Mittwoch, 18. November 2009

4/11 Cabin Fever (Erik)

Ein Hoch auf den Autorenstreik! Denn hiermit sehen wir die zweite Topepisode, die nach der Pause ausgestrahlt worden ist. Besonders nach The Incident sieht man diesen Folge nun in einem völlig anderen Licht.

DAS BESTE TRIO

Ich lege mich fest, das beste Trio, dass es wohl je bei Lost gegeben hat besteht aus Locke, Ben und Hurley. Schon die erste Szene mit denen ist so herrlich. Hurley fragt gleich als Erstes, wer wohl eine Hütte mitten im Dschungel bauen würde, Locke weiß es natürlich nicht. Genausowenig weiß er wo es hingeht und fragt natürlich wieder Ben, der ist aber nur Hurley gefolgt. Wir sehen wieder einmal das ganze Dilemma von Locke. Er hat null Ahnung, wo es hingeht, wendet sich an Ben, der es selber nicht weiß und auf Hurley verweist. Der sagt nur:
"I'm not even in front."
Stimmt denn das ist immer noch Ben, der alles leitet und regelt. Mit seiner nächsten Frage drückt er Locke mal wieder in die Ecke:
"What do you think we should do, John?"
Die einzige Idee die der hat, ist es Rast zu machen und so geschieht es auch. Nun kann Samuel wieder per Traum eingreifen und Locke wieder einen Teil seines Planes ausführen lassen, ohne das er es merkt.
Dabei hat Hugo mal wieder einen weiteren genialen Satz parat: "What? Here in the dark with the monster and... him?"

LOCKES TRAUM

Eines vornweg, dieser Traum findet definitiv NICHT 2004 statt, sondern in einer anderen Zeitebene. Wir sehen Horace, wie er Bäume fällt und auf Locke aufmerksam wird. Dabei erfahren wir, dass er es war der die Hütte für sich und Amy gebaut hat. Er fällt deswegen wohl die Bäume, weil wir ihn gerade beim Bau sehen. Nun ist die Frage wieso sich Jacob und dann Samuel dort eingenistet haben?
Nun vielleicht hat Horace die Hütte gar nicht für sich und Amy gebaut, sondern gleich für Jacob, wobei mir allerdings der Grund fehlt, warum er neben seinem Fuß noch eine Hütte mitten im Dschungel braucht. Es besteht aber kein Zweifel, dass Jacob zumindest kurz in der Hütte gewohnt hat, sonst wäre Ilana nie dort hingelaufen. Vielleicht war sie ihm eine gute Möglichkeit, um sich vor Samuel zu schützen, der nach wie vor seinen Plan durchziehen wollte. Deshalb wohl auch die Asche um die Hütte, da sie irgendwie Samuel abhält. Als zusätzlichen Schutz konnte er sie noch beliebig auf der Insel verschieben lassen. Wie gesagt da nehme ich die Theorie an, dass beim sowieso ständigen Bewegen der Insel die Hütte eine Art Fixpunkt darstellt und sich nicht mit allem bewegt, sondern an den eigentlichen Koordinaten bleibt. Somit entsteht für uns der Eindruck, dass die Hütte sich bewegt. Nun Samuel durchdringt aber irgendwann diese Schutzbarriere und nutzt sie für sich selber. Sie ist ganz wichtig, da alle glauben in der Hütte würde Jacob residieren, in Wirklichkeit ist es aber nur er. Dadurch kann er all die Leutchen zu sich locken, ihnen glauben machen er wäre Jacob und ganz entscheidende Aufträge geben, die seinem Plan dienlich sind. Dies macht er auch in Lockes Traum.
Er bedient sich dem Toten, der diese Hütte gebaut hat, gibt ihm den entscheidenden Hinweis, dass dieser bei dem Purge gestorben ist und dort die Karte zu finden ist, die Locke geradewegs zu ihm führen wird.
Wir sehen den Traum quasi als Endlos-loop, offenbar schon der erste Hint auf dieses loophole und den Zeitreisen, die bald ausgelöst werden.
Wieder mal wird Locke ordentlich reingelegt: "He's been waiting for you a real long time, man." Der einzige, der auf ihn wartet ist Samuel. Jacob hat wohl niemals auf ihn gewartet.

DIE KARTE

Die Wanderung geht weiter. Locke weiß jetzt wieder wo es langgeht und weckt Hurley. Ben blickt ihn ganz nachdenklich an, denn er weiß, dass Locke erst durch einen Traum gesagt worden ist, wo er hinsoll. "I used to have dreams." Hier wird deutlich, dass auch Ben durch Samuels Träume erst dahin gelangt ist, wo er jetzt ist. Ich denke er ist völlig ahnungslos, was nun als Nächstes passiert, doch er tüftelt bestimmt schon einen Plan aus, wie er wieder einen Schritt vor Locke sein kann.
Hurley fragt sich mittlerweile, warum er überhaupt dabei ist. Locke begründet das lapidar mit: "You're here because you can see the cabin, and that makes you special." Hurley meint aber: "I think we can see it 'cause we're the craziest." Ich denke nicht, dass man special ist, wenn man die Hütte sieht. Locke denkt es lediglich, da er glaubt auserwählt zu sein. Hurley hat gar nicht mal so Unrecht, also wenn Ben nicht verrückt ist, dann weiß ich nicht, Hurley landet schließlich nach der Insel in der Irrenanstalt und Locke merkt einfach nicht, dass er nur permanent ausgenutzt wird.
Jedenfalls sind sie nun an dem Massengrab angelangt, genau an dem Ort an dem Ben Locke angeschossen hat. Es ist schön zu sehen, dass er seine Waffe sofort ablegt, damit sie Ben sich nicht schon wieder schnappen kann. Ich fand es zu genial, als Ben zu Hurley sagt, nachdem er fragt, ob er Locke hier angeschossen hat: "Yes, Hugo, I was standing right where you are now when I pulled the trigger." Hurley rückt da tatsächlich etwas nach hinten. Dann erklärt er warum er es getan hat, dass es sinnlos war und er nicht klar denken konnte. In Wirklichkeit aber sucht er wieder nach einer Möglichkeit Locke zu töten und bekommt sie dann auch. Ben spielt hier den Unterlegenen ganz gut, obwohl er immer noch volle Kontrolle über alles hat, wie wir im Staffelfinale sehen werden. Schließlich reden sie darüber, wer nun den Purge in Auftrag gegeben hat und ich denke Ben lügt diesmal nicht, als er sagt, dass er es nicht war. Denn um 1987 rum war immer noch Widmore der Anführer der Others. Ich denke aber, dass Ben mit Sicherheit auf ihn eingeflüstert und ihn letztendlich dazu gebracht hat. Der Purge erst war nämlich der Beginn von Ben als Anführer der Others, denn er konnte dies nur durch die Ermordung seines Vaters werden.
Locke hat schließlich die Karte und sie können weiterziehen. Dann überredet er Hurley, dass er wieder zurück zum Strand gehen soll, da er nun mit der Karte weiß, wo es hingeht. Hurley entscheidet aber zu Bleiben und Ben lobt Locke dafür, dass er ihn scheinbar manipuliert hat. Er hat das aber gar nicht, denn Hurley hat für Locke keinen weiteren Nutzen mehr. Somit ist die Aussage von Ben, dass Locke nicht er ist mehrfach zu deuten: "You're certainly not." Er ist weder ein so genialer Manipulator, noch kann er Schritte im voraus planen oder kann ein Anführer sein. Immer wieder muss ihm gesagt werden, was er als Nächstes machen soll, er fällt immer wieder auf die gleichen Personen herein und geht letztendlich daran zugrunde. Ein Ben dagegen schafft es geschickt so, dass die Menschen, dass machen was er will. Er braucht niemanden, der ihm sagt, wie es weitergeht, da er immer einen Plan hat. Genau wie jetzt im Moment wartet er nur darauf, was Locke gesagt wird, sodass er mit dem neuen Wissen wieder die Führung an sich reißen kann. Ich bin ehrlich gesagt gespannt in Staffel 6, ob Ben wirklich nur eine Marionette von Samuel war oder auch da sich wieder geschickt herauswindet. Schafft er das, wäre ich wiedermal hochzufrieden.
Es wird mittlerweile Nacht und Ben fängt an an Locke zu zweifeln und fragt ihn was passiert, wenn sich die Hütte wieder verschiebt. Locke glaubt nicht daran und ist felsenfest überzeugt: "It hasn't moved because I was told that this is where it would be." Darauf fängt Ben an sich etwas Frust von der Seele zu reden, dass er auch auserwählt war, besonders und es damit endetete, dass er einen Tumor bekam und seine Tochter tot ist. Dafür bekommt er mal wieder Mitleid von Locke, woraufhin Ben seinen besten Spruch überhaupt bringt: "Destiny, John, is a fickle bitch."
Was Ben noch nicht wissen kann, er ist weiterhin auserwählt und das Schicksal von Locke wird sogar noch härter und grausamer sein, als Ben es ihm beschreibt.
Dann haben sie endlich die Hütte gefunden.

SAMUELS PLAN

Wenn Ben ein was weiß, dann ist es die Tatsache, dass er lieber nicht in die Hütte geht, sondern nur Locke. Hier trifft er nun endlich das erste Mal auf Samuel, der die Form von Christian hat. Es ist natürlich eine glatte Lüge, dass er im Namen von Jacob spricht. Er möchte nur sein eigenes Anliegen an Locke weitergeben, wodurch dieser wieder einen Teil seines Planes erfüllt.
"I'm here... because I was chosen to be." Daraufhin strahlt Christian über das ganze Gesicht, weil Locke voll in die Falle getreten ist, die er ihm gestellt hat. Locke ist so sehr davon überzeugt, dass er special und auserwählt ist, sodass er gar nicht merkt, dass er wieder etwas gesagt kriegt, dass ihm nur seinem Tod näherbringt.
Dann sehen wir Claire in der Ecke sitzen, die völlig verändert ist und einem wie auf einem Drogentrip vorkommt. Sie sagt ganz cool: "Hi, John." und das er sich keine Sorgen machen brauche, da sie mit Christian hier ist. Naja wenn ich mit einer Gestalt unterwegs wäre, die mal schwarzer Rauch ist und die Gestalt von Toten annehmen kann wäre ich schon besorgt, aber das kann Locke nicht wissen. Wir erfahren dann auch, dass Aaron laut Samuel nicht dazu bestimmt ist hier in der Hütte zu sein. Wieder ein deutliches Zeichen, dass Samuel ihn von sich fernhalten will.
Christian bittet Locke noch darum, niemanden zu sagen wo Claire ist, ehe dieser genauer nachfragen kann, unterbricht er ihn, um auf sein wahres Anliegen zu kommen. Dies war notwendig, denn wenn Locke tatsächlich den anderen gesagt hätte, wo Claire ist, so hätten sie diese wohl gesucht und Kate keinen Grund gehabt zur Insel zurückzukehren. Somit bringt er Locke dazu die alles entscheidende Frage zu stellen, um die Insel scheinbar vor den Söldnern und Widmore zu retten: "How do I save the island?" Bravo, Locke, du bist deinem Tod wieder einem weiteren Schritt entgegengegangen.
Außerhalb der Hütte kommt es wohl zu einer der lustigsten Szene von Lost überhaupt. Hurley holt sich einen Schokoriegel heraus, bricht die Hälfte ab und gibt ihm Ben.
Danach aber kommt Locke heraus und Ben stellt genau die Frage, mit der er nun die Kontrolle wieder an sich reißt: "Did he tell you what we're supposed to do?" Ganz wichtig und psychologisch wichtig ist das "we", denn Locke sagt darauf nichts anderes: "He wants us to move the island." Na dann mal frisch ans Werk und das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinanderbringen.

AUF DEM FRACHTER

Was da abgeht, war einer der besten Entwicklungen dieser 4. Staffel. Keamy reißt nun endgültig die Kontrolle an sich, ist wütend, weil Ben alles über ihn wusste. Zunächst bedroht er Sayid und möchte wissen, wo seine Leute auf der Insel sind, dieser fragt nur warum, doch ehe es zu einem Konflikt kommen kann, schreitet der Kapitän ein. Nun sehen wir, dass es Keamy mächtig aufgeregt hat, dass Ben alles über ihn wusste und er gibt Gault die Schuld, der aber führt in direkt zu Michael. An Sayids Reaktion können wir nun so einiges ablesen. Er merkt, dass es falsch war, Michael einfach zu verraten und das Ben Recht hatte mit den Absichten der Söldner. Nun Keamy bedroht Michael intensiv, erfährt, dass was er will und kann ihn dann doch nicht töten. Noch braucht die Insel Michael, ehe er sterben kann. Toll finde ich es, wie Keamy, als er erfährt dass Michael die Schiffsinstrumente manipuliert hat, zuerst fies fragend zu ihm herabsieht und dann K.o. schlägt.
Keamy zögert gar nicht erst lange, denn er will wieder zurück und seinen Auftrag mit aller Macht zu Ende bringen. Er hört gar nicht auf Gault, der ihm von dem Lagerkoller berichtet und Reginas Selbstmord, sondern schnappt sich nur seinen Schlüssel, um den Safe mit dem Secondary Protocol zu öffnen. Dies war wohl deswegen so gut weggeschlossen, da die Orchid ein gefährlicher Ort ist und besonders wenn jemand wie Keamy von ihr weiß, absolut Unberechenbares geschehen kann. Doch auch diese Barriere ist gebrochen, Gault hat endgültig an Macht verloren und muss nun auch noch Keamys Waffe richten.
So aber schlagen sich nun endgültig die restlichen Frachter-Leute auf die Seite der Losties. Gault gibt Sayid und Desmond den Rat sich zu verstecken, bevor Keamy zurückkommt. Sayid aber will stattdessen, dass sie mit dem zodiac raft anfangen die Leute von der Insel zu holen, damit sie sicher sind vor Keamy. Gut gedacht von Sayid, hat bloß den Haken, dass Keamy sie alle auf einmal hat, wenn er wieder zurückkehrt. Dennoch fährt er los, Desmond aber nicht, denn der wartet auf Penny und möchte um keinen Preis mehr zurück zur Insel. Fand ich gut gemacht von ihm.
Michael wird derweil von Frank wieder aufgerichtet, der fragt warum er ihm nicht schon eher erzählt hat, dass er einer der Überlebenden von 815 ist. Michael begründet das sehr logisch. Genial aber wie Frank sagt: "Man, I thought I was Mr. Conspiracy, but you got me beat there."
Dann bittet Michael Frank darum Keamy nicht zurückzufliegen und führt an, dass er alle auf der Insel töten wird und Frank das nicht verantworten will. Mit dem gleichen Druckmittel haben die Others Michael erst zum Frachterspion gemacht. Dieser wird nun in den Maschinenraum gebracht, um die Technik zu reparieren. Dabei sehen wir nun, wie bei Keamy das Pulsmessgerät angebracht wird. Ein Gerät, dass Ben davon abhalten soll ihn zu töten, da er sonst viele Unschuldige ermorden würde. Da hat er aber Ben falsch eingeschätzt.
Einer der spannungsgeladensten Szenen ist wohl, wie die Söldner alle mögliche Waffen einpacken und sich bereitmachen. Dann erzählt Omar Ray noch von der Morsenachricht und das er tot ist. Dies wird schon bald wahr, als Frank sich weigert sie zurück zur Insel zu fliegen. So bringt Keamy zuerst Ray um und dann Gault, als dieser versucht ihn aufzuhalten. Warum ist der aber auch so dumm und schaut kurz in eine andere Richtung. Schon krass, wie eiskalt Keamy sich seine Waffe von ihm holt und sagt: "Thanks, Captain."
Dann fliegen sie los, Frank aber hat einen letzten Plan, wie er den Leuten helfen kann und versteckt sein Telefon in seinem Rucksack, dass er dann über den Strand abwirft. Auf diese Weise aber dient er auch Samuels Plan, denn so erst findet die Aufteilung der Oceanic 6 statt. Was ich genial fand ist, dass dieser Rucksack genau Claires Zelt trifft. Im übrigen gehöre ich zu einen von denjenigen, die sich gewünscht hätten, wenn das eine Granate gewesen wäre.

