Montag, 2. November 2009

3/22 und 3/23 Through The Looking Glass (Erik)

We have to go back! Was für ein geniales, emotionelles und doch so handlungsänderndes Finale. Rettung schien immer das Ende von Lost zu sein, auf einmal scheint es nur Mittel zum Zweck. Erst ab hier hievt sich Lost auf die nächste höhere Ebene, die die Serie noch genialer macht nach drei Staffeln.

RETTUNG

Es ist das zentrale Thema und die Motivation der Losties in diesem Finale. War es im Finale von Staffel 1 nur die Sache mit dem Floß und im Staffel 2 Finale gar nichts zu diesem Thema, so drehen sich dieses Mal alle Handlungen der Losties nur darum, dass sie womöglich Rettung finden. Geschickt aufgeteilt in drei Handlungsstränge.
Da ist zunächst Jack der Anführer und nie gefiel er mir besser in der Serie als hier. So wirkte es auch keineswegs falsch, dass Staffelfinale auf Jack zu zentrieren. Trotz aller Hindernisse soll er es letztendlich schaffen, seinen Plan zu vollziehen, auch wenn er gar nicht weiß welchen Preis er dafür bezahlt. Dies werden wir sehen, doch zu den Flashforwards komme ich erst im letzten Punkt.
Wir sehen also am Anfang den zweiten Exodus des Strand Camps, dieses Mal aber wirklich mit dem Zweck, sich vor den Others zu verbergen, aber gleichzeitig auch um Rettung zu finden. Dazu wandern sie zu einem ewig angekündigten, aber nie gezeigtem Ort auf der Insel, dem Sendeturm. Dort müssen sie zunächst Rousseaus Signal abschalten, damit sie überhaupt einen Funkspruch senden können, eines der beiden Hindernisse, die eine störungsfreie Übertragung zu Naomis Frachter unmöglich macht. Sehr auffallend, dass Naomi bei ihrer Wanderung Jack Moses nennt, diese Erwähnung werden wir noch einmal haben, nämlich als Ben Locke so nennt. Im übrigen finde ich es auch toll, wie Naomi sofort auffällt, dass sich die Losties untereinander nicht trauen, nur steht das im krassen Gegensatz zu dem was wir sehen. Außer Locke arbeiten alle füreinander nur für das eine Ziel, etwas das sie in 90 Tagen nie zuvor gemacht haben, und Locke ist sowieso längst abtrünnig geworden.

ANGRIFF DER OTHERS AUF DEN STRAND

Während die Losties unter Jacks Führung in Richtung Sendeturm gehen, erwarten Sayid, Bernard und Jin die Others am Strand. Diese hätten womöglich noch vor ihrem sicheren Untergang gewarnt werden können, doch Ryan hat ausgerechnet im falschen Moment sein Walkie ausgeschalten und so passiert das Unvermeidliche: Sie tappen in die Falle, aber nicht alle. Dadurch, dass Jin im falschen Moment daneben schießt, kippt die ganze Situation. Sieben der Others sterben, aber nicht Ryan, Tom und Jason, die jetzt die drei Angreifer als Geißeln halten können. Es ist auffallend nach wie wenig Minuten dieser Angriff bereits vorüber ist, ein weiteres Element von Lost-Finalen. Der eigentliche Angriff zwischen zwei Gruppen wird meist sehr schnell abgehandelt. Doch gerade aus dieser Situation ergeben sich völlig neue Begebenheiten. Die Gruppe um Jack ist besorgt und sie ringen mit sich, ob sie für die drei zurückgehen sollen. Wir erleben einen neuen Jack, der alte wäre mit Sicherheit zurückgegangen, doch wie Sayid es ihm aufgetragen hat, geht er weiter, auch wenn seine drei Freunde womöglich tot sind. Zurecht sind Rose und Sun besorgt, wobei Rose allein für diesen Satz einen Orden verdient hat: "If you say live together die alone to me Jack, I'm gonna punch you in your face." Ich glaube jeder Lost-Fan wollte das Jack irgendwann ins Gesicht sagen, Rose erledigt das für uns, einer der besten Zeilen von ihr. Jedenfalls gehen sie alle weiter. Währenddessen verrät Bernard alles über ihre Pläne und wie sie von dem vorverlegten Angriff wissen konnten. Bereits in der letzten Folge habe ich angedeutet, dass alles was hier passiert, Samuels Plan ist und eine Vermischung von Jack und Bens Plan. Samuel braucht den Frachter und Jack ist auf bestem Wege, diesen zur Insel zu locken, Ben dagegen möchte das mit aller Macht vermeiden. Doch Samuel braucht Ben und Alex in den Reihen der Losties, damit sein Plan mit den Söldnern funktionieren kann. Deshalb ist es unglaublich geschickt taktiert, dass Alex ihren Adoptivvater verraten und ausgerechnet Karl geschickt hat. Nur dadurch hat Ben das Bedürfnis seine Adoptivtochter ihrer richtigen Familie zu übergeben, obwohl er es eigentlich besser wissen müsste und sie gleich mit Richard zum Tempel schicken sollte.

BENS PLAN

Der Angriff ist fehlgeschlagen, seine Station vom Feind entdeckt und seine Leute durchschauen immer mehr seine Lügen. Es steht wirklich nicht gut um Ben, doch da er wenigstens mit Mikhail noch einen loyalen Mann hat, kann er das Chaos in der Looking Glass beseitigen, und auch am Strand haben wenigstens seine Leute die Kontrolle wiedererlangt und halten drei der Losties als Geißeln. Trotz allem muss er mit aller Macht verhindern, dass Jack den Frachter ruft, ansonsten findet sein größter Feind den Weg zur Insel und nimmt ihn gefangen. Die ganze Zeit über erzählt er hier, dass es darum geht die Insel zu schützen, das Jacob das so möchte und die größte Gefahr überhaupt droht. Wir sehen, dass er in Wirklichkeit nur verzweifelt versucht, nicht von Widmore von der Insel geschleppt zu werden. Deshalb ist er sogar bereit, sich alleine den vierzig Losties zu stellen und Jack dazu zu überreden, seinen Plan aufzugeben. Während der Wanderung zu denen erfahren wir noch, warum Alex ihn verraten hat, Karl war also doch der Grund des Ganzen, wodurch ich sofort jede Aktion von Alex nachvollziehen konnte in dieser Staffel. Wir erfahren auch, warum Ben so sehr gegen Karl war: "I didn't want him to get you pregnant. I suppose I overreacted. We better get going." Wie lässig er sich bei dem overreacted die Tasche aufhebt und einfach weitergeht, ist genial gemacht und sorgte bei mir sogar für einen kleinen Lacher. Typisch Ben!
Selbst er kommt aber gegen Jack nicht mehr an, denn dieser hat sich massiv verwandelt, was Ben zu spät bemerkt. So nützen Ben seine Geißeln nichts, auch nicht als er Jack eröffnet, dass die Gruppe um Naomi die Bösen sind und auch, dass er kurz davor steht, alle seine Leute umzubringen. Zumindest mit dem "If you phone her boat, every single living person on this Island will be killed." hatte er aber wohl Recht, wenn man sich Keamy und seine Söldner ansieht. Allerdings war auch ein Großteil des Frachters dagegen, sodass auch diese Aussage nicht ganz stimmt. Noch immer ist also Jack nicht überzeugt, sodass Ben Tom aufträgt, dass alle Geißeln getötet werden sollen. Unfassbarerweise scheitert er auch damit und wird von Jack brutal und blutig zusammengeschlagen. Wieder eine neue Seite von Jack, wobei ich es krass finde, dass er sogar selbst Verletzungen an den Fingern davonträgt. Bens Plan ist hinüber, er befindet sich da, wo er hinsoll, bei den Losties, zusammengeschlagen und gefangen. Nebenbei stellt er noch Alex seiner wahren Mutter Danielle vor und nach all den Jahren haben sich die beiden endlich wieder gefunden. Eine rührende Szene und das "I'll help you tie him up." ein schöner erster Satz über die Person, die sie beide erst getrennt hat.
Es ist verrückt, dass Ben in diesem Finale nicht stirbt. Eigentlich jeder aus der Gruppe hat einen guten Grund ihn zu töten, doch Jack will warten bis sie gerettet werden. Ironischerweise ist an dieser Stelle eigentlich schon Naomis Auftrag erfüllt. Ben ist lebend gefangengenommen, nun muss nur noch der Frachter angerufen und er ausgeliefert werden. Wohl auch deshalb versucht Ben mit aller Macht noch einmal Jack davon abzuhalten, als Naomi kurz davor ist anzurufen. Am Ende versagt er endgültig und zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass Benjamin Linus geschlagen worden ist, ein Mann dessen Tod unausweichlich ist. Meine größte Sorge in Staffel 4 galt nur, ob Ben überleben wird, ich sollte mich mächtig irren und mir wurde erst dann bewusst, wie genial sich Ben aus solchen Extremsituationen befreien kann.

THE LOOKING GLASS

Sie war mit namensgebend für dieses Finale, hängt doch von ihr Erfolg und Misserfolg von Jacks Reise zum Sendeturm ab. Doch nebenbei ist der Titel des Finales auch eine Anspielung auf Alice im Wunderland und da trifft es passend, dass das Logo der Looking Glass ein weißer Hasenkopf ist. In der Tat ist die Looking Glass die letzte Verbindungsstelle, die die magische Insel noch von der Außenwelt trennt.
Hier nimmt alles seinen Ausgang in diesem Finale, denn erst durch Bonnie und Greta erfährt Ben überhaupt, dass etwas mit seinen Plänen nicht stimmt. Nur aufgrund der Tatsache, dass Charlie weiß, dass er sterben wird, aber überhaupt nicht weiß, wie er seine Aufgabe erledigt, erzählt er alles. Geschickt gemacht von Samuel, seine Visionen an Desmond sind also der Auslöser dafür, dass alles so perfekt klappen wird.
Nebenbei erfahren wir, dass die Anomalie keinesfalls jeglichen Kontakt mit der Außenwelt zerstört hat, sondern Ben dies lediglich als Vorwand genutzt hat, um genau dies zu unterbinden. Er wusste also, was passierte, dass Widmore womöglich auf diese Weise die Insel wiederfindet und hoffte durch die Looking Glass seien alle Probleme geklärt. Vielleicht hätte er dieses Geheimnis nicht gerade Juliet anvertrauen sollen.
Jedenfalls schickt er Mikhail dorthin, der ihm trotz allem loyal bleiben wird. Allen Lügen zum trotz gehorcht er dennoch Bens furchtbaren Befehl, die ganze Sache zu vertuschen, Charlie umzubringen, Bonnie und Greta zu töten, sowie den Funkverkehr aufrecht zu erhalten. Doch er hat Desmond nicht mit einberechnet. Der erwacht von dem Paddelschlag wieder, im übrigen schön zu sehen, dass später wieder eine Person von einem Paddel niedergeschlagen wird und wieder wird ein solches von Schüssen durchlöchert. Dieser jedenfalls durchkreuzt Mikhails Plan und bringt ihn scheinbar endgültig um. Doch wer einen Sonarzaun überlebt, wird wohl auch so einen läppischen Pfeil überleben. Genauso ist es und das ist der Untergang von Charlie Pace.
Dieser war mir übrigens nie sympathischer, wie in dieser Folge. Er wird ständig geschlagen, bleibt aber dennoch cool und kann noch geniale Sprüche reißen, wie derjenige mit dem unsichtbaren U-Boot. Auch fand ich es genial, als er anfängt Lieder zu singen, unter anderem sein "You all everybody". In dem Moment ist es wohl das einzige Mal wichtig, dass er dieses Lied singt, um Bonnie und Greta nicht auf Desmond aufmerksam zu machen.
Er weiß auch genau die Situation auszunutzen, nachdem Mikhail Bonnie und Greta töten wollte, denn so kann er der sterbenden Bonnie noch einreden, dass wenn sie ihm den Code für das Abstellen des Signals verrät, Ben doch noch eins auswischen kann. Immerhin wurde sie für ihre Loyalität grausam hingerichtet. Der Hinweis, dass das von einem Musiker programmiert worden ist, hat hoffentlich nichts mit einem zeitreisenden, wiederbelebten Charlie zu tun.
Charlie hätte nicht sterben müssen, denn lange vor Mikhail stellt er das Signal ab. Doch ausgerechnet in dem Moment ruft Penny an und das Finale wendet sich extrem. Sie ist auf keinem Frachter und Naomi nicht Teil ihres Teames. "Who is Naomi?" ist wohl einer der WTF-Sätze, die in diesem genialen Finale fallen. Als er diese unfassbare Wahrheit erfährt, geschehen all die Dinge, die seinen Tod herbeiführen, Mikhail ist dabei eine Granate zu zünden, die das Bullauge zerstört, sodass Charlie ertrinken wird, gleichzeitig aber wird wohl Desmond mit ihm sterben, da dieser unbedingt mit seiner Penny reden möchte. Charlie trifft die einzig richtige Entscheidung, die auch im Sinne von Samuel ist. Er schließt die Tür, um Desmond davor zu bewahren mit ihm zu ertrinken, denn jetzt fetzt sich Mikhail mitsamt dem Bullauge in die Luft.
Trauriger, emotioneller und besser war nie der Abgang eines Maincharakters. Unbeeindruckt von all den Fluten, schreibt Charlie seine letzte Nachricht an Desmond: "Not Penny's Boat" und gibt sich dann seinem Schicksal hin. Wie zielsicher und unaufgeregt er in seinem Tod wirkt, berührt einem wirklich. Dies alles ist der Ausgangspunkt für die Spaltung der Losties zu Beginn von Staffel 4.
Bei der ganzen Emotionalität stört es fast niemand, dass Charlie rein physikalisch gar nicht hätte ertrinken können, da das Wasser nur bis auf Höhe des Bullauges hätte laufen können.

