Montag, 23. November 2009
5/03 Jughead (Erik)
MEET AT THE CREEK
Die erste kleinere Gruppe findet zu dem Treffpunkt Bach. Es ist gleichzeitig auch die einzige. Daniel, Charlotte, Miles und zwei letzte Redshirts haben den Angriff überlebt. Miles reagiert trotz dieses Angriffs so zynisch wie immer, ob der Treffpunkt der richtige ist: "Yeah, Sawyer said to meet at the creek, so unless he got torched by a flaming arrow, that's where he and everyone else should be."
Daniel macht sich aber auch um Charlotte Sorgen, die immer noch schlimme Kopfschmerzen hat, noch dazu kommt jetzt ein Schwindelgefühl und doppelte Visionen. Wieder einmal ahnt sie, dass Daniel mehr weiß, was mit ihr los ist. Er verspricht ihr etwas, von dem er selbst weiß, dass er es nicht einhalten kann: "Listen to me. Nothing is gonna happen to you. Nothing. I won't let it." Es passiert das gleiche mit ihr wie mit seiner Ex-Freundin Theresa. Armer Daniel!
Schließlich erreichen sie den Bach und sind allein da. Sie mutmaßen wo die anderen sein könnten und Miles kommt dem mal wieder am nächsten: "Or they're dead." Wenn man davon ausgeht, dass neben Juliet und Sawyer nur noch Rose und Bernard überlebt haben, mit Vincent. Die letzten beiden Redshirts erwischt es nun auch, als sie unachtsam einen Draht berühren, der ein paar Minen hochgehen lässt. Damit ist es nun offiziell, auch wenn die endgültige Bestätigung erst von Bernard kommen wird, alle Redshirts von Oceanic 815 sind gestorben, die meisten von denen ironischerweise in einer Zeit, bevor sie überhaupt auf die Insel gekommen sind. Selbst für die Insel also waren sie nur zum Sterben gedacht.
Kurz darauf werden Daniel, Miles und Charlotte von den Others gefangengenommen. Wir lernen hier gleich einmal Ellie kennen, später besser bekannt als Miss Hawking. Schon verrückt, dass sie ihren Sohn knapp 20 Jahre vor seiner Geburt trifft und ihn fast die ganze Folge mit einer Waffe bedroht. Nun ja beim nächsten Treffen erschießt sie ihn dann. Schon verrückt wie gestört doch diese Mutter-Sohn-Beziehung ist, besonders wenn wir daran denken, dass sie Daniel selbst auf die Insel zurückgeschickt hat, obwohl sie wusste, dass er sterben wird.
Bei der Frage: "Who's in charge here?" verweist Miles natürlich gleich auf Daniel. Man merkt, dass der möglichst wenig Verantwortung übernehmen will, wenn es brenzlig wird. Das war noch anders, als sie das erste Mal zur Insel gekommen sind.
Ich fand es genial, wie die Kameraperspektive in die Ego-Shooter Variante geht und sie auf Daniel zeigt. Es verdeutlicht perfekt das schon angesprochene.
Schließlich möchte sie wissen, wo der Rest seiner Leute ist. Miles deutet daraufhin, dass sie eventuell auch von den Minen getötet worden sind. Nun erfahren wir, dass es gar nicht die Others waren die diese gelegt haben, sondern diejenigen für die sie die Zeitreisenden halten. "Once we leave here, I will be out of control of what happens to you. But if you cooperate now, things will go much easier for you. So where are the rest of your people?" Lustig nur, dass sie dann wieder Daniel mit Waffengewalt bedroht. Dieser weiß natürlich nicht wo der Rest ist.
BECAUSE THERE OTHERS
Locke, Juliet und Sawyer halten noch immer die beiden Angreifer gefangen. Locke fragt wer sie sind und Sawyer antwortet: "Well, gee, I didn't have time to ask that, with Frogurt on fire and all." Irgendwie schon lustig, dass er ihn selbst nach seinem Tod noch so nennt, war aber bei Arzt genauso. Juliet erklärt es ihm jedenfalls genauer, während Locke auf das Gewehr aufmerksam wird, welches wie ein altes von der Army aussieht, aber sehr neu ist. Sawyer interessiert das nicht, der fragt Locke nur: "Where the hell you been?" Ich fand die Antwort spitzenmäßig von Locke: "If you've been going through what I have, James, maybe the more appropriate question would be, when the hell have I been?"
Sawyer fragt noch nach seinem Bein, doch Juliet meint sie haben Wichtigeres zutun, nämlich zum Bach zu gehen, um sich mit den anderen Leuten zu treffen. Das Problem ist nur, dass sie kein Seil haben, um die beiden zu fesseln und sie somit erschießen müssten. Dann jedoch verrät sich einer der beiden selber, als er zu dem anderen auf Latein spricht und Juliet weiß natürlich, was los ist. Sie hat hier zwei Others vor sich.
Genial ist wie Sawyer dann fragt: "So who taught you Latin?" Juliet antwortet mit: "Others 101. Gotta learn Latin--language of the enlightened."
"Enlightened, my ass." ist eine der besten Sawyer-Anmerkungen. Er hat Recht, Latein ist eine absolut grauenvolle Sprache.
Locke versucht derweil zumindest den einen der beiden, Cunningham zum Reden zu bringen, da dieser wohl Ärger bekommt, wenn sie am Bach auf die anderen treffen. Redshirts machen Ärger? Wäre mir neu.
Jedenfalls erklärt er, dass entweder alle tot sind oder gefangen, da Sawyer laut ihm den Treffpunkt bekanntgegeben hat. Genial wie Sawyer das entgegnet mit: "Well, maybe I should've said it in my secret language." Juliet redet schließlich auf Latein mit ihm, dass sie nicht der Feind sind, er ihn zu ihrem Camp bringen soll und außerdem fragt sie ob Richard Alpert dort ist. Lustig wie Locke einwirft: "Did you just say "Richard Alpert"?" Cunnigham ist nun bereit ihnen zu helfen, doch ehe er mehr sagen kann, bricht ihm Jones das Genick und flieht. Locke kann ihn nicht erschießen, da Jones einer seiner Leute wäre. Hier hätte er fast die Chance gehabt eine der wichtigsten Personen von Lost zu töten, ehe dieser überhaupt all diese Ereignisse mit dem Frachter hätte auslösen können. Doch da alle Zeitreisenden zum einen nur wegen Charles "Jones" Widmore hier sind, wäre es unmöglich gewesen ihn zu töten.
Es ist übrigens schon das zweite Mal, dass einer der Others trotz Waffendrohung einen anderen tötet.
JUGHEAD
Die drei vom Frachter werden durch den Dschungel zu dem Camp der Others verschleppt. Miles geht dabei über ein Grab und erfährt, dass hier vier US-Soldaten liegen, von denen drei erschossen und einer an Strahlenvergiftung gestorben ist. Einen weiteren Hinweis auf Strahlung bekommen wir durch die einbandagierten Hände eines Others. Schließlich erreichen sie das Lager und aus dem Zelt tritt natürlich niemand anders als Richard persönlich, so jung wie eh und je. Dieser fragt nach, ob sie wegen der Bombe zurückgekommen sind.
Die drei werden schließlich in ein Zelt gebracht und nur Daniel glaubt noch, dass sie da heil herauskommen. Zum einen wegen der Flashes, doch wir erfahren wie unkonstant die auftreten, fünf Minuten oder fünftausend Jahre. Daniel ist überzeugt davon, dass sie nur überleben, wenn sie behaupten dem amerikanischen Militär anzugehören. Schon seltsam, haben doch Richard und seine Leute gerade gegen die einen gewaltigen Hass.
Richard kommt schließlich hinzu und fragt, warum sie nicht sagen, wo der Rest von ihnen ist, woraufhin Daniel meint, dass sie sie dann töten würden. Richard macht ihnen nun deutlich, dass sie es waren die diesen Konflikt begonnen haben. "We didn't start this, friend. Your people attacked us. You come to our island to run your tests, you fire on us, and what, you expect us not to defend ourselves?"
