Freitag, 23. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 34: General Woundwort

Knapp zwei Drittel braucht das Buch, um uns Lesern endlich auch den Hauptantagonisten näher vorzustellen, doch ich denke das Warten hat sich gelohnt. Woundwort ist eine imposante Erscheinung, was Adams durch ein Zitat von Clausewitz auch zum Ausdruck bringt. Carl von Clausewitz dürfte eine der bekanntesten Personen der preußischen Geschichte sein und hat gerade als Militärtheoretiker weltweite Bedeutung erlangt. Sein bekanntestes Werk Vom Kriege wird noch immer in der Geschichts- und Politikwissenschaft besonders aber in der Militärgeschichte zur Rate gezogen. Dass ein Kapitel über Woundwort mit dem Zitat eines preußischen Generals eingeleitet wird, verwundert überhaupt nicht. In anderen Ländern steht das Preußische immer noch für militärische Disziplin und Drill. So ähnlich ist auch Woundwort, welcher wie der hier beschriebene Obelisk mit seinem starken Willen und stolzen Geist befehlend und auffallend in der Mitte steht und zu dem alle hinaufschauen. Es ist somit kein Wunder, dass er in der Geschichte als "General" bezeichnet wird.

Der gleiche Abend an dem Hazels Gruppe den Stechkahn entdeckt, überwacht General Woundwort die Near Hind Mark (sorry für den hier vielleicht sehr überzogenen Anglizismus, aber mir ist auf die Schnelle keine passende Übersetzung eingefallen und meine deutsche Ausgabe ist schon seit einiger Zeit verschollen) beim silflay. Wir erfahren, dass sich deren Löcher nahe eines Reitwegs befinden und sie auf einer grünen Wiese sind, wo aber Wachen aufgestellt sind, die nicht nur vor näherkommenden Menschen oder elil warnen, sondern auch verhindern, dass ein Kaninchen sich zu weit wegbewegt. Woundwort bewegt sich auf Chervil, einen der Offiziere des Near Hind Mark zu, welcher gerade eine Inspektionsrunde beendet hat. Den großen Respekt, aber auch die große Furcht welche die anderen Kaninchen vor Woundwort haben, äußert sich daran wie schnell dieser beim Näherkommen des Generals schaut ob nicht irgendwo was falsch ist und erst dann am Gras knabbert.

Anschließend erfahren wir Genaueres über Woundworts seltsames Leben. Er wurde als das stärkste Kaninchen eines Wurfes vor drei Jahren geboren, in einem Bau nahe Cole Henley (das ist ein ganzes Stück weiter westlich von Efrafa). Dort befand sich auch ein Garten mit Salaten und Woundworts Vater nahm es sich vor unbekümmert und leichtsinnig diesen Garten immer wieder zu plündern. Irgendwann legte sich der dortige Bauer auf die Lauer und erschoss ihn. Anschließend versuchte der Bauer auch das Weibchen, also Woundworts Mutter auszugraben und Woundwort musste zusammen mit seinen Geschwistern fliehen. Er erwischte mit dem Gewehr jedoch alle Jungen außer Woundwort. Auch seine Mutter wurde angeschossen und anschließend von einem Wiesel getötet, welches durch den Blutgeruch angelockt wurde. Woundwort musste betäubt mit ansehen wie das Wiesel seine Mutter fraß, ehe es satt war und wieder davonzog ohne Woundwort auch zu töten. Auf Woundwort trifft somit ein uraltes, literarisches Klischee von der schrecklichen Kindheit zu und das ein Trauma ihn grundlegend verändert hat. Dadurch schwingt natürlich zunächst ein gewisses Mitgefühl für den kleinen Woundwort mit. Das wird jedoch schnell verfliegen, wenn man sich den weiteren Verlauf von Woundworts Leben betrachtet.
Neben der Leiche seiner Mutter wurde er von einem netten Schulleiter gefunden, welcher Woundwort mit zu sich nahm und mit der Flasche aufzog, bis er größer wurde und Grünzeug und Brot essen konnte. Er wurde jedoch wild wie Cowpers Hase. Es handelt sich dabei um ein Gedicht des englischen Dichters William Cowper Epitaph on a Hare welcher einen Hasen großzieht, der jedoch trotzdem ziemlich wild und aggressiv bleibt. Vermutlich war dieses Gedicht auch die Inspiration Adams für die Figur des General Woundwort, denn auf ihn trifft das gleiche zu. Er attackiert die Katze des Schulmeisters und tötet sie fast, außerdem entkommt er aus seinem Stall und flieht in das offene Land. Jedes andere Kaninchen wäre hier normalerweise sehr schnell elil zum Opfer gefallen, doch Woundwort ist nunmal kein gewöhnliches Kaninchen.
Nach einiger Zeit des Umherwanderns findet er ein kleines Gehege und zwingt sie durch Kämpfe ihn aufzunehmen. Schon bald darauf wird er das Oberkaninchen, weil er das alte Oberkaninchen und einen Rivalen umbringt. Seine Art zu Kämpfen ist furchterregend für die anderen Kaninchen, denn er kämpft nur um zu töten. Gegenüber Wunden im Kampf bleibt er völlig gleichgültig bis er schließlich mit seinem Gewicht sein Gegenüber überwältigt. Jeder, der sich ihm nicht widersetzen will, erkennt schon bald, dass er der geborene Anführer ist. Woundwort ist bereit alles zu Bekämpfen außer einem Fuchs. So hat er beispielsweise eines Abends einen Aberdeen Welpen angegriffen und in die Flucht geschlagen. Er entwickelt schon bald eine große Faszination für das Kämpfen und ist beständig bereit die Grenzen seiner Stärke auszuloten. So legt er sich auch mit den Marderartigen an und hofft eines Tages ein Hermelin oder Wiesel töten zu können. Vermutlich hauptsächlich um seine Mutter zu rächen und dieses Trauma zu überwinden.
Als er die Grenzen seiner Stärke gefunden hat, sieht er nur noch ein Ziel, die der Kaninchen zu vergrößern. Er braucht dazu ein größeres Königreich (ja, Adams verwendet hier wirklich den Begriff "kingdom") und will ein solches anlegen vor den Menschen verborgen, welches durch Disziplin und Tricks geschützt sein soll. Er verlässt das kleine Gehege und sucht mit seinen Anhängern nach einem geeigneten Ort. Sie gründen schließlich Efrafa an dem Treffpunkt zweier Reitwege, hauptsächlich weil einer der Wege tunnelartig durch Bäume und Gebüsch guten Schutz bietet. Hier legen sie in den Baumwurzeln das Gehege an.
Anfangs gedeiht das Gehege sehr gut, denn Woundwort wart mit einem unermüdlichen Eifer über sie, hilft sogar mit bei dem Graben, wenn die Weibchen nicht mehr können und gewinnt so die Loyalität seiner Anhänger, auch wenn sie ihn fürchten. Menschen bemerkt er rechtzeitig auch wenn sie noch anderthalb Meilen entfernt sind und er bekämpft alles, was sich auch nur in die Nähe des Geheges begibt: Ratten, Elstern, Eichhörnchen und sogar einmal eine Krähe. Er persönlich überwacht die Jungen und wählt die stärksten von ihnen für seine Owsla aus. Keinem Kaninchen erlaubt er zu fliehen und drei, die es am Anfang versuchen werden verfolgt und wieder zurückgebracht.
Doch als sein Gehege immer größer wird, gibt es auch Probleme. Die große Anzahl der Kaninchen zieht die Aufmerksamkeit auf sich, wenn sie dort beim silflay sind. So entwickelt er das System mit den Markierungen und den festgelegten silflay-Zeiten, welche von Offizieren und Wachen überwacht werden. Die Zeiten sind so gelegt, sodass jeder im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung zum silflay gehen kann, die besten Zeiten für Kaninchen. Jedes Anzeichen von Kaninchen wird geheimgehalten und nur die Owsla hat besondere Privilegien was Fressen, Paarung und Freiheit anbelangt. Jeder Fehler wird jedoch hart bestraft und kann zu Degradierung und Verlust der Privilegien führen. Noch schlimmer sind die Strafen für gewöhnliche Kaninchen.
Als es Woundwort schließlich nicht mehr möglich war überall zu sein wurde der Rat eingeführt. Einige kamen aus der Owsla, andere wurden wegen ihrer Listigkeit und Schlauheit ausgewählt. Auf ein Kaninchen baute Woundwort dabei besonders: Old Snowdrop, ein fast taubes Kaninchen. Dieser gab ihm den Tipp die Baue der Markierungen nicht miteinander zu verbinden. So würde sich eine Krankheit oder Gift schlechter verteilen sowie Verschwörungen. So ist es auch Kaninchen verboten eine andere Markierung zu besuchen ohne Erlaubnis. Er hört auch auf Snowdrop in der Hinsicht das Gehege nicht zu erweitern, um die Entdeckung zu erschweren und die Schwächung der zentralen Kontrolle einzudämmen. Woundwort gibt dem eher zähneknirschend nach, weil es seinem beständigen Drang nach noch mehr Macht und Stärke im Wege steht.
Deshalb entwickelt er die Weiten Patrouillen. Sie sollten für Raubzüge und Nahrungsbeschaffung dienen. Die ersten Weiten Patrouillen führte Woundwort noch selbst an. So fanden sie gleich bei ihrer ersten eine kranke Eule, die eine Maus gefressen hatte, welche vergiftetes Korn zu sich genommen hatte und töteten sie. Außerdem fanden sie zwei hlessil, welche sie dazu überreden konnten mit nach Efrafa zurückzukehren. Da Woundwort wusste wie er Loyalität in den Herzen seiner Anhänger entfachen konnte, nämlich ohne ein Tyrann zu sein, wollten seine Offiziere bald selbst Weite Patrouillen anführen. Diese übernahmen dann verschiedene Aufgaben wie die Einsammlung von hlessil, das Aufspüren von Ratten, die später getötet werden konnten. Sie sollten sich nur von Gärten und Bauernhöfen fernhalten. Bei einen dieser Patrouillen fand ein Kapitän Orchis in Nutley Copse ein anderes großes Kaninchengehege. General Woundwort persönlich führte einen Feldzug gegen dieses an, konnte es erobern und brachte die Gefangenen mit nach Efrafa, wo einige sogar in die Owsla kamen.
Mit der Zeit entwickelten die Weiten Patrouillen eine gewisse Regelmäßigkeit. Im Sommer und frühen Herbst waren meist zwei oder drei unterwegs. Ihre Patrouillen führten bald dazu, dass jedes andere Kaninchen die Nähe zu Efrafa mied und verirrte sich doch eines in die Gegend wurde es schnell geschnappt und mit nach Efrafa gebracht. Die Verluste waren hoch bei den Weiten Patrouillen und oft brauchte es den ganzen Mut des Anführers, um eine Aufgabe zu Ende zu bringen und alle Kaninchen (oder die meisten) wieder zurück nach Efrafa zu bringen. Doch die Owsla ist stolz auf die Risiken, die sie eingehen. Zudem überprüfte Woundwort diese auch selbst. So hat er schon manchen Anführer einer Weiten Patrouille überrascht, der sich zu weit von seiner eigentlichen Route entfernt hatte und diese Abweichung erklären musste. Die Patrouillen dienen somit eher als Training für listige Fährtensucher, wilde Kämpfer und schnelle Läufer. Und auch die Verluste, die nie höher als fünf bis sechs Kaninchen pro Monat sind, sind eher im Sinne Woundworts, denn sie halten die Zahl der Kaninchen gering und willige Nachzügler für die freien Stellen gibt es genügend. Woundwort ist darauf am meisten stolz: dass Kaninchen bereit sind sein Leben zu riskieren, um ihn zufrieden zu stellen. Natürlich alles mit dem Ziel, welches er auch der Owsla und dem Rat glauben lässt, es geschieht um Sicherheit und Freiheit für das Gehege zu gewährleisten und das zu einem moderaten Preis.
Ohne irgendwelche zu groß ausufernden Interpretationen vorzunehmen, die oft in Zusammenhang mit Efrafa und Woundwort angestellt werden (Efrafa ist wie das Dritte Reich, Woundwort Hitler), so lässt sich dennoch der Charakter des Efrafa-Geheges als totalitäre Militärdiktatur bezeichnen. Es gibt eine idealistische Führergestalt von der alle Impulse ausgehen. Woundwort hat jedoch beim Erreichen seiner Ziele das Positive längst überschritten. Anstatt das gewünschte Paradies für Kaninchen, die sicher vor elil und den Menschen sind, ist es ein Gefängnis für die meisten von ihnen, wo sie den größten Teil ihrer Zeit unter der Erde verbringen und schon der kleinste Verstoß ihnen harte Strafen einbringt. Die Owsla und besonders die Weiten Patrouillen haben einen eher fanatischen Charakter, denn jedes Kaninchen glaubt das größte zu erreichen, wenn es für Woundwort sinnlose Risiken eingeht. Die Kaninchen hier handeln in vielen Teilen völlig wider der Natur: sie greifen wehrlose Tiere an, die keine Bedrohung für sie darstellen und sogar elil; löschen anderen Kaninchengehege aus und setzen sich ohne erkennbaren Grund großen Risiken aus. Sie sind ähnlich wie die Kaninchen des Geheges der Schimmernden Drähte auf eine gewisse Weise menschenähnlich geworden und haben die Wege El'ahrairahs auch vergessen. Doch während die ersteren sich in eine Scheinrealität mit Dichtereien, Kunst und Selbstverleugnung geflüchtet haben, drückt sich die Andersartigkeit und Menschenähnlichkeit der Efrafas durch ihre militärische Organisation, Tyrannei der eigenen Artgenossen und Aggression gegen alle anderen Lebewesen aus. Es lässt sich sagen: Woundwort hat versucht aus den Kaninchen Menschen zu machen und zwar die eher negativen Aspekte der Menschen.