RÜCKKEHR ZUM STRAND

Ben ist geschlagen, noch nicht einmal seine Befehle werden von seinen Leuten befolgt und so entscheidet sich Ryan, trotz der Tatsache, dass Sayid und Co fast seinen ganzen Trupp in die Luft gejagt haben, dafür, die drei nicht zu töten. Ein schwerer Fehler, denn dadurch wird auch das Schicksal der letzten drei Others-Angreifer besiegelt.
Längst aber wollte Sawyer zurückkehren und wir sehen hier wieder eine Wandlung. Es kümmert ihn, was womöglich mit seinen Freunden passiert ist, er möchte das machen, was Jack nicht gemacht hat, sie aus den Fängen der Others retten. Dies erkennt in dem Moment wohl auch Juliet und geht mit ihm mit, obwohl sie keine Waffen haben. Hurley, der natürlich auch helfen möchte, wird kurzerhand wieder zurückgeschickt.
Doch nur dank ihm gewinnen die Losties endgültig die Kontrolle über die Others. Ausgerechnet mit dem Wagen von Bens Vater, zerstört er dessen Plan endgültig und tötet zunächst Ryan. Während dieser Verwirrung kann Sayid Jason mit einem beängstigenden Break-Dance-Genickbruch-Move töten. Dies erst hat mir gezeigt was eigentlich in diesem Iraki steckt.
Dann aber kommt es zu der einzigen Szene an diesem Finale, die mich gestört hat, Sawyer erschießt Tom. Sicher er wollte sich für Walt rächen, aber es ist absolut falsch jemanden zu töten, der sich ergeben hat und aus dem Grund sank Sawyer bei mir auch sehr tief im Ansehen.
Ironischerweise hat genau Hurley für Samuel gearbeitet, denn ohne sein Einschreiten hätten Juliet und Sawyer niemals Sayid, Jin und Bernard befreien können und Desmond wäre unverhofft in diese Situation gestoßen.

LOCKE

Wir sehen hier seine Rettung, ironischerweise ausgelöst durch seinen Vater, denn nur durch seine fehlende Niere konnte er überleben. Dennoch möchte er sich umbringen und es ist schon auffallend, dass sich in dieser Grube eine Pistole befindet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie seit dem Purge dort gelegen hat, entweder Jacob oder Samuel werden sie, während Locke noch ohnmächtig war, hineingeworfen haben, sodass er eine Waffe hat, um Naomi aufzuhalten. Das führt zum nächsten Schritt der Walt-Erscheinung. Ich schätze nicht ohne Grund sehen wir diesen hier, eine lebende und keine tote Person, denn ich glaube diese Erscheinung ist eine Jacob-Erscheinung. Dieser möchte unbedingt, dass Locke Naomi aufhält, was nicht gerade im Sinne von Samuel sein kann. Offenbar hat Jacob gemerkt welchen Plan Samuel hat und benutzt nun Locke, um diesen zu verhindern. Es wäre schon ironisch, wenn ausgerechnet Jacob Samuel daran hindern möchte, dass neue Personen auf die Insel kommen.
Dies gelingt Locke aber nicht, er schafft es zwar Naomi zu verletzen, bringt es aber nicht über sich, Jack zu töten, sodass dieser dennoch den Frachter kontaktieren kann. Doch lange behält Jacob nicht die Kontrolle über Locke, denn bereits die Tatsache, dass dieser die zweite Gruppe anführen wird, dient wieder Samuel.

TEMPEL

Zum ersten Mal wird dieser Ort erwähnt und er scheint eine sehr wichtige Bedeutung zu haben. Offenbar möchte Ben, wie ich stark vermute, dass seine Leute dahingehen, um sich vor den Gefahren der Zeitreisen zu schützen. Was ich erstaunlich fand, offenbar sieht Richard Ben immer noch als Anführer, sonst würde er ihn nicht mit den Problemen konfrontieren, die momentan alle auftreten. Er war sogar besorgt, warum sie die Baracken verlassen haben. Hätte ich nicht gedacht. Richard soll die letzte Gruppe führen und hier merkt man erst, wie schwer ihm das wohl fällt, da er sogar noch versucht, Ben von seiner Selbstmordmission abzuhalten.
Leider wird es lange dauern, bis wir Richard wiedersehen.

JACKS FLASHFORWARDS

Der Gamechanger in Lost schlechthin, Jack scheinbar mit seinem größten Triumph, Rettung und dann diese Abschlussszene, die für mich auch heute noch absolut unglaublich ist.
Schon vorher sehen wir das genaue Gegenteil des Jacks auf der Insel. Er sitzt alkoholisiert mit Bart in einem Flugzeug und wirkt völlig neben sich. Dann erst liest er die Nachricht von Lockes Tod und gerät völlig außer Kontrolle. Es ist schon genial, dass die Autoren bereits in diesem Finale Lockes Tod angedeutet haben, doch wir erst Ende Staffel 5 völlig davon überzeugt sein können, dass Locke wirklich tot ist. Deswegen will Jack sich umbringen, weil er ohne Locke keine Möglichkeit mehr sieht, zur Insel zurückzukehren. Doch wie es so kommt, wird er davon abgehalten und verfällt in seine alten Muster, jemanden retten zu wollen. Der Twist, ohne Jacks Selbsmordversuch hätte er die Mutter und das Kind nie retten müssen.
Auch im übrigen Flashforward sehen wir einen überwiegend verzweifelten Jack und das das nichts mit seiner Ehe zu tun hat, merken wir spätestens dann, als die hochschwangere Sarah ihn besucht und ihn das kaum interessiert. Stattdessen versucht er verzweifelt an Tabletten zu kommen, trinkt immer noch. Außerdem hat sich seine Situation drastisch verändert, er ist nicht mehr der Superarzt von früher, ein anderer soll den Job machen, den er eigentlich machen würde. Noch immer werden wir in dem Glauben gelassen, es handele sich um einen Flashback, denn Jack erwähnt auch seinen Vater, doch die Tatsache, dass ihn jeder schief anschaut, als er diesen erwähnt, deutet daraufhin, dass nichts von alledem stimmt. Offenbar glaubt er, dass sein Vater noch lebt wegen Locke, da er dem mittlerweile alles glaubt, so nimmt er sogar schon an, dass dieser wieder sein Boss ist. Verstärkt wird es wohl noch dadurch, dass Samuel in dieser Gestalt tatsächlich auftaucht.
Mit Hoffs Drawlar kriegen wir einen Riesenhint darauf, dass das alles nur ein Flashforward ist, doch wer hat schon die Zeit und überhaupt die Ahnung diese beiden Namen noch während der Ausstrahlung als Anagramm zu deuten? Wieder eine Szene die zeigt wie drastisch sich Jack gewandelt hat. Hörte er früher noch ruhige Musik, so ist es nun wilde und laute. Noch dazu schert er sich gar nicht mehr um andere Dinge. Krass fand ich die Szene, als er fast von einem Auto angefahren wird, gar nicht darauf achtet und im nächsten Moment ein Polizeiauto vorbeifährt.
Dann geht er zu Lockes Beerdigung, noch ist er aber weder Freund noch Verwandter, etwas, dass sich aber noch ändern wird. Hier kriegen wir den Hinweis, dass es sich bei dem Toten nur um einen Bekannten von der Insel handeln kann und es durfte damals eine Staffel gerätselt werden, wer im Sarg liegt. Anhand von Jacks Hand und der Größe des Sarges wurden da wahrhaft abenteuerliche Vermutungen aufgestellt.
Die letzte Szene ist dann die Enthüllung, als er sich mit Kate am Flughafen trifft. Hier wird schon angedeutet, dass sie Aaron hat und deshalb keinen Grund hat, so verzweifelt wie Jack zu sein. Nun können wir uns das komplette Bild über Jack Shephard nach der Insel zusammenbauen. Er ist alkoholsüchtig, tablettensüchtig, hat riesige Probleme mit seinem Job, klaut, ist kaum noch zurechnungsfähig, schert sich nicht um andere, begeht fast Selbstmord und möchte nur eins, zurück zur Insel. Das war der wahre Grund, warum die letzte Szene so eine gewaltige Wirkung hat, denn wir sehen einen Jack, der das komplette Gegenteil von dem ist, was er auf der Insel ist. Er unternimmt alles um zur Insel zurückzukehren, fliegt ständig hin und her und stellt mittels Atlas Berechnungen auf, wo die Insel sein könnte.
Der Abschluss, als das Flugzeug über Jack hinwegfliegt ist darum der beste Abschluss den dieser Flashforward überhaupt haben kann und ich gehe jede Wette ein, dass dies jenes Ajira Flugzeug ist, mit dem er dann auch zurückkehren kann.

BODYCOUNT

Da haben wir ganz schön viel: 10 Others am Strand, unter ihnen namhafte wie Tom, Ryan, Jason, Isabel. Bonnie und Greta, sowie Mikhail in der Looking Glass. Auch die Losties haben mit Charlie einen Verlust zu beklagen. Naomi scheint tot zu sein, doch sie lebt tatsächlich noch. Also insgesamt 14 Tote.

Summe: ca. 415 (424)

FAZIT:
Ein großartiges Ende für eine großartige Staffel. Die Mischung an Action, Spannung und Dramatik stimmt einfach und reicht schon so aus, um für ein gelungenes Finale zu sorgen. Die Idee aber ausgerechnet in der Folge in der Jack seinen größten Triumph feiert, ihn niedergeschlagen und depressiv in der Zukunft zu sehen, mit dem Wunsch zur Insel zurückzukehren, ist der wohl beste Gamechanger von ganz Lost.

FAZIT STAFFEL 3:

Komisch viele hatten ab hier nicht das gleiche Lost-Gefühl mehr wie in Staffel 2. Meine bescheidene Meinung, erst ab hier fing meine Lostbegeisterung wieder richtig an. Die Staffel fing etwas schwach an, war zwar schon in den ersten neun Folgen deutlich besser als die ganze 2.Staffel, doch es gab immer wieder Hänger wie die schwache Auftaktfolge, "I Do", oder der Tiefpunkt "Stranger In A Strange Land." Als dann aber ein Endpunkt der Serie bekannt gegeben werden konnte, folgte die längste Serie an guten Folgen, die es bisher bei Lost gab. Ab "Tricia Tanaka Is Dead" einer Hurley-Folge, die eher den lustigen Auftakt darstellte, folgte ein unablässiges Hoch an sehr guten Folgen mit genialen Momenten und Wendungen, die schließlich in eine der drei besten Episoden von Lost mündete, "The Man Behind The Curtain." Jene Figur, die in dieser Folge im Mittelpunkt stand, war auch der Grund, warum diese Staffel so überragend war. Ben prägte Lost als Antagonist wie kein anderer Charakter vor ihm und sorgte vorallendingen bei mir immer wieder für überraschende, aber auch emotionelle Momente. Nach dieser Staffel war ein Lost ohne Ben unvorstellbar (zumindest für mich). Auch Juliet überzeugte, genau wie der in den Maincast aufgestiegene Desmond. Diese drei übertünchten etwas den Nikki und Paulo Fehlgriff, der jedoch immer noch besser war, als die Hereinnahme der mittlerweile überflüssigen Tailies in Staffel 2.
Ständige Schauplatzwechsel und getrennte Gruppen sorgten immer wieder für die richtige Abwechslung und für kein so ein langweiliges Festgefahre wie Mitte der 2. Staffel.
Die Others waren zwar das große Thema, doch deren wahre Hintergründe blieben immer noch verborgen und sind es bis heute noch. Doch gerade die Konflikte zwischen ihnen und den Losties gab der Staffel die richtige Würze und Intensität. Am Ende wurde deren Ablösung durch die Freighters angedeutet, eine Gruppe, die in Staffel 4 im Mittelpunkt stehen wird.
Nur ein was gab es zu kritisieren, die Flashbacks. Diese wirkten bei fast jedem aus dem Maincast überflüssig und es kam mir oft vor, als ob man auf Krampf noch versuchte, den Charakteren irgendetwas Interessantes aus deren Vergangenheit abzugewinnen. Dies schlug fehl, doch dank der Flashforwards wurde die neue Erzähltechnik für Staffel 4 bereits angekündigt.



Nachgedanken:
- Ryan hatte womöglich als Other besseren Kontakt zu Jacob als Ben, denn ich denke seine Weigerung mit Sayid und Jin zwei Kandidaten nicht zu erschießen, war im Sinne Jacobs
- eine etwas ausgefallene Theorie zu Walts Erscheinen: es ist eine selbsterfüllende Prophezeiung; Walt wird bekanntlich im Epilog von Hurley und Ben mit zurück auf die Insel genommen, dabei wird er denke ich auch durch die Zeit geschickt und zwar in diesem speziellen Fall auf Bestreben Bens, der seine Auslieferung an die Freighters nur hätte verhindern können, wenn er sich Locke anschloss; gleichzeitig denke ich, war es ein Zeichen von Reue, er wollte damit seinen Schuss auf Locke "wiedergutmachen"

Sonntag, 1. November 2009

3/21 Greatest Hits (Erik)

Die Folge ist wegen zwei Dingen großartig:
1. Wir bekommen die erste gute Vorfinalsfolge zu sehen, eine die auch wirklich darauf hindeutet, dass uns ein großartiges, explosives Finale erwartet. Für mich gab es nach dieser Folge keinen Zweifel mehr, dass das 3. Staffelfinale ein Geniestreich wird und viel besser sein wird als das enttäuschende 2. Staffelfinale.
2. Sie schaffen es, einen bisher nervigen Charakter, auf emotionale Ebene so gut darzustellen, dass sein bevorstehender Tod auch wirklich sehr traurig und dramatisch sein wird. Was hier aus Charlie gemacht wurde, ist eine Wiedergutmachung für fast drei Staffeln nerviges Getue und auch deswegen ist diese Episode genial.