Daniel entgegnet das mit: "I don't know anything about that. We are scientists." Damit haben wir einen tollen Bezug zu der Situation unter der die drei wirklich zur Insel gekommen sind. An Bord mit vielen Söldnern, die alle auf der Insel töten sollen und sie als Wissenschaftler, die damit nichts zu tun haben wollten. Richard fügt nun an, dass sie wegen der Bombe zurückgekommen sind und Daniel sagt ja. Wir erfahren auch noch, dass es eine Wasserstoffbombe ist und sie womöglich sehr instabil ist. Richard merkt an: "How do I know you weren't sent here on some suicide mission? That I'll take you out to the bomb, and you'll just detonate it?" Das ist dann genialerweise der Grund bei seinem nächsten Aufeinandertreffen mit Richard. Daniel möchte von Richard zur Bombe geführt werden, um sie in einer Selbstmordmission selbst zu detonieren. Hier aber hat Daniel noch einen Grund es nicht zu tun, Charlotte, der er unter höchst seltsamen Umständen seine Liebe gesteht.
"All right. Take care of your bomb. But you try anything else, and you will hurt her." Ironischerweise wird Charlotte schon ständig verletzt, noch dazu ist es eine Anspielung auf das Schicksal von Daniels Ex-Freundin Theresa.
In einer weiteren Unterhaltung zwischen Richard und Daniel erfahren wir von den Tests mit Wasserstoffbomben während der 1950er Jahre. Der Grund ist klar, ich finde es nur bemerkenswert, dass auch das US-Militär die Insel gefunden hat, womöglich nur durch Zufall, da das Pendel noch nicht existiert hat. So könnte Dharma auch vom US Militär in Auftrag gegeben worden sein, wodurch deren friedliche Absichten eine Farce sind, aber das sind sie ja eh wie wir sehen. Daniel bekräftigt noch einmal seine Liebe gegenüber Charlotte, ehe er mit Ellie zur Bombe geht.
Richard erklärt ihm zuvor noch warum sie das getan haben und es hat eine sehr große Ähnlichkeit mit dem, was sie später mit Dharma machen. PS: 18 US-Soldaten haben sie getötet, die Redshirts waren insgesamt auch genau 18. Dann kommt die Rede in wessen Auftrag sie das getan haben und Richard fügt an, dass auch er jemanden untersteht. Nun seltsam ist das schon, dass er plötzlich der Anführer zu sein scheint, da selbst die späteren Anführer Ellie und Widmore sich zuerst bei ihm melden. Vielleicht ist damit Jacob gemeint, es könnte aber auch eine andere noch unbekannte Person, die zu diesem Zeitpunkt wo anders ist. Gleich darauf kommt Jones zurück und berichtet davon, dass sie angegriffen und überwältigt worden sind. Ellies hämischer Kommentar und Widmores "Shut up!" zeigen, dass deren Beziehung nicht wirklich leicht ist. Genial ist nur, wie Jones kontert, dass sie ihm eventuell folgen könnten: "Follow me? Their leader is some sodding old man. What, you think he can track me? You think he knows this island better than I do?" und Locke im Gebüsch hockt. Dieser fragt Juliet, ob Richard dort ist und sie sagt nur: "Richard's always been here." Genial auch wie sie auf Lockes Frage: "How old is he?" nur mit "Old." antwortet. Locke möchte nun sein Gespräch mit Richard beenden, damit sie alle gerettet werden können. Sawyer und Juliet sehen aber derweil, dass sich Daniel auf seinem Todesmarsch befindet. Genial, wie er zu Juliet meint: "You wanna stay here in Crazytown or help me rescue the geek?" Sie entscheiden sich dann für den geek.
Auf dem Weg zur Bombe bemerkt Ellie, dass Daniel sie ständig anstarrt, gut das hätte ich auch getan, aber sie kommt ihm bekannt vor und es ist eigentlich klar, dass es sich nur um seine Mutter handeln kann. Sie bekommt auch mit, dass ein Chinese und zwei Briten nicht unbedingt normale Mitglieder der US Armee sind und natürlich traut sie ihm nicht. Schließlich sagt Daniel, dass nur er die Bombe entschärfen könnte und wir sehen Jughead zum ersten Mal. Schon da hatte ich die Befürchtung, dass dieses Ding noch unglaublich wichtig wird, denn Nuklearwaffen werden bei sowas nie umsonst gezeigt und explodieren in der Regel. Das passiert hier noch nicht. Daniel kann sie nicht entschärfen, und überredet Ellie dazu, dass sie sie vergraben sollen und mit Blei abdecken. Dies machen sie vielleicht noch nicht auf Anhieb, aber wenn ich an die Swan denke und die Bleiummantelung, so könnte es durchaus möglich sein, dass Jughead nie richtig detoniert ist und durch das Blei die Umwelt geschützt wurde.
Diese ist zurecht verwirrt und Daniel kann sich nur aus der Klemme helfen, als er sagt, dass Jughead deswegen nicht explodieren wird, da die Insel in 50 Jahren noch da ist. Ellie erfährt also von ihrem eigenen Sohn, dass er aus der Zukunft ist und wird somit wohl erst auf die Spur gebracht als eine Art Zeitpolizistin zu fungieren. Schließlich wird sie von Juliet und Sawyer überwältigt. Dieser sagt genau das richtige Stichwort, als er Jughead sieht: "Son of a bitch."
LOCKE UND RICHARD
Das Schicksal des John Locke. Hier nimmt es inselgeschichtlich seinen Anfang. Überzeugt davon der Anführer zu sein und Richard seinen Kompass zurückgeben zu müssen, marschiert er in das Camp. Jones möchte ihn aufhalten und Richard kommt auf ihn zu. Mit den Worten: "My name is John Locke." stellt er sich vor, Richard kann damit natürlich nichts anfangen, wird aber neugierig als er sagt: "Jacob sent me." Eine glatte Lüge ist es doch Samuel, der ihn gesandt hat, sodass er einen weiteren Schritt bei seinem Plan einleiten kann, nur einen weiteren für Locke selber, den ersten Schritt bei Richard und der Insel überhaupt. Die großartige Enthüllung ist aber, als der widerspenstige Jones noch immer sein Gewehr nicht runternehmen will und Richard es mit den Worten selber macht: "I said... put the gun down, Widmore." Genial die Erkenntnis und Erleuchtung in dem Moment bei Locke.
Locke: "Your name is Widmore? Charles Widmore?"
Widmore: "What's it to you?"
Locke: "Nothing. Nice to meet you."
Schon bald wird er ihn aber nochmal treffen.
Mit Richard redet er jedenfalls zunächst über den Kompass und den Umständen dieser Begegnung. Dieser ist natürlich völlig verwirrt, doch Locke erklärt ihm, dass er von der Insel muss und sein Anführer sei. Schön wie Richard sagt: "Look, I... certainly don't want to contradict myself, but... we have a very specific process for selecting our leadership, and it starts at a v--very, very young age." Nun wird das ganze Dilemma eingeleitet, als Locke ihm sein genaues Geburtsdatum und Geburtsort nennt. 30.5.1956 in Tustin, Kalifornien. Damit ist nun die Frage, ob Richard seine Frühgeburt eingeleitet hat oder nicht, denn dann wäre das wie die ganze Unterhaltung ein verrückter Twist. Ehe aber mehr passieren kann kommt dann doch wieder ein Flash und das ganze Others-Camp verschwindet.
Alle sind sie wiedervereint und besonders toll ist der Augenblick, als sich Charlotte und Daniel wiedersehen. Lustig war es wie sich Miles dabei ausgeschlossen vorkam: "Yeah, me, too. I'm great, too."
Dann aber passiert das schreckliche, Charlotte blutet stark aus der Nase und bricht zusammen. Lange wird sie die Flashes wohl nicht mehr überleben können.