Zurück in der Gegenwart sehen sich die Efrafas jedoch mit einigen Problemen konfrontiert und die hängen zum Teil auch mit Hazels Gruppe zusammen. Die Kontrolle über das Gehege bereitet immer größere Probleme, denn es gibt einfach zuviele von ihnen. Die Weibchen absorbieren zwar ihren Nachwuchs größtenteils, doch das hilft dennoch nicht davor, dass sie unruhig werden und schwer zu kontrollieren sind. So hat eine Gruppe Weibchen vor dem Rat gesprochen, woanders ein Gehege anzulegen, weit weg von Efrafa, doch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Zunächst waren sie noch friedlich, doch als sie merkten, dass ihr Anliegen unter keinen Umständen genehmigt werden würde, wurden sie aggressiv, sodass der Rat harte Maßnahmen ergreifen musste. Außerdem hat die Owsla bei den gewöhnlichen Gefolgsleuten einiges an Respekt verloren.
Hier kommt jetzt die Rede auf Hollys Expedition, die bekanntermaßen in das Right Flank Mark gesteckt worden waren, Woundwort wollte eigentlich später herausfinden woher sie kommen, doch da hatten sie schon Hauptmann Bugloss überlistet und entkamen. Für Bugloss war das das Ende in der Owsla, er wurde degradiert und von der Owsla ausgeschlossen. Seine Schande hat jedoch Woundwort nur noch mehr Schwierigkeiten bereitet. Denn während Wachen und normale Owsla-Offiziere einfach zu ersetzen sind, sieht es mit guten Hauptmänner schon schwieriger aus und Woundwort hat praktisch drei innerhalb kürzester Zeit verloren. Bugloss war der erste dieser Verluste, denn er würde nie wieder in die Owsla zurückkehren können. Ein anderer Hauptmann Charlock, wurde bei der Verfolgung von Hollys Gruppe zusammen mit seiner Patrouille von dem Zug überfahren. Woundwort ist sich offenbar bewusst was das ist und weiß auch, dass es nur ein weiterer Beweis für die Boshaftigkeit der Menschen ist. Interessant wie hingegen Holly und seine Begleiter den Zug als Boten Friths interpretiert haben.
Und erst vor einigen Tagen wurde Hauptmann Mallow von einem Fuchs erwischt, als er einer großen Gruppe Kaninchen (natürlich ist das Hazels Gruppe) auf der Spur war und ein anderes Kaninchen den Fuchs zu ihm führte. Mallow ist der schlimmste Verlust für Woundwort, denn er war ein Hauptmann mit großer Erfahrung und viel Prestige. Zumindest dessen Stellvertretet Groundsel konnte die Patrouille geordnet wieder zurückführen, doch natürlich war es trotzdem bitter für Mallows Tod nichts vorweisen zu können.
Andere Patrouillen wurden ausgesandt, doch diese konnten nur bestätigen, dass die anderen Kaninchen über die Eisenbahnschienen weitergezogen sind. Für Woundwort ist es intolerabel, dass sie Efrafa so nah passieren konnten und er hofft sie noch immer erwischen zu können, wenn es nur einen Offizier mit Abenteuerlust gebe. Ein möglicher Kandidat wäre Hauptmann Campion, doch es kommt erschwerend hinzu, dass sie das eher feuchte Gebiet jenseits der Schienen und den Fluss meiden und somit kaum kennen. Woundwort kann bei den derzeit auftretenden Disziplinproblemen im Gehege unmöglich selbst eine solche Expedition anführen. Und auch Campion kann nicht wirklich entbehrt werden, sodass es besser ist die Fremden erst einmal links liegen zu lassen.Wichtiger ist es, die Verluste in der Owsla zu ersetzen. Am besten wäre dafür Kaninchen geeignet, die mit Streits gut fertigwerden. Woundwort will einfach die fähigsten der Offiziere nehmen, diese sich die Hörner abstoßen lassen und sich nur auf ihr Training konzentrieren bis sie bereit wären.
Deshalb fragt Woundwort Chervil wie seine Wachen sich eigenen würden. Chervil lobt sie, Marjoram hat bereits unter Woundwort als Läufer gearbeitet und er würde auch Moneywort kennen. Woundwort ist jedoch von beiden nicht sehr begeistert, denn er muss Mallow und Charlock ersetzen. Für Chervil ein schweres Unterfangen, denn solche Kaninchen hüpfen nicht einfach aus dem Gras. Woundwort ist jedoch der Meinung, irgendwo her müssen sie kommen und Chervil soll sich deshalb etwas einfallen lassen. 
Gerade als sie einen weiteren Rundgang machen wollen, kommt Campion auf sie zu. Campions Hauptaufgabe bei den Efrafas ist es die Randgebiete zu untersuchen und Ausschau nach Spuren von Mensch oder elil zu halten. Er ist ein exzellenter Fährtensucher und ihm entgeht nichts, weshalb er einer der wenigen Kaninchen ist für die auch Woundwort Respekt hat. Jetzt jedenfalls hat Campion ein hlessi an der Brücke gefunden. Woundwort fragt dieser will und Campion antwortet, er wäre hier um sich Efrafa anzuschließen. Woundwort ist sofort überrascht darüber, dass sich jemand freiwillig Efrafa anschließen will und fragt warum sich der Rat dem nicht annehmen kann. Campion würde sich dem beugen, doch er meint auch dieses Kaninchen könnte sich als durchaus nützlich erweisen. 
Und so suchen Woundwort und Campion dieses Kaninchen am Crixa (dem Kreuzpunkt der Reitwege) auf. Zwei Mitglieder der Owslafa sind bei ihm. Natürlich ist es Bigwig, der sich Woundwort als Thlayli vorstellt und sofort von Campion zurechtgewiesen wird ein "Sir" anzufügen. Bigwig jedoch schweigt und zeigt wieder ein bisschen seine rebellische Seite. Woundwort fragt warum er hier ist und Bigwig antwortet, er würde sich Efrafa anschließen wollen. Als Woundwort fragt warum, ist Bigwig überrascht weshalb er fragt, denn es ist sein Gehege und Bigwig fände es nicht ungewöhnlich sich ihm anzuschließen. Das wäre es wohl auch bei jedem anderen Gehege, doch Efrafa ist anders und hat seinen Ruf bei den Kaninchen weg und wird von ihnen gemieden. Bei einem Kaninchen, welches sich freiwillig Efrafa anschließen will, schrillen bei Woundwort somit einige Alarmglocken. Er ist jedoch diesbezüglich still. Woundwort fragt deshalb was er alles kann, worauf Bigwig er könne rennen und kämpfen, denn früher war er Offizier in einer Owsla gewesen. Er wird von Woundwort aufgefordert seine Kampfkünste unter Beweis zu stellen, in dem er Hauptmann Campion angreifen soll. Dieser kann sich vor einem schweren Schlag Bigwigs geradeso in Sicherheit bringen.
Woundwort gibt sich jedoch noch nicht zufrieden und fragt wo er in einer Owsla war. Bigwig sagt weit weg und das Gehege sei von Menschen zerstört worden. Er ist eine zeitlang umhergewandert und hat schließlich Gerüchte über Efrafa gehört und hofft sich anschließen zu können, denn er könne von einigem Nutzen sein. Das beeindruckt Woundwort schon etwas und er glaubt ihm auch. Jede Owsla würde ein Kaninchen wie Bigwig haben wollen und er muss einigermaßen schlau sein, wenn er die Zerstörung seines Geheges überlebt hat und von sehr weit hergewandert ist, denn in der Reichweite von Efrafas Weiten Patrouillen gibt es kein Gehege. So entscheidet er Bigwig vorerst aufzunehmen. Campion würde sich ihn für den Abend annehmen und der Rat würde am nächsten Morgen über ihn entscheiden.
Der Rat stimmt auch dafür ihn aufzunehmen, denn es könne nicht schaden bei der Zwickmühle in der sich das Gehege gerade befindet. Bigwig wird sofort zum Offizier für das Near Hind Mark ernannt, unter der Führung von Hauptmann Chervil. Er bekommt auch die übliche Wunde als Erkennungszeichen seiner Markierung verpasst und beginnt noch am Mittag mit seinem Dienst.
So gesehen hat Bigwig großes Glück nach Efrafa zu kommen als diese dringend neue, fähige Hauptmänner brauchen. Hier zeigt sich auch das Glück welches Hazels Gruppe hatte, denn sowohl Hollys Flucht als auch Bigwigs eher übermütige Tat hat die Efrafas drei fähige Hauptmänner gekostet und die Probleme weiter verschärft. Somit kommt Bigwig verhältnismäßig schnell zu einer hohen Position, was bei seiner weiteren Mission nur von Vorteil ist.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 33: The Great River

Das Erreichen des Flusses Test vergleicht Adams eingangs mit einer Passage aus dem Kinderroman The Wind in the Willows von Kenneth Grahame, einem britischen Schriftsteller der 19./20. Jahrhundert lebte. Seine Geschichte handelt von den Abenteuern verschiedener anthropomorpher Tiere wie einer Ratte, einem Maulwurf, einer Kröte und einem Dachs. Die hier zitierte Passage beschreibt den Fluss, welchen der Maulwurf das allererste Mal sieht und von dessen Größe er überwältigt ist.