PLÄNE

Ich fasse das allgemein zusammen, denn zwei Pläne werden hier konfrontieren, der von Jack und der von Ben. Jeder wird am Ende auf seine Art und Weise Erfolg wie auch Misserfolg haben. Fand ich Jack manchmal nervig? Wenn ja, da werde ich mit solchen Plänen revanchiert: "So tomorrow night we stop hiding, we stop running, we stop living in fear of them, because when they show up, we're gonna blow 'em all to hell." Seine beste Ansprache der ganzen Staffel. War er schon fast ein Other-Sklave geworden und musste man lange an seiner Vertrauenswürdigkeit zweifeln, so erleben wir nach drei Staffeln endlich einen Jack, der eines Anführers würdig ist. Um seine Leute zu schützen, nimmt er diesmal auch Mord in Kauf, auch wenn ich seine Demonstration mit Danielle und dem Dynamit etwas übertrieben fand. Auffallend, nie zuvor wurde so deutlich gezeigt wer denn die wichtigen Charaktere und wer nur nutzlose Redshirts sind. Der Auftakt von, wir zeigen nur den wichtigen Leute was Sache ist. Etwas, dass mich vorallendingen nächste Staffel noch stören wird.
Die Zelte mit Dynamit auszustaffieren, um die Others in die Luft zu jagen, ist keine schlechte Idee, wenn nicht Ben ihm schon einen Schritt zuvorkommen würde und bereits diese Nacht angreifen will. Noch immer wären die Losties völlig überrascht und könnten überrumpelt werden, wenn sich Ben nicht einmal mächtig verschätzt. An dieser Stelle kollidieren seine Pläne mit denen von Samuel und so wird ein Ben-Plan zum ersten Mal scheitern, doch wie wir sehen eigentlich nicht. Schon allein die Art wie er in das Other-Camp zurückkommt, zeigt eigentlich, dass er trotz des Anschießens von Locke die Kontrolle verloren hat. Er geht mit starrem Blick voraus und reagiert erst als Alex ihn anspricht, doch ihr gibt er nur die Waffe zurück. Um aber die Kontrolle wieder zu erlangen, zieht er seinen Plan vor, etwas das Richard nicht passt. Sowieso wundert dieser sich schon wo Locke geblieben ist, was ihn neben Bens Bemerkung, Jacob hat den Plan vorverlegt, noch mehr an Ben zweifeln lässt. Er müsste als einzige Person wissen, dass Ben keine direkten Anweisungen von Jacob bekommen kann. Dennoch, da Locke nicht hier ist, muss Richard gezwungenermaßen immer noch auf Ben hören, der nun Ryan aufträgt, zum Strand zu gehen und zur Not alle Frauen zu holen. Die Tatsache, dass Richard Bedenken hat, dass Juliet noch nicht fertig sein könnte, zeigt, dass diese Anweisung tatsächlich von Jacob gekommen war.
Übrigens auffallend, dass Ryan mit einem anderen Other Schach spielt.
Alex hört davon und kann Karl zu den Losties schicken, damit dieser sie warnt. Dabei gibt sie wieder jene Pistole weiter mit der schon Locke angeschossen wurde. Es ist wohl eine grausame Ironie, dass drei Personen massiv dabei helfen werden, dem Frachter einen sicheren Weg zur Insel zu ebnen, obwohl sie von deren Söldnern getötet werden. Erst durch Alexs Zuhören und Zweifel an ihrem Adoptivvater, wie sie mittlerweile weiß, kann sie Karl losschicken, der die Losties erst warnen kann und nur durch Rousseaus Dynamit und der Tatsache, dass diese die Losties zum Sendeturm führt, haben die Söldner überhaupt eine Chance auf der Insel zu landen. Karl, Alex und Rousseau besiegen hier bereits ihr Schicksal, als sie sich für die Seite der Losties entscheiden.
Dadurch wird auch Jacks Plan etwas abgeändert. Sayid hat die großartige Idee, dass sie Naomis Frachter kontaktieren und den Gegenangriff gleichzeitig ablaufen lassen. Doch noch stört die Looking Glass, dafür gibt es auch die finale Lösung, Charlies endgültigen Tod. Wenn dies alles dreies klappt, kommt der Frachter zur Insel, wodurch Samuel einen weiteren entscheidenden Schritt seines Planes erfüllt hat. Wir sehen also das Schachbrett nicht umsonst.

DESMONDS VISION

Für mich der beste Beweis, dass diese Visionen von Charlies Tod von Samuel kamen: Erst jetzt sendet er Desmond eine Vision, in der er sieht wie ausgerechnet Charlies Lieblinge Claire und Aaron gerettet werden. Bekanntermaßen sehen wir das nie, dass die beiden zusammen die Insel verlassen, da Claire anderweitig gebraucht wird. Doch dadurch ist Desmond endlich bereit, Charlie zu opfern und auch dieser sieht ein, dass es keinen Ausweg mehr gibt. Wenn alle gerettet werden wollen, muss er sterben. Dadurch, dass er von seinem Tod schon vor der Planänderung weiß und Jack damit konfrontiert, ist dieser dann auch williger ihn auf diese Mission zu schicken. Schon ironisch, dass er nun mit großen Schwimmkünsten prahlt, obwohl er damals als Joanna ertrank, noch feige sagte, er könne nicht schwimmen. An dieser Szene wird die Veränderung des Charlie Pace noch deutlicher.
Das heißt natürlich für Charlie Abschied nehmen von seinen Liebsten und es sind wahrhaftig emotionale Szenen und für mich die einzig guten Charlie-Claire-Szenen der ganzen Serie. Genauso seine Verabschiedung von Hurley, seinem besten Freund auf der Insel. Allen verspricht er, dass es gut wird, doch er weiß genau, dass er sie niemals wieder sehen wird. Äußerst tragisch das Ganze. Noch tragischer wird es, als Claire mit Aaron den Strand verlässt, ohne den Ring zu sehen, den Charlie in Aarons Wiege zurücklässt. Claire ist bekanntermaßen bis jetzt noch nicht zum Strand zurückgekehrt, doch das Sun ihn noch findet, lässt darauf hindeuten, dass er noch irgendeine Bedeutung haben wird.
Insgesamt ist also Naomis Aussage auch wieder bitterböse Ironie: "Hey, look on the bright side. You're not really dead, right?"
Er ist sich seiner Aufgabe also bewusst und auch als Desmond ihn doch noch davon abhalten will, bleibt er dabei. So sicher ist er sich bei seiner Bestimmung, dass er selbst Desmond eins mit dem Paddel überzieht, um ihn davon abzuhalten.

GREATEST HITS

Wenn mich ein was stört an dieser ganzen genialen Sache, dann die, dass Charlie anfängt diesen Zettel zu schreiben, ehe Desmond ihm sagt, dass er endgültig sterben muss. Irgendwie wirkt das falsch. Nummer 5 ist der einzige seiner großartigen Momente, der etwas mit seiner Band zutun hat und es ist noch nicht einmal deren erster Auftritt. Für ihn war der beste Moment mit Driveshaft, als er sich zum ersten Mal im Radio hörte und alle anderen sich mit ihm gefreut haben. Erst hier wurde deutlich, wie er in den Schlussstunden seines Lebens, Driveshaft als Negativerlebnis in Erinnerung hat. Es hat ihn zum Junkie gemacht, von seinem Bruder entfremdet und letztendlich auf die Insel gebracht.
Nummer 4 hat einen schönen Bezug zur Episode, denn gute Schwimmkünste braucht er, um alle zu retten.
Nummer 3 ist wohl neben Nummer 1 am ehesten mit seiner Ersatzfamilie um Claire und Aaron verbunden. Liam schenkte ihm den Ring, da er glaubte aus Charlie wird etwas, einer der eine Familie gründen wird. Ironischerweise schafft es Liam dann doch selbst und Charlie bleibt der Junkie, die "sodding mess", bis zur Insel. Wie schon angedeutet eine sehr emotionelle und bedeutungsvolle Szene, dass er ausgerechnet Aaron dem Ring gibt.
Nummer 2 ist wohl deshalb einer der bedeutendsten Momente, weil er sein ganzes Leben anhören musste, dass er ein Feigling ist, ein Nichts. Nun sagt Nadja zu ihm, er sei ein Held, und nichts könne sich daran ändern. Es muss in der Tat für den sonst so arg gebeulten Charlie ein großartiger Moment gewesen sein und er lässt sich wieder auf seine aktuelle Situation beziehen. Er opfert sich, damit alle anderen gerettet werden können, heldenhafter geht es fast gar nicht mehr.
Nummer 1 war abzusehen. Sein Treffen mit Claire, der einzigen Frau, die je wirklich ernsthaft Gefühle für ihn hatte, muss in der Tat ein Höhepunkt für ihn sein. Für sie opfert er sich hauptsächlich, ohne das er allerdings weiß, dass dies alles nichts bringen wird. Deren Gespräch ist dagegen schon ein Vorausblick auf das was noch passieren wird: "We'll sleep under the stars, and before you know it the helicopters will come and take us home." Desmond kündigt einen Helikopter an, der auch wirklich kommen wird, aber eben erst nach 90 Tagen und weder Claire noch Charlie nach Hause bringen wird.

ANDERE CHARAKTERE

Endlich nach langer, langer Zeit sind Rose und Bernard wieder mit dabei und die beiden sind so genial wie immer. Noch dazu hat Bernard gleich eine wichtige Aufgabe, als er als Schütze mithelfen soll, dass Dynamit abzuschießen. Rose zeigte in dieser Szene, wie ehrlich ihre Gefühle für Bernard doch sind, etwas das bei anderen Charakteren leicht ins Klischeehafte übergeht, bei den beiden aber nicht. "I like you better since you got back, Jack. You're almost an optimist." ist für mich eine der genialsten Beschreibungen von Jack, im Finale treibt sie es aber sogar noch weiter. Im übrigen ist Rose die einzige, die das alles ein bisschen realistisch sieht, Bernard ist kein Superschütze, nur weil er auf Fasanenjagd geht.
Hurley war für mich einsame Spitze, wie er zurückschreckt, als Karl die Waffe zieht. Er trägt übrigens ein rotes Shirt und schon bald wird wieder einer seiner guten Freunde sterben.
Die Szene mit Sun und Jin, als er ihr erzählt, dass sie ihr Baby gesehen hat, ist auch sehr emotional und wie sie dann weint, weiß sie doch, dass sie womöglich sterben wird.

BODYCOUNT

Charlies Tod ist unausweichlich, genauso wie wohl der Tod vieler Others, doch in dieser Episode stirbt noch niemand.

Summe: ca. 401 (410)

FAZIT:
Emotional gesehen ist das eine der besten Folgen von ganz Lost, die es schafft einen nervigen Charakter komplett zu wandeln und ihn zu seinem Ende hin so dramatisch darstellen zu lassen, sodass selbst Charlie-Hasser feuchte Augen bekommen, als er auf dem Boot kurz davor ist, zu seinem sicheren Tod zu schwimmen. Genauso führt die Episode geschickt auf den finalen Konflikt von Others und Losties hin.


Nachgedanken:
- leider wird der DS-Ring wie so vieles in der 6. Staffel einfach vergessen

Samstag, 31. Oktober 2009

3/20 The Man Behind The Curtain (Erik)

Gigantisch, mit dieser Folge ist Lost an seinem ersten Höhepunkt angelangt. So konfus aufgebaut mit der Hütte und Jacob, sowie dem besten Flashback in ganz Lost mit Bens tragischem Leben, welches ihm erst zu dem Meistermanipulant hat werden lassen. Darüber etwas zu schreiben ist schwer, ich versuche mein Bestes mit diesem Recap meiner ersten Lieblingsfolge von Lost gerecht zu werden.