DESMONDS SUCHE
Zugegeben das interessanteste aus dieser Centric erfahren wir schon zu Beginn und es hat gar nichts mit der eigentlichen Aufgabe von Desmond zutun. Er hat einen Sohn, den er Charlie genannt hat, dessen Geburt wir sehen. Finde nicht nur ich diese sauberen, unkomplizierten Geburten langsam etwas lächerlich. Nun gut jedenfalls unterhält er sich dann mit ihm auf dem Boot und wir denken er würde tatsächlich zur Insel zurückkehren. Hoffentlich nicht. Wenn ich einem Charakter sein Glück gönne und einen verdienten Ausstieg aus der Serie dann ihm.
Nun er möchte nur diese Aufgabe erledigen, auch wenn Penny Skepsis hat. Interessant fand ich die Zeile: "If you're gonna promise me something, Des, can you promise me you'll never go back to that island again?" Damit könnte sowohl die Insel als auch Großbritannien gemeint sein.
Nun in Oxford erfährt er, dass alle Daten bezüglich Daniel wegen seinen Experimenten mit den Ratten und Theresa gelöscht worden sind. Interessant, dass die Frau am Schalter, eine Mitarbeiterin von Oceanic war, die Hurley im letzten Moment noch in den Flieger gelassen hat.
Bei Theresa erfährt er nun, dass diese ein Pflegefall ist, da ihr Gedächtnis ständig durch die Zeit reist. Seltsam nur, dass sie offenbar kein Nasenbluten und Gehirnaneurysma bekommt, da sie schon sehr lange in diesem Zustand ist. Vielleicht hat sie ihre Konstante gefunden, was sie aber nicht vor weiteren Gedächtnisreisen geschützt hat. Nun erfahren wir, dass Daniel nach dem fehlgeschlagenem Experiment an ihr in die Staaten zurückgezogen hat und Theresas Rechnungen von Widmore bezahlt werden.
Den besucht Desmond auch gleich und erfährt von ihm, wo sich Daniels Mutter befindet. Seine einzige Bitte ist nur, dass er Penny weiterhin versteckt hält, da sie sich in einen Konflikt einzumischen drohen, der viel größer ist als sie selbst. Die Rede ist natürlich von Ben, der noch immer Penny töten will. So schlecht ist Widmore also gar nicht zu Desmond und es scheint wohl so, als ob er nur so harsch zu ihm war, damit er auf die Insel gelangt.
Nun Desmond will dennoch nichts mit der Sache zutun haben und lügt Penny an. Diese durchschaut das aber und sie fahren dennoch nach Los Angeles, damit er die Nachricht überbringen kann. Tatsächlich scheint dies einer seiner letzten Tätigkeiten in Lost zu sein. Ich hoffe es sehr.
BODYCOUNT
Die letzten beiden Redshirts, Cunnigham, sowie die 18 US-Soldaten von denen Richard spricht. Allerdings ist unklar, wieviel Others dabei zu Schaden gekommen sind.
Summe: ca. 520
FAZIT:
Eine großartige Folge. Tolles Insel-Feeling gepaart mit weiteren verrückten Zeitreisebegegnungen, die das Schicksal aller bestimmen. Diese ganze Geschichte mit den Others, der US-Armee und Jughead gefiel mir gut, obwohl ich bei Letzterem sofort eine böse Ahnung hatte. Fast unter geht dabei die doch eher lückenfüllende Suche von Desmond nach Miss Hawking.
Sonntag, 22. November 2009
Rose und Bernard (Erik)
Die Geschichte von Rose und Bernard
Der Feuerpfeilangriff
„Wie sollen wir da durchkommen. Hast du es nicht gehört, wir haben noch nicht mal FEUER!“, schrie Frogurt Juliet an. In genau diesem Moment traf ihn ein brennender Pfeil genau in die Brust, und er schrie laut auf. Verblüfft schauten sich die Überlebenden um. Es kamen noch mehr brennende Pfeile aus dem Dschungel angeflogen.
„Lauft!“, schrie Sawyer.
Es herrschte das totale Chaos. Überall um sie herum schlugen brennende Pfeile ein. Zwei der Überlebenden wurden sofort tödlich getroffen. Miles sprang auf, als einer der Pfeile sein eben getötetes Wildschwein traf. Die Überlebenden rannten in Richtung Dschungel, außer Frogurt, der immer noch vor Schmerzen schrie, und von einem weiteren Pfeil schließlich gefällt wurde. Erst jetzt bemerkten Daniel und Charlotte, dass etwas nicht stimmte, und folgten dem Rest in Richtung Dschungel. Frogurt zuckte noch einige Sekunden eingehüllt in Flammen, dann war er still.
Die anderen rannten panisch auf die kleine Baumgruppe zu, doch für drei war es schon zu spät, auch sie wurden getötet. Andere wurden umgerannt und starben dann als sie von den Pfeilen durchbohrt worden. Rose und Bernard liefen zielgerichtet mit einigen anderen genau auf den Dschungel zu, während hinter ihnen die Hölle weiterging. Menschen wurden umgestoßen, einigen wurde aufgeholfen, wie Charlotte von Dan, als diese stürzte. Schließlich rief Sawyer, als er einen weiteren Mann aufhalf: „Los, komm! Wir treffen uns alle Bach!“
Viele hörten die Nachricht gar nicht, da sie bereits zu weit gelaufen waren, so Rose und Bernard und noch einige andere. Dann endlich ließ der Pfeilregen nach, denn sie alle waren mittlerweile im Dschungel verschwunden.
Keuchend kam Bernard zum Stehen. Auch Rose und die anderen die ihnen gefolgt waren stoppten. Insgesamt waren sie eine Truppe von zehn Mann.
„Rose ist alles in Ordnung!“, rief Bernard aufgeregt und kam zu ihr hinüber.
„Ja“, sagte sie immer noch außer Atem, und fiel ihrem Mann um die Arme. Vincent bellte ganz aufgeregt.
„Wo sollen wir hin?“, rief Craig. Er wandte sich an seinen besten Freund Steve.
„Keine Ahnung!“, antwortete dieser.
Ein aufgeregtes Getuschel begann.
„Sawyer meinte was von einem Treffen am Bach.“
„Wer waren diese Angreifer!“
„Ich glaube Jane und Markus sind tot.“
„Wo ist Debbie?“
„Manuel bist du hier?“
„Schreit nicht so rum! Wir sind immer noch nicht in Sicherheit“, rief Craig, und ging voraus.
„Wo gehst du hin, Craig?“, fragte Bernard.
„Zunächst einmal weiter weg vom Strand. Danach kehren wir um und suchen den Rest von uns.“
„Bist du wahnsinnig, wenn die wieder angreifen?“, fragte Sullivan.
„Wir müssen nur Warten bis dieses seltsame Leuchten wieder anfängt, dann sind wir sie los.“
„Das kam doch schon den ganzen Tag nicht. Was wenn es aufgehört hat?“, fragte Michelle.
„Der Physiker wusste darüber Bescheid doch wie immer hat er es nur den VIPs verraten“, sagte Maria sarkastisch.
„Schluss jetzt!“, rief Craig wieder. „Wir gehen erstmal in Richtung Bach. Soviel ich weiß wollte Sawyer, dass wir uns dort treffen, und da finden wir vermutlich auch den Rest unserer Gruppe.“
„Und wenn sie getötet worden sind?“, fragte Sullivan.
Wieder begann ein aufgeregtes Getuschel, dieses Mal war es Rose, die alle zum Schweigen brachte.
„Ruhe! Wir folgen erst einmal Craig, wenn irgendjemand einen besseren Plan hat dann soll er sich melden.“
Daraufhin waren alle ruhig und gingen langsam weiter. Nach einigen Minuten erreichten sie eine kleine Lichtung.
„Bis zum Bach ist es noch ein ganzes Stück. Wir machen hier erst einmal Rast.“
Keiner hatte etwas dagegen einzuwenden.
„Wer ist eigentlich alles hier von uns?“, fragte Maria.
„Frogurt ist verbrannt, er hat als Erster einen dieser Pfeile abbekommen. Manuel und Jane sind gleich nach ihnen gestorben“, sagte Richard. Mit jedem weiteren Toten sank die Stimmung, viele weinten, denn sie hatten gute Freunde verloren.
