Dienstag, 20. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 31: The Story of El'ahrairah and the Black Rabbit of Inlé

Puh, dieses Kapitel hat Adams seinen Töchter vorgelesen? Selbst als Erwachsener empfinde ich diese Story als sehr düster und verstörend. Eingeleitet wird das Kapitel wieder mit einem Gedicht von Robert Browning, welcher schon bei dem Kapitel The Crow and the Beanfield zitiert wurde. Der hier zitierte Vers aus dem Gedicht Prospice spiegelt sehr gut die Stimmung dieses Kapitels wieder. El'ahrairah sieht sich dem finstersten Wesen der Kaninchen gegenüber.

Alles begann damit, dass König Darzin durch irgendeinen Informanten - es ist nicht bekannt ob Hufsa oder Yona - dass ihn El'ahrairah bei dem Kopfsalat ausgetrickst hatte. Er schwor Rache und bekam irgendwie Rabscuttle in seine Gewalt, den er zum Graben verdonnerte. El'ahrairah schaffte es jedoch mit der Hilfe zweier seiner Weibchen ihn zu befreien, in dem er einen Weg zu dem Ort grub, wo Rabscuttle dazu verdammt war einen Lagerraum für König Darzin auszuheben. Das war zu viel für König Darzin und er schwor mit seinen Soldaten die Wiesen anzugreifen, wo El'ahrairahs Volk lebte und ein Ende mit ihnen zu machen. Jedoch waren die Soldaten König Darzins (womöglich sind das auch Biber oder Bisamratten oder irgendsowas Ähnliches) das Kämpfen in engen Tunneln nicht gewohnt, sodass sie an der Oberfläche blieben und eine andere Taktik anwandten. Immer wenn ein Kaninchen nach draußen kam wurde es getötet oder angegriffen.
Das brachte die Kaninchen schon bald in eine Notsituation, denn sie müssen immer zum silflay nach draußen gehen, was zu einem Risiko wurde. El'ahrairah versuchte jeden Trick, doch nichts klappte. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand seines Volkes und viele von ihnen wurden krank. Schließlich war El'ahrairah verzweifelt und deprimiert genug als er wieder sein Leben riskiert hatte, um ein junges Weibchen und ihr Junges zu füttern, weil ihr Gefährte einen Tag vorher getötet worden war, sodass er bereit war mit jedem eine Abmachung zu treffen, selbst mit den elil. Es fiel ihm jedoch nur ein Wesen ein, welches mächtig genug war König Darzin zu vertreiben und mit ihm eine Vereinbarung zu treffen: das Schwarze Kaninchen von Inlé. Doch schon allein der Gedanke daran brachte El'ahrairah zum Zittern.
Das Schwarze Kaninchen ist eine Art Todesbote bei den Kaninchen, ähnlich wie bei uns der Sensenmann ein Symbol für den Tod ist. Er ist für den Tod eines jeden Kaninchen verantwortlich und symbolisiert daher alles Schreckliche was den Kaninchen zustößt. Dandelion beschreibt ihn als einen kalten, bösen Traum von dem nur Frith die Kaninchen befreien kann. Er lenkt das Schicksal eines jeden Kaninchens, welches einen unerwarteten Tod stirbt und wenn er ein Kaninchen in der Nacht zu sich ruft, so muss es mit ihm mitgehen, egal ob es noch die Kraft und die Sinne hat um weiterzuleben. Das Schwarze Kaninchen will jedoch nicht ihren Tod oder die Vernichtung, es verrichtet nur die von Frith vorgeschriebene Aufgabe. Es soll machen, was gemacht werden muss. Und es ist nur seine Aufgabe die Kaninchen mit sich zu nehmen. Jeder Feind, der sich dem widersetzt und ein Kaninchen tötet, welches nicht vom Schwarzen Kaninchen so gewünscht ist wird hart bestraft. In der Art und Weise ist es auch ein Beschützer. Das äußert sich beispielsweise an dem Wilderer, der am Galgen aufgehängt wird. Dies ist ein interessantes Konzept: die Kaninchen sind sich bewusst, dass ihre Peiniger manchmal bestraft werden und haben auch dazu eine interessante Hintergrundgeschichte sich ausgedacht. Insgesamt symbolisiert das Schwarze Kaninchen den Tod in einer perfekten Art und Weise, wie es auch der Sensenmann nicht schafft. Der Tod ist ein absolut natürlicher Bestandteil des Lebens, für die Kaninchen sogar noch mehr als für die Menschen. Und der Todesbote verrichtet nur seine Aufgabe und wacht darüber, dass Friths Versprechen El'ahrairah gegenüber dennoch eingehalten wird. Ich denke Adams wollte hier auf eine sehr philosophische Art und Weise seinen Töchtern den Tod erklären und das kein Tod eines Kaninchens zu unrecht passiert oder ungerächt bleibt. Es ist eine wahre Kunst den Tod auf eine so treffende Art zu symbolisieren und dabei handelt sich nur um Kaninchen.

El'ahrairah entscheidet sich jedenfalls mit Rabscuttle das Schwarze Kaninchen aufzusuchen. Er weiß schon jetzt, dass er sein Leben im Austausch für die Sicherheit seine Leute anbieten muss. Nur wird das Schwarze Kaninchen dieses Angebot höchstwahrscheinlich nicht akzeptieren und austricksen kann er es auf keinen Fall. Er muss also einen anderen Weg versuchen. Rabscuttle nimmt er mit, weil jemand übermitteln muss, was immer er herausgefunden hat, um König Darzin zu überwinden.
Um einen Ausbruch zu schaffen, lässt er seinen Owsla einen Scheinangriff durchführen, bei dem zwar viele seiner Mitglieder getötet werden, jedoch El'ahrairah und Rabscuttle entkommen können. Sie begeben sich auf eine seltsame Reise und kommen irgendwie in das Schattenreich Inlé. Dandelion kann nicht erklären wie sie das schaffen, denn keiner weiß es ähnlich wie ein Stein, der im Boden steckt und dessen Ende nicht zu sehen ist. Schließlich erreichen sie einen gebirgigen Ort voller Schluchten und Steilhänge. Sie erreichen den höchsten Berg, welcher immer mit Schnee bedeckt ist und finden am oberen Ende einer Klippe einen Tunnel. Dort ist auch schon das Schwarze Kaninchen von Inlé.
Pipkin fürchtet sich an der Stelle und will eigentlich nichts mehr hören. Fiver beruhigt ihn und meint er hätte selbst Angst, obwohl er eigentlich ruhig und gelassen wirkt im Gegensatz zu allen anderen. Es wird sehr offensichtlich, dass Inlé diese seltsame Parallelwelt ist, wo Fivers Gedanken und Träume oft hinwandern und er seine Visionen und Vorahnungen herhat. Er kennt sich mit Inlé somit bestens aus und weiß welcher furchtbare Ort das ist. So gesehen ist Fiver eines der tapfersten Kaninchen der Gruppe, denn er scheint ständig mit diesem schlimmen Ort in Verbindung zu stehen, vor dem die anderen jetzt zittern, wenn sie bloß von ihm hören. Inlé selbst ist im übrigen auch das Lapine-Wort für den Mond, denn das Reich des Schwarzen Kaninchens ist die Nacht. Zwar spricht Dandelion noch kurz davor von einem Ort, wo Sonne und Mond fehlen, jedoch denke ich beziehen sich diese Bezeichnungen eher auf das Licht, welches beide Himmelskörper aussenden. Es könnte jedoch auch einfach nur die Nacht sein. Watership Down lässt da wie an so vielen Stellen eine Auswahl an Interpretationen zu.
Dandelion selbst will die Geschichte gar nicht fortsetzen, doch Bigwig zwingt ihn dazu. El'ahrairah und Rabscuttle fliehen vor Schreck beim Anblick des Schwarzen Kaninchens in den Tunnel. Es ist in Wirklichkeit ein Gehege vom Schwarzen Kaninchen selbst ausgegraben und hier ist auch seine Schatten-Owsla beheimatet, die das Schwarze Kaninchen von wo auch immer her rekrutiert hat. Mit einer dröhnenden Stimme (wie das Echo von einem Wasserfall in einer Höhle, sehr schöne Metapher) spricht es zu El'ahrairah. Es will wissen warum El'ahrairah hier ist, worauf dieser antwortet, um seinem Volk zu helfen. Dabei wird auch der Geruch und das Aussehen des Schwarzen Kaninchens beschrieben: Es riecht wie Knochen vom Vorjahr und hat rote Augen. Zu El'ahrairah meint es, dieser sei ein Fremder hier, weil er am Leben ist. El'ahrairah bietet es ihm sofort an. Das Schwarze Kaninchen ist jedoch nicht an Vereinbarungen interessiert, denn täglich bietet irgendein Weibchen um das Leben eines Jungen oder ein Owsla-Hauptmann für das seines Oberkaninchens. Manchmal werden diese Angebote angenommen, manchmal nicht. Jetzt jedoch gibt es keine Vereinbarun; was ist, ist was sein muss. El'ahrairah überlegt sich, ob er das Schwarze Kaninchen dazu bringen kann sein Leben zu nehmen, denn mit Sicherheit würde es ein Versprechen halten wie Prince Rainbow.
Für den Moment erlaubt es das Schwarze Kaninchen zumindest, dass El'ahrairah hier als Gast bleiben darf. Es weist seine Owsla an ihm Essen und ein Platz zum Schlafen zu geben. El'ahrairah will jedoch nichts zu essen von hier annehmen, da es nur seine Sinne verschleiern würde und so hätte er überhaupt keine Chance mehr. Dann soll El'ahrairah zumindest unterhalten werden und er sich wie Zuhause fühlen. Er schlägt bob-stones vor, ein Ratespiel bei den Kaninchen, bei dem sie erraten müssen wieviele, welche oder aus was Steine sind, die sind unter ihren Vorderpfoten versteckt haben. El'ahrairah nutzt die Gelegenheit sofort, um eine Vereinbarung mit dem Schwarzen Kaninchen auszuhandeln. Wenn er gewinnt, nimmt das Schwarze Kaninchen sein Leben und rettet seine Leute, gewinnt das Schwarze Kaninchen nimmt es El'ahrairah seine Blume und seine Schnurrharre.
In dieser schrecklich, düstern Atmosphäre verlassen jedoch El'ahrairah sein kluger Verstand und er hat keine Chance gegen das Schwarze Kaninchen. Die Owsla kümmert sich um die Einlösung des Wetteinsatzes und zeigt El'ahrairah einen Ort zum Schlafen. Rabscuttle bittet El'ahrairah eindringlich darum, diesen furchtbaren Ort zu verlassen, doch El'ahrairah will davon nichts wissen. Er spürt, dass das Schwarze Kaninchen ihn extra hierhergebracht hat, damit sie sich davonschleichen können. So weist er Rabscuttle nur an, ihm etwas zum Fressen zu holen. El'ahrairah kann kaum einschlafen, zum einen wegen der Schmerzen, zum anderen wegen seiner Angst an diesem Ort aber auch weil er noch immer nach einem Weg sucht das Schwarze Kaninchen zu überlisten. Rabscuttle kehrt derweil mit den gewünschten Pflanzen zurück, die El'ahrairah als Ersatzblume und Ersatzschnurrhaare verwendet.
Am nächsten Abend (wie an einem solchen Ort erkannt werden kann, ob Abend ist, übersteigt gerade meine Vorstellungskraft) besucht er wieder das Schwarze Kaninchen. Eine weitere Eigenart bei diesem ist die Art zu riechen. Es schnuppert nicht wie ein gewöhnliches Kaninchen, sondern streckt seine Schnauze vor wie ein Hund. Desweiteren fragt es El'ahrairah, ob er es sich gemütlich gemacht hat. Dieser freut sich darüber bleiben zu dürfen, was sehr offensichtlich gelogen ist. Das merkt auch das Schwarze Kaninchen. An diesem Abend will es kein bob-stones mit El'ahrairah spielen und verdeutlicht ihm, dass es nicht sein Wunsch ist ihn leiden zu lassen. Es ist keiner der Tausend. Doch da El'ahrairah bleibt, will es eine Geschichte erzählen und El'ahrairah kann selbst eine erzählen. Wieder nutzt El'ahrairah die Gelegenheit für eine weitere Vereinbarung, denn wenn seine Geschichte schöner ist, bekommt er seinen Wunsch erfüllt, gewinnt das Schwarze Kaninchen, muss El'ahrairah seine Ohren hergeben.
Die Geschichte, welche das Schwarze Kaninchen erzählt ist jedoch so schrecklich und voller Dunkelheit, sodass es die Herzen von Rabscuttle und El'ahrairah gefrieren lässt und ihre Sinne betäubt, denn sie wissen jedes Wort ist wahr. Danach hat El'ahrairah keine Kraft mehr, seine Geschichte zu erzählen, sondern rennt nur wie eine Maus die von einem Habicht verfolgt wird herum, um seine Gedanken zu finden. Anschließend trennt ihm die Owsla seine Ohren ab. El'ahrairah geht jedoch auch damit äußerst gelassen um und bittet Rabscuttle darum, ihm die Blätter einer Schweifrübe zu bringen. Rabscuttle hat Bedenken, dass diese verwelken werden, so wie er immer mehr an diesem Ort verwelkt, doch El'ahrairah besteht darauf. Er ist nach wie vor entschlossen einen Weg zu finden, seinem Volk zu helfen. Er weiß jetzt, dass das Schwarze Kaninchen sein Leben nicht annehmen wird und er es auch nicht besiegen kann. Dennoch fragt er sich, warum das Schwarze Kaninchen ihn immer wieder leiden lässt. Womöglich nicht um ihn fortzujagen, denn dann hätte es sie beide einfach fortgeschickt. Er hat die Antwort aber bald gefunden. Diese Schatten-Owsla hat keine Macht über ihn, weil er noch lebt, nur wenn er einwilligt. Er muss also etwas bei ihnen finden, was ihm helfen könnte.
Rabscuttle kehrt mit den Blättern zurück und El'ahrairah steckt sie sich in seinen schlimm, verwundeten Kopf. Er versucht zu schlafen, doch hat wieder Alpträume von seinem Volk, welches von König Darzin weiter angegriffen wird. Kalt und verkrampft erwacht er und durchsucht die Läufe dieses seltsamen Geheges. Er gibt ein trauriges Bild ab, seine neuen Ohren hängen hinab und er kam sich in dem fremden Bau kaum orientieren. Schließlich trifft er zwei der Schatten-Owsla, die ihm zu verstehen geben, dass er hier nichts zu suchen hat, weil er am Leben ist und genug gelitten hat. El'ahrairah betont jedoch, er hätte nicht so lange gelitten wie sein Volk, worauf die anderen meinen, es gäbe hier genügend Leid für tausend Gehege. Er soll nicht stur sein, denn in diesen Löchern liegt die Quelle aller Krankheiten der Kaninchen wie das Fieber, die Räude, verschieden Magen- und Darmkrankheiten und auch die Weiße Blindheit also die Myxomatose. Sie ist so schrecklich, sodass selbst die elil kein Kaninchen anrühren, welches davon befallen ist und sie sorgen dafür, dass alles bereit ist, im Namen des Schwarzen Kaninchens, denn was ist, das ist was sein muss.
Das bringt El'ahrairah auf eine Idee. Er springt in das nächste Loch und bleibt dort, wobei er wegen den Schattengestalten, die den Eingang bewachen beständig zittern muss. Sie können ihn jedoch nicht zum Gehen bewegen, außer durch Furcht. Doch sie gehen schließlich. El'ahrairah fragt sich, ob er überhaupt König Darzin und seine Armee rechtzeitig erreicht ohne seine Ohren und Schnurrharre. Nach einiger Zeit ist er der Meinung den Erreger in sich zu tragen und kehrt zurück. Er weiß nicht wie lange es dauert bis die Krankheit ausbricht und ihn tötet, doch er muss bis dahin Rabscuttle ohne ihm zu nahezukommen die Nachricht überbringen, dass seine Leute alle Löcher blockieren sollen und warten bis König Darzins Armee zerstört ist. Nach einiger Zeit findet ihn jedoch das Schwarze Kaninchen und fragt, wo er hingeht (El'ahrairah hat immer größere Probleme sich in der Dunkelheit zu orientieren). So leicht lässt sich das Schwarze Kaninchen nicht abwimmeln und fragt nach seiner Absicht. El'ahrairah antwortet ihm, er habe sich mit der Weißen Blindheit angesteckt und werde so König Darzins Armee vernichten. Sein Vorhaben wird jedoch nicht klappen wie das Schwarze Kaninchen meint, denn die Weiße Blindheit oder auch Myxomatose wird nur durch Flöhe übertragen, welche in den Löffeln der Kaninchen sitzen und da El'ahrairah keine hat, sondern zwei Schweifrübenblätter, ist sein Vorhaben umsonst. 
Ich habe nachgeschaut und Myxomatose wird tatsächlich durch Flöhe und Moskitos übertragen. Jedoch habe ich nicht eruieren können, ob diese allein in den Ohren leben. Bekanntermaßen ist diese Krankheit im Labor entstanden, um die Kaninchenpopulation in Australien und Neuseeland einzudämmen. Ein Franzose hat jedoch das Virus auch in Europa eingeschleppt, um die Population auf seinem Grundstück in Zaum zu halten. Das ging jedoch nach hinten los und in Windeseile verbreitete sich der Virus in ganz Europa und ist bis heute dafür zuständig, dass die Populationen an Wildkaninchen immer stärker zurückgehen.
Für El'ahrairah ist diese Nachricht der finale Niederschlag. Er gibt auf. Das Schwarze Kaninchen ist zu mächtig für ihn. Es ist in der Hinsicht eine sehr moralisierende Botschaft für alle Kaninchen. El'ahrairah hat ihnen gezeigt, dass sie durch Tricks mit jeder Bedrohung und auch den elil fertigwerden können. Den Tod zu überlisten, ist jedoch selbst dem Schlausten von ihnen nicht möglich. Das ist wohl auch der Grund, warum die Kaninchen das Schwarze Kaninchen so sehr meiden und mit solcher Furcht von ihm reden, denn es hat selbst El'ahrairah in die Knie gezwungen. Der Tod ist nicht überwindbar und nicht auszutricksen.
Dennoch erfüllt das Schwarze Kaninchen ihm seinen Wunsch, denn El'ahrairah ist für ihn eine Störung an einem Ort, wo es für Lebende mit mutigen Lebensgeistern und warmen Herzen kein Platz ist. El'ahrairahs Bereitschaft soviel Leid auf sich zu nehmen hat ihn am Ende doch überzeugt, könnte man meinen, aber ich denke hier spielt eher die andere Aufgabe des Schwarzen Kaninchens eine Rolle: jeder, der unrechtmäßig Kaninchen tötet, wird hart bestraft und irgendwann hat König Darzin einen Punkt überschritten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt will das Schwarze Kaninchen dessen Armee in die Flucht schlagen, es sagt jedoch nicht wann, da Zeit hier sowieso keine Rolle spielt. In Wirklichkeit scheint das Schwarze Kaninchen jedoch unmittelbar nach dem Aufbruch von El'ahrairah und Rabscuttle zu handeln. Mit einer Armee aus rotäugigen Schattenkaninchen vertreibt es König Darzin und seine Soldaten für immer aus dem Land. Daher weiß auch keiner von den Kaninchen, welche Tiere das gewesen sind und wir würden es auch nicht wissen, wenn Richard Adams es nicht knapp 40 Jahre nach Erscheinen des Romans doch ausgeplaudert hätte. Ja, es ist und bleibt der Biber, vielleicht aber auch ein Nutria.
Rabscuttle und El'ahrairah verlassen das Gehege des Schwarzen Kaninchens, haben jedoch Probleme aus Inlé zurückzukehren. Irgendwann wird es für El'ahrairah aufgrund von Erschöpfung und Krankheit zu schwer. Er muss sich ausruhen. Anschließend schaffen sie die Rückkehr in ihre Welt und finden ihr Gehege auch wieder. El'ahrairah merkt, dass alles wieder in Ordnung ist, sie riechen gesund und er will ein paar seiner Owsla-Hauptmänner aufsuchen. Sie merken jedoch, dass einige neue Baue hinzugekommen sind. Sie fragen schließlich eine Gruppe junger Rammler nach einem Owsla-Kapitän mit dem Namen Loosestrife, den kennt jedoch niemand. El'ahrairah ist verwundert und fragt schließlich nach dem Krieg, der hier stattgefunden haben soll gegen König Darzin. Die jungen Rammler wollen jedoch nichts davon wissen. Rabscuttle fragt verblüfft, ob sie diese Owsla-Hauptmänner nicht kennen würden. Mit diesen würden die jungen Rammler jedoch nicht einmal tot daliegen wollen, denn was würden sie von den wissen wollen. Rabscuttle antwortet daraufhin, was sie getan haben, doch die Jungen sind der Meinung es gehe sie nichts an, weil der Krieg vorbei ist und sie nichts damit zutun haben. Eines der Weibchen schaltet sich jetzt ein und meint es wäre Loosestrifes eigene Sache, wenn er gekämpft hätte und nicht ihres. Sie kann sich dabei noch nicht einmal an den Namen von König Darzin erinnern. Eine andere meint dazu nur, wenn niemand in Kriegen kämpfen würde, gäbe es keine, doch das sehen die Alten nicht ein. Ein anderer Rammler meint, sein Vater wäre dabei gewesen, doch immer wenn er anfängt zu erzählen, verschwindet er. Er kann sich diesen Unsinn einfach nicht anhören. Das meiste würde er sich sowieso ausdenken und was will er damit schon erreichen. Ein dritter meint aber, er könne sie zu Loosestrife führen.
Okay, dieser letzte Abschnitt ist so offensichtlich in der Meta-Ebene und spiegelt womöglich deutlich Adams' Unzufriedenheit darüber wieder, wie mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in den 1970er umgegangen ist. Die jüngere Generation wollte von dem Krieg nichts wissen und hielt die Geschichten für Hintergespinste oder langweiliges Gelaber alter Männer, die sich noch einmal wichtig machen wollten. Es ist interessant für mich als Historiker eine solche Ansicht zur Kriegserinnerung in Großbritannien zu lesen von einem Kriegsveteran. Während in Deutschland in den 1970er eine gewisse Distanzierung der Kinder von ihren Eltern stattfand aufgrund der Kriegsverbrechen der Nazis, so scheint es in England bei der neuen Generation auch eine Art Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Taten ihrer Väter und Großväter gegeben zu haben. Der Krieg ist nicht ihre Sache und es ist ihnen auch egal, ob Hunderttausende von ihnen ihr Leben dafür gegeben haben, dass sie jetzt eine bessere Zukunft haben. Eine Sichtweise, welche Adams damals anscheinend sehr traurig gemacht hat, weshalb er sie hier zum Ausdruck bringt. Ich weiß auch nicht, ob hier auch eine gewisse Unzufriedenheit mit seinen Töchtern mitschwingt, welche vielleicht seine Kriegsgeschichten ähnlich langweilig und uninteressant fanden. Das jedoch vermögen nur die drei zu verraten und es steht nicht mir zu dies zu beurteilen.
Zumindest wird Adams' Sicht noch einmal deutlich, wenn El'ahrairah etwas geknickt unter der Hecke sitzt und mit Frith redet. Wie ein Kriegsveteran, der im Krieg schwer verstümmelt wurde und jetzt Invalide ist, drückt auch El'ahrairah sein Bedauern aus, dass das Leiden nicht das Schlimmste ist, sondern wenn einem nicht klar ist, welches Geschenk einem gemacht wurde. Dazu hat Frith nur zu sagen Weisheit kommt einen oft an den trostlosesten Plätzen, wo es kein Futter gibt und das Kaninchen umsonst ein Loch gräbt.
Jedoch hat Frith El'ahrairah ein paar Geschenke mitgebracht. Es ist eine neue Blume, neue Schnurrharre und neue Ohren. Diese haben eine Besonderheit und etwas Sternenlicht in sich, sodass sie etwas Leuchten, jedoch nicht so stark, sodass sie El'ahrairah verraten würden. Dies wird noch an einer ganz anderen Stelle sehr wichtig werden und dieser Fakt sollte deshalb im Hinterkopf behalten werden. Das Ganze wirkt hier natürlich etwas wieder die Realität und stellt eine gewisse heile Welt wieder her. Der invalide Kriegsveteran würde kein neues Bein oder keinen neuen Arm von seinem Gott bekommen. Hier wird wieder etwas deutlich, dass Watership Down doch noch extrem viel von einer Kindergeschichte in sich hat.

