einem Einzeiler aus der Ideenschrift The Marriage of Heaven and Hell von dem englischen Dichter William Blake. Blake lebte im 18/19. Jahrhundert und gilt als ein wichtiger Vertreter der Romantik. Das hier zitierte Werk spiegelt Blakes eigene Ansichten einer manichäistischen Weltanschauung wieder, wonach Gut und Böse eng zusammengehören.
Der Satz bezieht sich in dem Kapitel auf das Erreichen von Watership Down und einer sicheren Heimat für die Kaninchen. Was Fiver einst nur erahnt hatte, ist jetzt Wirklichkeit geworden.

Die Handlung setzt direkt mit einer wunderschönen Beschreibung des abendlichen Watership Downs ein. Adams hat das einige Male gesehen und versucht hier diesen Anblick dem Leser zu vermitteln, was ihm meiner Meinung nach sehr gut gelingt. Natürlich ist es trotzdem noch etwas anderes, diesen Hügel in natura zu sehen. Mit Sicherheit gehörte Watership Down zu einem der schönsten Sehenswürdigkeiten und Landschaftspunkte seiner Kindheit, sodass es kaum verwundert, dass dies der Ort ist, wo die beschwerliche Reise der Kaninchen erst einmal Ende nimmt und sie eine sichere Zuflucht finden.
Die Kaninchen haben bereits den Fuß von Watership Down erreicht und sind noch immer alle am Leben. Den letzten Tag ihrer Wanderung bekommen wir nur im Rückblick erzählt. So haben sie in einer Scheune in der Nähe von Ecchinswell geschlafen und wurden dort von Ratten angegriffen. Bigwig, Buckthorn und Silver konnten sich ihrer erwehren, während Hazel die Gruppe in Sicherheit geführt hat. Buckthorn wurde jedoch übel gebissen.
Später erreichten sie einen kleinen See, wo sie schließlich von ein paar Enten verschreckt wurden und sind dann über offenes Grasland gelaufen, ständig mit der Angst angegriffen zu werden. Ein Strommast hat sie schließlich zunächst irritiert, doch nach Fivers Zusicherung, dass es sicher ist, sind sie weitergelaufen, bis sie schließlich ihren jetzigen Standort erreicht haben.

Allgemein hat das Erlebnis in dem Gehege der Schimmernden Drähte sie zusammengeschweißt. Sie arbeiten jetzt zusammen, schätzen sich gegenseitig und wissen um die Stärke des anderen. Es gibt kein Kämpfen mehr und kein Streiten, denn nur wenn sie zusammenhalten können sie überleben. Das wollen sie auf keinen Fall aufgeben. Sie sind sich alle bewusst, wie schrecklich es für sie gewesen wäre, wenn Bigwig gestorben wäre. Ohne die Hilfe der anderen - hier werden Hazel, Buckthorn, Blackberry und Pipkin genannt - wäre Bigwig gestorben. Und auch er selbst hat nur überlebt, weil sein Überlebenswillen so stark gewesen ist.
Jeder erkennt jetzt Bigwigs Stärke an, Fivers Visionen und Vorausahnungen, Blackberrys Klugheit und Hazels Autorität. Als die Ratten angriffen, haben Buckthorn und Silver sofort auf Bigwig gehört. Hazel hat den Rest fortgeführt, ohne hinterfragt zu werden. Auf seinen Befehl hin, haben sie auch das offene Grasland überquert und als Fiver gemeint hat, unter den Strommast durchzugehen wäre sicher, haben sie auf ihn gehört. Kurz gesagt, sie sind jetzt erst eine Gruppe geworden, wo jeder einzelne anerkannt ist und respektiert wird, die Stärken eines jeden geschätzt und die Schwächen nicht weiter beachtet werden. Um dorthin zu gelangen musste der stärkste ihrer Gruppe fast sterben. So lange hat es für sie gedauert.
Schlechter läuft es hingegen für Strawberry. Ihm ist noch immer elend wegen Nildro-hain und er schämt sich für die Rolle, welche er in dem Gehege eingenommen hat. Er ist das gute Futter und den Müßiggang noch zu sehr gewohnt und erscheint daher eher als Last für die Gruppe. Doch er ist entschlossen zu zeigen was er kann und will nicht zurückgelassen werden. Im Waldland hat er bereits schon seine Nützlichkeit unter Beweis gestellt, weil er sich dort besser auskennt als alle anderen. Hazel meint zu Bigwig, Strawberry wird sich schon gut machen und Bigwig akzeptiert Hazels Urteil, auch wenn er selbst noch leichte Bedenken hat wegen der Rolle, die dieser im Gehege der Schimmernden Drähte gespielt hat.
Bigwig ist seit dem Erlebnis mit der Schlinge etwas schwächer geworden und auch überreizt. So hat er als erster die Ratten in der Scheune gewittert, weil er nicht schlafen konnte. Und auch das Kämpfen hat er dann mehr Buckthorn und Silver überlassen. Zum ersten Mal in seinem Leben ist Bigwig ruhiger und vernünftiger.