„Markus hatte einen Pfeil in die Schulter bekommen, das habe ich noch gesehen, und Norman wurde von einem Pfeil frontal getroffen. Juliet wollte ihm helfen, doch es war zu spät“, meinte Michelle, der die Tränen ununterbrochen über das Gesicht liefen.
„Steve und Christine sind auch tot, zwei Pfeile trafen sie kurz bevor sie den Dschungel erreichten. Ricardo und Dominic sind Daniel, Miles und Charlotte gefolgt“, sagte Lance.
Da Juliet und Sawyer auch woanders hingelaufen waren, bestand ihre Gruppe nur noch aus zehn Mann.
„Okay, wir sind nur noch zu elft, Richard, Steve, Lilly, Maria, Michelle, Alice, Sullivan, Lance, Rose, Bernard und ich.“
„Vergiss den Hund nicht!“, rief Rose. Vincent blieb glücklicherweise die ganze Zeit still, doch irgendwas machte ihn nervös, und er lief ständig in Richtung Dschungel.
„Was hast du denn, Vincent? Bleib ganz ruhig! Wir sind in Sicherheit!“, versuchte Rose ihn zu beruhigen. Doch es half nichts, er riss sich los und rannte in Richtung Dschungel.
„Hey komm zurück!“ Rose rannte ihm hinterher, und als Bernard seine Frau wegrennen sah, folgte er er ihr. Vincent stürmte zielgerichtet durch die Bäume hindurch. Dann hörten sie lautes Geschrei. Rose und Bernard drehten sich überrascht um, und blickten zurück zur Lichtung.
„Jetzt tötet sie! Das dürften alle sein.“, rief eine harsche, befehlende Stimme, und sie beide blickten traurig zu ihren Freunden zurück, die eingekreist worden waren.
„Wir ergeben uns“, sagte Craig. „Wir sind nicht in kriegerischer Absicht hier. Irgendwas ist mit der Insel passiert...“, doch er verstummte sofort, als er von einem brennenden Pfeil genau in den Hals getroffen wurde. Panisch sprangen die anderen auf, doch Michelle, Alice und Lance waren bereits tot, ehe sie den Rand der Lichtung erreicht hatten. Maria und Lilly liefen genau in die falsche Richtung und wurden von nicht weniger als zehn Pfeilen durchbohrt. Sullivan und Richard liefen in die Richtung von Rose und Bernard, doch beide wurden getroffen. Genau vor ihren Füßen fiel Sullivan zu Boden, und rief seine letzten Worte: „Lauft!“
Erst jetzt kamen Rose und Bernard wieder zu sich, lösten sich aus ihrem Schock und rannten einfach nur.
„Sind da nicht noch zwei von ihnen?“, fragte einer von ihnen.
„Na los hinterher!“, rief wieder die harsche Stimme.
„Sie laufen aber nicht zum Bach.“
„Dann lasst sie laufen. Früher oder später werden wir sie auch finden und töten.“
Rose und Bernard waren dem Zusammenbruch nahe, als sie wieder zum Stehen kamen. Sie mussten meilenweit gerannt sein, doch womöglich war es immer noch nicht weit genug. Wer auch immer diese Angreifer gewesen waren, sie hatten sie auch ein zweites Mal finden können, und womöglich waren sie auch hier nicht sicher.
„Gehts dir gut?“, fragte Bernard, der sich fast übergeben musste.
„Ja, ich bin musste bloß lange nicht mehr so schnell laufen, und dir?“
„Alles bestens, wenn man mal von der Tatsache absieht, dass ich eben das erste Mal seit Jahren so eine lange Strecke gelaufen bin, und so eben alle unsere Freunde getötet worden sind.“ Sie kamen beide wieder auf die Beine, und blickten sich traurig an.
„Ruhet in Frieden!“, riefen sie beide in Richtung Dschungel, danach gingen sie Arm in Arm weiter.
Der nächste Zeitsprung
„Wo sollen wir jetzt hin?“, fragte Rose.
Sie waren mittlerweile weiter gelaufen, in der Hoffnung sich noch weiter von ihren Angreifern zu entfernen.
„Zum Bach, wo Sawyer und die anderen sind“, meinte Bernard.
„Ich fürchte sie sind auch tot. Diese Männer waren auf dem Weg dahin, sie wussten wo sie den Rest unserer Gruppe finden würden.“
„Dann müssen wir uns alleine durchschlagen. Ich habe immer noch Hunger, und gewaltigen Durst. Gibt es hier irgendwo Wasser?“ Bernard sah sie fragend an, doch auch sie wirkte ratlos.
Plötzlich raschelte etwas im Gebüsch. Sie zuckten beide zurück, und wollten schon wieder losrennen, doch dann sahen sie ein bekanntes Gesicht.
„Vincent!“, rief Rose erfreut.
Vor Aufregung sie wieder gefunden zu haben wedelte er wild mit dem Schwanz und streckte seine Zunge heraus. Rose streichelte ihn, dann rannte er davon, blieb kurz stehen und schaute wieder in ihre Richtung.
„Ich glaube er will, dass wir ihm folgen“, sagte Bernard, und sie gingen dem Hund hinterher. Es dämmerte langsam, und es wurde allmählich heller im Dschungel. Die grauenvolle Nacht war vorbei.
„Wo will er denn hin?“, fragte Bernard.
Schon bald hörten sie das Rauschen eines Wasserfalls, und Rose blickte überrascht auf als sie diesen Ort sah.
„Das sind die Höhlen in der wir am Anfang gelebt haben. Hier sind wir erstmal sicher.“
Beide wuschen sich erst einmal gründlich, und fingen dann an einige Mangos zu pflücken, die sich in der Nähe befanden.
„Ob wir hier bleiben können?“, fragte Bernard. Diese Ort war sehr gut geeignet, um für längere Zeit zu überleben.
„Es ist zumindest besser, als am Strand von brennenden Pfeilen getötet zu werden. Wir bleiben hier, und verstecken uns so gut es geht.“
Bernard sah sie traurig und erfreut zu gleich an. Sie hatten zwar so eben alle ihre Freunde verloren, doch wenigstens waren sie zusammen.
Gegen Mittag gingen sie zusammen mit Vincent auf die Jagd. Sie hofften, dass er ein Kaninchen oder ein anderes Tier fand. Fast lautlos glitten sie durch den Dschungel, und lauschten aufmerksam jedem kleinen Geräusch.
„Ich glaube Vincent wittert etwas“, flüsterte Bernard aufmerksam.
Tatsächlich war der Hund ruhig geworden, und bewegte sich vorsichtig auf eine Stelle im Gebüsch zu. Dann auf einmal hörten sie ein lautes Geräusch vom Himmel, und als sie nach oben blickten, wussten sie, dass die seltsamen Zeitsprünge noch nicht vorbei waren. Er leuchtete hell auf, sie beiden bekamen wahnsinnige Kopfschmerzen, und hielten sich den Kopf bis es vorüber war.
„Da war es schon wieder. In welcher Zeit sind wir wohl jetzt gelandet?“, fragte Bernard.
Dann sahen sie jemanden, der nur wenige Meter von ihnen entfernt durch den Dschungel lief.
„Jane?“, flüsterte Rose.
„Sie hat überlebt?“, fragte Bernard.
Doch Rose schüttelte den Kopf, denn sie wusste bereits die Antwort.
„Ich weiß welche Zeit ist, das muss kurz nach dem Absturz gewesen sein, die ersten Tage, als wir noch die Höhlen nutzen konnten.“
„Also los, lass und zu ihnen gehen. Wir können sie vor den Feuerpfeilen warnen.“
„Nein, das würde nichts nützen. Es ist so passiert, wir können nichts ändern. Außerdem sie kennen dich nicht, und was würde mit mir dort passieren, wenn ich mich selbst sehe. Am besten ist wir bewegen uns langsam von der Gruppe weg, zurück in Richtung Strand.“
„Aber da seid ihr doch auch.“
„Ja, aber wenn dieses Leuchten wieder passiert, ist das Camp vielleicht zurück. Und vielleicht finden wir dort ein paar unserer Freunde wieder.“
Also machten sie sich zusammen auf den Weg. Es wurde ziemlich schnell dunkel, und als sie schon eine lange Strecke gelaufen waren, stolperte eine Gestalt an ihnen vorbei. Ganz offenbar hatte sie ein bestimmtes Ziel, doch sie schluchzte ständig dabei. Es war Locke.