Hazel erwacht in dem Gehölz, als er einige sonderbare Laute und Schreie vernimmt. Sie sind jedoch zu leise und zu schwach, um zu den elil zu gehören und bald findet Hazel auch heraus wer dafür verantwortlich ist, eine Gruppe Fledermäuse. Menschen können bekanntermaßen keine Fledermausgeräusche vernehmen, doch da Kaninchen ein viel feineres Gehör haben, vernehmen sie die Fledermäuse. Ein sehr interessantes Detail welches Adams hier beachtet hat und wieder die Tatsache unterstreicht, dass es sich bei den Kaninchen nur um Kaninchen handelt.
Kurz darauf sucht Hazel eine Gruppe ihm unbekannter Blumen auf, es ist Seifenkraut, und fängt an zu fressen. Er hat Probleme mit seinem Hinterlauf, der angeschossen wurde und doch nicht so gut heilt wie erwartet. Dass er sich eher mühsam zu den Blumen schleppt, bemerkt auch Pipkin, der ihn aufsucht und sich Sorgen macht. Hazel meint jedoch, es wäre alles okay und er fragt Pipkin wo Kehaar ist, denn er müsste ihn was fragen. Dieser ist zu einer weiteren Patrouille ausgeflogen, um nach den Efrafas Ausschau zu halten. Bigwig und Silver haben ihn gebeten, sie wollten Hazel dafür nicht stören und aufwecken. Darüber ist Hazel verärgert, denn er hätte lieber bald den Weg über den Fluss gefunden, den nur Kehaar kennt anstatt noch länger hier zu warten. Ähnlich wie Bigwig fühlt er sich aufgrund der Lage nervös und angespannt. Die Efrafas haben sich als genau die Gefahr erwiesen wie Holly es beschrieben hat. Nur durch Glück ist Hazels Gruppe bisher noch nicht erwischt worden: Bigwig hat den Fuchs zu der einen Weiten Patrouille geführt und die andere hat Kehaar rechtzeitig bemerkt. Er befürchtet schon, dass Woundwort sie längst ausfindig gemacht hat und vermutlich sogar selbst fliegende Boten besitzt wie sie mit Kehaar. Er verdächtigt die Fledermäuse. Zumindest ist Hazel jetzt über Bigwig nicht mehr so verärgert, denn er kann verstehen wie schlimm das Warten ist. Gerade als er alle zusammenrufen und aufbrechen lassen will, kommt Kehaar zurück.
Es nähern sich ihnen keine neuen Patrouillen und Hazel fragt, ob es noch weit bis zum Fluss ist. Laut Kehaar müssten sie nur ein kleines Wäldchen durchqueren und wären schon da. Noch bevor sie den Fluss erreichen, spüren sie aufgrund der Geräusche dessen Nähe und wissen, dass er größer ist als alles was sie je zuvor gesehen haben. Sie springen unruhig umher, um ihre Selbstsicherheit wiederzufinden. Schon bald erreichen Hazel und Fiver über einen Weg die Flussbank, welche von vielen seltsamen und ihnen unbekannten Pflanzen bewachsen ist.
Beim Anblick des Flusses fühlen sie sich wie Leute, die an einen beeindruckenden Ort kommen, wo sie selbst völlig unbedeutend sind. Adams vergleicht das mit der Ankunft des berühmten venezianischen Händler und Reisenden Marco Polo in China (Cathay ist der Name für Chine den Marco Polo in seinem Reisebericht verwendet). Er bemerkt, dass diese Stadt Wunder besitzt jenseits seiner Vorstellungskraft und schon immer existiert hat, solange er gelebt hat und seine Ankunft überhaupt nichts von Interesse ist, dass es nichts gibt was Venedig dieser Stadt bieten könnte. Allgemein würde nichts einen Menschen so zurechtstutzen, wie der erstmalige Anblick eines wundervollen und fremden Ortes. Der Vergleich ist sehr interessant, denn er verdeutlicht so wunderbar den Unterschied zwischen Kaninchen- und Menschenperspektive. Ein kleiner Fluss, der für uns völlig unbedeutend und alltäglich ist, wird für die Kaninchen zu einem Wunderwerk wie für uns vielleicht der erste Anblick auf die Pyramiden von Gizeh oder die Niagara-Fälle.
Die Kaninchen kauern sich in dem Gras zusammen, hoffen nicht in dem anderen die Nervosität zu sehen, die sie selbst empfinden. Pipkin wird von der unbekannten Fauna überrascht, zuerst durch eine Libelle, dann durch einen Eisvogel. Kehaar jedoch empfindet natürlich nichts Seltsames an einem Fluss. Er verspeist genüsslich einen Egel. Hazel fragt derweil Fiver, ob es hier sicher ist. Fiver meint es wäre so, sie müssten nur den Fluss überqueren, ehe es dunkel wird, doch Kehaar wird ihnen den Weg schon zeigen. Hazel antwortet jedoch, sie könnten niemals hier die ganze Zeit auf Bigwig warten, denn es ist ein für Kaninchen völlig unnatürlicher Ort. Doch Fiver sagt, Hazel solle sich beruhigen, sie werden sich sehr schnell an die Flussgegend gewöhnen. Sie waren bereits an schlimmeren Orten gewesen. Fiver fragt sogar, ob er die Führung übernehmen soll wegen Hazels Hinterlauf. Hazel willigt ein und bittet Pipkin darum, die anderen zu holen. Er wendet sich noch einmal an Fiver und gibt zu, dass er Ärger spürt. Er verlangt so viel von seinen Freunden und dabei gibt es soviele Risiken in diesem Plan. Fiver beruhigt ihn, dass er die anderen unterschätzt und sie definitiv mehr aushalten können. Es ist hier gut zu sehen wie Hazel schließlich doch noch große Zweifel an seinem Plan kommen, hauptsächlich ausgelöst durch die Efrafa-Patrouillen und seinem Bein. Doch die Zusicherung von Fiver beruhigt ihn wieder und gibt ihm die Sicherheit die Gruppe weiterzuführen.
Kehaar kommt derweil zu ihnen und fragt worauf sie warten, die Brücke wäre ganz nah. Natürlich weiß Hazel nicht, was eine Brücke ist und er fühlt sich auch etwas unwohl in dem nun offenen Gebiet, welches von Menschenhand angelegt ist. Unterstrichen wird das durch eine Straße ganz in ihrer Nähe. Vorsichtig nähert er sich dem Straßenrand. Dahinter ist die Brücke, welche etwa 30 Fuß, also etwas weniger als zehn Meter lang ist. Hazel nimmt sie gar nicht als ein solches wahr, sondern sieht nur die Straße, weil er die Idee einer Brücke gar nicht versteht. Adams wählt hier wieder einen heiklen Vergleich mit Afrikanern, die ein Flugzeug zunächst gar nicht als so unglaublich und wundersam betrachten würden, aber ein Pflug, der von einem Pferd gezogen wird. Grundsätzlich enthält dieser Vergleich nichts Bedenkliches, jedoch werden hier wieder primitive Menschen mit Kaninchen verglichen und das könnte dem einen oder anderen doch zu gewagt sein.
Hazel ist deshalb auch nur besorgt, weil es auf der Brücke keine Deckung gibt. Wieder fragt er Fiver, ob es sicher ist. Dessen Zuversicht hat jedoch mittlerweile unerwartete Höhen erreicht und er meint, wenn Hazel den Bauernhof und die Stallhütte betreten hat, so kann er erst recht die Brücke überqueren. In der Mitte der Brücke entscheidet sich Fiver sogar ein bisschen anzugeben, um die anderen neugierig zu machen. Er, Hazel und Pipkin gehen bis zum Rand der Brücke und blicken unter dem Geländer auf den strömenden Fluss Test hinab. Dieser wurde begradigt und dient hauptsächlich zur Aufzucht von Forellen. Wir erhalten eine ausführliche Beschreibung des Flusses. Schließlich bemerken sie einen großen Fisch, welcher in der Strömung ruhig verharrt. Dann bewegt er sich und das erinnert Hazel an die Katze in dem Hof. Als dieser Fisch sein Maul öffnet, bemerken sie auch die Zähne und der Fisch fängt eine Fliege aus der Luft. Fiver wird sofort bewusst, dass es ein Raubfisch ist und warnt Pipkin davor, nicht hineinzufallen, denn ist ein Hecht wie aus der Geschichte von El'ahrairah. Fiver nennt ihn Seehabicht (im englischen Original wird hier sea-hawk genannt jedoch hat der Hecht natürlich nichts mit dem amerikanischen Seeadler zu tun). Pipkin fragt ängstlich, ob dieser Fisch ihn fressen würde und Hazel meint dazu, es könnte durchaus Tiere dort geben. Er will, dass sie schnell weitergehen bevor noch ein Auto kommt. Fiver rennt einfach los und ist schon bald auf der anderen Seite.
Hier ist der Untergrund zwar auch sumpfig, doch es gibt genügend Deckung. Silver und Dandelion kommen auch bald herüber, doch der Rest sträubt sich, am seltsamsten ist es bei Bigwig, der erst von Kehaar dazu angestachelt werden muss, überzusetzen. Vermutlich ist Bigwigs Zögern damit zu erklären, weil er genau weiß, dass er mehrmals über diese Brücke übersetzen muss. Jedenfalls verbringen sie alle eine unorganisierte und unruhige Nacht, weil sie in Menschengebiet sind, doch es kommen keine elil.
Am nächsten Morgen untersuchen sie das Ufer und die Flussbank, merken jedoch bald, dass es dort viel zu feucht ist für ein Kaninchen und Silver führt sie schließlich in das Waldland, wo es etwas trockener ist. Erst gegen Nachmittag kommt Kehaar zurück und sucht Hazel auf. Es kommt zwar keine neue Patrouille, doch Kehaar ist ungeduldig. Er will zurück zum Großen Wasser und fragt worauf sie noch warten, um die Mütter rauszuholen. Hazel ist sich bewusst, dass sie bald mit ihrer Mission in Efrafa beginnen müssen. Er lässt durch Bluebell Blackberry, Fiver und Bigwig zu sich rufen und bespricht mit ihnen noch einmal die Lage. Zwei der drei Teile ihres Plans sind bereits geregelt. Jedoch weiß er immer noch nicht, wie sie die Efrafas loswerden wollen, ohne das diese sie finden können. Die Efrafas sind einfach zu brutal und schnell und sie werden sie finden, denn sie können nicht schneller fliehen, besonders nicht mit einer Schar Weibchen, die noch nie außerhalb von Efrafa gewesen sind. Blackberry hat darauf jedoch keine wirkliche Antwort und fragt, ob sie über den Fluss schwimmen können. Das wäre jedoch keine gute Idee, denn die Strömung ist viel zu stark und außerdem könnten die Efrafas auch übersetzen, wenn sie der Meinung sind, sie hätten den Fluss überquert. Selbst wenn Kehaar ihnen helfen kann, Verfolger zu zerstreuen, so werden die Efrafas sie letztendlich doch finden. Blackberry hat keinen Vorschlag und ist dafür die Gegend zu erkunden, vielleicht finden sie ein gutes Versteck.
Sie gehen zusammen mit Bluebell los und finden sich bald in wesentlich dichterem Waldland wieder, wo es vielleicht ein ganz gutes Versteck geben könnte. Kurz davor erreichen sie jedoch einen kleinen Wasserfall. Er ist künstlich angelegt, um die Forellen anzulocken. Darüber befindet sich jedoch eine kleine Plankenbrücke. Sie fällt Blackberry sofort auf und er fragt Kehaar, ob er sie kenne. Er verneint das zwar, doch es wäre sicher sie zu überqueren, da niemand kommen würde. Blackberry will sie überqueren, doch Hazel erklärt, dass Fiver jetzt der Experte ist im Brückenüberqueren und diesem folgen sie auch. Blackberry und Fiver sind kaum auf der anderen Seite, da haben sie auch schon ein seltsames Objekt am Ufer entdeckt. Es ist ein flaches, hölzernes Ding, an den Rändern erhöht, welches Hazel an ein Objekt erinnert, welches er einmal auf einer Müllhalde gefunden und für nicht wichtig befunden hat (damals war es eine kaputte Tür gewesen). Auch hier will er dem Impuls nachgeben, dieses Ding links liegenzulassen. Blackberry ist bereits auf dem Objekt und dabei bemerkt Hazel, dass ein Teil von dem Ding auf dem Wasser liegt. Als er fragt was Blackberry will, antwortet dieser er hätte flayrah entdeckt, die Reste eines Kopfsalats. Auch Kehaar hat etwas entdeckt und Hazel fragt ihm, was das Ding es ist. Es wäre ein Boot, nichts Gefährliches. Auf dem Großen Wasser gäbe es wesentlich mehr von ihnen, die Menschen würden es benutzen, um sich auf dem Wasser fortzubewegen.
Das Boot ist ein kleiner Stechkahn, um das Gras und das Schilf an den Uferrändern zu schneiden. Es ist kaum mehr als ein Floß und hat nur eine kleine Sitzbank in der Mitte und kaum Platz. Fiver erinnert sich beim Anblick von Blackberry an die hölzerne Platte mit der sie den Enborne überquert haben. Blackberry ist jedoch eher irritiert, warum es sich nicht auf der Strömung mitbewegt wie alles andere hier. Kehaar, der wieder einmal das Unverständnis der Kaninchen nicht verstehen kann (weshalb er auch Blackberry weniger mag als Bigwig oder Silver), macht auf das Seil aufmerksam mit dem das Boot befestigt ist. Wenn sie es zerbeißen würden, dann würde sich das Boot sehr schnell bewegen. Fiver versteht sofort was Kehaar meint. Hazel jedoch anscheinend nicht. Er will wieder umkehren, denn er spürt, dass sie der Lösung ihres Problems kein Stück nähergekommen sind. Für die Nacht will er nur, dass sie trockeneres Gelände erreichen. Bluebell macht einen Witz darüber, dass er es traurig findet, weil er schon entschieden hat, ein Wasserkaninchen zu sein. Bigwig fragt was das sein soll und so erklärt ihm Bluebell den Witz. Es gäbe hier Wasserkäfer, Fiver hätte einen Wasserhabicht, warum also soll es nicht auch ein Wasserkaninchen geben.
Dabei springt der Funke bei Blackberry über. Er weiß jetzt wie sie den Efrafas sicher entkommen können. Sie brauchen bloß das Seil durchzutrennen und schon können sie entkommen und auf eine Weise von der Woundwort nichts weiß. Auch Hazel und Bigwig wollen das erklärt bekommen, denn sie sind nicht so schnell wie Fiver und Blackberry. Sie erklären es ihnen und Blackberry bittet Hazel darum, auszuprobieren, ob das Seil nicht zu dick ist. Hazel meint es wäre genau richtig und straff gespannt, sodass er keine Probleme hätte es durchzunagen. Kehaar ist ebenfalls mit der Idee einverstanden, er meint jedoch trotzdem schnell zu sein, denn der Mensch könnte jederzeit kommen und das Boot mitnehmen.
So verliert Hazel keine Sekunde und beauftragt Bigwig sofort mit seinem Teil der Aufgabe zu beginnen. Dieser hat jetzt die Führung über alles inne und soll durch Kehaar ihnen Nachricht geben, was sie machen sollen. Bigwig zögert kaum, er ist zwar überrascht wie plötzlich Hazel starten will, doch er ist bereit nach dem ganzen Abwarten und Zögern. Er wird von Kehaar über das Weideland durch die Ziegelbrücke über welche der Zug fährt geleitet in Richtung die Felder dahinter. Es dürfte womöglich keine große Überraschung mehr sein welche Aufgabe Bigwig zukommt, doch dazu ausführlich in den nächsten Kapiteln. 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 32: Across the Iron Road

Bigwigs eher übermütige Tat in Bezug auf den Fuchs umschreibt Adams mit einem Zitat über die Englische Armee durch einen französischen General. Auch wenn ich nicht ganz sicher bin (drei Semester Französisch sind in Rekordzeit vergessen, besonders wenn man diese Sprache eigentlich überhaupt nicht lernen will), bedeutet es soviel wie oft hat der Geist von Rivalität und Unfrieden die Englische Armee vor einer Niederlage bewahrt. Das passt ziemlich gut auf Bigwig, der aus Unzufriedenheit und Nervosität handelt und verrückterweise trotzdem etwas Positives für die Gruppe bewirkt.