Am Fuße des Downs ist Hazel am Überlegen, was sie jetzt machen sollen. Er beratschlägt sich mit Fiver und Acorn. Er fragt noch einmal Fiver, ob er sich wirklich sicher ist, dass sie alle den Hügel erklimmen müssen. Fiver bestätigt das. Hazel äußert seine Bedenken, es wäre sehr kalt und windig da oben. Fiver meint jedoch nicht am Boden und die Erde dürfte weich genug sein, sodass sie einige Kratzer graben könnten. Hazel bekräftigt Fiver, nicht an ihm zu zweifeln, er weiß jedoch nicht so richtig wie sie starten sollen. Hierzubleiben wäre gefährlich, denn sie können nicht in den Untergrund gehen. Auf dem Hügel wäre es aber womöglich noch gefährlicher. Acorn wirft ein, dass sie Löcher graben müssten und die wenigen Bäume auf dem Hügel würden sie alle womöglich kaum vor elil schützen. Fiver meint dazu nur, es wäre jetzt so wie es zu jeder anderen Zeit wäre zu der sie gekommen wären. Acorn sagt daraufhin, er ist nicht dagegen. Nur sie brauchen Löchern, denn sonst wäre es ein schlechter Ort für sie.
Hazel entscheidet schließlich bevor jeder hochgeht, die Gegend selbst zu inspizieren. Fiver will jedoch nicht, dass er alleingeht. Am End will zwar jeder mit, doch Hazel entscheidet sich für die beiden Kaninchen, die am wenigsten müde sind: Hawkbit und Dandelion.
Bei dem Aufstieg der Kaninchen erklärt uns der Wissenschaftler den Unterschied zwischen dem Begehen eines Hügels durch einen Mensch und durch ein Kaninchen. Aufgrund seiner Maße hat der Mensch das Problem kaum Geschwindigkeit beim Aufstieg eines Berges zu bekommen; er muss sich also ziemlich anstrengen. Das Kaninchen, könnte aufgrund seines horizontalen Körperbaus blitzschnell einen Hügel erklimmen und hätte eher Probleme hangabwärts sich schnell fortzubewegen. Der Vorteil des Menschen ist jedoch, dass er immer jede Richtung einsehen kann, was dem Kaninchen verwehrt ist. Größtes Problem der Kaninchen ist jedoch ihre Angst.
Hazels Gruppe ist aufgrund der ganzen Reise in einem solchen Zustand der Furcht. Sie haben keine Löcher in der Nähe, wo sie sich verstecken können, weshalb Kaninchen schnell tharn sein können, ein Zustand wo sie vor Angst so paralysiert, sodass ein Raubtier sie nur noch schnappen muss. Alle befinden sich in einem nervösen Zustand. Sie wissen, dass Bigwig und Buckthorn nach Blut riechen.
Es stört daher Hazel, Hawkbit und Dandelion eher, dass sie das Gelände nicht einsehen können. Sie erreichen eine Anhöhe nach der anderen und können trotzdem nichts erkennen. Hazel befürchtet hier ein Wiesel oder eine Schneeeule, ein Raubtier welches nach Beute sucht und nicht auf sie wartet.
Schließlich bemerkt er die Wolken und da Kaninchen eigentlich nicht in den Himmel schauen, betet er zu Frith und fragt sich, ob er sie durch Fiver angeleitet hat in den Wolken zu wohnen. Und wenn er zu Fiver richtig gesprochen hat, so solle er ihm helfen ihm zu trauen. Dann bemerkt er Dandelion, welcher auf einem Ameisenhügel sitzt und sich umschaut. Er ist entsetzt, weil sich Dandelion so offenbart und frag ihn warum er das macht. Dandelion ist hin un weg vor Freude: "You can see the whole world!" Hazel findet selbst einen Ameisenhügel und schaut sich um. Sie haben die Spitze von Watership Down erreicht und er kann tatsächlich die ganze Gegend sehen und zwar in einer Weise, sodass sie jeden Feind rechtzeitig bemerken ehe er kommt.
Erst jetzt bemerken sie wie schön es hier oben ist und genießen die Ruhe und Einsamkeit, nehmen den fremden Geruch der neuen Gegend war. Dandelion bedankt sich bei Frith dafür, dass er diesen Ort geschaffen hat. Hazel denkt jedoch an erster Linie an Fiver, welcher diesen Ort in seinen Visionen gesehen hat. Aus Spaß nennt er ihn sogar Fiver-rah. Es ist hier eine große Anerkennung von Hazel für Fiver, dem er auf ihrer Reise zwar fast immer vertraut, aber nur selten geglaubt hat. Jetzt sieht er vor sich, welchen Ort sie dank Fiver erreicht haben.