LOCKES VERGANGENHEIT

Die ganze Tragik der Figur wie hier erst richtig deutlich. Er ist das Produkt einer Scheinliebe zwischen Emily Locke und Anthony Cooper. Schon seine Geburt scheint willkürlich eingeleitet worden zu sein, als Emily von dem Auto erfasst wird. Wer hat das geleitet? Richard, Samuel. Beide wären möglich, wobei ich Samuel vorziehe, aber Richard wäre auch nicht schlecht. Denn Locke sagt ihm noch zwei Jahre zuvor das genaue Geburtsdatum. Schon ein krasser Twist, wenn man bedenkt, dass Locke verfrüht geboren worden ist, seine Geburt aber schon selbst festgelegt hat. Die einzige Rolle die Emily zunächst in seinem Leben spielt, sie gibt ihm den Namen John. Anthony Cooper ist gar nicht zugegen, denn der betritt erst die Bildfläche, als er seinen Sohn braucht.
Lockes Geburt scheint ein Wunder zu sein, das früheste das Baby je kam und das alles überlebt hat. "He is a fighter, your little John." ironischerweise ist er als Baby stärker, als sein ganzes späteres Leben, was wir noch deutlich sehen werden. Nun Emily ist einfach nicht bereit dafür seine Mutter zu sein und so wird er zur Adoption freigegeben. Das weitere Schicksal ist vorprogrammiert bzw. schaut durch das Fenster. Richard Alpert ist natürlich Lockes Rat gefolgt, um ihn bei seiner Geburt zu sehen. Da er richtiggehend strahlt dürfte wohl daran liegen, dass Locke unter wundersamen Dingen geboren worden ist. Schon bald aber wird seine Geduld auf einer harte Probe gestellt.
Locke wächst bei Pflegeeltern auf, die ihm allen Anschein nach nicht richtig leiden können und von einer Schwester, die ihn ständig ärgert. Dieser spielt natürlich Backgammon, als Richard ihn zum zweiten Mal besucht. Er testet ihn erneut, indem er Dinge zeigen soll, die ihm gehören. Es ist ein Baseballhandschuh, Sand von der Insel, ein Messer, das Buch der Gesetze, der Kompass und ein Comic. Nun er soll entscheiden, welche Dinge schon immer ihm gehört haben, offenbar bezieht das Richard auf den zeitreisenden Locke, der schon immer in das Jahr 1954 gekommen ist und ihm gesagt hat er wäre ihr Anführer und Richard solle sich selbst davon überzeugen. Nun der erste Test scheitert. Locke entscheidet sich zweimal richtig, den Sand von der Insel, und den Kompass. Ich denke Baseballhandschuh und Comic waren nur alltägliche Gegenstände, die einem Kind gefallen und er wollte sie dabeihaben, um Locke zu testen. Er entscheidet sich für das Messer, welches aber falsch ist, denn Richard verschwindet gleich darauf. Ich wette das "Book of Laws" wäre die richtige Entscheidung gewesen. Warum aber war auch das Messer falsch? Offenbar war es ein zu aggressiver Gegenstand, dass kein Anführer erwählen soll oder aber weil Locke mit diesem Messer einen der Others umgebracht hat.
Woher wusste Locke überhaupt welche Gegenstände er nehmen sollte? Nun die Antwort ist einfach wie immer, durch Träume. Wegen den Träumen hat er wohl auch das Bild von Smokey gemalt, wegen denen wusste er auch welche Gegenstände er bei Richards Befragung nehmen sollte. Doch er entscheidet falsch und der Typ von der Begabtenschule verschwindet wieder und sagt Locke wäre noch nicht soweit.
Locke locked in a locker (was für eine Namensironie), vom Schularzt gerettet und von den Mädchen augelacht. Das soll der große Anführer sein? Jedenfalls ist Richard wieder auf ihn aufmerksam geworden, und möchte ihn zumindest nach Portland holen. Locke lehnt dieses Mal ab, weil er kein Wissenschaftler sein will. Wir sehen das ja oft genug, wenn sich alles in Man of science und Man of faith teilt. Locke ist fast immer der Man of faith. Der Schularzt sagt ihm nun auf geniale Weise die Wahrheit, die er aber nicht kapiert: "I'm gonna tell you something--something I wish someone had told me at your age. You might not want to be that guy in the labs surrounded by test tubes and beakers, but that's who you are, John. You can't be the prom king. You can't be the quarterback. You can't be a superhero." Ganz genau so ist es nämlich.
Locke kontert das nur mit seinem berühmten: "Don't tell me what I can't do."
Die nächste Manipulation geschieht durch Abbadon, der sich als Pfleger ausgibt. Ich schätze hier sollte gezeigt werden, wie sich Locke trotz Lähmung fit hält und nach seiner Wunderheilung trotz eigentlich völlig erschlaffter Muskeln wieder laufen konnte. Naja. Abbadon hält ihn jedenfalls einen Vortrag darüber, dass er die Hoffnung nicht aufgeben soll und ihm ein Wunder wiederfahren ist. Er ist es, der Locke einen Glauben wiedergibt, der eigentlich völlig illusorisch ist und ihm letztendlich zum Walkabout überredet, der ihn auf die Insel bringt. Er manipuliert ihn geschickt, als Locke abblockt und meint, dass er nur ein Krüppel wäre. Locke ist so überzeugt davon, dass er tatsächlich einen machen wird, der ihn dann genau dorthin bringt, wo Samuel ihn haben will auf die Insel. "Oh, I'm a lot more than just an orderly, John." Natürlich ein Fahrer.
Desweiteren schuldet ihm Locke einen Gefallen, sollte er je geheilt werden und sie sich wieder sehen. Der Gefallen ist es wohl die Oceanic 6 zur Rückkehr zu überreden, um dabei völlig zu scheitern. Ich denke nämlich entweder Widmore oder Abbadon hatten einen Traum von Samuel, in denen ihn gesagt wurde was sie genau mit Locke machen sollten, damit er zur Insel kommt.
Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass Lockes Existenz von Anfang an nur dazu diente Samuels loophole zu sein, unter dem Vorwand er wäre auserwählt und besonders wurde er immer wieder Schritt für Schritt in diese Richtung gebracht. Er musste der auserwählte Anführer der Others werden, damit Samuel überhaupt eine Chance hatte an Jacob heranzutreten und Ben zum Töten zu überreden. In fast allen Stationen seines Lebens selbst vor seiner Geburt wurde dies geschickt gelenkt, es wurde ihm solange eingeredet, dass er selbst daran glaubte, ohne zu wissen, dass er nur eine Marionette war, die keinen Schritt alleine gehen konnte und immer wieder von Ben und Samuel manipuliert wurde. In dieser Folge wird noch einmal die ganze Tragik der Figur Locke deutlich.

BODYCOUNT

Ganz schön was los, Mayhew stirbt an den Folgen seiner schweren Verletzungen durch das Monster, Gault wird erschossen und wir sehen Rays Tod wirklich. Letzterer ist aber schon gezählt.

Summe: ca. 437 (448)

FAZIT:
Wieder einmal ein gigantisches Meisterwerk. Mit Locke, Ben und Hurley bekommen wir wohl das beste Trio überhaupt geliefert und sehen eine spannende Entwicklung auf dem Frachter, deren Bedrohung sich zu einem Höhepunkt für das Finale entwickelt. Noch dazu sehen wir Lockes tragisches Leben. Alles in allem eine großartige Folge, die man besonders nach The Incident plötzlich mit völlig anderen Augen sieht.

Dienstag, 17. November 2009

4/10 Something nice back home (Erik)

Die Staffel wurde verkürzt wegen dem Autorenstreik und so musste man gewisse Folgen zusammenstauchen, konnte nicht alles erzählen, so wie man es geplant hatte. Trotz allem servieren sie uns einen langweiligen Lückenfüller. Unverständnis pur!

RÜCKKEHR ZUM STRAND

Der interessantere Handlungsstrang dieser Folge war eindeutig die Wanderung von Miles, Sawyer und Claire zurück zum Strand. Ein zugegeben sehr seltsames Trio, welches aber den Umständen entsprechend zusammenhalten muss. Das schöne war die Bedrohung die allgegenwärtig war, der Angriff der Söldner, Smokey und dann finden die gleich als Erstes das Grab von Rousseau und Karl. "Let's make some time." ist wieder eine schöne Anspielung auf die Zeitreisen, die schon bald auf beiden zukommen wird. Direkt danach wird Miles Gabe deutlich, als er noch einmal den Tod von Karl und Rousseau miterlebt. Seltsam nur, dass Miles auch Alex hört, deren Leiche schon einige Meilen entfernt liegt. Für mich mit eine der grausigsten Szenen war es dann, als er die beiden ausbuddelt und fragt ob sie das sind. Unheimlich auch, welch würdeloses, schnelles Begräbnis Keamy seine Männer für die beiden durchgeführt haben. Offenbar wollten sie damit nicht, dass jemand auf sie aufmerksam wird. Miles distanziert sich dabei deutlich von den Taten der Söldnern und wird in diesem Moment einer von den Losties.
Genial ist im weiteren Verlauf das Zusammenspiel zwischen den beiden Zynikern Miles und Sawyer. Schon allein die Unterhaltung, als Miles sich Claire genauer betrachtet und Sawyer ihm eine Abstandsorder auferlegt. Am besten dann:
Sawyer: "No. I'm the guy who's gonna put a boot in your face unless you say, "Yeah. I getcha."
Miles: "Yeah. I getcha."
Dann wird es aber sehr ernst, als sie unerwartet auf Lapidus treffen, der mit einer Arzneitasche auf Keamy wartet. Hier sehen wir, dass Smokeys Angriff die Söldner nicht getötet, sondern nur vertrieben hat und ich wette der einzige Verwundete war derjenige, der es wagte auf die Losties zuzurennen. Es kommt zu eine der spannendsten Szenen dieser langweiligen Folge, deren möglicher Ausgang auch noch danach interessant ist. Wenn Keamy die drei entdeckt hätte, hätte Sawyer ihn locker erschießen können. Womöglich hätten die anderen Söldner ihn dann auch getötet, aber Samuels Plan wäre hinüber gewesen. Ausgelöst alles durch ein kurzes Glucksen von Aaron. Vielleicht ein Hinweis, dass er für Jacobs Plan noch eine Rolle spielt, andererseits hat diese Szene rein dramatische Gründe.
Diese nette kleine Trio wird aber aufgelöst, als Sawyer erwacht am nächsten Morgen. Wieder mal genial, als Sawyer auf Miles "morning" saucool sagt: "It's way too early for Chinese." Dann merkt er, dass Claire verschwunden ist und Miles sie mit jemanden hat mitgesehen, den sie Dad genannt hat. Kurz bevor eine Katastrophe passieren könnte und Sawyer auf Miles losgehen könnte, hören wir Aaron schreien. Es dauert noch einige Momente, ehe uns dann endlich das Unfassbare gewiss wird, der nutzloseste Charakter von ganz Lost ist verschwunden, wird endlich mysteriös und bleibt noch dazu eine ganze Staffel weg. Danke, danke Autoren kann man nur sagen.