BEN UND LOCKE- VERTAUSCHTE ROLLEN

Er hat erwartet, dass Locke dabei scheitern würde, seinen Vater zu töten. Es ist also ein Riesenschock, den wir ihm auch ansehen, als er mit dem Leichensack in das Camp geht, unter den staunenden Blicken der Others und ihn Ben vor die Füße wirft. Ben ist nun endgültig klar, seine Zeit auf der Insel ist vorbei, die Tage sind gezählt. Locke ist von nun an der Anführer seiner Leute und auch er muss alles machen, was sie sagen. Doch Ben wäre nicht Ben wenn er nicht noch einen letzten Versuch unternehmen würde, diese Katastrophe für ihn abzuwenden. Locke liefert ihm dazu eine erstklassige Vorlage: "You said that if I killed my father, you'd tell me everything I wanted to know about the Island. So why don't you start at the beginning?"
Was weiß Ben eigentlich von der Insel? Auf jeden Fall genügend, er weiß von dem Frozen Donkey Wheel, welches die exotische Materie freisetzt, die es der Insel erlaubt, durch Raum und Zeit zu wandern. Vom Tempel dürfte er auch wissen, denn immerhin führt er die Others gerade dahin und er weiß von der Hütte. Dies sind inseleigene Orte, keine Dharma-Stationen, denn die zähle ich jetzt nicht dazu, da Ben von der Existenz von jeder wissen dürfte, immerhin ist er in dieser Organisation aufgewachsen. Ein was Elementares weiß er aber nicht, Jacob, den eigentlichen Anführer der Insel, denn er hat ihn nie gesehen und er weiß auch nicht, dass er in dem Fuß der Statue lebt. Welche von diesen Dingen soll er Locke erzählen? Geschickt lenkt er deswegen den Fokus weg von ihm und auf Jacob, den er nie getroffen hat. Doch wenn er Locke erzählt, dass dieser alles über die Insel wüsste, so würde Locke schon mit ihm gehen. Dann würde er ihm die Hütte zeigen, ihm etwas vorspielen und anschließend im Dschungel loswerden. Bekanntermaßen lässt sich Ben nicht gerne von seinem Thron verdrängen.
Das alles ist für ihn aber viel schwerer als erwartet, denn er merkt auch, dass er zunehmend die Kontrolle verliert. Locke hat das Tape mit Juliets Nachricht an die Losties geben können, dieser Plan ist gefährdet. "You probably think I'm the leader of this little community, but that's not entirely true." Ganz genau, denn in Wirklichkeit ist es Locke in dem Moment, als er seinen toten Vater vor Ben zu Füßen wirft. Alle Others sehen ihn jetzt als ihren Anführer an.
So bringt er an, dass der wahre Anführer ein Mann namens Jacob ist und Locke verlangt natürlich, dass Ben ihn zu ihm führen soll. Jetzt hat Ben kurz wieder die Kontrolle, doch er weiß ein was, diese Person ist mächtiger als er und er durfte sie nie sehen. Trotzdem wurde er von ihm als Anführer erwählt. Was ist, wenn Jacob tatsächlich eingreift, damit Locke seiner Bestimmung nachgehen kann? Wohl aus diesem Grund wackeln seine Hände bei diesem Gespräch, denn er weiß nicht, ob sein Plan aufgehen wird.
Doch er muss gehen, wenn er die Kontrolle behalten will, denn Locke möchte schon Richard fragen."Why would Richard take you? He doesn't know where Jacob is. He doesn't talk to Jacob..."
Eine Lüge, denn Richard spricht als einziger der Others zu Jacob und er weiß auch als einziger, wo er sich aufhält. Wenn Locke ihn tatsächlich gefragt hätte, wäre Ben endgültig ruiniert gewesen. Locke kann das verständlicherweise so nicht alles glauben und denkt, Ben wäre der Zauberer von Oz, der Mann hinter dem Vorhang. In dieser Folge versucht Ben in der Tat so zu sein, doch gerade auf diese Sache komme ich noch zu sprechen.
Mikhail kommt zurück, um von Naomi zu berichten und gibt Locke, aber auch Ben einen prima Anlass, wirklich zu Jacob zu gehen. Als einziger hat Mikhail nicht miterlebt, dass Locke jetzt der Anführer ist und vertraut immer noch Ben. Um zu beweisen, dass Locke es ernst meint, vermöbelt er seinen Anhänger, um Ben seine Absichten deutlich zu machen. Die Tatsache, dass alle anderen nur zuschauen, verdeutlicht Ben wieder, dass seine Zeit vorbei ist und er schnell handeln muss, sonst ist er gänzlich uninteressant.
Kurz bevor sie aber aufbrechen, gibt Alex Locke noch eine Waffe, offenbar weiß sie, dass Ben gefährlich werden kann. Vielleicht hätte sie die Waffe nicht so deutlich vor Ben übergeben sollen, doch ich denke auch so hätte er diese in die Finger bekommen. Dadurch, dass Alex Locke nur helfen will, hat Ben die Chance, seine Machtposition für kurze Zeit zu stärken. Im übrigen einer der besten Augenblicke, als Locke eine Mango isst und dann Mikhail angrinst, als sie gehen.
Sie erreichen schließlich zunächst den Aschekreis und dann die Hütte. Beide Dinge sind so wichtig, dass ich sie später noch in einem Extrapunkt behandeln werde.
Jedenfalls verlangt Ben, dass Locke seine Taschenlampe ausmacht, Jacob hält nicht viel von Technologie. Offenbar war das nur ein Versuch, sodass bei schummrigen Laternenlicht Bens Show besser rüberkommt. Bekanntermaßen klappt das nicht oder doch? Ben möchte Locke nur loswerden, diese Show ist wohl ein Teil davon, auch wenn Locke ihm dann nicht glaubt. Und in so einer dunklen Hütte ist es auch einfacher an Lockes Waffe zu kommen, denn das ist der letzte Schritt den Ben noch gehen muss.
Es läuft aber nicht ganz so glatt, gerade als Locke gehen will, ist ein "Help me" zu hören und gerade jene Taschenlampe verursacht, dass etwas passiert, dass Ben nicht eingeplant hatte. Die Hütte fängt an zu beben, wie als ob ein Poltergeist hindurchgeht und für einen kurzen Moment ist eine Gestalt sichtbar. Ben ist sichtlich überrascht, versucht aber dennoch diesen Zwischenfall für sich zu gewinnen und schafft es sogar. "That was Jacob." Ich glaube eher nicht, aber dazu später.
Nun führt er Locke zum Massengrab, indem er zum ersten Mal zugibt, dass er lügt. Er kann ihm das nun ruhig erzählen, will er ihn doch sowieso bald beseitigen. Die für mich mit besten Sätze der ganzen Serie richtet er dabei an John, als sie vor dem Massengrab stehen: "This is where I came from, John. These are my people. The DHARMA Initiative. They came here seeking harmony, but they couldn't even coexist with the Island's original inhabitants. And when it became clear that one side had to go, one side had to be purged, I did what I had to do. I was one of the people that was smart enough to make sure that I didn't end up in that ditch. Which makes me considerably smarter than you, John."
Ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut, wenn ich das Michael Emerson spreche höre, das ist ganz ganz große Schauspielkunst. Jedenfalls schießt Ben dann auf Locke und hat scheinbar so seine Machtposition erst einmal wieder gefestigt. Auffallend nur, er erschießt ihn nicht, denn irgendwas hat doch Jacob oder jemand anderes zu ihm gesagt und er möchte ihn nicht unbedingt erzürnen. So lässt er Locke nur angeschossen liegen, wohl aus reiner Bosheit, damit er langsam stirbt. Dies wiederum gibt Samuel die Gelegenheit mit Locke, den nächsten Schritt zu gehen.

IN PORTLAND

Was auffällt, wenn man Aaron weglässt, dessen Bedeutung bisher sowieso noch nicht so groß ist, wie von allen angenommen, so ist Ben die erste bedeutende Person deren Geburt wir sehen. In dieser ersten Szene wird gleich einmal die ganze Lüge seines Lebens deutlich. Man lässt uns im Glauben er wäre auf der Insel geboren, da Emily urplötzlich Wehen im Wald bekommt, doch das ist ein Trug. Wir sind in Wirklichkeit auf dem Festland, nur 32 Meilen von Portland entfernt, wohl jenes Portland, in dem auch Mittellos Bioscience seinen Sitz hat. Eine fast schon epische Begebenheit, die verstärkt wird, als ausgerechnet Insel-Dharmaführer Horace vorbeifährt. Das diese Begegnung kein Zufall ist, dürfte wohl klar sein. Irgendjemand wird Horace aufgetragen haben, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Ich vermute Samuel, denn der hat schon so sein Interesse, dass Ben auf der Insel landet. Emily stirbt dabei, dadurch wird sowohl Rogers als auch Bens Leben massiv bestimmt. Roger kommt nie über den Tod seiner Frau hinweg, gibt Ben die Schuld, der viel zu früh kam und so ihren Tod verursacht hat. Ben, der nun durch einen alkoholabhängigen Vater aufgezogen wird, sich immer wieder anhören muss, er sei Schuld am Tod seiner Mutter und schließlich gezwungenermaßen bei Dharma aufwachsen muss. Horace, das dritte Mitglied an diesem schicksalhaften 19.12.1964, besiegelt hier auch schon sein eigenes Schicksal. Dadurch, dass er dem armen Roger einen Job auf der Insel gibt, bringt er Ben zur Insel, der mit für den Untergang von ganz Dharma verantwortlich sein wird.

DHARMA 1973

Ich glaube dieser Flashback, der nicht nur der beste ist, enthält auch die einzigen guten Dharma-Szenen. Das die Organisation hier vernichtet wird, war für mich einer der größten Triumphe als Lost-Fan. Ich war nie Fan dieser Hippie-Organisation und Staffel 5 hat alles Positive zerstört. Einzig deren verlassenen Stationen sind interessant und ich bin auch nie auf die Schiene der riesigen Begeisterung aufgesprungen, aber bekanntermaßen ist Staffel 2 für mich sowieso das schwarze Schaf von Lost.
Zum Thema, wie bei allen Maincharakteren, so sehen wir auch bei Ben die Ankunft auf der Insel. Er ist aber von diesem Ort noch überhaupt nicht beeindruckt, verständlich, wenn ich als Erstes diese hässlichen gelben Baracken gesehen hätte, wäre ich auch nicht beeindruckt. Erst einmal wird deutlich, dass Horace dafür verantwortlich ist, dass Roger hier landete. Über Ben sagt er nur: "That's okay. I bet he will when he has something to say." Das meiste davon werden Lügen sein, mit denen er andere Menschen manipuliert. Horace sollte also ganz froh sein, dass Ben noch nichts sagt.
Wieder schlägt sich die Dharma-Initiative einen weiteren Sargnagel hinein, als sie Roger nur den Job als Hausmeister gibt. Der ist ohnehin schon verzweifelt genug, doch jetzt wird Ben zusätzlich nur der Sohn des Hausmeisters sein, wodurch er die Dharma Initiative auch nicht mehr mögen wird. Da kommt Annie ganz recht, die sich sofort für Ben zu interessieren scheint und mit ihm redet. Für Ben ist sie wohl das einzig Positive, während der ganzen Dharma-Zeit. Sie denkt an seinen Geburtstag und die Tatsache, dass Ben auch noch dreißig Jahre später ihre Statue bei sich trägt, beweist, dass er wirklich Gefühle für sie hatte. Ihr Schicksal ist noch ungewiss, am naheliegendsten wäre es, dass sie bei der Evakuierung der Insel mitgegangen ist. Die Art und Weise aber wie Ben die Statue kurz vor dem Purge ansieht, könnte aber auch darauf hindeuten, dass sie nun sterben wird. Auf jeden Fall ist sie später nicht mehr bei Ben. Sie hätte ihn vielleicht davon abhalten können, dass er zu so einem Manipulant und Lügner wird.
Olivias Rolle wurde wohl lange fehlinterpretiert, denn alle dachten sie wäre Horaces Ehefrau. Da diese Rolle aber Amy zustehen wird, ist sie wohl eher seine Schwester oder eine nahe Verwandte. Fest steht, dass sie die Lehrerin ist. Ob der Vulkan, dessen Ausbruch sie vorführt, noch eine Funktion in der Story hat, ist noch nicht bekannt, ich möchte nicht hoffen, denn es sind schon genügend Elemente dabei, sodass auf einen dramatischen Vulkanausbruch verzichtet werden kann.

SAMUEL, RICHARD UND DER KLEINE BEN

Probleme mit den Hostiles gab es schon von Anfang an. Ben drückt das schön aus, als er sagt, dass die Dharma-Initiative Frieden auf die Welt bringen wollte, aber nicht einmal in der Lage war, mit den Einheimischen der Insel zu koexistieren.
Roger regt dies besonders auf, er will eine Gefahrenzulage, auf Ben aber üben die Hostiles eine andere Faszination aus. In der Gesellschaft von Dharma und seines alkoholabhängigen Vaters fühlt er sich zunehmend unwohl, er möchte da einfach nur raus. Einen willkommenen Anlass bietet da die plötzliche Erscheinung seiner Mutter. Geschickt gelenkt wohl durch Samuel selbst, der Ben, den Mörder Jacobs, nun Schritt für Schritt in Richtung Others lenkt. Ein Beweis, dass Samuel von dem Sonar Fence weiß ist, als Emily ihm davor warnt weiterzugehen und sie andeutet, dass es noch Zeit ist, ehe er zu den Others kommt.
Doch Ben wartet nicht lange, bekommt die Kombination heraus, nimmt ein weißes Versuchskaninchen mit und verschwindet im Dschungel, wo er laut nach seiner Mutter schreit. Er trifft aber nur auf Richard. Hier wird uns zum ersten Mal gezeigt, dass dieser wohl nicht altert. Andeutungen gab es bereits, als Ben fragt, ob er sich denn noch an Geburtstage erinnern kann. Wie wir nun wissen hängt dies mit Jacob zusammen, die genaue Ursache ist aber immer noch nicht bekannt. Dies ist das einzige Mal, dass Richard nicht elegant durch den Dschungel läuft, sondern genauso verwahrlost aussieht, wie seine anderen Others-Kameraden. Das dies einen Grund hat, kann ich mir nicht vorstellen, kommt er doch schon ein Jahr später genauso elegant wie immer in die Baracken spaziert. Vielleicht aber wollte er dem kleinen Ben so gegenüber treten, sodass dieser denkt, er habe tatsächlich einen Hostile vor sich. Das Gespräch über Bens tote Mutter macht Richard hellhörig. Jacobs Feind hat offenbar eine Person gefunden, die er bei den Others einschleusen kann. So möchte er, dass Ben wieder zurück zu den Dharma-Leute geht, denn er weiß wohl schon jetzt, dass diese Person nur Unglück bringen wird. Aufhalten kann er es aber nicht, wie wir wissen hilft er sogar dabei mit, dass Ben der Anführer wird. "Maybe that can happen, maybe. But if that's what you really want, Ben, if that's what you want, I want you to really think about that. And you're gonna have to be very, very patient." Er hält ihn also erst einmal hin und er ist wohl erst überzeugt davon, dass Ben der richtige ist, als er angeschossen wird und nur durch die Kräfte des Tempels geheilt werden kann. Wurde er von Jacob beauftragt, Ben zu retten? Ich denke ja, denn nur so vergisst er wohl, dass Ben eigentlich erst durch Samuel in den Dschungel gefunden hat. Ben muss aber wirklich noch sehr geduldig sein und viele Jahre warten, ehe er sich den Others anschließen kann und sogar Anführer wird. Richard wird seine Bedenken haben, aber offenbar möchte Jacob Ben als Anführer, vielleicht nur um den abtrünnigen Charles zu ersetzen, bis schließlich Locke auf die Insel kommt.