Von dem Wissenschaftler erfahren wir zunächst, dass Füchse zwar tatsächlich von allen Kaninchen gefürchtet werden, jedoch Kaninchen ihm auch nur selten zum Opfer fallen. Der Fuchs ist einfach zu langsam und sein Geruch wird zu schnell wahrgenommen, sodass er eine ernsthafte Bedrohung ist. Gefährlich ist er nur, wenn er sich im Unterholz durch den Wind geschützt oder die Kaninchen aus Unkenntnis den Fuchs nicht als Bedrohung wahrnehmen. Jedoch würde kein Fuchs ein Kaninchen jagen, wenn er offen bei Sonnenuntergang über ein Kar geht. Auch wenn noch keiner aus Hazels Gruppe je einen Fuchs gesehen hat, so wissen sie instinktiv trotzdem, dass ein Fuchs der im offenen Gelände gesehen wird keine Gefahr darstellt, wenn er früh genug gesehen wird. Hazel ärgert sich nur keine Wache aufgestellt zu haben, als sie alle von Dandelions Geschichte in den Bann gezogen waren. Vor diesem Versäumnis haben ihn nun Pipkin und Fiver bewahrt und er glaubt auch, dass Fiver nicht nur aus Mitleid mit Pipkin sich von der Gruppe entfernt hat, sondern weil er Wache halten wollte. Da Fiver jedoch Hazel nicht vor allen anderen Ratschläge erteilen wollte, hat er es geschickter angestellt.
Hazel weiß jedoch sofort, dass sie nur in das nächste Waldstück rennen müssen und sie sind sicher. Er fragt nach Fiver, der auch zeigt wo der Fuchs ist. Er ist tatsächlich noch ein ganzes Stück entfernt und offensichtlich nicht auf der Jagd. Trotzdem hat er ein raubtierhaftes Auftreten, was die Kaninchen verängstigt. Als es hinter einer Anhöhe verschwindet, kehren Hazel und Fiver zurück und wollen die anderen weiterführen.
Plötzlich springt Bigwig an ihnen vorbei und rennt genau auf den Fuchs zu. Alle sind erstaunt, Silver will eingreifen, doch Hazel erlaubt es nicht. Bigwig kommt dem Fuchs immer näher, welcher sich ihm eher träge nähert. Als er schon fast bei ihm ist, humpelt Bigwig davon in Richtung der Bäume von Caesar's Belt und der Fuchs folgt ihm. Blackberry fragt was er vorhat und Fiver meint, er würde den Fuchs weglocken, doch dafür bestände eigentlich überhaupt keine Notwendigkeit. Hazel ist darüber sehr verärgert. Der Fuchs kommt Bigwig immer näher und dieser verschwindet im Unterholz. Plötzlich ist ein schmerzhafter Aufschrei zu hören und alle denken, dass der Fuchs Bigwig erwischt hat. Blackberry ist entsetzt und Silver fragt Hazel, ob sie sofort weiterziehen sollen, denn sie können Bigwig eh nicht helfen. Dieser kommt jedoch im nächsten Moment aus den Bäumen heraus auf sie zugerannt und treibt sie sofort an weiterzurennen. Bluebell fragt, ob er verletzt ist, was er verneint. Hazel hört jedoch nicht auf ihn, sondern stutzt ihn zurecht.
Es wird bereits dunkel und die letzten Ereignisse haben die Kaninchen fast tharn gemacht. Hazel treibt sie an weiterzugehen. Sie erreichen nach einige Zeit einige überwachsene Felder, wo Hazel Hawkbit und Speedwell als Wachen aufstellt und sich dann Bigwig vorknöpft. Er sagt zu ihm, er sei wütend mit ihm, weil er das einzige Kaninchen ist, was sie wirklich brauchen und er wäre ein dummes Risiko eingegangen. Es war weder notwendig noch clever. Und zu meiner Überraschung sieht Bigwig ein, kopflos gehandelt zu haben. Das ist ein großer Wandel von dem impulsiven Bigwig, welcher mit Zurechtweisung und der befehlenden Autorität schließlich nicht mehr zurechtgekommen ist und seinen Dienst quittiert hat. Und eigentlich könnte er Hazel Nuthanger Farm vorhalten, denn das war insgesamt ein ähnlich unnötiges Risiko wie der Fuchs. Jedoch erkennt er Hazels Autorität als Oberkaninchen absolut an und weiß was er der Gruppe wert ist. Er möchte weder Hazel als Oberkaninchen noch die Gruppe aufgegeben und gesteht sich so einen Fehler ein. Den ganzen Tag schon waren seine Nerven strapaziert, wegen seiner bevorstehenden Aufgabe bezüglich Efrafa. Deshalb hat er auf einen Kampf oder ein Risiko gehofft - und diesen Fuchs wie einen Narren aussehen zu lassen war so eins - um sich weniger Sachen um diese ominöse Aufgabe zu machen. Hazel ist trotzdem noch sauer mit ihm, weil er El'ahrairah spielen wollte und sein Leben für nichts riskiert hat. Zugegeben das hat Hazel bei Nuthanger Farm auch getan, aber da waren wenigstens die Weibchen zu gewinnen.
Viel interessanter ist jedoch, weshalb er geschrieen hat als er in dem Unterholz war. Bigwig meint er war das gar nicht. Sein Ziel wäre es eigentlich gewesen den Fuchs im Unterholz zu verlieren und schnell wieder zurückzukommen. Doch genau in dem Moment wäre er einer Gruppe fremder Kaninchen begegnet. Er wollte ihren Anführer warnen vor dem Fuchs, doch dieser wollte Bigwig nur aufhalten. So hat er ihn umgestoßen und ist schnell weitergerannt. Dann hat er auch dieses furchtbare Quiecken gehört, was nur bedeuten kann, dass der Fuchs eines der Kaninchen erwischt hat. Schließlich hat Bigwig diesen genau zu ihnen geführt. Was jedoch aus den anderen wurde weiß Bigwig auch nicht, vermutlich sind sie weggerannt. Jetzt erst sieht Hazel, dass es womöglich doch zu ihrem Besten war. Jedoch soll Bigwig keine Tricks mehr versuchen bis zum richtigen Zeitpunkt. Er soll sich an ihn und Silver halten. So hat sich also Bigwigs übermütige Tat ironischerweise zum Positiven ausgewirkt, denn ich denke man braucht keine großen Überlegungen anzustellen wer diese Kaninchen waren. Es war natürlich eine Weite Patrouille aus Efrafa, welche bereits der Fährte von Hazels Gruppe gefolgt war und vermutlich wäre es zu einem Kampf gekommen, wenn Bigwig nicht die Idee mit dem Fuchs gehabt hätte. Im übrigen wird sich das noch in einer anderen Weise als großer Vorteil für Hazels Gruppe herausstellen, doch dazu später mehr.
Silver jedenfalls kommt zu ihnen und bemerkt, dass sie viel zu nah an Efrafa dran sind. Sie müssten schnell weg. Hazel jedenfalls will einen möglichst großen Bogen um Efrafa machen und hofft Silver könne die Eisenstraße wiederfinden von der Holly gesprochen hat. So ziehen sie in der Nacht weiter und erreichen nach einer ereignislosen Nacht (nur gestört durch ein paar Vögel) im Morgengrauen die Schienen. Sie alle sind der Erschöpfung nahe und Bluebell meint er wäre froh eine Schnecke zu sein, und Hazel sagt er wäre dann ein Igel, doch dafür hätte er nach Bluebells Meinung zu wenig Flöhe. Bluebell drückt allgemein aus wie schön es wäre eine Schnecke zu sein: keine Beine und keine Flöhe, immer nur faul im Gras liegen zwischen dem Löwenzahn. Doch dazu sagt Hazel nur, das geht nur solange bis die Amsel kommt. Es sind solche Stellen wie diese hier, weshalb ich Bluebell so mag, er kann die Stimmung immer etwas auflockern und sorgt mit seinen Sprüchen für etwas Humor im Kontrast zu dem sonst so ernsten Hazel.
An der Stelle wo sie die Schienen erreichen, sind diese in einem kleinen Tal und Hazel kann die unnatürlichen Gerüche wahrnehmen, die so eine Eisenbahnstrecke mit sich bringt. Er entscheidet die Schienen schnell zwischen sich und Efrafa zu bringen, bevor sie etwas fressen. Sie erwarten zwar jeden Moment die Ankunft von Friths Boten, doch es passiert nichts. Ehe sie jedoch silflayen können, warnt sie Kehaar sofort weiterzuziehen. Die Efrafas sind sehr nahe. Hazel ist davon sichtlich genervt und treibt sie dennoch weiter an in das nächste Waldstück. Speedwell muss er mit der Ermahnung antreiben, mitzubekommen, denn sonst bekäme er in Efrafa seine Ohren zerfetzt. Wieder eine Erinnerung an das Schicksal des armen Blackavar, welches ihnen immer noch große Angst bereitet. Schließlich erreichen sie den Wald und Hazel hält Rücksprache mit Kehaar. Hazel meint sie könnten nicht weiter, weil sie zu erschöpft sind, doch die Patrouille ist an der Eisenbahnstrecke wieder umgekehrt. Kehaar hält Wache, während die Kaninchen ausruhen und schlafen.  

Dienstag, 20. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 31: The Story of El'ahrairah and the Black Rabbit of Inlé

Puh, dieses Kapitel hat Adams seinen Töchter vorgelesen? Selbst als Erwachsener empfinde ich diese Story als sehr düster und verstörend. Eingeleitet wird das Kapitel wieder mit einem Gedicht von Robert Browning, welcher schon bei dem Kapitel The Crow and the Beanfield zitiert wurde. Der hier zitierte Vers aus dem Gedicht Prospice spiegelt sehr gut die Stimmung dieses Kapitels wieder. El'ahrairah sieht sich dem finstersten Wesen der Kaninchen gegenüber.

Alles begann damit, dass König Darzin durch irgendeinen Informanten - es ist nicht bekannt ob Hufsa oder Yona - dass ihn El'ahrairah bei dem Kopfsalat ausgetrickst hatte. Er schwor Rache und bekam irgendwie Rabscuttle in seine Gewalt, den er zum Graben verdonnerte. El'ahrairah schaffte es jedoch mit der Hilfe zweier seiner Weibchen ihn zu befreien, in dem er einen Weg zu dem Ort grub, wo Rabscuttle dazu verdammt war einen Lagerraum für König Darzin auszuheben. Das war zu viel für König Darzin und er schwor mit seinen Soldaten die Wiesen anzugreifen, wo El'ahrairahs Volk lebte und ein Ende mit ihnen zu machen. Jedoch waren die Soldaten König Darzins (womöglich sind das auch Biber oder Bisamratten oder irgendsowas Ähnliches) das Kämpfen in engen Tunneln nicht gewohnt, sodass sie an der Oberfläche blieben und eine andere Taktik anwandten. Immer wenn ein Kaninchen nach draußen kam wurde es getötet oder angegriffen.
Das brachte die Kaninchen schon bald in eine Notsituation, denn sie müssen immer zum silflay nach draußen gehen, was zu einem Risiko wurde. El'ahrairah versuchte jeden Trick, doch nichts klappte. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand seines Volkes und viele von ihnen wurden krank. Schließlich war El'ahrairah verzweifelt und deprimiert genug als er wieder sein Leben riskiert hatte, um ein junges Weibchen und ihr Junges zu füttern, weil ihr Gefährte einen Tag vorher getötet worden war, sodass er bereit war mit jedem eine Abmachung zu treffen, selbst mit den elil. Es fiel ihm jedoch nur ein Wesen ein, welches mächtig genug war König Darzin zu vertreiben und mit ihm eine Vereinbarung zu treffen: das Schwarze Kaninchen von Inlé. Doch schon allein der Gedanke daran brachte El'ahrairah zum Zittern.
Das Schwarze Kaninchen ist eine Art Todesbote bei den Kaninchen, ähnlich wie bei uns der Sensenmann ein Symbol für den Tod ist. Er ist für den Tod eines jeden Kaninchen verantwortlich und symbolisiert daher alles Schreckliche was den Kaninchen zustößt. Dandelion beschreibt ihn als einen kalten, bösen Traum von dem nur Frith die Kaninchen befreien kann. Er lenkt das Schicksal eines jeden Kaninchens, welches einen unerwarteten Tod stirbt und wenn er ein Kaninchen in der Nacht zu sich ruft, so muss es mit ihm mitgehen, egal ob es noch die Kraft und die Sinne hat um weiterzuleben. Das Schwarze Kaninchen will jedoch nicht ihren Tod oder die Vernichtung, es verrichtet nur die von Frith vorgeschriebene Aufgabe. Es soll machen, was gemacht werden muss. Und es ist nur seine Aufgabe die Kaninchen mit sich zu nehmen. Jeder Feind, der sich dem widersetzt und ein Kaninchen tötet, welches nicht vom Schwarzen Kaninchen so gewünscht ist wird hart bestraft. In der Art und Weise ist es auch ein Beschützer. Das äußert sich beispielsweise an dem Wilderer, der am Galgen aufgehängt wird. Dies ist ein interessantes Konzept: die Kaninchen sind sich bewusst, dass ihre Peiniger manchmal bestraft werden und haben auch dazu eine interessante Hintergrundgeschichte sich ausgedacht. Insgesamt symbolisiert das Schwarze Kaninchen den Tod in einer perfekten Art und Weise, wie es auch der Sensenmann nicht schafft. Der Tod ist ein absolut natürlicher Bestandteil des Lebens, für die Kaninchen sogar noch mehr als für die Menschen. Und der Todesbote verrichtet nur seine Aufgabe und wacht darüber, dass Friths Versprechen El'ahrairah gegenüber dennoch eingehalten wird. Ich denke Adams wollte hier auf eine sehr philosophische Art und Weise seinen Töchtern den Tod erklären und das kein Tod eines Kaninchens zu unrecht passiert oder ungerächt bleibt. Es ist eine wahre Kunst den Tod auf eine so treffende Art zu symbolisieren und dabei handelt sich nur um Kaninchen.

