Samstag, 17. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 28: At the Foot of the Hill

Hazels Rückkehr nach Watership Down umschreibt Adams zunächst mit einem Vers aus dem Gedicht The Pilgrim von Walter de la Mare, einem englischen Dichter aus dem 20. Jahrhundert. Es beschreibt wirklich perfekt Hazels Situation. Er ist zwar noch weitestgehend allein, aber nicht mehr einsam, da sich Fiver um ihn kümmert und die anderen zu ihm kommen und er ist am Fuß des Hügels in der Sichtweite seiner Heimat.

Der Anfang des Kapitels wirkt hingegen so, als würde er noch zu dem letzten Kapitel dazugehören, denn der Dialog setzt sich ungebrochen fort. Dandelion fragt Holly, ob er silflayen möchte. Trotz der misslichen Lage sollten sie nicht noch betrübter sein und außerdem wäre es ein wunderschöner Abend. Bigwig findet derweil lobende Worte für Holly, denn er glaubt kaum ein anderes Kaninchen hätte es geschafft sich und Buckthorn, Silver und Strawberry aus dieser schlimmen Lage zu befreien. Holly führt es jedoch allein auf höhere Mächte zurück, Frith wollte es so, nur deshalb sind sie zurück. Und keiner kann ihn deswegen für abergläubisch halten, denn den gerade rechtzeitig gekommenen Zug kann einfach kein Kaninchen verstehen, sodass es ihn natürlich auf höhere Mächte zurückführt.
Clover entwickelt derweil eine gewisse Nähe zu Clover, die sich von all den Stallkaninchen am Besten dem Leben in der Wildnis anzupassen scheint. Jedoch sagt Clover auch, sie alle haben noch Probleme, es ist weniger das Schlafen unter der Erde, denn die Enge des Baus ähnelt dem des Stalls. Anders sieht es hingegen mit dem Fressen im Offenen aus, denn das sind sie überhaupt nicht gewohnt und auch nicht dieses schnelle Bewegen. Sie wissen nicht wie es ist frei zu sein und hinzugehen wo sie wollen. So bevorzugt es Clover nicht weit vom nächsten Loch entfernt fressen zu wollen.
Als sie beim silflay sind bemerkt Bigwig Blackberry, wodurch sich seine Laune schon deutlich verbessert. Und dieser hat auch gute Nachrichten: Hazel ist noch am Leben. Er ist zwar schwer verwundet, aber nicht mehr dem Tode nahe. Fiver ist bei ihm und sie befinden sich am Fuße des Hügels in dem Graben, wo sie auch Holly gefunden haben. Für Holly sind das sehr gute Nachrichten, sogar die besten, die er je gehört hat, doch er kann es kaum glauben und Blackberry soll ihm genau berichten was passiert ist. Fiver hätte ihn mitgenommen zu dem Graben bei dem Bauernhof und Hazel dann in einem Rohr gefunden. Sie hätten ihn aufgrund seines Hinterbeins vorsichtig herausgezogen. Bigwig fragt, woher Fiver das wusste, doch Blackberry kann Fivers übersinnliche Gabe auch nicht erklären. Dann hätte Fiver zunächst die Wunde untersucht. Sie wäre schlimm gewesen, doch der Knochen in dem Hinterlauf, wo er angeschossen wurde wäre nicht gebrochen, sondern nur die ganze Seite aufgerissen. Und obwohl Hazel nach Blut gerochen hatte und sehr langsam gewesen war, haben sie es die ganze Strecke bis zu dem Graben geschafft, weil es ein sehr heißer Tag ist, wo die Beutetiere eher nicht auf die Jagd gehen.
Am Ende fragt Bigwig, ob Hazel und Fiver dort bleiben. Blackberry denkt es wird so sein, denn Hazel kann den Hügel erst wieder erklettern, wenn er deutlich stärker geworden ist. Bigwig ist sofort bereit Fiver dabei zu helfen, es Hazel in dem Graben gemütlicher zu machen. Dazu meint Blackberry nur, er solle sich beeilen, denn es wird bald dunkel. Doch aufgrund der guten Nachrichten fühlt sich Bigwig euphorisch und meint er könne es sogar mit einem Hermelin aufnehmen. Das ist wieder typisch Bigwig, er hat mittlerweile klar und deutlich Hazel als Oberkaninchen anerkannt, doch für gewisse Risiken und Abenteuer ist er immer noch zu haben. Doch auch Holly will die anderen zusammenrufen und mit ihnen Hazel aufsuchen.