DER PURGE

Dreißig Minuten lang war die Folge schon genial, aber "nur" auf dem Niveau von "The Man From Tallahassee." Die letzten zehn Minuten dagegen sind für mich die besten der Filmgeschichte. Die Emotionalität von Ben während des Purges bleibt wohl für immer unerreicht bei Lost.
Sein Geburtstag ist das Datum dafür, aus welchem Grund auch immer, vielleicht nur um Ben die perfekte Gelegenheit zu geben, seinen Vater loszuwerden. Wir sehen, dass Ben auch nur ein WorkMan geworden ist, verständlich irgendwie, verbrachte er doch die meiste Zeit bei den Others, als sich eine herausragende Position bei Dharma zu erarbeiten. Ich lege den Purge auf den 19.12.1987, es ist besser geeignet als der 19.12.1992, den Horace angibt. Zum einen wegen Rousseau, die von dem Purge völlig verschont bleibt und aus irgendeinem Grund vier Jahre von Dharma nichts mitbekommt und umgedreht. Desweiteren ist es irgendwie auch logischer wegen Alex, denn sonst müsste Ben ein äußerst bizarres Doppelleben zwischen Dharma WorkMan und Vater führen. Schon bei Widmore ist das extrem unglaubwürdig.
Zurück zum Purge, wieder einmal hat Roger den Geburtstag seines Sohnes vergessen, doch das spielt sowieso keine Rolle mehr, sondern gibt nur Ben den letzten Anstoß seinen Vater persönlich ins Jenseits zu befördern. Es ist längst alles geplant, um 4:00 PM soll das Giftgas über die Baracken freigesetzt werden, während die Others den Rest von Dharma persönlich erschießen. Die Frage ist nur, was gab den Anlass dazu, dass nach knapp 20 Jahren neutraler Koexistenz die Others plötzlich die komplette Auslöschung von Dharma wollten? Ich denke zum einen wollten sie die Insel nicht mehr teilen und besonders Widmore, der wohl den Befehl dazu gab. Ich denke aber auch, dass Ben dies mit seinen Manipulationen erreicht hat, dass letztendlich der Befehl gegeben wurde. Immerhin musste er sein ganzes Leben diese Hippie-Organisation ertragen und möchte nun, da er kurz davor steht Anführer zu werden, sie vernichten. Dabei kann er auch seinen Vater umbringen, ein willkommener Anlass also.
Genau dies macht er auch, als sie auf einem Berg zum Stehen kommen und Ben möchte noch eine letzte Sache wissen, ehe er seinen Vater umbringt. Deren Gespräch über den Tod von Bens Mutter ist ein weiterer sehr bewegender und gut gemachter Dialog. "You know, I've missed her too. Maybe as much as you have. But the difference is, for as long as I can remember, I've had to put up with you. And doing that required a tremendous amount of patience." Mit diesen Worten macht er deutlich, was ihn so sehr gestört hat und wieder einmal wird seine Geduld angesprochen, die er dafür aufbringen musste. Ein weiterer Hinweis darauf, dass er kurz davor ist Anführer zu werden, so lange musste er warten, nun ist es soweit. "Goodbye, dad", und er vergast ihn, während er dabei zusieht. Einer der beängstigendsten Szenen überhaupt, wie Ben da mit seiner Gasmaske sitzt und nicht eine Gefühlsregung zeigt, als Roger blutend und strampelnd erstickt. Auch krass, beide Elternteile von Ben sterben an seinem Geburtstag, dies gibt es wohl auch nur sehr selten. Allerdings schafft sein Vater noch eine letzte Rache, denn dadurch, dass der Dharma-Van dort oben stehenbleiben soll, rollt er durch Wind und Wetter in den Dschungel, wo er schließlich von Hurley gefunden wird, der damit Bens Angriff auf den Strand endgültig scheitern lässt.
Wenigstens danach zeigt er etwas menschliche Gefühle, als er Horace die Augen schließt. Dies verdeutlicht das endgültige Ende des Kapitels Dharmas. Der Anführer ist tot und Ben gibt ihm die letzte Ruhe. Nun haben die Others vorerst wieder die komplette Kontrolle über die Insel zurückerlangt und nutzen die Baracken als Wohnort.
Der Rest von Dharma in den anderen Stationen wird wohl erschossen worden sein, Ausnahme die Swan. Deren Aufgabe ist noch immer wichtiger als alles andere auf der Insel. Ich schätze man hat einen Deal mit Radzinsky vereinbart, so einen ähnlichen den Mikhail vorgeschlagen hat. Er soll in der Swan bleiben, nur herauskommen, wenn ein neues Essenspaket abgeworfen wird, bekommt aber regelmäßig einen neuen Mann zugeteilt. So denke ich ist Kelvin zur Insel gekommen, er war einer dieser Männer, die gebraucht worden sind und die Others haben ihn zur Insel geholt. Aus Verzweiflung darüber, dass alle seine Kameraden nun tot sind und er dazu verdammt ist für immer in dieser Station gefangenzusein, nimmt er sich wohl dann das Leben.
Gleichzeitig werden aber alle anderen Dharma-Stationen von den Others besetzt und für ihre eigenen Zwecke verwendet.

DIE HÜTTE

Weg von Dharma, nun kommen wir zum schwierigsten Teil der ganzen Folge, die Hütte. Gebaut wurde sie von Horace, damit er und seine Frau einen gemütlichen Unterschlupf im Dschungel haben fernab von allem Dharma-Stress. Nun Horace wird sie wohl nicht lange in Besitz gehabt haben und sie diente prima als Unterschlupf für Jacob. Wirklich? Dieser lebt doch eigentlich im Fuß einer Statue, warum sollte er jetzt urplötzlich in eine Hütte im Wald umziehen. Trotz allem wird er wohl dort gelebt haben, warum sonst sollte Ilana zuerst die Hütte aufsuchen und dann erst die Statue. Anscheinend hat Jacob dort wirklich gelebt, bis Samuel kam. Vielleicht war er die ständigen Besuche von diesem satt und so legte Jacob einen Bannkreis aus Asche um diese Hütte, sodass Samuel ihn nicht besuchen konnte. Vielleicht hatte Jacob aber auch so seinen endgültigen Schutz vor jeglichem Loophole und seinem Plan. Richard wusste natürlich von Jacobs neuen Wohnort, sodass er von dort seine Listen holen konnte und so berichtete er wohl auch Ben von dieser Hütte. Vielleicht hatte dieser bei einem seine neugierigen Ausflüge versucht, Jacob zu besuchen, ihn aber nicht vorgefunden. Vielleicht weil dieser gerade beschäftigt war, Kate oder Jack zu besuchen. Dabei zerstörte er wohl versehentlich den Aschekreis, sodass auch Samuel die Hütte betreten und benutzen konnte. Jacob musste also wieder in sein altes Zuhause umziehen, ließ aber wenigstens für Ilana und ihren Leuten den Hinweis mit der Statue zurück. Doch dadurch, dass Ben glaubte, Jacob lebte noch immer darin, hatte Samuel wieder leichtes Spiel seinen Plan weiterzuführen. Mit Sicherheit war Ben öfters dort, um nachzusehen, ob Jacob vorzufinden war. Nun Samuel nutzte die Hütte nur dann, wenn er sie unbedingt brauchte. Dieser Moment kam, als Ben Locke mitschleppte. Lange Zeit schien es nur eine Show von Ben zu sein, doch dann dröhnte Samuel aus dem Hintergrund ein "Help me!" Verständlich, denn immerhin braucht er Lockes Hilfe, um Jacob zu töten. Mit dieser Begegnung ließ er Locke nicht mit völligem Unverständnis die Hütte verlassen und säte gleichzeitig bei Ben Zweifel, ob Locke tatsächlich Jacob gehört hatte. Dies führte dazu, dass Ben Locke nur anschoss, aber nicht tötete und gleichzeitig, dass Locke wieder auf Samuel hören würde, wenn es darum ging, dass Christian ihm dann aufträgt, die Insel zu bewegen.
Mit dieser kurzen Begegnung in der Hütte werden wieder entscheidende Ereignisse in Gang gesetzt.

THE MAN BEHIND THE CURTAIN

Locke bezeichnet damit Ben, da er behauptet, er belüge seine Leute nur und spiele ihnen was vor. Nun diese eindeutige Zauberer von Oz Anspielung könnte noch eine wesentlich größere Rolle spielen. Es könnte ein Hinweis sein, dass es irgendwo auf der Insel tatsächlich einen Mann hinter dem Vorgang gibt, der alles auf der Insel leitet und kontrolliert, sogar größer als Jacob und Samuel. Die uns so großartige erscheinende Insel wäre also nur eine Bühne für ein Wesen, dass hinter einem Vorgang mit einer komplizierten Apparatur herumspielt, um allen etwas vorzuspielen, besonders dem Zuschauer. Kein besonders schöner Gedanke aber möglich wäre es.

ANDERE CHARAKTERE

Wie unwichtig und unbedeutend, doch die ursprünglichen Losties sind, wird durch so eine Episode erst richtig deutlich. Wer bitteschön interessierte sich denn dafür, dass Sawyer Juliets Nachricht enthüllt und das Jack offenbar einen Plan hat, den er nun allen vorträgt?
Doch es fällt auf, gerade als Jack als Anführer endgültig das Vertrauen der anderen zu verlieren schien, hat er eine Idee, wie er wieder alle auf seine Seite bringt. Auch Juliet ist mit auf der Seite der Losties und sein Plan, wie sie mit den Others fertig werden könnten, kann beginnen.

BODYCOUNT

Schluss mit genauen Zahlen. Wieviele von Dharma bei dem Purge gestorben sind, wird wohl nie bekannt werden. Miles erwähnte, dass etwa 50 von ihnen in den Baracken hausen. Nimmt man an, dass diese Zahl etwa bis 1987 konstant geblieben ist, so würde ich sagen, dass mit den Bewohner der anderen Stationen etwa ca. 70 Leute umkommen, darunter solche wie Roger oder Horace.

Summe: ca. 401 (410)

FAZIT:
Das ist er, der erste Höhepunkt der ganzen Serie. Noch immer ist diese Episode so verrückt und konfus, wie gleichzeitig emotional und bewegend, sodass ich diese 40 Minuten als eine der besten in der Fernsehgeschichte ansehe. Michael Emerson leistet da sein übriges mit seiner genialen, mehr als oscarreifen Schauspielkunst und im Zusammenspiel mit Terry O'Quinn kommt dabei immer ein Highlight nach dem anderen heraus. Es ist bezeichnend, dass kein einziges Staffelfinale auch nur annähernd die Qualität dieser Folge hat.


Nachgedanken:
- ich bin mir ziemlich sicher, dass Annie mit der Evakuierung kurz vor dem Incident die Insel verlassen musste
- mein angenommenes Purge-Datum ist sogar richtig, genauer gesagt ist an diesem Tag der Vertrag zwischen Others und der Dharma-Initiative abgelaufen
- zur Cabin müsste ich vieles revidieren, dazu mehr in einem eigenen Recap

3/19 The Brig (Erik)

Erlösung, das große Thema dieser Folge. Zwei Charaktere schaffen es mit ihrer grausamen Vergangenheit abzuschließen, gleichzeitig wird auch der Zuschauer vom vielleicht widerlichsten Lost-Charakter erlöst. Und erneut geht Locke einen weiteren Weg in Richtung seines brutalen Untergangs.