El'ahrairah entscheidet sich jedenfalls mit Rabscuttle das Schwarze Kaninchen aufzusuchen. Er weiß schon jetzt, dass er sein Leben im Austausch für die Sicherheit seine Leute anbieten muss. Nur wird das Schwarze Kaninchen dieses Angebot höchstwahrscheinlich nicht akzeptieren und austricksen kann er es auf keinen Fall. Er muss also einen anderen Weg versuchen. Rabscuttle nimmt er mit, weil jemand übermitteln muss, was immer er herausgefunden hat, um König Darzin zu überwinden.
Um einen Ausbruch zu schaffen, lässt er seinen Owsla einen Scheinangriff durchführen, bei dem zwar viele seiner Mitglieder getötet werden, jedoch El'ahrairah und Rabscuttle entkommen können. Sie begeben sich auf eine seltsame Reise und kommen irgendwie in das Schattenreich Inlé. Dandelion kann nicht erklären wie sie das schaffen, denn keiner weiß es ähnlich wie ein Stein, der im Boden steckt und dessen Ende nicht zu sehen ist. Schließlich erreichen sie einen gebirgigen Ort voller Schluchten und Steilhänge. Sie erreichen den höchsten Berg, welcher immer mit Schnee bedeckt ist und finden am oberen Ende einer Klippe einen Tunnel. Dort ist auch schon das Schwarze Kaninchen von Inlé.
Pipkin fürchtet sich an der Stelle und will eigentlich nichts mehr hören. Fiver beruhigt ihn und meint er hätte selbst Angst, obwohl er eigentlich ruhig und gelassen wirkt im Gegensatz zu allen anderen. Es wird sehr offensichtlich, dass Inlé diese seltsame Parallelwelt ist, wo Fivers Gedanken und Träume oft hinwandern und er seine Visionen und Vorahnungen herhat. Er kennt sich mit Inlé somit bestens aus und weiß welcher furchtbare Ort das ist. So gesehen ist Fiver eines der tapfersten Kaninchen der Gruppe, denn er scheint ständig mit diesem schlimmen Ort in Verbindung zu stehen, vor dem die anderen jetzt zittern, wenn sie bloß von ihm hören. Inlé selbst ist im übrigen auch das Lapine-Wort für den Mond, denn das Reich des Schwarzen Kaninchens ist die Nacht. Zwar spricht Dandelion noch kurz davor von einem Ort, wo Sonne und Mond fehlen, jedoch denke ich beziehen sich diese Bezeichnungen eher auf das Licht, welches beide Himmelskörper aussenden. Es könnte jedoch auch einfach nur die Nacht sein. Watership Down lässt da wie an so vielen Stellen eine Auswahl an Interpretationen zu.
Dandelion selbst will die Geschichte gar nicht fortsetzen, doch Bigwig zwingt ihn dazu. El'ahrairah und Rabscuttle fliehen vor Schreck beim Anblick des Schwarzen Kaninchens in den Tunnel. Es ist in Wirklichkeit ein Gehege vom Schwarzen Kaninchen selbst ausgegraben und hier ist auch seine Schatten-Owsla beheimatet, die das Schwarze Kaninchen von wo auch immer her rekrutiert hat. Mit einer dröhnenden Stimme (wie das Echo von einem Wasserfall in einer Höhle, sehr schöne Metapher) spricht es zu El'ahrairah. Es will wissen warum El'ahrairah hier ist, worauf dieser antwortet, um seinem Volk zu helfen. Dabei wird auch der Geruch und das Aussehen des Schwarzen Kaninchens beschrieben: Es riecht wie Knochen vom Vorjahr und hat rote Augen. Zu El'ahrairah meint es, dieser sei ein Fremder hier, weil er am Leben ist. El'ahrairah bietet es ihm sofort an. Das Schwarze Kaninchen ist jedoch nicht an Vereinbarungen interessiert, denn täglich bietet irgendein Weibchen um das Leben eines Jungen oder ein Owsla-Hauptmann für das seines Oberkaninchens. Manchmal werden diese Angebote angenommen, manchmal nicht. Jetzt jedoch gibt es keine Vereinbarun; was ist, ist was sein muss. El'ahrairah überlegt sich, ob er das Schwarze Kaninchen dazu bringen kann sein Leben zu nehmen, denn mit Sicherheit würde es ein Versprechen halten wie Prince Rainbow.
Für den Moment erlaubt es das Schwarze Kaninchen zumindest, dass El'ahrairah hier als Gast bleiben darf. Es weist seine Owsla an ihm Essen und ein Platz zum Schlafen zu geben. El'ahrairah will jedoch nichts zu essen von hier annehmen, da es nur seine Sinne verschleiern würde und so hätte er überhaupt keine Chance mehr. Dann soll El'ahrairah zumindest unterhalten werden und er sich wie Zuhause fühlen. Er schlägt bob-stones vor, ein Ratespiel bei den Kaninchen, bei dem sie erraten müssen wieviele, welche oder aus was Steine sind, die sind unter ihren Vorderpfoten versteckt haben. El'ahrairah nutzt die Gelegenheit sofort, um eine Vereinbarung mit dem Schwarzen Kaninchen auszuhandeln. Wenn er gewinnt, nimmt das Schwarze Kaninchen sein Leben und rettet seine Leute, gewinnt das Schwarze Kaninchen nimmt es El'ahrairah seine Blume und seine Schnurrharre.
In dieser schrecklich, düstern Atmosphäre verlassen jedoch El'ahrairah sein kluger Verstand und er hat keine Chance gegen das Schwarze Kaninchen. Die Owsla kümmert sich um die Einlösung des Wetteinsatzes und zeigt El'ahrairah einen Ort zum Schlafen. Rabscuttle bittet El'ahrairah eindringlich darum, diesen furchtbaren Ort zu verlassen, doch El'ahrairah will davon nichts wissen. Er spürt, dass das Schwarze Kaninchen ihn extra hierhergebracht hat, damit sie sich davonschleichen können. So weist er Rabscuttle nur an, ihm etwas zum Fressen zu holen. El'ahrairah kann kaum einschlafen, zum einen wegen der Schmerzen, zum anderen wegen seiner Angst an diesem Ort aber auch weil er noch immer nach einem Weg sucht das Schwarze Kaninchen zu überlisten. Rabscuttle kehrt derweil mit den gewünschten Pflanzen zurück, die El'ahrairah als Ersatzblume und Ersatzschnurrhaare verwendet.
Am nächsten Abend (wie an einem solchen Ort erkannt werden kann, ob Abend ist, übersteigt gerade meine Vorstellungskraft) besucht er wieder das Schwarze Kaninchen. Eine weitere Eigenart bei diesem ist die Art zu riechen. Es schnuppert nicht wie ein gewöhnliches Kaninchen, sondern streckt seine Schnauze vor wie ein Hund. Desweiteren fragt es El'ahrairah, ob er es sich gemütlich gemacht hat. Dieser freut sich darüber bleiben zu dürfen, was sehr offensichtlich gelogen ist. Das merkt auch das Schwarze Kaninchen. An diesem Abend will es kein bob-stones mit El'ahrairah spielen und verdeutlicht ihm, dass es nicht sein Wunsch ist ihn leiden zu lassen. Es ist keiner der Tausend. Doch da El'ahrairah bleibt, will es eine Geschichte erzählen und El'ahrairah kann selbst eine erzählen. Wieder nutzt El'ahrairah die Gelegenheit für eine weitere Vereinbarung, denn wenn seine Geschichte schöner ist, bekommt er seinen Wunsch erfüllt, gewinnt das Schwarze Kaninchen, muss El'ahrairah seine Ohren hergeben.
Die Geschichte, welche das Schwarze Kaninchen erzählt ist jedoch so schrecklich und voller Dunkelheit, sodass es die Herzen von Rabscuttle und El'ahrairah gefrieren lässt und ihre Sinne betäubt, denn sie wissen jedes Wort ist wahr. Danach hat El'ahrairah keine Kraft mehr, seine Geschichte zu erzählen, sondern rennt nur wie eine Maus die von einem Habicht verfolgt wird herum, um seine Gedanken zu finden. Anschließend trennt ihm die Owsla seine Ohren ab. El'ahrairah geht jedoch auch damit äußerst gelassen um und bittet Rabscuttle darum, ihm die Blätter einer Schweifrübe zu bringen. Rabscuttle hat Bedenken, dass diese verwelken werden, so wie er immer mehr an diesem Ort verwelkt, doch El'ahrairah besteht darauf. Er ist nach wie vor entschlossen einen Weg zu finden, seinem Volk zu helfen. Er weiß jetzt, dass das Schwarze Kaninchen sein Leben nicht annehmen wird und er es auch nicht besiegen kann. Dennoch fragt er sich, warum das Schwarze Kaninchen ihn immer wieder leiden lässt. Womöglich nicht um ihn fortzujagen, denn dann hätte es sie beide einfach fortgeschickt. Er hat die Antwort aber bald gefunden. Diese Schatten-Owsla hat keine Macht über ihn, weil er noch lebt, nur wenn er einwilligt. Er muss also etwas bei ihnen finden, was ihm helfen könnte.
Rabscuttle kehrt mit den Blättern zurück und El'ahrairah steckt sie sich in seinen schlimm, verwundeten Kopf. Er versucht zu schlafen, doch hat wieder Alpträume von seinem Volk, welches von König Darzin weiter angegriffen wird. Kalt und verkrampft erwacht er und durchsucht die Läufe dieses seltsamen Geheges. Er gibt ein trauriges Bild ab, seine neuen Ohren hängen hinab und er kam sich in dem fremden Bau kaum orientieren. Schließlich trifft er zwei der Schatten-Owsla, die ihm zu verstehen geben, dass er hier nichts zu suchen hat, weil er am Leben ist und genug gelitten hat. El'ahrairah betont jedoch, er hätte nicht so lange gelitten wie sein Volk, worauf die anderen meinen, es gäbe hier genügend Leid für tausend Gehege. Er soll nicht stur sein, denn in diesen Löchern liegt die Quelle aller Krankheiten der Kaninchen wie das Fieber, die Räude, verschieden Magen- und Darmkrankheiten und auch die Weiße Blindheit also die Myxomatose. Sie ist so schrecklich, sodass selbst die elil kein Kaninchen anrühren, welches davon befallen ist und sie sorgen dafür, dass alles bereit ist, im Namen des Schwarzen Kaninchens, denn was ist, das ist was sein muss.
Das bringt El'ahrairah auf eine Idee. Er springt in das nächste Loch und bleibt dort, wobei er wegen den Schattengestalten, die den Eingang bewachen beständig zittern muss. Sie können ihn jedoch nicht zum Gehen bewegen, außer durch Furcht. Doch sie gehen schließlich. El'ahrairah fragt sich, ob er überhaupt König Darzin und seine Armee rechtzeitig erreicht ohne seine Ohren und Schnurrharre. Nach einiger Zeit ist er der Meinung den Erreger in sich zu tragen und kehrt zurück. Er weiß nicht wie lange es dauert bis die Krankheit ausbricht und ihn tötet, doch er muss bis dahin Rabscuttle ohne ihm zu nahezukommen die Nachricht überbringen, dass seine Leute alle Löcher blockieren sollen und warten bis König Darzins Armee zerstört ist. Nach einiger Zeit findet ihn jedoch das Schwarze Kaninchen und fragt, wo er hingeht (El'ahrairah hat immer größere Probleme sich in der Dunkelheit zu orientieren). So leicht lässt sich das Schwarze Kaninchen nicht abwimmeln und fragt nach seiner Absicht. El'ahrairah antwortet ihm, er habe sich mit der Weißen Blindheit angesteckt und werde so König Darzins Armee vernichten. Sein Vorhaben wird jedoch nicht klappen wie das Schwarze Kaninchen meint, denn die Weiße Blindheit oder auch Myxomatose wird nur durch Flöhe übertragen, welche in den Löffeln der Kaninchen sitzen und da El'ahrairah keine hat, sondern zwei Schweifrübenblätter, ist sein Vorhaben umsonst. 
Ich habe nachgeschaut und Myxomatose wird tatsächlich durch Flöhe und Moskitos übertragen. Jedoch habe ich nicht eruieren können, ob diese allein in den Ohren leben. Bekanntermaßen ist diese Krankheit im Labor entstanden, um die Kaninchenpopulation in Australien und Neuseeland einzudämmen. Ein Franzose hat jedoch das Virus auch in Europa eingeschleppt, um die Population auf seinem Grundstück in Zaum zu halten. Das ging jedoch nach hinten los und in Windeseile verbreitete sich der Virus in ganz Europa und ist bis heute dafür zuständig, dass die Populationen an Wildkaninchen immer stärker zurückgehen.
Für El'ahrairah ist diese Nachricht der finale Niederschlag. Er gibt auf. Das Schwarze Kaninchen ist zu mächtig für ihn. Es ist in der Hinsicht eine sehr moralisierende Botschaft für alle Kaninchen. El'ahrairah hat ihnen gezeigt, dass sie durch Tricks mit jeder Bedrohung und auch den elil fertigwerden können. Den Tod zu überlisten, ist jedoch selbst dem Schlausten von ihnen nicht möglich. Das ist wohl auch der Grund, warum die Kaninchen das Schwarze Kaninchen so sehr meiden und mit solcher Furcht von ihm reden, denn es hat selbst El'ahrairah in die Knie gezwungen. Der Tod ist nicht überwindbar und nicht auszutricksen.
Dennoch erfüllt das Schwarze Kaninchen ihm seinen Wunsch, denn El'ahrairah ist für ihn eine Störung an einem Ort, wo es für Lebende mit mutigen Lebensgeistern und warmen Herzen kein Platz ist. El'ahrairahs Bereitschaft soviel Leid auf sich zu nehmen hat ihn am Ende doch überzeugt, könnte man meinen, aber ich denke hier spielt eher die andere Aufgabe des Schwarzen Kaninchens eine Rolle: jeder, der unrechtmäßig Kaninchen tötet, wird hart bestraft und irgendwann hat König Darzin einen Punkt überschritten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt will das Schwarze Kaninchen dessen Armee in die Flucht schlagen, es sagt jedoch nicht wann, da Zeit hier sowieso keine Rolle spielt. In Wirklichkeit scheint das Schwarze Kaninchen jedoch unmittelbar nach dem Aufbruch von El'ahrairah und Rabscuttle zu handeln. Mit einer Armee aus rotäugigen Schattenkaninchen vertreibt es König Darzin und seine Soldaten für immer aus dem Land. Daher weiß auch keiner von den Kaninchen, welche Tiere das gewesen sind und wir würden es auch nicht wissen, wenn Richard Adams es nicht knapp 40 Jahre nach Erscheinen des Romans doch ausgeplaudert hätte. Ja, es ist und bleibt der Biber, vielleicht aber auch ein Nutria.
Rabscuttle und El'ahrairah verlassen das Gehege des Schwarzen Kaninchens, haben jedoch Probleme aus Inlé zurückzukehren. Irgendwann wird es für El'ahrairah aufgrund von Erschöpfung und Krankheit zu schwer. Er muss sich ausruhen. Anschließend schaffen sie die Rückkehr in ihre Welt und finden ihr Gehege auch wieder. El'ahrairah merkt, dass alles wieder in Ordnung ist, sie riechen gesund und er will ein paar seiner Owsla-Hauptmänner aufsuchen. Sie merken jedoch, dass einige neue Baue hinzugekommen sind. Sie fragen schließlich eine Gruppe junger Rammler nach einem Owsla-Kapitän mit dem Namen Loosestrife, den kennt jedoch niemand. El'ahrairah ist verwundert und fragt schließlich nach dem Krieg, der hier stattgefunden haben soll gegen König Darzin. Die jungen Rammler wollen jedoch nichts davon wissen. Rabscuttle fragt verblüfft, ob sie diese Owsla-Hauptmänner nicht kennen würden. Mit diesen würden die jungen Rammler jedoch nicht einmal tot daliegen wollen, denn was würden sie von den wissen wollen. Rabscuttle antwortet daraufhin, was sie getan haben, doch die Jungen sind der Meinung es gehe sie nichts an, weil der Krieg vorbei ist und sie nichts damit zutun haben. Eines der Weibchen schaltet sich jetzt ein und meint es wäre Loosestrifes eigene Sache, wenn er gekämpft hätte und nicht ihres. Sie kann sich dabei noch nicht einmal an den Namen von König Darzin erinnern. Eine andere meint dazu nur, wenn niemand in Kriegen kämpfen würde, gäbe es keine, doch das sehen die Alten nicht ein. Ein anderer Rammler meint, sein Vater wäre dabei gewesen, doch immer wenn er anfängt zu erzählen, verschwindet er. Er kann sich diesen Unsinn einfach nicht anhören. Das meiste würde er sich sowieso ausdenken und was will er damit schon erreichen. Ein dritter meint aber, er könne sie zu Loosestrife führen.
Okay, dieser letzte Abschnitt ist so offensichtlich in der Meta-Ebene und spiegelt womöglich deutlich Adams' Unzufriedenheit darüber wieder, wie mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in den 1970er umgegangen ist. Die jüngere Generation wollte von dem Krieg nichts wissen und hielt die Geschichten für Hintergespinste oder langweiliges Gelaber alter Männer, die sich noch einmal wichtig machen wollten. Es ist interessant für mich als Historiker eine solche Ansicht zur Kriegserinnerung in Großbritannien zu lesen von einem Kriegsveteran. Während in Deutschland in den 1970er eine gewisse Distanzierung der Kinder von ihren Eltern stattfand aufgrund der Kriegsverbrechen der Nazis, so scheint es in England bei der neuen Generation auch eine Art Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Taten ihrer Väter und Großväter gegeben zu haben. Der Krieg ist nicht ihre Sache und es ist ihnen auch egal, ob Hunderttausende von ihnen ihr Leben dafür gegeben haben, dass sie jetzt eine bessere Zukunft haben. Eine Sichtweise, welche Adams damals anscheinend sehr traurig gemacht hat, weshalb er sie hier zum Ausdruck bringt. Ich weiß auch nicht, ob hier auch eine gewisse Unzufriedenheit mit seinen Töchtern mitschwingt, welche vielleicht seine Kriegsgeschichten ähnlich langweilig und uninteressant fanden. Das jedoch vermögen nur die drei zu verraten und es steht nicht mir zu dies zu beurteilen.
Zumindest wird Adams' Sicht noch einmal deutlich, wenn El'ahrairah etwas geknickt unter der Hecke sitzt und mit Frith redet. Wie ein Kriegsveteran, der im Krieg schwer verstümmelt wurde und jetzt Invalide ist, drückt auch El'ahrairah sein Bedauern aus, dass das Leiden nicht das Schlimmste ist, sondern wenn einem nicht klar ist, welches Geschenk einem gemacht wurde. Dazu hat Frith nur zu sagen Weisheit kommt einen oft an den trostlosesten Plätzen, wo es kein Futter gibt und das Kaninchen umsonst ein Loch gräbt.
Jedoch hat Frith El'ahrairah ein paar Geschenke mitgebracht. Es ist eine neue Blume, neue Schnurrharre und neue Ohren. Diese haben eine Besonderheit und etwas Sternenlicht in sich, sodass sie etwas Leuchten, jedoch nicht so stark, sodass sie El'ahrairah verraten würden. Dies wird noch an einer ganz anderen Stelle sehr wichtig werden und dieser Fakt sollte deshalb im Hinterkopf behalten werden. Das Ganze wirkt hier natürlich etwas wieder die Realität und stellt eine gewisse heile Welt wieder her. Der invalide Kriegsveteran würde kein neues Bein oder keinen neuen Arm von seinem Gott bekommen. Hier wird wieder etwas deutlich, dass Watership Down doch noch extrem viel von einer Kindergeschichte in sich hat.

