Jetzt wirds chaotisch. Mit Staffel 5 gleitet Lost endgültig in das Science Fiction Genre hinab. Und was ist ein beliebtes Stilmittel von fast jeder Science Fiction? Ganz genau Zeitreisen. Viele Fans schalteten ab hier ab und kamen nicht mehr mit mit Lost. Doch wie die Autoren umgingen damit ist phänomenal, besonders in dieser Auftaktfolge.
DER OPENER
Zugegeben es hätte noch viel mehr geben können: Die Szene mit Caesar und Ilana und dem wiederauferstandenen Locke, Jack der im Dschungel aufwacht, ja sogar richtig episch wäre es gewesen die Staffel mit der Begegnung zwischen Samuel und Jacob zu beginnen. Leider hat man sich für ein am Ende doch vergleichweise lahmeren Auftakt entschieden. Wir sehen in Anlehnung an den Staffel 2 Opener Pierre Chang, der seinem geregelten Arbeitstag nachgeht und sogar eine Schallplatte auflegt. Schon das erste seltsame, der Wecker klingelt bei 8:15, obwohl er auf 12:00 Uhr eingestellt ist. Könnte ein Fehler sein, aber auch ein erster Hint auf die chaotische verlaufende Zeitlinie dieser Staffel. Wir sehen, dass er ein Baby hat, was im Nachhinein ein Riesenfehler ist, denn schon bald wusste wohl jeder, dass es nur Miles sein kann, wodurch Some like it Hoth noch überflüssiger wirkte. Schön fand ich, wie die Brüche in der Zeitlinie durch die Schallplatte angedeutet werden, die sich aufgehangen hat. Daniel sagt ja dann auch schön über die Zeitsprünge: "The Island... think of the Island like a record spinning on a turntable... only now, that record is skipping. Whatever Ben Linus did down at the Orchid station... I think... it may have... dislodged us."
Dann macht Pierre das was er am besten kann, Orientation Videos zu drehen. Wir erfahren hier mehr über den Pfeil, der dazu diente, Kampfstrategien gegen die Others zu finden. Hat letztendlich wunderbar geklappt. Seltsam nur, dass Pierre dabei einen Swan-Overall trägt, eine Station, die noch im Bau ist.
Dann jedenfalls wird er unterbrochen und ein Zwischenfall in der Orchid gemeldet. Diese befindet sich auch noch im Bau. Ein Arbeiter hatte einen schweren Unfall, als er sich durch die Gesteinswand bohren wollte. Wie wir nun wissen, war die Energie dort ganz knapp davor sich freizusetzen. Dieser Zwischenfall konnte geradeso noch verhindert werden. Durch Pierre erfahren wir nun, dass diese Station gedacht ist um die Zeit zu manipulieren. Der Arbeiter hat gleich eine gute Idee, zurückreisen um Hitler zu töten. Dann aber erfahren wir von den Zeitreiseregeln und schon hier wird felsenfest Whatever happened, happened angedeutet. Auf dem Rückweg läuft Pierre nun ausgerechnet Daniel in den Weg, der zu diesem Zeitpunkt schon alles versucht, um die Geschehnisse zu ändern. Letztendlich ist diese Szene aber völlig nichtssagend, sondern zeigt uns bloß, dass Daniel wohl tatsächlich durch die Zeit gereist ist, da er genauso aussieht wie 2004. Genial ist es nur wie der Arbeiter ausgerechnet zu ihm meint: "Did you hear that? Time travel. How stupid does that guy think we are?"
ZEITREISEN UND DEREN GESETZE BEI LOST
Zugegeben Zeitreisen werden wohl nie möglich sein, Einstein hat den perfekten Gegenbeweis schon erbracht. Es würde wohl von Leuten aus der Zukunft nur so wimmeln, wenn das irgendwann möglich wäre. Da gerade die Zeit eine für uns gerade ablaufende, unabänderbare Konstante ist, fällt es wirklich sauschwer Zeitreisen zu verstehen. Es müssen gewisse Gesetze festgelegt werden, die das für den Zuschauer immer noch begreifbar machen. Lost wendet die beste an: Whatever happened, happened. Ganz einfach gesagt, egal ob Leute nun zurückreisen oder nicht an den Abläufen kann nichts verändert werden. Sie sind schon immer so geschehen. Zwar wird Whatever happened, happened noch hart auf die Probe gestellt, aber ich denke die Autoren werden es nicht umsonst als eisernes Zeitreisegesetz uns von Anfang an unter die Nase gerieben haben.
Zurück zu den Geschehnissen. Ben hat die Insel bewegt, für die Oceanic 6 ist sie scheinbar verschwunden, für alle anderen Losties aber ist sie durch die Zeit gereist. Locke steht plötzlich alleine an der Stelle, wo eben noch die Others und Richard waren, der Frachter ist verschwunden, sowie das Strandcamp. Erste große Frage, die wir uns schon bald stellen, als Daniel allen klarmacht, dass es sich um eine Zeitreise handelt: Warum flashen die Others nicht mit? Nun ich glaube das habe ich nun schon oft genug in den anderen Recaps angesprochen. Sie waren vorher beim Tempel und sind dort irgendwie dagegen geschützt worden. Desweiteren füge ich gleich mal meine eigene Theorie ein die passiert ist: Die Insel reist durch die Zeit, nicht die Losties, dafür ist das aus der Achse gerutschte Frozen Donkey Wheel ein zu deutlicher Hinweis. Die Insel hat gewisse Konstanten wie Bäume, die Wildschweine, und eben jetzt die Others, die immer mitreisen. Die Variablen dagegen bleiben an Ort und Stelle im vierdimensionalen Raum, das sind die Losties, aber nur diese bekommen die Konsequenzen zu spüren, dass die Insel durch die Zeit reist. Als einzige bekommen sie es mit, wenn die Insel zu einem solchem Sprung ausholt. Für mich ist das Flashgeräusch zusammen mit dem Licht das beste Ereignis, dass ich je bei Lost gesehen habe.
Nun natürlich sind alle zunächst einmal verschreckt, als es geschieht. Auf den zodiac raft wird nun endlich mein Lieblings-Redshirt Frogurt auch in die offizielle Serie eingeführt. Dieser dient hauptsächlich dazu seinen Frust über die Zeitreisen zu äußern. "What happened? What was that light?" ist sein erster Satz. Daniel antwortet gar nicht, der ist nur froh, dass sie im Radius waren.
Am Strand sind Sawyer und Juliet genauso geschockt, der Frachter ist weg. Dann kommt Bernard, der nach Rose ruft und es kommt zu einer tollen emotinalen Szene, als sich beide wiedersehen. Nun erfahren wir erst das volle Dilemma. Das ganze Strandcamp ist verschwunden.
Nun der einzige, der weiß was zu machen ist ist Daniel. Nach einer weiteren tollen Wiedersehensszene mit Charlotte verlangt er sofort von Juliet, dass er sie zu etwas Menschengemachten führt. Diese führt die Luke an, ein Ort an dem sie während die Losties die Kontrolle über sie hatte, nie war. Fand es zugegeben etwas komisch, dass ausgerechnet sie alles über den Ort erzählt, wo doch eigentlich die anderen viel mehr mit dieser Station zu tun hatten. Nun haben sie also erstmal ein Ziel. Ich glaube Daniel wollte nur feststellen, wo sie in der Zeit gelandet sind. Er wusste was passieren würde, wenn Ben das Rad dreht, aber offenbar hat er angenommen, es würde nur ein Flash passieren. Schon bald aber stellt er wie alle anderen fest, dass weit mehr Flashes geschehen werden.
Auf dem Weg zur Luke erklärt er schließlich die Zeitreisegesetze. Fand es genial, wie Sawyer zwischendurch sein Shirt verlangt und ihm dann eine klatscht, als er ihm versucht klarzumachen, wie schwer es ist Zeitreisen zu erklären. Hier nun auch die große Frage: "Yeah, either the Island is, or we are." Wie gesagt ich denke eher Ersteres, da das Rad nichts mit den Losties zu tun hat. Als Daniel fragt, ob alle von ihrer Gruppe da sind, musste ich Sawyer mal kräftig loben: Er spricht nur von Locke, aber nicht von Claire. Sieht so aus als würde nicht nur ich mich einen Dreck drum scheren, wo Claire eigentlich ist.
LOCKE
Der erlebt auch allerhand Dinge, während der Zeitsprünge. Zunächst einmal wissen wir wohin das Bewegen der Insel die Losties wirklich zeitlich gebracht hat. Zu dem Zeitpunkt, als die Beechcraft noch einmal abstürzte. Es war schon ein bisschen ironisch, dass Locke jetzt erst beim dritten Mal endlich selbst die Wand nach oben klettert, zeitlich gesehen ist er aber der Erste. Wäre er oben angelangt, so wäre das Flugzeug womöglich nach unten gestürzt und die ganzen Dinge mit Boone, der Luke und Desmond nie geschehen. Hier greift nun WHH und schickt mit Ethan genau zum richtigen Zeitpunkt einen Schützen, der Locke davon abhält nach oben zu klettern. Diese Begegnung hat weitreichende Konsequenzen: Ethan kennt nun Locke und weiß auch, dass Ben ihn als Anführer bestimmen wird. Wohl deswegen ist er in Staffel 1 sooft mit ihm Jagen gegangen, weil er den Mann sehen wollte, der vor seinen Augen verschwunden ist, als er er ihn abknallen wollte. Die Tatsache, dass Locke wohl Bens treuesten Anhänger gegenüber erwähnt, dass Ben ihn als Anführer bestimmt hat, hat wohl bei Ben erst die ganze Abscheu gegenüber Locke hervorgerufen und warum er solange versucht hat ihn zu manipulieren. Ändern konnte er es nicht, aber ich wette Ben hat genau auf den Moment gewartet an dem er ihm das sagt, sodass er durch die Zeitreisen sowieso nicht seiner Bestimmung nachgehen kann.
Nun der erste Flash nach dem Bewegen der Insel zeigt vieles, nur die Zeitreisenden bemerken das alles und so schnell wird es wohl nicht Aufhören.
Locke landet jedenfalls weit in der Zukunft neben den Flugzeug und es kommt wohl zur interessantesten Begegnung, der mit Richard. Besonders unter dem Gesichtspunkt alles zu kennen ist diese Begegnung schön paradox. Es ist wie eine Art Kreis. Richard wird von Flocke dazu beauftragt Locke zu verarzten, ihm den Kompass zu geben, den er dann wieder Richard gibt und die Oceanic 6 zurückzuholen. Dabei soll er sterben. Es ist gleichzeitig das letzte Mal, dass Samuel den lebenden Locke in seinem Plan benutzt, aber dabei wird ihm der Gegenstand gegeben, die das erste Mal auslöst. Denn 1954, noch vor Lockes eigentlicher Geburt wird er benutzt, um Richard den Kompass zurückzugeben. Dabei ernennt er sich selbst zum Anführer und schickt Richard gleich auf dem Weg. Es ist ein sehr verrückter Twist, Locke beginnt seinen traurigen Werdegang als Samuels Marionette selber, obwohl er erst durch die Zeitreisen dahin gebracht wird. Im übrigen ist es falsch, dass Richard sagt, dass die Oceanic 6 wieder zuhause sind, in Wirklichkeit sind sie alle schon längst wieder auf der Insel. Durch die Andeutung, dass er sterben muss, um seine Mission zu erfüllen wird auch dieser Stein ins Rollen gebracht. Flocke schickt Locke eiskalt in sein Verderben durch Richard, nur damit er seinen Plan ausführen kann und das geniale ist, er weiß schon davon, dass es klappen wird. Nach dieser Begegnung rauchen einem ehrlich gesagt die Köpfe, besonders wenn man noch über den Kompass nachdenkt, der nie gebaut worden ist und ein ewig in der Zeit gefangener Gegenstand ist.
Das beste aber:
Richard: "It's a compass."
Locke: "What does it do?"
Richard: "It points north, John."
AN DER LUKE
Auch die anderen machen die beiden Zeitsprünge mit und landen zunächst in der Zeit, als die Station zerstört ist. Nun erklärt Daniel die Zeitreisegesetze, als sich Sawyer und Juliet überlegen Dinge zu ändern. Für mich mit die beste Erklärung: "We can move forward on that street, we can move in reverse, but we cannot ever create a new street. If we try to do anything different, we will fail every time. Whatever happened, happened." Als Daniel gefragt wird, woher er das alles weiß verweist auf sein Tagebuch, ein weiteres dieser verrückten Zeitreisegegenstände, denn er ist das Schicksal, dass die Oceanic 6 zurückbringt auf die Insel und Daniel das Leben kostet. Er hat also alles über die Dharma-Initiative geforscht und ist deswegen hier, weil er weiß was passiert. Dieses Wissen kommt wohl von seiner Mutter, die alles über die Zeitreisen weiß und zusehen muss, dass alles so geschieht, wie es geschehen soll. Wiedermal paradox, Daniel weiß das alles nur dadurch, weil er das Wissen sich selbst gegeben hat. Es ist die einzige vernünftige Erklärung, denn es wäre sehr seltsam, woher er sonst dieses Wissen hat. Nun auf die Frage wer die Flashes stoppen kann, weiß er die Antwort nicht, aber der Sprung zu Locke ist eindeutig für den Zuschauer.
Nun als nach dem nächsten Flash die Luke wieder zurück ist, entschließt sich Sawyer nun einfach dazu Desmond um Vorräte zu fragen. Genial wie er sagt: "Back door. I'm gettin' some supplies." Noch besser ist aber als er an der Hintertür anklopft und ruft: "Sure it will. Yo, open up! It's the Ghost of Christmas Future!"
Daniel hält ihn aber davon ab, weil diese Begegnung nie geschehen ist, führt sogar an, dass jemand anderes drinne wäre. Bei Radzinsky hätte es wohl eine Katastrophe gegeben. Er gibt jedenfalls auf und wir bemerken wiedermal die Wandlung von Sawyer: "Everybody I care about just blew up on your damn boat. I know what I can't change." Danach überredet ihn zu Juliet zur Rückkehr: "We should get back to the beach. It's been a long day." Ich würde das eher als Tag Nacht Tag oder Sandwich- Nacht bezeichnen. Miles fragt, warum sie zurückgeht, wenn dort eh nichts ist. Juliets Reaktion ist genial: "So stay here." Miles darauf mit: "That chick likes me."
Dann sehen wir nun die weitere Gefahr, die die Zeitreisen mit sich bringen. Genau wie bei den psychischen Zeitreisen, wenn der Zeitrhythmus durcheinander kommt, beginnt die Nase zu bluten. Bei Charlotte beginnt es, weil sie am längsten auf der Insel war.
DESMOND IS SPECIAL
Die nächste Begegnung stellte uns nochmal vor riesige Rätsel, ist aber zum Glück längst komplett entschärft worden. Wohl in der Annahme, dass Desmond seine Konstante ist versucht Daniel mit ihm zu reden und ihn dazu zu bringen, dass er seine Mutter in Oxford besucht. Sie könne sie alle retten. Für Desmond selber gilt: "You're the only person who can help us because, Desmond... the rules... the rules don't apply to you. You're special. You're uniquely and miraculously special." Ich weiß nicht genau was nun Daniel zu dieser Annahme verleitet, das Treffen in Oxford oder doch die Tatsache, dass er als Daniels Konstante aufgeführt ist. Das dieses Treffen immer so stattgefunden hat daran besteht auch keinen Zweifel. Wenn Desmond es vergisst, dass er den Fail Safe Key in ein Buch getan hat vor zwei Tagen und auch, dass er die Zahlen nicht eingegeben hat, so ist es doch wesentlich glaubwürdiger, dass er die Begegnung mit Daniel vergisst, der noch dazu genau vor seinen Augen verschwindet.
Das einzig Seltsame ist, dass dieses Ereignis unsynchron verläuft, denn trotz der geteilten Zeitebenen, läuft die Spanne dennoch parallel ab zwischen den off-island und on-island Charakteren. Ich nehme aber an, die Erinnerung kam ihm einfach im Traum, als sie gebraucht wurde, vermutlich wieder mal durch Samuel und so fährt dieser mit Penny nach Oxford.
OCEANIC 6
Ben und Jack arbeiten zusammen und versuchen nun die restlichen Leute zu holen. Ben macht ihm noch einmal deutlich, warum das alles passiert ist: "It happened because you left, Jack." Dann später, nachdem er sich rasiert hat, erzählt er Ben davon, warum er Locke letztendlich Glauben geschenkt hat. Als dieser ihm davon erzählt, dass Sawyer, Juliet und die drei vom Boot in großer Gefahr schweben. Fand es schon sehr auffällig, dass die Redshirts wieder außen vorgelassen werden, nun sie sind auch schon alle tot, bis auf Rose und Bernard, von denen aber Locke nichts weiß. Wohl durch die Erscheinungen seines Vaters dazu gebracht sieht Jack endlich ein, dass Locke Recht hatte.
Ben lügt aber mal wieder, als er erzählt, dass er Locke das letzte Mal in der Orchid gesehen hat. Es wäre aber auch etwas schwer zu erklären, dass er es war der Locke umgebracht hat. Nun jedenfalls versuchen sie die restlichen der Oceanic 6 einzusammeln, was aber schwerer ist als sonst. "They're not my friends anymore."
Mit Hurley wollen sie anfangen, da Ben glaubt er wäre am einfachsten zu überzeugen. Ironischerweise wird er es genau bei ihm nicht schaffen und erst durch Jacob, wird Hurley überhaupt an Bord von Ajira 316 kommen.
Die anderen hat er schon längst bearbeitet, bei Sayid weiß er, dass es unmöglich sein wird ihn zu überzeugen, wegen derer gemeinsamen Arbeit, also setzt er Leute auf ihn, die ihn betäuben sollen. Nur dieser ist etwas zu paranoid. Fand es genial wie Hurley zu ihm sagt: "You know, maybe if you ate more comfort food you wouldn't have to go around shooting people." Hurley hat in jeder Lebenslage etwas Gutes zu sagen. Noch besser ist es, als er sagt: "I need a cool code name." Sayids so krasse Paranoia aber hat dann auch Ben nicht vorhergesehen und so überwältigt er die beiden Angreifer, während Hurley zusätzlich noch als Mörder verdächtigt wird, als er genau zum falschen Moment die Waffe aufhebt und auch noch Ketchup an seinem Shirt hat. Sayid dagegen wird außer Gefecht gesetzt und so muss sich Hurley auch noch um ihn kümmern. Dies wird ein harter Auftrag für ihn in der nächsten Folge.
Auf Kate setzt Ben seinen Anwalt an, der beweisen soll, dass Kate nicht die Mutter von Aaron ist. Es gelingt ihm zwar kein voller Erfolg, doch immerhin bringt er sie dazu ihr Haus zu verlassen. Schließlich wird durch diese psychische Maßnahme mit dem Unterdrucksetzen Kate dazugebracht Aaron abzugeben und davon überzeugt, auf der Insel nach Claire zu suchen. Alles sehr geschickt eingeleitet von Samuel und Ben.
Nun um Sun braucht er sich gar nicht zu kümmern, die will sowieso zu ihm. Dazu arbeitet sie mit Widmore zusammen, der erbost darüber ist, dass sie ihn vor seinen Geschäftsleuten respektlos das Angebot unterbreitet. Ich werde zwar nie verstehen warum sie mit dem Mann zusammen arbeiten will, der Keamy erst mit den Mitteln ausgestattet hat, dass ihr Mann scheinbar gestorben ist. Jedenfalls möchte sie Ben töten, doch der hat natürlich den Trumpf in der Hand, dass Jin noch lebt.
Geschickt also hat Ben die Fäden ausgeworfen, wie er die Oceanic 6 alle zusammenbringt und zur Rückkehr überredet. Er wird zwar nicht bei allen Erfolg haben, doch er bekommt noch Hilfe dabei. Sogar vom eigentlichen Feind Jacob.
BODYCOUNT
Bei dem Dharma-Arbeiter bin ich mir nicht sicher, der könnte auch nur bewusstlos sein. Sicher sind die beiden Männer, die Sayid getötet hat.
Summe: ca. 480
FAZIT:
Sehr guter Auftakt in eine chaotische Staffel. Die neue Erzählweise mit den Zeitreisen wird aber perfekt eingeführt und sogar sehr logisch erklärt. Die ganzen Twists und Paradoxa machen dieses Thema schon in dieser Folge sehr spannend.
Etwas weniger gut ist da die Oceanic 6-Geschichte, doch es verwundert wohl kaum, dass eine off-Island Handlung bei Lost nicht überzeugt.
Freitag, 20. November 2009
Donnerstag, 19. November 2009
4/13 und 4/14 There's no place like home (Erik)
Ich lege mich nun offiziell fest, von allen fünf Staffelfinals, die wir bisher gesehen haben ist das das beste. Es beinhaltet einfach alles Action, Dramatik, große Emotionen, Gefühle und ein gewaltiges mystisches Element, dass Lost wieder eine Ebene höher bringt. Ein Recap fällt sehr schwer, ich versuche es aber wenigstens.
DAS SÖLDNERPROBLEM
Die Autoren können manchmal wirklich überraschen. Da wird uns seit dem Staffel 3-Finale diese Frachterleute als größte Bedrohung für die Insel dargestellt und dann als es endlich zum großen Showdown kommt, ist der in den ersten zehn Minuten des Finales vorbei. Da fragt man sich zurecht, was soll noch alles kommen?
Der Reihe nach, auf der Insel sehen wir zunächst Jack und Sawyer, die endlich die Orchid erreichen. Das sie die nicht zufällig finden wird noch kurz angesprochen, als Jack meint Lapidus hat gesagt, dass die Söldner nach Nordosten gegangen sind. Jedenfalls Glück gehabt, dass sie denen nicht über den Weg gelaufen sind. Dort finden sie als Erstes Hurley, der riesig darüber erfreut ist, dass Sawyer für ihn zurückgekommen ist. Danach kommt es ziemlich still und abgekühlt zur Begrüßung mit Jack. Die Erinnerung ist noch da, dass es hauptsächlich Hurley war, der die Trennung der Camps eingeleitet hat. Nun das ist nun vorbei, genau wie der Jack-Locke-Konflikt. Beide Anführer sehen sich nun das erste Mal seit Beginn der Staffel wieder und ich fand es gut gemacht, wie sie sich begrüßen.
Jack: "Locke!"
Locke: "Hello, Jack."
Danach springt die Handlung zum Frachter, wo als einziges von allen Handlungsorten ein wirkliches Söldnerproblem besteht. Der riesige Haufen C4 stellt alle drei, Desmond, Jin und Michael vor große Rätsel. Zumindest kann Desmond etwas Armeewissen vorweisen, was ihnen aber auch nicht viel hilft, denn der Mechanismus ist so genial konstruiert, dass ein Deaktivieren nahezu unmöglich ist.
Zurück geht es wieder zu der Orchid, wo sich nun alle vier unterhalten. Locke ist in Botanik eine Niete, denn er findet nicht die Blumen, die Ben ihm beschrieben hat. So kann er mit Jack aber erneut ein Gespräch führen, doch er winkt ab, da er sowieso nur wegen Hurley hier ist. Locke versucht ihn natürlich zu überreden und Jack wiederholt sein Anliegen wieder einmal, dass er alle Leute in den Hubschrauber bringen muss, um sie von der Insel zu bringen. Durch Hurley aber erfahren wir, dass das keine gute Idee ist, da sich Ben ihnen ergeben hat. Jack fragt daraufhin: "Now why the hell would he do that?" Ich wette keiner der Anwesenden weiß auch nur annähernd, was Ben damit wollte. Es fällt auf, noch immer durchschauen sie ihn und seine Pläne nicht, wodurch Ben ihnen immer wieder einen Schritt voraus ist. So auch jetzt.
Keamy glaubt wohl schon triumphiert zu haben und fragt nach warum Widmore ihn überhaupt haben will und soviel Geld bezahlt. Ben schweigt natürlich und ganz ehrlich eine sinnvolle Antwort darauf habe ich bis heute nicht gefunden. Wenn Widmore wieder auf die Insel wollte, warum wartet er dann nicht einfach brav auf dem Frachter? Wenn er wirklich nur Locke zum Anführer verhelfen wollte, wieso lässt er dann Ben nicht einfach durch Keamy töten? An irgendwelche Regeln glaube ich da nicht, denn Keamy könnte es wirklich tun.
Interessant ist nur, dass Ben fragt, ob Widmore ihm gesagt hat, dass er seine Tochter töten soll. Da er nie eine Antwort erfährt ist noch nichtmal sicher, ob Widmore wirklich die Regeln gebrochen hat. Das führt mich zu einer ganz interessanten Theorie, dass Widmore dahingehend die Regeln gebrochen hat, dass er Keamy nicht gesagt hat er solle Alex leben lassen. Genaueres werden wir aber nie erfahren, da es wie jedes interessante Gespräch durch irgendein belangloses Geräusch unterbrochen wird. Es ist Frank, der sich noch immer verzweifelt versucht zu befreien. Ehe Keamy aber eine Antwort erfahren kann, wie Frank an die Werkzeugkiste gekommen ist, stürmt plötzlich Kate aus dem Dschungel und die Falle schnappt für die Söldner zu. Ich werde wohl nie verstehen, warum Keamy sie nicht einfach erschossen hat, wo er doch alle auf der Insel töten soll. Das ist jetzt bestimmt schon die zehnte verpasste Gelegenheit endlich Kate zu töten. Diese berichtet von den Others die ihr folgen und Keamy bringt seine Männer in Position. Was wir sehen ist ein würdiger otherslike Angriff, der denen nach Staffel 3 endlich wieder etwas mehr Mystisches verleiht. Eingeleitet durch Geflüstere stirbt der erste Söldner, als ihm ein Other anspringt und das Genick bricht. Erst beim zweiten, der getötet wird werden die anderen überhaupt aufmerksam, doch es ist schon zu spät. Sie schießen zwar wild um sich, doch während ein Nächster mit einem Giftpfeil getötet wird und Keamy Omar selbst ausschaltet, können Kate und Ben fliehen. Keamy folgt ihnen, wird wiederum von Sayid angegriffen und es entsteht ein heißer Kampf, den Richard dann aber beendet, als er Keamy von hinten erschießt. Nun eine kugelsichere Weste, wie er sie trägt, schützt trotzdem nicht ganz vor Verletzungen und er wird wohl kurz außer Gefecht sein, spielt aber wohl nur den Bewusstlosen. Einfacher Beweis, woher sonst sollte er wissen, dass Richard ihn angeschossen hat.