Dandelion fragt sich wo Hawkbit ist. Er ist trotz des offenen Geländes nirgendwo zu sehen. Sie bemerken nur eine Feldmaus, aber sonst nichts. Laut Dandelion ist er wohl wieder nach unten gegangen und Hazel ist der Meinung sie können nicht nach ihm suchen, da die anderen auf sie warten. In dem Moment spielt Hazel mit dem Gedanken eines seiner Gruppenmitglieder aufzugeben, damit die ganze Gruppe überleben kann. Für die beiden Kaninchen ist es leicht sich vorzustellen, dass Hawkbit von elil gefasst wurde, da er nicht mehr da ist. Der Tod ist bekanntermaßen ein ständiger Begleiter der Kaninchen. Dandelion bedauert es schon, denn sie haben alle Gefahren bis hierhin überlebt und jetzt stirbt ausgerechnet jemand aus ihrer Gruppe, als sie Fivers Hügel erreicht haben.
Hawkbit ist jedoch nicht wirklich von elil gefasst wurden, sondern hat bei einer nahen Gruppe von Holunderbäumen Kaninchenlöcher gefunden. Sie sind verlassen, riechen jedoch nicht nach Krankheit oder Tod. Es sind drei Läufe und alle sind in Ordnung. Hazel schickt Dandelion mit dieser Nachricht nach unten, sodass er alle holen kann.
In dem Moment hat auch Hawkbit seine Wichtigkeit für die Gruppe unter Beweis gestellt, denn er als eines der gewöhnlichen Kaninchen hat eine wichtige Entdeckung für sie gemacht aufgrund derer sie ihre erste Nacht auf Watership Down auch überleben werden.

In dem Kapitel haben die Kaninchen also endlich ihr Ziel erreicht und eine neue Heimat gefunden. Es geschieht verhältnismäßig früh in dem Buch und würde Watership Down nur davon erzählen, so wäre es zumindest eine nette Kurzgeschichte, jedoch vermutlich nicht der Welterfolg geworden. Im restlichen Teil müssen sie mit dem Problem fertigwerden, keine Weibchen mitgenommen zu haben, sodass das Weiterbestehen ihrer Gruppe und des neuen Geheges gefährdet ist. Es kommen noch einige Abenteuer auf Hazels Gruppe zu.




Freitag, 2. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 17: The Shining Wire

Passend zu einem der düstersten Kapitel in Watership Down, beginnt auch Adams mit einem sehr düsteren Zitat. Es ist aus dem Gedicht The Witnesses von W. H. Auden, einem amerikanischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Das Gedicht selbst deutet auf die totale Überwachung durch zwei Männer hin. Die hier zitierte Passage zeigt, was sich hinter einer schönen, grünen Landschaft wirklich verbirgt: Etwas sehr Ungemütliches und plötzlich tauchen auch Männer mit Gewehren auf (die wahrscheinlichste Deutung von "the bolt is sliding in its groove"), ein schwarzer Van, eine Frau mit dunklen Gläsern, bucklige Chirurgen und der Scherenmann. Wahrscheinlich sind es alles Metaphern für den Tod. So wird es wohl auch Adams interpretiert haben, denn hinter dem Gehege mit den wohlgenährten Kaninchen, wo es keine Feinde und immer schönes Futter gibt, verbirgt sich der Tod.

Was Schreckliches passieren wird, deutet sich bereits in Hazels schrecklichem Traum an, welchen er nur bekommt, weil Fiver wieder geht. Er träumt davon zusammen mit Cowslip die harten Eibenbeeren einzusammeln, welche sie in den Bau bringen sollen, wo sie verzehrt werden. Fiver ruft noch, er solle es nicht tun, doch dann taucht schon Bigwig auf, dessen Mund ganz rot ist von den Beeren und er meint er hätte einen neuen Weg gefunden, Hazel solle nur fragen wohin. Dann spuckt Bigwig sie aus, weil er meint sie wären zu hart (wie Draht) und zu kalt, um sie zu beißen.
Die Metaphorik ist im Angesicht der kommenden Ereignisse brillant und vermutlich hätte Fiver oder Blackberry verstanden, was passieren wird. Bekanntermaßen sind die Früchte der Eibe giftig und ich denke wenn sie für Menschen schon giftig sind, dann auch für Kaninchen. Bigwigs roter Mund und seine Aussage er hätte einen neuen Weg gefunden ist nichts weiter als eine Metapher für seinen Tod. Tatsächlich wird die Eibe im europäischen Raum häufig mit Tod assoziiert.