CLAIRE

Wenden wir uns dieser nutzlosen Figur mal zu, denn plötzlich wirkt sie gar nicht mehr so uninteressant, seit eine Rakete etwas ihr Haus gestreift hat. Schon in der Vorfolge kommt es zu einem interessanten Dialog:
Claire: "Yeah, a bit wobbly, but, uh, I'll live."
Miles: "Well, I wouldn't be too sure about that."
Gut da dachten aber noch alle an die bedrohliche Situation durch die Söldner, aber jetzt fielen wieder interessante Dialoge:
Claire: "It's better. Bit of a headache, but at least I'm not seeing things anymore."
Miles: "Yeah? What'd you see?"
Dies fragt ausgerechnet derjenige, dem bisher alles andere egal zu sein scheint und der noch dazu mit Toten kommunizieren kann. Er merkt offenbar, dass irgendwas mit Claire nicht stimmt. Die möchte außerdem so schnell wie möglich von Rousseau und Karl weg. Hmm vielleicht weil sie genau wie Miles auf einmal eine besondere Bindung zu ihnen spürt. Sie ist vielleicht noch nicht tot, aber definitiv nahe dran.
Denn dann kommt es schließlich zur wirklich seltsamsten Begegnung, mitten in der Nacht hält Christian ihr Baby und sie kann nur verdutzt aufschauen. Am nächsten Morgen ist sie dann verschwunden, doch Miles will gesehen haben, wie sie mit jemanden mitgegangen ist, den sie Dad genannt hat. Noch dazu hat sie Aaron zurückgelassen. Was ist denn nun passiert?
Ich denke durch den Raketeneinschlag war sie kurz weggetreten, benommen und Samuel hat sich ihr nähern können. In einer gelöschten Szene, sehen wir auch, wie Claire verdutzt in dem Bett aufsieht und auch Christian sieht, zumindest sagt sie das. Dieser nähert sich ihr immer mehr an, zeigt sich nur ihr, bis er in der Nacht schließlich wirklich auf sie zukommt und zum Mitgehen überredet, aber Aaron zurücklässt. Wir wissen aber von dem Hellseher, dass Aaron unbedingt von Claire großgezogen werden muss, sonst droht große Gefahr. Nun genau das passiert nun nicht, denn Claire lässt Aaron zurück, der nun von Kate aufgezogen wird, der falschen Person. Wenn wir nun annehmen, dass das mit dem Hellseher von Jacob so gelenkt war, so hat Samuel hier seinen Plan gründlich vermasselt, als er Claire in Gestalt von Christian zu sich nimmt. Das hat zum einen den Zweck, dass Aaron von der Insel kommt, zum anderen, dass Kate ein Grund gegeben wird wegen Claires Verschwinden zur Insel zurückzukehren. Geschickt leitet Samuel hier bereits die Rückkehr eine der Oceanic 6 ein und wird gleichzeitig das Ärgernis Aaron los. Offenbar spielt der in Jacobs Plan tatsächlich eine zu große Rolle und gefährliche noch dazu. Staffel 6 wird es zeigen.
Ist Claire nun tot? Ich glaube nicht, bester Beweis dürfte sein, dass sie zwar verändert, aber frisch und munter mit Christian in der Hütte sitzt. Es könnte zwar sein, dass sie auch eine Erscheinung von Samuel ist, da dieser mehrere projizieren kann (siehe die drei Männer aus Ekos Vergangenheit), doch ich glaube eher er hat sie stark verändert, Dinge gezeigt. Vielleicht braucht er sie noch für irgendetwas in Staffel 6, wir werden sehen.

JACKS OPERATION

Mit einem Wort, eine völlig langweilige Füllhandlung, die doppelt keinen Sinn macht, weil wir durch die Flashforwards sehen, dass ihm eh nichts passieren wird. Jack will es mal nicht wahrhaben, dass er krank ist, macht einen auf großen Retter und muss dann doch operiert werden. Sein Vorschlag Charlotte und Daniel so lange bei sich zu behalten, bis der Hubschrauber kommt und sie abholt mag clever sein, aber irgendwie ist es seltsam, dass er sie nichtmal fesselt. An deren Stelle wäre ich bei so einer Chance abgehauen, aber genau wie Miles schlagen sich die beiden nun auch endgültig auf die Seite der Losties und helfen bei der Operation.
Das beste waren natürlich Rose und Bernard. Diese unterhalten sich darüber, warum Jack überhaupt plötzlich einen Blinddarmdurchbruch hat. Rose führt es auf die Insel zurück, Bernard sagt dabei: "Well, what are you saying, that--that Jack did something to offend the gods?" Da werfe ich mal einen Namen ins Spiel Jacob, denn dem würde es gar nicht passen, wenn Jack es schafft die Insel zu verlassen, da er damit nur Samuels Plan ausführt, der natürlich unbedingt will, dass Jack entkommt. Der Blinddarmdurchbruch soll ihn aufhalten, doch es bringt nichts, denn Jack kann gerettet werden. Die Szenen mit der spiegelhaltenden Kate, der operierenden Juliet und dem Anweisung gebenden Jack ist für mich eine der schlechtesten dieser Staffel. Da finde ich mal wieder Bernard Hammer, der ohne zu Zögern, Jack außer Gefecht setzt: "I'm sorry, Jack, but I agree." Fast genausoschlecht und langweilig ist dann die Unterhaltung zwischen Juliet und Kate nach der Operation.
Ein kleines Detail erfahren wir noch, als Jin, Sun, Daniel und Charlotte, die Geräte aus der medizinischen Station holen, nämlich, dass Charlotte Koreanisch kann. Ich sehe dahinter aber keinen Jin, der der kleinen Charlotte Koreanisch beibringt und bin auch froh darüber, dass es nie so eine Szene gegeben hat. Sie wird diese Sprache als Anthropologin einfach gelernt haben, als sie koreanische Kulturen oder so studiert hat.

JACKS FLASHFORWARD

Erste Reaktion, als dieses Kate-Face rausgeschaut hat: NEIN!
Zweite Reaktion, als Jack dem kleinen Aaron was vorliest: NEIN! NEIN! NEIN!
Die wohl grauenhafteste Vorstellung von ganz Lost war kurz Realität, Jack der Vater, Kate die Mutter und Aaron der Sohn, fertig ist die Pseudofamilie. Zum Glück sehen wir dann, wie alles zerbrechen wird, was mich wiederum froh stimmt.
Hier wird nun angedeutet, wie aus dem glücklichen Familienvater, der kurz davor ist Kate zu heiraten der alkohol- und tablettenabhängige Bärtige wird. Viele halten es für einen Fehler, dass er nach dem Besuch von Locke damals so schnell sich gewandelt hat. Doch diese scheinen diesen zugegeben schlechten Flashforward zu ignorieren. Jack wird plötzlich wieder von seinem Dad heimgesucht, was sich solange steigert, sodass er sogar annimmt, dass er wieder für ihn arbeiten würde, derweil wird er immer mehr tabletten- und alkoholsüchtig. Noch dazu redet Hurley etwas davon, dass das alles gar nicht existiert und sie alle in Wirklichkeit tot sind. Als er das von Jack, Kate und Aaron hört, denkt er nur sie seien im Himmel. Dann erzählt er von seinen Begegnungen mit Charlie. Ein Werk von Samuel, denn ich denke er wollte Hurley psychisch solange zusetzen, bis dieser an gar nichts Reales mehr glaubt und keine Bedrohung für seine Pläne mehr ist. Dank Jacob wird ihm das nicht gelingen, bei Jack gelingt es schon. Erstes Indiz er fährt tatsächlich zu dem Treffen, dass Hurley ihm vorgeschlagen hat, natürlich mit der Nachricht: "You're not supposed to raise him, Jack." Ganz genau.
Dann gibt es noch die herrliche Smokey-Christian-Szene, als der Rauchmelder zu Piepsen anfängt. Ein deutlicher Hint, dass Christian Smokey ist. Daraufhin lässt er sich ein Rezept ausstellen und es kommt zu der meiner Meinung nach besten Szene, Jack der Tabletten mit Bier hinterschluckt. In dem Moment war er mir vollsympathisch.
Doch der Abschluss gefiel mir auch ganz gut. Ich habe glaube ich schonmal erwähnt, dass ich es mag, wenn Jack mal wieder versagt. Dieses Mal ruiniert er seine Beziehung zu Kate endgültig, weil er unbedingt wissen will mit wem sie in Kontakt steht. Er vertraut ihr nicht mehr, noch weniger als sie erwähnt, dass sie dies für Sawyer macht, schon da ist es fast aus. Äh finde nicht nur ich es seltsam, dass auch knapp zwei Jahre danach Kate noch immer regelmäßig geheimnistuerisch mit Cassidy telefoniert, wo doch eigentlich schon alles bei derem ersten Treffen geklärt worden ist?
Naja, jedenfalls verliert er dann endgültig die Beherrschung, als er das Wahrste ausspricht, als Kate behauptet Aaron währe ihr Sohn: "Your son? You're not even related to him!" Das war es, aus, finito. Eine der grausamsten Szenarien ist abgewendet.

BODYCOUNT

Ist Claire nun tot oder nicht?

Summe: ca. 434 (445)

FAZIT:
Belangloser Lückenfüller, der aufgrund des Autorenstreiks mir noch säuerlicher aufstößt. Leider musste die Alibi-Jack-Folge mit dabei sein, offenbar um die Jater zu befriedigen. 90% dieser Episode kann man vergessen, in den letzten 10% sehen wir wenigstens was mit Claire passiert und warum Jack abhängig wird. Eine Jack-Centric zwischen "The shape of things to come" und "Cabin fever" zu bringen wirkt noch dazu völlig deplatziert, es sei denn man wünscht sich, dass das Tempo kurz rausgenommen wird, doch am Ende wird niemand mehr nach der Folge fragen, die zwischen zwei Meisterwerken von Lost kam.

Montag, 16. November 2009

4/09 The shape of things to come (Erik)

Wie war es beim ersten Sehen? Nach wochenlanger Pause ging Lost endlich weiter, fast wäre es wegen dem Autorenstreik nie dazugekommen und dann kam er ganz unerwartet, der nächste Höhepunkt der Serie Lost. Wahnsinnig gutes Tempo, epische Dialoge und viel Action mit einem Ben, der auch mal Emotionen zeigt im Mittelpunkt. Besser kann eben Lost nicht sein.

ZEITLICHE ANOMALIE

Wenn es auch wirklich ein was zu kritisieren gibt, was aber noch nichtmal annähernd in die Kategorie ganz gut fällt, dann ist es die Anfangsszene, als sich Dummbratze Kate wäscht und wieder mal nervige Blicke mit Jack austauscht. Noch dazu wird die langweilige Blinddarmoperation, die aufgrund der Flashforwards nur ein äußerst nutzloser Lückenfüller ist, angedeutet.
Als dann aber Vincent bellt, wird es endlich interessant. Eine Leiche wurde angespült und nicht irgendeine, es ist diejenige von Ray dem Schiffsarzt. Natürlich wissen Daniel und Charlotte wie immer mal wieder nicht was los ist. Zugegeben Charlottes dummdoofer arroganter Blick, als Jack sie fragt was los ist hat schon ziemlich genervt. Dann fragt er Daniel, wann er ihn zum letzten Mal gesehen hat und das übliche Gestammel geht los: "When? "When" is kind of a relative term." Er hat nämlich Recht, denn der Arzt ist so weit von der Peilung 305 abgewichen, dass er sogar noch vor seinem wirklichen Tod angeschwemmt worden ist. Jene Lüge deckt Bernard auf, als Daniel mittels Morsen herausfinden soll was passiert ist und warum Desmond und Sayid noch nicht zurück sind. Dann endlich, als Jack ihn gegen eine Palme drückt, erfährt er die Wahrheit, die ihm Charlie und Locke eigentlich schon längst erzählt haben, diese Leute sind nicht da, um sie zu retten. Das es ausgerechnet den armen Daniel treffen muss, der das nun am wenigsten arrangieren kann ist schon etwas unfair, aber wenigstens schlagen sich sowohl Charlotte als auch Daniel in der nächsten Folge auf die Seite der Losties. Eine weise Entscheidung, doch deren Tod wird so und so geschehen, sodass es irgendwie auch keine Rolle spielt. Das beste an der Szene einen wütenden Jack im Moment des Versagens zu sehen, wie er zusammenbricht. Es ist immer wieder ein Genuss zu sehen, wenn Jack wieder mal versagt hat.

HURLEY = VARIABLE

Der beste Teil der Episode geht Hammer los: "We're all gonna die." Wir alle denken natürlich Hurley spricht über den bevorstehenden Angriff der Söldner, dabei spielen sie nur Risiko. Doch neben der deutlich in Szene setzen eines Spiels, fallen sehr viele interessante Andeutungen: "This is exactly what he wants--to fight amongst ourselves. You're making a big mistake, dude." Ist das bezogen auf den großen Samuel-Jacob-Konflikt, dass alle von Jacobs "Gruppe" so sehr damit beschäftigt sind sich gegenseitig zu bekämpfen, sodass sie dem wahren Feind Samuel helfen? Bezogen auf Lost bisher, Losties kämpfen gegen die Others, obwohl sie beide schon einen neuen Feind mit den Freighters haben. Locke und Jack haben sich solange um die Waffen gestritten, sodass Sawyer sie sich einfach genommen hat. In der Station gehen alle aufeinander los, obwohl sie nur Ben und den Others damit helfen. Im ganz großen Format, alle bekämpfen sich untereinander für irgendein Ziel, ohne das sie merken, dass sie in Wirklichkeit nur Marionetten von Samuel sind, denn zumindest bis Ende Staffel 5 hat es den Anschein, dass alle Konflikte nur seinem großen Plan dienen Jacob umzubringen. Die Tatsache, dass das ausgerechnet Hurley anspricht und als Fehler deutet, könnte wiedermal darauf hindeuten, dass er noch eine Schlüsselrolle bei Jacobs Plan ist. Im übrigen wer spielt gegeneinander, Hurley und Sawyer, die sich lange Zeit nicht ganz grün waren gegen Locke, die spätere Erscheinungsform von Samuel. Also deutlicher geht es kaum.
"Can't believe you're just giving him Australia. Australia's the key to the whole game." Wieder so ein Satz, der zum Nachdenken anregt. Australien war der Ausgangspunkt von Oceanic 815, dort haben sich alle gefunden, die auf dem Weg zur Insel waren. Für die ganze Serie ist dieser Kontinent tatsächlich ein Schlüsselort. Könnte es vielleicht sein, dass bei einer Änderung der Zeitlinie Australien jemand anderem in die Hände fällt? Wäre sehr interessant, denn so würde vielleicht alles wieder passieren nur mit anderen Figuren, die vielleicht alles anders machen.