Auch Rabscuttle soll neue Geschenke erhalten, doch wir erfahren nicht welche, denn Pipkin hat wesentlich dringendere Neuigkeiten für die Gruppe, ein Fuchs nähert sich ihnen.

Montag, 19. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 30: A New Journey

Hiermit beginnt also der dritte Abschnitt und der Titel sagt bereits aus, wo die meiste Zeit der Handlung stattfinden wird, in Efrafa. Das erste Kapitel beginnt mit der Reise von Hazels Gruppe und enthält ein Zitat aus einem Emissionsbericht über die South Sea Bubble, dass es zwar eine Unternehmung zum größten Vorteil ist, aber keiner weiß was kommt. Die South Sea Bubble war ein großer Wirtschaftsschwindel der South Sea Company in Bezug auf den Sklavenhandel in der Südsee. Es wurde spekuliert und von Unternehmern Anteile gekauft, obwohl überhaupt noch kein Gewinn gemacht worden war aus dem Südseehandel, weil der Spanische Erbfolgekrieg bestand. Das führte schließlich zu einer Rezession. Das lässt natürlich nicht Gutes erwarten für Hazels Unternehmung, wenn Adams ausgerechnet ein solches Zitat wählt. Wir merken auch, dass Hazel wieder ein großes Risiko eingeht und eher provisorisch geplant hat.