Hazel erwacht aus seinem Alptraum und zittert. Ihm fehlt die Wärme der anderen Kaninchen, was daran liegt, dass Fiver fort ist. So ergeht es auch Bigwig, welcher auch im Schlaf auf der Suche nach einem Kaninchen ist und daher zittert. Sofort weckt Hazel Bigwig und meint Fiver wäre weg. Bigwig fragt, wo er hingegangen ist und Hazel antwortet darauf. In gewisser Weise ist das sehr wichtig, denn wir wissen wie mit "Where"-Fragen in diesem Gehege umgegangen wird. Doch Hazel und auch Bigwig scheinen noch nicht vollständig in dem Nebel eingetaucht zu sein, wie es Fiver im letzten Kapitel prophezeit hat. Natürlich kann Fiver nur draußen sein, denn er hasst das Gehege. Er ist also draußen und Hazel ist dazu entschlossen ihn zu finden, denn womöglich könne er doch auf elil treffen, egal was Strawberry gesagt hat. Bigwig ist bereit Fiver diesmal eine Lektion zu erteilen durch Gewalt und Hazel würde ihm sogar dabei helfen. Es ist interessant und traurig zu sehen wie sehr sich Hazel gewandelt hat und sogar bereit wäre Fiver physische Gewalt durch Bigwig anzutun, obwohl er zu Beginn der Reise noch versprochen hat, dass die Schwachen unter ihm nicht zu leiden haben. Das zeigt auch auf sehr alarmierende Art und Weise wie sehr Hazel schon von seinem ursprünglichen Vorhaben und Ideen in diesem Gehege abgekommen ist.
Beide haben jedoch ihre alten Instinkte noch nicht ganz verloren, denn auch Bigwig entscheidet sich dafür erst einmal nach Feinden Ausschau zu halten ehe sie rausgehen, egal was die anderen Kaninchen dazu sagen würden. Tatsächlich ist eine Eule draußen, welche jedoch wieder verschwindet, weil sie zweimal heult. Bigwig hält das jedoch für eine Täuschung und meint viele Feldmäuse würden darauf reinfallen, doch Hazel hat keine Zeit mehr und so beginnen sie nach Fiver zu suchen. Er ist nicht unter dem Eibenbaum, da es jedoch frisch geregnet hat, können sie seiner Spur einfach folgen und finden ihn schließlich beim silflay in der Nähe der Bachquelle. Interessant ist, dass Fiver ein Stück Karotte überhaupt nicht angerührt hat, obwohl sie nahe bei ihm liegt.
Sie nähern sich Fiver in aller Ruhe und Hazel bereut es schon Bigwig mitgenommen zu haben, denn Fiver sitzt ganz ruhig da ängstlich und könne niemandem ein Leid antun. In dem Zustand könnte ihn Hazel mit Sicherheit beruhigen, jedoch ist es jetzt zu spät um Bigwig zu beruhigen. Zu Hazels Erstaunen bleibt aber zunächst auch Bigwig ruhig, offenbar erwartet er wieder, dass Hazels die Initiative ergreift.
Schließlich bricht Fiver das Schweigen und eröffnet ihnen, dass er gehen wird. Es macht ihn traurig und er würde Hazel alles Gute wünschen, doch dieser Ort bietet nichts Gutes. Hazel fragt wohin er geht und Fiver sagt, er würde zu den hohen Hügeln gehen. Das hält Hazel für verrückt, denn er würde alleine kaum überleben. Das bekräftigt auch Bigwig. Doch Fiver meint zu Bigwig nur: "You are closer to death than I", was beunruhigender Weise sehr sehr richtig ist. Darüber wird Bigwig ungehalten, doch Hazel unterbricht ihn. Bigwig ist perplex, weil sie dachten sie würden Fiver zurück zum Gehege bringen. Hazel hat sich jedoch dazu entschlossen, wenn Fiver dieser Ort so sehr widerstrebt, ihn gehen zu lassen und will ein Stück mit ihm gehen. Bigwig soll lediglich den anderen Bescheid sagen, wo er ist. Er würde jedoch gegen ni-Frith zurück sein, vielleicht sogar sie beide. Darüber wird Bigwig erst recht ungehalten und herrscht Fiver böse an. Er meint Fiver hätte nie gelernt Befehle zu befolgen und es geht immer nur um ihn selbst. Dann verspottet er ihn noch. Bigwig ist wütend darüber, dass er das Leben eines ihrer besten Kaninchen aufs Spiel setzt, nur weil er wie eine verwirrte Feldmaus umherziehen will. Es reicht Bigwig, er hat genug von Fiver und wird auch dafür sorgen, dass die anderen mit ihm fertig sind.