LOCKE, DER ANFÜHRER

Die ganze Folge deutet an, dass Locke wohl der Nachfolger von Ben werden wird, wenn er es schafft, seinen Vater zu töten. Dieser wurde nur aus diesem Zweck auf die Insel geholt, Ben deutet das an, als er meint, Locke habe ihn herbeigebracht und nicht die Others selbst. Die magic box hat ihm die Person gebracht, die als Letztes noch zwischen ihm und der Führerrolle der Others steht. Alle wollen ihn als Anführer sehen, dies wird in einem Gespräch mit Cindy deutlich. Ab hier war für mich endgültig klar, dass sie von Anfang an eine Other war und nur mit geholfen hat, dass alle die zu den Others kommen sollen, auch zu ihnen kommen. Es gibt eigentlich nur einen, der noch etwas dagegen hat und das ist Ben, der sich nur ungern aus seiner derzeitigen Rolle verdrängen lässt. Es wird eigentlich erst in der nächsten Folge deutlich, dass er in Wirklichkeit gegen Locke arbeitet, wieder eine unfassbar gute schauspielerische Leistung von Michael Emerson, der uns die ganze Episode glauben lässt, dass Ben wirklich nur das Beste für Locke will. In Wirklichkeit weiß dieser ganz genau, dass er nicht fähig sein wird seinen Vater zu töten und somit Anführer zu werden. So stellt er ihn geschickt vor allen anderen bloß und als Locke ohne Überraschung scheitert. "I'm sorry. He's not who we thought he was." In der Tat wird Locke niemals der Anführer sein der er sein soll, sondern nur ein Teil von Samuels Plan. Im übrigen haben mir die Locke-Ben-Cooper-Gespräche in dieser Szene sehr gut gefallen. Ich fand es toll, wie alle die bisherigen Schwächen von Locke ansprechen, die auch weiterhin bestehen bleiben sollen. Ben hat wieder Recht, auch wenn es Locke-Fans nicht wahrhaben wollen: "same sad pathetic little man". Besser kann man wohl Locke nicht beschreiben.
Ben hat scheinbar triumphiert, doch es gibt auch welche, die ihn nicht mehr als Anführer sehen wollen und wer wäre da mächtiger als Jacobs Berater, Richard Alpert selbst. Dieser weiß natürlich schon längst, dass Locke eines Tages Anführer sein wird, immerhin fand ein solches Gespräch mitsamt Kompassübergabe schon statt. Richard hat zwar lange keinen Beweis gesehen, dass Locke wirklich special ist, doch zum Teil aufgrund von Jacks Aussage und der Tatsache, dass Locke nach dem Flugzeugabsturz wieder laufen kann, lassen ihn glauben, dass er tatsächlich von der Insel erwählt ist. In Wahrheit hat lediglich Samuel nachgeholfen, sodass nun auch Jacobs Berater glaubt, dass Samuels loophole der wahre Anführer der Others ist. Richard wird betrogen und indem er nachhilft, Locke bei der Beseitigung seines Vaters zu helfen, ist er nun auch ein Teil von Samuels riesigem Plan geworden. Die Verzweiflung darüber, dass Ben nur sinnlose Fruchtbarkeitsforschungen mit ihnen betreibt und die Tatsache, dass er sogar die Tumor-Sache überstanden hat, treiben Richard sogar soweit, dass er Locke sogar überredet, jemand anderen für diese Aufgabe zu wählen. Dadurch, dass Sawyer die Aufgabe übernimmt, ist Locke eigentlich gar nicht der richtige Anführer, denn er hat seinen Vater nicht selbst getötet. Der letzte Dialog zwischen Ben und Locke, bevor die Others losziehen, ist sinnbildlich für die Figur Locke.
"But I thought I was special." Nein, John das bist du nicht und wirst es nie sein. Alles was du sein wirst ist leider ein Gehilfe von Samuel, der glaubt einer höheren Bestimmung zu folgen. Doch dadurch, dass es ihm so oft eingeredet wird, glaubt Locke es letztendlich wirklich und ist somit zum Scheitern verurteilt.
"Well everyone makes mistakes." Locke begeht letztendlich zuviele Fehler und das ist auch Grund für seinen Untergang. Allerdings ist dies eine Anspielung darauf, dass auch Samuels Plan nicht ganz aufgehen wird, wäre er das nämlich, bräuchten wir wohl keine Staffel 6 mehr.
"I'm on my own journey now." Auch das stimmt nicht, Locke geht nur den Weg, den Samuel, Ben, Richard und Charles für ihn vorsehen. Wenn etwas auffällt, er macht nie iegendwas von selbst, sondern folgt immer Anweisungen von anderen, die ihn dann meistens in ein großes Chaos stürzen.
Die Folge ist somit rückblickend betrachtet nur ein Beweis dafür, dass Locke nichts weiter als ein gescheiterter Mann ist, der die zweifelhafte Ehre haben darf, an einem größeren Plan teilzunehmen.

KILL COOPER

Locke lernt trotzdem langsam das Betrügen und Manipulieren. Hätte er Sawyer gesagt: "Ich habe einen Mann in einer Schiffskabine eingesperrt, der mein Vater ist und für den Untergang deiner Eltern verantwortlich ist. Du sollst ihn töten, da ich sonst nicht Anführer der Others werden kann.", wäre dieser niemals mitgekommen. Er erzählt also die Geschichte mit der Entführung Bens und das er Spion ist, wodurch er zumindest Sawyers Vertrauen teilweise gewinnen kann. Dadurch, dass Sawyer durch Ben schon betrogen, gefoltert und geprügelt worden ist, hat er noch einfaches Spiel, ihn zumindest zum Mitgehen zu überreden. Dieser möchte zwar Ben nicht töten, aber zumindest mit zum Strand nehmen, sodass dieser Psychopath erst einmal keine Gefahr mehr darstellt. Schließlich ist er kein Mörder, doch Locke kann das sofort widerlegen, indem er die Geschichte mit dem Mann erzählt, den er fälschlicherweise erschossen hat. Indem er Sawyer weiterhin mit seiner Vergangenheit konzentriert, wird dieser immer wütender und rastet schließlich aus. Dadurch wiegelt er ihn schon vorher auf, sodass es ihm dann auch leichter fällt, Cooper zu töten. Locke hat sich als Versteck ausgerechnet die Black Rock ausgesucht. Da merkt man, dass er einen Hang zum Poetischen hat. Ausgerechnet in einem Sklavenschiff sollen sich Locke und Sawyer von den Fesseln ihrer Vergangenheit befreien. Sawyer gelingt dies, Locke allerdings nicht.
Er sperrt Sawyer geschickt ein und kann nur abwarten was passieren wird. Sawyer stellt als Erstes fest, dass es sich gar nicht um Ben handelt, sodass es Schritt für Schritt zum Gespräch zwischen den beiden kommt. Cooper, der gar keine Ahnung hat, wen er hier vor sich hat, ist sowieso der Meinung schon längst tot zu sein. Er hat die Meldung mit dem gefundenen Wrack von Oceanic 815 schon gesehen, wodurch seine Ankunft auf der Insel wohl nur kurz vor "The Man Of Tallahassee" fällt. Ich denke er ist zeitgleich mit Tom angekommen. Die Insel mit dem Piratenschiff im Dschungel und sein scheinbar toter Sohn, sind wohl dann zuviel für ihn, sodass er annimmt tot zu sein. Wodurch die Fegefeuertheorie wieder aufgegriffen wird.
Schließlich kommt das Gespräch zwischen den beiden auf das Betrügen und ab hier wird Sawyer hellhörig. Die ganze folgende Szene mit dem Brief, gehört zu einen der besten überhaupt in Lost. Dadurch, dass Cooper den Brief ignoriert und dann zerreißt, besiegelt er sein Schicksal und damit Lockes ebenfalls. Sawyer erwürgt ihn mit einer schweren Eisenkette, wodurch wir wieder einen Star Wars Bezug haben. Lockes "Thank you" ist dann doppeldeutig, zum einen ist er froh, dass er endlich diese Prüfung bestanden hat und den Others beweisen kann, dass er doch special ist. Zum anderen ist er nach all der Zeit von seinem Vater befreit worden, der ihm seine Niere geklaut hat und sogar töten wollte. Was ich noch genial fand, Ben sagt: "he hesitation that you're feeling is just the part of you that still feels like he is a perfectly good explanation for stealing your kidney. Throwing you out of an eight-story window." Gerade Ersteres wird ihm noch das Leben retten, als Ben ihn anschießt und Zweiteres führt zu einer Berührung durch Jacob, deren Auswirkungen aber noch nicht bekannt sind.
Um seine Dankbarkeit zu erweisen, gibt Sawyer die Kasette mit Juliets Nachricht, wodurch diese als Spionin enttarnt werden soll. Diese wird zwar gar nicht gebraucht, ist aber der erste Schritt dahingehend, dass Ben die Kontrolle verlieren wird, da Samuel kurz Überhand gewinnt.

RETTUNG

Ich habe mich ein was gefragt: Wie haben es die vier geschafft Naomi mit der Trage unentdeckt zum Strand zurückzubringen? Also das Camp muss wirklich sauschlecht bewacht sein. Mir wird nie klar sein, warum die Others so große Probleme mit den Losties hatten. Jedenfalls ist es richtig von Desmond, dass sie Jack zunächst noch nichts sagen sollen und Sayid wegen dem Satellitentelefon ins Vertrauen ziehen.
Naomis Coverstory mit Desmond und Penny als Auftraggeberin ist in meinen Augen etwas zu schlecht. Charles bleibt zwar so geheim, doch seine Tochter als Deckung zu nehmen ist ungeeignet, da so schnell Verdacht entsteht, dass es wirklich Charles sein könnte. Außerdem hätte Naomi den Losties zumindest das mit Ben erzählen können. Immerhin ist dieser am Ende von Staffel 3 als Gefangener bei den Losties und müsste eigentlich nur noch übergeben werden.
Mein Hass auf Kate stieg in dieser Folge wieder ins Unermessliche. Nicht nur, dass die "beach bitch" wieder mit Sawyer rumhängen muss, nein sie findet auch im unpassendsten Moment Sayid und Hurley, sodass der ihr gleich das mit Naomi erzählt. Die petzt das natürlich gleich Jack. Den Doc fand ich aber genial in der Szene, wie er trotz aller Beteuerungen Juliet solle außen vorbleiben, darauf bestanden hat, dass sie bleiben soll. Sein Plan mit Juliet und der dummdämliche Gesichtsausdruck von Kate war dann wieder ein kleines Highlight.
Meine größte Kritik an Staffel 3: Warum hat man Kate nicht am Ende dieser Staffel sterben gelassen? Es hätte gepasst, so wunderbar gepasst.

BODYCOUNT

Cooper, na endlich wird dieser Oberwiderling erwürgt.

Summe: 331 (340)

FAZIT:
Cooper stirbt, Locke und Sawyer werden von ihrer Vergangenheit erlöst und noch dazu sinnvolle Flashbacks über Lockes kurzen Aufenthalt bei den Others. Eine epische Folge mit sehr guten charakterlichen Momenten. Lost steuert mit dieser Folge gezielt auf den ersten Höhepunkt zu.


Nachgedanken:
- ganz ehrlich, Kate hätte wirklich am Ende dieser Staffel sterben sollen

Donnerstag, 29. Oktober 2009

3/18 D.O.C. (Erik)

Kurz bevor Lost alles bisher Gesehene überbieten wird, kommt noch einmal eine ruhigere Folge, die aber werden lückenfüllend noch überflüssig wirkt. Wir bekommen endlich den letzten überflüssigen Flashback serviert. Jins Mutter noch einmal ins Spiel zu bringen, fand ich unpassend und die Tatsache, dass Mr. Paik einfach so 100.000 Dollar herausgibt auch. Wenigstens sehen wir noch einmal Jins Vater, der wohl von allen Lost-Vätern der liebenswürdigste ist und die Szene als Sun in Mr. Paiks Büro kommt, erinnert doch sehr stark an den späteren Flashforward.

JINS UNFRUCHTBARKEIT

Wieder einmal schlagen die seltsamen Heilkräfte der Insel zu und wir erfahren, dass die Spermienproduktion um das Fünffache höher ist als der Durchschnitt. Dadurch ist es auch für den fast impotenten Jin möglich, eine Frau zu schwängern in diesem Fall Sun. Dies ist in der Nacht passiert, als Jin nach der Flossexplosion zurückgekehrt ist und wir die beiden am nächsten Morgen aus dem Zelt kommen sehen. Offenbar hat es trotz fünffacher Überproduktion noch ein ganzes Stück gedauert, allerdings gab es auch Phasen in denen die beiden nicht einmal miteinander gesprochen haben.
Das kuriose und gegensätzliche, fast jeder Sex führt damit zur Schwangerschaft, was wiederum den Tod der Schwangeren zur Folge hat. Dadurch ist die Insel nebenbei eine Schleichwerbung für Safer Sex. Desweiteren können wir dankbar dafür sein, dass die Insel so abgeschieden liegt und das Schwangerenproblem hat, denn ansonsten würde es von Bordellen dort nur so wimmeln.

MIKHAIL DER TOTE LEBENDE

Wollten die Autoren nur ihren alten Fehler korrigieren oder war es tatsächlich geplant, dass der einäugige Sowjet wieder aufersteht, nachdem eine ganze Menge Blut aus seinen Ohren gesprudelt kam. Berechtigt kann man sich fragen, warum er nicht gleich zu seinen Other-Freunden gerannt ist (er wusste, wo sie sind), sondern zuerst rein zufällig auf Desmonds Campgruppe trifft, die zufällig gerade die verletzte Naomi gefunden haben. Hier bringe ich wieder Samuel ins Spiel. Für ihn ist es nämlich unglaublich wichtig, dass Naomi von einem Fachkundigen gerettet wird, damit sie ihre Leute zur Insel holen kann. Gleichzeitig muss aber auch Ben von ihr erfahren, damit er sich zu den Losties begibt. Das alles ließ sich prima durch Mikhail klären, der nicht tot war, sondern nur bewusstlos und dem bestimmt per Traum gezeigt wurde, dass der Feind die Insel erreicht hat und er dies unbedingt Ben melden muss. Nun wie er dahin findet, war auch nicht schwer nachdem Hurley aus Versehen eine der Leuchtpatronen abfeuert.
So findet er recht schnell die Gruppe, wird von Jin, der endlich einmal seine Kampfkünste ausprobieren darf, gestellt und bietet an, Naomi zu helfen. Warum er sich nicht genau wie Mrs. Klugh hat erschießen lassen, verstehe ich nicht ganz, und auch nicht warum er nicht aus Versehen Naomi hat sterben lassen? Vielleicht wusste er, dass noch mehr Leute zur Insel kommen würden, egal ob er sie nun sterben lässt oder nicht, sodass es erst einmal nur wichtig war, Ben Bericht zu erstatten. In dem Fall hat er natürlich einen Grund am Leben zu bleiben und beugt sich so erst einmal den Wünschen der Losties. Damit dient er Samuel und es ist auch so, dass er einmal falsch übersetzt, als Naomi andeutet, dass sie nicht allein ist und das er versucht das Satellitentelefon zu klauen. Genau dies darf aber auch auf keinen Fall passieren, denn es ist der wichtigste Gegenstand des Staffelfinales. Mikhail wird schließlich freigelassen und es tritt eine große Ironie ein. Bisher haben die Losties nicht damit gespart, die Others zu töten, dieses eine Mal aber lassen sie einen laufen, den sie lieber hätten töten sollen. Ausgerechnet Desmond, der ehrenhafter als alle anderen Losties ist, ist dafür, Charlie dagegen. Bekanntermaßen tötet Mikhail Charlie noch, sodass Desmond hier bereits den ersten Schritt legt für Charlies endgültigen Tod.
Und wie genial, dass Nicht 815er Desmond endlich das Überfällige erwähnt: "You know brother, by my count, you've killed more of them than they've killed of you."
Charlies "They started it" ist nur ein Auge um Auge, Zahn um Zahn.