Außer Buckthorn und zusätzlich Bluebell kommen alle Kaninchen nach Efrafa mit, welche zu Beginn aus Sandleford Warren aufgebrochen sind. Hazel hat nichts mehr getan, um sie zu überzeugen und auch wenn sie alle (er selbst auch) nach wie vor große Angst vor der Owsla der Efrafas haben, so treibt sie doch das Verlangen nach den Weibchen an. Efrafa hat viele und sie keine. Noch dazu erfahren wir, dass Kaninchen generell dazu neigen Unruhe zu stiften, was man daran sieht, dass sie gerne aus Gärten klauen. In El'ahrairah haben sie daran ein großes Vorbild und Hazel hat sich allein mit dem Überfall auf die Nuthanger Farm auch als ein solches Kaninchen erwiesen. Mit seinem geheimen Plan hat er dabei geschickt die Neugier der anderen geweckt und wenn Fiver dahintersteht hoffentlich auch ihr Vertrauen geweckt. Es ist auch so, weil die Gruppe nach dem Verlassen von Sandleford Warren, ihrer Reise und ihren Abenteuern, so wie der unerwartet positive Ausgang des Überfalls auf die Nuthanger Farm jetzt Hazel und Fiver komplett vertraut. Außerdem stehen mit Bigwig der beste Kämpfer und mit Blackberry das klügste Kaninchen hinter dem Plan. Das hat alle anderen genug beschämt, um mitzukommen. Holly bleibt zurück und hat Hazel noch einmal ausdrücklich vor den Gefahren gewarnt. Durch Kehaar versuchen sie Kontakt zueinander zu halten.
Dennoch läuft die Reise trotz Silvers Führung schleppender voran als Hollys kleine Expedition. Es ist nicht nur der Gedanke an Efrafa, sondern auch die Tatsache, dass sie zwischendrin großes Gebiet voll mit Füchsen, Hermelinen und Wieseln durchqueren müssen. So kommen sie nur schleppend voran, geraten oft in Aufruhr, sodass Hazel bald Gruppen bildet, welcher von Silver, Bigwig und ihm angeführt werden.
Dennoch haben sie eine gute Deckung, denn die Juniwiesen blühen und die vor einigen Jahren erfolgte Zurückstellung der Weidewirtschaft von Schafen, erlaubt es ihnen sich in frisch angelegten Feldern zu verstecken. Es gibt viele Mäuse, weshalb sehr viele Turmfalken unterwegs sind, doch es erweist sich, dass diese ein gesundes, kräftiges Kaninchen nicht angreifen. So erreichen sie schon bald den seltsamen Wald, welcher Holly beunruhigt hat. Wir erfahren, dass es Caesar's Belt ist, ein Baumgürtel, welcher sich über eine bestimmte Strecke durch Hampshire zieht. Es ist Teil der Römerstraße Portway, welche von Andover bis zu dem früheren römischen oppidum Calleva Atrebatum führt. Heute steht dort das Dorf Silchester.
Hazel betrachtet diesen Caesar's Belt genauer, doch er kann nichts Seltsames ausmachen und fragt Fiver nach seinem Rat. Fiver findet auch nichts Seltsames, denn er kann keine Menschen riechen, ist jedoch dennoch der Auffassung, jemand sollte nachschauen, was dort ist. Als schließlich die dritte Gruppe kommt, fragt Hazel nach Bigwig. Aus der Sicht von Bluebell erfahren wir, dass Bigwig den ganzen Morgen eher still und mit sich selbst beschäftigt ist, was die anderen verwundert. Hätte er seinen Mut nicht schon längst bewiesen, so würden die anderen denken er wäre nervös. Offensichtlich kommt ihm in dem geheimen Plan von Blackberry, Hazel und Fiver eine große Rolle zu, die ihm jedoch nicht ganz behagt und für die er jemand anderen geeigneter hält.
Hazel hat anscheinend Bigwigs Geduld mit diesem Plan gehörig strapaziert, denn er muss eine sehr feine Anrede wählen (King of cats), um ihn dazu zu bewegen Caesar's Belt auszuspionieren. Jeden Mensch und jede Katze, denen er begegnet, soll er dabei in die Flucht schlagen. Spaßig appelliert Hazel also an die Stärke und Tapferkeit von Bigwig, um ihn zum Mitmachen zu bewegen. Bigwig untersucht die Gegend. Währenddessen fragt Silver, ob die Weiten Patrouillen bis hierher kommen. Silver ist sich unsicher, denn jeder Hauptmann kann so weit gehen wie er will und ein besonders harter, würde seine Truppe womöglich bis hierher treiben. Hazel will jedoch keiner Patrouille begegnen und wenn soll keines der Kaninchen nach Efrafa zurückkehren. Doch wenn es möglich ist, will Hazel sie vermeiden und dazu will er den Wald nutzen. Hier sehen wir auch eine etwas düstere Seite von Hazel, der nicht davor zurückschreckt fremde Kaninchen einfach umzubringen, obwohl sie nur ihren Dienst verrichten. Das ganze Vorhaben wäre aus Menschensicht moralisch sehr bedenklich, denn Efrafa hat noch keine militärischen Maßnahmen gegen Watership Down unternommen. Der Impuls geht wieder von Hazels Gruppe aus.
Silver meint zu Caesar's Belt, er würde die Efrafas vermutlich ähnlich irritieren wie Holly, doch der Wald selbst würde gar nicht nach Efrafa führen. Dort will Hazel aber auch gar nicht hingehen, sondern sich in der Nähe verstecken. In den Augen von Silver ist das eine gefährliche Idee, denn die Efrafas würden sie mit Sicherheit aufspüren und wenn sich Pech haben, ohne das Hazels Gruppe es merkt. In dem Moment kommt Bigwig zurück und als er meint, alles ist sicher, entscheidet Hazel dem Wald zu folgen und auf der anderen Seite auf Kehaar zu warten. Sie erreichen schließlich am anderen Ende eine Wiese, wo sie Kehaar findet.
Er verkündet von Holly aus, dass sie alle nicht zurückkommen sollen, denn Clover ist bereit für die Paarung und er würde um sie kämpfen. Die anderen Kaninchen, die in Watership Down zurückgeblieben sind, scheinen zum Kampf bereit zu sein. Hazel fragt deshalb nach, ob Kehaar für sie einen Ort nahe Efrafa finden kann, wo sie sich unbemerkt verstecken können. Es soll so nah sein wie die Nuthanger Farm an der Honeycomb ist. Laut Kehaar müssten sie dazu am besten den Fluss überqueren. Ungläubig fragt Hazel, ob sie schwimmen sollen, doch Kehaar meint es gäbe eine Brücke und auf der anderen Seite genügend Bäume. Fiver ist froh über die Nachricht, denn er spürt bereits Gefahr und meint dort wären sie sicher. Am besten sie brechen alle sofort auf. Hazel ist auch dafür, doch er will zuvor noch sehen, dass alle in guter Stimmung sind. Das Weitergehen hat er geplant für fu-Inlé, also vor dem Mondaufgang. Das stößt auf wenig Begeisterung, was schon Blackberry sehr deutlich macht. Hazel will also die Stimmung wieder aufheitern und ist der Meinung eine weitere El'ahrairah-Geschichte wäre am besten. Acorn nimmt es ihn vorweg, als dieser Dandelion fragt. Sie alle haben Vorschläge, doch schließlich setzt sich Bigwig durch mit einer offenbar furchtbaren Geschichte: El'ahrairah and the Black Rabbit of Inlé. Hazel ist davon gar nicht begeistert und versucht es Bigwig auszureden, doch der ist in keiner guten Stimmung und besteht auf diese Geschichte. Eher niedergeschlagen beginnt Dandelion sie zu erzählen.
Bigwig ist allem Anschein nach mit Hazel gerade überhaupt nicht zufrieden, vermutlich liegt es immer noch an seiner noch nicht bekannten Aufgabe auf dem Plan. Er fühlt sich entmutigt und daher ist er griesgrämig und weil in einer solchen mürrischen Atmosphäre ist, besteht er auch auf eine sehr düstere Geschichte. Und ja, wie sich im nächsten Kapitel zeigen wird, diese Geschichte ist wirklich sehr düster.

Samstag, 17. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 29: Return and Departure

Zu Beginn dieses letzten Kapitels des zweiten Teils steht ein Zitat aus dem Drama Henry V von William Shakespeare. Es geht um eine typische Rede vor einem Kampf, wonach jeder, der nicht will, gehen darf, da keiner der bleibt mit so jemanden zusammen kämpfen möchte. Ziel ist es natürlich, ähnlich wie Hazel, die meisten doch zum Kampf zu bewegen, da sie sich sonst schämen müssten, gegangen zu sein.

Hazel kehrt zurück nach Watership Down und alle sind wieder froh. Bereits vorher kursierten wundersame Geschichten wie Hazel das ganze überlebt und Fiver ihn gefunden hatte. So soll es Kehaar gewesen sein, doch Kehaar selbst bestreitet das und meint Fiver wäre weitergegangen als er es jemals getan hätte. Eine sehr kryptische Formulierung, die wieder auf Fivers Kontakt in diese Traumwelt anspielt. Zumindest spüren die Kaninchen, dass das Glück wieder zu ihnen zurückkehrt. Sie haben zwei Weibchen und Hazel hat schon etwas Magisches an sich, und so wird auch seine Überfall auf die Nuthanger Farm nicht als leichtsinniges Unternehmen mehr angesehen.
Hazel wird also von den anderen auf die Kaninchenart begrüßt. Es werden keine Fragen gestellt, sondern durch körperliche Gesten, die schon in Richtung Kampf gehen, drücken die Kaninchen ihre Freude darüber aus, dass ihr Anführer wieder da ist. Hazel selbst hält das für einen Test, ob er das als Oberkaninchen standhält und ist bereit diesen anzunehmen. Nach einiger Zeit hat er jedoch genug und sucht Strawberry und Boxwood auf, welche mit diesem Ritual der Wildkaninchen nicht vertraut sind und ruhig beim silflay sind. Hazel fragt Boxwood, wie er sich einlebt. Er sagt es wird besser, auch dank Strawberry, und er hat schon viele neue Gerüche kennengelernt. Er findet ihren Lebensstil jedoch noch immer fremdartig, besonders das Orientieren nach Gerüchen, was er auf dem Bauernhof nie brauchte. Hazel rät ihm nicht zuviele Risiken einzugehen und immer in der Nähe des Geheges zu bleiben.
Auch Strawberry geht es schon wieder deutlich besser, nachdem er durch Efrafa lange Zeit vollkommen verängstigt war, das Zittern hatte und immer wieder geträumt hatte, er wäre dort zurück. Hazel fragt ihn, wie es in Efrafa war und Strawberry meint, er würde lieber sterben, als dorthin zurückzukehren. Er weiß nicht was schlimmer war: die eintönige Langeweile oder die beständige Furcht. Er weiß jedoch, dass es viele Kaninchen dort gibt, welche sich ihrem Lebensstil anpassen könnten und das sehr gerne machen würden. Strawberry fühlt sich somit auch endlich als ein fest integrierter Bestandteil der Gruppe und hat die alten Lebensweisen hinter sich gelassen.
Hazel fragt im Laufe des Tages alle nach der Unternehmung von Holly, wobei diese natürlich alle entsetzt wie Holly und seine Gefährten dort behandelt wurden. Außerdem äußern einige, dass zwei Weibchen viel zu wenige für sie sind und Bigwig ist sogar verwundert, dass sie gar nicht um diese kämpfen. Hängt vermutlich mit ihrem derzeit noch gestörten Lebensrhythmus zusammen und das die Weibchen Stallkaninchen sind.
Hazel ruft später eine Versammlung zusammen. Um sein verrücktes Vorhaben den anderen halbwegs schmackhaft zu machen, versucht er es zunächst mit Sarkasmus. Da sie ihn auf der Nuthanger Farm nicht losgeworden sind, versucht er es dieses Mal noch ein Stück extremer. Er verkündet ihnen nach Efrafa zu gehen, was zunächst Rufe der Bewunderung auslöst, jedoch auch die Frage wie er das bewerkstelligen will. Er hat mit Blackberry einen Plan ausgeheckt, den er jetzt jedoch nicht erklärt. Sollte jemand von ihnen gefangengenommen werden, so könne er den Plan nicht ausplaudern. Dandelion fragt, ob er dafür sehr viele Kaninchen braucht. Hazel hofft zwar nicht kämpfen zu müssen, doch wenn sie bei ihrem Weg zurück auf eine Weite Patrouille treffen, wären sie gezwungen zu kämpfen. Dann wäre eine größere Anzahl von Vorteil.
Holly spricht sich noch einmal entschieden gegen Hazels Vorhaben aus. Er sieht das ganze Vorhaben noch immer in einem kompletten Desaster enden. Woundwort hätte zwar keine schlauen Kaninchen wie sie mit Fiver und Blackberry, zumindest soweit Holly das beurteilen kann, doch die Efrafas sind die stärkste und erfahrenste Owsla auf die er je getroffen ist. Efrafa ist einfach zu groß für sie und es wäre am besten diesen Ort komplett zu meiden. Viele stimmen dem zu, sie haben Angst getötet zu werden und erinnern sich an den armen Blackavar mit seinen verstümmelten Ohren zurück. Doch einige Töne sprechen sich auch für Hazel aus, denn er wisse als Anführer was er tue. Schließlich spricht wieder Hazel und sagt, sie könnte entweder alles so lassen wie es ist oder ein für allemal richtig machen. Jeder, der Hollys Geschichte gehört hat, weiß auf welche Gefahren sie sich einlassen würden, doch sie sind schon soviele Risiken eingegangen seit sie Sandleford verlassen haben, warum also nicht auch dieses. Sollen sich wirklich hier bekämpfen, wegen zwei Weibchen, während es in Efrafa genügend von ihnen gibt, die nur allzu willig wären, sich ihnen anzuschließen. Es ist eine geschickte Rede, die der von Henry V. im Eingangszitat ähnlich ist. Hazel versucht die anderen dazu zu beschämen, seinem Vorhaben zuzustimmen. Er hat jedoch noch andere Überzeugungsmittel. Es wird nach Fivers Rat gefragt, welcher wieder meint das Vorhaben könne klappen, doch er würde sofort sagen, sobald er eine seiner Vorahnungen hat. Fivers Vorschläge sind somit mittlerweile absolut angesehen und werden hochgeachtet, bilden für sie sogar die Grundlage, ob sie an einem Vorhaben teilnehmen wollen oder nicht. Nach einer kurzen Stille sagt Bigwig als erster zu und er würde auch Kehaar mitnehmen, wenn ihnen das recht wäre.
Dann sagt Hazel, sie können natürlich nicht alle gehen. Die Farmkaninchen wäre dieser Weg kaum zuzumuten und auch nicht denjenigen, die schon in Efrafa waren. Trotzdem erklärt sich Silver als nächster bereit, denn er hasst General Woundwort und seinen Rat. Er will aber nicht nach Efrafa direkt gehen, sondern als jemand, der den Weg schon kennt und ihnen so helfen könnte. Dann entscheidet sich ausgerechnet Pipkin mitzugehen, wobei er seine Argumente nicht ordnen kann und eher verwirrt klingt.
Plötzlich taucht Blackberry und Hazel tut so als wäre er überrascht, denn er dachte Blackberry wäre die ganze Zeit bei ihnen. Er hätte den Plan noch einmal mit Kehaar besprochen und ist jetzt von ihm überzeugt. Wenn er funktioniert, würde dieser Woundwort sehr blöd dastehen lassen. Bluebell macht anschließend Witze und meint er käme aus Neugier mit. Vermutlich würde sich Bigwig in ein hrududu verwandeln und so die Weibchen herausbringen. Eine zugegeben sehr komische Vorstellung. Als er darüber weiter Witze macht, unterbricht ihn jedoch Hazel. Bluebell wollte jedoch nur alle erheitern, da es ein sehr gefährliches Unterfangen ist und viele sich vor der Idee fürchten dorthin zu gehen. Dann beendet Hazel die Sitzung und meint, er würde warten und sehen wie sich die andere entscheiden, so wäre die Art der Kaninchen. Jeder, der nicht mitwill, braucht natürlich nicht mitzukommen, doch er sagt zu den anderen auch, dass sie gesehen haben, dass welche mitkommen.
Hazel hat das ganze natürlich geschickt manipuliert. Von Fiver kam keine Widerspruch gegen das Vorhaben, was ihm schon einmal einen Pluspunkt gebracht hat. Ausgerechnet Pipkin entschließt sich dazu mitzugehen, also das schwächste Kaninchen ihrer Gruppe und wer er mitgeht, fühlen sich die anderen natürlich umso entschlossener auch diese Reise auf sich zu nehmen. Auch wenn Bigwig und Silver ich denke sich eher aus freien Stücken zum mitkommen entschieden haben, so ist es auch für Hazel von Vorteil, denn so sehen die anderen, dass ihre beiden besten Owsla-Mitglieder mitkommen, wobei einer schon in Efrafa war. Und genau im richtigen Moment kommt natürlich instruiert Blackberry hinzu, der verkündet ihr Plan werde funktionieren. Hazel hat hier sehr geschickt und schlau agiert, um all die anderen von einem wirklich gefährlichen und waghalsigen Unternehmen zu überzeugen. Es ist jedoch notwendig, denn es löst ihre Probleme der Weibchen ein für allemal.
Nach dem Treffen sucht Hazel Kehaar auf, wobei er nicht sehr von dem Geruch des Fisches angetan ist, den Kehaar gerade verspeist. Er hat diesen auf einer Müllhalde gefunden, was den schlimmen Geruch erklärt. Zudem dürfte Hazel einen solchen Fisch noch nie gesehen haben. Hazel fragt ihn, ob er ihnen wirklich mithelfen wird nach Efrafa zu gehen und die Mütter zu befreien. Kehaar bejaht das, er will jedoch, dass das schnell geschieht. Er vermisst das Große Wasser immer häufiger und seine Sehnsucht wird immer schlimmer. Sobald sie die Weibchen befreit haben, wird er zum Meer fliegen. Im Winter und Herbst will er jedoch in Zukunft sie immer besuchen kommen. Hazel sagt dazu nur, sie würde ihn vermissen, doch wenn er zurückkommt, hätten sie ein tolles Gehege und er könne dann stolz auf sich sein, ihnen geholfen zu haben. Anschließend kommt Bigwig hinzu, welcher von dem Geruch ähnlich abgestoßen ist wie Hazel, Kehaar meint dazu nur, er hätte ihm auch ein Stück mitgebracht. Hazel weist Bigwig an bei Tagesanbruch aufzubrechen. Holly wird das Gehege so lange leiten und Strawberry und Buckthorn kümmern sich um die Stallkaninchen. Jeder andere der bleiben will, darf bleiben. Bigwig hat jedoch eine besonders teuflische Idee, damit der Rest mitkommt: Er braucht sie nur zum silflay mit Kehaar zu schicken.