Als der Kampf vorüber ist schaut Ben nur wenig überrascht auf den scheinbar toten Keamy und sagt ohne große Dankbarkeit "Thank you for coming, Richard." Der wiederum sagt fast mit Widerwillen: "My pleasure." Er folgt zwar noch Bens Befehlen, doch es widert ihn an. Dann hält Ben seine Fesseln Kate hin und bittet sie ihm zu lösen. Eine geniale Szene, aber noch besser ist es, mit welcher Schnelligkeit und ohne groß darüber nachzudenken er ihnen erlaubt von der Insel zu gehen. Wenn man bedenkt was für Probleme es da noch in Staffel 3 gegeben hat. Im übrigen löst er damit ein altes Versprechen gegenüber Jack ein, erst wenn der die Insel verlassen kann, lässt er Kate und Sayid frei. So nun ist es geschehen. Das schlichte "That's it." ist deshalb ein weiterer Ben-Spruch, der sich bei mir eingebrannt hat.
LEADERSTUFF
Ich fand es so genial, als Sawyer und Hurley Jack und John beobachten, Sawyer fragt was sie bereden und Hurley sagt: "leaderstuff". Sawyers Reaktion darauf ist zu genial und zeigt deutlich, dass weder der eine noch der andere wirklich ein Anführer ist.
Locke möchte, dass Jack auf der Insel bleibt. Ich weiß wirklich nicht, woher er auf einmal diese Idee hat, die auf keinen Fall von Samuel gekommen sein konnte. Der hätte nämlich null Interesse daran, dass Jack auf der Insel bleibt, schließlich braucht er ihn noch. Jacob wäre eventuell eine Möglichkeit, denn wann immer der versucht sich Locke zu bedienen scheitert er. Genial fand ich, als Jack Locke seine bösen Taten nennt. Da wirkt Lockes Antwort: "Well, Jack, you put a gun to my head and you pulled the trigger" irgendwie lächerlich im Vergleich dazu. Jedenfalls redet Locke dann davon, dass Jack nicht dazu bestimmt ist nach Hause zu gehen, der erinnert sich nur an deren erste Unterhaltung darüber und Locke führt an, dass er es doch längst wisse. Dann gibt Locke auf, aber überredet Jack wenigstens zu lügen, wenn er schon geht, da die Insel beschützt werden muss. Jack meint natürlich, dass so eine Insel von niemanden beschützt werden muss. "It's not an island. It's a place where miracles happen. And--and--if you--if you don't believe that, Jack, if you can't believe that, just wait till you see what I'm about to do." Ist schon ziemlich krass, dass es Jack immer noch nicht glaubt, auch als er sieht wie die Insel verschwindet und auch dann nicht, als er in sein Krankenhaus gebracht wird nach dem Autounfall. In der Tat glaubt es Jack erst, als er so verzweifelt ist, weil sein Vater ihn ständig besucht.
"There's no such thing as miracles." Sarah schon vergessen Jack?
Dann kommt Ben und es folgt wiedermal eine der genialen Szenen.
Er fragt: "Am I interrupting?", Jack hält eine Waffe auf ihn, der antwortet nur mit "Nice to see you, too, Jack."
Als ob ihn das gar nicht interessiert fragt er Locke, warum er die Blumen nicht gefunden hat und dieser antwortet natürlich, dass er nicht weiß wie sie aussehen. Ben hat seinen kleinen Umweg mit den Söldner durch Lockes fehlende Botanikkenntnisse also wieder wett gemacht. Genial auch wie ungläubig Jack dasteht, wissen will was vor sich geht und Ben nur Locke fragt, ob er es ihm denn gesagt hat. Sein "I tried." ist gelogen, denn er hat kein Wort über das Bewegen der Insel verloren. Für Ben ist Jack aber sowieso egal und er überbringt ihm die Nachricht mit dem Hubschrauber und das er lieber so schnell wie möglich dort ist. Ehe sie nach unten fahren versucht Locke ihn noch ein letztes Mal vom Lügen zu überzeugen und sagt etwas ganz Interessantes: "Lie to them, Jack. If you do it half as well as you lie to yourself, they'll believe you." Tatsächlich lügt Jack und alle Welt glaubt ihn. Es ist toll zu sehen, wie er die beiden im Fahrstuhl dann nachsieht, und Locke erst wieder sieht, als er im Krankenhaus ist.
WEG VON DER INSEL
Nun die anderen versuchen von der Insel zu kommen, während aber auf dem Frachter noch Alarmstufe Rot herrscht. Ganz ehrlich, etwas unverantwortlich fand ich es schon, dass Sun niemanden von der Bombe erzählt, immerhin sind die überwiegenden Leute Frachterbesatzung, die wohl bei so etwas nicht gleich in wilde Panik verfällt. Jedenfalls erfährt Michael nun, dass Sun schwanger ist, worauf er ziemlich seltsam schaut. Mir kam es so vor, als ob er für eine Sekunde wirklich glaubt er wäre der Vater.
Nun jedenfalls hat er eine gute Idee, wie sie die Detonation zumindest verzögern können. Die Batterie einfrieren, sodass sich die chemische Reaktion verlangsamt. Warum das viele für einen Fehler halten werde ich nie verstehen? Wenn ich in meiner kurzen Zeit als Chemie-Student zumindest einst gelernt habe, dann das sich Reaktionen bei tiefen Temperaturen tatsächlich sehr verlangsamen. So gehen sie ans Werk.
Währenddessen kehrt Daniel zum Strand zurück, bereit für die nächste Fuhre. Schon krass, dass dieser sagt: "Yeah, everybody's safe.", obwohl eine riesige Bombe den ganzen Frachter zerstören konnte. Jedenfalls ist er bereit für die nächste Fuhre und möchte unbedingt, dass Charlotte dabei ist. Seltsam nur, dass Miles, der durch Erdnussdiebstahl Rose auf sich aufmerksam gemacht hat, fragt warum Charlotte schon wieder gehen will, wo sie doch solange nach diesem Ort gesucht hat. Kapier ich nicht, da er gar nicht über Charlottes Vergangenheit wissen dürfte, es sei denn er ist zufällig über das Grab von Charlottes Mutter gegangen.
Beim Hubschrauber treffen sich nun alle, Sawyer befreit noch Frank und schon kann es losgehen. Ausgerechnet er sagt: "I've seen enough of this rock.", obwohl er noch drei Jahre dort bleiben wird. Nun fliegen sie alle von der Insel und außer für Sawyer wird es für drei Jahre, dass letzte Mal sein, dass sie sie sehen.
THE ORCHID
Die ist eindeutig meine Lieblingsdharmastation. Wieder mal kriegen wir hier geniale Ben-Locke-Dialoge zu sehen.
Locke: "How deep is the station?"
Ben: "Deep."
So eine banal einfache Antwort wirkt bei jemanden wie Ben immer genial. Als sie unten sind, kommt geht es weiter.
Locke: "Is this the magic box?"
Wie herrlich Ben die Augen verdreht, ehe er sagt "No, John, it's not!" zeigt deutlich, wie genervt er ist Lockes Gegenwart zu ertragen. Dieser fragt dann für was das alles ist und Ben gibt die beste Antwort überhaupt:
"Same things that all the DHARMA stations are for... silly experiments."
Als Locke dann wieder nachfragt, gibt er ihm genervt das Video, dass er sich anschauen soll, während er damit anfängt alle möglichen Objekte in die Zeitreisekammer zu stellen.
Das Video bestätigt eigentlich nur das, was wir alle längst vermutet haben. Diese Station ist für Zeitreisen zuständig und wie es der Zufall will, wurde diese Station genau über eine Tasche von exotischer Materie gebaut, die einen Kasimir-Effekt hervorgerufen hat. Dies ist wohl eines der Grundmysterien der Insel, die wir so hinnehmen müssen. Jedenfalls warnt Pierre davor metallische Objekte in die Kammer zu stellen. Fand es genial, wie Locke schaut, als Ben einfach weiterhin Gegenstände da hineinstellt. Etwas mysteriös ist es dann aber, als sich das Video von selbst zurückspult, ehe Pierre das Experiment mit dem Kaninchen durchführen kann. Offenbar gab es da irgendeine Autofunktion, die daran hindern soll weiteres zu sehen. In einem Clip, der vor Staffel 4 erschien, wurde jedenfalls gezeigt, wie gerade dieses Experiment offenbar mächtig schiefging, als sich beide Hasen fast sehen.
Wieder folgt eine geniale Ben-Locke Unterhaltung:
Locke: "Hey. Uh... was he talking about what I think he was talking about?"
Ben: "If you mean time-travelling bunnies, then yes."
Ben hatte eben noch nie viel für Dharma übrig.
Dann aber werden sie unterbrochen, als plötzlich der Fahrstuhl nach oben fährt, denn noch ist Bens Widersacher nicht tot.
DIE FRACHTEREXPLOSION
Samuels Plan muss ich mal in Erinnerung rufen. Denn der steht über allem, was in diesem Finale passiert. In keiner anderen Folge ist es so wichtig, dass alle beteiligten Figuren zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die ersten 30 Minuten etwa haben wir gesehen, wie alle in die richtige Position gebracht werden, jetzt werden wir die nächsten 30 Minuten zwei Ereignisse sehen, die sie dort hinbringen wo sie hinsollen. Das erste Ereignis ist die Frachterexplosion.
Keamy ist also in der Orchid, um weiterhin seinen Auftrag auszuführen Ben zu schnappen. Er hat weder Hubschrauber noch Männer, ist schwerverletzt, sein Frachter ist vom Feind besetzt und dennoch gibt er nicht auf. Wahnsinn, das nenne ich mal einen Söldner. Ben hat sich natürlich vor ihm versteckt, ist er gerade jetzt gefährlicher denn je und Keamy versucht ihn am Töten zu hindern, als er seinen Plan mit dem Pulsmesszünder enthüllt. Er hofft dadurch, dass er sicher ist, während er Ben schnappt, da er nicht glaubt, dass er soviele unschuldige Leute umbringen würde. Er hätte vielleicht nicht sagen sollen "If you think I'm bluffing, need I remind you of, uh... how your daughter looked as she bled out? Face-down in the grass?" und vielleicht wirklich auf Lockes Vorschlag eingehen soll das Messer wegzulegen und nur zu reden, doch auch dann hätte Ben ihn wohl getötet. Über die Kampfkünste mit dem Stock bin ich immer wieder überrascht, denn mit diesen setzt er Keamy außer Gefecht und verletzt ihn lebensgefährlich mit seinem eigenen Messer. Keamy hat sich völlig verschätzt, Ben ist die Rache am Mörder seiner Tochter mehr wert als mehrere unschuldige Leben auf einem Frachter. Schon krass wie eiskalt er auf Lockes Aussage, dass er alle auf dem Schiff getötet hat reagiert: "So."
Am Strand unterdessen unternimmt Faraday einen Versuch Charlotte zum Mitkommen zu überreden. Diese aber hat nun entschieden, dass sie vorerst bleibt, um die Insel weiter zu erkunden. Nun Daniel sagt: "Charlotte... there is no "for now". If you don't come with me, "for now" could be forever." was der Wahrheit ziemlich nahe kommt, denn Charlotte wird auf der Insel sterben und für immer dort bleiben. So ist deren Antwort: "Nothing's forever." entweder eine Anspielung auf eine Änderung der Zeitlinie oder eine Falscheinschätzung von Charlotte. Diese sucht jedenfalls immer noch nach dem Ort an dem sie geboren worden ist. Nun wenn wir annehmen, dass sie außer Ethan wie alle Dharma-Kinder außerhalb der Insel zur Welt gekommen ist, so ist sie hier falsch.
Dann kommt es wenigstens endlich zur ersten Annäherung zwischen den beiden und Daniel verabschiedet sich vorerst, da er die nächste Gruppe zum Frachter fahren muss, immer mit dem Gedanken, dass es womöglich seine letzte ist. Sie ist es auch, aber er hat Glück, denn er bleibt im Radius der Insel. Juliet derweil hat sich entschieden erst zu gehen, wenn alle sicher auf dem Frachter sind. Somit wird auch sie auf der Insel bleiben, wenn diese bewegt wird.
So langsam merken die drei auf dem Frachter, dass sie die Bombe womöglich nicht manuell deaktivieren können und so ruht alle Hoffnung auf Michaels Plan die Batterie weiter einzufrieren, sodass sie genügend Zeit haben, dass Boot zu evakuieren. Das hätte eigentlich schon viel eher passieren müssen.
Auch beim Hubschrauber gibt es nun Probleme, ein Loch im Tank sorgt dafür, dass sie Benzin verlieren und womöglich es nicht bis zum Frachter schaffen, wenn sie nicht etwas Gewicht verlieren. So werfen sie die restlichen Waffen der Söldner in das Meer, sind aber immer noch zu schwer. Einer von ihnen muss sich also opfern, damit sie es schaffen. Sawyer übernimmt diesen Part, flüstert Kate noch eine Botschaft ins Ohr und es kommt zum letzten Kuss zwischen den beiden. Danach springt er in das Meer und hofft, dass sie so sicher zum Frachter kommen. So opfert er sich und wird zum Helden eine schöne Anspielung zum Staffel 1 Finale, als Michael fragt ob er Held ist oder nur den Tod sucht. Damals war er noch kein Held, nun ist er es.
Schließlich finden die anderen den Frachter, der sich mittlerweile etwas mehr der Insel genähert hat, wodurch Frank zunächst ein ganzes Stück falsch geflogen ist.
Wie es Samuel geplant hat, passiert nun alles auf einmal. Keamy stirbt endgültig, ohne vorher noch Ben zu warnen, dass Widmore ihn sowieso finden wird. Ben antwortet daraufhin: "Not if I find him first." So ist es schließlich auch.
Das rote Lämpchen brennt, aber noch explodiert die Bombe nicht. Erst jetzt entscheidet sich Desmond für die endgültige Evakuierung des Schiffes, doch gerade als er die Westen verteilt kommt der Hubschrauber zurück. Finde nicht nur ich es seltsam, dass er denen wie ein Irrer zuwinkt, warnt, obwohl er doch eigentlich annehmen müsste, dass die Söldner darin sitzen. Egal, er merkt bald, dass sie es nicht sind und es kommt zu einer wahren Chaosszene. Während alle Besatzungsmitglieder plus die drei Redshirts von Oceanic 815 zu blöd sind trotz Westen über Bord zu springen, versuchen diejenigen aus dem Hubschrauber alle VIPs mitzunehmen. Das weder Jack, Sayid oder Desmond nach dem Vorsatz vorgehen Frauen und Kinder zuerst und sich noch nichtmal um ihre Mitabgestürzten kümmern ist in meinen Augen schlecht geschrieben und unglaubwürdig. Jack sorgt sich aber sowieso nur darum, dass sie alle im Hubschrauber sind. Sun vermisst natürlich Jin. Dieser ist immer noch bei Michael, der ihn aber endlich im richtigen Moment wegschickt. Ich fand die Abschiedsszene zwischen den beiden toll. Es ist unglaublich genial, wie nun alles zusammenpasst. Kate hält Sun zurück nach Jin zu suchen und Jack Kate. Dadurch erst kommen alle Oceanic 6 plus Desmond in den Helikopter und können losfliegen. So schafft es Jin nur auf das Frachterdeck, wodurch er scheinbar für alle im Hubschrauber durch die Explosion stirbt. In Wirklichkeit aber überlebt er, in dem er in das Meer geschleudert wird und mindestens einen Tag bewusstlos treibt.
Michael bekommt eine würdige Abschiedsszene und den heldenhaften Tod. Bis zuletzt versucht er die Batterie einzufrieren, wodurch er den Oceanic 6 das Leben gerettet hat und auch Jin. Samuel erscheint als Christian persönlich bei ihm und sagt er kann gehen. Es ist ein Beweis, dass dieser die ganze Zeit seinen Finger im Spiel hatte bei der Sache mit dem Frachter.
Trotz des Wissens, dass Jin überlebt ist es schon hart mit anzusehen, wie Sun nach ihm schreit. Einer der emotionalsten Szenen mit in diesem Finale. Jack sieht das alles völlig nüchtern, er kann es wohl nicht realisieren, dass er wiedermal fast versagt hat. Nachdem er zweimal abgeblockt hat, bleibt ihm nun nichts anderes übrig, als Frank zur Rückkehr zur Insel zu überreden. Hier realisiert Sun dann wohl, dass Jins Tod wohl sogar umsonst war.
Eine der wohl komischsten Szenen ist es, wie Sawyer ohne Shirt aus dem Wasser steigt, Juliet sieht, die betrunken ist und sagt: "Nice day for a swim." Er fragt dann Juliet, was sie zu feiern hat, doch sie hat nichts zu feiern und verweist auf den explodierten Frachter. Nun ist auch Sawyer entsetzt darüber.
Locke natürlich kann nicht verstehen, warum Ben das getan hat. Diese begründet das mit: "Well, John, I really wasn't thinking straight. Sometimes... good command decisions get compromised by bad emotional responses."
So rational, wie er das begründet, kann ich mir nicht vorstellen, dass Ben wirklich nicht klar dabei gedacht hat. Ich schätze er wollte den Tod seiner Tochter rächen, wobei ihm die Menschen auf dem Frachter egal waren, immerhin kümmert er sich nicht um sie. Samuel hat das wohl genau gewusst, ein weiterer Grund warum Alexs Tod so wichtig war für seinen Plan. Nun jedenfalls aktiviert er die Kammer, wodurch eine kleine Explosion entsteht, die nun das nächste große Ereignis auslöst.
DAS FROZEN DONKEY WHEEL
Samuel hat Locke und Ben wiedermal perfekt eingeschätzt. Ben würde wohl einfach Lockes Job übernehmen und dieser es nicht einmal merken. Genauso hindert er mit einer schlichten Lüge und einem verlockenden Angebot ihn daran selbst die Insel zu bewegen: "Whoever moves the island can never come back. So I'd like you to get on the elevator, John, and go back up. Richard and my people will be waiting 2 miles east of the Orchid." Natürlich sind sie nun bereit alle seine Anweisungen zu folgen, da er nun ihr Anführer ist. Ben verabschiedet sich von Locke mit den Worten: "I'm sorry I made your life so miserable." Ben wird Locke das Leben noch viel miserabler machen als es ohnehin schon ist und dann sogar beenden. Locke weiß natürlich wieder nicht, was er nun mit den Others machen soll, Ben antwortet ihm mit einer krassen Lüge:
"You'll find your way, John. You always do." Wenn es jemanden gibt, dem immer noch alles gesagt worden ist und der niemals einen eigenen Weg gegangen ist, dann ist es Locke. So auch hier, fällt er doch erneut auf Ben herein und geht zu Richard. Dieser begrüßt ihn mit den Worten: "Hello, John. Welcome home." und Locke lächelt daraufhin. Läppische fünf Minuten wird er Anführer der Others sein.
Denn nun kommt es zu der Szene schlechthin, Ben dreht das Frozen Donkey Wheel und bewegt die Insel. Er wusste wohl von Samuel ganz genau was er machen sollte, dass sich hinter der Kammer der Zugang zu diesem geheimen Raum befindet und auch, dass er dort die Winterjacke brauchen würde, sowie ein Brecheisen. So klettert er hinab in diese Kammer, ohne sich aber vorher noch eine Verletzung zu holen, die in "The shape of things to come" so lange Rätsel aufgegeben hat. Die Antwort ist ziemlich banal. Viel wichtiger ist jedenfalls das Frozen Donkey Wheel und jeder dürfte wohl WTF gedacht haben, als er dieses Ding gesehen hat. Das es festgefroren in der Wand steckt verdeutlicht, dass es sehr lange nicht bewegt ist und möglichst fest in seiner Verankerung sitzen sollte. Nun Ben wird das ändern, bevor er es aber dreht sagt er noch: "I hope you're happy now, Jacob." Wir dachten immer es seine Verbitterung darüber, dass er nun die Insel verlassen muss. Ich sehe darin eher Verbitterung verbunden mit hämischer Freude darüber, dass er Jacob eins auswischt, wenn er selbst das Rad dreht und nicht Locke. In der Tat löst er damit entscheidende Ereignisse aus, die Samuel deutlich weiter bringen bei seinem Plan. Es ist eine der emotionalsten Ben-Szenen, wie er unter Anstrengung und mit Tränen das Rad tapfer weiterdreht. Es ist für mich eine der besten Szenen überhaupt, wie das Geräusch zu hören ist, das Licht anfängt immer heller zu werden und wir alle Beteiligten sehen, die genau dort sind, wo Samuel sie haben wollte. Schließlich als Ben die Umdrehung beendet, wird das Geräusch immer lauter und schneller, das Licht immer heller und der wohl krasseste Lost-Moment tritt ein, als vor den Augen der Oceanic 6 die Insel verschwindet.
Die Insel zu bewegen durch Ben und alle Figuren dahinzubringen, wo sie hinmüssen ist erfüllt. Von Samuels Plan ist ein Riesenteilziel erfüllt worden.
DIE RETTUNG DER OCEANIC 6
Der Rest des Finales dreht sich nur noch darum, wie diese gerettet werden. Alle sind unglaublich erstaunt und entsetzt darüber, dass die Insel verschwunden ist. Kurz darauf ist auch noch der Sprit alle und jede Hoffnung auf Rettung ist scheinbar hinüber, als der Helikopter ins Meer stürzt. Ich finde es ein Wunder, dass Aaron das alles unverletzt übersteht, irgendwas an diesem Baby ist sehr besonders. Dann gibt es noch einen kurzen Schock als wir denken, dass Desmond tot ist, doch auch der kommt wieder auf die Beine.
So treiben sie nun auf hoher See hilflos umher. Als Hurley anspricht, dass es Locke tatsächlich geschafft hat die Insel zu verschieben und Jack sagt: "No, he didn't." habe ich gedacht Autsch, Jack, wie kann man so blind sein. Hurley erklärt es ihm dann nochmal eindringlich, obwohl Jack Recht hat. Ben hat die Insel bewegt und nicht Locke.
Dann taucht wie aus dem Nichts, genau wie in Exodus ein Boot auf, dass sie alle retten könnte. Ehe es aber so weit ist, überzeugt Jack alle davon, dass sie lügen müssen. Er hat endlich eingesehen, dass Widmore sie alle töten wollte und es besser wäre, wenn sie seine Lüge benutzen damit sie keinen Ärger bekommem. Schön und gut, aber wie zum Teufel beschützen sie damit die Zurückgebliebenen? Das macht überhaupt keinen Sinn.
Doch das ist erstmal nicht so wichtig, denn das Rettungsschiff kommt näher und ganz unerwartet bahnt sich dann doch der beste emotionellste Moment von ganz Lost an. Nämlich als ein alter Bekannter, Henrik nach Miss Widmore ruft und Penny tatsächlich an der Reling erscheint. Es ist der wohl beste Happy-Ending-Moment von ganz Lost, als Desmond immer mehr realisiert, dass es wirklich Penny ist und sie auch. Dann treffen sich die beiden endlich wieder, nach all den Jahren der Trennung. Das war ein Moment, den ich den beiden von Herzen gegönnt habe. Ob man so etwas noch einmal hinkriegt, ich glaube nicht. Eine der ganz großen Szenen.
Nun dann stellt Desmond nacheinander die anderen vor. Jack schließlich als letzten, der auch sofort ihr das mit der Lüge erzählen will. Nun nach einer Woche ist alles so weit abgestimmt. Frank wird untertauchen, Desmond bei Penny bleiben. Zu Frank sagt Jack zum Abschied: "I hope we never see each other again." Das wird sich aber nicht bewahrheiten. Genauso wenig, als er zu Desmond sagt: "And I'll see you in another life, brother." Auch sie sehen sich noch einmal kurz wieder.
Die Szene mit der grandiosen musikalischen Untermalung, als sie mit dem Schlauchboot auf der indonesischen Insel landen gehört auch mit zu einer der größten überhaupt noch besser gelungen ist aber in dem Moment der Umschwung auf die laute dröhnende Musik des Bart-Jacks.
JEREMY BENTHAM
Ich habe mich versucht größtenteils an den genauen Ablauf des Finales zu halten, doch die wichtigen Szenen mit den Oceanic 6 in der Zukunft habe ich rausgelassen. In diesen passiert eigentlich nur ein was: Sie werden alle irgendwie wieder näher zusammengebracht und die Figur eingeführt, die sie alle zur Rückkehr überredet hat.