Dann springt Bigwig durch eine Lücke im Gebüsch und plötzlich vernehmen Hazel und Fiver einen seltsamen Aufruhr. Sie hören das Treten und Ausschlagen eines Kaninchens, ein Stock wird in die Höhe geschleudert und ein Haufen Blätter fällt durch die Lücke. Hazel und Fiver sind zu Tode verängstigt und sind kurz davor zu Fliehen. Sie können sich jedoch nicht erklären welcher Feind ein Kaninchen so lautlos tötet, sodass keines von beiden ein Geräusch abgibt. Entgegen all ihrer Instinkte gehen sie durch die Lücke und entdecken etwas Schreckliches. Bigwig ist in einer Schlinge gefangen. Ein dünner Kupferdraht, welcher an einem Pflock gespannt ist, hat sich um seinen Hals geschlungen und droht ihn zu ersticken. Der Draht hat bereits seine Schulter verletzt und Hazel sieht Bluttropfen herunterfallen, welche so rot sind wie die Eibenbeeren. Bigwig versucht gegen die Schlinge anzukämpfen, hat jedoch keine Chance und wird immer erschöpfter. Er hat sich selbst gebissen und ihm läuft bereits Schaum aus dem Maul.
Hazel fragt ihn, was sie tun sollen und mit letzter Kraft schafft es Bigwig ihm zu erklären, dass es nichts bringt den Draht durchzubeißen. Sie müssen den Pflock ausgraben. Hazel schickt Fiver los, um die anderen zu holen. Derweil versucht Hazel den Pflock auszugraben, doch da er ihn nicht sieht und nicht genau weiß was er ist, gräbt er nur vorsichtig in der Erde bei Bigwigs Körper. Dann ist Blackberry da und er überlässt ihn das Überlegen. Auch der Rest ihrer Gruppe ist gekommen und Hazel erinnert sich kurz daran zurück, als er den Kirschbaum sieht wie noch vor wenigen Tagen hier Bigwig und Hawkbit gespielt haben. 
Jetzt sind alle entsetzt und wollen näher zu Bigwig, doch Hazel hält sie zurück bis Blackberry eine Idee hat. Dann fragt Hazel nach, ob Cowslip kommt. Vermutlich wüsste er was zu tun ist. Pipkin erklärt jedoch, Cowslip würde nicht kommen. Er hätte gemeint, sie sollten nicht darüber reden. Hazel ist darüber entsetzt, doch ehe er weiter darüber nachdenken kann, hat Blackberry die Idee. Der Draht führt zu einem Pflock und wenn sie diesen ausgraben wäre Bigwig frei. Sofort beginnen sie alle damit. Zuerst Hazel, dann Silver, dann Buckthorn und schließlich weil der Pflock immer dünner wird nach unten zu müssen die kleinen ran. Zuerst Pipkin, welcher sich an den Pflock leicht verletzt, jedoch meint er wäre fast durch. Fiver kann den Pflock schließlich durchbeißen und Bigwig ist frei.
Blackberry geht zu Bigwig und sagt ihm er wäre frei, doch er bewegt sich nicht und hört auch kein Atmen. Schließlich glaubt Blackberry, dass Bigwig tot ist. Auch Hazel versucht noch einmal nach Lebenszeichen zu schauen, doch es ist vergebens. Von Bigwig ist kein Lebenszeichen zu verspüren. Hazel merkt, dass er sofort handeln muss und von Bigwig wegführen muss, bevor sie aufgrund des toten Körpers alle in Verzweiflung geraten. Noch dazu würde bestimmt der Mann und den armen Bigwig mitnehmen. Sie selbst und auch er wäre am besten dran, wenn sie die Sache schnell vergessen und aus ihrem Kopf bekommen. Hier zeigt sich die sehr pragmatische und kühle Seite der Kaninchen und sie zeigt auch, dass der Tod ein ständiger Begleiter von ihnen ist. Blackberry rezitiert noch einen sehr interessanten Ausspruch: "My heart has joined the Thousand, for my friend stop running today." Worte, die einem in Erinnerung bleiben und immer mit Kaninchen verbinden werden.
Blackberry fragt sich was sie jetzt ohne Bigwig machen werden und Hazel meint, sie müssten die anderen schnell ablenken und am Leben bleiben. Er bittet Blackberry um Hilfe, weil er befürchtet, dass es ihm alleine nicht gelingt. Er schaut sich nach Fiver um, doch findet ihn nicht und er schämt sich nach Fiver zu fragen, weil es schwach wirken würde. Hazel ist offensichtlich der Meinung in der jetzigen Situation müsse er Stärke zeigen und mit gutem Beispiel vorangehen, sodass sie nicht verzweifeln. Er findet schließlich doch eine Möglichkeit und herrscht Pipkin an, seine Nase zu säubern, welche noch immer voller Blut ist, weil er sonst elil anzieht. Hazel wirkt hier herrisch und autoritär, fast schon tyrannisch, doch es ist verständlich: er hat eben einen guten Freund verloren und muss jetzt die schwierige Aufgabe übernehmen die anderen davon abzulenken und weiterzuführen. Er fragt auch nach was Pipkin meinte was mit Cowslip war und warum er zu Fiver meint, dieser solle ruhig sein. Pipkin erklärt es ihm: Cowslip, Strawberry und die anderen hätten so getan als hätten sie nichts gehört, obwohl Fiver es laut genug ausgerufen hätte. Silver hätte noch einmal versucht mit ihnen zu reden, doch als Fiver in Ruhe mit Cowslip reden wollte, hätte dieser ihn sogar gekratzt mit den Worten "Hills or Inlé, it's all the one to me where you go. You hold your tongue." Offensichtlich hat Fiver versucht ihm zu erklären, wo sie hingehen wollen und das es einen besseren Ort als diesen gibt. Cowslip wollte jedoch nichts davon wissen.