Watership Down Kapitel 28: At the Foot of the Hill

Hazels Rückkehr nach Watership Down umschreibt Adams zunächst mit einem Vers aus dem Gedicht The Pilgrim von Walter de la Mare, einem englischen Dichter aus dem 20. Jahrhundert. Es beschreibt wirklich perfekt Hazels Situation. Er ist zwar noch weitestgehend allein, aber nicht mehr einsam, da sich Fiver um ihn kümmert und die anderen zu ihm kommen und er ist am Fuß des Hügels in der Sichtweite seiner Heimat.

Der Anfang des Kapitels wirkt hingegen so, als würde er noch zu dem letzten Kapitel dazugehören, denn der Dialog setzt sich ungebrochen fort. Dandelion fragt Holly, ob er silflayen möchte. Trotz der misslichen Lage sollten sie nicht noch betrübter sein und außerdem wäre es ein wunderschöner Abend. Bigwig findet derweil lobende Worte für Holly, denn er glaubt kaum ein anderes Kaninchen hätte es geschafft sich und Buckthorn, Silver und Strawberry aus dieser schlimmen Lage zu befreien. Holly führt es jedoch allein auf höhere Mächte zurück, Frith wollte es so, nur deshalb sind sie zurück. Und keiner kann ihn deswegen für abergläubisch halten, denn den gerade rechtzeitig gekommenen Zug kann einfach kein Kaninchen verstehen, sodass es ihn natürlich auf höhere Mächte zurückführt.
Clover entwickelt derweil eine gewisse Nähe zu Clover, die sich von all den Stallkaninchen am Besten dem Leben in der Wildnis anzupassen scheint. Jedoch sagt Clover auch, sie alle haben noch Probleme, es ist weniger das Schlafen unter der Erde, denn die Enge des Baus ähnelt dem des Stalls. Anders sieht es hingegen mit dem Fressen im Offenen aus, denn das sind sie überhaupt nicht gewohnt und auch nicht dieses schnelle Bewegen. Sie wissen nicht wie es ist frei zu sein und hinzugehen wo sie wollen. So bevorzugt es Clover nicht weit vom nächsten Loch entfernt fressen zu wollen.
Als sie beim silflay sind bemerkt Bigwig Blackberry, wodurch sich seine Laune schon deutlich verbessert. Und dieser hat auch gute Nachrichten: Hazel ist noch am Leben. Er ist zwar schwer verwundet, aber nicht mehr dem Tode nahe. Fiver ist bei ihm und sie befinden sich am Fuße des Hügels in dem Graben, wo sie auch Holly gefunden haben. Für Holly sind das sehr gute Nachrichten, sogar die besten, die er je gehört hat, doch er kann es kaum glauben und Blackberry soll ihm genau berichten was passiert ist. Fiver hätte ihn mitgenommen zu dem Graben bei dem Bauernhof und Hazel dann in einem Rohr gefunden. Sie hätten ihn aufgrund seines Hinterbeins vorsichtig herausgezogen. Bigwig fragt, woher Fiver das wusste, doch Blackberry kann Fivers übersinnliche Gabe auch nicht erklären. Dann hätte Fiver zunächst die Wunde untersucht. Sie wäre schlimm gewesen, doch der Knochen in dem Hinterlauf, wo er angeschossen wurde wäre nicht gebrochen, sondern nur die ganze Seite aufgerissen. Und obwohl Hazel nach Blut gerochen hatte und sehr langsam gewesen war, haben sie es die ganze Strecke bis zu dem Graben geschafft, weil es ein sehr heißer Tag ist, wo die Beutetiere eher nicht auf die Jagd gehen.
Am Ende fragt Bigwig, ob Hazel und Fiver dort bleiben. Blackberry denkt es wird so sein, denn Hazel kann den Hügel erst wieder erklettern, wenn er deutlich stärker geworden ist. Bigwig ist sofort bereit Fiver dabei zu helfen, es Hazel in dem Graben gemütlicher zu machen. Dazu meint Blackberry nur, er solle sich beeilen, denn es wird bald dunkel. Doch aufgrund der guten Nachrichten fühlt sich Bigwig euphorisch und meint er könne es sogar mit einem Hermelin aufnehmen. Das ist wieder typisch Bigwig, er hat mittlerweile klar und deutlich Hazel als Oberkaninchen anerkannt, doch für gewisse Risiken und Abenteuer ist er immer noch zu haben. Doch auch Holly will die anderen zusammenrufen und mit ihnen Hazel aufsuchen.
Für diesen war die lange Reise zu dem Graben jedoch mit mehr Schmerz und Anstrengung verbunden als je zuvor in seinem Leben. Fiver hat ihm das Leben gerettet, weil er sich sonst der Benommenheit und dem Dahinschwinden immer weiter hingegeben hätte. Der Schmerz hat seine Sinne betäubt und nur der Gedanke, dass Fiver und Blackberry ihr Leben riskiert haben, in dem sie zruückgekehrt sind, hat ihn dazu bewegt mit ihnen mitzugehen. Ohne Fiver hätte er vermutlich noch einmal aufgeben bei dem langen Weg hierher zurück und es war auch beschwerlich für sie alle drei, bis er hier angekommen ist.
Als Bigwig den Graben erreicht, merken sie, dass Graben nicht zur Debatte steht, weil es Hazel nur beunruhigen würde. In der Dämmerung findet sie schließlich Kehaar, der meint, als Bigwig ihm berichtet was passiert ist, dass sie die Steine entfernen sollten. Immer wenn der Mensch mit dem Gewehr schießt, bleiben kleine Steine zurück. Vermutlich hatte Kehaar am Meer bereits schon Erfahrungen mit Jägern gehabt oder aufgrund seiner langen Wanderungen. Er untersucht jedenfalls Hazels Wunde und kann schließlich zwei Stücke der Kugel mit seinem Schnabel entfernen. Dadurch blutet die Wunde zwar noch mehr, doch wenn Hazel ein, zwei Tage wartet wird es besser werden. An der Stelle wird Hazels überstürzte und unsinnige Aktion mit dem Überfall auf den Bauernhof durch seine kluge und weise Entscheidung, Kehaar zu helfen praktisch aufgehoben. Nur dank Kehaars Wissen und medizinischem Einsatz wird er überleben.
Hazel muss dann jedoch trotzdem noch drei Tage in dem Graben bleiben, wobei er sich mit Fiver unterhält. Sie reden nicht über Nuthanger Farm, trotzdem macht es Hazel deutlich, dass er in Zukunft auf Fivers Rat hören wird. Dass Fiver ernstzunehmen ist, hatte er schon im Gehege der Schimmernden Drähte bewiesen und durch Holly haben sie den Beweis erhalten, dass er auch mit Sandleford richtig lag. Dennoch hat es bei Hazel erst eine schwere Verletzung gebracht, ehe er auch Fiver so weit ernstgenommen hat, sodass er von nun an immer auf ihn hört. Er versucht sein Lob auszudrücken, in dem er ihn fragt, ob sie ohne ihn überhaupt hier wären, worauf Fiver antwortet, ob sie wirklich hier seien, was Hazel natürlich zu mysteriös ist. Fiver berichtet dann von einem fremden Land gleich neben ihrer Welt, wo sie hingehen, wenn sie schlafen oder auch zu anderen Zeiten. El'ahrairah kann zwischen beiden Welten hin- und herwechseln, doch das hat Fiver nie verstanden. Einige Kaninchen finden diese andere Welt gar nicht so schlimm, doch diese wüssten nichts, denn sie ist gefährlich und unsicher. Fiver versteht selbst nicht, inwieweit sie in dieser anderen Welt sind, wobei Hazel nur froh ist, dass ihre Körper zumindest in dieser Welt bleibt, wenn sie schlafen. Ich denke hier sehen wir wie die Kaninchen versuchen Träume zu verstehen. Manche Kaninchen haben sehr schöne Träume, weshalb sie denken diese andere Welt wäre schön. Fiver hingegen der beständig schreckliche Visionen hat, hält diese Welt für etwas sehr Schlimmes, denn sie offenbart ihm zuviele Schrecken. Und Fiver ist auch eines der Kaninchen, welches tiefer in dieser Welt verankert ist als andere.
Dann kommt die Rede auf Silverweed, den Fiver trotz seiner Angst besser verstanden hat als alle anderen dort. Denn dieser hätte gemerkt, dass er mehr in diese andere Welt gehört als in die reale. Vermutlich ist er tot, denn diejenigen aus dieser anderen Welt geben ihre Geheimnisse nicht gerne preis. Da spricht Fiver vermutlich aus Erfahrung und offenbar setzen ihm die Visionen psychisch schwer zu, denn auch er erhält bekanntlich Wissen aus dieser Welt und zwar über die Zukunft.

Nach diesem Gespräch kommt Holly zu ihnen. Hazel ist bereits über sein erfolgloses Unternehmen zu den Efrafas unterrichtet. Gegenüber Fiver hat er den Zug erwähnt als eine Errettung durch Frith, wobei Fiver nur gefragt hat, ob dieses Ding ein Geräusch gemacht hat. Auch später lässt Holly diese Erscheinung nicht los und er denkt es müsse eine natürliche Erklärung dafür geben. Hazel interessiert das nicht wirklich. Er ist wütend über die Unfreundlichkeit und Feindseligkeit der Efrafas, weshalb Hollys Expedition nichts erreicht hätte. Er fragt Holly, ob sie der Lösung ihres Problems überhaupt näher gekommen sind. Er erkennt zwar auch an, dass Holly mit seiner Flucht aus Efrafa Wunder bewirkt hat, jedoch nichts dafür vorzuweisen hat. Noch dazu war der Überfall auf Nuthanger Farm ziemlich unsinnig. Holly meint diese hätte ihnen jedoch wenigstens zwei Weibchen verschafft. Hazel fragt jedoch, ob diese überhaupt etwas taugen.
Jetzt sind wir wohl an dem Punkt angelangt, wo ich zu der Kritik an Watership Down bezüglich negative Darstellung der weiblichen Rolle etwas sagen muss. Hier zieht Adams nämlich eine klare Trennlinie zwischen Mensch und Kaninchen. Es stört mich natürlich nicht, dass Adams bei der Vorstellung von Beziehungen zwischen Mann und Frau noch von älteren Vorstellungen wie Beschützen überzeugt ist, da solche in den 1970er noch wesentlich verbreiteter waren. Er betont jedoch ausdrücklich, dass Kaninchen - und nicht Menschen - ihre Weibchen hauptsächlich als Brutstätte für die Jungen sehen. Und ich denke an der Vorstellung ist nichts falsch, was nicht durch wissenschaftliche Beobachtungen - gerade eines Mr. Lockleys - bewiesen wurde. Jetzt werde ich eine Kritik zitieren, die so auch auf der deutschen Wikipedia-Seite von Watership Down zu finden ist: 

Selma G. Lanes war sogar der Meinung, dass der literarische Wert des Werks durch die zur Schau gestellte „[…] Einstellung gegenüber Frauen, die ihre Entsprechung eher in Hugh Hefners Playboy findet als in R. M. Lockleys ‚The Private Life of the Rabbit‘“ gemindert werde.
Und hier noch ein Zitat aus dem Englischen:

in which the rabbit world is matriarchal, and new warrens are always initiated by dissatisfied, young females.
Gehen wir ganz kurz ein Kapitel zurück: "Only a few days ago, several of us does went to the Council and asked whether we could form an expedition toa start a new warren somwhere else."
Aha, also exakt das was Lane hier Adams vorwirft nicht umzusetzen, taucht so im Buch auf. Und ich glaube nicht, dass ich Adams Einstellung mit Hugh Hefners gleichsetzen würde, denn ich glaube der Playboy sieht Frauen eher als Sexobjekt und nicht als Babyfabriken. So gesehen ist dieser Vergleich völlig unpassend. Die Umstände, dass elf Rammler ein Gehege verlassen sind hingegen nicht rational nur auf Unzufriedenheit zurückzuführen, sondern Hauptursache ist eine übersinnliche Eingebung eines der Kaninchen, denn Sandleford wirkte im Gegensatz zu Efrafa nicht überfüllt. Und da gerade Paarungszeit war, als Hazels Gruppe aufgebrochen ist, wäre es unmöglich gewesen für größtenteils nur durchschnittlich große Kaninchen um die Weibchen zu Kämpfen und diese mitzunehmen, denn so läuft es normalerweise in der Kaninchenwelt ab. Die Rammler kämpfen um die Weibchen. Dafür war jedoch auch keine Zeit.
Dazu würde die gesamte sehr gute Handlung des zweiten Teils nicht existieren, wenn Weibchen mit dabei gewesen wären. Kaninchen sind Tiere und das macht Adams so gut wie jede zweite Seite deutlich. Dank eigener Erfahrungen und Beobachtungen von Mr. Lockley ist es Adams gelungen seinen Roman auch wissenschaftlich sehr gut darzustellen, auch wenn natürlich Vermenschlichungen der Kaninchen oder andere Zuschreibungen immer noch auftreten. Und ja, liebe Feministen, es ist nunmal so, dass Emanzipation und andere Gedanken derlei Art bei Tieren nicht unbedingt auftreten und sie somit Weibchen in erster Linie zur Fortpflanzung sehen, denn im Gegensatz zu uns Menschen ist das Überleben von Kaninchen auch wesentlich gefährdeter, weshalb Nachwuchs auch die oberste Priorität hat, wie Hazels Gruppe jetzt erkennt. Ich wäre wirklich froh, wenn Feministen den wichtigen Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf Gebiete konzentrieren, wo es wirklich dringend notwendig ist und damit nicht ein sehr gut geschriebenes Buch in den Dreck ziehen, wo es um Kaninchen als Kaninchen geht! Das nur meine Meinung dazu.