„Was macht Locke da? Und warum heult er?“, fragte Bernard.
Rose dachte kurz nach, und dann fiel es ihr wieder ein.
„Das war die Nacht in der Boone gestorben ist, und Aaron geboren wurde.“
Nun schien sich auch Bernard zu erinnern.
„Du meinst das war der Tag an dem ich dieses Signal empfangen habe, und Boone ist derjenige, der es geschickt hat?“
„Ja, und gleich darauf ist dieses Flugzeug, in das er geklettert ist, abgestürzt. Locke war dafür verantwortlich.“
Sie gingen weiter durch den Dschungel, bis sie erneut ein vertrautes Geräusch hörten.
„Oh nein, es fängt schon wieder an!“, sagte Rose verzweifelt. Wieder bekamen sie beide gewaltige Kopfschmerzen, und Vincent winselte. Dann war es vorbei, doch die Kopfschmerzen blieben. Stärker als vorher.
„Ich glaube es wird mit jedem Mal schlimmer. Wann hört das nur auf?“, fragte Bernard.
„Ich hoffe bald, denn lange halte ich das nicht mehr aus“, sagte Rose.
Sie gingen weiter das kurze Stück bis zum Strand. Ihr Camp war wieder da.
„Na endlich!“, rief Bernard erfreut, doch seine Miene änderte sich, als er sah in welchem Zustand es war.
„Das muss jemand anderes benutzt haben, so wie es hier aussieht“, sagte Rose, als sie auf die ganzen ausgetrunkenen Bierdosen und geöffneten Dharma-Verpackungen blickte.
„Und sie müssen ganz in der Nähe sein. Sieh her, Rose“, sagte er und deutete auf die Kanus.
„Von unseren Leute ist jedenfalls niemand hier. Es wäre besser wir gehen schnell weiter, ehe diese Leute, die denen gehören hier auftauchen.“
„Und wenn nun die anderen hier auftauchen, Sawyer, Juliet, oder Daniel?“
„Wir lassen Vincents Halsband als Erkennungszeichen hier. Er braucht es sowieso nicht mehr“, sagte Rose, und nahm den Hund das Halsband ab. Sie warf es in den Sand, dann gingen sie weite, weg von ihrem Camp.
„Ich glaube ich höre schon jemanden, schnell weiter“, rief Rose, und sie liefen wieder in den Dschungel hinein.
Das Ende der Zeitsprünge
Nach einer Weile blieben sie wiederstehen, Bernard fragte:
„Was ist wenn es unsere Freunde waren, Sawyer, Juliet?“
„Ich glaube nicht, das waren Männerstimmen, viele Männerstimmen, und sie klangen überhaupt nicht...“
Dann blitzte der Himmel wieder hell auf, und beide hielten sich fest umschlungen fest, während Vincent wie wild bellte. Als es vorbei war fielen sie beide zu Boden, und kamen mühsam wieder nach oben. Es regnete in Strömen, ein richtig übler Sturm, beide waren mit schlammbespritzt, und sofort bis auf die Haut durchgeweicht.
„Na wunderbar!“, sagte Bernard. „Am besten wir suchen uns schnell einen Unterschlupf, bis es aufgehört hat.“
„Oder dieses seltsame Leuchten dem ein Ende setzt“, sagte Rose nüchtern. Bernard sah sie nur verwundert an.
„Darauf können wir uns nicht verlassen, das kommt völlig unkontrolliert. Ich glaube aber das nächste überlebe ich nicht. Sind deine Kopfschmerzen auch so schlimm?“ Dann erst sah er, dass sie sich an die Nase fasste, und etwas wegwisch, was definitiv kein Schlamm war.
„Rose was ist los?“, rief Bernard besorgt, und eilte sofort zu ihr.
„Meine Nase blutet, ich glaube das liegt an diesem Leuchten, und es wird immer schlimmer. Ich finde keine Konstante mehr in der Zeit. Meine innere Uhr ist völlig durcheinander, lange werden ich das nicht überleben. Wie geht es dir?“
Bernard war geschockt, und sah sehr traurig aus.
„Das werde ich nicht zulassen, irgendwie überstehen wir das Rose, das verspreche ich dir“, sagte er, und nahm sie in die Arme.
Er selber hatte es natürlich auch gespürt, es war seit dem ersten Mal immer schlimmer geworden, und lange würde er das auch nicht durchhalten können. Seine Nase blutete aber noch nicht, oder bildete er sich ein ein dünnes Rinnsal zu spüren?
„Komm, Bernard, wir gehen erstmal weiter!“, sagte sie.
Nach einiger Zeit hörte es auf zu regnen, dann begann ein neuer Tag, in was für einem Jahr auch immer. Sie liefen immer noch, ehe sie sich völlig erschöpft auf ein paar Steine setzten. Bernard pflückte ein paar Mangos, während Rose Wasser holte aus einem nahen Bach.
„Wir müssen einen sicheren Ort finden, eine Behausung oder so“, meinte er, nachdem sie anfingen zu essen.
„Aber wo? Der Strand ist verwüstet, und wir müssen jederzeit damit rechnen von irgendwelchen Irren mit brennenden Pfeilen abgeschossen zu werden, die Luke kann jederzeit zerstört sein, und in den Höhlen geht es auch nicht. Wir würden uns vermutlich selbst über den Weg laufen, und keine Ahnung was das für Konsequenzen hätte.“ Bernard wirkte niedergeschlagen angesichts dieser sehr einleuchtenden Argumentation.Wenn sie doch wenigstens wüssten in welcher Zeit sie jetzt waren. Er dachte an all das zurück was in den letzten Tagen, oder wie auch immer die Zeit nun war, passiert war. Wie er mitgeholfen hatte die Anderen zu erledigen, und dabei war, als der Frachter immer näherkam. Rose wollte auf der Insel bleiben, doch sie hatte sich dagegen entschieden mit Locke.
„DAS IST ES!“, rief Bernard freudig. „Locke hat doch von diesen Baracken, diesem Dorf der Anderen erzählt.“
„Was?“
„Wir könnten uns da einschleichen und irgendwie überleben.“
„Warte mal! Hast du schon vergessen, wie uns diese Leute beim letzten Mal behandelt haben? Sie haben all unsere Freunde getötet, und vorher waren sie auch nicht gerade gut auf uns zu sprechen.“
Bernards gute Laune sank wieder.
„Dann hat das wohl auch nicht viel Sinn. Ich würde sagen wir gehen erst einmal weiter, und überlegen uns später was Neues.“ Dies war nur ein Vorwand um die aufkeimende Hoffnungslosigkeit zu vertuschen. Es gab nichts mehr für sie, all ihre Freunde waren tot und das Leuchten und die Zeitsprünge würden sie früher oder später wohl auch töten. Gerade als Bernard daran dachte ging es wieder los, und als es endete, blutete zum ersten Mal auch seine Nase.
„Du hattest Recht, Rose! Es wird immer heftiger. Lass uns gehen, vielleicht treffen wir zur Ausnahme mal auf freundliche Menschen auf dieser Insel!“
„Ich glaube da sind wir falsch“, sagte sie, und zusammen machten sie sich auf dem Weg.
Sie waren kaum eine Meile gegangen da ging es schon wieder los, und als es vorbei war, musste sich Rose an einem Baum festklammern, um nicht umzukippen. Bernard eilte sofort zu ihr, und stützte sie. Vincent fing wild an zu bellen, und irgendwo brüllten ein paar Wildschweine zur Antwort.
„Geht es?“, fragte er.
„Ja, es ist nur mein Kopf, wenn das nicht bald ein Ende hat, kann ich gar nicht mehr laufen.“
Bernard führte sie, und Vincent eilte voraus. Nach einer Weile erreichten sie einen Strand, und blickten auf das Meer hinaus. Verdutzt schaute Bernard nach links. Dort befand sich tatsächlich ein imposantes Segelschiff.