In genau dem Moment erwacht auch Bigwig. Sein Anblick ist jedoch schrecklich, denn noch immer ist seine Schnauze über und über mit Blut und Schaum bedeckt, sodass er eher wie ein Dämon aussieht als ein Kaninchen. Das erschrickt die anderen eher als das sie bei seinem Anblick mit Erleichterung erfüllt sind. Schließlich verspricht er Cowslip zu töten und will, dass ihm jemand den Draht abnimmt. Hazel hält  die anderen jedoch zurück und meint Bigwig müsse ausruhen, sich erholen und erst einmal wieder zu Atem kommen. Doch Bigwig meint, ihm gänge es schon wieder gut und er könne nur seine Hinterbeine nicht bewegen. Und er verspricht wieder, dass er Cowslip töten wird.
Silver nimmt das auf und will sie alle aus ihrem Bau vertreiben. Denn welche Art von Kaninchen würden so etwas tun wie Bigwig sterben zu lassen. Er glaubt, dass sie alle Feiglinge sind. Sie könnten das Gehege einnehmen, alle töten und dort selbst leben. Die anderen nehmen den Kampfschrei auf, doch dann kommt Fiver hinzu und spricht bedrohlich auf sie alle ein. Er schafft es trotz seiner Größe sie alle einzuschüchtern selbst Hazel und ermahnt sie. Sie wären Narren, wenn sie das Gehege übernehmen würden. Der ganze Ort ist eine einzige Todesfalle, denn alles ist voller Schlingen. Jetzt versteht er auch alles was passiert ist seit sie hierhergekommen sind und erzählt eine Geschichte. Auch für den Leser ergibt jetzt alles Sinn.

Fiver erzählt die Geschichte, wonach dies ein ganz gewöhnlicher Bau gewesen ist, der jedoch von der Myxomatose heimgesucht wurde, sodass nur noch wenige Kaninchen überlebt haben. Dann hat sich der Farmer überlegt, die Zahl der Kaninchen wieder zu vergrößern, sie jedoch zu einem Teil seiner Farm zu machen. Er tötet alle elilund streut Futter aus, jedoch nicht direkt vor dem Gehegen, sondern ein Stück entfernt, sodass jedes Kaninchen durch das Unterholz gehen muss, wo die Schlingen sind. Er legt jedoch nicht zu viele aus, sodass nicht alle sterben, sondern nur so viele, sodass die Kaninchen bleiben.
Eine Schlinge ist eine furchtbare Falle, um Kleintiere zu töten. Mittlerweile ist sie im Vereinigten Königreich auch größtenteils verboten, weil sie nicht nur die gewünschte Beute tötet, sondern auch andere geschützte Kleintiere. Kaninchenschlingen wurden meistens verwendet, um die horrende Population an Kaninchen einzudämmen. Hier jedoch geht der Farmer wesentlich perfider vor. Er benutzt die Schlingen quasi, um beständig Kaninchenbraten und Felle zu haben. Schlingen sind einfach herzustellen und töten besonders sauber - im Gegensatz zu Gewehren. Wie grausam ein solcher Tod für ein Kaninchen ist zeigt jedoch Bigwigs Leiden, welcher fast daran erstickt wäre und es sind mit Sicherheit einige Minuten vergangen, ehe Fiver den Pflock durchgebissen hatte. Allein aus Tierschutzgründen dürfte eine solche Verwendung der Schlingen verboten sein, erst Recht wenn sie auf eine solch fiese Art verwendet wird wie von dem hier dargestellten Farmer. Ich frage mich, ob Adams wirklich jemanden kannte, der sich Kaninchen auf diese Art und Weise gehalten hat. Zumindest hat er es geschafft, dass sich die Aufmerksamkeit vieler Briten auf eine solche Art der Kaninchenhaltung richtet und zeigt wie brutal so eine Schlinge doch ist.