Jetzt wieder weiter mit dem Inhalt. Holly befürchtet, auch wenn gerade Clover bereit ist sich mit ihnen einzulassen, sie noch alle sehr hilflos sind und vermutlich auf schlechteres Wetter zu empfindlich reagieren. Holly ist sich nicht einmal sicher, ob sie den Winter überhaupt überstehen. Hazel hofft, sie könnte noch vor dem Winter einen Wurf haben, auch wenn die Paarungssaison eigentlich schon vorbei ist. Holly ist da folgender Auffassung: Sie werden für einige Zeit keine Jungen haben, zum Teil weil es nicht die Saison dafür ist, zum anderen Teil weil das Leben für sie hier noch so fremd ist. Noch dazu würden die Jungen viel in sich haben, was durch die Zucht der Menschen entstanden ist. Doch sie sind alles was sie haben und auf was Besseres können sie nicht hoffen. Hazel fragt daraufhin, ob sich schon jemand mit ihnen gepaart hat. Holly verneint das, auch wenn er glaubt es werden bald einige Kämpfe um sie ausbrechen. Hazel ist sich jedoch sicher, zwei Weibchen reichen nicht aus.
So gesehen bleibt nur ein Schritt übrig. Sie müssen zurück nach Efrafa gehen und die unzufriedenen Weibchen dort herausholen. Für Holly ist das jedoch so absurd als würde er vorschlagen sie von Inle (also dem Mond) herzuholen. Offensichtlich hat er Hazel kein allzu detaillierte Beschreibung von Efrafa gegeben. Doch Hazel versteht es und das Konzept von Efrafa hat ihn auch erschreckt, doch sie müssen es trotzdem versuchen. Holly meint jedoch, es könne nicht getan werden. Hazel sinniert jedoch, dass es nicht durch Kampf und nette Worte möglich ist, sondern durch einen Trick. Für Holly ist das jedoch auch unmöglich. Die Efrafas sind wesentlich besser organisiert als sie und sind auch im Kämpfen, Verfolgen und Rennen ihnen allen mindestens gleichwertig und meist sogar überlegen.
Hazel hat jedoch schon eine Idee. Ihr Trick muss aus drei Teilen bestehen. Er muss erstens die Weibchen aus Efrafa herausbringen, zweites ihre Flucht sichern und drittens es muss für die Efrafas unmöglich sein sie zu finden. Er richtet sich direkt an seinen klügsten Ratgeber Blackberry, sich in der Hinsicht etwas einfallen zu lassen. Blackberry ist kurz am Überlegen, doch zumindest für den ersten Teil hat er eine Idee, bezüglich der anderen weiß er noch nichts und würde sich deshalb mit Fiver beratschlagen.
Für Hazel und Fiver wird es an der Zeit zum Gehege zurückzukehren, doch er will noch eine Nacht ausruhen. Holly soll den anderen erzählen, dass sie im Morgengrauen zurückkommen. Er selbst ist beruhigt, dass Bigwig und Silver anfangen könnten um Clover zu Kämpfen. Holly ist jedoch von Hazels Idee absolut nicht überzeugt und meint er würde einen großen Fehler begehen, wenn er nach Efrafa zurückkehrt, der sie alle töten könnte. Hazel fragt Fiver, und der meint es könnte getan werden, auch wenn er noch nicht weiß und sieht keine Gefahr für sie, besonders da es ihre einzige Chance ist. Für den Moment will Hazel jedoch nicht darüber reden und schickt Blackberry und Holly wieder zurück nach oben. 
Hazel hat sich also kaum von seiner Schusswunde erholt und ist schon bereit für ein neues riskantes Abenteuer. Er hat jedoch erkannt wie wichtig es ist, dass sie noch weitere Weibchen dazubekommen, denn die Zukunft ihres Geheges ist noch immer gefährdet. Nach Efrafa zu gehen ist also kein leichtsinniges Unternehmen, sondern pure Notwendigkeit für Hazels Gruppe um zu Überleben. Es ist somit interessant wie der Konflikt zwischen Efrafa und Watership Down in die nächste Phase geht. Hazels Gruppe wagt einen sehr gefährlichen Schachzug und geht selbst zurück nach Efrafa. Jedoch glaube ich, dass mehr dahinter steht als nur die Weibchen zu bekommen. Sie wollen unzufriedenen, tyrannisierten Kaninchen helfen, was noch deutlich werden wird.

Freitag, 16. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 27: 'You Can't Imagine it Unless You've Been There'

Es hat lange gedauert, genauer gesagt ist die Hälfte der Geschichte schon vorbei und erst jetzt tauchen die großen Antagonisten auf. Natürlich sind es Kaninchen, denn sowohl Menschen als auch elil sind in der ganzen Geschichte eher ein natürlicher Bestandteil der Kaninchen im Kampf ums Überleben. Sie stellen zwar eine Gefahr da, machen das jedoch alles nur aufgrund ihrer Natur und nicht weil sie speziell Hazels Gruppe hassen. Genauer gesagt gibt es auch keine elil, die eine solche bedeutende Rolle einnehmen könnten. So gesehen bleiben eigentlich nur Kaninchen übrig und wer wäre da geeigneter als ein Kaninchengehege, welches von einem grausamen Tyrannen beherrscht wird und einem totalitären System gleichkommt, aber der Reihe nach.
Wie immer beginnt das Kapitel mit einem Zitat. In dem Fall ist es sogar schwieriger die Personen zu finden. Es handelt sich bei Cecilia Thrale und war eine Engländerin, die an der Schwelle von 18. zum 19. Jahrhundert lebte. Ihre Mutter heiratete den hier zitierten Signor Piozzi, was bei der konservativen englischen Bürgerschaft damals für einen Skandal sorgte. So ist vermutlich auch Piozzis Zitat zu verstehen, dass er noch nie so seltsame Leute getroffen hat. Auf das Kapitel bezogen ist das Zitat einfacher zu verstehen. Die Efrafas dürften die seltsamsten Kaninchen sein, welche die Kaninchen von Watership Down je getroffen haben, sogar noch komischer als diejenigen aus dem Gehege der Schimmernden Drähte.