Auch Rabscuttle soll neue Geschenke erhalten, doch wir erfahren nicht welche, denn Pipkin hat wesentlich dringendere Neuigkeiten für die Gruppe, ein Fuchs nähert sich ihnen.

Montag, 19. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 30: A New Journey

Hiermit beginnt also der dritte Abschnitt und der Titel sagt bereits aus, wo die meiste Zeit der Handlung stattfinden wird, in Efrafa. Das erste Kapitel beginnt mit der Reise von Hazels Gruppe und enthält ein Zitat aus einem Emissionsbericht über die South Sea Bubble, dass es zwar eine Unternehmung zum größten Vorteil ist, aber keiner weiß was kommt. Die South Sea Bubble war ein großer Wirtschaftsschwindel der South Sea Company in Bezug auf den Sklavenhandel in der Südsee. Es wurde spekuliert und von Unternehmern Anteile gekauft, obwohl überhaupt noch kein Gewinn gemacht worden war aus dem Südseehandel, weil der Spanische Erbfolgekrieg bestand. Das führte schließlich zu einer Rezession. Das lässt natürlich nicht Gutes erwarten für Hazels Unternehmung, wenn Adams ausgerechnet ein solches Zitat wählt. Wir merken auch, dass Hazel wieder ein großes Risiko eingeht und eher provisorisch geplant hat.

Außer Buckthorn und zusätzlich Bluebell kommen alle Kaninchen nach Efrafa mit, welche zu Beginn aus Sandleford Warren aufgebrochen sind. Hazel hat nichts mehr getan, um sie zu überzeugen und auch wenn sie alle (er selbst auch) nach wie vor große Angst vor der Owsla der Efrafas haben, so treibt sie doch das Verlangen nach den Weibchen an. Efrafa hat viele und sie keine. Noch dazu erfahren wir, dass Kaninchen generell dazu neigen Unruhe zu stiften, was man daran sieht, dass sie gerne aus Gärten klauen. In El'ahrairah haben sie daran ein großes Vorbild und Hazel hat sich allein mit dem Überfall auf die Nuthanger Farm auch als ein solches Kaninchen erwiesen. Mit seinem geheimen Plan hat er dabei geschickt die Neugier der anderen geweckt und wenn Fiver dahintersteht hoffentlich auch ihr Vertrauen geweckt. Es ist auch so, weil die Gruppe nach dem Verlassen von Sandleford Warren, ihrer Reise und ihren Abenteuern, so wie der unerwartet positive Ausgang des Überfalls auf die Nuthanger Farm jetzt Hazel und Fiver komplett vertraut. Außerdem stehen mit Bigwig der beste Kämpfer und mit Blackberry das klügste Kaninchen hinter dem Plan. Das hat alle anderen genug beschämt, um mitzukommen. Holly bleibt zurück und hat Hazel noch einmal ausdrücklich vor den Gefahren gewarnt. Durch Kehaar versuchen sie Kontakt zueinander zu halten.
Dennoch läuft die Reise trotz Silvers Führung schleppender voran als Hollys kleine Expedition. Es ist nicht nur der Gedanke an Efrafa, sondern auch die Tatsache, dass sie zwischendrin großes Gebiet voll mit Füchsen, Hermelinen und Wieseln durchqueren müssen. So kommen sie nur schleppend voran, geraten oft in Aufruhr, sodass Hazel bald Gruppen bildet, welcher von Silver, Bigwig und ihm angeführt werden.
Dennoch haben sie eine gute Deckung, denn die Juniwiesen blühen und die vor einigen Jahren erfolgte Zurückstellung der Weidewirtschaft von Schafen, erlaubt es ihnen sich in frisch angelegten Feldern zu verstecken. Es gibt viele Mäuse, weshalb sehr viele Turmfalken unterwegs sind, doch es erweist sich, dass diese ein gesundes, kräftiges Kaninchen nicht angreifen. So erreichen sie schon bald den seltsamen Wald, welcher Holly beunruhigt hat. Wir erfahren, dass es Caesar's Belt ist, ein Baumgürtel, welcher sich über eine bestimmte Strecke durch Hampshire zieht. Es ist Teil der Römerstraße Portway, welche von Andover bis zu dem früheren römischen oppidum Calleva Atrebatum führt. Heute steht dort das Dorf Silchester.
Hazel betrachtet diesen Caesar's Belt genauer, doch er kann nichts Seltsames ausmachen und fragt Fiver nach seinem Rat. Fiver findet auch nichts Seltsames, denn er kann keine Menschen riechen, ist jedoch dennoch der Auffassung, jemand sollte nachschauen, was dort ist. Als schließlich die dritte Gruppe kommt, fragt Hazel nach Bigwig. Aus der Sicht von Bluebell erfahren wir, dass Bigwig den ganzen Morgen eher still und mit sich selbst beschäftigt ist, was die anderen verwundert. Hätte er seinen Mut nicht schon längst bewiesen, so würden die anderen denken er wäre nervös. Offensichtlich kommt ihm in dem geheimen Plan von Blackberry, Hazel und Fiver eine große Rolle zu, die ihm jedoch nicht ganz behagt und für die er jemand anderen geeigneter hält.
Hazel hat anscheinend Bigwigs Geduld mit diesem Plan gehörig strapaziert, denn er muss eine sehr feine Anrede wählen (King of cats), um ihn dazu zu bewegen Caesar's Belt auszuspionieren. Jeden Mensch und jede Katze, denen er begegnet, soll er dabei in die Flucht schlagen. Spaßig appelliert Hazel also an die Stärke und Tapferkeit von Bigwig, um ihn zum Mitmachen zu bewegen. Bigwig untersucht die Gegend. Währenddessen fragt Silver, ob die Weiten Patrouillen bis hierher kommen. Silver ist sich unsicher, denn jeder Hauptmann kann so weit gehen wie er will und ein besonders harter, würde seine Truppe womöglich bis hierher treiben. Hazel will jedoch keiner Patrouille begegnen und wenn soll keines der Kaninchen nach Efrafa zurückkehren. Doch wenn es möglich ist, will Hazel sie vermeiden und dazu will er den Wald nutzen. Hier sehen wir auch eine etwas düstere Seite von Hazel, der nicht davor zurückschreckt fremde Kaninchen einfach umzubringen, obwohl sie nur ihren Dienst verrichten. Das ganze Vorhaben wäre aus Menschensicht moralisch sehr bedenklich, denn Efrafa hat noch keine militärischen Maßnahmen gegen Watership Down unternommen. Der Impuls geht wieder von Hazels Gruppe aus.
Silver meint zu Caesar's Belt, er würde die Efrafas vermutlich ähnlich irritieren wie Holly, doch der Wald selbst würde gar nicht nach Efrafa führen. Dort will Hazel aber auch gar nicht hingehen, sondern sich in der Nähe verstecken. In den Augen von Silver ist das eine gefährliche Idee, denn die Efrafas würden sie mit Sicherheit aufspüren und wenn sich Pech haben, ohne das Hazels Gruppe es merkt. In dem Moment kommt Bigwig zurück und als er meint, alles ist sicher, entscheidet Hazel dem Wald zu folgen und auf der anderen Seite auf Kehaar zu warten. Sie erreichen schließlich am anderen Ende eine Wiese, wo sie Kehaar findet.
Er verkündet von Holly aus, dass sie alle nicht zurückkommen sollen, denn Clover ist bereit für die Paarung und er würde um sie kämpfen. Die anderen Kaninchen, die in Watership Down zurückgeblieben sind, scheinen zum Kampf bereit zu sein. Hazel fragt deshalb nach, ob Kehaar für sie einen Ort nahe Efrafa finden kann, wo sie sich unbemerkt verstecken können. Es soll so nah sein wie die Nuthanger Farm an der Honeycomb ist. Laut Kehaar müssten sie dazu am besten den Fluss überqueren. Ungläubig fragt Hazel, ob sie schwimmen sollen, doch Kehaar meint es gäbe eine Brücke und auf der anderen Seite genügend Bäume. Fiver ist froh über die Nachricht, denn er spürt bereits Gefahr und meint dort wären sie sicher. Am besten sie brechen alle sofort auf. Hazel ist auch dafür, doch er will zuvor noch sehen, dass alle in guter Stimmung sind. Das Weitergehen hat er geplant für fu-Inlé, also vor dem Mondaufgang. Das stößt auf wenig Begeisterung, was schon Blackberry sehr deutlich macht. Hazel will also die Stimmung wieder aufheitern und ist der Meinung eine weitere El'ahrairah-Geschichte wäre am besten. Acorn nimmt es ihn vorweg, als dieser Dandelion fragt. Sie alle haben Vorschläge, doch schließlich setzt sich Bigwig durch mit einer offenbar furchtbaren Geschichte: El'ahrairah and the Black Rabbit of Inlé. Hazel ist davon gar nicht begeistert und versucht es Bigwig auszureden, doch der ist in keiner guten Stimmung und besteht auf diese Geschichte. Eher niedergeschlagen beginnt Dandelion sie zu erzählen.
Bigwig ist allem Anschein nach mit Hazel gerade überhaupt nicht zufrieden, vermutlich liegt es immer noch an seiner noch nicht bekannten Aufgabe auf dem Plan. Er fühlt sich entmutigt und daher ist er griesgrämig und weil in einer solchen mürrischen Atmosphäre ist, besteht er auch auf eine sehr düstere Geschichte. Und ja, wie sich im nächsten Kapitel zeigen wird, diese Geschichte ist wirklich sehr düster.

Samstag, 17. Dezember 2016

Watership Down Kapitel 29: Return and Departure

Zu Beginn dieses letzten Kapitels des zweiten Teils steht ein Zitat aus dem Drama Henry V von William Shakespeare. Es geht um eine typische Rede vor einem Kampf, wonach jeder, der nicht will, gehen darf, da keiner der bleibt mit so jemanden zusammen kämpfen möchte. Ziel ist es natürlich, ähnlich wie Hazel, die meisten doch zum Kampf zu bewegen, da sie sich sonst schämen müssten, gegangen zu sein.