Die erste Szene knüpft nahtlos an das Staffel 3 Finale an. Es ist nicht nur so, dass mir der Zukunfts-Jack gefällt, mir gefällt auch die Zukunfts-Kate, die hier Jack ordentlich die Meinung sagt. Dabei erfahren wir, dass sie von einem Jeremy Bentham besucht worden ist, genau wie Jack, ihn aber im Gegensatz zu Jack für völlig durchgeknallt hielt. Genau deshalb ist sie so entsetzt, dass er will, dass sie wieder zurückkehren. Ihre Begründung fand ich gut: "I've spent the last three years trying to forget all the horrible things that happened on the day that we left. How dare you ask me to go back?" Doch sie wird es noch, genau wie die anderen auch. Dabei helfen muss mal wieder Ben, der on-Island genau wie off-island wiedermal alles im Griff hat.
Ehrlich gesagt die Szene in der Walt Hurley besucht ist letztendlich ziemlich nichtssagend. Hurley bekräftigt bloß nochmal, warum sie denn lügen und das Michael vielleicht noch am Leben ist, was aber auch eine Lüge ist. Woher Walt aber den Namen Jeremy Bentham hat, wird wohl leider ein ärgerlicher Fehler sein? Es sei denn Samuel hat ihm ihn eingeflüstert, sodass er ihn verwendet hat.
Sayid dagegen ist auf eine von Bens Manipulationen hereingefallen. Wiedermal. Er tötet den Mann, der angeblich Hurley observiert. Ich wette dieser Mann wurde von Ben selbst dahin beordert, damit Sayid wieder in der Nähe ist. Schon seltsam, dass er der scheinbar nach den ganz Morden für Ben seinen Frieden gefunden hat wieder anfängt wie ein Hitman zu agieren. Er ist jedenfalls besorgt um Hurley und möchte ihn wegbringen. Der Dialog zwischen den beiden ist herrlich. Zunächst reden sie darüber, dass sie sich lange nicht gesehen haben, aber Sayid meint, dass es nun wieder Zeit ist, da sich die Umstände wegen Benthams Tod geändert haben. Er ist mittlerweile so paranoid geworden durch Bens Arbeit, dass er gar nicht mehr merkt, dass es womöglich tatsächlich ein Selbstmord war. Als dieser den wahren Namen nennen will, unterbricht Sayid ihn, da sie belauscht werden, wieder ein Anzeichen von übertriebener Paranoia. Hurley berichtet von seinen Gesprächen mit den Toten und das er keine Paranoia brauche. Sayid dagegen meint sie hält ihn am Leben. Dann überredet er ihn zum Mitkommen, aber das sie nicht zur Insel gehen. Das beste ist aber das Ende der Unterhaltung mit dem Schachspiel: "Checkmate, Mr. Eko!" Sayids Blick darauf war herrlich. Ben hat zwei weitere der Oceanic 6 genau dahin gebracht, wo er sie hinhaben wollte.
Das Sun ausgerechnet Widmore aussucht ist eine der größten Unlogikkeiten. Sie möchte mit ihm zusammenarbeiten, um Ben zu töten. Erstens Mal habe ich keine Ahnung, woher sie überhaupt weiß, dass Ben dafür verantwortlich war und das er von der Insel weg ist. Bentham kann es ihr nicht gesagt haben und der war der einzige, der davon wusste. Zweitens ist es komisch, dass sie der Person vertraut, die Keamy erst mit den Mitteln ausgestattet hat den Frachter zu sprengen und so ihren Mann anscheinend zu töten. Ben gewinnt aber auch hier bald die Kontrolle, da er den Trumpf, dass Jin lebt in der Hand hat.
Die Kate-Aaron-Claire-Szene verdeutlicht nur, dass Aaron auf keinen Fall zurück zur Insel darf, was mich wieder zu der Annahme führt, dass er schlicht und einfach Samuel aus dem Weg sein soll. Auch dieses Problem wird Ben vorzüglich lösen.
Die Endszene mit dem Jack, der bei Hoffs Drawlar einbricht, war ein genialer Abschluss, besonders aber der Triumph als sich herausstellt, dass Ben nicht derjenige ist, der im Sarg liegt. Einer meiner größten Lost-Triumphe. Sie unterhalten sich dann jedenfalls über Dinge, die Bentham angeblich nie gesagt hat, doch das wir sie nicht gesehen haben, bedeutet nicht, dass diese Unterhaltungen nie stattgefunden haben. Für mich treten hier keine Unlogikkeiten auf, und das sich Jack in einem Monat, in dem er zuletzt Locke gesehen hat verändert hat, fand ich absolut nachvollziehbar, da vermutlich Erscheinungen von seinem Vater noch nachgeholfen haben. Ben jedenfalls erkennt, dass Jack derjenige ist der am bereitwilligsten zurückwill, aber mit den ganzen Flügen den völlig falschen Weg geht. Es klappt nur, wenn sie alle mitmachen, was aber dadurch erschwert wird, dass sie sich alle mehr oder minder entfremdet haben. "I have a few ideas." ist wieder teilweise gelogen, in Wirklichkeit hat Ben schon längst einen Plan, wie er alle zusammenbringt und auch die Person parat, die ihnen dabei helfen wird. Ganz nebensächlich verweist er auf die Person deren Rückkehr aber in Wirklichkeit am allerwichtigsten ist für Samuels Plan, der tote John Locke. Mit dieser Enthüllung endet Staffel 4.
BODYCOUNT
Der ist mächtig in Bewegung und mal wieder muss ich Schätzwerte benutzen. Keamys vier Söldner sterben, schließlich Keamy selbst. Michael kommt während der Explosion um zusammen mit drei Redshirts von Oceanic 815 und ich sage mal ca. 20 von der Frachtercrew. Noch dazu tötet Sayid einen weiteren Mann. Es sind soviele, dass ich den toten Locke noch nicht mit dazu zählen muss. Insgesamt ca. 30 Tote.
Summe: ca. 478
FAZIT:
Gigantisch. Dieses dreiteilige Finale ist das beste von ganz Lost. Es ist wunderbar gemacht, wie im ersten Teil die Auffächerung der Oceanic 6 erfolgt, und diese dann im zweiten Teil des Finales nach und nach zusammenfinden. Es gibt unglaublich viel Action mit den Söldnern und Keamy, Dramatik mit der Frachterbombe, Mystik mit dem Verschwinden der Insel und großartige emotionelle Momente mit Penny und Desmonds Wiedersehen. Überragt wird das ganze aber von einem unglaublich guten Benjamin Linus, der der Star dieses Finales ist. Das Ende statt eines Cliffhangers mit einer schockierenden Enthüllung eröffnet einer der interessantesten Storylines in Staffel 5.
FAZIT STAFFEL 4:
Wie schwer hatte es diese Staffel, Autorenstreik, noch dazu viel kürzer als sonst. Doch was die Autoren daraus gemacht haben war gigantisch. Ein unglaublich gutes Tempo, eine Handlung die schnell vorankommt, gut eingeführte neue Charaktere und ein Finale, dass Lost erneut auf eine völlig neue Ebene gehoben hat. Der Erzählstil mit den Flashforwards wirkte neu und erfrischend, schön abwechslungsreich das Wechseln der Handlungsorte zwischen Frachter, Strand und Baracken. So hat diese Staffel die höchste Anzahl an Topfolgen, von denen die besten unter Zeitdruck zusammengeschustert wurden. Es gibt nur wenige Tiefpunkte wie Eggtown oder Jacks Operation, doch an diese wird man sich eh nicht zurückerinnern, wenn man an diese geniale Staffel zurückdenkt.
DAS SÖLDNERPROBLEM
Die Autoren können manchmal wirklich überraschen. Da wird uns seit dem Staffel 3-Finale diese Frachterleute als größte Bedrohung für die Insel dargestellt und dann als es endlich zum großen Showdown kommt, ist der in den ersten zehn Minuten des Finales vorbei. Da fragt man sich zurecht, was soll noch alles kommen?
Der Reihe nach, auf der Insel sehen wir zunächst Jack und Sawyer, die endlich die Orchid erreichen. Das sie die nicht zufällig finden wird noch kurz angesprochen, als Jack meint Lapidus hat gesagt, dass die Söldner nach Nordosten gegangen sind. Jedenfalls Glück gehabt, dass sie denen nicht über den Weg gelaufen sind. Dort finden sie als Erstes Hurley, der riesig darüber erfreut ist, dass Sawyer für ihn zurückgekommen ist. Danach kommt es ziemlich still und abgekühlt zur Begrüßung mit Jack. Die Erinnerung ist noch da, dass es hauptsächlich Hurley war, der die Trennung der Camps eingeleitet hat. Nun das ist nun vorbei, genau wie der Jack-Locke-Konflikt. Beide Anführer sehen sich nun das erste Mal seit Beginn der Staffel wieder und ich fand es gut gemacht, wie sie sich begrüßen.
Jack: "Locke!"
Locke: "Hello, Jack."
Danach springt die Handlung zum Frachter, wo als einziges von allen Handlungsorten ein wirkliches Söldnerproblem besteht. Der riesige Haufen C4 stellt alle drei, Desmond, Jin und Michael vor große Rätsel. Zumindest kann Desmond etwas Armeewissen vorweisen, was ihnen aber auch nicht viel hilft, denn der Mechanismus ist so genial konstruiert, dass ein Deaktivieren nahezu unmöglich ist.
Zurück geht es wieder zu der Orchid, wo sich nun alle vier unterhalten. Locke ist in Botanik eine Niete, denn er findet nicht die Blumen, die Ben ihm beschrieben hat. So kann er mit Jack aber erneut ein Gespräch führen, doch er winkt ab, da er sowieso nur wegen Hurley hier ist. Locke versucht ihn natürlich zu überreden und Jack wiederholt sein Anliegen wieder einmal, dass er alle Leute in den Hubschrauber bringen muss, um sie von der Insel zu bringen. Durch Hurley aber erfahren wir, dass das keine gute Idee ist, da sich Ben ihnen ergeben hat. Jack fragt daraufhin: "Now why the hell would he do that?" Ich wette keiner der Anwesenden weiß auch nur annähernd, was Ben damit wollte. Es fällt auf, noch immer durchschauen sie ihn und seine Pläne nicht, wodurch Ben ihnen immer wieder einen Schritt voraus ist. So auch jetzt.
Keamy glaubt wohl schon triumphiert zu haben und fragt nach warum Widmore ihn überhaupt haben will und soviel Geld bezahlt. Ben schweigt natürlich und ganz ehrlich eine sinnvolle Antwort darauf habe ich bis heute nicht gefunden. Wenn Widmore wieder auf die Insel wollte, warum wartet er dann nicht einfach brav auf dem Frachter? Wenn er wirklich nur Locke zum Anführer verhelfen wollte, wieso lässt er dann Ben nicht einfach durch Keamy töten? An irgendwelche Regeln glaube ich da nicht, denn Keamy könnte es wirklich tun.
Interessant ist nur, dass Ben fragt, ob Widmore ihm gesagt hat, dass er seine Tochter töten soll. Da er nie eine Antwort erfährt ist noch nichtmal sicher, ob Widmore wirklich die Regeln gebrochen hat. Das führt mich zu einer ganz interessanten Theorie, dass Widmore dahingehend die Regeln gebrochen hat, dass er Keamy nicht gesagt hat er solle Alex leben lassen. Genaueres werden wir aber nie erfahren, da es wie jedes interessante Gespräch durch irgendein belangloses Geräusch unterbrochen wird. Es ist Frank, der sich noch immer verzweifelt versucht zu befreien. Ehe Keamy aber eine Antwort erfahren kann, wie Frank an die Werkzeugkiste gekommen ist, stürmt plötzlich Kate aus dem Dschungel und die Falle schnappt für die Söldner zu. Ich werde wohl nie verstehen, warum Keamy sie nicht einfach erschossen hat, wo er doch alle auf der Insel töten soll. Das ist jetzt bestimmt schon die zehnte verpasste Gelegenheit endlich Kate zu töten. Diese berichtet von den Others die ihr folgen und Keamy bringt seine Männer in Position. Was wir sehen ist ein würdiger otherslike Angriff, der denen nach Staffel 3 endlich wieder etwas mehr Mystisches verleiht. Eingeleitet durch Geflüstere stirbt der erste Söldner, als ihm ein Other anspringt und das Genick bricht. Erst beim zweiten, der getötet wird werden die anderen überhaupt aufmerksam, doch es ist schon zu spät. Sie schießen zwar wild um sich, doch während ein Nächster mit einem Giftpfeil getötet wird und Keamy Omar selbst ausschaltet, können Kate und Ben fliehen. Keamy folgt ihnen, wird wiederum von Sayid angegriffen und es entsteht ein heißer Kampf, den Richard dann aber beendet, als er Keamy von hinten erschießt. Nun eine kugelsichere Weste, wie er sie trägt, schützt trotzdem nicht ganz vor Verletzungen und er wird wohl kurz außer Gefecht sein, spielt aber wohl nur den Bewusstlosen. Einfacher Beweis, woher sonst sollte er wissen, dass Richard ihn angeschossen hat.
Als der Kampf vorüber ist schaut Ben nur wenig überrascht auf den scheinbar toten Keamy und sagt ohne große Dankbarkeit "Thank you for coming, Richard." Der wiederum sagt fast mit Widerwillen: "My pleasure." Er folgt zwar noch Bens Befehlen, doch es widert ihn an. Dann hält Ben seine Fesseln Kate hin und bittet sie ihm zu lösen. Eine geniale Szene, aber noch besser ist es, mit welcher Schnelligkeit und ohne groß darüber nachzudenken er ihnen erlaubt von der Insel zu gehen. Wenn man bedenkt was für Probleme es da noch in Staffel 3 gegeben hat. Im übrigen löst er damit ein altes Versprechen gegenüber Jack ein, erst wenn der die Insel verlassen kann, lässt er Kate und Sayid frei. So nun ist es geschehen. Das schlichte "That's it." ist deshalb ein weiterer Ben-Spruch, der sich bei mir eingebrannt hat.
LEADERSTUFF
Ich fand es so genial, als Sawyer und Hurley Jack und John beobachten, Sawyer fragt was sie bereden und Hurley sagt: "leaderstuff". Sawyers Reaktion darauf ist zu genial und zeigt deutlich, dass weder der eine noch der andere wirklich ein Anführer ist.
Locke möchte, dass Jack auf der Insel bleibt. Ich weiß wirklich nicht, woher er auf einmal diese Idee hat, die auf keinen Fall von Samuel gekommen sein konnte. Der hätte nämlich null Interesse daran, dass Jack auf der Insel bleibt, schließlich braucht er ihn noch. Jacob wäre eventuell eine Möglichkeit, denn wann immer der versucht sich Locke zu bedienen scheitert er. Genial fand ich, als Jack Locke seine bösen Taten nennt. Da wirkt Lockes Antwort: "Well, Jack, you put a gun to my head and you pulled the trigger" irgendwie lächerlich im Vergleich dazu. Jedenfalls redet Locke dann davon, dass Jack nicht dazu bestimmt ist nach Hause zu gehen, der erinnert sich nur an deren erste Unterhaltung darüber und Locke führt an, dass er es doch längst wisse. Dann gibt Locke auf, aber überredet Jack wenigstens zu lügen, wenn er schon geht, da die Insel beschützt werden muss. Jack meint natürlich, dass so eine Insel von niemanden beschützt werden muss. "It's not an island. It's a place where miracles happen. And--and--if you--if you don't believe that, Jack, if you can't believe that, just wait till you see what I'm about to do." Ist schon ziemlich krass, dass es Jack immer noch nicht glaubt, auch als er sieht wie die Insel verschwindet und auch dann nicht, als er in sein Krankenhaus gebracht wird nach dem Autounfall. In der Tat glaubt es Jack erst, als er so verzweifelt ist, weil sein Vater ihn ständig besucht.
"There's no such thing as miracles." Sarah schon vergessen Jack?
Dann kommt Ben und es folgt wiedermal eine der genialen Szenen.
Er fragt: "Am I interrupting?", Jack hält eine Waffe auf ihn, der antwortet nur mit "Nice to see you, too, Jack."
Als ob ihn das gar nicht interessiert fragt er Locke, warum er die Blumen nicht gefunden hat und dieser antwortet natürlich, dass er nicht weiß wie sie aussehen. Ben hat seinen kleinen Umweg mit den Söldner durch Lockes fehlende Botanikkenntnisse also wieder wett gemacht. Genial auch wie ungläubig Jack dasteht, wissen will was vor sich geht und Ben nur Locke fragt, ob er es ihm denn gesagt hat. Sein "I tried." ist gelogen, denn er hat kein Wort über das Bewegen der Insel verloren. Für Ben ist Jack aber sowieso egal und er überbringt ihm die Nachricht mit dem Hubschrauber und das er lieber so schnell wie möglich dort ist. Ehe sie nach unten fahren versucht Locke ihn noch ein letztes Mal vom Lügen zu überzeugen und sagt etwas ganz Interessantes: "Lie to them, Jack. If you do it half as well as you lie to yourself, they'll believe you." Tatsächlich lügt Jack und alle Welt glaubt ihn. Es ist toll zu sehen, wie er die beiden im Fahrstuhl dann nachsieht, und Locke erst wieder sieht, als er im Krankenhaus ist.
WEG VON DER INSEL
Nun die anderen versuchen von der Insel zu kommen, während aber auf dem Frachter noch Alarmstufe Rot herrscht. Ganz ehrlich, etwas unverantwortlich fand ich es schon, dass Sun niemanden von der Bombe erzählt, immerhin sind die überwiegenden Leute Frachterbesatzung, die wohl bei so etwas nicht gleich in wilde Panik verfällt. Jedenfalls erfährt Michael nun, dass Sun schwanger ist, worauf er ziemlich seltsam schaut. Mir kam es so vor, als ob er für eine Sekunde wirklich glaubt er wäre der Vater.
Nun jedenfalls hat er eine gute Idee, wie sie die Detonation zumindest verzögern können. Die Batterie einfrieren, sodass sich die chemische Reaktion verlangsamt. Warum das viele für einen Fehler halten werde ich nie verstehen? Wenn ich in meiner kurzen Zeit als Chemie-Student zumindest einst gelernt habe, dann das sich Reaktionen bei tiefen Temperaturen tatsächlich sehr verlangsamen. So gehen sie ans Werk.
Währenddessen kehrt Daniel zum Strand zurück, bereit für die nächste Fuhre. Schon krass, dass dieser sagt: "Yeah, everybody's safe.", obwohl eine riesige Bombe den ganzen Frachter zerstören konnte. Jedenfalls ist er bereit für die nächste Fuhre und möchte unbedingt, dass Charlotte dabei ist. Seltsam nur, dass Miles, der durch Erdnussdiebstahl Rose auf sich aufmerksam gemacht hat, fragt warum Charlotte schon wieder gehen will, wo sie doch solange nach diesem Ort gesucht hat. Kapier ich nicht, da er gar nicht über Charlottes Vergangenheit wissen dürfte, es sei denn er ist zufällig über das Grab von Charlottes Mutter gegangen.
Beim Hubschrauber treffen sich nun alle, Sawyer befreit noch Frank und schon kann es losgehen. Ausgerechnet er sagt: "I've seen enough of this rock.", obwohl er noch drei Jahre dort bleiben wird. Nun fliegen sie alle von der Insel und außer für Sawyer wird es für drei Jahre, dass letzte Mal sein, dass sie sie sehen.
THE ORCHID
Die ist eindeutig meine Lieblingsdharmastation. Wieder mal kriegen wir hier geniale Ben-Locke-Dialoge zu sehen.
Locke: "How deep is the station?"
Ben: "Deep."
So eine banal einfache Antwort wirkt bei jemanden wie Ben immer genial. Als sie unten sind, kommt geht es weiter.
Locke: "Is this the magic box?"
Wie herrlich Ben die Augen verdreht, ehe er sagt "No, John, it's not!" zeigt deutlich, wie genervt er ist Lockes Gegenwart zu ertragen. Dieser fragt dann für was das alles ist und Ben gibt die beste Antwort überhaupt:
"Same things that all the DHARMA stations are for... silly experiments."
Als Locke dann wieder nachfragt, gibt er ihm genervt das Video, dass er sich anschauen soll, während er damit anfängt alle möglichen Objekte in die Zeitreisekammer zu stellen.
Das Video bestätigt eigentlich nur das, was wir alle längst vermutet haben. Diese Station ist für Zeitreisen zuständig und wie es der Zufall will, wurde diese Station genau über eine Tasche von exotischer Materie gebaut, die einen Kasimir-Effekt hervorgerufen hat. Dies ist wohl eines der Grundmysterien der Insel, die wir so hinnehmen müssen. Jedenfalls warnt Pierre davor metallische Objekte in die Kammer zu stellen. Fand es genial, wie Locke schaut, als Ben einfach weiterhin Gegenstände da hineinstellt. Etwas mysteriös ist es dann aber, als sich das Video von selbst zurückspult, ehe Pierre das Experiment mit dem Kaninchen durchführen kann. Offenbar gab es da irgendeine Autofunktion, die daran hindern soll weiteres zu sehen. In einem Clip, der vor Staffel 4 erschien, wurde jedenfalls gezeigt, wie gerade dieses Experiment offenbar mächtig schiefging, als sich beide Hasen fast sehen.
Wieder folgt eine geniale Ben-Locke Unterhaltung:
Locke: "Hey. Uh... was he talking about what I think he was talking about?"
Ben: "If you mean time-travelling bunnies, then yes."
Ben hatte eben noch nie viel für Dharma übrig.
Dann aber werden sie unterbrochen, als plötzlich der Fahrstuhl nach oben fährt, denn noch ist Bens Widersacher nicht tot.
DIE FRACHTEREXPLOSION
Samuels Plan muss ich mal in Erinnerung rufen. Denn der steht über allem, was in diesem Finale passiert. In keiner anderen Folge ist es so wichtig, dass alle beteiligten Figuren zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die ersten 30 Minuten etwa haben wir gesehen, wie alle in die richtige Position gebracht werden, jetzt werden wir die nächsten 30 Minuten zwei Ereignisse sehen, die sie dort hinbringen wo sie hinsollen. Das erste Ereignis ist die Frachterexplosion.
Keamy ist also in der Orchid, um weiterhin seinen Auftrag auszuführen Ben zu schnappen. Er hat weder Hubschrauber noch Männer, ist schwerverletzt, sein Frachter ist vom Feind besetzt und dennoch gibt er nicht auf. Wahnsinn, das nenne ich mal einen Söldner. Ben hat sich natürlich vor ihm versteckt, ist er gerade jetzt gefährlicher denn je und Keamy versucht ihn am Töten zu hindern, als er seinen Plan mit dem Pulsmesszünder enthüllt. Er hofft dadurch, dass er sicher ist, während er Ben schnappt, da er nicht glaubt, dass er soviele unschuldige Leute umbringen würde. Er hätte vielleicht nicht sagen sollen "If you think I'm bluffing, need I remind you of, uh... how your daughter looked as she bled out? Face-down in the grass?" und vielleicht wirklich auf Lockes Vorschlag eingehen soll das Messer wegzulegen und nur zu reden, doch auch dann hätte Ben ihn wohl getötet. Über die Kampfkünste mit dem Stock bin ich immer wieder überrascht, denn mit diesen setzt er Keamy außer Gefecht und verletzt ihn lebensgefährlich mit seinem eigenen Messer. Keamy hat sich völlig verschätzt, Ben ist die Rache am Mörder seiner Tochter mehr wert als mehrere unschuldige Leben auf einem Frachter. Schon krass wie eiskalt er auf Lockes Aussage, dass er alle auf dem Schiff getötet hat reagiert: "So."
Am Strand unterdessen unternimmt Faraday einen Versuch Charlotte zum Mitkommen zu überreden. Diese aber hat nun entschieden, dass sie vorerst bleibt, um die Insel weiter zu erkunden. Nun Daniel sagt: "Charlotte... there is no "for now". If you don't come with me, "for now" could be forever." was der Wahrheit ziemlich nahe kommt, denn Charlotte wird auf der Insel sterben und für immer dort bleiben. So ist deren Antwort: "Nothing's forever." entweder eine Anspielung auf eine Änderung der Zeitlinie oder eine Falscheinschätzung von Charlotte. Diese sucht jedenfalls immer noch nach dem Ort an dem sie geboren worden ist. Nun wenn wir annehmen, dass sie außer Ethan wie alle Dharma-Kinder außerhalb der Insel zur Welt gekommen ist, so ist sie hier falsch.
Dann kommt es wenigstens endlich zur ersten Annäherung zwischen den beiden und Daniel verabschiedet sich vorerst, da er die nächste Gruppe zum Frachter fahren muss, immer mit dem Gedanken, dass es womöglich seine letzte ist. Sie ist es auch, aber er hat Glück, denn er bleibt im Radius der Insel. Juliet derweil hat sich entschieden erst zu gehen, wenn alle sicher auf dem Frachter sind. Somit wird auch sie auf der Insel bleiben, wenn diese bewegt wird.
So langsam merken die drei auf dem Frachter, dass sie die Bombe womöglich nicht manuell deaktivieren können und so ruht alle Hoffnung auf Michaels Plan die Batterie weiter einzufrieren, sodass sie genügend Zeit haben, dass Boot zu evakuieren. Das hätte eigentlich schon viel eher passieren müssen.