Für diesen war die lange Reise zu dem Graben jedoch mit mehr Schmerz und Anstrengung verbunden als je zuvor in seinem Leben. Fiver hat ihm das Leben gerettet, weil er sich sonst der Benommenheit und dem Dahinschwinden immer weiter hingegeben hätte. Der Schmerz hat seine Sinne betäubt und nur der Gedanke, dass Fiver und Blackberry ihr Leben riskiert haben, in dem sie zruückgekehrt sind, hat ihn dazu bewegt mit ihnen mitzugehen. Ohne Fiver hätte er vermutlich noch einmal aufgeben bei dem langen Weg hierher zurück und es war auch beschwerlich für sie alle drei, bis er hier angekommen ist.
Als Bigwig den Graben erreicht, merken sie, dass Graben nicht zur Debatte steht, weil es Hazel nur beunruhigen würde. In der Dämmerung findet sie schließlich Kehaar, der meint, als Bigwig ihm berichtet was passiert ist, dass sie die Steine entfernen sollten. Immer wenn der Mensch mit dem Gewehr schießt, bleiben kleine Steine zurück. Vermutlich hatte Kehaar am Meer bereits schon Erfahrungen mit Jägern gehabt oder aufgrund seiner langen Wanderungen. Er untersucht jedenfalls Hazels Wunde und kann schließlich zwei Stücke der Kugel mit seinem Schnabel entfernen. Dadurch blutet die Wunde zwar noch mehr, doch wenn Hazel ein, zwei Tage wartet wird es besser werden. An der Stelle wird Hazels überstürzte und unsinnige Aktion mit dem Überfall auf den Bauernhof durch seine kluge und weise Entscheidung, Kehaar zu helfen praktisch aufgehoben. Nur dank Kehaars Wissen und medizinischem Einsatz wird er überleben.
Hazel muss dann jedoch trotzdem noch drei Tage in dem Graben bleiben, wobei er sich mit Fiver unterhält. Sie reden nicht über Nuthanger Farm, trotzdem macht es Hazel deutlich, dass er in Zukunft auf Fivers Rat hören wird. Dass Fiver ernstzunehmen ist, hatte er schon im Gehege der Schimmernden Drähte bewiesen und durch Holly haben sie den Beweis erhalten, dass er auch mit Sandleford richtig lag. Dennoch hat es bei Hazel erst eine schwere Verletzung gebracht, ehe er auch Fiver so weit ernstgenommen hat, sodass er von nun an immer auf ihn hört. Er versucht sein Lob auszudrücken, in dem er ihn fragt, ob sie ohne ihn überhaupt hier wären, worauf Fiver antwortet, ob sie wirklich hier seien, was Hazel natürlich zu mysteriös ist. Fiver berichtet dann von einem fremden Land gleich neben ihrer Welt, wo sie hingehen, wenn sie schlafen oder auch zu anderen Zeiten. El'ahrairah kann zwischen beiden Welten hin- und herwechseln, doch das hat Fiver nie verstanden. Einige Kaninchen finden diese andere Welt gar nicht so schlimm, doch diese wüssten nichts, denn sie ist gefährlich und unsicher. Fiver versteht selbst nicht, inwieweit sie in dieser anderen Welt sind, wobei Hazel nur froh ist, dass ihre Körper zumindest in dieser Welt bleibt, wenn sie schlafen. Ich denke hier sehen wir wie die Kaninchen versuchen Träume zu verstehen. Manche Kaninchen haben sehr schöne Träume, weshalb sie denken diese andere Welt wäre schön. Fiver hingegen der beständig schreckliche Visionen hat, hält diese Welt für etwas sehr Schlimmes, denn sie offenbart ihm zuviele Schrecken. Und Fiver ist auch eines der Kaninchen, welches tiefer in dieser Welt verankert ist als andere.
Dann kommt die Rede auf Silverweed, den Fiver trotz seiner Angst besser verstanden hat als alle anderen dort. Denn dieser hätte gemerkt, dass er mehr in diese andere Welt gehört als in die reale. Vermutlich ist er tot, denn diejenigen aus dieser anderen Welt geben ihre Geheimnisse nicht gerne preis. Da spricht Fiver vermutlich aus Erfahrung und offenbar setzen ihm die Visionen psychisch schwer zu, denn auch er erhält bekanntlich Wissen aus dieser Welt und zwar über die Zukunft.