CODE 14-J

Die Szene war heftig. Eine gefesselte Alex wird zum Sonarzaun geführt, bedroht von den Söldnern. Die meinen ihre Mission zumindest toternst. Da ist ein Baby? Maul halten und Zaun abschalten! Schon schlimm anzusehen, was Alex dadurch machen muss. Keamy jedenfalls überzeugt mich sofort als böser Charakter. Kein langes Reden, kein Ausschweifen, er handelt ohne zu Zögern.
Wenigstens warnt Alex dadurch nun Lockes Gruppe. Das Telefon klingt und übermittelt den Ungläubigen Risiko-Spielern einen Code 14 J. Wie wir nun wissen ist das der Code, wenn die Dharma-Initiative jemanden von den Others gefangengenommen hat. Geschickterweise wird es ausgelöst, wenn der Zaun durch Zwang abgeschaltet werden muss. Ben ist damit bestimmt klüger umgegangen, als die Dharma-Trottel.
Diesen sehen wir nun endlich das erste Mal in dieser Episode, pianospielend und noch dazu sein eigenes Thema in Lost. Finde es immer wieder unglaublich, was der alles kann. Seine Reaktion, als ihm Locke und Sawyer von dem 14-J berichten gigantisch, wie da die Augen hochgehen und er sofort handelt. Es ist zwar eine sehr ernste Situation für ihn eingetreten, doch nun hat er endgültig wieder die Kontrolle an sich gerissen. Er erteilt sofort Befehle und vergibt Waffen. Finde das übrigens traumhaft, wie der eben mal ein Gewehr unter seinem Pianohocker hervorzaubert. "They're here." Das sagt alles, der große Krieg kann beginnen.
Natürlich ist Sawyer etwas skeptisch, wobei er auf geniale Weise schon erkannt hat, was der 14-J nicht ist: "Let me guess. "14-J" ain't the code for the pizza boy." Sein bester Spruch überhaupt in Lost. Ben erklärt es ihm daraufhin und merkt nun, dass selbst ihr Vorsprung schon flöten gegangen ist. Sawyer fühlt sich nun in der Pflicht noch die anderen zu holen. Rousseau, Alex und Karl, die sind schon weg, schön, dass er sich um sie sorgt. Claire, natürlich das nutzlose Weib muss natürlich gerettet werden, wäre sonst zu schade den unwichtigsten Maincharakter sterben zu lassen. Aber lieber Sawyer, die Redshirts, deine anderen Mitabgestürzten? Da läuft sogar noch eine an den dreien vorbei.
Nebenbei bekommen wir dabei eine schöne Zeitanspielung:
Ben: "There's no time."
Sawyer: "I'll make time."
Schon bald wird er durch die Zeit reisen.
Im übrigen zu genial ist, als Ben zu Locke meint er wäre bei ihm am sichersten. "You want to live? I'm your best chance." Dabei kann man nur lachen, wenn man daran denkt, dass Ben ihn schon einmal umbringen wollte und ihn schließlich wirklich umbringt. Noch dazu ist es sowieso wie immer, Locke wird auf Ben hereinfallen, da dieser nur seine eigenen Pläne verfolgt und Locke irgendwie loswerden möchte.

FEUER FREI! (Aber nur auf Redshirts!)

Sawyer auf dem Weg zu Claire. Er kommt zu Doug, einem Redshirt, der die Ehre einer Sprechrolle hat und sogar in den Guest Cast durfte. Was macht er, anstatt ihm zu warnen, labert der nur über Claire. Es kommt aber daraufhin zu einer sehr lustigen Sterbeszene von Redshirts.
"Just get back inside and wait until--" ah jetzt, zu spät, Redshirt tot.
Nächster Redshirt kommt angelaufen, "Get back inside!", Redshirt tot, Redshirt mit Redshirt kommt angelaufen, "Get back inside!", Redshirt tot. Da also wussten wir den Grund, warum noch fünf andere 815er mit Locke mitgegangen sind. Ich gehe zu 1000% davon aus, dass die anderen beiden eine ältere Frau mit rotem Shirt und der letzte Typ, der angeblich Steve sein soll, aber wohl nur ein anderer ist auch erschossen werden, denn keiner von denen ist am Ende dabei, als Lockes Gruppe endgültig zerstört wird.
Der wahre Hammer kommt aber jetzt erst, gefühlte zehntausend Schüsse auf Sawyer und keiner trifft. Wenn die Söldner Sawyer mit Absicht töten wollten, bin ich professioneller Scharfschütze. Ich kann mir nur vorstellen, dass sie gesehen haben, dass Sawyer mit der Waffe eine Respektperson ist und womöglich dazu gebracht werden kann, dass Ben ausgeliefert wird. Um ihn zu schocken, schießen sie viele Schüsse als Warnung vor ihm und jagen zusätzlich noch Claires Haus in die Luft. Diese überlebt das wohl nur, weil sie sich nach hinten begeben hat auf die Veranda, als die Rakete abgefeuert wurde. Bravo, Claire, dass du dich noch an deine alte Liebe erinnerst. Sawyer rettet sie jedenfalls und bringt sie zurück. Viele sagen, dass Claire an der Stelle tot ist, ich sage nächste Folge noch was. Jedenfalls stellen die Söldner das Feuer ein, offenbar weil sie sehen, dass Sawyer auf dem Weg zurück zu Ben ist, nun offenbar wütend genug, sodass er ihn auch ausliefert.

DIE VERHANDLUNG

Die anderen haben sich mittlerweile gut verschanzt und geben eigentlich gar niemand anderen mehr die Chance hineinzukommen, selbst Sawyer nicht. Fand es irgendwie genial, als Sawyer mit Claire zurückkommt, Hurley die Tür aufmachen will und Ben und Locke beide bewaffnet, Hurley davon abhalten. Dieser handelt aber einfach selbst und schmeißt ein Fenster ein, sodass Sawyer hineinkann. Hier wird die Zersplitterung von Lockes Gruppe wieder angedeutet, er vertraut wieder mehr seinem Gefangenen und Fast-Mörder, anstatt seinen alten Mitabgestürzten. Noch aber müssen sie zusammenhalten, da sie aus der Situation noch nicht heraus sind.
Sawyer fragt berechtigt, warum sie einfach schießen und Leute töten. Ben kann das wiedermal perfekt beantworten, der hat offenbar nebenbei noch Kriegspsychologie intensiv studiert. Es ist nämlich herrlich zu sehen, wie er jede Taktik, die die Söldner anwenden wie aus dem Lehrbuch aufsagt, ohne das es ihn wirklich juckt. Schon toll zu sehen, wie er selbst in so einer Extremsituation noch die Kontrolle behält.
Nächster komischer Moment dieses Angriffs es klingelt und alle richten die Waffen auf die Tür. Es ist natürlich nur Miles, der von den Söldner befreit worden ist, damit Ben nun mit diesen in Kontakt tritt. Bis hierhin hat Ben alles unter Kontrolle gehabt, selbst als Miles ihm das mit der Geißel erzählt, deutet er nur daraufhin, dass jeder seiner Leute sich für ihn opfern würde. Dann aber kommt der Schock für ihn, es ist seine Adoptivtochter Alex. Nun ist Ben höchst gespannt und auch bereit zu verhandeln. Fand es aber herrlich, wie er trocken "Hello?" in das Walkie sagt. Keamy redet nun mit ihm und stellt seine Absichten klar. Ben soll herauskommen, dann passiert niemanden etwas im Haus. Sofort kontert er das mit: "You and I both know that once you have me, there's nothing to stop you from killing everybody else on this island." Keamy fragt, was er denkt, was er für eine Person sei und Ben erzählt nun alles über ihn. Wir wissen, dass es Keamy wahnsinnig wütend gemacht hat, dass Ben alles über ihn wusste. Auch wenn er es sich nicht ansehen lässt und so spielt er den letzten Trumpf aus, den er hat, um Ben zur Aufgabe zu zwingen, Alex. Es folgt eine der heftigsten Szenen von ganz Lost, angefangen mit: "Get your ass out here right now... or I'm gonna kill your daughter." Ben hat nun scheinbar ein Gegenargument, doch er überzeugt nur die Söldner vom Gehen, sodass Keamy zur letzten psychologischen Maßnahme greift und Alex das Walkie in die Hand drückt. Diese ist natürlich entsprechend traumatisiert durch die ganzen Ereignisse mit dem Tod ihrer Mutter, der Gefangenennahme und das ihr ganzes Leben nun von Bens Entscheidung abhängt. Dieser hat scheinbar alles im Griff, er glaubt nicht, dass Keamy es ernst meint. Was ist das heftigste, was wohl ein Menschen vor seinem Tod hören muss? Ich würde sagen das hier: "I stole her as a baby from an insane woman. She's a pawn, nothing more. She means nothing to me. I'm not coming out of this house. So if you want to kill her, go ahead and do it--" Alle Bezugspersonen sind ihr genommen und die einzige Person von der sie glaubt, dass sie ihm noch irgendwas bedeutet, sagt, dass sie nutzlos sei. Dann schießt Keamy, zur Überraschung von Ben, zur Überraschung vom Zuschauer. Es ist nun das eingetreten, was er einst mit Widmore besprach, dass er für die Insel alles opfern würde, selbst seine Tochter. Widmore war sich sicher, dass wenn die Insel ihren Tod wollte, sie sterben würde, nun ist es soweit. Alex ist das wohl tragischte und unschuldigste Opfer des Widmore-Ben-Konfliktes.

"HE CHANGED THE RULES"

Welche Regeln hat denn nun Widmore verändert? Es gibt mehrere Möglichkeiten, angefangen von den Regeln der Insel, die einen Tod Alex durch ihn nicht erlauben würde, Zeitreiseregeln, die Alex noch wichtig machen und somit keinen Tod zur Folge haben würde oder eine ganz normale Gentleman-Regel zwischen Ben und Widmore. Ich tippe auf Letzeres, alles spricht dafür. An der Zeit kann nichts geändert werden, das bleibt hoffentlich auch so, zumindest für eine Inselmacht war Alexs Tod unglaublich wichtig, Samuel. Ohne ihren Tod hätte Ben ihn nämlich womöglich nie beschworen, um erst einmal sicher von den Söldnern wegzukommen. Hätte er sich ergeben oder wäre er dann geschnappt worden, so hätte sie ihn gemütlich zum Frachter bringen können und niemand hätte das Rad gedreht. Samuel also wollte Alexs Tod und wenn das Regeln brechen sollte, so hat er schon haufenweise andere Regeln gebrochen. Ich wette sogar, dass Samuel Widmore mittels eines Traumes aufgetragen hat Alex töten zu lassen, wenn es hart auf hart kommt, da sich nur so Ben gefangennehmen ließe. Dafür hat er natürlich den Söldner angeheuert, der am gewissenlosesten agieren würde und selbst ein unschuldiges Mädchen für viel Geld erschießt.
Es bleibt also wohl eine ganz normale Abmachung zwischen Charles und Ben, die Familie herauszuhalten, während dieses Konfliktes. Nächster Beweis ist, dass Ben sofort damit droht Penny auch umzubringen. Interessant ist aber, dass praktisch beide Töchter die beiden gegeneinander ausgespielt hat und zu Feinden hat werdenlassen. Widmore wurde verstoßen wegen einem Kind mit einer Außenseiterin, Ben geriet in Konflikt mit Widmore, weil er Alex nicht töten konnte.

SMOKEY IS BACK

Tochter verloren, Regeln gebrochen, und die Gefangenschaft steht trotzdem bevor. Was bleibt Ben noch übrig? Richtig, Samuel himself zu rufen, in Form von Smokey und hoffen, dass er sich bei seinem Angriff nur um die Söldner kümmert und nicht auch noch um ihn. Da er nicht von Samuels Plan weiß, kann er auch gar nicht wissen, dass Samuel weder das eine noch das andere macht. Er greift die Söldner zwar an, doch er versucht sie bloß von Lockes Gruppe fernzuhalten, damit diese erst einmal entkommen können und er Locke die entscheidende Nachricht mit dem Verschieben der Insel übermitteln kann. Die Söldner müssen natürlich überleben, besonders Keamy, damit zu einen die Bedrohung für die Insel bestehen bleibt und zum anderen Keamy mit seinem Pulsmessgerät den Frachter noch hochjagen kann. Damit aber Keamys Truppe erstmal abhaut, um sich neu zu sammeln, muss es ein Opfer geben und das ist wohl jener Mayhew, der als einziger der Söldner auf Lockes Truppe zurennt. Dadurch und noch dazu, weil die Söldner wohl sämtliche Munition an Smokey verballern sorgen dafür, dass sie sich erst einmal auf den Frachter zurückziehen.
Ben verabschiedet sich noch in einer sehr emotionalen, wortlosen Szene von Alex, die gezeigt hat, dass sie ihm auf keinen Fall egal war. Nun kommt es aber zu spät, er ist Mitschuld am Tod seiner Tochter und muss sich dann drei Jahre später dafür rechtfertigen, natürlich nicht ohne Hintergedanken von Samuel. Der hat sich Alex auch noch ausgesucht als Opfer, weil sie die einzige Person ist, die Ben wirklich etwas bedeutet hat.
Für Lockes Gruppe dagegen ist es aus, denn dieser vertraut wieder Ben und macht dadurch wieder alte Fehler. Fand es schon krass, als er ihm einfach ein Gewehr gibt und sofort davon überzeugt ist, dass sie zu Jacob gehen müssen. Ich fand es genial, wie Ben dieses Wissen, dass nur Hurley weiß, wo die Hütte ist, geschickt im richtigen Moment genutzt hat, sodass ihm Locke wirklich folgen wird. Die anderen haben entsprechend der Ereignisse die Schnauze voll von Locke. Er hat als Anführer versagt, seine Gruppe ist zersprengt, der Rest schließt sich lieber wieder Jack an und Ben kontrolliert ihn sowieso, wie er will. Haben wir eigentlich wirklich geglaubt, dass Locke special ist und der geborene Anführer? Jedenfalls kann er noch Sawyer davon überzeugen, Hurley mitzunehmen. Toll fand ich, wie aus dem Egoisten Sawyer ein Mann geworden ist, der sich um Hurley Sorgen macht und Locke sogar damit droht ihn umzubringen, wenn er ihm auch nur ein Haar krümmt. Sawyer fand ich in der Szene wirklich toll, aber auch Hurley, der das ganze ohne Probleme löst. So geht es weiter, die einen gehen zurück zum Strand, die anderen zu Jacob.
Locke: "Which way?"
Ben: "Follow me. "
Und wieder einmal geht Locke weiter in Richtung seines sicheren Unterganges, und das obwohl er weiß, dass Ben ihn gar nicht, sondern Hurley zu Jacob führen müsste.