In der Honyecomb wird das zweite Treffen abgehalten seit Hazel weg ist. Für alle Beteiligten ist es immer noch ein großer Schock, doch sie können es kaum begreifen, ähnlich wie ein Kind den Tod eines nahen Angehörigen oft nicht versteht und denkt tot sein wäre nur vorübergehend. Die Kaninchen sind eher verwirrt als traurig. Und obwohl sie keine unmittelbare Bedrohung spüren und ihr tägliches Leben fortsetzen können, denken sie trotzdem ihr Glück wäre aufgebraucht: Hazel ist tot und Hollys Expedition gescheitert.
Holly - noch immer gezeichnet von seinem Ausflug - versucht derweil die drei Stallkaninchen zu beruhigen. Sie sind jetzt der größte Gewinn für das Gehege und der Beweis, dass Hazels übermütiger Plan nicht völlig umsonst war. Doch sie fühlen sich in der neuen Gegend nicht wohl und das ist schlecht, denn unzufriedene Weibchen werden meistens unfruchtbar. Holly selbst weiß nicht, wie er daran etwas ändern kann, wenn jedes der anderen Kaninchen in seinen eigenen Gedanken versunken ist. Er verspricht ihnen jedoch es werden bessere Zeiten kommen, doch er glaubt selbst am wenigsten daran, weshalb die Stimmung angespannt bleibt.
Derweil bemerken die anderen das Fehlen von Fiver und Blackberry. Bigwig glaubt Fiver ist wegen Hazels Tod untröstlich und sollte in Ruhe gelassen werden. Als er jedoch erfährt, dass Fiver überhaupt nicht in seinem Bau ist, überlegt er, ob Fiver und Blackberry das Gehege einfach verlassen haben und er Kehaar nach ihnen schicken soll. Jedoch kann er sie schlecht dazu zwingen zurückzukommen, wenn sie entschieden haben das Gehege zu verlassen und was würde es bringen, wenn sie unbedingt gehen wollen.
Dann spricht Holly über ihre Expedition und warum sie schiefgegangen ist, auch wenn ihm keiner die Schuld daran gibt. Zunächst lief alles ganz gut. Durch Kehaars Anweisungen fanden sie durch sicheres Gelände hinweg den Weg zu dem Gehege und als sie einen Wald durchquerten, waren sie auch schon fast da. Im Morgengrauen trafen sie einen Hasen, den sie nach dem Weg zu dem nächsten Gehege fragten. Er meinte, es würde Efrafa (Betonung liegt auf der ersten Silbe, damit es ähnlich imposant klingt wie "majesty") heißen und als er fragt, ob sie auf dem Weg dahin seien, rät er ihnen lieber umzukehren, da sie nicht wissen was ihnen bevorsteht. Genau in dem Moment werden sie von drei Kaninchen überrascht, welche sie sofort nach ihren Markierungen fragen. Holly und die anderen wissen gar nicht wovon die fremden Kaninchen sprechen und meinen sie wären auf dem Weg nach Efrafa und Fremde. Das neue Kaninchen sagt nur sie sollten mitkommen, was Holly verblüfft, denn es kommen keine Fragen ob sie von weit herkommen und ob sie durchnässt sind.
Sie erreichen Efrafa und wir bekommen eine sehr detaillierte Beschreibung von den Umständen dort. Es ist das größte Gehege, welches Holly je gesehen hat, größer als Sandleford. Die größte Angst der dortigen Kaninchen ist es von den Menschen gefunden und mit der weiße Blindheit angesteckt zu werden. Wir werden es bald erfahren, die weiße Blindheit dürfte die einzige Sache gegen die die Efrafa nicht kämpfen können. Das Gehege ist so angelegt, sodass dessen Existenz im Verborgenen bleibt. Um das zu erreichen sind alle Löcher gut versteckt und die Owsla kontrolliert jedes Kaninchen. Es ist ein einfacher Grundsatz, der somit in Efrafa herrscht: Sicherheit für Freiheit. Ein Merkmal totalitärer Systeme. Neben der Owsla gibt es noch einen Rat, wobei jedes Ratsmitglied für eine andere Sache zuständig ist: Futtersuche, Nachwuchs, die Unauffindbarkeit des Geheges.
Jedes Kaninchen darf nur zu einer bestimmten Tageszeit über der Erde sein. Dazu wird jedes Kaninchen bereits als Junges markiert. Das erfolgt dadurch, dass es in die Schulter, unter das Kinn, die Hinter- oder Vorderläufe gebissen wird. Anhand der Narbe lässt sich dann erkennen welches Kaninchen welcher Markierung angehört. Dieses Vorgehen kommt der Tätowierung oder Brandmarkung von Gefangenen gleich oder Verbrechern aus früheren Epochen. Vordergründig ist es jedoch ein Unterscheidungsmerkmal.
Man darf nur überirdisch sein, wenn es die richtige Tageszeit dafür ist. Bigwig fragt, wer einem stoppen könnte. Das ist jetzt der wirklich unheimliche Teil, denn auch dafür ist die Owsla zuständig. In dem Zusammenhang taucht auch das titelgebende Zitat auf "you can' imagine it unless you've been there." Ihr Anführer heißt Woundwort, doch sie nennen ihr nur General Woundwort. Unter ihm sind Hauptmänner, wobei jeder Hauptmann einer Markierung vorsteht. Diese wiederum haben eigene Offiziere und Wachen. Diese Hauptmänner der Markierung sind beständig im Einsatz. So warnen sie das Gehege beispielsweise rechtzeitig, wenn sich ein Mensch nähert was sehr oft vorkommt. Sie warnen auch vor elil, auch wenn das eher wie ein Nebensatz von Holly klingt. Ihre Hinterlassenschaften dürfen sie nur in einem Graben abgeben, der dann wieder zugeschüttet wird. Wird ein Kaninchen oberirdisch gefunden, dessen Markierung nicht an der Reihe ist, muss es sich rechtfertigen und wenn es das nicht kann, drohen harte Strafen.
Sehr oft sehen die Kaninchen tagelang kein Sonnenlicht (also Frith), wenn die Zeit für silflay beispielsweise nachts ist. Silflay ist zudem bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit, es gibt keine Ausnahmen. Es kann auch passieren, dass aufgrund einer Bedrohung durch den Menschen silflay ausfällt, weshalb die Kaninchen oft auf den nächsten Tag warten müssen. Dandelion merkt an, eine solche Behandlung müsse sie doch verändern. Holly meint, so wäre es auch. Viele von ihnen waren noch nie weg aus Efrafa oder hätten einen Feind gewittert. Das einzige Ziel welches die meisten Kaninchen haben ist es in die Owsla zu kommen, denn die Owsla hat Privilegien. Und ist man in der Owsla will man in den Rat kommen, weil der hat das Beste vom Besten. Als Owsla-Mitglied muss man jedoch sehr stark und ausdauernd sein. Es gibt sogenannte Weite Patrouillen, welche die Gegend erkunden. Ziel ist es sie stark und zäh zu machen, sowie alles herauszufinden, was herauszufinden ist. Außerdem sammeln diese Weiten Patrouillen die hlessil ein, weil sie einzelne Kaninchen für eine Gefahr für das Gehege halten. Sie könnten dem Menschen Hinweise geben. Jeder hlessi der nicht kommt, wird getötet. Die Weiten Patrouillen berichten General Woundwort und der Rat entscheidet was mit allem Neuen passieren soll.
Das System ist somit streng hierarchisch und wesentlich komplexer als in Sandleford. Dort gab es nur ein Oberkaninchen, die Owsla und die übrigen Kaninchen. Schon dort haben wir von Unterdrückung und Tyrannisierung gelesen, jedoch in einem sehr harmlosen Ausmaß und alle Kaninchen konnten sich eigentlich frei bewegen. Efrafa hingegen kommt einer Militärdiktatur und einem Überwachungsstaat gleich. Bluebell fragt, ob sie bei der Annäherung von Efrafa nicht bemerkt worden sind, doch Holly verneint das. Nur kurz nachdem Hauptmann Campion, der sie gefunden hat, sie abliefert, berichtet ein Läufer einer Weiten Patrouille von vier Kaninchen, welche sich vom Norden her Efrafa nähern. Diese wären jedoch jetzt unter Kontrolle. Campion bringt sie zu einem Loch im Erdreich, welches von einem Rohr gestützt wird. 
Hier erreichen sie einen riesigen Bau, wo sie sich heimisch machen sollen. Holly gerät dabei in das Gespräch mit einem Weibchen, welches Hyzenthlay heißt. Das bedeutet soviel wie Tau schimmerndes Fell und ist ein wirklicher Zungenbrecher für Nicht-Engländer. Sie berichtet Holly viel über Efrafa und er legt im Gegenzug das Problem dar weshalb er gekommen ist. Nicht immer war es in Efrafa so schlimm, erst seitdem Woundwort da ist. Vorher wäre ihr Gehege woanders gewesen, nur Woundwort hätte es hierher verlegt. Er hätte auch das ganze System der Geheimhaltung ausgearbeitet. Sein Ziel, Kaninchen sollten so sicher sein wie die Sterne im Himmel. So sterben die meisten Kaninchen hier an Altersschwäche, wenn sie nicht von der Owsla getötet werden. Jedoch sind mittlerweile viel zu viele Kaninchen hier und auch neues Graben muss erst von der Owsla erlaubt werden. Es gibt zuviele Weibchen und viele von ihnen können keine Jungen kriegen. Ein Gesuch das Gehege zu verlassen und sich woanders niederzulassen, weit weit weg von Efrafa, wurden ihnen jedoch verwehrt, als sie vor dem Rat gesprochen haben. Jedoch kann es so nicht weitergehen, denn das System ist am zusammenbrechen. Hyzenthlay will aber nicht weiter darüber reden, da es nicht gut ist deswegen gehört zu werden. 
Holly empfindet die Situation jedoch gar nicht so schlecht, denn es käme ihrem Anliegen nur entgegen, wenn viele Kaninchen besonders die Weibchen unzufrieden sind. Sie könnten welche mitnehmen und das weiter als die meisten von ihnen je gekommen sind. Eine kurze Zeit später werden sie von einem anderen Hauptmann vor den Rat gebracht. Die Ratskammer ist jedoch wesentlich kleiner als die Honeycomb, sodass sie außerhalb warten müssen, denn sie sind nur eines von vielen Anliegen des Rates.
Und hier kommt es, dass auch meine Lieblingsfigur von Watership Down auftaucht. Ich weiß nicht, ob das auch so wäre, wenn der Film ihm nicht so ein brutales Ende gegeben hätte. Zusammen mit Holly wartet ein weiteres, verängstigtes Kaninchen vor den Rat zu treten: Er heißt Blackavar und wird von der Owslafa bewacht, eine spezielle Polizeieinheit des Rates. Dieser ist so außer sich, sodass Holly befürchtet, er würde verrückt werden vor Angst. Blackavar wurde dabei erwischt, wie er das Gehege verlassen wollte und als er vor den Rat gebracht wird, versucht er sich zu rechtfertigen. Er bittet um Gnade, doch es hilft nichts, als er wieder herauskommt sind seine beiden Ohren zerfetzt, schlimmer als das von Holly. Holly und seine Gefährten schnuppern besorgt an ihm, doch die Owslafa sagt, sie sollen das seien lassen. Blackavar kann froh sein überhaupt noch zu leben. Desertation stellt somit so etwas wie ein Kapitalverbrechen dar und wird mit Verstümmelung bestraft wie im Mittelalter gewisse Strafen verhängt wurden. Blackavar ist hierbei ein Symbol für die Unterdrückung, die in Efrafa herrscht und ist mir deshalb direkt sympathisch geworden, weil er von allen Kaninchen die wir kennenlernen am furchtbarsten unter den Efrafas leiden muss.
Danach sind Holly und seine Gruppe an der Reihe. Sie versuchen ihr Anliegen vorzubringen, wobei sie auch das erste Mal General Woundwort gegenüberstehen. Er ist einer der interessantesten Antagonisten von denen ich je gelesen habe und wir werden an späterer Stelle noch einiges über seine Beweggründe erfahren. Er ist das größte Kaninchen, welches Holly je gesehen hat, fast so groß wie ein Hase und er glaubt auch Bigwig könne es nicht mit ihm aufnehmen. Alles an ihm riecht danach, als ob Töten und Blutvergießen bei ihm zur Tagesordnung gehört. Wieder ist Holly der falschen Annahme er würden Fragen gestellt bekommen, wer sie sind und wo sie herkommen. Woundwort will ihnen nur die Regeln von Efrafa erklären und das sie diese besser verstehen, denn bei Überschreitung gibt es harte Strafen. Holly meint, es wäre ein Missverständnis. Sie kämen als Gesandtschaft von einem fremden Gehege und wären hier, um zu fragen, ob sie ein paar Weibchen mitnehmen dürfte. Für Woundwort steht das jedoch nicht zu Debatte. Holly sagt daraufhin, sie würde gerne ein, zwei Tage bleiben und später noch einmal versuchen sie zu überzeugen. Woundwort geht darauf ein und sagt sie würden bleiben, aber nicht länger den Rat behelligen, zumindest in den nächsten Tagen nicht. Holly versucht jedoch weiter vernünftig mit ihnen zu reden und sie von ihrem Standpunkt zu überzeugen, doch eines der Ratsmitglieder meint, sie hätten die völlig falsche Ansicht: Das hier ist keine Verhandlung, denn sie sagen was sie machen sollen. Holly versucht wieder zu erwidern, sie wäre nur Abgesandte eines anderen Geheges und als Gäste zu behandeln, doch dann dämmert es ihn, in den Augen der Efrafas sind sie Gefangene und jetzt Teil des Geheges.
Strawberry versucht sie anschließend zu überzeugen, wonach Kaninchen und auch Tiere keine Menschen seien. Sie kämpfen, wenn es sein muss und töten, wenn es sein muss, aber sie überlegen sich keine Wege, wie sie das Leben anderer Tiere verderben und zur Hölle machen. Tiere haben Anstand und nun ja Animalität. Es ist ein interessanter Ansatz. Zum einen Kritik an der menschlichen Lebensweise, zum anderen ein Beweis wie vermenschlicht Efrafa in den Augen von Strawberry ist. Wir werden noch erfahren, warum Efrafa so menschenähnlich aufgebaut ist und agiert. Auch schön zu sehen, dass auch den Kaninchen bewusst ist, wie sehr sich Menschen gegenseitig verachten und das das völlig wider der Natur ist. Natürlich spricht hier auch der Autor, doch ich empfinde es als lustig dieses Konzept den Kaninchen zu geben. Es ist zudem ausgerechnet Strawberry, der das sagt, welcher hier noch in dem Denkmuster des Geheges der Schimmernden Drähte verankert ist, wonach Kaninchen Anstand brauchen. Dabei sind die Kaninchen dort selbst menschenähnlicher geworden, auch wenn sie das vielleicht nicht verstehen.
Jedenfalls ist dann die Diskussion beendet und die vier werden einem Hauptmann Bugloss unterstellt. Woundwort gibt ihnen jedoch noch ein paar mahnende Worte mit. Sie würden später noch einmal mit ihnen reden und wenn sie gehorchen und machen was von ihnen verlangt ist, dann wären Woundwort und der Rat die freundlichsten Kaninchen überhaupt. So funktioniert eine Diktatur, so lange man alles macht, was die Obrigkeit will ist man der beste Freund, doch wehe wenn nicht. Sie werden als zu Bugloss gebracht, welcher die Markierung Rechter Hinterlauf leitet. Zum Glück fallen sie nicht weiter auf, weil es zuviele gibt und das System tatsächlich zusammenbricht, wie Hyzenthlay es ihm erklärt hat. Dann werden sie auch Zeuge eine dieser seltsamen silflay-Zeiten, denn sie müssen mitten in der Nacht gehen. Holly und die drei bleiben für sich, weil sie nicht auffallen wollen, doch Holly hat absolut keine Idee wie sie wieder fliehen können.
Schließlich kommt ihm die Idee als er die Geschichte von El'ahrairah und dem Kopfsalat des Königs hört. Er sucht Bugloss auf, welcher noch einer der besseren Kaninchen in Efrafa ist. Pflichtbewusst, jedoch auch ein bisschen schwach und von seinen Aufgaben sichtlich überfordert. An einem regnerischen Abend, als wieder silflay ist, sucht Holly Bugloss auf und sagt ihm, er solle sofort zum Rat kommen. Bugloss fragt natürlich sofort warum, doch das kann Holly ihm nicht verraten, weil es der Rat ihm nicht erklärt hat. Zurecht ist Bugloss verdächtig, denn Holly ist keiner der üblichen Ratsläufer und er fragt ihm, welche Markierung er angehört. Holly bleibt jedoch standhaft und meint, er würde keine Fragen beantworten, sondern droht nur, er könne auch zurückgehen und dem Rat sagen, Bugloss würde nicht kommen. Schließlich, als Holly schon wirklich loslaufen will, entscheidet sich Bugloss zu gehen, wobei er fragt wer jetzt die Aufsicht über das silflay hat und Holly meint, er wäre das selbst. So gesehen rettet sich Holly durch eine List und weil er auf einen der wenigen Hauptmänner trifft, die der Aufgabe nicht ganz gewachsen sind und sich von Hollys Erscheinung täuschen lassen. Ich denke ein Blackberry oder Dandelion hätte hier kein Erfolg gehabt. Was Holly jedoch nicht beachtet, es ist natürlich das Ende von Bugloss in de Owsla, denn wer sich so einfach täuschen lässt, fällt aus dem System heraus.
Sofort flieht Holly mit seinen Begleitern, wird jedoch von einigen Wachen aufgehalten, wobei es zum Kampf kommt. Dabei wird Buckthorn verletzt, der jetzt schon seine zweite, schlimmer Wunde innerhalb weniger Tage davonträgt. Sie können so fliehen und haben auch Vorsprung, weil Bugloss nicht da ist, doch die Efrafa Owsla ist kein Scherz und trotz ihres Vorsprungs holen sie auf. Holly weißt, dass ihnen Ärger droht, als sie die Patrouille immer näher kommen hören. Diese wissen sich im Regen und bei Nacht schnell und sicher voranzubewegen. Sie erreichen einen kleinen Steilhang auf dem sie viele Steine, Holzbretter und zwei Eisenschienen finden. Ohne es natürlich zu wissen und zu verstehen haben sie ein Eisenbahngleis erreicht und das summende Geräusch, welches sie durch die Schienen vernehmen, deutet auch einen herankommenden Zug an. Sie alle vier fallen den anderen Steilhang hinab, weil sie gar nicht merken, dass die Anhöhe nur so klein ist. Anschließend rauscht der Zug heran. Holly versteht es natürlich nicht was das ist, doch er hält den Zug für einen Boten von Frith und beschreibt ihn als ein Ding von hundert hrududil mit Feuer und Rauch, welches sich wie tausend Stürme zwischen sie und die Efrafas stellt. Die ganze Nacht ist erfüllt von Blitzen und dem lauten Geräusch. Holly und seine Begleiter sind zu geschockt, um sich vom Fleck zu bewegen. 
Als der Zug vorbei ist, ist von den Efrafas keine Spur mehr zu sehen. Nach einiger Zeit gehen sie im Dunkeln weiter. Sie finden eine Eisenbahnunterführung und folgen ihr. Danach gehen sie über die Felder bis sie weit genug von Efrafa entfernt sind. Sie schlafen in einem Graben und fühlen sich sicher, obwohl sie im fremden Gelände sind und Buckthorn verletzt ist. Holly beschreibt das Gefühl von Friths Boten gerettet worden zu sein als beängstigender als die Verfolgung durch die Efrafas. Und ein Zug dürfte auch auf ein Kaninchen wesentlich bedrohlicher einwirken, besonders wenn es noch nie einen Zug gesehen hat. Holly kann auch nicht verstehen, warum es genau in dem Moment kam und wird es wohl auch nie verstehen. Das ist etwas, worin sich die Kaninchen auch vom Menschen unterscheiden. Dinge, die sie nicht verstehen, lassen sie auf sich beruhen, obwohl sie von Natur aus sehr neugierig sind.
Am nächsten Morgen findet Holly den richtigen Weg und es hat auch aufgehört zu regnen. Trotzdem ist ihre Rückreise sehr beschwerlich. Sie alle sind - außer Silver - bald erschöpft und ohne Silver wären sie vermutlich überhaupt nicht zurückgekommen. Praktisch ein Tag und eine Nacht sind sie ohne Rast gelaufen, denn sie wollten so schnell wie möglich zurückkehren. Holly ging es deshalb extrem schlecht, fast fiebrig, als er heute früh zurückgehumpelt kam. Er ist kaum besser dran als Strawberry, welcher womöglich eine lange Zeit braucht, um sich zu erholen. Noch schlimmer ist Buckthorn dran. Doch die schlimmste Nachricht, die er erhalten hat, ist die von Hazel. Holly selbst wurde gefragt, ob er das Oberkaninchen sein will und er ist zwar froh über ihr Vertrauen, doch er ist im Moment zu erschöpft, um diese Verantwortung auf sich zu nehmen. 
Zum zweiten Mal kann ich nur die größte Hochachtung gegenüber Holly empfinden, denn die Flucht auf Efrafa ist nichts Einfaches, was sich auch später noch zeigen wird. Dass er mit seinen drei Begleitern entkommen ist und sie lebend zurück nach Watership Down geführt hat ist nach seinem ersten Erreichen des Hügels seine zweite große Tat, auch wenn ihr eigentliches Vorhaben nicht gelingt. Das erkennen offensichtlich auch die anderen, wenn sie ihn - und nicht Bigwig - fragen, ob er das Oberkaninchen sein will. Jedoch ist die zweite, schreckliche Tortur innerhalb weniger Tage auch für so ein zähes Kaninchen wie ihn zuviel.
Das Kapitel macht jedoch eines deutlich: ohne es zu wissen sind die Kaninchen von Watership Down in Konflikt mit den Efrafas geraten, denn Woundwort wird diese Fluchtaktion von Holly kaum auf sich sitzen lassen und durch ihre Weiten Patrouillen wissen wir schon, dass die Efrafas sehr weite Strecken zurücklegen können. Somit beginnt jetzt ein neuer Abschnitt für die Kaninchen von Watership Down: die Verteidigung ihrer Heimat gegen ein fremdes, totalitäres Kaninchengehege, welches von einem Tyrannen geführt wird. Wie sähe wohl die beste Strategie gegen ein solches aus? Das wird sich zeigen, sobald Hazel wieder zurück ist.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 26: Fiver Beyond

Ein sehr psychedelisches Kapitel wird eingeleitet mit einem Zitat aus Joseph Campbells Hauptwerk The Hero with a Thousand Faces. Campbell war ein amerikanischer Professor für Mythologie und das hier genannte Werk enthält eine Sammlung sämtlicher Gemeinsamkeiten der Kulturen dieser Welt in Literatur, Kunst, wobei die Helden besonders hervorstechen. Dieses Zitat berichtet von einem Schamanen, der große Distanzen überquert, ehe er vor seiner größten Prüfung steht, den Gang in die Unterwelt. Bezogen auf Fiver könnte es auf seinen Traum bezogen sein durch den erfährt, dass Hazel noch lebt, aber an der Schwelle zum Tode steht. Nein, er singt dabei nicht "Bright Eyes".