Nach diesem Gespräch kommt Holly zu ihnen. Hazel ist bereits über sein erfolgloses Unternehmen zu den Efrafas unterrichtet. Gegenüber Fiver hat er den Zug erwähnt als eine Errettung durch Frith, wobei Fiver nur gefragt hat, ob dieses Ding ein Geräusch gemacht hat. Auch später lässt Holly diese Erscheinung nicht los und er denkt es müsse eine natürliche Erklärung dafür geben. Hazel interessiert das nicht wirklich. Er ist wütend über die Unfreundlichkeit und Feindseligkeit der Efrafas, weshalb Hollys Expedition nichts erreicht hätte. Er fragt Holly, ob sie der Lösung ihres Problems überhaupt näher gekommen sind. Er erkennt zwar auch an, dass Holly mit seiner Flucht aus Efrafa Wunder bewirkt hat, jedoch nichts dafür vorzuweisen hat. Noch dazu war der Überfall auf Nuthanger Farm ziemlich unsinnig. Holly meint diese hätte ihnen jedoch wenigstens zwei Weibchen verschafft. Hazel fragt jedoch, ob diese überhaupt etwas taugen.
Jetzt sind wir wohl an dem Punkt angelangt, wo ich zu der Kritik an Watership Down bezüglich negative Darstellung der weiblichen Rolle etwas sagen muss. Hier zieht Adams nämlich eine klare Trennlinie zwischen Mensch und Kaninchen. Es stört mich natürlich nicht, dass Adams bei der Vorstellung von Beziehungen zwischen Mann und Frau noch von älteren Vorstellungen wie Beschützen überzeugt ist, da solche in den 1970er noch wesentlich verbreiteter waren. Er betont jedoch ausdrücklich, dass Kaninchen - und nicht Menschen - ihre Weibchen hauptsächlich als Brutstätte für die Jungen sehen. Und ich denke an der Vorstellung ist nichts falsch, was nicht durch wissenschaftliche Beobachtungen - gerade eines Mr. Lockleys - bewiesen wurde. Jetzt werde ich eine Kritik zitieren, die so auch auf der deutschen Wikipedia-Seite von Watership Down zu finden ist: 

Selma G. Lanes war sogar der Meinung, dass der literarische Wert des Werks durch die zur Schau gestellte „[…] Einstellung gegenüber Frauen, die ihre Entsprechung eher in Hugh Hefners Playboy findet als in R. M. Lockleys ‚The Private Life of the Rabbit‘“ gemindert werde.
Und hier noch ein Zitat aus dem Englischen:

in which the rabbit world is matriarchal, and new warrens are always initiated by dissatisfied, young females.
Gehen wir ganz kurz ein Kapitel zurück: "Only a few days ago, several of us does went to the Council and asked whether we could form an expedition toa start a new warren somwhere else."
Aha, also exakt das was Lane hier Adams vorwirft nicht umzusetzen, taucht so im Buch auf. Und ich glaube nicht, dass ich Adams Einstellung mit Hugh Hefners gleichsetzen würde, denn ich glaube der Playboy sieht Frauen eher als Sexobjekt und nicht als Babyfabriken. So gesehen ist dieser Vergleich völlig unpassend. Die Umstände, dass elf Rammler ein Gehege verlassen sind hingegen nicht rational nur auf Unzufriedenheit zurückzuführen, sondern Hauptursache ist eine übersinnliche Eingebung eines der Kaninchen, denn Sandleford wirkte im Gegensatz zu Efrafa nicht überfüllt. Und da gerade Paarungszeit war, als Hazels Gruppe aufgebrochen ist, wäre es unmöglich gewesen für größtenteils nur durchschnittlich große Kaninchen um die Weibchen zu Kämpfen und diese mitzunehmen, denn so läuft es normalerweise in der Kaninchenwelt ab. Die Rammler kämpfen um die Weibchen. Dafür war jedoch auch keine Zeit.
Dazu würde die gesamte sehr gute Handlung des zweiten Teils nicht existieren, wenn Weibchen mit dabei gewesen wären. Kaninchen sind Tiere und das macht Adams so gut wie jede zweite Seite deutlich. Dank eigener Erfahrungen und Beobachtungen von Mr. Lockley ist es Adams gelungen seinen Roman auch wissenschaftlich sehr gut darzustellen, auch wenn natürlich Vermenschlichungen der Kaninchen oder andere Zuschreibungen immer noch auftreten. Und ja, liebe Feministen, es ist nunmal so, dass Emanzipation und andere Gedanken derlei Art bei Tieren nicht unbedingt auftreten und sie somit Weibchen in erster Linie zur Fortpflanzung sehen, denn im Gegensatz zu uns Menschen ist das Überleben von Kaninchen auch wesentlich gefährdeter, weshalb Nachwuchs auch die oberste Priorität hat, wie Hazels Gruppe jetzt erkennt. Ich wäre wirklich froh, wenn Feministen den wichtigen Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf Gebiete konzentrieren, wo es wirklich dringend notwendig ist und damit nicht ein sehr gut geschriebenes Buch in den Dreck ziehen, wo es um Kaninchen als Kaninchen geht! Das nur meine Meinung dazu.