Hazel kehrt zurück nach Watership Down und alle sind wieder froh. Bereits vorher kursierten wundersame Geschichten wie Hazel das ganze überlebt und Fiver ihn gefunden hatte. So soll es Kehaar gewesen sein, doch Kehaar selbst bestreitet das und meint Fiver wäre weitergegangen als er es jemals getan hätte. Eine sehr kryptische Formulierung, die wieder auf Fivers Kontakt in diese Traumwelt anspielt. Zumindest spüren die Kaninchen, dass das Glück wieder zu ihnen zurückkehrt. Sie haben zwei Weibchen und Hazel hat schon etwas Magisches an sich, und so wird auch seine Überfall auf die Nuthanger Farm nicht als leichtsinniges Unternehmen mehr angesehen.
Hazel wird also von den anderen auf die Kaninchenart begrüßt. Es werden keine Fragen gestellt, sondern durch körperliche Gesten, die schon in Richtung Kampf gehen, drücken die Kaninchen ihre Freude darüber aus, dass ihr Anführer wieder da ist. Hazel selbst hält das für einen Test, ob er das als Oberkaninchen standhält und ist bereit diesen anzunehmen. Nach einiger Zeit hat er jedoch genug und sucht Strawberry und Boxwood auf, welche mit diesem Ritual der Wildkaninchen nicht vertraut sind und ruhig beim silflay sind. Hazel fragt Boxwood, wie er sich einlebt. Er sagt es wird besser, auch dank Strawberry, und er hat schon viele neue Gerüche kennengelernt. Er findet ihren Lebensstil jedoch noch immer fremdartig, besonders das Orientieren nach Gerüchen, was er auf dem Bauernhof nie brauchte. Hazel rät ihm nicht zuviele Risiken einzugehen und immer in der Nähe des Geheges zu bleiben.
Auch Strawberry geht es schon wieder deutlich besser, nachdem er durch Efrafa lange Zeit vollkommen verängstigt war, das Zittern hatte und immer wieder geträumt hatte, er wäre dort zurück. Hazel fragt ihn, wie es in Efrafa war und Strawberry meint, er würde lieber sterben, als dorthin zurückzukehren. Er weiß nicht was schlimmer war: die eintönige Langeweile oder die beständige Furcht. Er weiß jedoch, dass es viele Kaninchen dort gibt, welche sich ihrem Lebensstil anpassen könnten und das sehr gerne machen würden. Strawberry fühlt sich somit auch endlich als ein fest integrierter Bestandteil der Gruppe und hat die alten Lebensweisen hinter sich gelassen.
Hazel fragt im Laufe des Tages alle nach der Unternehmung von Holly, wobei diese natürlich alle entsetzt wie Holly und seine Gefährten dort behandelt wurden. Außerdem äußern einige, dass zwei Weibchen viel zu wenige für sie sind und Bigwig ist sogar verwundert, dass sie gar nicht um diese kämpfen. Hängt vermutlich mit ihrem derzeit noch gestörten Lebensrhythmus zusammen und das die Weibchen Stallkaninchen sind.
Hazel ruft später eine Versammlung zusammen. Um sein verrücktes Vorhaben den anderen halbwegs schmackhaft zu machen, versucht er es zunächst mit Sarkasmus. Da sie ihn auf der Nuthanger Farm nicht losgeworden sind, versucht er es dieses Mal noch ein Stück extremer. Er verkündet ihnen nach Efrafa zu gehen, was zunächst Rufe der Bewunderung auslöst, jedoch auch die Frage wie er das bewerkstelligen will. Er hat mit Blackberry einen Plan ausgeheckt, den er jetzt jedoch nicht erklärt. Sollte jemand von ihnen gefangengenommen werden, so könne er den Plan nicht ausplaudern. Dandelion fragt, ob er dafür sehr viele Kaninchen braucht. Hazel hofft zwar nicht kämpfen zu müssen, doch wenn sie bei ihrem Weg zurück auf eine Weite Patrouille treffen, wären sie gezwungen zu kämpfen. Dann wäre eine größere Anzahl von Vorteil.
Holly spricht sich noch einmal entschieden gegen Hazels Vorhaben aus. Er sieht das ganze Vorhaben noch immer in einem kompletten Desaster enden. Woundwort hätte zwar keine schlauen Kaninchen wie sie mit Fiver und Blackberry, zumindest soweit Holly das beurteilen kann, doch die Efrafas sind die stärkste und erfahrenste Owsla auf die er je getroffen ist. Efrafa ist einfach zu groß für sie und es wäre am besten diesen Ort komplett zu meiden. Viele stimmen dem zu, sie haben Angst getötet zu werden und erinnern sich an den armen Blackavar mit seinen verstümmelten Ohren zurück. Doch einige Töne sprechen sich auch für Hazel aus, denn er wisse als Anführer was er tue. Schließlich spricht wieder Hazel und sagt, sie könnte entweder alles so lassen wie es ist oder ein für allemal richtig machen. Jeder, der Hollys Geschichte gehört hat, weiß auf welche Gefahren sie sich einlassen würden, doch sie sind schon soviele Risiken eingegangen seit sie Sandleford verlassen haben, warum also nicht auch dieses. Sollen sich wirklich hier bekämpfen, wegen zwei Weibchen, während es in Efrafa genügend von ihnen gibt, die nur allzu willig wären, sich ihnen anzuschließen. Es ist eine geschickte Rede, die der von Henry V. im Eingangszitat ähnlich ist. Hazel versucht die anderen dazu zu beschämen, seinem Vorhaben zuzustimmen. Er hat jedoch noch andere Überzeugungsmittel. Es wird nach Fivers Rat gefragt, welcher wieder meint das Vorhaben könne klappen, doch er würde sofort sagen, sobald er eine seiner Vorahnungen hat. Fivers Vorschläge sind somit mittlerweile absolut angesehen und werden hochgeachtet, bilden für sie sogar die Grundlage, ob sie an einem Vorhaben teilnehmen wollen oder nicht. Nach einer kurzen Stille sagt Bigwig als erster zu und er würde auch Kehaar mitnehmen, wenn ihnen das recht wäre.
Dann sagt Hazel, sie können natürlich nicht alle gehen. Die Farmkaninchen wäre dieser Weg kaum zuzumuten und auch nicht denjenigen, die schon in Efrafa waren. Trotzdem erklärt sich Silver als nächster bereit, denn er hasst General Woundwort und seinen Rat. Er will aber nicht nach Efrafa direkt gehen, sondern als jemand, der den Weg schon kennt und ihnen so helfen könnte. Dann entscheidet sich ausgerechnet Pipkin mitzugehen, wobei er seine Argumente nicht ordnen kann und eher verwirrt klingt.
Plötzlich taucht Blackberry und Hazel tut so als wäre er überrascht, denn er dachte Blackberry wäre die ganze Zeit bei ihnen. Er hätte den Plan noch einmal mit Kehaar besprochen und ist jetzt von ihm überzeugt. Wenn er funktioniert, würde dieser Woundwort sehr blöd dastehen lassen. Bluebell macht anschließend Witze und meint er käme aus Neugier mit. Vermutlich würde sich Bigwig in ein hrududu verwandeln und so die Weibchen herausbringen. Eine zugegeben sehr komische Vorstellung. Als er darüber weiter Witze macht, unterbricht ihn jedoch Hazel. Bluebell wollte jedoch nur alle erheitern, da es ein sehr gefährliches Unterfangen ist und viele sich vor der Idee fürchten dorthin zu gehen. Dann beendet Hazel die Sitzung und meint, er würde warten und sehen wie sich die andere entscheiden, so wäre die Art der Kaninchen. Jeder, der nicht mitwill, braucht natürlich nicht mitzukommen, doch er sagt zu den anderen auch, dass sie gesehen haben, dass welche mitkommen.
Hazel hat das ganze natürlich geschickt manipuliert. Von Fiver kam keine Widerspruch gegen das Vorhaben, was ihm schon einmal einen Pluspunkt gebracht hat. Ausgerechnet Pipkin entschließt sich dazu mitzugehen, also das schwächste Kaninchen ihrer Gruppe und wer er mitgeht, fühlen sich die anderen natürlich umso entschlossener auch diese Reise auf sich zu nehmen. Auch wenn Bigwig und Silver ich denke sich eher aus freien Stücken zum mitkommen entschieden haben, so ist es auch für Hazel von Vorteil, denn so sehen die anderen, dass ihre beiden besten Owsla-Mitglieder mitkommen, wobei einer schon in Efrafa war. Und genau im richtigen Moment kommt natürlich instruiert Blackberry hinzu, der verkündet ihr Plan werde funktionieren. Hazel hat hier sehr geschickt und schlau agiert, um all die anderen von einem wirklich gefährlichen und waghalsigen Unternehmen zu überzeugen. Es ist jedoch notwendig, denn es löst ihre Probleme der Weibchen ein für allemal.
Nach dem Treffen sucht Hazel Kehaar auf, wobei er nicht sehr von dem Geruch des Fisches angetan ist, den Kehaar gerade verspeist. Er hat diesen auf einer Müllhalde gefunden, was den schlimmen Geruch erklärt. Zudem dürfte Hazel einen solchen Fisch noch nie gesehen haben. Hazel fragt ihn, ob er ihnen wirklich mithelfen wird nach Efrafa zu gehen und die Mütter zu befreien. Kehaar bejaht das, er will jedoch, dass das schnell geschieht. Er vermisst das Große Wasser immer häufiger und seine Sehnsucht wird immer schlimmer. Sobald sie die Weibchen befreit haben, wird er zum Meer fliegen. Im Winter und Herbst will er jedoch in Zukunft sie immer besuchen kommen. Hazel sagt dazu nur, sie würde ihn vermissen, doch wenn er zurückkommt, hätten sie ein tolles Gehege und er könne dann stolz auf sich sein, ihnen geholfen zu haben. Anschließend kommt Bigwig hinzu, welcher von dem Geruch ähnlich abgestoßen ist wie Hazel, Kehaar meint dazu nur, er hätte ihm auch ein Stück mitgebracht. Hazel weist Bigwig an bei Tagesanbruch aufzubrechen. Holly wird das Gehege so lange leiten und Strawberry und Buckthorn kümmern sich um die Stallkaninchen. Jeder andere der bleiben will, darf bleiben. Bigwig hat jedoch eine besonders teuflische Idee, damit der Rest mitkommt: Er braucht sie nur zum silflay mit Kehaar zu schicken.

Watership Down Kapitel 28: At the Foot of the Hill

Hazels Rückkehr nach Watership Down umschreibt Adams zunächst mit einem Vers aus dem Gedicht The Pilgrim von Walter de la Mare, einem englischen Dichter aus dem 20. Jahrhundert. Es beschreibt wirklich perfekt Hazels Situation. Er ist zwar noch weitestgehend allein, aber nicht mehr einsam, da sich Fiver um ihn kümmert und die anderen zu ihm kommen und er ist am Fuß des Hügels in der Sichtweite seiner Heimat.