Hey, Rose! Sieht dir das an!“
„Das muss dieses Piratenschiff sein, dass sie im Dschungel entdeckt haben. Wenn mich nicht alles täuscht war das etwa 1880 oder so.“
Bernard wirkte frustriert angesichts der Tatsache so weit zurückgereist zu sein. Dann kam ein neuer Zeitsprung, und unter gigantischen Schmerzen landeten sie wieder in einer anderen Zeit.
Urplötzlich befanden sich haufenweise Männer und Frauen in Lumpenklamotten um sie herum.
„Hey, wo kommen die denn her?“, fragte einer von ihnen.
„Die müssen einfach hier reingeflogen sein.“
„Die kamen aus dem Nichts.“
Doch ehe irgendjemand von ihnen reagieren konnte, leuchtete der Himmel wieder hell auf, und Rose und Bernard verschwanden aus dieser Gruppe der Anderen.
„Es wird immer schneller“, sagte Bernard, und wäre vor Kopfschmerzen fast umgekippt. Roses Nase blutete wieder heftiger, doch immerhin konnte sie aufstehen.
Zusammen gingen sie weiter, am Ende ihrer Kräfte, einem Zusammenbruch nahe. Sie waren kaum ein zwei Meilen im Dschungel, als es wieder losging, und dieses Mal fiel Rose zu Boden.
„Rose? Rose?“, rief Bernard besorgt, und hielt sie ihn seinen Armen.
„Ich glaube noch einmal ertrage ich das nicht, Bernard. Ich kann nicht mehr aufstehen.“
Tränen rannen über Bernards Wangen, und auch Vincent sah geknickt aus. Er kam heulend auf sie zu, und legte seine Schnauze an ihre Wange. Rose streichelte ihn geistesabwesend. So blieben sie etwa zehn Minuten liegen, dann versagten auch Bernard die Kräfte, und er sank zu Boden. Den nächsten Zeitsprung bekam er geradeso noch am Rande mit, ehe er vollständig wegnickte.
Rose spie Blut aus, beugte sich vorsichtig, und blickte nach oben. Es war das Letzte, was sie wohl sehen würde. Das seltsame Licht dieser Insel und die Bäume. Hier würde sie nun sterben, da sie ganz sicher war, dass der nächste Zeitsprung ihr den Rest geben würde. Er folgte nur ein paar Minuten später, und sie war dankbar dafür.
Er schmerzte gewaltig, und sie musste laut aufschreien. Es war ein besonders brutaler, denn er schmerzte ungeheuerlich, und leuchtete zudem noch in einer hässlichen grünen Farbe. Dann war alles klar, viel klarer als vorher. Ihre Nase und ihr Mund blutete nicht mehr. Die Kopfschmerzen verblassten langsam, und sie setzte sich ohne Mühe auf. Bernard blieb liegen, und sie rüttelte ihn wach. Vincent fing derweil fröhlich an zu bellen.
„Ich glaube das war es, diese ganzen Zeitsprünge haben ein Ende. Meine Kopfschmerzen sind jedenfalls verschwunden“, sagte sie freudig.
Bernard war noch ganz irritiert, und schaute sich um, doch dann sagte er.
„Ja, ich habe keine Kopfschmerzen mehr, und auch das Nasebluten ist zu Ende. Was immer passiert ist, nun hat dieser Horror ein Ende.“
Sie beiden umarmten sich kräftig, und Vincent umkreiste sie freudig mit wedelndem Schwanz.
Nach einer Weile fragte Rose:
„Was machen wir jetzt?“
„Ganz einfach, wir finden erst einmal heraus und welcher Zeit wir uns befinden. Dann suchen wir einen Weg hier zu leben, so wie du es wolltest.“
Rose lachte bei dem Gedanken, und Bernard war nie so froh gewesen in seinem Leben.
Drei friedliche Jahre
Sie suchten noch am selben Tag die Baracken auf, stellten aber schnell fest, dass dies gar nicht notwendig war, um zu wissen welche Zeit es nun war. Ein riesiger Dharma-Van rauschten an ihnen vorbei. Er bog um die Ecke. Sie folgten ihm, und dann bestätigte sich ihre Vermutung. Es war die Zeit, als Dharma auf der Insel war. Es standen noch mehrere von diesen Vans herum, und überall liegen Dharma-Arbeiter aufgeregt umher.
„Wir sollten uns zu ihnen gesellen“, schlug Bernard vor.
„Nein, es ist schlauer wir halten uns im Hintergrund. Ich fürchte sie glauben uns nicht, wenn wir ihnen erzählen, dass wir durch die Zeit gereist sind, und irgendwie hier gelandet sind.“
„Also schön, was schlägst du vor?“
„Wir gehen erst einmal zu einem Strand, und von da aus noch einige Strände weiter. Wenn dort niemand ist, weder Andere noch Dharma-Arbeiter, könnten wir uns dort niederlassen.“
„Eine tolle Idee“, meinte Bernard, und sie machten sich auf dem Weg.
Roses Vorhaben ging auf, tatsächlich befanden sich weder Andere, noch Dharma-Leute dort. Die Gegend sah so aus, als sei sie nie von Menschen benutzt worden. Dann fanden sie eine große Lichtung, und sie blieben beide stehen. Auch Vincent setzte sich und wartete.
„Ich glaube hier könnten wir leben“, sagte Bernard.
Die nächsten Wochen waren die anstrengendsten. Bernard erkundete das Gebiet, und stellte fest, dass die Baracken nur fünf Meilen entfernt waren. Der Sonarzaun schreckte ihn ab, weiterzugehen, doch dann fand er einen Eingang, an dem immer wieder ein Dharma-Arbeiter ein und ausgingen. Anfangs hielt er sich noch zurück, doch sie schienen ihn nicht zu bemerken, sodass er bald beobachten konnte, wie der Code für den Zaun war. Nach zwei Wochen wusste er, wann sich dieser immer änderte. Schließlich wagte er in der dritten Woche den ersten Einbruch. Es war unglaublich einfach, keiner bemerkte ihn, und als er zurückkam hatte er eine große Werkzeugkiste, und einiges zu Essen bei sich.
„War es so einfach das zu Klauen?“, fragte Rose ungläubig.
„Ja, die haben mich nicht bemerkt, da wird nichts bewacht, keine Vorratskammer, kein Werkzeugschuppen.“
„Kein Wunder, dass die Anderen sie vernichten werden.“
„Was?“, fragte Bernard verwirrt.
„Nun die Anderen werden die Baracken bewohnen, und wie ich das so sehe werden sie Dharma vernichten. Ich glaube schwer war das für sie nicht.“
„Oh Gott, Rose. Wenn sie uns nun auch vernichten?“
„Ich glaube so schnell passiert das nicht.“
Tatsächlich war es so, nach einem halben Jahr hatte Bernard die Hütte fertiggestellt, und Vorräte zusammengeklaut, die für mehrere Jahren halten sollten. Es entgingen nicht, dass Sawyer, Juliet, Jin, und Miles nun Mitglieder der Dharma-Initiative waren.
„Ich wusste doch, dass die das überleben. Soll ich sie bei einer meiner nächsten Einbrüche aufsuchen?“, fragte Bernard.
„Nein, wir hatten mit ihnen nichts als Ärger, und in ihren Augen waren wir nie etwas Besonderes, genau wie die anderen 30 Überlebenden, die nun leider alle tot sind. Wir bleiben lieber weiter unter uns. Es ist die schönste Zeit meines Lebens.“
„Meines auch“, sagte Bernard.
Nach etwa neun Monaten näherte sich eines Tages ein Dharma-Van, und hielt direkt vor ihrer Hütte. Bernard schrecke hoch, während Vincent wild bellte, und wollte sich verstecken, doch es war zu spät. Der Dharma-Mitarbeiter hatte sie bereits erkannt. Offenbar war man seinen zahlreichen Diebstählen nun doch auf die Spur gekommen.
Doch dann erkannte er den Arbeiter, und seine Augen wurden groß.
„Jin? Rose, es ist Jin“, rief er in die Hütte.