BENS FLASHFORWARDS

Endlich einmal Flashforwards, die nicht von einem der Oceanic 6 sind und gerade deshalb sind sie so genial. Was wir als Erstes sehen ist ein Ben, der mit Schneejacke in der Wüste Sahara landet. Auf diese Szene konnte ich mir lange kein Reim machen und wollte die Möglichkeit Teleportieren lange zur Seite schieben. Nun stört es mich nicht mehr, dass Ben nach dem Drehen des Frozen Donkey Wheels nach Tunesien teleportiert wird und auch nicht, dass Widmores Kameras fehlen. Warum eigentlich Tunesien, als Ausgang? Nun ich denke das Raddrehen als ein so verheerendes Mittel, um die Insel zu retten, schickt die Person, die diese Aktion ausführt so weit wie möglich weg von sich. Es wird der Punkt sein, an dem man am weitesten von der Insel entfernt ist. Noch dazu landet man unkontrolliert in der Zukunft, bei Ben sind es nur 10 Monaten, bei Locke aber fast drei Jahre.
Die Männer die kommen sind denke ich mal Widmores Leute, die er da postiert hat, um diejenigen abzufangen, die die Insel auf diese Weise verlassen. So bekommt er vielleicht neue Erkenntnisse durch sie, wie er zurückgelangt. Nun Widmores Leute haben Pech, dass es ausgerechnet Ben ist und auch Widmore merkt das, sodass er den Schutz verstärkt, indem er noch Kameras aufstellt. Es war, wie eigentlich in fast jeder Ben-Szene genial zu sehen, wie er sich aus der Situation herauswindet. Nicht nur, dass er haufenweise Fremdsprachen kann, nein er schafft es auch durch seinen Teleskopschlagstock sofort zwei bewaffnete Männer zu überwältigen. "Oh, so you do speak English." genauso herrlich, wie er dann eiskalt das Kopftuch des Toten nimmt, sich auf das Pferd setzt und in den Sonnenuntergang äh die Wüste reitet.
Danach sehen wir, dass Ben tatsächlich sehr oft außerhalb der Insel war und eine gewisse Macht mittlerweile besitzt. Als Dean Moriarty ist er sehr geschätzt, wie man an dem Blick der Empfangsdame sehen kann. Erleichterung überkommt ihn dann aber, als er erfährt, dass es gerade einmal der 21.10.2005 ist. Tja so einfach wie er ist niemand wegen seiner Aktion mit dem Drehen des Rades entkommen.
Dann sieht er die Beerdigung von Nadia Sayids große Liebe und merkt sofort, dass er einen Plan hat, wie er diesen auf seine Seite zieht. Diese wurde ermordet und soll nun in Tikrit beerdigt werden. Die einstige Verräterin bekommt so ein großes Begräbnis, na gut der Irak ist mittlerweile auch amerikanisiert. Im übrigen glaube ich, dass Ben nichts mit Nadias Tod zu tun hat. Ich glaube einfach nicht, dass er von der Wüste aus einen seiner Männer beauftragt hat Nadia zu ermorden, von der er gar nicht wissen konnte, dass sie mit Sayid unter einer Decke steckt. Es ist also tatsächlich von Widmore beauftragt, nur warum. Einfache Antwort: Samuel wollte das, damit Sayid die einzige Bezugsperson verliert und somit Bens Handlanger wird? Erst dadurch würde aus ihm die Person werden, die schließlich den kleinen Ben anschießt und ihn so erst zu dem macht, was er jetzt ist. Außerdem hilft es dabei Sayid nicht davon abzuhalten zur Insel zurückzukehren, denn erst wegen eines Mordes im Auftrag von Ben wird er offiziell an Bord von Ajira 316 gebracht.
So begibt sich also Ben im Indiana-Jones-Outfit nach Tikrit und beobachtet die Beerdigung. Zum einem, um Sayid auf sich aufmerksam zu machen, zum anderen um Nadias Mörder zu finden. Er schafft natürlich beides. Genial, wie er auf Sayids Frage antwortet: "How did you get here?" mit "I came across the Syrian border. It's really not as difficult as you might--" Für jemanden wie Ben dürfte so eine Staatsgrenze tatsächlich kein Problem sein. Jedenfalls auf die Frage, wie er von der Insel kommt hat er eine gute Ausrede parat mit der Elizabeth. Ob das nochmal Sayids sauschlechten Segelboot-Plan in Erinnerung ruft?
Dann aber kommen sie zum Wesentlichen, wer Nadia umgebracht hat und Ben hilft nun Sayid dabei den Mörder zu finden. Er hat natürlich den passenden Beweis parat, dass es nur dieser Ishmael Bakir sein kann und im Auftrag von Widmore gehandelt hat. Schon jetzt ist sein Schicksal besiegelt, als er gemeinsame Sache mit Ben macht. Natürlich ist es einfach für Ben diesen Ishmael Bakir zu finden und durch Sayid töten zu lassen. Die Unterhaltung mit ihm macht also keinen Sinn, es sei denn er wollte Bakir sagen, dass er Widmore übermitteln soll, dass er seine Tochter tötet. Dazu kommt es nicht und Sayid tötet ihn und wird so zu Bens Auftragskiller. Der schwirrt von dannen und tut so, als ob es nicht mehr Sayids Sache wäre, rät ihm nach seinem Verlust zu trauern und weiterzubeleben. Doch Sayid lässt sich nicht so leicht abwimmeln, denn durch Nadia ist ihm alles genommen wurden und er möchte Ben nun helfen weitere Männer in Widmores Organisation zu töten, damit nicht auch noch seine Freunde zu Schaden kommen. Ben hat das natürlich vorausgesehen: "I'll be in touch." und wie er grinst, als er von Sayid weggeht.
Es ist ein genialer Gegensatz. Das Ende von Sayid als moralisch gut positiv handelnde Person und der Beginn von Ben als Meistermanipulator.

"SLEEP TIGHT, CHARLES"

Die Folge war schon über 35 Minuten einfach nur genial, vollgeladen mit Emotionen und epischen Begebenheiten und dann kommt ganz zum Schluss auch noch die erste on-screen Unterhaltung zwischen den beiden Machtpolen Ben und Widmore. Herrlich, wie sich Ben mit seinem schwarzen Outfit Zugang zur Penthouse Suite verschafft und ganz cool sagt: "Wake up, Charles." Schon wie deren Dialog anfängt ist herrlich, Widmore ist gar nicht überrascht und fragt, warum Ben ein bisschen Farbe hat, der kontert das damit, dass es in Irak sehr heiß ist zurzeit. Dann kommt die Rede, warum Charles immer mit einer Flasche Scotch schläft und er spricht von Alpträumen. Hier für mich der Beweis, dass Widmore so die Anweisungen von Samuel bekommt, diese aber nicht allzu gut verkraftet.
Widmore: "Have you come here to kill me, Benjamin?"
Ben: "We both know I can't do that."
Frage mich was das zu bedeuten hat und ich wette es hängt damit zusammen, dass Samuel Jacob auch nicht persönlich umbringen kann. Offenbar spielen Charles und Ben deren Spiel auf kleineren Ebene und mit dem Ziel Herrschaft über die Insel.
Daraufhin fragt nun Widmore, warum er wirklich hier ist und Ben gibt ihm nun die Schuld für den Tod seiner Tochter. Wieder mal schön, wie Charles das kontert und Ben einfach nur stur gerade aussieht und sagt, dass das nicht wahr ist. In gewisser Weise haben beide Recht, Widmore hat ihren Tod in Auftrag gegeben, Ben hat es geschehen lassen. Beide aber wissen nicht, dass der wahre Schuldige womöglich Samuel ist, der einzige, für den daraus ein wirklicher Vorteil entstanden ist.
"Yes, Benjamin, it is. You creep into my bedroom in the dead of night--like a rat--and have the audacity to pretend that you're the victim?" Das macht uns erst wieder deutlich, dass Ben nicht so unschuldig ist, wie er hier tut.
"I know who you are, boy. What you are. I know that everything you have you took from me. So... Once again I ask you: Why are you here?" Immerhin hat er ihn einen Teil seines Leben gekannt und ist durch ihn erst verstoßen wurden. Widmore war also tatsächlich schon vorher auf der Insel, höherrangig als Ben und hat durch ihn alles verloren.
Der deutet nun eiskalt sein Vorhaben an, Penny auch zu töten, weil Widmore Alex getötet hat, sodass sie quitt sind. Er möchte, dass er sich genauso fühlt wie er. Zum Glück gelingt das Ben nicht wirklich, aber ein was ist schon längst geschehen, Charles hat seine Tochter verloren.
Dieser reagiert auf diese Drohung eiskalt mit "You'll never find her." Damit meint Charles wohl sowohl die Insel als auch Penny.
Widmore: "That island's mine, Benjamin. It always was. It will be again."
Ben: "But you'll never find it."
Er ist also noch immer hinter der Insel her und möchte wieder der Anführer sein, Ben kontert aber damit, dass er sie niemals finden wird. Das hat bis Ende Staffel 5 auch Gültigkeit, während Ben es schafft durch Ajira 316 zurückzukehren.
Widmore: "Then I suppose the hunt is on for both of us." Tja Ben hat dies schonmal gewonnen.
Das Ende eines epischen Dialoges und einer epischen Folge:
Ben: "I suppose it is. Sleep tight, Charles."

BODYCOUNT

Da ist mächtig was los. Fünf Redshirts werden von den Söldner über den Haufen geschossen. Einer der arabischen Reiter wird von Ben erschossen, sowie Ishmael Bakir von Sayid. Noch dazu wird Ray, der Schiffarzt tot angespült. Doch am heftigsten ist wohl die Exekutierung von Alex. Insgesamt also 9 Tote.

Summe: ca. 434 (445)

FAZIT:
Die zweite Ben-Folge ist genauso gut wie die erste und somit der zweite Höhepunkt der Serie Lost. Es ist unglaublich viel los mit dem Angriff der Söldner, dem toten Schiffarzt und der Rekrutierung von Sayid. Noch dazu kommt der wohl heftigste Tod von ganz Lost, eine weitere Smokey-Begegnung, epische, lustige Dialoge zwischen allen Beteiligten, die schließlich mit dem Aufeinandertreffen von Ben und Charles endet. Zu steigern geht das nicht mehr und man wird sich bewusst, dass man an einem Meisterwerk der Fernsehgeschichte teilgenommen hat.

Sonntag, 15. November 2009

4/08 Meet Kevin Johnson (Erik)

Ich werde wohl nie verstehen, warum das für einige die schlechteste Folge der Staffel oder die schlechteste Folge überhaupt ist. Liegt wohl an Michael, aber ich finde wie er gerade hier dargestellt wird überragend. Noch dazu mag ich solche Antiepisoden.

LOCKES GRUPPE

Mit einem Treffen in Lockes Haus geht die Folge los, mal wieder dürfen nur die VIPs daran teilnehmen und die Redshirts bleiben außen vor. Sauschlecht geschrieben. Jedenfalls ist es ein gespanntes Treffen, was ich äußerst gut fand. Da ist auf der einen Seite Ben, den sowieso niemand leiden kann aus der Gruppe und der äußerst misstrauisch angesehen wird. Schließlich kommt noch der gefesselte Miles hinzu, der nun alles erklärt. Locke vertraut seinen Leuten, scheint endlich wieder den Durchblick zu haben und seine Gruppe wird schon am nächsten Tag vernichtet. Genial geschrieben.
Jedenfalls erklärt Miles noch einmal allen, dass sie nur wegen Ben hier sind. Sawyer hält das Problem schon für gelöst, übergeben und fertig. Aber da ist noch: "Because once they have me, their orders are to kill everyone else on the Island." Claire die Superleuchte, um deren Überleben es auch geht und deren Baby, hat natürlich sofort Zweifel, ob Locke wirklich Ben beschützen soll. Hurley hakt nach und das nicht mehr Überraschende wird aufgelöst, Michael ist Bens Frachterspion. Sawyer beschreibt Michael daraufhin ziemlich gut: "I'm sorry. You mean the same guy that killed two women in cold blood to set this little bastard free? And then sold all of us out so he could get off the Island? That Michael?"
So langsam also kommt Bewegung in die ganze Sache. Nach dem Treffen hakt Sawyer noch einmal wegen den 3,2 Millionen nach und unterschätzt wiedermal Ben. Treffender als Miles, der sich völlig sicher ist, dass er sein Geld bekommt, kann man Ben gar nicht beschreiben: "He wants to survive. And considering a week ago you had a gun to his head, and tonight he's eating pound cake... I'd say he's a guy who gets what he wants."
Dieser aber hat noch eine letzte Sache zu klären, ehe die Hölle auf der Insel richtig losgeht. Er sendet Alex, Karl und Rousseau zum Tempel, damit sie sicher sind vor den Söldnern. Hier glaube ich, dass Ben nur dies wollte, es war wohl der einzige Grund, warum er mit seiner Tochter die ganze Zeit über reden wollte. Er hatte einen Fehler begangen, als er sie mit zu den Losties nahm und versucht diesen nun wieder gutzumachen. Eigentlich müsste sie laut den angesprochenen Regeln in der nächsten Folge sowieso sicher sein, doch man merkt schon hier, dass Ben Angst hat, dass sich Widmore nicht daran hält und seine Tochter als Druckmittel benutzt. Sie ist nämlich die einzige Person auf der Insel, die Ben etwas bedeutet. Doch es wird alles zu spät sein, wie wir am Ende der Folge sehen.

DER TEMPEL

"It's a sanctuary. It may be the last safe place on this island." So wird er beschrieben von Ben und wir haben bisher auch noch nicht sehr viel von ihm sehen können, außer der Raum indem Smokey beschworen werden kann und dessen Schutzmauer. Da die Others nicht mitflashen werden nahm ich an, dass sie alle dort hingehen, um sich vor den Flashes zu schützen. Das gleiche wollte Ben wohl auch mit Alex erreichen. Offenbar wusste er schon hier, dass er die Insel verschieben muss und Alex aufgrund des langen Aufenthalts auf der Insel extrem in Gefahr sein würde. Er wollte sie davor schützen. Ein was verwundert mich aber an diesem Tempel. Es wird gesagt, dass er anderthalbe Tage von den Baracken weg ist, allerdings kommt es mir so vor, als ob in Staffel 5 die Leutchen nur etwa dreißig Minuten bis dahin brauchen. Genauso ist es seltsam, warum das Ding als Dharma-Station gekennzeichnet ist. Keiner kann mir einreden und wehe es kommt so, dass der vielleicht wichtigste Ort auf der Insel, der extrem geheimnisvoll angekündigt worden ist, nur einer dieser läppischen, langsam nervenden Dharma-Stationen ist. Ich denke deshalb, dass Ben nur einen Ort markiert hat, wo sie zunächst auf Richards Gruppe treffen und dann gemeinsam zum richtigen Tempel gehen. Ich schätze jener "Dharma-Tempel" war auch der Ort, an dem Richard auf Ben gewartet hatte, als dieser mit den Spiegeln eine Nachricht versendet.
Womöglich waren Richards Others schon längst dort und sind geschützt, nun warten sie noch auf Alex. Dies könnte Ben ihnen noch aufgetragen haben, kurz bevor er zu den Losties gegangen ist.