Es ist ein sehr heißer Tag auf Watership Down, und Fiver verbringt den Tag sehr unruhig unter dem Erde in seinem Bau. Er hat Probleme mit dem Verlust von Hazel fertigzuwerden immer wenn er erwacht und fragt sich, wo das hinkende Kaninchen hin ist, welches er im Morgengrauen gesehen hat. Dann beginnt er eine psychedelische Reise und hat einen sehr seltsamen Traum.
Zunächst folgt er seinen Gedanken über einen nassen Kamm in den Morgennebel der Feldern. Dort ist er zwar allein, doch er erkennt das Feld auch als das Feld wieder, wo er geboren worden war. Er folgt dem Bach und der Feldstraße wieder zu dem Ort, wo sie die Anschlagstafel gefunden haben. Hier findet er in dem Nebel einen Mann mit Schaufel, Seil und anderen Dingen, welche Fiver als Kaninchen überhaupt nicht begreifen kann und welchen Zweck sie haben. Die Anschlagstafel liegt daneben und er kann die Buchstaben darauf zumindest erkennen, auch wenn er natürlich keine Ahnung hat wie er sie verstehen soll. Neben dem Mann ist ein Loch im Boden.
Dieser Mann beginnt mit Fiver zu reden wie es ein Wesen machen würde, welches seine Beute zu jedem Zeitpunkt töten kann und auch die Beute das weiß. Der Mann hat ähnlich wie die Männer, welche Hazel angeschossen haben, einen kaum verständlichen Dialekt und spricht noch dazu grammatikalisch extrem falsch. Ich weiß nicht, ob Adams damit die Primitivität solcher Leute zum Ausdruck bringen wollte oder ob es nur an Fivers wirren Gedanken liegt, die Menschensprache irgendwie verständlich zu machen. Wobei die Menschen in seinen Gedanken eben keine intelligenten Wesen sind, sondern brutal und dämlich, so ähnlich wie wir uns Trolle in Märchen vorstellen. Eine interessante Vorstellung, denn ich wäre davon ausgegangen, dass sich Kaninchen Menschen als hochintelligente Wesen vorstellen weit jenseits ihrer Vorstellungskraft.
Jedenfalls fragt Fiver was dieser Mann macht und aus seinem Kauderwelsch wird bald deutlich, dass er das Schild aufstellt für Hazel. Fiver versteht nicht, wie ein Schild irgendetwas sagen kann, doch genau das wäre das Geheimnis warum die Menschen die Kaninchen töten. Das ist jetzt eine hochphilosophische Aussage, die in hunderte Richtungen interpretiert werden kann. Steht die Kenntnis der Schrift für die Überlegenheit des Menschen, aufgrund derer er jedes Lebewesen töten kann ohne die Konsequenzen zu spüren? Ist es bezogen auf die echte Anschlagstafel, welche das Ende von Sandleford Warren angekündigt hat, nur ohne das Fiver oder irgendein anderes Kaninchen davon hätte wissen können. Oder steht die Kenntnis der Schrift für die menschliche Technologie mit der es für sie ein Leiches ist Kaninchen zu töten. Es gibt hier mit Sicherheit dutzende Interpretationen, die alle nicht falsch sein müssen. Bewundernswert ist nur, dass Fiver im Traum praktisch diese Erkenntnis hat, wonach die Kenntnis von Schrift eine der Vorteile der Menschen ist.
Jedenfalls soll er selbst auf das Schild blicken, doch er kann die Schrift natürlich nicht lesen, da er noch nicht einmal weiß, dass schwarze Linien einen Sinn ergeben können. Dennoch leuchtet ihm bald eine Botschaft auf: "In memory of Hazel-rah! In memory of Hazel-rah! In memory of Hazel-rah! Ha ha ha ha ha ha ha!" Das verrückte ist, da den Kaninchen Lachen unbekannt ist, dürfte Fiver den letzten Teil überhaupt nicht verstehen und das es sich um einen grausamen Scherz handelt. Er dürfte jedoch wissen, dass es in Gedenken an Hazel ist. Der Mann wird diese Tafel bald aufstellen, was Fiver entsetzt, doch noch kann er es nicht, da Hazel in das Loch in den Boden gegangen ist und er ihn dort nicht hinausbekommt. Solange kann er auch das Schild nicht aufstellen. Fiver geht zu dem Loch und sieht hinab. Er ruft nach Hazel und tatsächlich bewegt sich etwas. Als er von dem Mann geschlagen wird, erwacht er.
Es ist mehr als nur ein Alptraum, es ist eine der Visionen, welche Fiver immer hat. Sie sind deutlich bewusstseinserweiternd, denn anstatt einfach nur von Hazel zu träumen, sieht er sein Überleben vor sich. Um das zu verstehen hat er jedoch klassische Elemente verarbeitet. Ein Mensch war dafür verantwortlich, also taucht ein Mensch auf. Er verbindet das mit einer seiner schlimmsten Visionen und Ausdruck derer war die Anschlagstafel im Feld. Sie deutet an, dass wieder etwas Schlimmes passieren wird, doch im Gegensatz zu Sandleford Warren ist sie noch nicht im Grund verankert. Die schreckliche Sache kann also noch abgewendet werden. Fiver ist sich dabei bewusst, dass die Botschaft auf der Anschlagtafel etwas damit zu tun hat und der Mensch. Das ist eine enorme Denkleistung für ein Kaninchen, die weit weit über das hinausgeht, was ein normales Wildkaninchen denken würde. Es wirkt tatsächlich so als wäre Fiver auf einer höheren, geistigen Ebene als all die anderen. Das Übersinnliche lässt sich jedoch nicht erklären, es ist ein Teil von Fiver, doch er weiß wann diesem zu vertrauen ist.

Dann wird er geweckt von Blackberry, welcher meint Fiver wäre durch einen Erdsturz aufgewacht, den es überall im Gehege gegeben hat, weil es so heiß ist. Er hätte ihn gehört, wie er nach Hazel gerufen hätte. Blackberry ist untröstlich, dass sie ihn verloren. Doch sie alle würden eines Tages aufhören zu rennen, denn Frith würde alle Kaninchen kennen und sie wieder zu sich rufen. Fiver fragt jedoch nur, ob es schon Abend ist. Blackberry verneint das, es sei weit nach Mittag. Holly und die anderen sind zurück, wobei Strawberry sehr krank und das sie alle keine Weibchen dabeihaben verschlechtert die Lage noch, doch Fiver hört ihm gar nicht zu. Er fragt, ob er weiß wo Hazel angeschossen wurde. Blackberry weiß es, weil er die Stelle mit Bigwig untersucht hat. Fiver will, dass Blackberry ihn sofort dort hinführt. Blackberry ist jedoch dagegen, es ist ein langer Weg und viel zu heiß dafür. Noch dazu würden sie völlig umsonst gehen. Fiver ist sich jedoch sicher, dass Hazel nicht tot ist. Blackberry hat jedoch das Blut gesehen und glaubt der Mensch hätte ihn fortgebracht, doch Fiver meint, Blackberry hätte nicht Hazel gesehen. Er müsse jetzt tun, was Fiver sagt, denn Hazel ist nicht tot. Für Blackberry wäre das zuviel und so entscheidet Fiver allein zu gehen. Er fordert jedoch Blackberry noch einmal auf mitzukommen, denn er würde von ihm nur verlangen, Hazels Leben zu retten.
So brechen sie zusammen auf, wobei Fiver extrem schnell ist und Blackberry auch immer wieder antreibt. Schließlich erreichen sie die Stelle, wobei Fiver Blackberry bittet ihm den Graben zu zeigen. Von dort aus finden sie letztendlich das Rohr, wo Fiver sofort das getrocknete Blut eines Kaninchen erkennt. Er erkennt es als das blutige Loch aus seinem Traum wieder. Dann erkennt er auch, dass es blockiert wird von einem Kaninchen, dessen Puls geradeso zu hören ist. Fiver ist sich sicher, dass Hazel in diesem Loch ist und das er noch am Leben ist.

Watership Down Kapitel 25: The Raid

Das Kapitel, in der Hazel von seinem Leichtsinn brutal eingeholt wird, wird eingeleitet mit einem Zitat der englischen Schriftstellerin Mary Renault aus ihrem Buch The King must die, ein historischer Roman über die griechische Sagengestalt Theseus. Theseus ist einer der bekanntesten Heroen der griechischen Mythologie, am bekanntesten womöglich dafür, das Labyrinth von Knossos zu überwinden und den Minotaurus zu besiegen. Das Zitat hier bezieht sich auf die Opferung eines Pferdes, des königlichen Pferdes. Im griechischen Raum war es üblich, dass ein Opfertier seine Bereitschaft sich zu opfern selbst äußerte und von niemandem gezwungen werden konnte. Es musste mit der Opferung einverstanden sein. Natürlich sah das in der Realität wohl so aus, dass die Tiere mit Wasser bespritzt wurden und ihr Zittern als Zustimmung gewertet wurde. Niemand konnte dem Tier also sagen, es solle sich opfern. Ähnlich ergeht es hier auch Hazel, der sich praktisch in dem Moment als der Mensch näherkommt aus eigenen Stücken für das sichere Entkommen von Dandelion und Haystack opfert.

Zunächst setzt das Kapitel unmittelbar an den Ausflug von Pipkin und Hazel an. Sie erreichen erst gegeben Abend Watership Down, weil sie von einem Regenguss überrascht werden und so lange Zeit in einer Hütte mit Kohl- und Mangoldrüben verbringen. Als sie zurückkommen, hat offensichtlich keiner ihre Abwesenheit bemerkt. 
Am nächsten Morgen weiß Fiver jedoch Bescheid. Er horcht ihn direkt gehend aus, um zur Wahrheit zu gelangen. Sein Fell ist nasser als es wäre, wenn er nur kurz zum silflayen hinausgegangen wäre, er riecht nach Mangold und Bauernhof und nach etwas, was Fiver nicht erkennen kann. Hazel sagt, es wäre eine Katze, doch warum sollte sich Fiver darüber sorgen. Fiver erwidert darauf, weil er etwas verbirgt und zwar etwas Gefährliches. Hazel meint darauf nur, dass eher Holly in Gefahr ist, worauf Fiver antwortet, Holly und seine drei Gefährten hätten dieses große Gehege erreicht. Kehaar hätten es ihnen schon gestern Abend erzählt und fragt schnippisch nach, ob Hazel das nicht wisse. Hazel reagiert darauf nur mit, er wisse es jetzt, doch Fiver gibt sich damit nicht zufrieden: irgendetwas hätte Hazel auf einem Bauernhof getrieben, was ihn so eingenommen hat, sodass er selbst vergessen hat nach Holly zu fragen. Hazel gibt sich geschlagen und berichtet von seinem Ausflug mit Pipkin und das er die Stallkaninchen aufgesucht hätte von dem ihm Kehaar berichtet hat. Darauf fragt Fiver warum er das getan hat. Hazel erwidert, sie hätten Weibchen. Davon ist Fiver jedoch nicht überzeugt, denn er weiß, dass Stallkaninchen nur beschwerlich sich dem Leben in der Wildnis anpassen. Außerdem würden sie genug Weibchen haben, wenn Holly erfolgreich ist. In Wirklichkeit sei das nur ein Versuch von Hazel als der Schlaue dazustehen. Darauf reagiert Hazel schnippisch mit der Antwort, was wohl Bigwig und Blackberry von dem Vorschlag halten würden. Fiver tadelt ihn jedoch, dass er so das Leben einige ihrer Kaninchen für etwas riskieren würde ohne großen, praktischen Wert für sie selbst. Natürlich würden die anderen zustimmen, immerhin ist er das Oberkaninchen und entscheidet damit was richtig ist. Die anderen vertrauen ihm schließlich. Sollten jedoch drei oder vier Kaninchen sterben, so sähe Hazel aus wie ein Narr. Darüber ist Hazel so verärgert, sodass er Fiver sagt er soll ruhig sein, er möchte schlafen.
Schon hier sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen, denn wenn Fiver mit etwas nicht einverstanden ist, so droht meistens große Gefahr. Er hatte Recht mit Sandleford und er hatte Recht mit dem Gehege der Schimmernden Drähte. Fiver ist auch der einzige, der wirklich Hazel ins Gewissen reden kann, weil Hazel viel auf ihn setzt, doch hier scheint sein Urteilsvermögen wieder getrübt zu sein von ihrer derzeitigen guten Situation. Es kann also nur etwas Schlimmes passieren, wenn Hazel wieder nicht auf Fiver hört.
Am nächsten Morgen berichtet er Bigwig und Blackberry davon. Natürlich hält Bigwig das Ganze für eine super Idee, ihm stört nur etwas, dass Hazel vor eine Katze davon gerannt ist. Gegen eine Katze könnte ein Kaninchen kämpfen, Bigwigs Mutter hätte es getan und eine Katze übel gekratzt. Er würde sich selbst um die Farmkatzen kümmern. Blackberry braucht etwas mehr Überzeugungsarbeit, letztlich stimmt er aber doch ein, hauptsächlich, weil er darüber enttäuscht ist nicht auf die Expedition zu dem anderen Gehege geschickt worden zu sein. Er würde ihnen dabei helfen, die Vorrichtung an dem Kaninchenstall zu öffnen. Anstatt ihm also wie Fiver die Idee auszureden, stimmt Blackberry darin ein, weil er selbst enttäuscht an einem anderen Abenteuer nicht teilzuhaben. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Blackberry fragt nach, ob sie alle gehen müssen, denn zuviele Kaninchen würden stören und der Hund wäre angebunden und es könnten nicht mehr als drei Farmkatzen sein. Bigwig ist dafür noch Hawkbit, Dandelion und Speedwell mitzunehmen (ihm übrigen nennt auch Bigwig jetzt Hazel Hazel-rah, und das noch bevor der berüchtigen Szene, die schon angedeutet wurde). Sie wollen auch noch in der gleichen Nacht gehen, doch hier macht ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
So bleiben sie da und erzählen zusammen mit Kehaar Geschichte. Ein weitere Geschichte von El'ahrairah, die wir leider nicht zu hören bekommen, erzählt Kehaar ausgerechnet von der Sintflut und der Arche Noah. Es ist interessant zu sehen, dass eine biblische Geschichte Einzug gefunden hat in die Erzählungen der Möwen. Pipkin hat bei dieser Geschichte wieder etwas Angst, weil der Regen nicht aufhört und sie keine Kiste hätte, wie Kehaar sie in seiner Geschichte erwähnt hat. Bluebell beruhigt ihn mit einem Scherz, denn Kehaar könne ihn bis zum Mond mitnehmen und wie einen Birkenast auf Bigwig fallen lassen.
Bevor Hazel schlafen geht, redet wieder Fiver mit ihm und fragt, ob es vergebens wäre ihm von der Unternehmung abzuraten. Hazel fragt direkt, ob er eine seiner Anwandlungen hat bezüglich des Bauernhofs. Er hat deswegen jedoch kein Gefühl, trotzdem fühlt es sich für ihn nicht richtig an. Er hat sie manchmal und manchmal nicht. Zum Beispiel weiß Fiver nicht, was mit Holly und den anderen dreien passieren wird. Bezüglich Hazel hat er jedoch Angst, und nur wegen Hazel und keinem der anderen, die noch mitgehen. Wenn es so ist, würde Hazel die anderen entscheiden lassen, ob er aus dem Gröbsten herausgehalten werden soll. Das jedoch wäre vom Nachteil denn es würde gegenüber den anderen so aussehen, als hätte er Angst. Fiver versucht ihn zu überzeugen, wenigstens so lang zu warten bis Holly zurück ist. Genau das aber will Hazel doch erreichen: Weibchen in den Bau bringen bevor Holly zurück ist. Weil er jedoch Fiver sehr vertraut, verspricht er ihm sich rauszuhalten, ja noch nicht einmal den Bauernhof zu betreten. Er will auf dem Feldweg bleiben und hofft das reicht aus, um Fivers Sorgen wenigstens halbwegs zu beruhigen. Zumindest vertraut Hazel hier Fiver so weit, sodass er sich aus der größten Gefahr heraushält.
Am nächsten Morgen nimmt Hazel Bigwig und Blackberry zum Rande des Steilhangs von wo sie aus auch Nuthanger Farm erkennen können und erklärt ihnen wie sie hinkommen und den Kaninchenstall finden. Besonders Bigwig ist bereits sehr aufgeregt. Er tut so als wäre er eine Katze und lässt Dandelion, Hawkbit und Speedwell gegen sich kämpfen. Das ermuntert auch Hazel wieder, welcher durch Fivers Worte doch ein wenig besorgt war. Am Ende macht er bei diesem Spielchen auch mit sowohl als Katze als auch als Angreifer. Dandelion äußert, er wäre sehr enttäuscht nach all der Vorbereitung nicht auf eine Katze zu treffen. Kehaar weist ihn jedoch zurecht, dass so eine Katze sehr gefährlich ist und kein Scherz. Sie kommt lautlos und springt einen dann plötzlich an. Im Unterschied zu ihm meint Bigwig sind sind jedoch nicht zum Fressen dort und passen somit ständig auf, ob sich ihnen eine Katze nähert. Bluebell hat die brillante Idee die Katze zum Fressen mitzubringen oder um Nachwuchs zu zeugen. Hmm, bei Letzterem fühle ich mich an zahlreiche Videos erinnert wo irgendeine Katze von einem Kaninchen bestiegen wird.
Schließlich entscheiden Hazel und Bigwig den Überfall zu beginnen, sobald es anfängt dunkel zu werden. Das heißt bei Sonnenuntergang wollen sie die kleinen Hütten außerhalb des Bauernhofs an dem Feldweg erreichen. Dort würden sie wieder Rüben fressen, dann warten bis es dunkel ist und in dem Schutz der Dunkelheit versuchen den Verschlag zu öffnen. Dann hätten sie genug Zeit mit den Katzen fertigzuwerden und das Verschwinden der Kaninchen würden erst am nächsten Morgen festgestellt werden. Außerdem würde es eine lange Zeit brauchen die Stallkaninchen zurück nach Watership Down zu bringen, was er lieber im Dunkeln machen würde trotz der elil. Bigwig denkt hier wieder kaltherzig und pragmatisch. Falls sie elil begegnen, könnten sie die Stallkaninchen einfach zurücklassen und den elil überlassen, denn die würden sowieso immer die langsamsten erwischen. Das ist natürlich sehr gefühllos und auch etwas sehr unfair, denn immerhin bringen sie die Stallkaninchen erst in eine solche gefährliche Situation.
So brechen sie auf, wobei Fiver nirgends zu sehen ist und so ist das Schlimmste womit sie zu kämpfen haben Pipkins Enttäuschung, dass er nicht mitdarf. Doch Hazel beruhigt ihn mit den Worten, er hätte seinen Anteil bereits geleistet. Sie erreichen ohne Probleme die Hütten, wo sie sich vollfressen und als der Stern Capella einen bestimmten Stand am Himmel erreicht (Kaninchen wissen zwar die Namen der Sterne nicht, können sie aber trotzdem voneinander unterscheiden), entscheidet sich Hazel zu dem Bauernhof zu gehen. Bigwig ist damit einverstanden, dass Hazel zurückbleibt, denn auch er gibt viel auf Fivers Worte. Hazel verschweigt dabei aber, dass Fiver von der ganzen Idee des Überfalls nicht überzeugt ist. Vielleicht hätte Bigwig hier Hazel die ganze Unternehmung ausreden können, wenn er die Wahrheit gewusst hätte. Bigwig war nach der Erfahrung mit der Schlinge Fivers Rat bestimmt kein zweites Mal nicht beachten.