FEGEFEUERTHEORIE

Eine sehr gängige Theorie war es, dass die Losties alle tot sind und die Insel eine Art Vorhölle ist, in der sie gefangen sind. Mit der genialen Schlussszene wird dieses Thema aufgegriffen, nur damit erklärt werden kann, dass genau diese Theorie nicht eintrifft. Der riesige Haken an der Sache ist nämlich, dass noch immer Leute sterben können und ich verstehe den Sinn nicht, wie man sterben kann, wenn man schon tot ist. So wird hier bereits auf das Fakewrack von Charles hingedeutet, welches die ganze Frachteraktion vertuschen soll. Schon seltsam, dass Naomi das gleich bei ihrem ersten Gespräch allen ins Gesicht sagt, obwohl sie genau weiß, dass es nicht stimmt.
Trotz allem hat diese ganze Lebendig-Tot-Sache etwas Wahres, denn durch die Zeitreisen sind bereits einige der 815er gleichzeitig tot und lebendig auf der Insel. So hat Naomi teilweise doch Recht, dass einige 815er eigentlich schon tot sind.

ANDERE CHARAKTERE

Fand nicht nur ich es extrem seltsam, dass sich anscheinend niemand wundert, dass Juliet und Sun in der Nacht in den Dschungel gehen? Sun ist schwanger und Juliet eine nicht gerade vertrauenswürdige Other. Normalerweise hätte das Camp in Aufruhr sein müssen, dass die beiden verschwunden sind.
Wir erfahren wenigstens nebenbei was Juliets Aufgabe ist, herauszufinden wer alles schwanger ist. Dadurch, dass sie mit Sun anfängt, werden wieder einige entscheidende Dinge in Gang gesetzt. Juliet nimmt eine Tonbandnachricht für Ben auf, die Locke schließlich an Sawyer gibt, sodass Juliet als Spionin enttarnt werden kann. An dieser Stelle aber ist diese bereits abtrünnig gegenüber Ben und stellt sich auf die Seite der Losties. "I hate you", durch Suns Schwangerschaft ist Juliets Vertrauen in Ben nun endgültig dahin und sie wechselt die Seiten, etwas das entscheidende Folgen für alles hat, was noch in Staffel 3 passiert.
Im übrigen war das, dass letzte Mal das wir Suns Garten gesehen haben. Vermisst eigentlich jemand diesen Ort?
Kate hatte wieder den überflüssigsten Auftritt überhaupt in dieser Folge, wie auch in der ganzen restlichen Staffel ist sie außer in der letzten Szene nur noch überflüssiger Ballast.

BODYCOUNT

Neben Sabine, sind noch acht weitere Frauen gestorben. Ich frage nach, ob ich die Babys auch mit dazurechnen soll, vorerst setze ich sie in Klammern.

Summe: 330 (339)

FAZIT:
Gemächlich und ruhig wird das grandiose Ende der Staffel eingeleitet. Beim ersten Mal ist es noch spannend wer nun Ji Yeons Vater ist, nach mehrmaligen Schauen wirkt aber fast die ganze Sun-Juliet-Szene etwas zu gestreckt. Mehr Spannung verursachte da schon Naomi, die Rückkehr von Mikhail und die unheimliche Aussage, dass alle 815er tot sind.


Nachgedanken:
- tatsächlich taucht Suns Garten in Staffel 6 in einer nutzlosen Szene noch einmal auf

Mittwoch, 28. Oktober 2009

3/17 Catch-22 (Erik)

Grandios, dieses Mal schreitet die Story extrem weit voran. Bereits hier werden schon entscheidende Schritte für das Staffelfinale eingeleitet und die Frachter-Gruppe, die soviel verändern wird, wird mit Naomi eingeführt.

CATCH-22

Diese Bezeichnung bedeutet nichts anderes als Zwickmühle. In dieser Episode taucht der Begriff als portugiesischer Buchtitel auf. Gemeint ist damit aber wohl eher Desmonds Vision. Er ist dazu bestimmt, damit alle Ereignisse so eintreffen, Charlie sterben zu lassen. Nur dieser ist aber auch zu sehen, als sie Naomi finden. Es kann also gar nicht alles so eintreffen wie vorherbestimmt, denn die Vision ist schon in sich paradox.

DESMONDS VISION

Das beste an der Folge, wir sehen zum ersten Mal den Aufbau einer dieser Visionen von Desmond. Nur dieses Mal hat sie nur indirekt etwas mit Charlies Tod zutun, da es viel wichtiger ist, dass Naomi heil zur Insel kommt. Ich bin immer noch der Meinung, dass diese Visionen von Samuel kommen, denn in gewisser Weise sind sie immer noch nichts anderes als die Träume von Locke und Eko. Bisher hat Desmond nur Charlies Tod durch die Visionen verhindern sollen, dieses Mal aber soll er dabei helfen, dass die Frachter-Gruppe zur Insel kommt. Da dies ohne Naomi nie passieren würde, muss er sie retten.
Geschickt war es dabei, wie Samuel ihn glauben lässt, dass es eigentlich Penny ist. Verstärkt wird das ganze noch durch das Bild. In Wirklichkeit steckt Pennys Vater dahinter. Offenbar wird Penny hier nur als Vorwand benutzt, Charles müsste also einen ähnlichen Traum gehabt haben, der ihm gesagt hat, dass der Frachter nur ankommt, wenn Naomi vorgibt, auf der Suche nach Penny zu sein.
Nun wird erst einmal die lustigste Lost-Gruppe überhaupt gegründet. Hierbei entsteht wieder so ein Twist, erst dadurch, dass Desmond diese ganzen Ereignisse auslösen will, überredet er Hurley, Jin und Charlie, dass sie mitkommen. Gerade bei Charlie scheint es nur den Zweck zu haben, dass er stirbt und da das Thema Opferung eine Rolle in dieser Folge spielt, nehme ich an, Desmond wollte ihn ursprünglich tatsächlich sterben lassen, als er ihn überredete. Es ist bereits eine Vorbereitung auf den richtigen Tod von Charlie, denn nun vermischt sich das langsam mit Ereignissen, die positive Situationen für viele andere sein könnten. Catch-22 eben, Desmond wird vor die moralische Frage gestellt, ob er Charlies Tod weiter verhindern soll und damit bewirkt, dass gewisse positive Ereignisse gar nicht eintreten werden.
Wie die drei die Melodie von "The Colonel Bogey March" summen und Desmond wirklich wie ein Colonel vorausgeht, ist eine der lustigsten Szenen von Lost überhaupt.
Dann finden sie das Kabel, zwar an einem anderen Ort und campen dann dort. Jins Geistergeschichte ist so ein weiterer lustiger Moment, man versteht kein Wort und dennoch erschrecken wir uns alle.
Danach führt Desmond mit Charlie ein Gespräch über Penny und das sie versucht, ihn vielleicht seit drei Jahren zu finden. "With enough money and determination you can find anyone, she said." Das trifft ironischerweise genau auf die Situation zu, die Desmond gerade versucht auszulösen. Charles Widmore versucht auch mit aller Macht und Geld, die Insel zu finden und hat es schließlich geschafft. Dieses Motto hat Penny offenbar gleich von ihm übernommen, beide suchen nach der Insel, haben aber unterschiedliche Ziele.
Die Szene mit dem abstürzenden Helikopter und der herausspringenden Naomi hat mich schon immer zutiefst verwirrt, besonders nach "Meet Kevin Johnson". Dort sehen wir, dass es keinen zweiten Helikopter gab und ich glaube auch der hat nie existiert. Denn wenn Naomi diesen selbst fliegen konnte, wieso musste dann Lapidus als Pilot mit? Er hat sie offenbar geflogen und als sie nah genug an der Insel waren ist sie herausgesprungen, irgendetwas ist dann aus dem Helikopter gefallen und die Tatsache, dass er bereits wieder auf dem Rückweg in Richtung Frachter war, ließ die vier glauben, dass er abgestürzt ist. Fakt ist, in dieser ganzen Szene sehen wir nicht einmal einen Helikopter.
Da sich Desmond sicher ist, dass nun alles so passieren wird, wie er vorausgesehen hat, möchte er Charlies Tod verhindern und sofort losziehen. Genau dieser aber möchte, dass sie noch bleiben und so kommt es dann doch zu der Szene, die wir bereits am Anfang der Episode als Einstiegsschocker sahen. Nur Desmond verhindert zum vierten Mal, dass Charlie stirbt, dieses Mal aber nur äußerst knapp. Wir merken er hat lange mit sich gerungen, ehe er ihn wirklich retten wollte.
Dies erklärt er Charlie dann auch genau und hier werden schon Andeutungen gemacht, dass Desmond tatsächlich etwas ändern kann. "If the flashes don't happen exactly how I saw them, the picture changes." Angedeutet wurde das mit Desmonds Speciality aber nie weiter ausgeführt, während der Zeitreisegeschichte. Wie oben schon angesprochen merkt also Desmond langsam, dass Charlies Leben zu retten, nichts Gutes mehr mit sich bringt.
"Like God, testing Abraham, except I failed, because I changed what I saw." Dieser Satz könnte aufgrund der Änderungen in Staffel 5 sehr interessant sein. Es soll nichts geändert werden, sondern alles so eintreffen wie es soll, da sonst etwas noch Schlimmeres passiert. Dies könnte schon darauf hindeuten, dass ein verhinderter Absturz von 815 gar nichts Positives bewirken wird, sondern alles noch schlimmer macht.
Die Endszene, als sie Naomi finden, ist eine der fiesesten Szenen überhaupt, denn ich habe aufgrund der vermischten Szenen mit dem Flashback wirklich geglaubt, Penny ist die Fallschirmspringerin. Deren Happy Ending muss also noch warten.

HURLEY

Seine Rolle bei der ganzen Sache war wieder ein Hinweis darauf, dass er womöglich tatsächlich noch entscheidende Dinge verändern kann. "This is future crap isn't it?", wir denken zwar, dass er davon einfach nichts versteht, doch was ist wenn ihm die Zukunft tatsächlich relativ egal sein kann, da er in der Lage ist, bestehende Dinge zu verändern.
Sein Gespräch mit Charlie über den Wettkampf der beiden Superhelden hat mich dann so ein bisschen an Jacob und Samuel erinnert. Man muss die Helden nicht eins zu eins ersetzen, sondern die Äußerungen der beiden einmal genauer analysieren. In gewisser Weise steht Flash für Jacob und Superman für Samuel. "In case you haven't noticed dude I'm not exactly the Flash." Aufgrund von diesem Satz könnte man interpretieren, dass Hurley tatsächlich ein bedeutender Teil von Jacobs Plan ist, Betonung liegt hierbei auf dem "exactly". Hurley führt dann das Rennen der beiden gegeneinander an und behauptet, dass Flash es gewinnen würde. Charlie hält dagegen mit Supermans Kräften. Entscheidend ist nun, dass Hurley anfängt Regeln aufzustellen, keine Wände zerstören, kein Fliegen. Er stellt also schon Regeln auf, genau wie diese bei Samuels und Jacobs Spiel bestehen. Aus irgendeinem Grund kann Samuel ihn nicht selbst töten, sondern braucht ein loophole. Eine der ersten Regeln an die er sich auch hält, obwohl bisher nichts Bestehendes darauf hindeutet warum.
Die Tatsache, dass Charlie dies noch steigert, deutet für mich daraufhin, dass es zwischen den beiden noch mehr Regeln gab, an die sich Samuel nur ungern gehalten hat. Trotz allem hat er offenbar einen Weg gefunden, dieses Spiel zu gewinnen, doch hier kommt wieder die Anspielung von Hurleys Schnelligkeit. Was ist, wenn Samuel einfach nur zu schnell gehandelt hat und genau dies auch Jacob so wollte? Erst in Staffel 6 werden wir wohl Genaueres erfahren.

DESMONDS FLASHBACKS

Schon fast ungewohnt, ganz normale Flashbacks von Desmond zu sehen, ohne Bewusstseins-Zeitreisen. Wir erfahren hier, wie er zu seinem brother kam, noch dazu sehen wir sein erstes Treffen mit Penny, was wohl der Kern der ganzen Kloster-Sache ist.
Er wollte Ruth heiraten, doch ehe es soweit kommt, wird er von einem Mönch weggeführt. Bis hierhin hat er ein normales Leben geführt, ohne von der Insel beeinflusst worden zu sein, vielleicht ein Grund warum wir auch nie etwas Genaueres über seine Kindheit erfahren haben. Ganz einfach weil es nicht relevant für ihn ist, erst ab hier wird Desmond für die Insel wichtig. Gelenkt hat das mit Sicherheit Miss Hawking in Zusammenspiel mit Brother Campbell. Deren gemeinsames Bild deutet für mich daraufhin, dass die beiden eng zusammengearbeitet haben, um Desmond zunächst ins Kloster zu locken und dann zu Penny.
Schön fand ich auch wie Brother Campbell das alles mit Bestimmung erklärt und die Geschichte von Abraham mit Isaacs Opferung erwähnt. Nach langer Zeit ist wieder ein Flashback ganz eng mit der Inselhandlung verbunden, toll gemacht.
Das nun Penny rein zufällig da war, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Warum schickt Charles nicht einfach einen Bediensteten um den Wein zu holen, sondern seine Tochter? Er wollte also, dass die beiden zusammenkommen, damit er Desmond zur Insel schicken kann. Selbst Penny redet von Bestimmung, es kann also kein Zufall gewesen sein.
So haben wir eine Verknüpfung zwischen Brother Campbell, Miss Hawking und Charles Widmore, die allesamt Desmond auf den Weg bringen, den er bestimmt ist zu gehen.
Schön übrigens, dass Ruth erwähnt, dass es besser war keinem "shephard" gefolgt zu sein. Zu Beginn von Staffel 4 schließt er sich noch Jacks Gruppe an, als die Oceanic 6 aber zur Insel zurückkehren, ist er dagegen und geht wieder.