Der Anfang des Kapitels wirkt hingegen so, als würde er noch zu dem letzten Kapitel dazugehören, denn der Dialog setzt sich ungebrochen fort. Dandelion fragt Holly, ob er silflayen möchte. Trotz der misslichen Lage sollten sie nicht noch betrübter sein und außerdem wäre es ein wunderschöner Abend. Bigwig findet derweil lobende Worte für Holly, denn er glaubt kaum ein anderes Kaninchen hätte es geschafft sich und Buckthorn, Silver und Strawberry aus dieser schlimmen Lage zu befreien. Holly führt es jedoch allein auf höhere Mächte zurück, Frith wollte es so, nur deshalb sind sie zurück. Und keiner kann ihn deswegen für abergläubisch halten, denn den gerade rechtzeitig gekommenen Zug kann einfach kein Kaninchen verstehen, sodass es ihn natürlich auf höhere Mächte zurückführt.
Clover entwickelt derweil eine gewisse Nähe zu Clover, die sich von all den Stallkaninchen am Besten dem Leben in der Wildnis anzupassen scheint. Jedoch sagt Clover auch, sie alle haben noch Probleme, es ist weniger das Schlafen unter der Erde, denn die Enge des Baus ähnelt dem des Stalls. Anders sieht es hingegen mit dem Fressen im Offenen aus, denn das sind sie überhaupt nicht gewohnt und auch nicht dieses schnelle Bewegen. Sie wissen nicht wie es ist frei zu sein und hinzugehen wo sie wollen. So bevorzugt es Clover nicht weit vom nächsten Loch entfernt fressen zu wollen.
Als sie beim silflay sind bemerkt Bigwig Blackberry, wodurch sich seine Laune schon deutlich verbessert. Und dieser hat auch gute Nachrichten: Hazel ist noch am Leben. Er ist zwar schwer verwundet, aber nicht mehr dem Tode nahe. Fiver ist bei ihm und sie befinden sich am Fuße des Hügels in dem Graben, wo sie auch Holly gefunden haben. Für Holly sind das sehr gute Nachrichten, sogar die besten, die er je gehört hat, doch er kann es kaum glauben und Blackberry soll ihm genau berichten was passiert ist. Fiver hätte ihn mitgenommen zu dem Graben bei dem Bauernhof und Hazel dann in einem Rohr gefunden. Sie hätten ihn aufgrund seines Hinterbeins vorsichtig herausgezogen. Bigwig fragt, woher Fiver das wusste, doch Blackberry kann Fivers übersinnliche Gabe auch nicht erklären. Dann hätte Fiver zunächst die Wunde untersucht. Sie wäre schlimm gewesen, doch der Knochen in dem Hinterlauf, wo er angeschossen wurde wäre nicht gebrochen, sondern nur die ganze Seite aufgerissen. Und obwohl Hazel nach Blut gerochen hatte und sehr langsam gewesen war, haben sie es die ganze Strecke bis zu dem Graben geschafft, weil es ein sehr heißer Tag ist, wo die Beutetiere eher nicht auf die Jagd gehen.
Am Ende fragt Bigwig, ob Hazel und Fiver dort bleiben. Blackberry denkt es wird so sein, denn Hazel kann den Hügel erst wieder erklettern, wenn er deutlich stärker geworden ist. Bigwig ist sofort bereit Fiver dabei zu helfen, es Hazel in dem Graben gemütlicher zu machen. Dazu meint Blackberry nur, er solle sich beeilen, denn es wird bald dunkel. Doch aufgrund der guten Nachrichten fühlt sich Bigwig euphorisch und meint er könne es sogar mit einem Hermelin aufnehmen. Das ist wieder typisch Bigwig, er hat mittlerweile klar und deutlich Hazel als Oberkaninchen anerkannt, doch für gewisse Risiken und Abenteuer ist er immer noch zu haben. Doch auch Holly will die anderen zusammenrufen und mit ihnen Hazel aufsuchen.
Für diesen war die lange Reise zu dem Graben jedoch mit mehr Schmerz und Anstrengung verbunden als je zuvor in seinem Leben. Fiver hat ihm das Leben gerettet, weil er sich sonst der Benommenheit und dem Dahinschwinden immer weiter hingegeben hätte. Der Schmerz hat seine Sinne betäubt und nur der Gedanke, dass Fiver und Blackberry ihr Leben riskiert haben, in dem sie zruückgekehrt sind, hat ihn dazu bewegt mit ihnen mitzugehen. Ohne Fiver hätte er vermutlich noch einmal aufgeben bei dem langen Weg hierher zurück und es war auch beschwerlich für sie alle drei, bis er hier angekommen ist.
Als Bigwig den Graben erreicht, merken sie, dass Graben nicht zur Debatte steht, weil es Hazel nur beunruhigen würde. In der Dämmerung findet sie schließlich Kehaar, der meint, als Bigwig ihm berichtet was passiert ist, dass sie die Steine entfernen sollten. Immer wenn der Mensch mit dem Gewehr schießt, bleiben kleine Steine zurück. Vermutlich hatte Kehaar am Meer bereits schon Erfahrungen mit Jägern gehabt oder aufgrund seiner langen Wanderungen. Er untersucht jedenfalls Hazels Wunde und kann schließlich zwei Stücke der Kugel mit seinem Schnabel entfernen. Dadurch blutet die Wunde zwar noch mehr, doch wenn Hazel ein, zwei Tage wartet wird es besser werden. An der Stelle wird Hazels überstürzte und unsinnige Aktion mit dem Überfall auf den Bauernhof durch seine kluge und weise Entscheidung, Kehaar zu helfen praktisch aufgehoben. Nur dank Kehaars Wissen und medizinischem Einsatz wird er überleben.
Hazel muss dann jedoch trotzdem noch drei Tage in dem Graben bleiben, wobei er sich mit Fiver unterhält. Sie reden nicht über Nuthanger Farm, trotzdem macht es Hazel deutlich, dass er in Zukunft auf Fivers Rat hören wird. Dass Fiver ernstzunehmen ist, hatte er schon im Gehege der Schimmernden Drähte bewiesen und durch Holly haben sie den Beweis erhalten, dass er auch mit Sandleford richtig lag. Dennoch hat es bei Hazel erst eine schwere Verletzung gebracht, ehe er auch Fiver so weit ernstgenommen hat, sodass er von nun an immer auf ihn hört. Er versucht sein Lob auszudrücken, in dem er ihn fragt, ob sie ohne ihn überhaupt hier wären, worauf Fiver antwortet, ob sie wirklich hier seien, was Hazel natürlich zu mysteriös ist. Fiver berichtet dann von einem fremden Land gleich neben ihrer Welt, wo sie hingehen, wenn sie schlafen oder auch zu anderen Zeiten. El'ahrairah kann zwischen beiden Welten hin- und herwechseln, doch das hat Fiver nie verstanden. Einige Kaninchen finden diese andere Welt gar nicht so schlimm, doch diese wüssten nichts, denn sie ist gefährlich und unsicher. Fiver versteht selbst nicht, inwieweit sie in dieser anderen Welt sind, wobei Hazel nur froh ist, dass ihre Körper zumindest in dieser Welt bleibt, wenn sie schlafen. Ich denke hier sehen wir wie die Kaninchen versuchen Träume zu verstehen. Manche Kaninchen haben sehr schöne Träume, weshalb sie denken diese andere Welt wäre schön. Fiver hingegen der beständig schreckliche Visionen hat, hält diese Welt für etwas sehr Schlimmes, denn sie offenbart ihm zuviele Schrecken. Und Fiver ist auch eines der Kaninchen, welches tiefer in dieser Welt verankert ist als andere.
Dann kommt die Rede auf Silverweed, den Fiver trotz seiner Angst besser verstanden hat als alle anderen dort. Denn dieser hätte gemerkt, dass er mehr in diese andere Welt gehört als in die reale. Vermutlich ist er tot, denn diejenigen aus dieser anderen Welt geben ihre Geheimnisse nicht gerne preis. Da spricht Fiver vermutlich aus Erfahrung und offenbar setzen ihm die Visionen psychisch schwer zu, denn auch er erhält bekanntlich Wissen aus dieser Welt und zwar über die Zukunft.

Nach diesem Gespräch kommt Holly zu ihnen. Hazel ist bereits über sein erfolgloses Unternehmen zu den Efrafas unterrichtet. Gegenüber Fiver hat er den Zug erwähnt als eine Errettung durch Frith, wobei Fiver nur gefragt hat, ob dieses Ding ein Geräusch gemacht hat. Auch später lässt Holly diese Erscheinung nicht los und er denkt es müsse eine natürliche Erklärung dafür geben. Hazel interessiert das nicht wirklich. Er ist wütend über die Unfreundlichkeit und Feindseligkeit der Efrafas, weshalb Hollys Expedition nichts erreicht hätte. Er fragt Holly, ob sie der Lösung ihres Problems überhaupt näher gekommen sind. Er erkennt zwar auch an, dass Holly mit seiner Flucht aus Efrafa Wunder bewirkt hat, jedoch nichts dafür vorzuweisen hat. Noch dazu war der Überfall auf Nuthanger Farm ziemlich unsinnig. Holly meint diese hätte ihnen jedoch wenigstens zwei Weibchen verschafft. Hazel fragt jedoch, ob diese überhaupt etwas taugen.
Jetzt sind wir wohl an dem Punkt angelangt, wo ich zu der Kritik an Watership Down bezüglich negative Darstellung der weiblichen Rolle etwas sagen muss. Hier zieht Adams nämlich eine klare Trennlinie zwischen Mensch und Kaninchen. Es stört mich natürlich nicht, dass Adams bei der Vorstellung von Beziehungen zwischen Mann und Frau noch von älteren Vorstellungen wie Beschützen überzeugt ist, da solche in den 1970er noch wesentlich verbreiteter waren. Er betont jedoch ausdrücklich, dass Kaninchen - und nicht Menschen - ihre Weibchen hauptsächlich als Brutstätte für die Jungen sehen. Und ich denke an der Vorstellung ist nichts falsch, was nicht durch wissenschaftliche Beobachtungen - gerade eines Mr. Lockleys - bewiesen wurde. Jetzt werde ich eine Kritik zitieren, die so auch auf der deutschen Wikipedia-Seite von Watership Down zu finden ist: 

Selma G. Lanes war sogar der Meinung, dass der literarische Wert des Werks durch die zur Schau gestellte „[…] Einstellung gegenüber Frauen, die ihre Entsprechung eher in Hugh Hefners Playboy findet als in R. M. Lockleys ‚The Private Life of the Rabbit‘“ gemindert werde.
Und hier noch ein Zitat aus dem Englischen:

in which the rabbit world is matriarchal, and new warrens are always initiated by dissatisfied, young females.
Gehen wir ganz kurz ein Kapitel zurück: "Only a few days ago, several of us does went to the Council and asked whether we could form an expedition toa start a new warren somwhere else."
Aha, also exakt das was Lane hier Adams vorwirft nicht umzusetzen, taucht so im Buch auf. Und ich glaube nicht, dass ich Adams Einstellung mit Hugh Hefners gleichsetzen würde, denn ich glaube der Playboy sieht Frauen eher als Sexobjekt und nicht als Babyfabriken. So gesehen ist dieser Vergleich völlig unpassend. Die Umstände, dass elf Rammler ein Gehege verlassen sind hingegen nicht rational nur auf Unzufriedenheit zurückzuführen, sondern Hauptursache ist eine übersinnliche Eingebung eines der Kaninchen, denn Sandleford wirkte im Gegensatz zu Efrafa nicht überfüllt. Und da gerade Paarungszeit war, als Hazels Gruppe aufgebrochen ist, wäre es unmöglich gewesen für größtenteils nur durchschnittlich große Kaninchen um die Weibchen zu Kämpfen und diese mitzunehmen, denn so läuft es normalerweise in der Kaninchenwelt ab. Die Rammler kämpfen um die Weibchen. Dafür war jedoch auch keine Zeit.
Dazu würde die gesamte sehr gute Handlung des zweiten Teils nicht existieren, wenn Weibchen mit dabei gewesen wären. Kaninchen sind Tiere und das macht Adams so gut wie jede zweite Seite deutlich. Dank eigener Erfahrungen und Beobachtungen von Mr. Lockley ist es Adams gelungen seinen Roman auch wissenschaftlich sehr gut darzustellen, auch wenn natürlich Vermenschlichungen der Kaninchen oder andere Zuschreibungen immer noch auftreten. Und ja, liebe Feministen, es ist nunmal so, dass Emanzipation und andere Gedanken derlei Art bei Tieren nicht unbedingt auftreten und sie somit Weibchen in erster Linie zur Fortpflanzung sehen, denn im Gegensatz zu uns Menschen ist das Überleben von Kaninchen auch wesentlich gefährdeter, weshalb Nachwuchs auch die oberste Priorität hat, wie Hazels Gruppe jetzt erkennt. Ich wäre wirklich froh, wenn Feministen den wichtigen Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf Gebiete konzentrieren, wo es wirklich dringend notwendig ist und damit nicht ein sehr gut geschriebenes Buch in den Dreck ziehen, wo es um Kaninchen als Kaninchen geht! Das nur meine Meinung dazu.

Jetzt wieder weiter mit dem Inhalt. Holly befürchtet, auch wenn gerade Clover bereit ist sich mit ihnen einzulassen, sie noch alle sehr hilflos sind und vermutlich auf schlechteres Wetter zu empfindlich reagieren. Holly ist sich nicht einmal sicher, ob sie den Winter überhaupt überstehen. Hazel hofft, sie könnte noch vor dem Winter einen Wurf haben, auch wenn die Paarungssaison eigentlich schon vorbei ist. Holly ist da folgender Auffassung: Sie werden für einige Zeit keine Jungen haben, zum Teil weil es nicht die Saison dafür ist, zum anderen Teil weil das Leben für sie hier noch so fremd ist. Noch dazu würden die Jungen viel in sich haben, was durch die Zucht der Menschen entstanden ist. Doch sie sind alles was sie haben und auf was Besseres können sie nicht hoffen. Hazel fragt daraufhin, ob sich schon jemand mit ihnen gepaart hat. Holly verneint das, auch wenn er glaubt es werden bald einige Kämpfe um sie ausbrechen. Hazel ist sich jedoch sicher, zwei Weibchen reichen nicht aus.
So gesehen bleibt nur ein Schritt übrig. Sie müssen zurück nach Efrafa gehen und die unzufriedenen Weibchen dort herausholen. Für Holly ist das jedoch so absurd als würde er vorschlagen sie von Inle (also dem Mond) herzuholen. Offensichtlich hat er Hazel kein allzu detaillierte Beschreibung von Efrafa gegeben. Doch Hazel versteht es und das Konzept von Efrafa hat ihn auch erschreckt, doch sie müssen es trotzdem versuchen. Holly meint jedoch, es könne nicht getan werden. Hazel sinniert jedoch, dass es nicht durch Kampf und nette Worte möglich ist, sondern durch einen Trick. Für Holly ist das jedoch auch unmöglich. Die Efrafas sind wesentlich besser organisiert als sie und sind auch im Kämpfen, Verfolgen und Rennen ihnen allen mindestens gleichwertig und meist sogar überlegen.
Hazel hat jedoch schon eine Idee. Ihr Trick muss aus drei Teilen bestehen. Er muss erstens die Weibchen aus Efrafa herausbringen, zweites ihre Flucht sichern und drittens es muss für die Efrafas unmöglich sein sie zu finden. Er richtet sich direkt an seinen klügsten Ratgeber Blackberry, sich in der Hinsicht etwas einfallen zu lassen. Blackberry ist kurz am Überlegen, doch zumindest für den ersten Teil hat er eine Idee, bezüglich der anderen weiß er noch nichts und würde sich deshalb mit Fiver beratschlagen.
Für Hazel und Fiver wird es an der Zeit zum Gehege zurückzukehren, doch er will noch eine Nacht ausruhen. Holly soll den anderen erzählen, dass sie im Morgengrauen zurückkommen. Er selbst ist beruhigt, dass Bigwig und Silver anfangen könnten um Clover zu Kämpfen. Holly ist jedoch von Hazels Idee absolut nicht überzeugt und meint er würde einen großen Fehler begehen, wenn er nach Efrafa zurückkehrt, der sie alle töten könnte. Hazel fragt Fiver, und der meint es könnte getan werden, auch wenn er noch nicht weiß und sieht keine Gefahr für sie, besonders da es ihre einzige Chance ist. Für den Moment will Hazel jedoch nicht darüber reden und schickt Blackberry und Holly wieder zurück nach oben. 
Hazel hat sich also kaum von seiner Schusswunde erholt und ist schon bereit für ein neues riskantes Abenteuer. Er hat jedoch erkannt wie wichtig es ist, dass sie noch weitere Weibchen dazubekommen, denn die Zukunft ihres Geheges ist noch immer gefährdet. Nach Efrafa zu gehen ist also kein leichtsinniges Unternehmen, sondern pure Notwendigkeit für Hazels Gruppe um zu Überleben. Es ist somit interessant wie der Konflikt zwischen Efrafa und Watership Down in die nächste Phase geht. Hazels Gruppe wagt einen sehr gefährlichen Schachzug und geht selbst zurück nach Efrafa. Jedoch glaube ich, dass mehr dahinter steht als nur die Weibchen zu bekommen. Sie wollen unzufriedenen, tyrannisierten Kaninchen helfen, was noch deutlich werden wird.