MICHAEL DER SELBSTMÖRDER

Auf dem Frachter dagegen kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation zwischen Sayid und Michael, denn der kann diesen nicht länger frei herumlaufen lassen und stellt ihn nun zur Rede. "I'm here to die." einen Satz, den man erst versteht, wenn man nun sieht, was Michael alles durchmachen musste, als er wieder auf dem Festland war. Ich muss sagen Hut ab, besser hätten die Autoren Michaels Werdegang gar nicht machen können. Erinnern wir uns an diesen furchtbar schlechten Plan zurück, durch den er Walt zurückbekam, aber dafür zwei Frauen getötet und seinen ganzen Mitabgestürzten verraten hat. Kann ein solcher Mann zufrieden auf dem Festland leben oder holen ihn seine Taten ein? Die Autoren sind konsequent, denn er erzählt Walt, was er getan hat und dieser reagiert mir genau richtig, er verstößt seinen Mördervater und will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Den Preis den Michael bezahlt hat war zu hoch, indem er alle moralischen Grenzen über den Haufen geworfen hat, um seinen Sohn zu retten, hat er ihn nun für immer verloren. Dieses Wissen, sowie die unglaubliche Schuld eines Doppelmordes, die noch auf ihn lastet, lassen ihm keinen anderen Ausweg übrig als Selbstmord. Es ist zwar ein feiger Ausweg, doch irgendwie kann man Michael verstehen, dass er an dieser Riesenschuld zerbricht und nun alles verloren hat, was ihm je wichtig war. Also versucht er es, indem er sich zunächst durch einen Autounfall töten will. Es ist alles vorbereitet, Walts Abschiedsbrief, das einzige was noch notwendig ist. Doch es scheitert, Michael überlebt das alles schwerverletzt und wird wieder von seiner mörderischen Vergangenheit eingeholt, als im Traum ihm Libby als Krankenschwester begegnet. Ich bin der Meinung, dass es sich hierbei wirklich nur um einen stinknormalen Traum gehandelt hat, indem der Mörder von seinem Opfer heimgesucht wird. Also keine Samuel, Jacob oder sonstwas Erscheinung.
Erster Selbsmord verpatzt, auf zum nächsten. Seltsam nur, dass er ohne Papiere und Ausweis und ohne Krankenhausrechnungen bezahlen zu müssen freikommt, entweder extremes Plothole oder die Others haben mitgeholfen. Sowieso ist der zeitliche Rahmen dieser Folge sehr eng und stößt doch auf eine sehr starke Konstruiertheit.
Walt verstößt ihn immer noch und Michaels Mutter hilft mit. Diese war mir sofort sympathisch, als sie erklärt, warum sie ihn nicht zu Walt lässt. Dieser will ihn nicht sehen und hat noch dazu ständig Alpträume. Ob das nun durch die Erlebnisse von Room 23, die Tatsache, dass sein Vater ein Mörder ist oder er schon von zukünftigen Ereignissen träumt ist noch immer unklar. Ob Walt genau wie die zurückgelassenen Bälger in Staffel 6 noch eine Rolle spielen wird, glaube ich eher nicht.
Das nächste was mir so sehr an diesem Verzweiflungsflashback gefiel, der Werdegang von Jins Uhr. Für die hätte er Michael fast umgebracht, als Wiedergutmachung und Abschließen mit seiner Vergangenheit hat er sie ihm geschenkt. Nun wird diese wertvolle Uhr, die Jin überhaupt erst zur Insel gebracht hat in einem billigen Pfandladen gegen einen billigen Revolver eingetauscht. Michael sollte wegen dieser Uhr sterben, nun nutzt er sie, um einen weiteren Selbstmordversuch zu unternehmen. Habe ich schon gesagt, dass ich diese Verstrickungen in dieser Folge einfach liebe.

DIE ANHEUERUNG

Wieder einmal scheitert er, diesmal weil kurz zuvor ein alter Bekannter von ihm auftaucht, Tom. Wir müssen wohl langsam wirklich davon ausgehen, dass Kurs 325 Michael extrem in die Vergangenheit gebracht hat und Tom dazu. Der war zwar in jeder Staffel 3 Folge am Anfang zu sehen, hat aber nun Zeit für einen New York Urlaub und um Michael anzuheuern. Auf der Insel hilft er bei der Operation mit und spielt Football mit Jack. Ich muss sagen Other zu sein würde mir auf die Dauer nicht wirklich gefallen.
Als es zu einem Kampf zwischen den beiden kommt und es dazu kommt, dass Michael erschossen werden kann, erwähnt Tom etwas sehr Interessantes: " You can't kill yourself. The Island won't let you!" Schon seltsam, dass die Insel in New York einen Autounfall dämpfen kann und einen Revolver lahmlegt. Irgendjemand von den Inselmächtigen wird da wohl seine Finger im Spiel haben und dafür gesorgt haben, dass das nicht passiert. Allein aus zeitlinientechnischen Gründen muss aber Michael überleben, denn ohne ihn würden alle Oceanic 6 mit dem Frachter explodieren, sodass sie nie in die Dharma-Zeit reisen könnten, um den Incident auszulösen. Etwas schwach ist die Erklärung schon und so bleibe ich bei den Inselmächtigen, ich sage mal das war wieder das Werk von Samuel. Wir merken nun, dass die Others Michael nicht ohne Grund freigelassen und wir sehen wiedermal, wie perfekt Ben doch Leute manipulieren konnte, um sie für seine Zwecke zu benutzen. Michael würde wohl seinen Sohn verlieren, wenn dieser erfährt, dass er einen Doppelmord begangen hat, und das Michael daran selbst zerbrechen würde.
Nun muss nur noch die Geschichte mit dem falschen Oceanic Flugzeug herauskommen und schon ist Michael wieder in den Diensten der Others. Er besucht also Tom wieder und in einer sehr netten Nebenszene erfahren wir nun das skurille Geheimnis des barttragenden Kinderentführers, er steht auf das gleiche Geschlecht. Arturo ist deswegen ein weiterer Geniestreich dieser Episode, der Blick von Michael als dieser Tom küsst fantastisch.
Doch es geht um das Geschäftliche. Michael möchte wissen, warum das Wrack auf dem Meeresgrund liegt und dieser erzählt ihm natürlich von Charles Widmore. Gleich darauf beweist er, dass dieser es tatsächlich gefakt hat mithilfe der Daten über die geborgenen Leichen, das gefakte Flugzeug und der Aktion mit dem Frachter. Für mich waren an dieser Stelle sämtliche Zweifel ausgeräumt, für viele alle andere Zuschauer aber noch nicht, die brauchten noch einen endgültigen Beweis an einer Stelle, an der das Fakewrack niemanden mehr interessiert hat.
Michaels Auftrag ist ganz einfach, er soll auf den Frachter mitfahren, der bald von Fiji aus losfährt, um alle Leute darauf zu töten. Ben möchte natürlich, dass sein Feind schon von innen heraus zerschlagen wird. Michael ist offenbar die einzige Möglichkeit, da Widmore wohl sonst alle Leute aus Bens Gefolgschaft kennt. Da dieser aber von den Abgestürzten von Oceanic 815 weiß, heißt Michael von nun an Kevin Johnson. Tom redet ihm noch nett ins Gewissen, dass Widmore alle seine Freunde auf der Insel töten wird und das nur er sie retten kann. Wenn er seinen Auftrag ausführt kann er sein Gewissen wieder reinwaschen. Was soll Michael nun noch davon abhalten?
Und man bedenke seit seiner Wegfahrt von der Insel scheinen höchstens zwei Wochen vergangen zu sein. Ganz schön ereignisreich, wenn ich das mal mit meinen öden sonstigen zwei Wochen vergleiche.

MICHAEL ALS FRACHTERSPION

Angekommen auf Fidschi als Deckschrubber, beginnt nun Michaels äh Kevins Job als Bens Spion. Begrüßt wird er von Minkowski, der sterben wird, offiziell eingetragen von Naomi, die auch schon das Zeitliche gesegnet hat. So nun wird die ganze Tragweite deutlich, wie schlecht Widmore das ganze durchdacht hat. Niemand wundert sich, wer Kevin Johnson eingetragen hat, niemand checkt den Inhalt seiner Kiste, die selbst Michael noch nicht kennt. Ziemlich unglaubwürdig und das zeigt nur, wie schlecht Widmore doch im Gegensatz zu Ben ist. Genauso beweist es mal wieder, wie genial Ben doch ist. Auch Miles ist da und der hat gleich mal die schockierende Neuigkeit, dass Kevin Johnson gar nicht Kevin Johnson ist. Woher er das weiß keine Ahnung, da weder Michael tot ist, noch Ana-Lucia und Libbys Leichen auf dem Frachter rumgammeln ist das wohl so ein dramaturgischer Moment. Es lügen aber sowieso 80% der Besatzung, sodass es Miles auch nicht weiter stört.
Dann ruft Tom noch einmal und redet ihm nochmal ins Gewissen. "Or maybe you wanna come back and explain to your kid how you all of them die, too." Da frage ich mich, ob Walt das wirklich akzeptiert, wenn Michael Mord mit Mord vergolten hat. Naja jedenfalls bleibt dieser erstmal nur der Deckschrubber und wird dann ausgerechnet von Frank angesprochen. Dieser diskutiert gerade mit Naomi, warum diese ohne ihn fliegen will. Frank hat sich hoffentlich noch durchgesetzt, denn sonst hätten wir den ärgerlichen Fehler mit einem fehlenden Hubschrauber, da ich immer noch der Meinung bin, dass in Catch-22 keiner abstürzt. Jedenfalls kommt Frank dann auf das Thema 815 und das er glaubt, dass alles nur ein Fake ist. Glückwunsch Lapidus, du sprichst mit der Person, die dir da wohl am meisten zustimmen kann, dich aber für einen Feind hält, der deinen Freunden nur Böses will. "if we found some of those people alive?" ist wieder einer der genialen Sätze, steht doch ein Überlebender genau neben ihn.
Dann merkt Michael wieder, dass es tatsächlich Leute auf den Schiff gibt, die den 815ern schaden wollen. Wir sehen Keamy und seine Söldner in Aktion, die bereits für einen militärischen Schlag auf der Insel üben. Das deutet bereits das Ende dieser Episode an, als sie Karl, Rousseau und Alex angreifen. Michael verrät sich natürlich fast: "I, uh... thought we were going on a rescue mission." Autsch, von einer Rettungsmission hat doch nie jemand gesprochen, doch Keamy merkt es nicht und schickt ihn fort. Michael ist nun bereit seinen Plan durchzuziehen und alle zu töten. Dazu hat er die schöne Bombe bekommen. Wie einer dieser Selbstmordattentäter zündet er sie, wird aber von Libby gewarnt, die wohl hier tatsächlich eine Samuel-Erscheinung ist und schließlich ploppt nur ein Schildchen mit der Aufschrift "NOT YET" heraus. Zum dritten Mal scheitert ein Selbstmord.
Dann bekommt er Besuch von Minkowski, der sich bei Michaels Ballwerfen sofort an Shining erinnert. Nun wird also auch noch ein genialer Film erwähnt und Vergleiche gezogen. Wunderbar, dass Michael zwar nicht mit der Axt hinter seiner Frau her ist, aber jeden auf dem Schiff töten will. Und drehen nicht auch alle Crewmitglieder durch, wegen einem extremen Lagerkoller und der Isolation an einem einzigen Ort festzusitzen. Besser hätte Minkowskis Shining-Vergleich gar nicht passen können. Dieser hat einen Anruf für ihn vom Festland, von Walt. Natürlich ist er es nicht, es ist Ben, der es sogar schafft einen Anruf von der Insel so zu faken, dass alle glauben auf dem Schiff glauben er käme vom Festland. Da fällt die Rede schließlich auf die Bombe. Genial wie Ben sagt: "here are people on your boat who are innocent. They have no idea that the man they work for is a monster, a killer without conscience or a greater purpose. I had to show you the difference between him and me. When I'm at war, I'll do what I need to do to win, but I will not kill innocent people.", obwohl er es ist, der schließlich alle auf dem Frachter umbringen wird. Genauso, als er versucht Charlotte umzubringen. Es wäre ein Leichtes gewesen für Ben den Frachter hochzusprengen, doch es funktioniert nicht, denn es würde nicht Samuels Plan dienen. Es müssen zunächst einige von dem Frachter auf die Insel, ehe das Schiff explodieren kann. Dies wurde Ben offenbar so deutlich gemacht und so verlangt er nur alle Namen von der Besatzung und die Zerstörung sämtlicher Kommunikationsgeräte, sowie anderer Schiffstechnik. Das Michael diesen Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt hat haben wir schon gesehen. "Then consider yourself one of the good guys." All das schafft Michael aber erst, als er die Bombe einfriert und praktisch aus dem Dienst als Frachterspion raus ist.
Dies ist also seine Geschichte und es ist wohl klar, dass Sayid damit nicht zufrieden ist. Vor ihm steht der Mann, der sie alle verraten hat, zwei Frauen umgebracht hat, auf einem Frachter zurückgekehrt ist, dort alles sabotiert, weitere Morde begehen soll und zusätzlich noch für Ben arbeitet. Kein Wunder, dass Sayid ihn ohne Umschweife ausliefert, und selber zum Verräter wird oder Denunziant. Geniale Beschreibung des alten Michael: "This man is not who you think he is. He was a passenger on Oceanic Flight 8-1-5. I spent two months with him on the Island before he betrayed us. This is the man who sabotaged your radio room. He destroyed the ship's engine, and his name isn't Kevin Johnson. It's Michael Dawson, and he's a traitor."
Der Blick zwischen ihm und Gault ist ein herrlicher Schluss.