Jetzt wieder weiter mit dem Inhalt. Holly befürchtet, auch wenn gerade Clover bereit ist sich mit ihnen einzulassen, sie noch alle sehr hilflos sind und vermutlich auf schlechteres Wetter zu empfindlich reagieren. Holly ist sich nicht einmal sicher, ob sie den Winter überhaupt überstehen. Hazel hofft, sie könnte noch vor dem Winter einen Wurf haben, auch wenn die Paarungssaison eigentlich schon vorbei ist. Holly ist da folgender Auffassung: Sie werden für einige Zeit keine Jungen haben, zum Teil weil es nicht die Saison dafür ist, zum anderen Teil weil das Leben für sie hier noch so fremd ist. Noch dazu würden die Jungen viel in sich haben, was durch die Zucht der Menschen entstanden ist. Doch sie sind alles was sie haben und auf was Besseres können sie nicht hoffen. Hazel fragt daraufhin, ob sich schon jemand mit ihnen gepaart hat. Holly verneint das, auch wenn er glaubt es werden bald einige Kämpfe um sie ausbrechen. Hazel ist sich jedoch sicher, zwei Weibchen reichen nicht aus.
So gesehen bleibt nur ein Schritt übrig. Sie müssen zurück nach Efrafa gehen und die unzufriedenen Weibchen dort herausholen. Für Holly ist das jedoch so absurd als würde er vorschlagen sie von Inle (also dem Mond) herzuholen. Offensichtlich hat er Hazel kein allzu detaillierte Beschreibung von Efrafa gegeben. Doch Hazel versteht es und das Konzept von Efrafa hat ihn auch erschreckt, doch sie müssen es trotzdem versuchen. Holly meint jedoch, es könne nicht getan werden. Hazel sinniert jedoch, dass es nicht durch Kampf und nette Worte möglich ist, sondern durch einen Trick. Für Holly ist das jedoch auch unmöglich. Die Efrafas sind wesentlich besser organisiert als sie und sind auch im Kämpfen, Verfolgen und Rennen ihnen allen mindestens gleichwertig und meist sogar überlegen.
Hazel hat jedoch schon eine Idee. Ihr Trick muss aus drei Teilen bestehen. Er muss erstens die Weibchen aus Efrafa herausbringen, zweites ihre Flucht sichern und drittens es muss für die Efrafas unmöglich sein sie zu finden. Er richtet sich direkt an seinen klügsten Ratgeber Blackberry, sich in der Hinsicht etwas einfallen zu lassen. Blackberry ist kurz am Überlegen, doch zumindest für den ersten Teil hat er eine Idee, bezüglich der anderen weiß er noch nichts und würde sich deshalb mit Fiver beratschlagen.
Für Hazel und Fiver wird es an der Zeit zum Gehege zurückzukehren, doch er will noch eine Nacht ausruhen. Holly soll den anderen erzählen, dass sie im Morgengrauen zurückkommen. Er selbst ist beruhigt, dass Bigwig und Silver anfangen könnten um Clover zu Kämpfen. Holly ist jedoch von Hazels Idee absolut nicht überzeugt und meint er würde einen großen Fehler begehen, wenn er nach Efrafa zurückkehrt, der sie alle töten könnte. Hazel fragt Fiver, und der meint es könnte getan werden, auch wenn er noch nicht weiß und sieht keine Gefahr für sie, besonders da es ihre einzige Chance ist. Für den Moment will Hazel jedoch nicht darüber reden und schickt Blackberry und Holly wieder zurück nach oben. 
Hazel hat sich also kaum von seiner Schusswunde erholt und ist schon bereit für ein neues riskantes Abenteuer. Er hat jedoch erkannt wie wichtig es ist, dass sie noch weitere Weibchen dazubekommen, denn die Zukunft ihres Geheges ist noch immer gefährdet. Nach Efrafa zu gehen ist also kein leichtsinniges Unternehmen, sondern pure Notwendigkeit für Hazels Gruppe um zu Überleben. Es ist somit interessant wie der Konflikt zwischen Efrafa und Watership Down in die nächste Phase geht. Hazels Gruppe wagt einen sehr gefährlichen Schachzug und geht selbst zurück nach Efrafa. Jedoch glaube ich, dass mehr dahinter steht als nur die Weibchen zu bekommen. Sie wollen unzufriedenen, tyrannisierten Kaninchen helfen, was noch deutlich werden wird.

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