ANDERE CHARAKTERE

Es war schon etwas fies, Jack ein rotes Shirt tragen zu lassen und ihn dann am Leben zu lassen. Offenbar wollten die Autoren uns zeigen, dass nicht immer das Tragen eines solchen zum Tode führen muss.
Sawyers Tischtennisspiel mit Jack ist eine der besten Szenen zwischen den beiden. Ohne große Aggression wie früher, freut sich Sawyer einfach, dass er endlich etwas gefunden hat, in dem er Jack schlagen kann. Lustig auch, als er Jack und Juliet fragt, ob sie diskutieren wer ihr Lieblingsother ist. Genauso fand ich es genial, dass endlich jemand einen 108-Minuten Witz macht. "We don't play every hundred and eight minutes, the Island's gonna explode!" Na dann bleibt dran!
Von dieser Folge an war Kate endgültig bei mir unten durch und sie mein Hassobjekt Nummer 1. Diese dämlichen Eifersüchteleien nur weil Jack Zeit mit einer anderen Frau verbringt und sie erst dann zu Sawyer geht, obwohl sie ihn am Morgen noch hat abblitzen lassen, ist eine der peinlichsten Szenen von ganz Lost. Kate wurde hiermit zur "beach bitch".
Das ist übrigens das erste Mal, dass Rose und Bernard in Staffel 3 erwähnt werden.

BODYCOUNT

Wieder einmal wird Charlies Tod verhindert, wodurch der Zähler sich nicht erhöht.

Summe: 322

FAZIT:
Desmonds Visionen, ein aufklärender Flashback und die Ankunft einer neuen Person, Lost schreitet wieder storymäßig extrem voran und lässt überhaupt keinen Platz für eine Füllfolge. Eine lustige Gruppe, geniale Dialoge und viele Andeutungen runden das Ganze ab. Die ohnehin schon gute Staffel wird immer besser.


Nachgedanken:
- tatsächlich war das "Spiel" zwischen Jacob und Samuel am Ende von Staffel 5 noch nicht beendet und Samuel musste sich noch an weitere Regeln halten, die Jacob aufgestellt hatte

Dienstag, 27. Oktober 2009

3/16 One Of Us (Erik)

An dieser Folge ist wirklich alles top, von der ersten bis zur letzten Minute. Endlich sind die Losties wieder am Strand vereint und in den Juliet-Flashbacks erfahren wir einige interessante Dinge.

JULIET, DIE STRANDSPIONIN

Das ist der erste Ben-Plan, der nur teilweise funktioniert. Verständlich, denn Samuel interveniert dann und braucht Juliet als Verräterin, damit der Frachter seinen Weg zur Insel findet. Interessant ist, wie lange Ben schon eingeplant hatte, dass er Juliet einmal als Spionin am Strand braucht. Das Einpflanzen von Claires Implantat, nur damit sie gleich das Vertrauen der Losties gewinnt, hat mich so stutzig gemacht, dass ich schon fast der Meinung war, nur das war der Zweck ihrer Entführung. Wie wir aber wissen, wollten sie mehr mit Claire anstellen, da Ben sehr an Geburten auf der Insel interessiert ist.
Nur, wenn Ben ihr das Implantat eingepflanzt hatte, so wusste er wohl auch schon, dass Claire entkommen würde und ihr Baby bekommt. Das Ben dies gewusst hat zeigt mal wieder, dass er viel mehr von der Insel weiß, als er gegenüber Juliet zugibt.
Schön fand ich auch, dass Ben schon mit einbezieht, dass Kate womöglich Juliet durchschaut und schon dafür eine passende Ausrede parat hat. Nun könnte ich mir sogar vorstellen, dass Smokey Juliet etwas verändert hat, sodass sie ab einen bestimmten Moment nicht mehr Bens Spionin sein will. Locke hat ein helles weißes Licht verändert, bei Juliet war etwas Ähnliches zu sehen.
Auch gut fand ich die Szene, als sie Sawyer und Sayid mit ihren verwerflichen Taten konfrontiert. Ich habe lange gerätselt, woher Juliet von dem Mord Sawyers an Duckett weiß. Mittlerweile ist es aber sicher, dass die Others ein so gutes Netzwerk außerhalb der Insel haben, sodass sie sich das zusammenreimen konnten. Hibbs ist vielleicht sogar einer der Others.

SCHWANGERSCHAFTEN UND KREBS

Schwangere sterben auf dieser Insel, lange Zeit hielt ich es für eine gute Erklärung, dass die Insel versucht die Frauen von ihrer Krankheit (im medizinischen Sinne ist Schwangerschaft tatsächlich eine Krankheit) zu befreien, aber beim Abstoßen des Fremdkörpers das Immunsystem und innere Organe versagen. Bei Krebs und Tumoren ist das anders, diese wirklichen Fremdkörper lassen sich einfacher zerstören. Als Ursache sah ich dabei den Elektromagnetismus an. Claires Schwangerschaft war schon zu weit fortgeschritten, als das die Insel noch "heilen" konnte, gewisse schwerwiegende Schusswunden konnte die Insel schließlich auch nicht heilen. Die Folge "La Fleur" brachte das aber alles in Wanken, denn vor dem Incident schien das mit den Schwangerschaften kein Problem zu sein und ich frage mich, ob es auch damals schon ausgeschlossen war, dass man keinen Krebs auf der Insel bekommt. Nun es wäre gut möglich, dass sich durch den Incident und dem austretenden Elektromagnetismus alles so weit erhöht hat, dass eine Schwangerschaft so brutal "geheilt" wird. Andere Möglichkeit und vielleicht etwas plausibler ist, wenn ich einmal Jacob ins Spiel bringe. Samuel schließe ich hier aus, denn offenbar wollte Jacob mit dieser Sache die Rekrutierung Juliets bezwecken, die offenbar in seinem Plan eine größere Rolle spielt, wenn ich da an den Incident denke. Zu diesem Zeitpunkt scheint auch noch Ben mehr nach seiner Pfeife zu tanzen als nach Samuels, da er alles unternimmt, damit die Fruchtbarkeitsforschungen klappen. Erst als mit Locke sein Ersatz auf die Insel kommt, lässt Jacob ihn den Tumor bekommen, damit er später keine Gefahr ist. Nun er hat die Rechnung ohne Samuel und Ben selbst gemacht. Ich denke gerade diesen Fehler von Jacob, Ben krank werden zu lassen, hat sich Samuel zunutze gemacht, damit er genügend Hass auf Jacob entwickelt, sodass er ihn bereitwillig tötet.
Im übrigen denke ich, dass Jacob tatsächlich, wie von Ben gesagt, Rachel vom Krebs geheilt, nur eben viel eher. Dadurch wollte er wohl, dass Juliet weiter auf der Insel bleibt, bis die Zeitreisen beginnen. Das könnte auch der Grund sein, warum sie nicht mitflasht, Jacob hat Richard einfach verboten, dass Juliet zu dem Tempel kommt und dort dagegen geschützt wird.

JULIETS FLASHBACKS

Die Abschiedsszene mit Rachel macht einem irgendwie jetzt doppelt traurig, da sich die beiden wohl definitiv nie wieder sehen werden. Juliet war mir hier aber auch noch viel sympathischer, fand es viel besser, dass ihre Liebe zu ihrer Schwester im Mittelpunkt steht und nicht zu irgendeinem Mann.
Interessant fand ich dann das Gespräch mit Richard und Ethan, kurz bevor Juliet zur Insel fährt. Besonders Richard Satz: "You created life where life wasn't supposed to be." Besonders das hat mich an das Staffel 5 Finale erinnern lassen. Wenn Juliet tatsächlich die Bombe gezündet hat und dadurch Flug 815 nicht abstürzt, so hat sie Leben geschaffen, welches nicht dazu bestimmt war. Bekanntermaßen sterben viele bei diesem Absturz und dann auch noch auf der Insel. Durch die Bombe aber würde all das verhindert werden und dadurch auch deren Bestimmung. Da das Richard, ein Vertrauensmann von Jacob sagt, ist das wiederum ein Beweis für mich, dass Jacob sie auf der Insel wollte, damit sie womöglich die Bombe zur Detonation bringen kann.
"Now, no-one is forcing you to do anything", das dagegen ist schön widersprüchlich, wenn ich daran denke, was Ben noch alles mit ihr machen wird. Im übrigen war klar, dass Juliet nur mit allem scheitern kann, als sie Bens Hand schüttelt. "Watch your step here." ist dabei wohl schon die erste Andeutung, dass sie aufpassen soll, was sie in der Gemeinschaft macht. Bekanntermaßen ist ihre Beziehung zu Goodwin, die hier schon angedeutet wird, fatal.
Nachdem Sabine stirbt, führt Ben ein interessantes Gepräch mit ihr und überredet sie zum Bleiben. Er möchte wohl nicht, dass schwangere Frauen die Insel verlassen, da das die Dharma-Leute schon getan haben und er dadurch wohl schon weiß, dass es keinen Nutzen hat. Als Druckmittel, um sie auf der Insel zu halten, nutzt er Rachels angeblich schlechten Zustand aus. Es ist für Mikhail bestimmt ein Kinderspiel eine solche Akte zu fälschen. Wie schon oben angesprochen hat Jacob sie schon geheilt, Ben deutet das sogar an. Da scheint es übrigens ein Zusammenhang zu geben, dass schwergeschädigte Angehörige geheilt werden, wenn die entsprechenden Personen auf der Insel sind. Rachel besiegt den Krebs, genau wie Kates Mutter, und Claires Mutter erwacht aus dem Koma. Es könnte durchaus sein, dass tatsächlich Jacob hinter alldem steckt.
"Every woman on this Island needs you." Ich habe weiter oben angeführt, dass eventuell der hohe Elektromagnetismus, der beim Incident frei wird, für das Sterben der Schwangeren verantwortlich ist. Dann wäre dieser Satz sehr ironisch, denn erst durch Juliet haben die Others überhaupt das Problem. Gleichzeitig wäre sie, genau wie bei den 815er, der Grund für ihre Rekrutierung auf der Insel, da sie nur wegen dem Problem mit den Schwangerschaften gebraucht wird. Wieder einmal einer dieser sehr tollen Zeitreisetwists.
Dann kommt die Szene, als das mit Bens Tumor bekannt wird und diesmal nehme ich ihm ab, dass er nicht wissen konnte, dass das passiert. Geniale Dialogzeile:
Juliet: "You're surprised."
Ben: "Well you just told me I have cancer, Juliet, of course I'm surprised."
Was ich danach genial lustig fand war, dass Juliet Ben als Lügner bezeichnet und ihn das tatsächlich verletzt hat. Doch er hat den Beweis mit Rachel in der Hand und so kann er sie wieder davon überzeugen, dass er alles im Griff hat. Flug 815 ist nun das letzte Druckmittel, dass Juliet noch auf der Insel hält, aber es reicht aus, um sie dahinzubringen wo sie hinsoll.
Ganz nebenbei erfahren wir in dem Flashback, dass Karl tatsächlich wichtige Aufgaben bei den Others hatte und die Anzahl an Passagieren von Flug 815.

ANDERE CHARAKTERE

Die Wiedervereinigung mit Jack führt nun endlich diese aufgefaserte Trennung der Losties zu Ende. Etwas, dass einen linearen Ablauf in dieser Staffel bisher kaum möglich gemacht hat, da die Story immer folgenweise wechselte.
Toll fand ich auch, dass die meisten hier aus ihrem "Mir-ist-alles-egal" Trott herauskommen. Sayid möchte Antworten von Juliet über die Others, Jack erzählt Kate was er in der einen Woche bei den Others gemacht hat. Es wird darüber diskutiert was mit Juliet passieren soll, nanu noch gestern behauptete Charlie so etwas gäbe es gar nicht. Hurley redet mit Juliet sofort über die Entführung und Ethan. Jack erwähnt sogar, dass es sein Plan war von der Insel zu gehen und Locke dies verhindert hat.
So ehrlich habe ich die Gruppe bisher selten erlebt.

BODYCOUNT

Lassen wir diesen astronomisch ansteigen und die restlichen Oceanic 815 Toten mit einberechnen. 324 Passagiere - (47 Überlebende + Gary Troup + Pilot + 22 Tailies) = 253
Noch dazu stirbt Sabine.

Summe: 322

FAZIT:
Eine Wiedervereinigung der Losties plus interessante, aufschlussreiche Flashbacks einer Other. Diese Folge kann nur genial sein und reiht sich nahtlos in das Hoch der Folgen ein, die unmittelbar auf "Stranger In A Strange Land" folgten. Nach diesen sieben Episoden ist gut zu sehen wie wichtig es doch war, ein Ende der Serie festzulegen.


Nachgedanken:
- das mit den Schwangerschaften ist tatsächlich erst durch den Incident passiert