KILL EVERYONE ELSE ON THIS ISLAND

Eine Abmachung mit Ben bringt der betreffenden Person nie was Gutes, das gilt sogar dann, wenn Ben ausnahmsweise mal gute Absichten hat. Er wollte Alex noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, doch es ist zu spät. Der Hubschrauber ist längst wieder zurück auf der Insel und die Söldner auf dem Weg zu den Baracken. Klar, dass sie dabei dem ahnungslosen Trupp bestehend aus Rousseau, Karl und Alex entgegenlaufen. Diese machen nur eine kurze Rast und noch während Karl ganz freudig mit Alex redet, fliegen ihnen die ersten Schüsse entgegen. Gut ausgebildete Söldner hätten dreimal geschossen und wir hätten sofort drei Leichen daliegen sehen. Doch der Dramaturgie wegen, wird noch Baum, Karls Wasserflasche und dann erst Karl getroffen. Weitere Schüsse fallen und verfehlen Rousseau und Alex nur knapp. In einem wirklich emotionalen Mutter-Tochter-Gespräch fordert sie sie auf schnell mit ihr zu laufen, wird aber gleich darauf selbst getroffen. Erst hier wird nun deutlich, welche riesige Gefahr wirklich auf die Insel gekommen ist. Die Person wird getötet, welche 16 Jahre allein auf der gefährlichen Insel überlebt hat. Diese Szene stellt einen weiteren Wendepunkt von Lost dar, denn erst jetzt wird deutlich, dass weitaus größere Dinge geschehen werden als in Staffel 1 oder 2. Man hätte sich dafür wirklich niemand Besseres aussuchen können als Rousseau. Alex ergibt sich daraufhin mit dem einzigen, was sie am Leben erhält: "Wait! Wait! Don't! I'm Ben's daughter! I'm his daughter!" Auch diese Szene hat etwas sehr Tragisches an sich, kaum ist ihre Mutter tot, bezeichnet sie sich wieder als Bens Tochter, um überhaupt eine Chance zu haben zu leben.
Im übrigen für mich bestand schon nach dem ersten Sehen dieser Episode kein Zweifel, dass es sich nur um Keamys Söldner handeln konnte und nicht den Others.

BODYCOUNT

Der Krieg zwischen Ben und Widmore beginnt und fordert mit Karl und Rousseau gleich die ersten Opfer.

Summe: ca. 425 (434)

FAZIT:
Unglaublich gut gemacht. Michaels Geschichte an Festland wirkt zwar wegen der zeitlichen Enge etwas konstruiert, doch das wird durch geniale epische Szenen wieder wett gemacht. Wir sehen seinen logischen Werdegang nachdem er die Insel verlassen hat und wie er Bens Frachterspion werden konnte. Der noch dazu beginnende Krieg nun zwischen Ben und den Söldnern ist nun der Auftakt des grandiosen Endes dieser Staffel. Damals folgten vier Wochen Pause, wegen dem Autorenstreik, doch die Folge die danach kam war der zweite große Höhepunkt von Lost, eingeleitet durch diese hier.

Samstag, 14. November 2009

4/07 Ji Yeon (Erik)

Flashback und Flashforward zusammen, um den Zuschauer zu verwirren und mit einem krassen Ende zu schocken. Dies funktioniert aber auch nur einmal. Langweilig dagegen ist schon fast die Inselhandlung, das was aber überzeugen kann sind die Ereignisse auf dem Frachter.

AUF DEM FRACHTER

Wie schon angesprochen, die interessanteste Story-Line dieser Folge. Gleich zu Beginn sehen wir den Auftakt der Söldneraktionen. Keamy spricht Frank noch einmal darauf an, ob er bereit ist und sagt, dass er nicht zu lange warten soll. Nachdem das Wissenschaftlerteam sicher auf der Insel ist und zumindest Bens Position ermitteln konnte, treten die Söldner nun in Aktion. Die haben jetzt nämlich die wesentlich schwierigere Aufgabe Ben von der Insel zu holen.
Dies sehen wir aber erst später, zunächst bringt Frank Sayid und Desmond was zu essen. Nach all den "daddy issues, "mother issues", "husband issues" haben wir also nun auch noch "kitchen issues". Bei Lost wird bezüglich Problemen aber auch nichts gespart. Dabei sehen wir endlich auch Regina zum ersten Mal und merken, dass es dieser überhaupt nicht gut geht. Sie hält das Buch falsch herum, schaut völlig verstört und reagiert eher wütend, als Frank sie auf das falsch herum gehaltene Buch aufmerksam macht. Später wird sie sich dann auch umbringen, angedeutet schon durch die Ketten, die Desmond so auf die Nerven gehen. Womöglich ist der Grund ihres Selbstmordes die Insel, es könnte aber auch ein ganz normaler Lagerkoller sein. Immerhin ist sie auf einem Schiff meilenweit im Pazifischen Ozean, die Geräte sind kaputt, die Kommunikation zerstört und zwei Besatzungsmitglieder sind gestorben, als sie sich dem einzigen Festland nähern wollten, der Insel. Noch dazu scheint ihr wohl die hohe See nicht gerade zu liegen, alles Dinge, die sie verrückt werden lassen und schließlich zum Selbstmord treiben. Offenbar war sie einfach nicht an die hohe See gewöhnt. Nicht immer hat Widmore sein bestes Händchen bei der Zusammenstellung des Teams bewiesen.
Ansonsten geht es größtenteils darum herauszufinden, wer nun Bens Mann auf dem Boot ist. Frank hat Sayid und Desmond nicht befreit, wer also bleibt noch übrig. Die Nachricht mit "DON'T TRUST THE CAPTAIN" ist die nächste Botschaft, die die beiden erhalten. Nun da sich am Ende herausstellt, dass es Michael ist, sind seine Beweggründe dafür einfach. Sayid ist aufgrund seiner ganzen Aktionen nicht gerade gut auf ihn zu sprechen und möchte möglichst im Geheimen alles unternehmen, sodass Sayid nicht allzu schlecht von ihm denkt, wenn er dann wirklich auf ihn trifft. Er befreit ihn deshalb zunächst aus der Krankenstation und warnt ihn dann vor dem Captain. Dieser hat tatsächlich Falschinformationen. Obwohl er bezüglich Charles Widmore die Wahrheit sagt, lügt er dann dennoch, als er die Tat mit dem Fakewrack Ben in die Schuhe schiebt. Offenbar soll diese Coverstory dabei helfen, dass die 815er dabei mithelfen, dass Ben schließlich ausgeliefert wird. In der Tat sorgt wohl vorallendingen dieses Wissen und die Tatsache, dass Michael für Ben arbeitet dafür, dass Sayid ihn in der nächsten Folge ohne groß nachzudenken entlarvt. Denn lange geheimhalten kann er sich dann doch nicht, bedeckt hält er sich noch bei Reginas Selbstmord, doch als Ray ihn darum bittet einen großen Blutfleck wegzuwischen muss er seine Tarnung aufgeben und sich Desmond und Sayid stellen. Dieser aber entlarvt ihn noch nicht und mit "Nice to meet you Kevin." wird schon die nächste Folge angedeutet.

SUN UND JIN

Sun hatte wohl Recht, als sie behauptete, dass es Pech bringen würde, schon jetzt über Babynamen zu reden. Bald werden beide auf eine sehr skurille Art für lange Zeit getrennt. Ich fand es aber schon krass, wie Jin behauptete, dass es Wichtigeres gibt als die Rettung. Wirklich gerettet wird er ja auch nicht, also kann er der Sache gegenüber schon gleichgültig sein. Sun bekommt schließlich Zweifel, ob Daniel und Charlotte sie retten wollen, als sie von deren Aktion bei der Giftgasfabrik erzählt. Endgültig aus ist es bei Sun, als sie Daniel zur Rede stellt und der nur ein "The thing is... um, it's not really my call, Sun." Als Sun fragt wessen Entscheidung es ist, weiß er keine Antwort, denn er weiß selber nicht, ob nun Keamy die Führung hat oder Gault. Nach Naomi, dürfte sowieso niemand gerettet werden von den 815ern.
Dies ist nun der endgültige Auslöser dafür, dass sie zusammen zu Lockes Camp gehen wollen, doch Sun muss sich natürlich noch mit Medikamenten eindecken und Juliet darauf aufmerksam machen. Hier nun nervt Juliet zum ersten Mal in bester Kate-Manier und beginnt den Werdegang, der dazu führt, dass ich sie im 5.Staffelfinale sogar noch mehr hasse als Kate. Statt einfach Sun die Wahl zu überlassen, wie sie sich nun entscheidet, riskiert sie es sogar schlussendlich ihre Ehe zu zerstören, als sie Jin das mit der Affäre erzählt. Also ganz ehrlich, dass Sun sie nur eine klatscht ist ziemlich unglaubwürdig. Die Person, die womöglich meine Ehe zerstört hat würde ich noch ein bisschen mehr bearbeiten. Genauso unglaubwürdig, dass die beiden dann wieder chillig am Strand miteinander reden.
Viel besser ist da der Part geschrieben, als Jin Fischen gehen will und ausgerechnet der sympathische Bernard mitkommen möchte. Der verbreitet wie immer gute Laune und führt ein sehr denkwürdiges Gespräch. So erklärt er die Sache mit Rose, die auf der Insel vom Krebs geheilt worden ist, aber trotz des Risikos wieder krank zu werden mit Jack geht, da Locke ein Mörder ist. Da wird einem mal wieder die ganze Genialität dieser beiden deutlich, die als eine der wenigen moralisch richtige Entscheidungen treffen. "See, it's all about karma, [...] You make bad choices, bad things happen to you. But you make good choices, and then good--" Ein sehr guter Satz, verdeutlicht er doch, dass moralisch falsche Entscheidungen zu nicht Gutes führen, dagegen gute schon. Symbolisiert wird das durch den Fisch, den Jin daraufhin fängt. Moralisch falsch, aber konsequent wäre es gewesen, wenn Jin nun Sun verlassen hätte, stattdessen erklärt er nun genau, was Sun wohl zu dieser Tat getrieben hat, basierend auf Bernards Theorie. Er sieht nun ein, dass Sun nur deswegen eine Affäre begangen hat, da Jin während dieser Zeit ziemlich verachtungswürdig war und moralisch falsche Aktionen begangen hat, diese haben dann diese schlechten Dinge hervorgerufen, die seine Ehe fast ruiniert hätten. Nun ist Jin zu Sun zurückgekehrt und deren Ehe wirkt endgültig gerettet. Jin ist bereit alles für Sun zutun und überall hinzugehen, wo sie hinwill. Das große Aber, das mit dem Karma trifft nur in dieser Folge zu, denn schon bald werden Jin und Sun auf tragische Weise getrennt.
Für Bernard übrigens trifft das Karma aber voll und ganz zu. Er wird mit seiner Frau glücklich und zufrieden auf der Insel leben, fernab von all den moralisch schlechten Aktionen, die da noch kommen.
Ein was Seltsames noch, Bernard kann mir nicht einreden, dass er und Jin die einzigen verheirateten Männer auf der Insel sind. Es gibt noch knapp 20 andere Überlebende, die laut Autoren stinknormal sind und deren Vergangenheit langweilig ist. Keiner kann mir einreden, dass unter diesen Stinknormalos niemand dabei sein soll, der verheiratet ist.

SUNS FLASHFORWARD UND JINS FLASHBACK

Das berühmte Verwirrspiel. Sun schaut sich gerade Expose an und wir sehen endlich mal wieder Nikki. Im übrigen finde ich den Expose-Sound klasse.
Dann setzen bei ihr die Wehen ein. Im übrigen fand ich es überaus billig, wie Sun sagt: "I'm pregnant, and I think something's wrong.", um uns Glauben zu lassen, die Probleme mit der Schwangerschaften setzen sich auf dem Festland fort. Das Sun aber ihr Baby schließlich heil zur Welt bringt ist für mich ein Beweis, dass auch die Heilkräfte der Insel nachlassen. Rose müsste also wieder Krebs bekommen, wenn sie die Insel verlässt.
Währenddessen versucht Jin angeblich verzweifelt einen Panda aufzutreiben, den er dann Ji Yeon schenken will. Alles was passiert in diesem Flashback ist dann eigentlich ziemlich belanglos, da er nur einen Auftrag für Paik ausführt. So kann man eigentlich nur die Hinweise deuten, die glasklar darauf hindeuten, dass es sich nur um einen Flashback handeln kann. Jins Handy zum Beispiel, seine Obsession ausgerechnet einen Panda zu kaufen, für den er sogar einen Taxifahrer umbringen würde. Wäre es sein eigenes Kind würde er wohl tatsächlich einfach den Drachen kaufen, doch er besteht weiter auf den Panda. Im übrigen war 2000 Jahr des Drachen wieder ein Beweis. Die Auflösung kommt aber erst, als er in das Krankenhaus stürmt, sagt, dass er für Paik arbeitet und den Panda an den Botschafter als Zeichen des guten Willens übergeben will. "I've only been married two months." Der endgültige Beweis. Wieder mal einer dieser Sprachenfehler, Jin behauptet noch in D.O.C. er kann kein Chinesisch, doch hier unterhält er sich perfekt mit all den Chinesen. Mich würde es aber nicht mal wundern, wenn diese Koreanisch sprechen.
Bei Suns Geburt sorgt man dafür, dass man glaubt, dass Jin auf dem Weg zu ihr ist. Jeder daher Gelaufene sieht schon aus wie er, selbst bei dem Arzt hatte ich übrigens das Gefühl. Wohl ein kleiner Gegenbeweis: Als sich Sun mit aller Macht dagegen wehrt, dass ihr der Ring abgenommen wird.
Schließlich kommt hier die grausige Enthüllung, nachdem Ji Yeon geboren worden ist. Jin ist offenbar tot und Sun spricht an seinem Grabstein rührend über die Geburt von Ji Yeon. Beim ersten Mal fragt sich der Zuschauer, ob Jin wirklich gestorben ist, immerhin zeigt das Todesdatum nur den Absturz von Oceanic 815. Nach Ende von Staffel 4 ist man zu 80% überzeugt, dass Jin tot ist. Nach The Little Prince weiß man, dass er überlebt hat und diese Szene wirkt weit weniger dramatisch. Nur Suns Glaube daran, dass er tot ist, macht diese ganze Szene noch traurig.