Die Kaninchen jedenfalls entschieden sich nicht dazu fortzulaufen, sondern sich anzupassen. Schließlich wurden sie gefüttert und wurden zu gesunden, kräftigen Kaninchen, die nichts zu fürchten hatten außer die schimmernden Drähte. Das änderte letztendlich auch ihr Verhalten. Sie vergaßen El-ahrairah, weil sie keine Tricks mehr brauchten und kein Trick half gegen die schimmernden Drähte. So trat an der Stelle von El-ahrairah der Gesang der Vögel in ihr Leben. Sie wurden zu Poeten, Künstlern und Tänzern. Schließlich redeten sie sich ein, dass sie auf diese Art am besten dran waren und doch tolle Leute sind und fühlten sich klüger als alle anderen Kaninchen. Sie brauchten kein Oberkaninchen, weil sie El-ahrairah nicht kannten und den Tod nicht zu fürchten brauchten - außer dem einen auf den auch El-ahrairah keine Antwort gekannt hätte. Frith sandte ihnen schließlich gute Sänger - sprich die Kaninchen, welche zu Poeten wurde - die zwar auch das furchtbare Geheimnis des Ortes kannten und darunter zu leiden hatten, jedoch die Wahrheit verdrängten und sich somit der Falschheit hingaben. Ihre Gedichte waren Ausdruck dieser Falschheit, weil sie glaubten Kaninchen bräuchten Anstand und Duldung ihrer Umstände. Sie fingen an sich einzureden den schimmernden Draht zu lieben und anzubeten.
Hier ist jetzt ein Punkt erreicht, wo mir diese Kaninchen einfach nur Leid tun. Es wäre wesentlich einfacher Menschen für ihr Verhalten zu kritisieren. Bei Kaninchen ist es jedoch anders, denn Kaninchen haben von Natur aus viele Feinde und auch oft Probleme an Futter zu kommen. Nach einer schweren Krise bietet ihnen der Mensch praktisch ein sorgenfreies Leben, jedoch mit einer schrecklichen Einschränkung: hinter jeder Heckenreihe lauert der Tod. Seit einigen Generationen befinden sich die Kaninchen somit in ständiger Todesangst und Furcht. Sie kanalisieren diese Furcht jedoch in Gedichte, Gesang, Tänze und Figuren, weil sie somit der Wahrheit nicht ins Auge blicken müssen. Jede Sekunde kann ihr Leben beendet sein, wenn sie in die falsche Hecke springen. Sie glauben sich damit überlegen zu fühlen und durch Verdrängung, Leugnung und Schönreden ihr Schicksal zu verbessern. Wären es Menschen, würde ich sagen: Lehnt euch auf! Kämpft dagegen an! Doch was kann ein Kaninchen dagegen ausrichten? Es ist für sie zu spät. Sie haben ihre ursprünglichen Wege verlernt, sodass sie außerhalb des Geheges elil zum Opfer fallen würden. In dem Gehege wartet jedoch auch der Tod auf sie, jedoch ungewisser als in freier Natur. Tatsächlich befinden sich die Kaninchen in einer perfekten Zwickmühle.
So ist es weniger verwunderlich, dass es bei ihrer Verdrängung und Leugnung der Wahrheit eine strikte Regel gibt: es darf niemals gefragt werden, wo ein anderes Kaninchen ist. Schon zu fragen wo ist es wäre schlimm, die Existenz der schimmernden Drähte offen zuzugeben ist jedoch intolerabel, weshalb die Kaninchen sogar kämpfen würden. Ein Kaninchen, welches von den Drähten geholt wurde, hat somit nie existiert. Es ist ein schrecklicher Gedanke, jedoch bewahrt nur dieses Vergessen und Verdrängen (und in der Hinsicht haben es Kaninchen einfacher als wir Menschen) sie davor, sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Wieder ist ihnen kaum ein Vorwurf zu machen.
Schließlich erzählt Fiver, welche Rolle ihre Gruppe gespielt hat. Sie haben also Neuankömmlinge bemerkt, welche durch die Heide kamen. Jetzt mussten sie entscheiden was zu tun ist, doch es gab nur eine Möglichkeit und diese ist wirklich perfide und fies. Wenn sie Hazels Gruppe einladen würden bei ihnen zu wohnen und nichts von den schimmernden Drähten erzählen würden, so würde sie alle einen Tag länger leben, denn Kaninchen mit ihren Urinstinkten würden viel wahrscheinlicher in die Hecken springen. Dann kommt Fiver auf die Tatsache zu sprechen, dass sie es abgelehnt haben als Blackberry vorgeschlagen hat, dass Hazel ihnen von ihren Abenteuern erzählt. Fiver glaubt sie wollten nichts hören, denn wer will Geschichten über fremde Tapferkeit hören, wenn er selbst keine besitzt und beschämt ist über das was er ist und wer will eine ehrliche Geschichte von jemandem hören, den er täuscht.
Fiver meint, er könnte das noch endlos so fortsetzen. Es lässt sich so erklären, warum Silverweed, ein so junges Kaninchen für Fiver bereits nach kommendem Tod riecht. Warum alle Kaninchen eine gewisse Traurigkeit umgibt. Es erklärt perfekt warum sie die El-ahrairah-Geschichte abgelehnt haben; auch warum Strawberry Kingcup nicht finden konnte, jedoch bezüglich dieses Umstandes kaum besorgt war.