Auch beim Hubschrauber gibt es nun Probleme, ein Loch im Tank sorgt dafür, dass sie Benzin verlieren und womöglich es nicht bis zum Frachter schaffen, wenn sie nicht etwas Gewicht verlieren. So werfen sie die restlichen Waffen der Söldner in das Meer, sind aber immer noch zu schwer. Einer von ihnen muss sich also opfern, damit sie es schaffen. Sawyer übernimmt diesen Part, flüstert Kate noch eine Botschaft ins Ohr und es kommt zum letzten Kuss zwischen den beiden. Danach springt er in das Meer und hofft, dass sie so sicher zum Frachter kommen. So opfert er sich und wird zum Helden eine schöne Anspielung zum Staffel 1 Finale, als Michael fragt ob er Held ist oder nur den Tod sucht. Damals war er noch kein Held, nun ist er es.
Schließlich finden die anderen den Frachter, der sich mittlerweile etwas mehr der Insel genähert hat, wodurch Frank zunächst ein ganzes Stück falsch geflogen ist.
Wie es Samuel geplant hat, passiert nun alles auf einmal. Keamy stirbt endgültig, ohne vorher noch Ben zu warnen, dass Widmore ihn sowieso finden wird. Ben antwortet daraufhin: "Not if I find him first." So ist es schließlich auch.
Das rote Lämpchen brennt, aber noch explodiert die Bombe nicht. Erst jetzt entscheidet sich Desmond für die endgültige Evakuierung des Schiffes, doch gerade als er die Westen verteilt kommt der Hubschrauber zurück. Finde nicht nur ich es seltsam, dass er denen wie ein Irrer zuwinkt, warnt, obwohl er doch eigentlich annehmen müsste, dass die Söldner darin sitzen. Egal, er merkt bald, dass sie es nicht sind und es kommt zu einer wahren Chaosszene. Während alle Besatzungsmitglieder plus die drei Redshirts von Oceanic 815 zu blöd sind trotz Westen über Bord zu springen, versuchen diejenigen aus dem Hubschrauber alle VIPs mitzunehmen. Das weder Jack, Sayid oder Desmond nach dem Vorsatz vorgehen Frauen und Kinder zuerst und sich noch nichtmal um ihre Mitabgestürzten kümmern ist in meinen Augen schlecht geschrieben und unglaubwürdig. Jack sorgt sich aber sowieso nur darum, dass sie alle im Hubschrauber sind. Sun vermisst natürlich Jin. Dieser ist immer noch bei Michael, der ihn aber endlich im richtigen Moment wegschickt. Ich fand die Abschiedsszene zwischen den beiden toll. Es ist unglaublich genial, wie nun alles zusammenpasst. Kate hält Sun zurück nach Jin zu suchen und Jack Kate. Dadurch erst kommen alle Oceanic 6 plus Desmond in den Helikopter und können losfliegen. So schafft es Jin nur auf das Frachterdeck, wodurch er scheinbar für alle im Hubschrauber durch die Explosion stirbt. In Wirklichkeit aber überlebt er, in dem er in das Meer geschleudert wird und mindestens einen Tag bewusstlos treibt.
Michael bekommt eine würdige Abschiedsszene und den heldenhaften Tod. Bis zuletzt versucht er die Batterie einzufrieren, wodurch er den Oceanic 6 das Leben gerettet hat und auch Jin. Samuel erscheint als Christian persönlich bei ihm und sagt er kann gehen. Es ist ein Beweis, dass dieser die ganze Zeit seinen Finger im Spiel hatte bei der Sache mit dem Frachter.
Trotz des Wissens, dass Jin überlebt ist es schon hart mit anzusehen, wie Sun nach ihm schreit. Einer der emotionalsten Szenen mit in diesem Finale. Jack sieht das alles völlig nüchtern, er kann es wohl nicht realisieren, dass er wiedermal fast versagt hat. Nachdem er zweimal abgeblockt hat, bleibt ihm nun nichts anderes übrig, als Frank zur Rückkehr zur Insel zu überreden. Hier realisiert Sun dann wohl, dass Jins Tod wohl sogar umsonst war.
Eine der wohl komischsten Szenen ist es, wie Sawyer ohne Shirt aus dem Wasser steigt, Juliet sieht, die betrunken ist und sagt: "Nice day for a swim." Er fragt dann Juliet, was sie zu feiern hat, doch sie hat nichts zu feiern und verweist auf den explodierten Frachter. Nun ist auch Sawyer entsetzt darüber.
Locke natürlich kann nicht verstehen, warum Ben das getan hat. Diese begründet das mit: "Well, John, I really wasn't thinking straight. Sometimes... good command decisions get compromised by bad emotional responses."
So rational, wie er das begründet, kann ich mir nicht vorstellen, dass Ben wirklich nicht klar dabei gedacht hat. Ich schätze er wollte den Tod seiner Tochter rächen, wobei ihm die Menschen auf dem Frachter egal waren, immerhin kümmert er sich nicht um sie. Samuel hat das wohl genau gewusst, ein weiterer Grund warum Alexs Tod so wichtig war für seinen Plan. Nun jedenfalls aktiviert er die Kammer, wodurch eine kleine Explosion entsteht, die nun das nächste große Ereignis auslöst.
DAS FROZEN DONKEY WHEEL
Samuel hat Locke und Ben wiedermal perfekt eingeschätzt. Ben würde wohl einfach Lockes Job übernehmen und dieser es nicht einmal merken. Genauso hindert er mit einer schlichten Lüge und einem verlockenden Angebot ihn daran selbst die Insel zu bewegen: "Whoever moves the island can never come back. So I'd like you to get on the elevator, John, and go back up. Richard and my people will be waiting 2 miles east of the Orchid." Natürlich sind sie nun bereit alle seine Anweisungen zu folgen, da er nun ihr Anführer ist. Ben verabschiedet sich von Locke mit den Worten: "I'm sorry I made your life so miserable." Ben wird Locke das Leben noch viel miserabler machen als es ohnehin schon ist und dann sogar beenden. Locke weiß natürlich wieder nicht, was er nun mit den Others machen soll, Ben antwortet ihm mit einer krassen Lüge:
"You'll find your way, John. You always do." Wenn es jemanden gibt, dem immer noch alles gesagt worden ist und der niemals einen eigenen Weg gegangen ist, dann ist es Locke. So auch hier, fällt er doch erneut auf Ben herein und geht zu Richard. Dieser begrüßt ihn mit den Worten: "Hello, John. Welcome home." und Locke lächelt daraufhin. Läppische fünf Minuten wird er Anführer der Others sein.
Denn nun kommt es zu der Szene schlechthin, Ben dreht das Frozen Donkey Wheel und bewegt die Insel. Er wusste wohl von Samuel ganz genau was er machen sollte, dass sich hinter der Kammer der Zugang zu diesem geheimen Raum befindet und auch, dass er dort die Winterjacke brauchen würde, sowie ein Brecheisen. So klettert er hinab in diese Kammer, ohne sich aber vorher noch eine Verletzung zu holen, die in "The shape of things to come" so lange Rätsel aufgegeben hat. Die Antwort ist ziemlich banal. Viel wichtiger ist jedenfalls das Frozen Donkey Wheel und jeder dürfte wohl WTF gedacht haben, als er dieses Ding gesehen hat. Das es festgefroren in der Wand steckt verdeutlicht, dass es sehr lange nicht bewegt ist und möglichst fest in seiner Verankerung sitzen sollte. Nun Ben wird das ändern, bevor er es aber dreht sagt er noch: "I hope you're happy now, Jacob." Wir dachten immer es seine Verbitterung darüber, dass er nun die Insel verlassen muss. Ich sehe darin eher Verbitterung verbunden mit hämischer Freude darüber, dass er Jacob eins auswischt, wenn er selbst das Rad dreht und nicht Locke. In der Tat löst er damit entscheidende Ereignisse aus, die Samuel deutlich weiter bringen bei seinem Plan. Es ist eine der emotionalsten Ben-Szenen, wie er unter Anstrengung und mit Tränen das Rad tapfer weiterdreht. Es ist für mich eine der besten Szenen überhaupt, wie das Geräusch zu hören ist, das Licht anfängt immer heller zu werden und wir alle Beteiligten sehen, die genau dort sind, wo Samuel sie haben wollte. Schließlich als Ben die Umdrehung beendet, wird das Geräusch immer lauter und schneller, das Licht immer heller und der wohl krasseste Lost-Moment tritt ein, als vor den Augen der Oceanic 6 die Insel verschwindet.
Die Insel zu bewegen durch Ben und alle Figuren dahinzubringen, wo sie hinmüssen ist erfüllt. Von Samuels Plan ist ein Riesenteilziel erfüllt worden.
DIE RETTUNG DER OCEANIC 6
Der Rest des Finales dreht sich nur noch darum, wie diese gerettet werden. Alle sind unglaublich erstaunt und entsetzt darüber, dass die Insel verschwunden ist. Kurz darauf ist auch noch der Sprit alle und jede Hoffnung auf Rettung ist scheinbar hinüber, als der Helikopter ins Meer stürzt. Ich finde es ein Wunder, dass Aaron das alles unverletzt übersteht, irgendwas an diesem Baby ist sehr besonders. Dann gibt es noch einen kurzen Schock als wir denken, dass Desmond tot ist, doch auch der kommt wieder auf die Beine.
So treiben sie nun auf hoher See hilflos umher. Als Hurley anspricht, dass es Locke tatsächlich geschafft hat die Insel zu verschieben und Jack sagt: "No, he didn't." habe ich gedacht Autsch, Jack, wie kann man so blind sein. Hurley erklärt es ihm dann nochmal eindringlich, obwohl Jack Recht hat. Ben hat die Insel bewegt und nicht Locke.
Dann taucht wie aus dem Nichts, genau wie in Exodus ein Boot auf, dass sie alle retten könnte. Ehe es aber so weit ist, überzeugt Jack alle davon, dass sie lügen müssen. Er hat endlich eingesehen, dass Widmore sie alle töten wollte und es besser wäre, wenn sie seine Lüge benutzen damit sie keinen Ärger bekommem. Schön und gut, aber wie zum Teufel beschützen sie damit die Zurückgebliebenen? Das macht überhaupt keinen Sinn.
Doch das ist erstmal nicht so wichtig, denn das Rettungsschiff kommt näher und ganz unerwartet bahnt sich dann doch der beste emotionellste Moment von ganz Lost an. Nämlich als ein alter Bekannter, Henrik nach Miss Widmore ruft und Penny tatsächlich an der Reling erscheint. Es ist der wohl beste Happy-Ending-Moment von ganz Lost, als Desmond immer mehr realisiert, dass es wirklich Penny ist und sie auch. Dann treffen sich die beiden endlich wieder, nach all den Jahren der Trennung. Das war ein Moment, den ich den beiden von Herzen gegönnt habe. Ob man so etwas noch einmal hinkriegt, ich glaube nicht. Eine der ganz großen Szenen.
Nun dann stellt Desmond nacheinander die anderen vor. Jack schließlich als letzten, der auch sofort ihr das mit der Lüge erzählen will. Nun nach einer Woche ist alles so weit abgestimmt. Frank wird untertauchen, Desmond bei Penny bleiben. Zu Frank sagt Jack zum Abschied: "I hope we never see each other again." Das wird sich aber nicht bewahrheiten. Genauso wenig, als er zu Desmond sagt: "And I'll see you in another life, brother." Auch sie sehen sich noch einmal kurz wieder.
Die Szene mit der grandiosen musikalischen Untermalung, als sie mit dem Schlauchboot auf der indonesischen Insel landen gehört auch mit zu einer der größten überhaupt noch besser gelungen ist aber in dem Moment der Umschwung auf die laute dröhnende Musik des Bart-Jacks.
JEREMY BENTHAM
Ich habe mich versucht größtenteils an den genauen Ablauf des Finales zu halten, doch die wichtigen Szenen mit den Oceanic 6 in der Zukunft habe ich rausgelassen. In diesen passiert eigentlich nur ein was: Sie werden alle irgendwie wieder näher zusammengebracht und die Figur eingeführt, die sie alle zur Rückkehr überredet hat.
Die erste Szene knüpft nahtlos an das Staffel 3 Finale an. Es ist nicht nur so, dass mir der Zukunfts-Jack gefällt, mir gefällt auch die Zukunfts-Kate, die hier Jack ordentlich die Meinung sagt. Dabei erfahren wir, dass sie von einem Jeremy Bentham besucht worden ist, genau wie Jack, ihn aber im Gegensatz zu Jack für völlig durchgeknallt hielt. Genau deshalb ist sie so entsetzt, dass er will, dass sie wieder zurückkehren. Ihre Begründung fand ich gut: "I've spent the last three years trying to forget all the horrible things that happened on the day that we left. How dare you ask me to go back?" Doch sie wird es noch, genau wie die anderen auch. Dabei helfen muss mal wieder Ben, der on-Island genau wie off-island wiedermal alles im Griff hat.
Ehrlich gesagt die Szene in der Walt Hurley besucht ist letztendlich ziemlich nichtssagend. Hurley bekräftigt bloß nochmal, warum sie denn lügen und das Michael vielleicht noch am Leben ist, was aber auch eine Lüge ist. Woher Walt aber den Namen Jeremy Bentham hat, wird wohl leider ein ärgerlicher Fehler sein? Es sei denn Samuel hat ihm ihn eingeflüstert, sodass er ihn verwendet hat.
Sayid dagegen ist auf eine von Bens Manipulationen hereingefallen. Wiedermal. Er tötet den Mann, der angeblich Hurley observiert. Ich wette dieser Mann wurde von Ben selbst dahin beordert, damit Sayid wieder in der Nähe ist. Schon seltsam, dass er der scheinbar nach den ganz Morden für Ben seinen Frieden gefunden hat wieder anfängt wie ein Hitman zu agieren. Er ist jedenfalls besorgt um Hurley und möchte ihn wegbringen. Der Dialog zwischen den beiden ist herrlich. Zunächst reden sie darüber, dass sie sich lange nicht gesehen haben, aber Sayid meint, dass es nun wieder Zeit ist, da sich die Umstände wegen Benthams Tod geändert haben. Er ist mittlerweile so paranoid geworden durch Bens Arbeit, dass er gar nicht mehr merkt, dass es womöglich tatsächlich ein Selbstmord war. Als dieser den wahren Namen nennen will, unterbricht Sayid ihn, da sie belauscht werden, wieder ein Anzeichen von übertriebener Paranoia. Hurley berichtet von seinen Gesprächen mit den Toten und das er keine Paranoia brauche. Sayid dagegen meint sie hält ihn am Leben. Dann überredet er ihn zum Mitkommen, aber das sie nicht zur Insel gehen. Das beste ist aber das Ende der Unterhaltung mit dem Schachspiel: "Checkmate, Mr. Eko!" Sayids Blick darauf war herrlich. Ben hat zwei weitere der Oceanic 6 genau dahin gebracht, wo er sie hinhaben wollte.
Das Sun ausgerechnet Widmore aussucht ist eine der größten Unlogikkeiten. Sie möchte mit ihm zusammenarbeiten, um Ben zu töten. Erstens Mal habe ich keine Ahnung, woher sie überhaupt weiß, dass Ben dafür verantwortlich war und das er von der Insel weg ist. Bentham kann es ihr nicht gesagt haben und der war der einzige, der davon wusste. Zweitens ist es komisch, dass sie der Person vertraut, die Keamy erst mit den Mitteln ausgestattet hat den Frachter zu sprengen und so ihren Mann anscheinend zu töten. Ben gewinnt aber auch hier bald die Kontrolle, da er den Trumpf, dass Jin lebt in der Hand hat.
Die Kate-Aaron-Claire-Szene verdeutlicht nur, dass Aaron auf keinen Fall zurück zur Insel darf, was mich wieder zu der Annahme führt, dass er schlicht und einfach Samuel aus dem Weg sein soll. Auch dieses Problem wird Ben vorzüglich lösen.
Die Endszene mit dem Jack, der bei Hoffs Drawlar einbricht, war ein genialer Abschluss, besonders aber der Triumph als sich herausstellt, dass Ben nicht derjenige ist, der im Sarg liegt. Einer meiner größten Lost-Triumphe. Sie unterhalten sich dann jedenfalls über Dinge, die Bentham angeblich nie gesagt hat, doch das wir sie nicht gesehen haben, bedeutet nicht, dass diese Unterhaltungen nie stattgefunden haben. Für mich treten hier keine Unlogikkeiten auf, und das sich Jack in einem Monat, in dem er zuletzt Locke gesehen hat verändert hat, fand ich absolut nachvollziehbar, da vermutlich Erscheinungen von seinem Vater noch nachgeholfen haben. Ben jedenfalls erkennt, dass Jack derjenige ist der am bereitwilligsten zurückwill, aber mit den ganzen Flügen den völlig falschen Weg geht. Es klappt nur, wenn sie alle mitmachen, was aber dadurch erschwert wird, dass sie sich alle mehr oder minder entfremdet haben. "I have a few ideas." ist wieder teilweise gelogen, in Wirklichkeit hat Ben schon längst einen Plan, wie er alle zusammenbringt und auch die Person parat, die ihnen dabei helfen wird. Ganz nebensächlich verweist er auf die Person deren Rückkehr aber in Wirklichkeit am allerwichtigsten ist für Samuels Plan, der tote John Locke. Mit dieser Enthüllung endet Staffel 4.
BODYCOUNT
Der ist mächtig in Bewegung und mal wieder muss ich Schätzwerte benutzen. Keamys vier Söldner sterben, schließlich Keamy selbst. Michael kommt während der Explosion um zusammen mit drei Redshirts von Oceanic 815 und ich sage mal ca. 20 von der Frachtercrew. Noch dazu tötet Sayid einen weiteren Mann. Es sind soviele, dass ich den toten Locke noch nicht mit dazu zählen muss. Insgesamt ca. 30 Tote.
Summe: ca. 478
FAZIT:
Gigantisch. Dieses dreiteilige Finale ist das beste von ganz Lost. Es ist wunderbar gemacht, wie im ersten Teil die Auffächerung der Oceanic 6 erfolgt, und diese dann im zweiten Teil des Finales nach und nach zusammenfinden. Es gibt unglaublich viel Action mit den Söldnern und Keamy, Dramatik mit der Frachterbombe, Mystik mit dem Verschwinden der Insel und großartige emotionelle Momente mit Penny und Desmonds Wiedersehen. Überragt wird das ganze aber von einem unglaublich guten Benjamin Linus, der der Star dieses Finales ist. Das Ende statt eines Cliffhangers mit einer schockierenden Enthüllung eröffnet einer der interessantesten Storylines in Staffel 5.
FAZIT STAFFEL 4:
Wie schwer hatte es diese Staffel, Autorenstreik, noch dazu viel kürzer als sonst. Doch was die Autoren daraus gemacht haben war gigantisch. Ein unglaublich gutes Tempo, eine Handlung die schnell vorankommt, gut eingeführte neue Charaktere und ein Finale, dass Lost erneut auf eine völlig neue Ebene gehoben hat. Der Erzählstil mit den Flashforwards wirkte neu und erfrischend, schön abwechslungsreich das Wechseln der Handlungsorte zwischen Frachter, Strand und Baracken. So hat diese Staffel die höchste Anzahl an Topfolgen, von denen die besten unter Zeitdruck zusammengeschustert wurden. Es gibt nur wenige Tiefpunkte wie Eggtown oder Jacks Operation, doch an diese wird man sich eh nicht zurückerinnern, wenn man an diese geniale Staffel zurückdenkt.
4/12 There's no place like home Part 1 (Erik)
Diese Folge ist der erste Teil eines großartigen, wenn nicht sogar des besten Lost-Finales. Das ich es so brutal zerreißen muss liegt nur daran, dass ein Gesamtrecap von "There's no place like home" zu lang und unübersichtlich wäre und sich noch dazu die Erzählweise etwas ändert zwischen den einzelnen Teilen.
AUF ZUM HUBSCHRAUBER
Nach der Auftaktszene mit den geretteten Oceanic 6, zu der ich noch genauer komme, hätte es nicht besser weitergehen können, als mit einer alleinstehenden Kate und das jemand etwas sagt, der nicht gerettet wird. Es ist Rose, die glaubt, dass Desmond und Sayid in dem Hubschrauber waren. Doch es gibt berechtigte Zweifel, warum haben sie den Rucksack abgeworfen und warum landete der Hubschrauber nicht gleich beim Strand. Nun Mr. Superhero hat natürlich sofort die Idee, dass sie wollten, dass sie ihnen zum Hubschrauber folgen. Tatsächlich wollte das jemand, aber Frank und nicht Desmond oder Sayid. Dann lassen sie Daniel anrufen und erfahren, dass es sich weder um Desmond noch um Sayid handelt und das die Männer in dem Hubschrauber zu der Orchid unterwegs sind. Nicht einmal Juliet kennt diesen Ort, trotzdem will der sofort mit Kate zu dem Hubschrauber latschen, da er zum gefühlt fünftausendsten Mal sagt, er habe versprochen sie alle zu retten. Nur mal so zum Protokoll, von denen am Strand Anwesenden sind das lächerliche zwei. Juliet führt sich mal wieder supernervig auf und das Jack die Wanderung gar nicht machen kann. Genial ist aber, dass er sagt: "I'll see ya in a couple hours." Es werden drei ganze Jahre sein. Derweil macht Daniel die Entdeckung, dass die Söldner nach dem Secondary Protocol vorgehen und es besser wäre von der Insel zu verschwinden. Daniel weiß also, was das Verschieben der Insel zu bedeuten hat.
Auf der Wanderung kommt wie es kommen muss, Jack und Kate laufen direkt Sawyer und Miles in die Arme. Fand es genial, wie Miles trotz gezückten Waffen sagt: "Hey, long time no see." und Sawyer gleich darauf: "Hey, who are you talkin' to up there, Genghis?" Gleich darauf kommt es aber zu einer von den Wiedersehensszenen, die mich nichtmal ansatzweise emotional berühren. Als sie Sawyer von ihrem Vorhaben erzählen, warnt der sie vor den Leuten in dem Hubschrauber, was natürlich Jack nicht aufhalten kann, da er ja allen versprochen hat sie von der Insel zu bringen. Wenigstens sagt ihm endlich mal jemand, dass er nervt. Somit wird Kate erst einmal außen vorgelassen, denn die muss nun Aaron zurückbringen, während sich Sawyer mit Jack aufmacht. Fand es genial, wie er sagt: "Hold up! You don't get to die alone." Es ist schön zu sehen, wie in der Szene Jack völlig gegen sein Motto Live together die alone agiert und ausgerechnet Every man for himself Sawyer sagt er solle nicht allein sterben.
Die beiden erreichen jedenfalls sicher den Helikopter und bemerken den gefesselten Frank. Der nun macht ihnen das Angebot, wenn er sie befreit von der Insel zu fliegen. Sein Plan hat geklappt und er trägt viel zur Rettung der Oceanic 6 bei damit. Doch als Frank ihnen sagt, dass die Söldner auf dem Weg sind zur Orchid, um Ben zu fangen, ringt Sawyer mit sich und entscheidet, dass sie Hurley noch retten müssen. Es ist genial, wie sich dieser Charakter doch gewandelt hat und nun bereit ist für einen Freund sein Leben zu geben.
AM STRAND
Was ist urtypisch an einem Finale? Richtig auch am Strand sind alle in heller Aufregung (wenn wir mal von dem enttäuschenden Live together, die alone absehen). Jedenfalls ist Sayid zurück und warnt seine Mitabgestürzten erneut vor den Leuten in dem Hubschrauber und das es besser ist, wenn alle auf den Frachter gehen. Als er aber erfährt, dass Jack und Kate dem Hubschrauber folgen, entschließt er sich denen auch zu folgen. Also ich wäre definitiv nicht für Kate und Jack noch einmal durch den Dschungel gerannt, um sie zu retten aber gut. Jedenfalls bietet nun Daniel seine Hilfe an die Leute zum Frachter zu transportieren. Als Erstes natürlich Sun, die schwanger ist, Jin und drei Redshirts. Nun Sayid vertraut ihn, und gibt ihm den Kompass, doch ehe er losgeht, kommt noch Kate zurück mit Miles. Sie gibt Aaron an Sun weiter, um mit Sayid Jack zu retten. Fand es übrigens ulkig, dass Jin zu Sun sagt: "I told you I'd get you off the island." Toll, Jin und was genau hast du so groß dazu beigetragen?
Ich fand es einfach nur genial, wie es hier immer mehr zu einer völligen Auffächerung der Oceanic 6 kommt. Nach dieser Szene übrigens wird bis auf Sun keine der Oceanic 6 den Strand mehr sehen, noch dazu Jin. Bereits hier findet das Ende des Strandlagerns statt, welches in The Lie endgültig zerstört wird durch den Tod aller Redshirts.
AUF DEM FRACHTER
Der dritte große Schauplatz dieses Finales. Für mich eine der tollsten Szenen überhaupt, wie nach einem weiteren Oceanic 6-Flashforward Sun und Jin eingeblendet werden, die sich froh ansehen, untermalt von einer tollen Musik. Es ist der letzte glückliche Moment den beide haben, ehe sie lange Zeit für immer getrennt werden. Auf dem Frachter haben Desmond und Michael nun die Kontrolle übernommen, war ja auch nicht schwer, nachdem sämtliches autorisiertes Personal entweder tot oder auf der Insel ist. Daniel kehrt jedenfalls sofort wieder um, ohne den Frachter noch einmal zu sehen. Schön fand ich das Winken zwischen Desmond und Daniel, denn beide werden sich bald auf sehr seltsame Weise wiederbegegnen.