JI YEON

Lange wurde dieses Balg angekündigt, nun sehen wir dessen Geburt. Es ist natürlich auffällig, dass es sich im Gegensatz zu allen anderen gezeigten Geburten um ein Mädchen handelt. Da man Balg Aaron noch eine große Rolle andichtet, kommen auch bei ihr abstruse zum Teil total verrückte Ideen zustande. Beide werden irgendwie zusammenkommen und ihre Eltern von der Insel retten. Sie sind Adam und Eva und allerlei weiterer Unsinn. Ji Yeon wird wohl nur eines der weiteren zurückgelassenen Bälger sein, die gewissen Charaktere wiedermal einen Grund gibt die Insel zu verlassen, nachdem sie sie wieder einmal betreten haben. Sun kehrte nur wegen Jin zurück und verließ dabei ihr Kind. Sie widerspricht sich dabei selber, als sie meint eine Mutter dürfe niemals ihr Kind verlassen. Das einzige, was das alles rechtfertigen würde wäre, wenn es irgendwann in Staffel 6 tatsächlich zu einer Wiedervereinigung mit Jin, Sun und Ji Yeon kommt.
Das Balg hat aber noch eine andere signifikante Bedeutung, die vielleicht leider wahr wird. Wenn Jughead tatsächlich die Zeitlinie rettet, so wäre sie der einzige Mensch, deren Existenz dadurch komplett vernichtet wird. Wäre Sun also mit in die Dharma-Zeit geflasht, sie wäre wohl der größte Jack-Gegner gewesen und hätte nicht mit einem "Weil du mich wegen dieser bitch vielleicht verlassen wirst, werde ich dem Bombenzerstörer helfen, sein Zeitreisenänderungsdings durchzuziehen" davon abgehalten worden wäre. Jin hätte auch mal nachdenken können, denn wenn es Sun gutgeht, da geht es auch dem Baby gut, doch wenn Jack nun alles verhindern will, so verhindert auch die einzige Chance von Jin jemals ein Kind zu haben. Zu Jins Verteidigung er wird einfach in den Plan involviert, ohne das ihn irgendjemand was sagt. Das einzige, was er versteht: Er kommt dadurch mit Sun zusammen.
Also einmal abwarten, ob Ji Yeon noch irgendeine Bedeutung hat oder nur ein weiteres nervendes Balg ist.

BODYCOUNT

Das Frachterteam dezimiert sich schön weiter, nun stürzt sich Regina über die Reling. Jins Tod wird zwar angedeutet, aber nie geschehen.

Summe: ca. 423 (432)

FAZIT:
Beim ersten Mal ist der Zuschauer noch geschockt, ein Mix aus Flashforward und Flashback verbunden mit Jins angeblichen Tod. Das nutzt sich beim zweiten Sehen ab, wirkt nach dem Ende von Staffel 4 nur bedingt dramatisch und nach The Little Prince fast schon überflüssig. So wirkt auch die Folge jetzt eher nutzlos, inselmäßig passiert nicht wirklich viel. Alle sitzen nach der Fastvergasung der Insel wieder chillig am Strand und für Juliet ist es wichtiger eine Schwangere vom Gehen abzuhalten, als sich weiter um die Rettung zu kümmern. Irgendwie wirkt das alles festgefahren, Jack, Kate, Daniel und Charlotte. Interessant war deshalb nur die Frachterhandlung. Eine Folge, die wohl nachdem Ende von Lost als belangloser Füller in Erinnerung bleiben wird, es sei denn Ji Yeon wird noch zur Inselgöttin und ist zusammen mit Aaron der Vater von Jacob und Samuel. Aber ab dem Punkt wird Lost für mich sowieso schon mit The Incident zu Ende sein.

4/06 The other woman (Erik)

Das alte Flashback-Konzept also wieder und es scheitert. Juliets Vergangenheit und Beziehung zu Goodwin ist nicht wirklich interessant und stoppt eher den neuen Erzählstil mit den Flashforwards. Die Inselhandlung wirkt etwas gezwungen mit Charlottes und Daniels Mission, sowie der plötzlichen Einführung der Tempest. Das wahre Highlight ist da wiedermal Ben, der nun zurück ist.

ABSCHALTEN DES GASES

So ich möchte nach Ewigkeiten mal wieder auf Samuels Plan zurückkommen, denn irgendwie hat es den sehr in den Hintergrund gedrängt. Charlotte und Daniels Mission ist recht einfach zu verstehen, wenn wir die nächsten Folgen sehen. Sie sollen das Gas neutralisieren, damit das Söldnerteam auf die Insel kommen kann, um Ben zu fangen. So wirken deren so edle Motive, als Charlotte sagt: "We're trying to disable it before he can use it against us!" dann doch wieder falsch. Ben würde es nur gegen die Söldner nutzen, nicht um alle zu töten. Der Zweck der Söldner wäre es aber dann alle Menschen auf der Insel zu töten, sodass Charlotte hier Tür unf Tor zur Vernichtung aller öffnet. Zum Glück wird es anders kommen, da Ben noch Smokey und die Others in der Hinterhand hat. Um mal auf Samuels Plan zurückzukommen, nur durch diese Aktion konnten die Söldner überhaupt auf die Insel kommen und die sind wiederum der Auslöser dafür, dass die Insel bewegt werden muss. Ein entscheidender Schritt in Samuels Plan wird hiermit gelegt.
Jacob versucht dies nun zu verhindern, indem er Juliet als Harper erscheint. Es wäre wohl zu schwer gewesen zu erklären, warum es wirklich wichtig ist, dass Charlotte und Daniel das Gas lieber nicht abdrehen, sodass er sich auf eine einfache leicht verständliche Erklärung besinnt: "I came to deliver a message... from Ben. The two people you're looking for--Faraday and Lewis... they're headed to the Tempest. And if they figure out how to deploy that gas... then everyone on this island is going to die." Er benutzt natürlich Ben als Auftraggeber. Ich habe mich schon immer gefragt, wie dieser das gefangen in seiner Zelle und ohne Kontakt zu seinen Leuten arrangieren konnte. Nun es war Jacob, der einfach diese Aufgabe übernommen hat. Juliet zieht daraufhin tatsächlich zusammen mit Jack los, um sie aufzuhalten. Doch Jacobs Plan scheitert, denn Juliet wird die beiden nicht erschießen und diese können deswegen das Gas erfolgreich neutralisieren. An dieser Stelle merken wir, dass Samuel offenbar über mehr Macht verfügt als Jacob.
Am Ende dieser ganzen Sache zieht Juliet genau die richtigen Schlüsse: "These people came here to wage war against Ben, and Ben's gonna win." Ganz genau das wird er.
Genial war es auch zu sehen, dass die Tempest eine Dharma-Station war, die neben dem Strom auch eine Giftgasanlage enthielt. Hier hätten wir wieder einen Beweis für: "We are the causes of our own suffering" Durch den Bau dieser Station erst, hat sich Dharma ihr eigenes Grab geschaufelt. Übrigens auch nicht schlecht, dass Charlotte behauptet Ben hätte das Gas schon einmal benutzt, natürlich sind damit die Dharma-Leute gemeint. Wenn aber nun tatsächlich Charles den Befehl zum Purge gegeben hat, so unterstellt er ihm eine Sache, die er selbst initiiert hat. Gerade weil er dieses Gas schon einmal benutzt hatte wollte Widmore mit aller Macht erreichen, dass es Ben nicht gegen seine Leute verwendet.
Und noch ein Riesendankeschön an Charlotte dafür, dass sie Kate mal ordentlich niedergemäht hat. Das beste, was nach Eggtown mit Kate hätte passieren können.

BENS WERDEGANG

Am Ende von Staffel 3 geschlagen, an einen Baum gekettet und mit einem Todesurteil versehen, daraus wurde mit einem Todesurteil versehen in einer anderen Gruppe. Durch zwei Informationen blieb er nur Gefangener, der eventuell noch wichtig werden könnte, dann wurde aus ihm die wichtigste Person der Insel. Dadurch kam das Privileg Kellerverlies zustande, aus dem er sich langsam durch geschickte Manipulationen herausarbeitete. Und dann das, durch letzte Informationen wird aus ihm ein freier Mann, der genau wie alle anderen von Lockes Leuten ein eigenes Haus bekommt.
Hier sehen wir nun die letzten Schritte, denn Locke bekommt immer mehr Probleme mit seinen Leuten. Wenn selbst schon Nutzlos-Claire mit Miles reden will und vorschlägt, dass Locke da völlig falsch an die Sache herangegangen ist, muss er sich wieder einmal Ben zuwenden. Noch dazu fragt Claire etwas ganz Entscheidendes, wem denn nun das Boot gehört.
Schön fand ich zunächst, wie sich Ben um die weißen Hasen sorgt, bis die Rede auf die wirklich wichtige Sache kommt: "So has the revolution begun yet?" Dann erklärt Ben ihm, was ein Anführer alles durchmachen muss und Locke wird klar, dass er all das nicht hat, was Ben ihm aufzählt. Dieser kommt schließlich mit einem der besten Lost-Sätze überhaupt daher: "I always have a plan." Hoffentlich gilt das auch für Staffel 6, denn nichts würde mir mehr Freude bereiten, als einen Ben zu sehen, der wieder die Führung übernimmt. Wie Locke das aber kontert, als er auf die 3,2 Millionen zu sprechen kommt ist auch genial, besonders als er Ben einen Dollar gibt. Ein bisschen besser kommt Locke also schon mit Ben zurecht. Dieser schlägt nun seinen Deal vor, indem er alles erzählt, was er über den Mann weiß, der den Frachter angeheuert hat. Er zieht nun seinen letzten Trumpf aus der Tasche.
Auch die nächste Unterhaltung ist genial, als Locke meint, dass er ihn nicht in den Dschungel führen würde, um ihn zu erschießen oder zu verschwinden. Ben antwortet darauf, dass sie noch nicht einmal das Wohnzimmer verlassen müssen. "How do I know you're not gonna run off and meet your people first chance you get?" So ist es aber nicht, denn Ben hat immer noch Kontrolle über sie, nur im Moment braucht er sie nicht, da er bekanntermaßen genau da ist, wo er sein will. Er verweist schließlich auf das Bild und dem Safe und auch herrlich, wie er ohne zu Zögern die Kombination nennt. Das Video das als Beweis dient ist das alte Red Sox Video, was darauf hindeutet, dass diese Aufnahme erst nach Glass Ballerina gemacht worden ist. Jedenfalls sehen wir nun endlich, dass Charles Widmore hinter der Sache steckt. Ben führt an, dass Widmores Interesse an der Insel rein ökonomisch sind. Natürlich lügt er dabei genauso wie bei der Tatsache, dass er nicht weiß woher Widmore von der Insel wusste. Dieser war wesentlich länger auf ihr als Ben. Sein wahres Interesse besteht wohl nur darin Ben loszuwerden, damit er selbst wieder der Anführer werden kann. Ich glaube Widmore einfach nicht, dass er das alles nur getan hat, um Locke zum Anführer zu verhelfen. Genauso glaube ich, dass er im Auftrag von Samuel handelt, der ihn als Verstoßenen von Jacob ziemlich leicht zu einem seiner Männer machen konnte. Nicht umsonst hilft er massiv dabei mit, dass Locke auf dem Festland scheitert und stirbt. Widmore ist also auch nur eine weitere Marionette von Samuels großen Plan.
Doch noch hat Ben nicht ganz gewonnen und verrät so Locke sein letztes Geheimnis über den Frachter, seinen Spion. Dies reicht aber endgültig aus und so kann er gemütlich zu seinem neuen Haus spazieren und Hurley und Sawyer "See you guys at dinner." zurufen. Wohl eine der besten letzten Sätze einer Lost-Episode.

JULIETS FLASHBACKS

Wie schon angeführt, das Thema war ausgereizt und so bot dieser Flashback nicht wirklich etwas Neues. In der letzten Staffel hätte uns ein Other-Flashback noch riesig interessiert, mittlerweile sind aber die Frachterleute wichtiger geworden und alles wurde in eine höhere Ebene gebracht. Wir sehen also jene Harper dort, die ein Therapeut von Juliet ist. Offenbar damit sie sich gut auf die Insel einlassen kann und so wenig wie möglich Heimweh hat. Mittelpunkt ist aber die Beziehung zwischen Ben, Juliet und Goodwin. Juliet und Goodwin kommen sich näher, als diese ihm bei einer Verätzung hilft. Warum Juliet verheimlichen soll, dass er in der Giftgasfabrik arbeitet, obwohl jeder wissen müsste, dass damit ganz Dharma vernichtet worden ist, ist mir ein Rätsel. Dies gefällt nur Ben gar nicht, der hinter Juliet her ist, was aber mehr einer Obsession denn einer Liebschaft gleichkommt. Offenbar ist jene Person von der Harper spricht tatsächlich Juliet selber, an die sich Ben noch während seiner Dharma-Zeit erinnern kann. So hätten wir wieder einen Twist, denn ohne dieses Wissen hätte er vielleicht gar nicht versucht Juliet zu rekrutieren. Er kann es natürlich nicht zulassen, dass Juliet und Goodwin zusammenbleiben, sodass er ihn auf eine Mission schickt, bei der er mit Sicherheit sterben wird. Selbst Schuld, wenn man Ben so unterschätzt: "What's Ben gonna do?" Er stirbt bekanntermaßen, obwohl er seinen Auftrag sehr gut ausführt und Ben führt Juliet schließlich zu seiner Leiche. Dieser hat wohl lange auf den Moment gewartet, als er ihr seine Gefühle ausdrückt. Was dabei herauskommt dürfte eine der krassesten Liebeserklärungen überhaupt sein: "That you're mine". Er gibt die Obsession aber dann auf, als Juliet ihn verrät und damit ist auch diese, eigentlich so richtig nie vorhandene Liebesgeschichte abgehakt.

BODYCOUNT

Die Toten, die angesprochen werden, hatten wir bereits schon, ansonsten wird eine Totalkatastrophe bei der alle sterben würden, nur knapp verhindert.

Summe: ca. 422 (431)

FAZIT:
Keine herausragende Folge. Alles wirkt viel zu gehetzt und aufgesetzt. Die Tempest, die Goodwin-Juliet Beziehung, Bens Obsession von Juliet. Sowieso ist Juliet neben Claire die wohl nutzloseste Figur in Staffel 4. Perfekt war dafür die Enthüllung, wer nun hinter der Sache mit dem Frachter steckt und wie sich Ben vom Totgeweihten zum freien Mann entwickelt hat.