Für Fiver ist klar, dass wenn sie hierbleiben Elend und Tod ausgesetzt sind, unter einem Dach aus Knochen leben und auch dem schimmernden Draht huldigen müssten. In dem Moment spricht Bigwig zu ihm und sagt, er ist am Leben wegen Fiver sowie alle anderen auch. Er hätte durch einen dickeren Pflock beißen müssen als den, den er eben durchtrennt hat. Bigwig ist jetzt bereit auf ihn zu hören. Das ist ein wichtiger Moment für die Entwicklung in der Gruppe. Erst durch dieses traumatische Erlebnis - dem Fasttod von Bigwig - fangen die anderen außer Hazel (wobei er auch schon gezweifelt hat) endlich an, Fivers Vorahnungen und Visionen ernstzunehmen. In gewisser Weise wird Fivers Rat ab jetzt nicht nur von Hazel akzeptiert, sondern von allen. So sind alle bereit mit Fiver mitzugehen, als er verkündet, er würde zu den hohen Hügeln gehen. Er führt sie auch weg von dem Gehege.
Sorgen bereitet nur der Draht, welcher noch immer um Bigwig gespannt ist. Hazel befürchtet, er könne sich wieder enger ziehen. Silver meint, er solle versuchen ihn loszuwerden, sonst kommen sie nicht weit. Bigwig wird es versuchen, sobald sein Genick nicht mehr so schmerzt.
In dem Moment bemerken sie ein Kaninchen, welches von dem Gehege aus kommt. Bigwig bedauert es nur, dieses nicht selbst bekämpfen zu können und bittet Silver darum. Es bewegt sich so seltsam, sodass Buckthorn für einen Moment denkt, es hätte die weiße Blindheit, also Myxomatose. Doch Hazel beruhigt ihn, dass es nicht so ist und schließlich erkennt Dandelion, dass es Strawberry ist. Dieser sieht jetzt nicht mehr so selbstsicher ist, sondern ihn umgibt eine gewisse Traurigkeit. Er fragt, ob Hazel gehen würde. Hazel antwortet nicht, doch Silver erwidert nur scharf, was es ihn kümmern würde. Strawberry will mit ihnen mitgehen. Doch Silver meint, sie würden sich nicht um Kreaturen kümmern, welche sie täuschen wollen, er könne zurückgehen zu Nildro-hain. Strawberry meint jedoch, die Drähte hätten sie erwischt. Silver möchte wieder was sagen, doch Hazel erlaubt es ihm mitzukommen, womit sich wieder zeigt welche großartige Qualitäten Hazel als Anführer hat. Er erkennt, dass Strawberry nicht länger dazu bereit ist, eine Lüge zu leben und nicht vorgeben kann, er hätte Nildro-hain nie gekannt. Auch ihm ist dieses Leben zuwider und er sieht in Hazels Gruppe die Chance auf ein besseres und wer wäre Hazel es ihm zu verweigern. Nildro-hains Tod ist vermutlich schon passiert bevor das flayrah, denn wir erinnern uns, an de Tag wollte Strawberry sie holen. Jedoch taucht Nildro-hain die ganze Zeit über nicht auf.
Schließlich ziehen sie zusammen los. Symbolisch dafür, dass sie auch das trügerische Gehege der Schimmernden Drähte hinter sich gelassen haben, bleibt der Draht, welcher sich um Bigwig gespannt hat zurück. Auf ihrem Weg nach Watership Down hat Hazels Gruppe das größte Hindernis überwunden und es waren keine elil gewesen.

In gewisser Weise ist das Gehege der Schimmernden Drähte eine der ausdrucksstärksten Bilder in Watership Down. Bigwig in der Schlinge wurde sogar makabrerweise als Poster für den Film verwendet. Es ist jedoch eine sehr aussagekräftige Metapher für Täuschungen und Falschheit, welche uns überall im Leben begegnen. Die äußere Fassade scheint wunderbar zu sein und wie das Paradies, doch darunter lauert Elend, Verderben und Tod. Es gibt soviele Beispiele auf die sich das anwenden lässt: schmierige Verkäufer oder Vertreter, welche freundlich auftreten, ein Produkt als das Beste überhaupt anpreisen und hinten heraus betrügen sie einen nur und wollen an das Geld kommen. In Wirklichkeit ist das Produkt eher minderwertig. Die Schimmernden Drähte sind eine gute Lektion dafür nie etwas im Leben, was man einfach so geschenkt bekommt, für bare Münze zu nehmen, sondern immer vorsichtig und verdächtig zu sein, denn auf den ersten Blick sieht man nur das Gute, doch darunter ist fast immer ein schimmernder Draht, der einen zu Tode würgen könnte.
Im übrigen hat auch Stephen King die Metapher des Schimmernden Drahtes in einigen seiner Werke aufgenommen und verwendet.

Somit ist auch der erste Teil von Watership Down beendet.