Michael hat also den Frachter wieder repariert. Ich fand es schon immer seltsam, dass nur er das konnte, aber nicht der Schiffsingenieur. Jedenfalls können sie nun endlich zur Insel fahren. Perfekt gemacht fand ich, dass nach Sayid und Desmond ausgerechnet Sun und Jin als Nächstes auf Michael treffen. Zu beiden hat er bekanntermaßen die beste freundschaftliche Beziehung gehabt auf der Insel. Ich fand es gut, wie sie ihn entsprechend kühl behandelt haben und selbst dann noch nicht trauen, als er erzählt, warum er wirklich hier ist. Schon bald hat er die Chance seine Taten wirklich teilweise wiedergutzumachen. Schön fand ich, wie die von vielen so gewünschte Auflösung, was denn nun passiert ist als er mit dem Boot weggefahren ist, ganz banal aufgeklärt worden ist.
Gerade als sie losfahren wollen, um endgültig alle zu retten werden sie auf das Signal aufmerksam, dass eine störungsfreie Anfahrt unmöglich macht. Dann kommt der ganze Stapel C4 ins Spiel und die Atmosspähre auf dem Frachter ändert sich schlagartig. Alle Wege führen letztendlich dahin, doch nun ist er zum gefährlichsten Ort geworden.
AUF DEM WEG ZUR ORCHID
Tja mit den "Auf" Einleitungen habe ich es wohl, aber es passt einfach nur. Nachdem nun das verrückte Trio weiß was sie machen müssen, hat Ben sofort wieder die Kontrolle an sich gerissen. Er weiß nun was die Insel von Locke will und hat sofort einen Plan ausgetüftelt. Was eigentlich noch viel genialer ist, ganz nebenbei entwickelt er auch noch einen Plan, wie er die Söldner los wird. Er muss sich natürlich zur Orchid begeben, um die Insel zu bewegen, genau da wo die Söldner auf ihn warten. Ich wette Widmore wusste durch einen Traum von Samuel, dass sich Ben dort hinbegeben würde und hat deshalb, dass Secondary Protocol mitgegeben. Nur dadurch, dass sie dort bereits auf ihn warten, verschiebt Ben die Insel erst dann, als sich alle Oceanic 6 im Hubschrauber befinden und der Frachter explodiert ist.
Hurley möchte natürlich genau wie der Zuschauer mehr über das Bewegen der Insel wissen und warum sie es nicht schon vor der Ankunft der Söldner getan haben.
"Because doing it is both dangerous and unpredictable. It's a measure of last resort." Wenn ich an das Chaos mit den Zeitreisen und die ganzen Twists, stimme ich Ben in jedem Punkt zu. Würde man wirklich bei jeder Gefahr die Insel verschieben, so wäre wohl ständig heilloses Chaos auf der Insel.
Doch zunächst müssen die Söldner beseitigt werden, dazu sucht Ben ein altes Versteck auf mit einer Box, die er denke ich mal während der Zeit benutzt hatte, als er Spion der Others bei Dharma war. Dafür spricht das Alter der Kekse. Wenigstens kurz verschafft sich Locke dabei Autorität, als er die Kiste öffnet. Genial war es natürlich, als er Hurley die Kekse zuwirft, dieser sie gleich isst und Ben meint: "You know, those are 15 years old." Den Spiegel bekommt er natürlich gleich, um mit den Others zu kommunizieren, diese nämlich scheinen ihm keinesfalls untreu geworden zu sein und aufgrund der Tatsache, dass sie sofort wissen, dass Ben zur Orchid unterwegs ist, um sich gefangennehmen zu lassen, damit sie ihn befreien können, spricht dafür wie gut er doch alles letztendlich geplant hat. Auch gut zu sehen, wie er Locke komplett im Unglauben lässt. Mit einem "None of your business, John." wird er abgefertigt.
Danach wandern sie wirklich zur Orchid und Hurley möchte natürlich wissen, was passiert wenn die Insel verschoben wird und stellt fest, dass sich die Söldner wohl mitbewegen. Ben sagt nur, dass er an diesem Problem arbeitet. Haben wir ja längst gesehen. Ursprünglich sollte die Insel nur wegen den Frachterleuten bewegt werden, die Tatsache, dass Locke gar nicht auffällt, dass das eigentlich nutzlos wäre, wenn diese tot sind oder weiter auf der Insel bleiben, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Er ist so überzeugt von dieser Aufgabe, dass er deren eigentlichen Sinn gar nicht hinterfragt.
Wieder mal eine tolle Szene, als sie dort ankommen, Ben seine Ferngläser verlangt, Locke nur ungläubig schaut, Ben ihn bittet sich zu ducken, weil sie nun bei der Orchid sind und Locke dann tatsächlich neugierig sofort zu Boden geht. Zu Recht fragt er worauf sie warten und Ben antwortet damit, dass Widmore von diesem Ort weiß und sich Ben dahin begeben wird, um die Insel zu verschieben. Es folgt einer der besten Dialoge überhaupt:
Locke: "I thought you said you had no idea why he was trying to find he island."
Ben: "I wasn't being entirely truthful."
Locke: "Yeah. When are you ever entirely truthful?"
Ich glaube John, so gut wie nie.
Dann bemerken sie, dass die Söldner schon hier sind. Für Ben gibt es nur eine Variante, er muss sich ergeben, damit Locke scheinbar zur Orchid kann. Fand es genial, wie er das beschrieben hat, Locke dann aber scheitert, weil er nicht die richtigen Blumen findet. Aber selbst wenn er in die Station gefunden hätte, so hätte er null Ahnung gehabt, wie er zum Frozen Donkey Wheel kommt. Das alles hat Ben genialerweise in seinen Plan mit einbezogen und er sagt es auch noch einmal: "How many times do I have to tell you, John? I always have a plan."
DIE ENDSZENE
Das war eine der besten Endszenen überhaupt. Mit einer sehr guten musikalischen Unterhaltung werden alle Oceanic 6 noch einmal gezeigt und wie weit sie doch voneinander entfernt sind. Sun mit Aaron, die gerade die entsetzliche Entdeckung der Bombe gemacht hat, Kate und Sayid, die von den Others mitgenommen werden, die nun Ben helfen wollen, Jack und Sawyer, die Hurley retten wollen, aber das beste überhaupt ist Ben. Wie der mit starrendem Blick, todesmutig mit erhobenen Händen auf die Söldner zugeht und eiskalt zu Keamy sagt: "My name is Benjamin Linus. I believe you're looking for me." Dieser hält eine Waffe an seinen Kopf und schlägt ihn dann damit nieder.
OCEANIC 6
Zugegeben diese Anfangsszene hätte ruhig der Opener sein können. Außer die Jin-Überraschung wäre nichts zerstört worden. So kommt diese Szene eben erst hier und wir merken sofort, dass alle mächtig aufgewühlt sind von den Ereignissen und der Lüge, die sie nun allen erzählen müssen. Jack, so scheint es ist der einzige, der das alles offenbar gelassen sieht. Er hat sie von der Insel geführt und kommt sich bestimmt gerade mächtig stolz vor, dabei hat er genauer gesagt nicht viel getan dafür. Er glaubt sogar noch, dass er noch immer ihr Anführer ist und sein Wort für alle spricht. Es ist das letzte Mal, denn schon bald werden die Oceanic 6 sich trennen. Die Pressekonferenz ist somit der letzte gemeinsame Auftritt, ehe sie erst wieder in Ajira 316 zusammenfinden.
Als Jack meint, sie denken sie seien unter Schock und Sun daraufhin antwortet: "We are in shock, Jack." merken wir, dass Jack als einziger wirklich froh über die Rettung ist.
Die Wiedersehensszenen mit deren Familien sind toll gemacht, besonders als Hurley sofort Sayid schnappt und ihn seinen Eltern vorstellt. Die einzige die zurecht allein ist und nur dumm schauen kann ist Kate.
Auf der Pressekonferenz sehen wir die ganze Lüge auf einem Haufen. Mrs. Decker erklärt genau, wie die Oceanic 6 gerettet worden sind. Genial fand ich, dass als einziges bedeutendes Ereignis, also Tag 103 mit dem angespülten Fischerboot sogar noch außerhalb der wirklichen Insel- Ereignisse stattfand. Genau an Tag 108 kommen sie dann wirklich in der Zivilisation wieder an, bekanntermaßen die vorletzte Szene des Finales.
Lügen kann eigentlich nur Jack gut mit seiner Überlebenstheorie. Doch auch er flechtet Wahrheit mit ein, als wir die Identität der anderen drei angeblich Mitabgestürzten erfahren. Boone ist tatsächlich an inneren Verletzungen gestorben, Libby ist natürlich auch tot und Charlie wirklich ertrunken. Genialerweise ist das immer ein toter Hauptcharakter der ersten drei Staffeln. Hurley dagegen wird nur auf sein Geld angesprochen und das er es weggibt. Sun wird nach Jin gefragt und da sie zu diesem Zeitpunkt wirklich annimmt, dass er tot ist, ist auch diese Lüge nicht falsch. Als Kate nach der Geburt gefragt wird sagt sie nur: "Scary." In der Tat war die Geburt von Aaron für sie nicht sehr leicht. Sayid wird nach weiteren Überlebenden gefragt und verneint das. Er weiß es zwar nicht, aber außer Sawyer und Jin gibt es keine weiteren Überlebenden mehr.
Toll fand ich auch, wie alle dann mit ihrer Vergangenheit abschließen, aber das irgendwie nicht schaffen: Sayid will nicht in den Irak zurück, landet aber dennoch bald wegen Nadia dort. Diese ist dann auch zugegen, wodurch es nach all den Jahren des Suchens endlich zum Treffen kommt. Es ist doppelt tragisch, dass zu sehen, da wir genau wissen, dass sie ermordet wird.
Jack möchte nur seinen Vater begraben, begegnet ihm aber bald wieder.
Sun ist endlich mutig genug ihrem Vater die Stirn zu bieten. Übrigens fand ich es sehr überraschend, dass Oceanic so viel Geld hat, dass sie Sun locker soviel geben können, dass sie damit Paik Industries aufkaufen kann. Diese gibt ihm eine Teilschuld für Jins Tod, die andere wird wohl Ben sein. Ah ja aber nicht Widmore? Zudem leitet sie nun das Geschäft, aber wird auch wieder eingeholt von ihrer Vergangenheit, als sie erfährt, dass Jin noch lebt.
Hurley begegnet den Zahlen wieder und Kate muss Aaron schließlich wieder zurückgeben, um erneut davonzulaufen.
Im übrigen bei der Geburtstagsparty Hurley kommt es zum einen genialen Zitat: "Jesus Christ is not a weapon." Auch genial war es, wie Hurleys Vater vom Wildschweinjagen und Feuermachen erzählt, etwas das sogar der Wahrheit entsprochen hat.
Als Letztes sehen wir wie Jack erfährt, dass Claire seine Halbschwester ist. Fand nicht nur ich Jacks Reaktion so deutlich, sodass Claires Mutter etwas merken muss, dass da was nicht stimmt? Aber lustig wie sie gleich darauf Aaron betrachtet und sagt: "Your son is beautiful.", ohne, dass sie weiß, dass es ihr Enkelsohn ist. Das diese aufgewacht ist liegt wohl an Samuel oder Jacob, kann ich nicht genau sagen, würde aber eher zu Samuel tendieren, da er sie braucht damit Kate Aaron dann abgibt, ehe sie sich erneut zur Insel aufmacht.
BODYCOUNT
Der bleibt noch ruhig.
Summe: ca. 437 (448)
FAZIT:
Siehe nächsten Recap.
AUF ZUM HUBSCHRAUBER
Nach der Auftaktszene mit den geretteten Oceanic 6, zu der ich noch genauer komme, hätte es nicht besser weitergehen können, als mit einer alleinstehenden Kate und das jemand etwas sagt, der nicht gerettet wird. Es ist Rose, die glaubt, dass Desmond und Sayid in dem Hubschrauber waren. Doch es gibt berechtigte Zweifel, warum haben sie den Rucksack abgeworfen und warum landete der Hubschrauber nicht gleich beim Strand. Nun Mr. Superhero hat natürlich sofort die Idee, dass sie wollten, dass sie ihnen zum Hubschrauber folgen. Tatsächlich wollte das jemand, aber Frank und nicht Desmond oder Sayid. Dann lassen sie Daniel anrufen und erfahren, dass es sich weder um Desmond noch um Sayid handelt und das die Männer in dem Hubschrauber zu der Orchid unterwegs sind. Nicht einmal Juliet kennt diesen Ort, trotzdem will der sofort mit Kate zu dem Hubschrauber latschen, da er zum gefühlt fünftausendsten Mal sagt, er habe versprochen sie alle zu retten. Nur mal so zum Protokoll, von denen am Strand Anwesenden sind das lächerliche zwei. Juliet führt sich mal wieder supernervig auf und das Jack die Wanderung gar nicht machen kann. Genial ist aber, dass er sagt: "I'll see ya in a couple hours." Es werden drei ganze Jahre sein. Derweil macht Daniel die Entdeckung, dass die Söldner nach dem Secondary Protocol vorgehen und es besser wäre von der Insel zu verschwinden. Daniel weiß also, was das Verschieben der Insel zu bedeuten hat.
Auf der Wanderung kommt wie es kommen muss, Jack und Kate laufen direkt Sawyer und Miles in die Arme. Fand es genial, wie Miles trotz gezückten Waffen sagt: "Hey, long time no see." und Sawyer gleich darauf: "Hey, who are you talkin' to up there, Genghis?" Gleich darauf kommt es aber zu einer von den Wiedersehensszenen, die mich nichtmal ansatzweise emotional berühren. Als sie Sawyer von ihrem Vorhaben erzählen, warnt der sie vor den Leuten in dem Hubschrauber, was natürlich Jack nicht aufhalten kann, da er ja allen versprochen hat sie von der Insel zu bringen. Wenigstens sagt ihm endlich mal jemand, dass er nervt. Somit wird Kate erst einmal außen vorgelassen, denn die muss nun Aaron zurückbringen, während sich Sawyer mit Jack aufmacht. Fand es genial, wie er sagt: "Hold up! You don't get to die alone." Es ist schön zu sehen, wie in der Szene Jack völlig gegen sein Motto Live together die alone agiert und ausgerechnet Every man for himself Sawyer sagt er solle nicht allein sterben.
Die beiden erreichen jedenfalls sicher den Helikopter und bemerken den gefesselten Frank. Der nun macht ihnen das Angebot, wenn er sie befreit von der Insel zu fliegen. Sein Plan hat geklappt und er trägt viel zur Rettung der Oceanic 6 bei damit. Doch als Frank ihnen sagt, dass die Söldner auf dem Weg sind zur Orchid, um Ben zu fangen, ringt Sawyer mit sich und entscheidet, dass sie Hurley noch retten müssen. Es ist genial, wie sich dieser Charakter doch gewandelt hat und nun bereit ist für einen Freund sein Leben zu geben.
AM STRAND
Was ist urtypisch an einem Finale? Richtig auch am Strand sind alle in heller Aufregung (wenn wir mal von dem enttäuschenden Live together, die alone absehen). Jedenfalls ist Sayid zurück und warnt seine Mitabgestürzten erneut vor den Leuten in dem Hubschrauber und das es besser ist, wenn alle auf den Frachter gehen. Als er aber erfährt, dass Jack und Kate dem Hubschrauber folgen, entschließt er sich denen auch zu folgen. Also ich wäre definitiv nicht für Kate und Jack noch einmal durch den Dschungel gerannt, um sie zu retten aber gut. Jedenfalls bietet nun Daniel seine Hilfe an die Leute zum Frachter zu transportieren. Als Erstes natürlich Sun, die schwanger ist, Jin und drei Redshirts. Nun Sayid vertraut ihn, und gibt ihm den Kompass, doch ehe er losgeht, kommt noch Kate zurück mit Miles. Sie gibt Aaron an Sun weiter, um mit Sayid Jack zu retten. Fand es übrigens ulkig, dass Jin zu Sun sagt: "I told you I'd get you off the island." Toll, Jin und was genau hast du so groß dazu beigetragen?
Ich fand es einfach nur genial, wie es hier immer mehr zu einer völligen Auffächerung der Oceanic 6 kommt. Nach dieser Szene übrigens wird bis auf Sun keine der Oceanic 6 den Strand mehr sehen, noch dazu Jin. Bereits hier findet das Ende des Strandlagerns statt, welches in The Lie endgültig zerstört wird durch den Tod aller Redshirts.
AUF DEM FRACHTER
Der dritte große Schauplatz dieses Finales. Für mich eine der tollsten Szenen überhaupt, wie nach einem weiteren Oceanic 6-Flashforward Sun und Jin eingeblendet werden, die sich froh ansehen, untermalt von einer tollen Musik. Es ist der letzte glückliche Moment den beide haben, ehe sie lange Zeit für immer getrennt werden. Auf dem Frachter haben Desmond und Michael nun die Kontrolle übernommen, war ja auch nicht schwer, nachdem sämtliches autorisiertes Personal entweder tot oder auf der Insel ist. Daniel kehrt jedenfalls sofort wieder um, ohne den Frachter noch einmal zu sehen. Schön fand ich das Winken zwischen Desmond und Daniel, denn beide werden sich bald auf sehr seltsame Weise wiederbegegnen.
Michael hat also den Frachter wieder repariert. Ich fand es schon immer seltsam, dass nur er das konnte, aber nicht der Schiffsingenieur. Jedenfalls können sie nun endlich zur Insel fahren. Perfekt gemacht fand ich, dass nach Sayid und Desmond ausgerechnet Sun und Jin als Nächstes auf Michael treffen. Zu beiden hat er bekanntermaßen die beste freundschaftliche Beziehung gehabt auf der Insel. Ich fand es gut, wie sie ihn entsprechend kühl behandelt haben und selbst dann noch nicht trauen, als er erzählt, warum er wirklich hier ist. Schon bald hat er die Chance seine Taten wirklich teilweise wiedergutzumachen. Schön fand ich, wie die von vielen so gewünschte Auflösung, was denn nun passiert ist als er mit dem Boot weggefahren ist, ganz banal aufgeklärt worden ist.
Gerade als sie losfahren wollen, um endgültig alle zu retten werden sie auf das Signal aufmerksam, dass eine störungsfreie Anfahrt unmöglich macht. Dann kommt der ganze Stapel C4 ins Spiel und die Atmosspähre auf dem Frachter ändert sich schlagartig. Alle Wege führen letztendlich dahin, doch nun ist er zum gefährlichsten Ort geworden.
AUF DEM WEG ZUR ORCHID
Tja mit den "Auf" Einleitungen habe ich es wohl, aber es passt einfach nur. Nachdem nun das verrückte Trio weiß was sie machen müssen, hat Ben sofort wieder die Kontrolle an sich gerissen. Er weiß nun was die Insel von Locke will und hat sofort einen Plan ausgetüftelt. Was eigentlich noch viel genialer ist, ganz nebenbei entwickelt er auch noch einen Plan, wie er die Söldner los wird. Er muss sich natürlich zur Orchid begeben, um die Insel zu bewegen, genau da wo die Söldner auf ihn warten. Ich wette Widmore wusste durch einen Traum von Samuel, dass sich Ben dort hinbegeben würde und hat deshalb, dass Secondary Protocol mitgegeben. Nur dadurch, dass sie dort bereits auf ihn warten, verschiebt Ben die Insel erst dann, als sich alle Oceanic 6 im Hubschrauber befinden und der Frachter explodiert ist.
Hurley möchte natürlich genau wie der Zuschauer mehr über das Bewegen der Insel wissen und warum sie es nicht schon vor der Ankunft der Söldner getan haben.
"Because doing it is both dangerous and unpredictable. It's a measure of last resort." Wenn ich an das Chaos mit den Zeitreisen und die ganzen Twists, stimme ich Ben in jedem Punkt zu. Würde man wirklich bei jeder Gefahr die Insel verschieben, so wäre wohl ständig heilloses Chaos auf der Insel.
Doch zunächst müssen die Söldner beseitigt werden, dazu sucht Ben ein altes Versteck auf mit einer Box, die er denke ich mal während der Zeit benutzt hatte, als er Spion der Others bei Dharma war. Dafür spricht das Alter der Kekse. Wenigstens kurz verschafft sich Locke dabei Autorität, als er die Kiste öffnet. Genial war es natürlich, als er Hurley die Kekse zuwirft, dieser sie gleich isst und Ben meint: "You know, those are 15 years old." Den Spiegel bekommt er natürlich gleich, um mit den Others zu kommunizieren, diese nämlich scheinen ihm keinesfalls untreu geworden zu sein und aufgrund der Tatsache, dass sie sofort wissen, dass Ben zur Orchid unterwegs ist, um sich gefangennehmen zu lassen, damit sie ihn befreien können, spricht dafür wie gut er doch alles letztendlich geplant hat. Auch gut zu sehen, wie er Locke komplett im Unglauben lässt. Mit einem "None of your business, John." wird er abgefertigt.
Danach wandern sie wirklich zur Orchid und Hurley möchte natürlich wissen, was passiert wenn die Insel verschoben wird und stellt fest, dass sich die Söldner wohl mitbewegen. Ben sagt nur, dass er an diesem Problem arbeitet. Haben wir ja längst gesehen. Ursprünglich sollte die Insel nur wegen den Frachterleuten bewegt werden, die Tatsache, dass Locke gar nicht auffällt, dass das eigentlich nutzlos wäre, wenn diese tot sind oder weiter auf der Insel bleiben, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Er ist so überzeugt von dieser Aufgabe, dass er deren eigentlichen Sinn gar nicht hinterfragt.
Wieder mal eine tolle Szene, als sie dort ankommen, Ben seine Ferngläser verlangt, Locke nur ungläubig schaut, Ben ihn bittet sich zu ducken, weil sie nun bei der Orchid sind und Locke dann tatsächlich neugierig sofort zu Boden geht. Zu Recht fragt er worauf sie warten und Ben antwortet damit, dass Widmore von diesem Ort weiß und sich Ben dahin begeben wird, um die Insel zu verschieben. Es folgt einer der besten Dialoge überhaupt:
Locke: "I thought you said you had no idea why he was trying to find he island."
Ben: "I wasn't being entirely truthful."
Locke: "Yeah. When are you ever entirely truthful?"
Ich glaube John, so gut wie nie.
Dann bemerken sie, dass die Söldner schon hier sind. Für Ben gibt es nur eine Variante, er muss sich ergeben, damit Locke scheinbar zur Orchid kann. Fand es genial, wie er das beschrieben hat, Locke dann aber scheitert, weil er nicht die richtigen Blumen findet. Aber selbst wenn er in die Station gefunden hätte, so hätte er null Ahnung gehabt, wie er zum Frozen Donkey Wheel kommt. Das alles hat Ben genialerweise in seinen Plan mit einbezogen und er sagt es auch noch einmal: "How many times do I have to tell you, John? I always have a plan."
DIE ENDSZENE
Das war eine der besten Endszenen überhaupt. Mit einer sehr guten musikalischen Unterhaltung werden alle Oceanic 6 noch einmal gezeigt und wie weit sie doch voneinander entfernt sind. Sun mit Aaron, die gerade die entsetzliche Entdeckung der Bombe gemacht hat, Kate und Sayid, die von den Others mitgenommen werden, die nun Ben helfen wollen, Jack und Sawyer, die Hurley retten wollen, aber das beste überhaupt ist Ben. Wie der mit starrendem Blick, todesmutig mit erhobenen Händen auf die Söldner zugeht und eiskalt zu Keamy sagt: "My name is Benjamin Linus. I believe you're looking for me." Dieser hält eine Waffe an seinen Kopf und schlägt ihn dann damit nieder.
OCEANIC 6
Zugegeben diese Anfangsszene hätte ruhig der Opener sein können. Außer die Jin-Überraschung wäre nichts zerstört worden. So kommt diese Szene eben erst hier und wir merken sofort, dass alle mächtig aufgewühlt sind von den Ereignissen und der Lüge, die sie nun allen erzählen müssen. Jack, so scheint es ist der einzige, der das alles offenbar gelassen sieht. Er hat sie von der Insel geführt und kommt sich bestimmt gerade mächtig stolz vor, dabei hat er genauer gesagt nicht viel getan dafür. Er glaubt sogar noch, dass er noch immer ihr Anführer ist und sein Wort für alle spricht. Es ist das letzte Mal, denn schon bald werden die Oceanic 6 sich trennen. Die Pressekonferenz ist somit der letzte gemeinsame Auftritt, ehe sie erst wieder in Ajira 316 zusammenfinden.
Als Jack meint, sie denken sie seien unter Schock und Sun daraufhin antwortet: "We are in shock, Jack." merken wir, dass Jack als einziger wirklich froh über die Rettung ist.
Die Wiedersehensszenen mit deren Familien sind toll gemacht, besonders als Hurley sofort Sayid schnappt und ihn seinen Eltern vorstellt. Die einzige die zurecht allein ist und nur dumm schauen kann ist Kate.
Auf der Pressekonferenz sehen wir die ganze Lüge auf einem Haufen. Mrs. Decker erklärt genau, wie die Oceanic 6 gerettet worden sind. Genial fand ich, dass als einziges bedeutendes Ereignis, also Tag 103 mit dem angespülten Fischerboot sogar noch außerhalb der wirklichen Insel- Ereignisse stattfand. Genau an Tag 108 kommen sie dann wirklich in der Zivilisation wieder an, bekanntermaßen die vorletzte Szene des Finales.