Auch dieser machte große Augen, und kam freudestrahlend auf sie zu.
Rose trat nach draußen, und blickte ihn skeptisch an.
„Hallo Rose und Bernard“, sagte er in gut verständlichem Englisch, dann umarmte er sie beide.
Sie setzten sich gemeinsam an den Tisch, und Rose schenkte Tee für alle aus.
„Was machst du hier?“, fragte Bernard nicht ganz unfreundlich. Jin war zwar ein sympathischer Genosse gewesen, doch die Tatsache nun plötzlich wieder mit einem ihrer früheren Abgestürzten gegenüberzusitzen, die sie schon aufgegeben hatten, war schon unbehaglich.
„Sawyer lässt mich nach euch suchen. Er möchte, dass ich es ihm melde, wenn ich euch gefunden habe. Er wird versuchen euch in die Dharma-Initiative zu bringen. Schön, dass es endlich ein Ende hat.“ Jin wollte schon aufstehen, und zu seinem Van zurückgehen, doch Rose hielt ihn zurück.
„Warte, Jin! Wir wollen das gar nicht, wir sind glücklich so zu leben.“ Überrascht drehte er sich um, und setzte sich wieder.
„Aber wollt ihr denn nicht wieder...?“
„Nein!“, unterbrach ihn Rose. „Wir haben unser Glück auf dieser Insel gefunden, etwas, dass wir nie hatten, als wir noch mit euch am Strand gelebt haben.“
Jin wirkte leicht geknickt.
„Ich verstehe! Haben noch andere überlebt?“, fragte er neugierig.
„Nein, sie sind alle durch die brennenden Pfeile gestorben. Wir konnten nur dank Vincent entkommen.“
Jin wirkte traurig, man sah ihm deutlich an, dass ihm der Tod der anderen naheging. Bernard kam sich etwas schuldig vor, zweifelsohne hatten sie nie die Beachtung von dem A-Team erfahren, aber das hieß nicht, dass ihnen alle anderen völlig egal waren.
Er schien fast zu weinen.
„Eine traurige Nachricht, ich hatte gehofft mehr haben überlebt, aber wenigstens seid ihr beiden wohlauf. Was soll ich Sawyer berichten?“
„Gar nichts, sage ihm, du hast uns nie getroffen. Lass ihn im Unglauben!“, sagte Rose ernst.
Jin war wütend.
„Dann muss ich sinnlos weitersuchen, nach jemanden von dem ich genau weiß, wo er ist“
„Das seid ihr uns schuldig, dank eurer Ignoranz sind viele der anderen Überlebenden, die in euren Augen nie wichtig waren, gestorben. Es tut mir Leid, dass du jetzt darunter zu leiden hast.“
Jins Wut verschwand wieder, und er stand auf.
„Rose, Bernard, ich wünsche euch alles Gute. Ihr habt euer Glück gefunden, Glück, dass ich erst noch finden muss. Lebt wohl!“, sagte er.
„Lebe wohl, Jin!“, sagte Bernard.
„Du wirst dein Glück finden, wenn du es wirklich willst“, sagte Rose, und lächelte dabei. Jin lächelte nett zurück, ging dann zu seinem Dharma-Van und fuhr davon.
Die nächsten beiden Jahre verliefen ruhig, und es waren die besten zwei Jahre, die Rose und Bernard je hatten. Bernards Diebstähle wurden weniger, doch er wurde nie erwischt. Sie trafen niemanden mehr, bis zu jenem Tage.
Vincent rannte auf einmal wild zum Strand los.
„Vincent, was ist los?“, rief Rose, und rannte ihm hinterher.
„Hey, Rose, wo läufst du hin?“, fragte Bernard, der gerade aus der Hütte kam.
Er folgte ihnen und zusammen kamen sie zu ihrem eigenen Strand. Dann hörten sie beide Stimmen, Stimmen die sie seit drei Jahren nicht mehr gehört hatten, die ihnen aber sehr bekannt vorkamen.
Rose trat auf dem Strand zu, und blickte auf Sawyer, Kate und Juliet.
„Oh, zur Hölle, nein. Bernard!“, rief Rose.
Bernard kam aus dem Dschungel herausgerannt.
„Sie haben uns gefunden.“
„Son of a bitch“, meinte Bernard.
ENDE
5/02 The Lie (Erik)
FLAMING ARROWS ATTACK
Vier Staffeln waren sie allen egal, außer mir, vier Staffeln lang waren sie nur Statisten, vier Staffeln lang haben sie mit den anderen überlebt, vier Staffeln lang hatten sie wenigstens einen Begriff, der aber schon ihr Schicksal markierte und vier Staffeln lang waren sie fester Bestandteil des Strandlagers, doch nun wird dieses aufgelöst. Ich rede natürlich von den Redshirts. Der Reihe nach.
Da scheint sich das Rad doch tatsächlich 1954 fast wieder eingerenkt zu haben. Das Flashen lässt solange auf sich warten, dass die Überlebenden anfangen sich um die Grundbedürfnisse Sorgen zu machen. Zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit, sind Nahrungssuche, Wasser finden und Feuer machen wieder ein Problem. Um das Feuer kümmern sich schon die Inseleltern, Rose und Bernard und gehen sich dabei wieder so herrlich auf die Nerven. Rose hat wieder mal Zweifel an Bernards Fähigkeiten, der ist aber felsenfest davon überzeugt, dass er weiß wie er ein richtiges Feuer macht. Es wird natürlich dann nicht funktionieren. Dazu tritt er nun auf, mein absoluter Lieblings-Redshirt, den ich zu gern einige Folgen mehr gesehen hätte, aber schon dieser Auftritt reicht aus. Frogurt, der schon einmal in einer Mobisode vorkam und von den Autoren ewig angekündigt wurde, ist nun tatsächlich ein Teil der Show geworden. Er steht repräsentativ für alle Redshirts und wurde herausgesucht, damit er das erste Opfer sein kann, das symbolisiert nun ist es vorbei. Hauptsächlich dient er dazu, seinen Unmut über die Zeitreisen und die Situation auf nervige Art und Weise allen anderen spüren zu lassen. Sein erster Satz in dieser Episode ist: "Fire? Who cares about fire? Any minute the sky could light up, and who the hell knows what could happen this time?" Irgendwie aber steht er damit auch repräsentativ für den Zuschauer, der sich natürlich auch fragt, warum die nun ein Feuer machen und wissen will, was beim nächsten Flash passiert. Mit Rose ist nicht gut diskutieren, und wenn da selbst ein Jack klein begibt, hat ein Frogurt erst recht keine Chance: "Neil, we are trying to focus on what we can control. You are either gonna help or be quiet!" Besonders wie sie das letzte betont, dafür muss man Rose einfach lieben. Zu aller Ironie kommt auch noch Sawyer zurück von dem Ausflug zur Luke und hat endlich ein Shirt entdeckt. Letztendlich ist das Frogurts wichtigste Aufgabe in ganz Lost, Sawyer mit einem Shirt zu versorgen während der Zeitreisen, auch wenn es den weiblichen Zuschauer wohl eher nicht gefallen hat. Mir aber egal, 99,99 % aller Lost-Zuschauer können Frogurt eh nicht leiden, ich gehöre aber zu den 0,01 %. :D
Auf Sawyers Frage, ob er sich das Shirt nehmen darf, deutet Frogurt schon seinen Tod an, wenn auch zum falschen Zeitpunkt: "What does it matter? We're all gonna be dead by sundown." Zu genial Sawyers Antwort: "I'll take that as a "yes," Frogurt." Es ist einfach zu genial, dass er trotz seines Pessimismus, seiner Nervigkeit, des Panikmachens und trotz seines Frustes über die Zeitreisen, immer noch seinen Spitznamen korrigiert mit: "It's Neil." Sawyers Desinteresse ist einfach nur herrlich. An dieser Stelle ganz klar, Frogurts Rolle wurde verschenkt. Ich hätte den schon in Staffel 1 nach dem Absturz diese Rolle des nervigen, pessimistischen Panikmacher gegeben, den keiner leiden kann. Immer wieder wenn es zu einer brenzligen Situation gekommen wäre, hätte er sich wieder zu Wort melden können. So wäre sein Tod für den Zuschauer eine noch größere "Erlösung" gewesen.