Sie haben kaum den Hof erreicht, als sie auch schon gegen eine schwarze Katze kämpfen dürfen. Bigwig greift sie sogleich an, wobei er verletzt wird und Speedwell und Dandelion schlagen die Katze schließlich in die Flucht ohne dabei den Hund zu wecken. Hawkbit findet derweil den Eingang zu der Hütte, wo sich der Kaninchenstall befindet und diese ist zu ihrem Glück geöffnet. Blackberry und Bigwig machen sich sogleich daran den Verschlag zu öffnen. Zu Boxwood sagen sie, sie seien von Hazel gesandt worden. Das öffnen bereitet ihnen einige Probleme, weil sich der Lederriemen nur an einer Stelle gut mit den Zähnen durchtrennen lässt. Nach einiger Zeit schaffen sie es aber auch die untere Haltung zu lösen in dem Bigwig gegen die Stalltür springt. Nachdem sie diese geöffnet haben, verharren sie für einen Moment. Adams beschreibt das Phänomen hier als ein solches, welches besonders bei Tieren auftritt, welche ein Hindernis überwunden haben und erwarten Anerkennung dafür zu bekommen. Er vergleicht das Phänomen jedoch auch mit menschlichen Ereignissen: so zum Beispiel das Fällen eines Baumes oder das Abtragen einer Schneewehe.
Unsicher schnuppern die Stallkaninchen und wissen nicht zurecht was sie mit ihrer plötzlichen Freiheit anfangen sollen. Laurel fragt nach Hazel-rah und Blackberry meint, er wäre draußen bei dem Feldweg, doch Laurel weiß gar nicht was ein Feldweg ist und Blackberry wird bewusst, dass die Stallkaninchen überhaupt nichts von ihrer unmittelbaren Umgebung kennen. Bigwig herrscht sie schließlich an ihm zu folgen, doch sie wissen nicht wohin und haben offensichtlich Angst vor Bigwig, der so schnell aufbrausend wird. Blackberry ist bestürzt, denn nichts läuft so wie es soll. Schließlich hat er wieder einen genialen Einfall. Er wendet sich an Clover und fragt sie, ob sie mit ihm Gras bei Nacht essen wollen würde, denn solches Gras schmeckt ganz besonders gut. Mit dem Vorschlag ist Clover einverstanden, doch sie hat Angst vor den Katzen. Dazu meint Blackberry nur, das große Kaninchen, also Bigwig, würde mit allen Katzen fertigwerden. Bigwig scheint nicht so recht zu verstehen was Blackberry bewirken will und sagt, er ist nicht erpicht darauf gegen weitere Katzen zu kämpfen. Wenn sie also Gras im Mondschein essen wollen, so sollten sie jetzt mitkommen. Hazel wartet schon auf sie. Es ist wieder schön zu sehen wie Bigwig eher der direkte Typ ist und von Manipulation nicht viel versteht, während Blackberry einen wirklich cleveren Weg gefunden hat, die Stallkaninchen zum Gehen zu bewegen.
Draußen erwartet sie eine Überraschung. Die schwarze Katze hat sich auf einen Holzstoß gesetzt und beobachtet sie aufmerksam, wagt jedoch keinen Angriff als sie Bigwig sieht. Es wird jedoch auch so nicht einfacher, denn Clover und Boxwood haben zwar gemerkt, dass sie gehen müssen, doch Laurel und Haystack sind überwältigt von der neuen Umgebung und schauen sich unsicher überall um und bleiben oft stehen. Schließlich bricht das Chaos aus als eine zweite Katze vorbeikommt, die gleiche, die schon Hazel getroffen hat und dabei wacht auch der Labrador auf und fängt sofort bei dem Blick auf die Kaninchen an zu bellen. Bigwig merkt, dass es Zeit ist zu gehen. Er treibt die anderen an und Boxwood und Clover kommen auch mit den anderen mit. Haystack und Laurel verharren aber am Ort und Dandelion versucht sie zum Weitergehen zu bewegen. Er befürchtet jede Sekunde von den Katzen angefallen zu werden. Bigwig versucht ihn zum Gehen zu treiben und auch wenn er anfangs noch widerspricht, so hat ihn das Bellen so weit verängstigt, sodass er blitzschnell zu dem Feldweg rennt und die Stallkaninchen zurücklässt.
Hazel gefällt das gar nicht, er fühlt sich offensichtlich für die Kaninchen bereits verantwortlich, was nur richtig ist, wenn sie diese in eine ungewisse Gegend führen, wo sie leicht getötet werden können. Zusammen mit Dandelion kehrt er zurück. Derweil sollen Bigwig, Blackberry, Speedwell und Hawkbit Boxwood und Clover schon zum Gehege zurückführen. Bigwig muss zurückbleiben, was ihm gar nicht gefällt, doch wenn er widerspricht, würde alles komplett unorganisiert sein. Er willigt ein, was wieder zeigt wie sehr auf Hazel mittlerweile vertraut und hört. Er ist trotzdem wütend auf Hazel, der zu schlau wäre für sein eigenes Wohl und treibt schließlich Hawkbit an.
Hazel hat bereits Haystack erreicht als Dandelion dazukommt und Hazel bittet ihn mit Laurel zu reden. Obwohl Hazel fröhlich wirkt scheint er vor Angst zu Zittern. Der Hund hat sich vorerst wieder in seine Hütte zurückgezogen und ist ruhig. Viel besser ist es jedoch nicht geworden, denn die Katzen sind herangekommen. Dandelion ist erschrocken darüber wie grün ihre Augen glitzern. Dann sieht er, dass Hazels Augen rot blicken, was ihn noch stärker erschreckt. Tatsächlich leuchten die Augen von Kaninchen rot, wenn sie in der Nacht von einer Lichtquelle angestrahlt werden und das ist so, weil in dem Moment ein Auto in den Hof fährt.
Es steigen zwei Männer aus, die schnell feststellen, dass Lucys Kaninchen frei sind. So heißt im übrigen das Kind dem die Kaninchen gehören und die auch noch eine Rolle in der Geschichte zu spielen hat. Hazel, der sich durch das ankommende Auto in einer Schockstarre bestand, kommt bei dem Geräusch menschlicher Stimmen wieder zu sich und er sucht zunächst in einer Scheune Unterschlupf. Er bittet Haystack und Dandelion ihm zu folgen. Dabei merkt er, dass er Laurel zurücklassen muss, denn die Männer haben diesen bereits gefunden und wieder zurückgebracht. Die drei erreichen jedenfalls die Ulmen und gelangen in das Gras neben dem Feldweg. Hier lässt sich Haystack nicht dazu bewegen weiterzulaufen, weshalb Dandelion ihn fragt, ob sie sie auch hierlassen sollen. Hazel ist jedoch dagegen, denn wegen der Weibchen sind sie hergekommen. Dann riechen sie plötzlich Zigaretten und hören die Männer etwas aus dem Auto nehmen. Das bringt Haystack dazu wieder gehen zu wollen und sie verkündet, dass sie nicht zurück in den Stall will. Dandelion springt sofort mit ihr in einen Graben, es ist jedoch derjenige auf der anderen Seite des Feldwegs. Hazel folgt ihnen wieder, als sich auch das Auto wieder nähert. Schließlich überholt er sie und treibt sie weiter an. Die Männer haben derweil bemerkt, dass ein Wildkaninchen hier ist. Der Graben ist jedoch an der Stelle versperrt, sodass sie nicht weiterkommen ohne ihn zu verlassen. Derweil suchen die Männer mit Taschenlampen die Heckenreihen ab.
Hazel hat eine Idee: er will die Männer ablenken indem er aus dem Graben in Richtung Feld rennt, sodass sie ihn sehen und das Licht auf ihn richten. Währenddessen soll Dandelion mit Haystack davonrennen. Das ist die Stelle an der das eingangs zitierte Opfer deutlich wird. Was Hazel jedoch nicht weiß ist, dass die Männer ein Gewehr dabei haben, denn als er losrennt und von ihren Scheinwerfer erfasst wird, schießen sie auf ihn und treffen ihn an den Hinterläufen. Hazel schafft es mit Mühe und Not sich in ein Abflussrohr zu retten ehe die Männer ihn finden können. Diese geben die Suche jedoch schnell auf, weil sie nicht glauben Hazel finden zu können, der vermutlich schon verschwunden ist. Der Akzent der Männer ist im übrigen sehr interessant, vermutlich typisch Hampshire.
In dem Rohr jedenfalls wird Hazel von einer Kälte übermannt und fällt in eine Art Betäubung, die bald seinen ganzen Körper erfasst und er hat schmerzenden Krämpfe. Bald fließt auch Blut aus dem Rohr heraus. Hier hat sich also die Gefährlichkeit des Unternehmens offenbart. Sie haben zwar zwei Weibchen dafür bekommen, doch Hazel wurde dafür angeschossen. Es ist also nicht sicher, ob es das Wagnis wert war, denn jetzt stehen die anderen ohne Anführer da.

Die anderen wurden derweil auch durch das Geräusch des Schusses erschreckt, doch Bigwig kann sie geradeso noch davon abhalten irgendwohin zu fliehen. Hier sind keine Löcher, wo sie sich verstecken können. Schließlich hören sie wie Dandelion und Haystack näherkommen. Als Dandelion kommt, fragt Bigwig nach Hazel, doch der kann nur sagen, dass Hazel von dem Mann erschossen wurde. Er berichtet den anderen was sonst noch passiert ist. Speedwell ist sich jedoch unsicher und fragt, ob er gesehen hat wie Hazel gestorben ist. Dandelion ist sich nicht sicher, doch er weiß auch, dass sie sehr nahe an Hazel dran waren. Bigwig will zunächst antworten. Nach einiger Zeit suchen sie die Stelle auf, sie finden jedoch nur Blut und die zertrampelte Erde des Grabens.
Es ist eine deprimierende und niedergeschlagene Reise zurück. Sie erreichen den Fuße des Hügels beim ersten Morgenlicht und Bigwig schickt zunächst Blackberry, Speedwell und Hawkbit voran. Diese werden bereits von Fiver erwartet. Ehe sie ihm die schlechten Neuigkeiten übermitteln, sagt er jedoch er wisse es. Er hätte ein blutendes Kaninchen neben ihnen gesehen, welches jedoch jetzt verschwunden ist. Dann fragt er Blackberry was passiert ist und als er es erzählt, kehrt er in seinen leeren Bau unter der Erde zurück.
Auch das Willkommenheißen der neuen Kaninchen fällt eher trist aus und Dandelion ist untröstlich, weil er Hazel nicht daran gehindert hat aus dem Graben zu springen. Inmitten dieser tristen Stimmung kommen Holly, Silver, Buckthorn und Strawberry zurück. Sie haben keine Kaninchen dabei und befinden sich außer Silver in einem furchtbaren Zustand.