Lügen kann eigentlich nur Jack gut mit seiner Überlebenstheorie. Doch auch er flechtet Wahrheit mit ein, als wir die Identität der anderen drei angeblich Mitabgestürzten erfahren. Boone ist tatsächlich an inneren Verletzungen gestorben, Libby ist natürlich auch tot und Charlie wirklich ertrunken. Genialerweise ist das immer ein toter Hauptcharakter der ersten drei Staffeln. Hurley dagegen wird nur auf sein Geld angesprochen und das er es weggibt. Sun wird nach Jin gefragt und da sie zu diesem Zeitpunkt wirklich annimmt, dass er tot ist, ist auch diese Lüge nicht falsch. Als Kate nach der Geburt gefragt wird sagt sie nur: "Scary." In der Tat war die Geburt von Aaron für sie nicht sehr leicht. Sayid wird nach weiteren Überlebenden gefragt und verneint das. Er weiß es zwar nicht, aber außer Sawyer und Jin gibt es keine weiteren Überlebenden mehr.
Toll fand ich auch, wie alle dann mit ihrer Vergangenheit abschließen, aber das irgendwie nicht schaffen: Sayid will nicht in den Irak zurück, landet aber dennoch bald wegen Nadia dort. Diese ist dann auch zugegen, wodurch es nach all den Jahren des Suchens endlich zum Treffen kommt. Es ist doppelt tragisch, dass zu sehen, da wir genau wissen, dass sie ermordet wird.
Jack möchte nur seinen Vater begraben, begegnet ihm aber bald wieder.
Sun ist endlich mutig genug ihrem Vater die Stirn zu bieten. Übrigens fand ich es sehr überraschend, dass Oceanic so viel Geld hat, dass sie Sun locker soviel geben können, dass sie damit Paik Industries aufkaufen kann. Diese gibt ihm eine Teilschuld für Jins Tod, die andere wird wohl Ben sein. Ah ja aber nicht Widmore? Zudem leitet sie nun das Geschäft, aber wird auch wieder eingeholt von ihrer Vergangenheit, als sie erfährt, dass Jin noch lebt.
Hurley begegnet den Zahlen wieder und Kate muss Aaron schließlich wieder zurückgeben, um erneut davonzulaufen.
Im übrigen bei der Geburtstagsparty Hurley kommt es zum einen genialen Zitat: "Jesus Christ is not a weapon." Auch genial war es, wie Hurleys Vater vom Wildschweinjagen und Feuermachen erzählt, etwas das sogar der Wahrheit entsprochen hat.
Als Letztes sehen wir wie Jack erfährt, dass Claire seine Halbschwester ist. Fand nicht nur ich Jacks Reaktion so deutlich, sodass Claires Mutter etwas merken muss, dass da was nicht stimmt? Aber lustig wie sie gleich darauf Aaron betrachtet und sagt: "Your son is beautiful.", ohne, dass sie weiß, dass es ihr Enkelsohn ist. Das diese aufgewacht ist liegt wohl an Samuel oder Jacob, kann ich nicht genau sagen, würde aber eher zu Samuel tendieren, da er sie braucht damit Kate Aaron dann abgibt, ehe sie sich erneut zur Insel aufmacht.
BODYCOUNT
Der bleibt noch ruhig.
Summe: ca. 437 (448)
FAZIT:
Siehe nächsten Recap.
Mittwoch, 18. November 2009
4/11 Cabin Fever (Erik)
Ein Hoch auf den Autorenstreik! Denn hiermit sehen wir die zweite Topepisode, die nach der Pause ausgestrahlt worden ist. Besonders nach The Incident sieht man diesen Folge nun in einem völlig anderen Licht.
DAS BESTE TRIO
Ich lege mich fest, das beste Trio, dass es wohl je bei Lost gegeben hat besteht aus Locke, Ben und Hurley. Schon die erste Szene mit denen ist so herrlich. Hurley fragt gleich als Erstes, wer wohl eine Hütte mitten im Dschungel bauen würde, Locke weiß es natürlich nicht. Genausowenig weiß er wo es hingeht und fragt natürlich wieder Ben, der ist aber nur Hurley gefolgt. Wir sehen wieder einmal das ganze Dilemma von Locke. Er hat null Ahnung, wo es hingeht, wendet sich an Ben, der es selber nicht weiß und auf Hurley verweist. Der sagt nur:
"I'm not even in front."
Stimmt denn das ist immer noch Ben, der alles leitet und regelt. Mit seiner nächsten Frage drückt er Locke mal wieder in die Ecke:
"What do you think we should do, John?"
Die einzige Idee die der hat, ist es Rast zu machen und so geschieht es auch. Nun kann Samuel wieder per Traum eingreifen und Locke wieder einen Teil seines Planes ausführen lassen, ohne das er es merkt.
Dabei hat Hugo mal wieder einen weiteren genialen Satz parat: "What? Here in the dark with the monster and... him?"
LOCKES TRAUM
Eines vornweg, dieser Traum findet definitiv NICHT 2004 statt, sondern in einer anderen Zeitebene. Wir sehen Horace, wie er Bäume fällt und auf Locke aufmerksam wird. Dabei erfahren wir, dass er es war der die Hütte für sich und Amy gebaut hat. Er fällt deswegen wohl die Bäume, weil wir ihn gerade beim Bau sehen. Nun ist die Frage wieso sich Jacob und dann Samuel dort eingenistet haben?
Nun vielleicht hat Horace die Hütte gar nicht für sich und Amy gebaut, sondern gleich für Jacob, wobei mir allerdings der Grund fehlt, warum er neben seinem Fuß noch eine Hütte mitten im Dschungel braucht. Es besteht aber kein Zweifel, dass Jacob zumindest kurz in der Hütte gewohnt hat, sonst wäre Ilana nie dort hingelaufen. Vielleicht war sie ihm eine gute Möglichkeit, um sich vor Samuel zu schützen, der nach wie vor seinen Plan durchziehen wollte. Deshalb wohl auch die Asche um die Hütte, da sie irgendwie Samuel abhält. Als zusätzlichen Schutz konnte er sie noch beliebig auf der Insel verschieben lassen. Wie gesagt da nehme ich die Theorie an, dass beim sowieso ständigen Bewegen der Insel die Hütte eine Art Fixpunkt darstellt und sich nicht mit allem bewegt, sondern an den eigentlichen Koordinaten bleibt. Somit entsteht für uns der Eindruck, dass die Hütte sich bewegt. Nun Samuel durchdringt aber irgendwann diese Schutzbarriere und nutzt sie für sich selber. Sie ist ganz wichtig, da alle glauben in der Hütte würde Jacob residieren, in Wirklichkeit ist es aber nur er. Dadurch kann er all die Leutchen zu sich locken, ihnen glauben machen er wäre Jacob und ganz entscheidende Aufträge geben, die seinem Plan dienlich sind. Dies macht er auch in Lockes Traum.
Er bedient sich dem Toten, der diese Hütte gebaut hat, gibt ihm den entscheidenden Hinweis, dass dieser bei dem Purge gestorben ist und dort die Karte zu finden ist, die Locke geradewegs zu ihm führen wird.
Wir sehen den Traum quasi als Endlos-loop, offenbar schon der erste Hint auf dieses loophole und den Zeitreisen, die bald ausgelöst werden.
Wieder mal wird Locke ordentlich reingelegt: "He's been waiting for you a real long time, man." Der einzige, der auf ihn wartet ist Samuel. Jacob hat wohl niemals auf ihn gewartet.
DIE KARTE
Die Wanderung geht weiter. Locke weiß jetzt wieder wo es langgeht und weckt Hurley. Ben blickt ihn ganz nachdenklich an, denn er weiß, dass Locke erst durch einen Traum gesagt worden ist, wo er hinsoll. "I used to have dreams." Hier wird deutlich, dass auch Ben durch Samuels Träume erst dahin gelangt ist, wo er jetzt ist. Ich denke er ist völlig ahnungslos, was nun als Nächstes passiert, doch er tüftelt bestimmt schon einen Plan aus, wie er wieder einen Schritt vor Locke sein kann.
Hurley fragt sich mittlerweile, warum er überhaupt dabei ist. Locke begründet das lapidar mit: "You're here because you can see the cabin, and that makes you special." Hurley meint aber: "I think we can see it 'cause we're the craziest." Ich denke nicht, dass man special ist, wenn man die Hütte sieht. Locke denkt es lediglich, da er glaubt auserwählt zu sein. Hurley hat gar nicht mal so Unrecht, also wenn Ben nicht verrückt ist, dann weiß ich nicht, Hurley landet schließlich nach der Insel in der Irrenanstalt und Locke merkt einfach nicht, dass er nur permanent ausgenutzt wird.
Jedenfalls sind sie nun an dem Massengrab angelangt, genau an dem Ort an dem Ben Locke angeschossen hat. Es ist schön zu sehen, dass er seine Waffe sofort ablegt, damit sie Ben sich nicht schon wieder schnappen kann. Ich fand es zu genial, als Ben zu Hurley sagt, nachdem er fragt, ob er Locke hier angeschossen hat: "Yes, Hugo, I was standing right where you are now when I pulled the trigger." Hurley rückt da tatsächlich etwas nach hinten. Dann erklärt er warum er es getan hat, dass es sinnlos war und er nicht klar denken konnte. In Wirklichkeit aber sucht er wieder nach einer Möglichkeit Locke zu töten und bekommt sie dann auch. Ben spielt hier den Unterlegenen ganz gut, obwohl er immer noch volle Kontrolle über alles hat, wie wir im Staffelfinale sehen werden. Schließlich reden sie darüber, wer nun den Purge in Auftrag gegeben hat und ich denke Ben lügt diesmal nicht, als er sagt, dass er es nicht war. Denn um 1987 rum war immer noch Widmore der Anführer der Others. Ich denke aber, dass Ben mit Sicherheit auf ihn eingeflüstert und ihn letztendlich dazu gebracht hat. Der Purge erst war nämlich der Beginn von Ben als Anführer der Others, denn er konnte dies nur durch die Ermordung seines Vaters werden.
Locke hat schließlich die Karte und sie können weiterziehen. Dann überredet er Hurley, dass er wieder zurück zum Strand gehen soll, da er nun mit der Karte weiß, wo es hingeht. Hurley entscheidet aber zu Bleiben und Ben lobt Locke dafür, dass er ihn scheinbar manipuliert hat. Er hat das aber gar nicht, denn Hurley hat für Locke keinen weiteren Nutzen mehr. Somit ist die Aussage von Ben, dass Locke nicht er ist mehrfach zu deuten: "You're certainly not." Er ist weder ein so genialer Manipulator, noch kann er Schritte im voraus planen oder kann ein Anführer sein. Immer wieder muss ihm gesagt werden, was er als Nächstes machen soll, er fällt immer wieder auf die gleichen Personen herein und geht letztendlich daran zugrunde. Ein Ben dagegen schafft es geschickt so, dass die Menschen, dass machen was er will. Er braucht niemanden, der ihm sagt, wie es weitergeht, da er immer einen Plan hat. Genau wie jetzt im Moment wartet er nur darauf, was Locke gesagt wird, sodass er mit dem neuen Wissen wieder die Führung an sich reißen kann. Ich bin ehrlich gesagt gespannt in Staffel 6, ob Ben wirklich nur eine Marionette von Samuel war oder auch da sich wieder geschickt herauswindet. Schafft er das, wäre ich wiedermal hochzufrieden.
Es wird mittlerweile Nacht und Ben fängt an an Locke zu zweifeln und fragt ihn was passiert, wenn sich die Hütte wieder verschiebt. Locke glaubt nicht daran und ist felsenfest überzeugt: "It hasn't moved because I was told that this is where it would be." Darauf fängt Ben an sich etwas Frust von der Seele zu reden, dass er auch auserwählt war, besonders und es damit endetete, dass er einen Tumor bekam und seine Tochter tot ist. Dafür bekommt er mal wieder Mitleid von Locke, woraufhin Ben seinen besten Spruch überhaupt bringt: "Destiny, John, is a fickle bitch."
Was Ben noch nicht wissen kann, er ist weiterhin auserwählt und das Schicksal von Locke wird sogar noch härter und grausamer sein, als Ben es ihm beschreibt.
Dann haben sie endlich die Hütte gefunden.
SAMUELS PLAN
Wenn Ben ein was weiß, dann ist es die Tatsache, dass er lieber nicht in die Hütte geht, sondern nur Locke. Hier trifft er nun endlich das erste Mal auf Samuel, der die Form von Christian hat. Es ist natürlich eine glatte Lüge, dass er im Namen von Jacob spricht. Er möchte nur sein eigenes Anliegen an Locke weitergeben, wodurch dieser wieder einen Teil seines Planes erfüllt.
"I'm here... because I was chosen to be." Daraufhin strahlt Christian über das ganze Gesicht, weil Locke voll in die Falle getreten ist, die er ihm gestellt hat. Locke ist so sehr davon überzeugt, dass er special und auserwählt ist, sodass er gar nicht merkt, dass er wieder etwas gesagt kriegt, dass ihm nur seinem Tod näherbringt.
Dann sehen wir Claire in der Ecke sitzen, die völlig verändert ist und einem wie auf einem Drogentrip vorkommt. Sie sagt ganz cool: "Hi, John." und das er sich keine Sorgen machen brauche, da sie mit Christian hier ist. Naja wenn ich mit einer Gestalt unterwegs wäre, die mal schwarzer Rauch ist und die Gestalt von Toten annehmen kann wäre ich schon besorgt, aber das kann Locke nicht wissen. Wir erfahren dann auch, dass Aaron laut Samuel nicht dazu bestimmt ist hier in der Hütte zu sein. Wieder ein deutliches Zeichen, dass Samuel ihn von sich fernhalten will.
Christian bittet Locke noch darum, niemanden zu sagen wo Claire ist, ehe dieser genauer nachfragen kann, unterbricht er ihn, um auf sein wahres Anliegen zu kommen. Dies war notwendig, denn wenn Locke tatsächlich den anderen gesagt hätte, wo Claire ist, so hätten sie diese wohl gesucht und Kate keinen Grund gehabt zur Insel zurückzukehren. Somit bringt er Locke dazu die alles entscheidende Frage zu stellen, um die Insel scheinbar vor den Söldnern und Widmore zu retten: "How do I save the island?" Bravo, Locke, du bist deinem Tod wieder einem weiteren Schritt entgegengegangen.
Außerhalb der Hütte kommt es wohl zu einer der lustigsten Szene von Lost überhaupt. Hurley holt sich einen Schokoriegel heraus, bricht die Hälfte ab und gibt ihm Ben.
Danach aber kommt Locke heraus und Ben stellt genau die Frage, mit der er nun die Kontrolle wieder an sich reißt: "Did he tell you what we're supposed to do?" Ganz wichtig und psychologisch wichtig ist das "we", denn Locke sagt darauf nichts anderes: "He wants us to move the island." Na dann mal frisch ans Werk und das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinanderbringen.
AUF DEM FRACHTER
Was da abgeht, war einer der besten Entwicklungen dieser 4. Staffel. Keamy reißt nun endgültig die Kontrolle an sich, ist wütend, weil Ben alles über ihn wusste. Zunächst bedroht er Sayid und möchte wissen, wo seine Leute auf der Insel sind, dieser fragt nur warum, doch ehe es zu einem Konflikt kommen kann, schreitet der Kapitän ein. Nun sehen wir, dass es Keamy mächtig aufgeregt hat, dass Ben alles über ihn wusste und er gibt Gault die Schuld, der aber führt in direkt zu Michael. An Sayids Reaktion können wir nun so einiges ablesen. Er merkt, dass es falsch war, Michael einfach zu verraten und das Ben Recht hatte mit den Absichten der Söldner. Nun Keamy bedroht Michael intensiv, erfährt, dass was er will und kann ihn dann doch nicht töten. Noch braucht die Insel Michael, ehe er sterben kann. Toll finde ich es, wie Keamy, als er erfährt dass Michael die Schiffsinstrumente manipuliert hat, zuerst fies fragend zu ihm herabsieht und dann K.o. schlägt.
Keamy zögert gar nicht erst lange, denn er will wieder zurück und seinen Auftrag mit aller Macht zu Ende bringen. Er hört gar nicht auf Gault, der ihm von dem Lagerkoller berichtet und Reginas Selbstmord, sondern schnappt sich nur seinen Schlüssel, um den Safe mit dem Secondary Protocol zu öffnen. Dies war wohl deswegen so gut weggeschlossen, da die Orchid ein gefährlicher Ort ist und besonders wenn jemand wie Keamy von ihr weiß, absolut Unberechenbares geschehen kann. Doch auch diese Barriere ist gebrochen, Gault hat endgültig an Macht verloren und muss nun auch noch Keamys Waffe richten.
So aber schlagen sich nun endgültig die restlichen Frachter-Leute auf die Seite der Losties. Gault gibt Sayid und Desmond den Rat sich zu verstecken, bevor Keamy zurückkommt. Sayid aber will stattdessen, dass sie mit dem zodiac raft anfangen die Leute von der Insel zu holen, damit sie sicher sind vor Keamy. Gut gedacht von Sayid, hat bloß den Haken, dass Keamy sie alle auf einmal hat, wenn er wieder zurückkehrt. Dennoch fährt er los, Desmond aber nicht, denn der wartet auf Penny und möchte um keinen Preis mehr zurück zur Insel. Fand ich gut gemacht von ihm.
Michael wird derweil von Frank wieder aufgerichtet, der fragt warum er ihm nicht schon eher erzählt hat, dass er einer der Überlebenden von 815 ist. Michael begründet das sehr logisch. Genial aber wie Frank sagt: "Man, I thought I was Mr. Conspiracy, but you got me beat there."
Dann bittet Michael Frank darum Keamy nicht zurückzufliegen und führt an, dass er alle auf der Insel töten wird und Frank das nicht verantworten will. Mit dem gleichen Druckmittel haben die Others Michael erst zum Frachterspion gemacht. Dieser wird nun in den Maschinenraum gebracht, um die Technik zu reparieren. Dabei sehen wir nun, wie bei Keamy das Pulsmessgerät angebracht wird. Ein Gerät, dass Ben davon abhalten soll ihn zu töten, da er sonst viele Unschuldige ermorden würde. Da hat er aber Ben falsch eingeschätzt.
Einer der spannungsgeladensten Szenen ist wohl, wie die Söldner alle mögliche Waffen einpacken und sich bereitmachen. Dann erzählt Omar Ray noch von der Morsenachricht und das er tot ist. Dies wird schon bald wahr, als Frank sich weigert sie zurück zur Insel zu fliegen. So bringt Keamy zuerst Ray um und dann Gault, als dieser versucht ihn aufzuhalten. Warum ist der aber auch so dumm und schaut kurz in eine andere Richtung. Schon krass, wie eiskalt Keamy sich seine Waffe von ihm holt und sagt: "Thanks, Captain."
Dann fliegen sie los, Frank aber hat einen letzten Plan, wie er den Leuten helfen kann und versteckt sein Telefon in seinem Rucksack, dass er dann über den Strand abwirft. Auf diese Weise aber dient er auch Samuels Plan, denn so erst findet die Aufteilung der Oceanic 6 statt. Was ich genial fand ist, dass dieser Rucksack genau Claires Zelt trifft. Im übrigen gehöre ich zu einen von denjenigen, die sich gewünscht hätten, wenn das eine Granate gewesen wäre.
LOCKES VERGANGENHEIT
Die ganze Tragik der Figur wie hier erst richtig deutlich. Er ist das Produkt einer Scheinliebe zwischen Emily Locke und Anthony Cooper. Schon seine Geburt scheint willkürlich eingeleitet worden zu sein, als Emily von dem Auto erfasst wird. Wer hat das geleitet? Richard, Samuel. Beide wären möglich, wobei ich Samuel vorziehe, aber Richard wäre auch nicht schlecht. Denn Locke sagt ihm noch zwei Jahre zuvor das genaue Geburtsdatum. Schon ein krasser Twist, wenn man bedenkt, dass Locke verfrüht geboren worden ist, seine Geburt aber schon selbst festgelegt hat. Die einzige Rolle die Emily zunächst in seinem Leben spielt, sie gibt ihm den Namen John. Anthony Cooper ist gar nicht zugegen, denn der betritt erst die Bildfläche, als er seinen Sohn braucht.
Lockes Geburt scheint ein Wunder zu sein, das früheste das Baby je kam und das alles überlebt hat. "He is a fighter, your little John." ironischerweise ist er als Baby stärker, als sein ganzes späteres Leben, was wir noch deutlich sehen werden. Nun Emily ist einfach nicht bereit dafür seine Mutter zu sein und so wird er zur Adoption freigegeben. Das weitere Schicksal ist vorprogrammiert bzw. schaut durch das Fenster. Richard Alpert ist natürlich Lockes Rat gefolgt, um ihn bei seiner Geburt zu sehen. Da er richtiggehend strahlt dürfte wohl daran liegen, dass Locke unter wundersamen Dingen geboren worden ist. Schon bald aber wird seine Geduld auf einer harte Probe gestellt.
Locke wächst bei Pflegeeltern auf, die ihm allen Anschein nach nicht richtig leiden können und von einer Schwester, die ihn ständig ärgert. Dieser spielt natürlich Backgammon, als Richard ihn zum zweiten Mal besucht. Er testet ihn erneut, indem er Dinge zeigen soll, die ihm gehören. Es ist ein Baseballhandschuh, Sand von der Insel, ein Messer, das Buch der Gesetze, der Kompass und ein Comic. Nun er soll entscheiden, welche Dinge schon immer ihm gehört haben, offenbar bezieht das Richard auf den zeitreisenden Locke, der schon immer in das Jahr 1954 gekommen ist und ihm gesagt hat er wäre ihr Anführer und Richard solle sich selbst davon überzeugen. Nun der erste Test scheitert. Locke entscheidet sich zweimal richtig, den Sand von der Insel, und den Kompass. Ich denke Baseballhandschuh und Comic waren nur alltägliche Gegenstände, die einem Kind gefallen und er wollte sie dabeihaben, um Locke zu testen. Er entscheidet sich für das Messer, welches aber falsch ist, denn Richard verschwindet gleich darauf. Ich wette das "Book of Laws" wäre die richtige Entscheidung gewesen. Warum aber war auch das Messer falsch? Offenbar war es ein zu aggressiver Gegenstand, dass kein Anführer erwählen soll oder aber weil Locke mit diesem Messer einen der Others umgebracht hat.
Woher wusste Locke überhaupt welche Gegenstände er nehmen sollte? Nun die Antwort ist einfach wie immer, durch Träume. Wegen den Träumen hat er wohl auch das Bild von Smokey gemalt, wegen denen wusste er auch welche Gegenstände er bei Richards Befragung nehmen sollte. Doch er entscheidet falsch und der Typ von der Begabtenschule verschwindet wieder und sagt Locke wäre noch nicht soweit.
Locke locked in a locker (was für eine Namensironie), vom Schularzt gerettet und von den Mädchen augelacht. Das soll der große Anführer sein? Jedenfalls ist Richard wieder auf ihn aufmerksam geworden, und möchte ihn zumindest nach Portland holen. Locke lehnt dieses Mal ab, weil er kein Wissenschaftler sein will. Wir sehen das ja oft genug, wenn sich alles in Man of science und Man of faith teilt. Locke ist fast immer der Man of faith. Der Schularzt sagt ihm nun auf geniale Weise die Wahrheit, die er aber nicht kapiert: "I'm gonna tell you something--something I wish someone had told me at your age. You might not want to be that guy in the labs surrounded by test tubes and beakers, but that's who you are, John. You can't be the prom king. You can't be the quarterback. You can't be a superhero." Ganz genau so ist es nämlich.
Locke kontert das nur mit seinem berühmten: "Don't tell me what I can't do."
Die nächste Manipulation geschieht durch Abbadon, der sich als Pfleger ausgibt. Ich schätze hier sollte gezeigt werden, wie sich Locke trotz Lähmung fit hält und nach seiner Wunderheilung trotz eigentlich völlig erschlaffter Muskeln wieder laufen konnte. Naja. Abbadon hält ihn jedenfalls einen Vortrag darüber, dass er die Hoffnung nicht aufgeben soll und ihm ein Wunder wiederfahren ist. Er ist es, der Locke einen Glauben wiedergibt, der eigentlich völlig illusorisch ist und ihm letztendlich zum Walkabout überredet, der ihn auf die Insel bringt. Er manipuliert ihn geschickt, als Locke abblockt und meint, dass er nur ein Krüppel wäre. Locke ist so überzeugt davon, dass er tatsächlich einen machen wird, der ihn dann genau dorthin bringt, wo Samuel ihn haben will auf die Insel. "Oh, I'm a lot more than just an orderly, John." Natürlich ein Fahrer.
Desweiteren schuldet ihm Locke einen Gefallen, sollte er je geheilt werden und sie sich wieder sehen. Der Gefallen ist es wohl die Oceanic 6 zur Rückkehr zu überreden, um dabei völlig zu scheitern. Ich denke nämlich entweder Widmore oder Abbadon hatten einen Traum von Samuel, in denen ihn gesagt wurde was sie genau mit Locke machen sollten, damit er zur Insel kommt.
Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass Lockes Existenz von Anfang an nur dazu diente Samuels loophole zu sein, unter dem Vorwand er wäre auserwählt und besonders wurde er immer wieder Schritt für Schritt in diese Richtung gebracht. Er musste der auserwählte Anführer der Others werden, damit Samuel überhaupt eine Chance hatte an Jacob heranzutreten und Ben zum Töten zu überreden. In fast allen Stationen seines Lebens selbst vor seiner Geburt wurde dies geschickt gelenkt, es wurde ihm solange eingeredet, dass er selbst daran glaubte, ohne zu wissen, dass er nur eine Marionette war, die keinen Schritt alleine gehen konnte und immer wieder von Ben und Samuel manipuliert wurde. In dieser Folge wird noch einmal die ganze Tragik der Figur Locke deutlich.
BODYCOUNT
Ganz schön was los, Mayhew stirbt an den Folgen seiner schweren Verletzungen durch das Monster, Gault wird erschossen und wir sehen Rays Tod wirklich. Letzterer ist aber schon gezählt.
Summe: ca. 437 (448)
FAZIT:
Wieder einmal ein gigantisches Meisterwerk. Mit Locke, Ben und Hurley bekommen wir wohl das beste Trio überhaupt geliefert und sehen eine spannende Entwicklung auf dem Frachter, deren Bedrohung sich zu einem Höhepunkt für das Finale entwickelt. Noch dazu sehen wir Lockes tragisches Leben. Alles in allem eine großartige Folge, die man besonders nach The Incident plötzlich mit völlig anderen Augen sieht.
DAS BESTE TRIO
Ich lege mich fest, das beste Trio, dass es wohl je bei Lost gegeben hat besteht aus Locke, Ben und Hurley. Schon die erste Szene mit denen ist so herrlich. Hurley fragt gleich als Erstes, wer wohl eine Hütte mitten im Dschungel bauen würde, Locke weiß es natürlich nicht. Genausowenig weiß er wo es hingeht und fragt natürlich wieder Ben, der ist aber nur Hurley gefolgt. Wir sehen wieder einmal das ganze Dilemma von Locke. Er hat null Ahnung, wo es hingeht, wendet sich an Ben, der es selber nicht weiß und auf Hurley verweist. Der sagt nur:
"I'm not even in front."
Stimmt denn das ist immer noch Ben, der alles leitet und regelt. Mit seiner nächsten Frage drückt er Locke mal wieder in die Ecke:
"What do you think we should do, John?"
Die einzige Idee die der hat, ist es Rast zu machen und so geschieht es auch. Nun kann Samuel wieder per Traum eingreifen und Locke wieder einen Teil seines Planes ausführen lassen, ohne das er es merkt.
Dabei hat Hugo mal wieder einen weiteren genialen Satz parat: "What? Here in the dark with the monster and... him?"
LOCKES TRAUM
Eines vornweg, dieser Traum findet definitiv NICHT 2004 statt, sondern in einer anderen Zeitebene. Wir sehen Horace, wie er Bäume fällt und auf Locke aufmerksam wird. Dabei erfahren wir, dass er es war der die Hütte für sich und Amy gebaut hat. Er fällt deswegen wohl die Bäume, weil wir ihn gerade beim Bau sehen. Nun ist die Frage wieso sich Jacob und dann Samuel dort eingenistet haben?
Nun vielleicht hat Horace die Hütte gar nicht für sich und Amy gebaut, sondern gleich für Jacob, wobei mir allerdings der Grund fehlt, warum er neben seinem Fuß noch eine Hütte mitten im Dschungel braucht. Es besteht aber kein Zweifel, dass Jacob zumindest kurz in der Hütte gewohnt hat, sonst wäre Ilana nie dort hingelaufen. Vielleicht war sie ihm eine gute Möglichkeit, um sich vor Samuel zu schützen, der nach wie vor seinen Plan durchziehen wollte. Deshalb wohl auch die Asche um die Hütte, da sie irgendwie Samuel abhält. Als zusätzlichen Schutz konnte er sie noch beliebig auf der Insel verschieben lassen. Wie gesagt da nehme ich die Theorie an, dass beim sowieso ständigen Bewegen der Insel die Hütte eine Art Fixpunkt darstellt und sich nicht mit allem bewegt, sondern an den eigentlichen Koordinaten bleibt. Somit entsteht für uns der Eindruck, dass die Hütte sich bewegt. Nun Samuel durchdringt aber irgendwann diese Schutzbarriere und nutzt sie für sich selber. Sie ist ganz wichtig, da alle glauben in der Hütte würde Jacob residieren, in Wirklichkeit ist es aber nur er. Dadurch kann er all die Leutchen zu sich locken, ihnen glauben machen er wäre Jacob und ganz entscheidende Aufträge geben, die seinem Plan dienlich sind. Dies macht er auch in Lockes Traum.
Er bedient sich dem Toten, der diese Hütte gebaut hat, gibt ihm den entscheidenden Hinweis, dass dieser bei dem Purge gestorben ist und dort die Karte zu finden ist, die Locke geradewegs zu ihm führen wird.
Wir sehen den Traum quasi als Endlos-loop, offenbar schon der erste Hint auf dieses loophole und den Zeitreisen, die bald ausgelöst werden.
Wieder mal wird Locke ordentlich reingelegt: "He's been waiting for you a real long time, man." Der einzige, der auf ihn wartet ist Samuel. Jacob hat wohl niemals auf ihn gewartet.
DIE KARTE
Die Wanderung geht weiter. Locke weiß jetzt wieder wo es langgeht und weckt Hurley. Ben blickt ihn ganz nachdenklich an, denn er weiß, dass Locke erst durch einen Traum gesagt worden ist, wo er hinsoll. "I used to have dreams." Hier wird deutlich, dass auch Ben durch Samuels Träume erst dahin gelangt ist, wo er jetzt ist. Ich denke er ist völlig ahnungslos, was nun als Nächstes passiert, doch er tüftelt bestimmt schon einen Plan aus, wie er wieder einen Schritt vor Locke sein kann.
Hurley fragt sich mittlerweile, warum er überhaupt dabei ist. Locke begründet das lapidar mit: "You're here because you can see the cabin, and that makes you special." Hurley meint aber: "I think we can see it 'cause we're the craziest." Ich denke nicht, dass man special ist, wenn man die Hütte sieht. Locke denkt es lediglich, da er glaubt auserwählt zu sein. Hurley hat gar nicht mal so Unrecht, also wenn Ben nicht verrückt ist, dann weiß ich nicht, Hurley landet schließlich nach der Insel in der Irrenanstalt und Locke merkt einfach nicht, dass er nur permanent ausgenutzt wird.
Jedenfalls sind sie nun an dem Massengrab angelangt, genau an dem Ort an dem Ben Locke angeschossen hat. Es ist schön zu sehen, dass er seine Waffe sofort ablegt, damit sie Ben sich nicht schon wieder schnappen kann. Ich fand es zu genial, als Ben zu Hurley sagt, nachdem er fragt, ob er Locke hier angeschossen hat: "Yes, Hugo, I was standing right where you are now when I pulled the trigger." Hurley rückt da tatsächlich etwas nach hinten. Dann erklärt er warum er es getan hat, dass es sinnlos war und er nicht klar denken konnte. In Wirklichkeit aber sucht er wieder nach einer Möglichkeit Locke zu töten und bekommt sie dann auch. Ben spielt hier den Unterlegenen ganz gut, obwohl er immer noch volle Kontrolle über alles hat, wie wir im Staffelfinale sehen werden. Schließlich reden sie darüber, wer nun den Purge in Auftrag gegeben hat und ich denke Ben lügt diesmal nicht, als er sagt, dass er es nicht war. Denn um 1987 rum war immer noch Widmore der Anführer der Others. Ich denke aber, dass Ben mit Sicherheit auf ihn eingeflüstert und ihn letztendlich dazu gebracht hat. Der Purge erst war nämlich der Beginn von Ben als Anführer der Others, denn er konnte dies nur durch die Ermordung seines Vaters werden.
Locke hat schließlich die Karte und sie können weiterziehen. Dann überredet er Hurley, dass er wieder zurück zum Strand gehen soll, da er nun mit der Karte weiß, wo es hingeht. Hurley entscheidet aber zu Bleiben und Ben lobt Locke dafür, dass er ihn scheinbar manipuliert hat. Er hat das aber gar nicht, denn Hurley hat für Locke keinen weiteren Nutzen mehr. Somit ist die Aussage von Ben, dass Locke nicht er ist mehrfach zu deuten: "You're certainly not." Er ist weder ein so genialer Manipulator, noch kann er Schritte im voraus planen oder kann ein Anführer sein. Immer wieder muss ihm gesagt werden, was er als Nächstes machen soll, er fällt immer wieder auf die gleichen Personen herein und geht letztendlich daran zugrunde. Ein Ben dagegen schafft es geschickt so, dass die Menschen, dass machen was er will. Er braucht niemanden, der ihm sagt, wie es weitergeht, da er immer einen Plan hat. Genau wie jetzt im Moment wartet er nur darauf, was Locke gesagt wird, sodass er mit dem neuen Wissen wieder die Führung an sich reißen kann. Ich bin ehrlich gesagt gespannt in Staffel 6, ob Ben wirklich nur eine Marionette von Samuel war oder auch da sich wieder geschickt herauswindet. Schafft er das, wäre ich wiedermal hochzufrieden.
Es wird mittlerweile Nacht und Ben fängt an an Locke zu zweifeln und fragt ihn was passiert, wenn sich die Hütte wieder verschiebt. Locke glaubt nicht daran und ist felsenfest überzeugt: "It hasn't moved because I was told that this is where it would be." Darauf fängt Ben an sich etwas Frust von der Seele zu reden, dass er auch auserwählt war, besonders und es damit endetete, dass er einen Tumor bekam und seine Tochter tot ist. Dafür bekommt er mal wieder Mitleid von Locke, woraufhin Ben seinen besten Spruch überhaupt bringt: "Destiny, John, is a fickle bitch."
Was Ben noch nicht wissen kann, er ist weiterhin auserwählt und das Schicksal von Locke wird sogar noch härter und grausamer sein, als Ben es ihm beschreibt.
Dann haben sie endlich die Hütte gefunden.
SAMUELS PLAN
Wenn Ben ein was weiß, dann ist es die Tatsache, dass er lieber nicht in die Hütte geht, sondern nur Locke. Hier trifft er nun endlich das erste Mal auf Samuel, der die Form von Christian hat. Es ist natürlich eine glatte Lüge, dass er im Namen von Jacob spricht. Er möchte nur sein eigenes Anliegen an Locke weitergeben, wodurch dieser wieder einen Teil seines Planes erfüllt.
"I'm here... because I was chosen to be." Daraufhin strahlt Christian über das ganze Gesicht, weil Locke voll in die Falle getreten ist, die er ihm gestellt hat. Locke ist so sehr davon überzeugt, dass er special und auserwählt ist, sodass er gar nicht merkt, dass er wieder etwas gesagt kriegt, dass ihm nur seinem Tod näherbringt.
Dann sehen wir Claire in der Ecke sitzen, die völlig verändert ist und einem wie auf einem Drogentrip vorkommt. Sie sagt ganz cool: "Hi, John." und das er sich keine Sorgen machen brauche, da sie mit Christian hier ist. Naja wenn ich mit einer Gestalt unterwegs wäre, die mal schwarzer Rauch ist und die Gestalt von Toten annehmen kann wäre ich schon besorgt, aber das kann Locke nicht wissen. Wir erfahren dann auch, dass Aaron laut Samuel nicht dazu bestimmt ist hier in der Hütte zu sein. Wieder ein deutliches Zeichen, dass Samuel ihn von sich fernhalten will.
Christian bittet Locke noch darum, niemanden zu sagen wo Claire ist, ehe dieser genauer nachfragen kann, unterbricht er ihn, um auf sein wahres Anliegen zu kommen. Dies war notwendig, denn wenn Locke tatsächlich den anderen gesagt hätte, wo Claire ist, so hätten sie diese wohl gesucht und Kate keinen Grund gehabt zur Insel zurückzukehren. Somit bringt er Locke dazu die alles entscheidende Frage zu stellen, um die Insel scheinbar vor den Söldnern und Widmore zu retten: "How do I save the island?" Bravo, Locke, du bist deinem Tod wieder einem weiteren Schritt entgegengegangen.
Außerhalb der Hütte kommt es wohl zu einer der lustigsten Szene von Lost überhaupt. Hurley holt sich einen Schokoriegel heraus, bricht die Hälfte ab und gibt ihm Ben.
Danach aber kommt Locke heraus und Ben stellt genau die Frage, mit der er nun die Kontrolle wieder an sich reißt: "Did he tell you what we're supposed to do?" Ganz wichtig und psychologisch wichtig ist das "we", denn Locke sagt darauf nichts anderes: "He wants us to move the island." Na dann mal frisch ans Werk und das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinanderbringen.
AUF DEM FRACHTER
Was da abgeht, war einer der besten Entwicklungen dieser 4. Staffel. Keamy reißt nun endgültig die Kontrolle an sich, ist wütend, weil Ben alles über ihn wusste. Zunächst bedroht er Sayid und möchte wissen, wo seine Leute auf der Insel sind, dieser fragt nur warum, doch ehe es zu einem Konflikt kommen kann, schreitet der Kapitän ein. Nun sehen wir, dass es Keamy mächtig aufgeregt hat, dass Ben alles über ihn wusste und er gibt Gault die Schuld, der aber führt in direkt zu Michael. An Sayids Reaktion können wir nun so einiges ablesen. Er merkt, dass es falsch war, Michael einfach zu verraten und das Ben Recht hatte mit den Absichten der Söldner. Nun Keamy bedroht Michael intensiv, erfährt, dass was er will und kann ihn dann doch nicht töten. Noch braucht die Insel Michael, ehe er sterben kann. Toll finde ich es, wie Keamy, als er erfährt dass Michael die Schiffsinstrumente manipuliert hat, zuerst fies fragend zu ihm herabsieht und dann K.o. schlägt.
Keamy zögert gar nicht erst lange, denn er will wieder zurück und seinen Auftrag mit aller Macht zu Ende bringen. Er hört gar nicht auf Gault, der ihm von dem Lagerkoller berichtet und Reginas Selbstmord, sondern schnappt sich nur seinen Schlüssel, um den Safe mit dem Secondary Protocol zu öffnen. Dies war wohl deswegen so gut weggeschlossen, da die Orchid ein gefährlicher Ort ist und besonders wenn jemand wie Keamy von ihr weiß, absolut Unberechenbares geschehen kann. Doch auch diese Barriere ist gebrochen, Gault hat endgültig an Macht verloren und muss nun auch noch Keamys Waffe richten.
So aber schlagen sich nun endgültig die restlichen Frachter-Leute auf die Seite der Losties. Gault gibt Sayid und Desmond den Rat sich zu verstecken, bevor Keamy zurückkommt. Sayid aber will stattdessen, dass sie mit dem zodiac raft anfangen die Leute von der Insel zu holen, damit sie sicher sind vor Keamy. Gut gedacht von Sayid, hat bloß den Haken, dass Keamy sie alle auf einmal hat, wenn er wieder zurückkehrt. Dennoch fährt er los, Desmond aber nicht, denn der wartet auf Penny und möchte um keinen Preis mehr zurück zur Insel. Fand ich gut gemacht von ihm.
Michael wird derweil von Frank wieder aufgerichtet, der fragt warum er ihm nicht schon eher erzählt hat, dass er einer der Überlebenden von 815 ist. Michael begründet das sehr logisch. Genial aber wie Frank sagt: "Man, I thought I was Mr. Conspiracy, but you got me beat there."
Dann bittet Michael Frank darum Keamy nicht zurückzufliegen und führt an, dass er alle auf der Insel töten wird und Frank das nicht verantworten will. Mit dem gleichen Druckmittel haben die Others Michael erst zum Frachterspion gemacht. Dieser wird nun in den Maschinenraum gebracht, um die Technik zu reparieren. Dabei sehen wir nun, wie bei Keamy das Pulsmessgerät angebracht wird. Ein Gerät, dass Ben davon abhalten soll ihn zu töten, da er sonst viele Unschuldige ermorden würde. Da hat er aber Ben falsch eingeschätzt.
Einer der spannungsgeladensten Szenen ist wohl, wie die Söldner alle mögliche Waffen einpacken und sich bereitmachen. Dann erzählt Omar Ray noch von der Morsenachricht und das er tot ist. Dies wird schon bald wahr, als Frank sich weigert sie zurück zur Insel zu fliegen. So bringt Keamy zuerst Ray um und dann Gault, als dieser versucht ihn aufzuhalten. Warum ist der aber auch so dumm und schaut kurz in eine andere Richtung. Schon krass, wie eiskalt Keamy sich seine Waffe von ihm holt und sagt: "Thanks, Captain."
Dann fliegen sie los, Frank aber hat einen letzten Plan, wie er den Leuten helfen kann und versteckt sein Telefon in seinem Rucksack, dass er dann über den Strand abwirft. Auf diese Weise aber dient er auch Samuels Plan, denn so erst findet die Aufteilung der Oceanic 6 statt. Was ich genial fand ist, dass dieser Rucksack genau Claires Zelt trifft. Im übrigen gehöre ich zu einen von denjenigen, die sich gewünscht hätten, wenn das eine Granate gewesen wäre.
LOCKES VERGANGENHEIT
Die ganze Tragik der Figur wie hier erst richtig deutlich. Er ist das Produkt einer Scheinliebe zwischen Emily Locke und Anthony Cooper. Schon seine Geburt scheint willkürlich eingeleitet worden zu sein, als Emily von dem Auto erfasst wird. Wer hat das geleitet? Richard, Samuel. Beide wären möglich, wobei ich Samuel vorziehe, aber Richard wäre auch nicht schlecht. Denn Locke sagt ihm noch zwei Jahre zuvor das genaue Geburtsdatum. Schon ein krasser Twist, wenn man bedenkt, dass Locke verfrüht geboren worden ist, seine Geburt aber schon selbst festgelegt hat. Die einzige Rolle die Emily zunächst in seinem Leben spielt, sie gibt ihm den Namen John. Anthony Cooper ist gar nicht zugegen, denn der betritt erst die Bildfläche, als er seinen Sohn braucht.
Lockes Geburt scheint ein Wunder zu sein, das früheste das Baby je kam und das alles überlebt hat. "He is a fighter, your little John." ironischerweise ist er als Baby stärker, als sein ganzes späteres Leben, was wir noch deutlich sehen werden. Nun Emily ist einfach nicht bereit dafür seine Mutter zu sein und so wird er zur Adoption freigegeben. Das weitere Schicksal ist vorprogrammiert bzw. schaut durch das Fenster. Richard Alpert ist natürlich Lockes Rat gefolgt, um ihn bei seiner Geburt zu sehen. Da er richtiggehend strahlt dürfte wohl daran liegen, dass Locke unter wundersamen Dingen geboren worden ist. Schon bald aber wird seine Geduld auf einer harte Probe gestellt.
Locke wächst bei Pflegeeltern auf, die ihm allen Anschein nach nicht richtig leiden können und von einer Schwester, die ihn ständig ärgert. Dieser spielt natürlich Backgammon, als Richard ihn zum zweiten Mal besucht. Er testet ihn erneut, indem er Dinge zeigen soll, die ihm gehören. Es ist ein Baseballhandschuh, Sand von der Insel, ein Messer, das Buch der Gesetze, der Kompass und ein Comic. Nun er soll entscheiden, welche Dinge schon immer ihm gehört haben, offenbar bezieht das Richard auf den zeitreisenden Locke, der schon immer in das Jahr 1954 gekommen ist und ihm gesagt hat er wäre ihr Anführer und Richard solle sich selbst davon überzeugen. Nun der erste Test scheitert. Locke entscheidet sich zweimal richtig, den Sand von der Insel, und den Kompass. Ich denke Baseballhandschuh und Comic waren nur alltägliche Gegenstände, die einem Kind gefallen und er wollte sie dabeihaben, um Locke zu testen. Er entscheidet sich für das Messer, welches aber falsch ist, denn Richard verschwindet gleich darauf. Ich wette das "Book of Laws" wäre die richtige Entscheidung gewesen. Warum aber war auch das Messer falsch? Offenbar war es ein zu aggressiver Gegenstand, dass kein Anführer erwählen soll oder aber weil Locke mit diesem Messer einen der Others umgebracht hat.
Woher wusste Locke überhaupt welche Gegenstände er nehmen sollte? Nun die Antwort ist einfach wie immer, durch Träume. Wegen den Träumen hat er wohl auch das Bild von Smokey gemalt, wegen denen wusste er auch welche Gegenstände er bei Richards Befragung nehmen sollte. Doch er entscheidet falsch und der Typ von der Begabtenschule verschwindet wieder und sagt Locke wäre noch nicht soweit.
Locke locked in a locker (was für eine Namensironie), vom Schularzt gerettet und von den Mädchen augelacht. Das soll der große Anführer sein? Jedenfalls ist Richard wieder auf ihn aufmerksam geworden, und möchte ihn zumindest nach Portland holen. Locke lehnt dieses Mal ab, weil er kein Wissenschaftler sein will. Wir sehen das ja oft genug, wenn sich alles in Man of science und Man of faith teilt. Locke ist fast immer der Man of faith. Der Schularzt sagt ihm nun auf geniale Weise die Wahrheit, die er aber nicht kapiert: "I'm gonna tell you something--something I wish someone had told me at your age. You might not want to be that guy in the labs surrounded by test tubes and beakers, but that's who you are, John. You can't be the prom king. You can't be the quarterback. You can't be a superhero." Ganz genau so ist es nämlich.
Locke kontert das nur mit seinem berühmten: "Don't tell me what I can't do."
Die nächste Manipulation geschieht durch Abbadon, der sich als Pfleger ausgibt. Ich schätze hier sollte gezeigt werden, wie sich Locke trotz Lähmung fit hält und nach seiner Wunderheilung trotz eigentlich völlig erschlaffter Muskeln wieder laufen konnte. Naja. Abbadon hält ihn jedenfalls einen Vortrag darüber, dass er die Hoffnung nicht aufgeben soll und ihm ein Wunder wiederfahren ist. Er ist es, der Locke einen Glauben wiedergibt, der eigentlich völlig illusorisch ist und ihm letztendlich zum Walkabout überredet, der ihn auf die Insel bringt. Er manipuliert ihn geschickt, als Locke abblockt und meint, dass er nur ein Krüppel wäre. Locke ist so überzeugt davon, dass er tatsächlich einen machen wird, der ihn dann genau dorthin bringt, wo Samuel ihn haben will auf die Insel. "Oh, I'm a lot more than just an orderly, John." Natürlich ein Fahrer.
Desweiteren schuldet ihm Locke einen Gefallen, sollte er je geheilt werden und sie sich wieder sehen. Der Gefallen ist es wohl die Oceanic 6 zur Rückkehr zu überreden, um dabei völlig zu scheitern. Ich denke nämlich entweder Widmore oder Abbadon hatten einen Traum von Samuel, in denen ihn gesagt wurde was sie genau mit Locke machen sollten, damit er zur Insel kommt.
Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass Lockes Existenz von Anfang an nur dazu diente Samuels loophole zu sein, unter dem Vorwand er wäre auserwählt und besonders wurde er immer wieder Schritt für Schritt in diese Richtung gebracht. Er musste der auserwählte Anführer der Others werden, damit Samuel überhaupt eine Chance hatte an Jacob heranzutreten und Ben zum Töten zu überreden. In fast allen Stationen seines Lebens selbst vor seiner Geburt wurde dies geschickt gelenkt, es wurde ihm solange eingeredet, dass er selbst daran glaubte, ohne zu wissen, dass er nur eine Marionette war, die keinen Schritt alleine gehen konnte und immer wieder von Ben und Samuel manipuliert wurde. In dieser Folge wird noch einmal die ganze Tragik der Figur Locke deutlich.
BODYCOUNT
Ganz schön was los, Mayhew stirbt an den Folgen seiner schweren Verletzungen durch das Monster, Gault wird erschossen und wir sehen Rays Tod wirklich. Letzterer ist aber schon gezählt.
Summe: ca. 437 (448)
FAZIT:
Wieder einmal ein gigantisches Meisterwerk. Mit Locke, Ben und Hurley bekommen wir wohl das beste Trio überhaupt geliefert und sehen eine spannende Entwicklung auf dem Frachter, deren Bedrohung sich zu einem Höhepunkt für das Finale entwickelt. Noch dazu sehen wir Lockes tragisches Leben. Alles in allem eine großartige Folge, die man besonders nach The Incident plötzlich mit völlig anderen Augen sieht.
Dienstag, 17. November 2009
4/10 Something nice back home (Erik)
Die Staffel wurde verkürzt wegen dem Autorenstreik und so musste man gewisse Folgen zusammenstauchen, konnte nicht alles erzählen, so wie man es geplant hatte. Trotz allem servieren sie uns einen langweiligen Lückenfüller. Unverständnis pur!
RÜCKKEHR ZUM STRAND
Der interessantere Handlungsstrang dieser Folge war eindeutig die Wanderung von Miles, Sawyer und Claire zurück zum Strand. Ein zugegeben sehr seltsames Trio, welches aber den Umständen entsprechend zusammenhalten muss. Das schöne war die Bedrohung die allgegenwärtig war, der Angriff der Söldner, Smokey und dann finden die gleich als Erstes das Grab von Rousseau und Karl. "Let's make some time." ist wieder eine schöne Anspielung auf die Zeitreisen, die schon bald auf beiden zukommen wird. Direkt danach wird Miles Gabe deutlich, als er noch einmal den Tod von Karl und Rousseau miterlebt. Seltsam nur, dass Miles auch Alex hört, deren Leiche schon einige Meilen entfernt liegt. Für mich mit eine der grausigsten Szenen war es dann, als er die beiden ausbuddelt und fragt ob sie das sind. Unheimlich auch, welch würdeloses, schnelles Begräbnis Keamy seine Männer für die beiden durchgeführt haben. Offenbar wollten sie damit nicht, dass jemand auf sie aufmerksam wird. Miles distanziert sich dabei deutlich von den Taten der Söldnern und wird in diesem Moment einer von den Losties.
Genial ist im weiteren Verlauf das Zusammenspiel zwischen den beiden Zynikern Miles und Sawyer. Schon allein die Unterhaltung, als Miles sich Claire genauer betrachtet und Sawyer ihm eine Abstandsorder auferlegt. Am besten dann:
Sawyer: "No. I'm the guy who's gonna put a boot in your face unless you say, "Yeah. I getcha."
Miles: "Yeah. I getcha."
Dann wird es aber sehr ernst, als sie unerwartet auf Lapidus treffen, der mit einer Arzneitasche auf Keamy wartet. Hier sehen wir, dass Smokeys Angriff die Söldner nicht getötet, sondern nur vertrieben hat und ich wette der einzige Verwundete war derjenige, der es wagte auf die Losties zuzurennen. Es kommt zu eine der spannendsten Szenen dieser langweiligen Folge, deren möglicher Ausgang auch noch danach interessant ist. Wenn Keamy die drei entdeckt hätte, hätte Sawyer ihn locker erschießen können. Womöglich hätten die anderen Söldner ihn dann auch getötet, aber Samuels Plan wäre hinüber gewesen. Ausgelöst alles durch ein kurzes Glucksen von Aaron. Vielleicht ein Hinweis, dass er für Jacobs Plan noch eine Rolle spielt, andererseits hat diese Szene rein dramatische Gründe.
Diese nette kleine Trio wird aber aufgelöst, als Sawyer erwacht am nächsten Morgen. Wieder mal genial, als Sawyer auf Miles "morning" saucool sagt: "It's way too early for Chinese." Dann merkt er, dass Claire verschwunden ist und Miles sie mit jemanden hat mitgesehen, den sie Dad genannt hat. Kurz bevor eine Katastrophe passieren könnte und Sawyer auf Miles losgehen könnte, hören wir Aaron schreien. Es dauert noch einige Momente, ehe uns dann endlich das Unfassbare gewiss wird, der nutzloseste Charakter von ganz Lost ist verschwunden, wird endlich mysteriös und bleibt noch dazu eine ganze Staffel weg. Danke, danke Autoren kann man nur sagen.
CLAIRE
Wenden wir uns dieser nutzlosen Figur mal zu, denn plötzlich wirkt sie gar nicht mehr so uninteressant, seit eine Rakete etwas ihr Haus gestreift hat. Schon in der Vorfolge kommt es zu einem interessanten Dialog:
Claire: "Yeah, a bit wobbly, but, uh, I'll live."
Miles: "Well, I wouldn't be too sure about that."
Gut da dachten aber noch alle an die bedrohliche Situation durch die Söldner, aber jetzt fielen wieder interessante Dialoge:
Claire: "It's better. Bit of a headache, but at least I'm not seeing things anymore."
Miles: "Yeah? What'd you see?"
Dies fragt ausgerechnet derjenige, dem bisher alles andere egal zu sein scheint und der noch dazu mit Toten kommunizieren kann. Er merkt offenbar, dass irgendwas mit Claire nicht stimmt. Die möchte außerdem so schnell wie möglich von Rousseau und Karl weg. Hmm vielleicht weil sie genau wie Miles auf einmal eine besondere Bindung zu ihnen spürt. Sie ist vielleicht noch nicht tot, aber definitiv nahe dran.
Denn dann kommt es schließlich zur wirklich seltsamsten Begegnung, mitten in der Nacht hält Christian ihr Baby und sie kann nur verdutzt aufschauen. Am nächsten Morgen ist sie dann verschwunden, doch Miles will gesehen haben, wie sie mit jemanden mitgegangen ist, den sie Dad genannt hat. Noch dazu hat sie Aaron zurückgelassen. Was ist denn nun passiert?
Ich denke durch den Raketeneinschlag war sie kurz weggetreten, benommen und Samuel hat sich ihr nähern können. In einer gelöschten Szene, sehen wir auch, wie Claire verdutzt in dem Bett aufsieht und auch Christian sieht, zumindest sagt sie das. Dieser nähert sich ihr immer mehr an, zeigt sich nur ihr, bis er in der Nacht schließlich wirklich auf sie zukommt und zum Mitgehen überredet, aber Aaron zurücklässt. Wir wissen aber von dem Hellseher, dass Aaron unbedingt von Claire großgezogen werden muss, sonst droht große Gefahr. Nun genau das passiert nun nicht, denn Claire lässt Aaron zurück, der nun von Kate aufgezogen wird, der falschen Person. Wenn wir nun annehmen, dass das mit dem Hellseher von Jacob so gelenkt war, so hat Samuel hier seinen Plan gründlich vermasselt, als er Claire in Gestalt von Christian zu sich nimmt. Das hat zum einen den Zweck, dass Aaron von der Insel kommt, zum anderen, dass Kate ein Grund gegeben wird wegen Claires Verschwinden zur Insel zurückzukehren. Geschickt leitet Samuel hier bereits die Rückkehr eine der Oceanic 6 ein und wird gleichzeitig das Ärgernis Aaron los. Offenbar spielt der in Jacobs Plan tatsächlich eine zu große Rolle und gefährliche noch dazu. Staffel 6 wird es zeigen.
Ist Claire nun tot? Ich glaube nicht, bester Beweis dürfte sein, dass sie zwar verändert, aber frisch und munter mit Christian in der Hütte sitzt. Es könnte zwar sein, dass sie auch eine Erscheinung von Samuel ist, da dieser mehrere projizieren kann (siehe die drei Männer aus Ekos Vergangenheit), doch ich glaube eher er hat sie stark verändert, Dinge gezeigt. Vielleicht braucht er sie noch für irgendetwas in Staffel 6, wir werden sehen.
JACKS OPERATION
Mit einem Wort, eine völlig langweilige Füllhandlung, die doppelt keinen Sinn macht, weil wir durch die Flashforwards sehen, dass ihm eh nichts passieren wird. Jack will es mal nicht wahrhaben, dass er krank ist, macht einen auf großen Retter und muss dann doch operiert werden. Sein Vorschlag Charlotte und Daniel so lange bei sich zu behalten, bis der Hubschrauber kommt und sie abholt mag clever sein, aber irgendwie ist es seltsam, dass er sie nichtmal fesselt. An deren Stelle wäre ich bei so einer Chance abgehauen, aber genau wie Miles schlagen sich die beiden nun auch endgültig auf die Seite der Losties und helfen bei der Operation.
Das beste waren natürlich Rose und Bernard. Diese unterhalten sich darüber, warum Jack überhaupt plötzlich einen Blinddarmdurchbruch hat. Rose führt es auf die Insel zurück, Bernard sagt dabei: "Well, what are you saying, that--that Jack did something to offend the gods?" Da werfe ich mal einen Namen ins Spiel Jacob, denn dem würde es gar nicht passen, wenn Jack es schafft die Insel zu verlassen, da er damit nur Samuels Plan ausführt, der natürlich unbedingt will, dass Jack entkommt. Der Blinddarmdurchbruch soll ihn aufhalten, doch es bringt nichts, denn Jack kann gerettet werden. Die Szenen mit der spiegelhaltenden Kate, der operierenden Juliet und dem Anweisung gebenden Jack ist für mich eine der schlechtesten dieser Staffel. Da finde ich mal wieder Bernard Hammer, der ohne zu Zögern, Jack außer Gefecht setzt: "I'm sorry, Jack, but I agree." Fast genausoschlecht und langweilig ist dann die Unterhaltung zwischen Juliet und Kate nach der Operation.
Ein kleines Detail erfahren wir noch, als Jin, Sun, Daniel und Charlotte, die Geräte aus der medizinischen Station holen, nämlich, dass Charlotte Koreanisch kann. Ich sehe dahinter aber keinen Jin, der der kleinen Charlotte Koreanisch beibringt und bin auch froh darüber, dass es nie so eine Szene gegeben hat. Sie wird diese Sprache als Anthropologin einfach gelernt haben, als sie koreanische Kulturen oder so studiert hat.
JACKS FLASHFORWARD
Erste Reaktion, als dieses Kate-Face rausgeschaut hat: NEIN!
Zweite Reaktion, als Jack dem kleinen Aaron was vorliest: NEIN! NEIN! NEIN!
Die wohl grauenhafteste Vorstellung von ganz Lost war kurz Realität, Jack der Vater, Kate die Mutter und Aaron der Sohn, fertig ist die Pseudofamilie. Zum Glück sehen wir dann, wie alles zerbrechen wird, was mich wiederum froh stimmt.
Hier wird nun angedeutet, wie aus dem glücklichen Familienvater, der kurz davor ist Kate zu heiraten der alkohol- und tablettenabhängige Bärtige wird. Viele halten es für einen Fehler, dass er nach dem Besuch von Locke damals so schnell sich gewandelt hat. Doch diese scheinen diesen zugegeben schlechten Flashforward zu ignorieren. Jack wird plötzlich wieder von seinem Dad heimgesucht, was sich solange steigert, sodass er sogar annimmt, dass er wieder für ihn arbeiten würde, derweil wird er immer mehr tabletten- und alkoholsüchtig. Noch dazu redet Hurley etwas davon, dass das alles gar nicht existiert und sie alle in Wirklichkeit tot sind. Als er das von Jack, Kate und Aaron hört, denkt er nur sie seien im Himmel. Dann erzählt er von seinen Begegnungen mit Charlie. Ein Werk von Samuel, denn ich denke er wollte Hurley psychisch solange zusetzen, bis dieser an gar nichts Reales mehr glaubt und keine Bedrohung für seine Pläne mehr ist. Dank Jacob wird ihm das nicht gelingen, bei Jack gelingt es schon. Erstes Indiz er fährt tatsächlich zu dem Treffen, dass Hurley ihm vorgeschlagen hat, natürlich mit der Nachricht: "You're not supposed to raise him, Jack." Ganz genau.
Dann gibt es noch die herrliche Smokey-Christian-Szene, als der Rauchmelder zu Piepsen anfängt. Ein deutlicher Hint, dass Christian Smokey ist. Daraufhin lässt er sich ein Rezept ausstellen und es kommt zu der meiner Meinung nach besten Szene, Jack der Tabletten mit Bier hinterschluckt. In dem Moment war er mir vollsympathisch.
Doch der Abschluss gefiel mir auch ganz gut. Ich habe glaube ich schonmal erwähnt, dass ich es mag, wenn Jack mal wieder versagt. Dieses Mal ruiniert er seine Beziehung zu Kate endgültig, weil er unbedingt wissen will mit wem sie in Kontakt steht. Er vertraut ihr nicht mehr, noch weniger als sie erwähnt, dass sie dies für Sawyer macht, schon da ist es fast aus. Äh finde nicht nur ich es seltsam, dass auch knapp zwei Jahre danach Kate noch immer regelmäßig geheimnistuerisch mit Cassidy telefoniert, wo doch eigentlich schon alles bei derem ersten Treffen geklärt worden ist?
Naja, jedenfalls verliert er dann endgültig die Beherrschung, als er das Wahrste ausspricht, als Kate behauptet Aaron währe ihr Sohn: "Your son? You're not even related to him!" Das war es, aus, finito. Eine der grausamsten Szenarien ist abgewendet.
BODYCOUNT
Ist Claire nun tot oder nicht?
Summe: ca. 434 (445)
FAZIT:
Belangloser Lückenfüller, der aufgrund des Autorenstreiks mir noch säuerlicher aufstößt. Leider musste die Alibi-Jack-Folge mit dabei sein, offenbar um die Jater zu befriedigen. 90% dieser Episode kann man vergessen, in den letzten 10% sehen wir wenigstens was mit Claire passiert und warum Jack abhängig wird. Eine Jack-Centric zwischen "The shape of things to come" und "Cabin fever" zu bringen wirkt noch dazu völlig deplatziert, es sei denn man wünscht sich, dass das Tempo kurz rausgenommen wird, doch am Ende wird niemand mehr nach der Folge fragen, die zwischen zwei Meisterwerken von Lost kam.
RÜCKKEHR ZUM STRAND
Der interessantere Handlungsstrang dieser Folge war eindeutig die Wanderung von Miles, Sawyer und Claire zurück zum Strand. Ein zugegeben sehr seltsames Trio, welches aber den Umständen entsprechend zusammenhalten muss. Das schöne war die Bedrohung die allgegenwärtig war, der Angriff der Söldner, Smokey und dann finden die gleich als Erstes das Grab von Rousseau und Karl. "Let's make some time." ist wieder eine schöne Anspielung auf die Zeitreisen, die schon bald auf beiden zukommen wird. Direkt danach wird Miles Gabe deutlich, als er noch einmal den Tod von Karl und Rousseau miterlebt. Seltsam nur, dass Miles auch Alex hört, deren Leiche schon einige Meilen entfernt liegt. Für mich mit eine der grausigsten Szenen war es dann, als er die beiden ausbuddelt und fragt ob sie das sind. Unheimlich auch, welch würdeloses, schnelles Begräbnis Keamy seine Männer für die beiden durchgeführt haben. Offenbar wollten sie damit nicht, dass jemand auf sie aufmerksam wird. Miles distanziert sich dabei deutlich von den Taten der Söldnern und wird in diesem Moment einer von den Losties.
Genial ist im weiteren Verlauf das Zusammenspiel zwischen den beiden Zynikern Miles und Sawyer. Schon allein die Unterhaltung, als Miles sich Claire genauer betrachtet und Sawyer ihm eine Abstandsorder auferlegt. Am besten dann:
Sawyer: "No. I'm the guy who's gonna put a boot in your face unless you say, "Yeah. I getcha."
Miles: "Yeah. I getcha."
Dann wird es aber sehr ernst, als sie unerwartet auf Lapidus treffen, der mit einer Arzneitasche auf Keamy wartet. Hier sehen wir, dass Smokeys Angriff die Söldner nicht getötet, sondern nur vertrieben hat und ich wette der einzige Verwundete war derjenige, der es wagte auf die Losties zuzurennen. Es kommt zu eine der spannendsten Szenen dieser langweiligen Folge, deren möglicher Ausgang auch noch danach interessant ist. Wenn Keamy die drei entdeckt hätte, hätte Sawyer ihn locker erschießen können. Womöglich hätten die anderen Söldner ihn dann auch getötet, aber Samuels Plan wäre hinüber gewesen. Ausgelöst alles durch ein kurzes Glucksen von Aaron. Vielleicht ein Hinweis, dass er für Jacobs Plan noch eine Rolle spielt, andererseits hat diese Szene rein dramatische Gründe.
Diese nette kleine Trio wird aber aufgelöst, als Sawyer erwacht am nächsten Morgen. Wieder mal genial, als Sawyer auf Miles "morning" saucool sagt: "It's way too early for Chinese." Dann merkt er, dass Claire verschwunden ist und Miles sie mit jemanden hat mitgesehen, den sie Dad genannt hat. Kurz bevor eine Katastrophe passieren könnte und Sawyer auf Miles losgehen könnte, hören wir Aaron schreien. Es dauert noch einige Momente, ehe uns dann endlich das Unfassbare gewiss wird, der nutzloseste Charakter von ganz Lost ist verschwunden, wird endlich mysteriös und bleibt noch dazu eine ganze Staffel weg. Danke, danke Autoren kann man nur sagen.
CLAIRE
Wenden wir uns dieser nutzlosen Figur mal zu, denn plötzlich wirkt sie gar nicht mehr so uninteressant, seit eine Rakete etwas ihr Haus gestreift hat. Schon in der Vorfolge kommt es zu einem interessanten Dialog:
Claire: "Yeah, a bit wobbly, but, uh, I'll live."
Miles: "Well, I wouldn't be too sure about that."
Gut da dachten aber noch alle an die bedrohliche Situation durch die Söldner, aber jetzt fielen wieder interessante Dialoge:
Claire: "It's better. Bit of a headache, but at least I'm not seeing things anymore."
Miles: "Yeah? What'd you see?"
Dies fragt ausgerechnet derjenige, dem bisher alles andere egal zu sein scheint und der noch dazu mit Toten kommunizieren kann. Er merkt offenbar, dass irgendwas mit Claire nicht stimmt. Die möchte außerdem so schnell wie möglich von Rousseau und Karl weg. Hmm vielleicht weil sie genau wie Miles auf einmal eine besondere Bindung zu ihnen spürt. Sie ist vielleicht noch nicht tot, aber definitiv nahe dran.
Denn dann kommt es schließlich zur wirklich seltsamsten Begegnung, mitten in der Nacht hält Christian ihr Baby und sie kann nur verdutzt aufschauen. Am nächsten Morgen ist sie dann verschwunden, doch Miles will gesehen haben, wie sie mit jemanden mitgegangen ist, den sie Dad genannt hat. Noch dazu hat sie Aaron zurückgelassen. Was ist denn nun passiert?
Ich denke durch den Raketeneinschlag war sie kurz weggetreten, benommen und Samuel hat sich ihr nähern können. In einer gelöschten Szene, sehen wir auch, wie Claire verdutzt in dem Bett aufsieht und auch Christian sieht, zumindest sagt sie das. Dieser nähert sich ihr immer mehr an, zeigt sich nur ihr, bis er in der Nacht schließlich wirklich auf sie zukommt und zum Mitgehen überredet, aber Aaron zurücklässt. Wir wissen aber von dem Hellseher, dass Aaron unbedingt von Claire großgezogen werden muss, sonst droht große Gefahr. Nun genau das passiert nun nicht, denn Claire lässt Aaron zurück, der nun von Kate aufgezogen wird, der falschen Person. Wenn wir nun annehmen, dass das mit dem Hellseher von Jacob so gelenkt war, so hat Samuel hier seinen Plan gründlich vermasselt, als er Claire in Gestalt von Christian zu sich nimmt. Das hat zum einen den Zweck, dass Aaron von der Insel kommt, zum anderen, dass Kate ein Grund gegeben wird wegen Claires Verschwinden zur Insel zurückzukehren. Geschickt leitet Samuel hier bereits die Rückkehr eine der Oceanic 6 ein und wird gleichzeitig das Ärgernis Aaron los. Offenbar spielt der in Jacobs Plan tatsächlich eine zu große Rolle und gefährliche noch dazu. Staffel 6 wird es zeigen.
Ist Claire nun tot? Ich glaube nicht, bester Beweis dürfte sein, dass sie zwar verändert, aber frisch und munter mit Christian in der Hütte sitzt. Es könnte zwar sein, dass sie auch eine Erscheinung von Samuel ist, da dieser mehrere projizieren kann (siehe die drei Männer aus Ekos Vergangenheit), doch ich glaube eher er hat sie stark verändert, Dinge gezeigt. Vielleicht braucht er sie noch für irgendetwas in Staffel 6, wir werden sehen.
JACKS OPERATION
Mit einem Wort, eine völlig langweilige Füllhandlung, die doppelt keinen Sinn macht, weil wir durch die Flashforwards sehen, dass ihm eh nichts passieren wird. Jack will es mal nicht wahrhaben, dass er krank ist, macht einen auf großen Retter und muss dann doch operiert werden. Sein Vorschlag Charlotte und Daniel so lange bei sich zu behalten, bis der Hubschrauber kommt und sie abholt mag clever sein, aber irgendwie ist es seltsam, dass er sie nichtmal fesselt. An deren Stelle wäre ich bei so einer Chance abgehauen, aber genau wie Miles schlagen sich die beiden nun auch endgültig auf die Seite der Losties und helfen bei der Operation.
Das beste waren natürlich Rose und Bernard. Diese unterhalten sich darüber, warum Jack überhaupt plötzlich einen Blinddarmdurchbruch hat. Rose führt es auf die Insel zurück, Bernard sagt dabei: "Well, what are you saying, that--that Jack did something to offend the gods?" Da werfe ich mal einen Namen ins Spiel Jacob, denn dem würde es gar nicht passen, wenn Jack es schafft die Insel zu verlassen, da er damit nur Samuels Plan ausführt, der natürlich unbedingt will, dass Jack entkommt. Der Blinddarmdurchbruch soll ihn aufhalten, doch es bringt nichts, denn Jack kann gerettet werden. Die Szenen mit der spiegelhaltenden Kate, der operierenden Juliet und dem Anweisung gebenden Jack ist für mich eine der schlechtesten dieser Staffel. Da finde ich mal wieder Bernard Hammer, der ohne zu Zögern, Jack außer Gefecht setzt: "I'm sorry, Jack, but I agree." Fast genausoschlecht und langweilig ist dann die Unterhaltung zwischen Juliet und Kate nach der Operation.
Ein kleines Detail erfahren wir noch, als Jin, Sun, Daniel und Charlotte, die Geräte aus der medizinischen Station holen, nämlich, dass Charlotte Koreanisch kann. Ich sehe dahinter aber keinen Jin, der der kleinen Charlotte Koreanisch beibringt und bin auch froh darüber, dass es nie so eine Szene gegeben hat. Sie wird diese Sprache als Anthropologin einfach gelernt haben, als sie koreanische Kulturen oder so studiert hat.
JACKS FLASHFORWARD
Erste Reaktion, als dieses Kate-Face rausgeschaut hat: NEIN!
Zweite Reaktion, als Jack dem kleinen Aaron was vorliest: NEIN! NEIN! NEIN!
Die wohl grauenhafteste Vorstellung von ganz Lost war kurz Realität, Jack der Vater, Kate die Mutter und Aaron der Sohn, fertig ist die Pseudofamilie. Zum Glück sehen wir dann, wie alles zerbrechen wird, was mich wiederum froh stimmt.
Hier wird nun angedeutet, wie aus dem glücklichen Familienvater, der kurz davor ist Kate zu heiraten der alkohol- und tablettenabhängige Bärtige wird. Viele halten es für einen Fehler, dass er nach dem Besuch von Locke damals so schnell sich gewandelt hat. Doch diese scheinen diesen zugegeben schlechten Flashforward zu ignorieren. Jack wird plötzlich wieder von seinem Dad heimgesucht, was sich solange steigert, sodass er sogar annimmt, dass er wieder für ihn arbeiten würde, derweil wird er immer mehr tabletten- und alkoholsüchtig. Noch dazu redet Hurley etwas davon, dass das alles gar nicht existiert und sie alle in Wirklichkeit tot sind. Als er das von Jack, Kate und Aaron hört, denkt er nur sie seien im Himmel. Dann erzählt er von seinen Begegnungen mit Charlie. Ein Werk von Samuel, denn ich denke er wollte Hurley psychisch solange zusetzen, bis dieser an gar nichts Reales mehr glaubt und keine Bedrohung für seine Pläne mehr ist. Dank Jacob wird ihm das nicht gelingen, bei Jack gelingt es schon. Erstes Indiz er fährt tatsächlich zu dem Treffen, dass Hurley ihm vorgeschlagen hat, natürlich mit der Nachricht: "You're not supposed to raise him, Jack." Ganz genau.
Dann gibt es noch die herrliche Smokey-Christian-Szene, als der Rauchmelder zu Piepsen anfängt. Ein deutlicher Hint, dass Christian Smokey ist. Daraufhin lässt er sich ein Rezept ausstellen und es kommt zu der meiner Meinung nach besten Szene, Jack der Tabletten mit Bier hinterschluckt. In dem Moment war er mir vollsympathisch.
Doch der Abschluss gefiel mir auch ganz gut. Ich habe glaube ich schonmal erwähnt, dass ich es mag, wenn Jack mal wieder versagt. Dieses Mal ruiniert er seine Beziehung zu Kate endgültig, weil er unbedingt wissen will mit wem sie in Kontakt steht. Er vertraut ihr nicht mehr, noch weniger als sie erwähnt, dass sie dies für Sawyer macht, schon da ist es fast aus. Äh finde nicht nur ich es seltsam, dass auch knapp zwei Jahre danach Kate noch immer regelmäßig geheimnistuerisch mit Cassidy telefoniert, wo doch eigentlich schon alles bei derem ersten Treffen geklärt worden ist?
Naja, jedenfalls verliert er dann endgültig die Beherrschung, als er das Wahrste ausspricht, als Kate behauptet Aaron währe ihr Sohn: "Your son? You're not even related to him!" Das war es, aus, finito. Eine der grausamsten Szenarien ist abgewendet.
BODYCOUNT
Ist Claire nun tot oder nicht?
Summe: ca. 434 (445)
FAZIT:
Belangloser Lückenfüller, der aufgrund des Autorenstreiks mir noch säuerlicher aufstößt. Leider musste die Alibi-Jack-Folge mit dabei sein, offenbar um die Jater zu befriedigen. 90% dieser Episode kann man vergessen, in den letzten 10% sehen wir wenigstens was mit Claire passiert und warum Jack abhängig wird. Eine Jack-Centric zwischen "The shape of things to come" und "Cabin fever" zu bringen wirkt noch dazu völlig deplatziert, es sei denn man wünscht sich, dass das Tempo kurz rausgenommen wird, doch am Ende wird niemand mehr nach der Folge fragen, die zwischen zwei Meisterwerken von Lost kam.
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