Juliet und Sawyer entdecken einen interessanten Aspekt der Zeitreisen, die Gegenstände die sie beim ersten Flash berührt hatten, bewegen sich mit. Eine gute Erklärung, denn sonst hätte es unglaubwürdig gewirkt, dass alle Zeitreisenden noch ihre Sachen anhaben. Durch eine Berührung werden diese Sachen offenbar auch zu Variablen und verlieren die Konstantheit der Insel. Allerdings wie gesagt nur bei dem ersten Flash, sonst würde zum Beispiel das Seil des Brunnens sich noch einmal mitbewegen. Das zodiac raft denke ich mal wird noch von den Others dann mitgenommen. Es wäre dann sehr seltsam, wenn es während des 2004er Flash von keinem der Losties bemerkt worden wäre, besonders zu einem Zeitpunkt, als alle dort gerade ein Floß gebaut haben, um gerettet zu werden. Zum Glück, denn wohl jeder hätte Lost abgeschaltet, wenn urplötzlich dieses Schlauchboot aus dem Nichts gekommen wäre.
Herrlich fand ich als Daniel zurückkommt Sawyer ihn mit "Welcome back, Dr. Wizard." begrüßt und Miles korrigiert: "I think it's Mr. Wizard." Sawyers Antwort schlicht und einfach: "Shut up."
Daniel erklärt umständlich, dass er sich nur verirrt hat und noch keine Idee hat, wann der nächste Flash kommt. Juliets Antwort mit dem zodiac raft rauszufahren, lehnt er ab, da er erst eine neue Peilung bestimmen muss, dazu muss er wissen, wo sie sich zeitlich gerade befinden. Das deutet daraufhin, dass sich mit dem Bewegen der Insel auch die Peilung ändert, zusätzlich ist sie auch noch von der aktuellen Zeit abhängig.
So kümmern sie sich erst einmal um die Grundprobleme. Miles will was zu essen holen. Als Ghost Whisperer weiß er schon, wie er das schafft. Ich frage mich nur, wie sich ein Wildschwein für ihn anhört. Juliet will Wasser holen (epischer Szenenübergang zu einem Hurley, der Sayid Wasser ins Gesicht spritzt.)
Es ist einfach nur zu genial, dass es mittlerweile finstere Nacht ist und Bernard es noch immer nicht hingekriegt hat ein Feuer anzuzünden. Zu genial, wie genervt da Sawyer zusieht. Das beste aber Bernard hat endlich eine kleine Flamme und pustet sie wieder aus.
"Why did you do that?"
Zu genial, wie er seine Unfähigkeit vertuscht: "Because you're supposed to fan the flame, Rose."
Was kann diese Szene noch auf die Spitze treiben, richtig ein Frogurt, mit einer seiner nervigen Bemerkungen: "I thought you said you knew how to start a fire."
Rose komplett genervt: "And I thought you said you didn't care."
Frogurt, der noch vor wenigen Stunden davon gesprochen hat, dass sie alle sterben sagt nun ausgerechnet, Minuten vor seinem wirklichen Tod: "I care about surviving."
Roses Antwort: "I think you need to take a time-out, Neil." Ich weiß nicht was lustiger ist, die Tatsache, dass Rose seinen richtigen Namen verwendet, oder der Gesichtsausdruck wie er dann abzieht.
Danach unterhalten sich mal wieder Charlotte und Daniel über die Kopfschmerzen und Erinnerungslücken, die mittlerweile bei Charlotte auftreten. Noch immer aber sagt er ihr nichts, offenbar weil er sie nicht zusätzlich belasten will oder weil er etwas hofft, dass es nichts mit seinen früheren Experimenten zutun hat.
Danach kommt Miles zurück und präsentiert stolz sein Wildschwein. Zu genial, wie er einfach nur sagt: "I found it." Als Sawyer nochmal nachfragt, bekräftigt er es nochmal: "It died in the jungle. I found it. Don't worry. It's fine. It's only been dead three hours." Wir werden wohl nie erfahren, wie das Wildschwein gestorben ist, schade, fände eine solche Auflösung im übrigen wesentlich interessanter als diese Jack-Tattoos.
Bei "Who's got a knife?" hat Frogurt dann seinen großen Auftritt. Lustig, dass er den beiden größten Zynikern nun auch mit Zynismus entgegen kommt.
"A knife? You need a knife? Oh, it's over by the Cuisinart next to the stove."
Miles ganz trocken: "What's your problem?"
"My problem is, we don't have a knife. W--we don't have anything. And it wouldn't even matter if we did, 'cause Bernie the dentist can't even start a fire." Alleine für "Bernie the dentist" muss Frogurt mein Lieblingsredshirt sein. Noch besser wird es aber, als Sawyer sich zu Wort meldet:
"Hey, ease up there, Frogurt."
Ich konnte nicht mehr, als Frogurt das wieder mit der Korrektur seines Namens entgegnet: "It's Neil, you inbred." und Sawyer kurz davor ist auf ihn loszugehen, Juliet ihn aber zurückhält.
"And I'm not gonna ease up, 'cause I'm tired and I'm hungry and I'm screwed! We're all screwed!" Mal ne Frage: Wie haben die das bloß 100 Tage mit ihm ausgehalten?
Jetzt aber der Höhepunkt an schwarzem Humor und ironischem Tod. Für mich die lustigste Szene von ganz Lost, als Juliet zunächst sagt: "Calm down, Neil. We're gonna get through this."
"How are any of us gonna get through this?! Didn't you hear what I just said?! We can't even get fire!" Ich konnte nicht mehr vor Lachen, als ihn in dem Moment ein brennender Pfeil trifft. Noch dazu heißt der Frogurt und trägt ein Redshirt. :D
Jetzt folgt aber das Ende aller Redshirts. Er macht nur den Anfang, als weitere brennende Pfeile über sie herabsegeln und töten. Dadurch wird nun die ganze Gruppe getrennt und auch wenn Sawyer sagt: "Come on! Split up! Everybody, get to the creek!" so bringt das nichts mehr. Mit dem Ende des Strandcamps, den neuen Zeitreisen und des fehlenden zentralen Ortes der Losties, wird der ganze Backgroundcast geopfert. Alles in allem aber etwas viel, denn es gibt noch 18 von ihnen, 8 von ihnen mit Frogurt sehen wir sterben, zwei gehen erst nächste Folge drauf, sodass aber immer noch 8 übrigbleiben. Die Szene macht nicht Sinn, dass auch diese alle gestorben sind, dafür laufen zuviele in den Wald. Genauso kommt eine Frage hinzu, die mich am meisten während Staffel 5 beschäftigt hat: Wo sind Rose und Bernard? Ich glaube daran können sich noch einige erinnern, als ich das nach jeder Folge gefragt habe. Deren Story ist so lückenhaft, dass ich eine Fanfiction darüber geschrieben habe. Ihr könnt sie auch lesen im Blog.
Die wichtigen Personen überleben das natürlich, Sawyer und Juliet wandern zum Bach, auch wenn ihm Juliet die Unsinnigkeit klarmacht: "It's a long creek, James. Which part?" Zu genial aber wie er das kontert: "I don't know--the wet part. Sorry if my plan's not up to others' stan--"
Danach werden sie unterbrochen von den Others, die sie dann finden. Die haben nun Gewehre und tragen Armee-Uniformen. Hierbei lernen wir gleichmal Charles Widmore kennen, sein erster Satz natürlich: "What are you doing on our island?!"
Wenn mir nochmal einer sagt, dass Charles Widmore der Gute ist, dann sollte man dem vielleicht auch damit drohen eine Hand abzuhacken. Jemand, der eine Hand abhackt nur um Beweis zu stellen wie ernst es ihm ist und auch noch droht die andere abzuhacken, um an Informationen zu kaufen kann in meinen Augen keine gute Person. Zum Glück kommt Locke im richtigen Moment und setzt sie alle außer Gefecht, einen tötet er sogar.
Zeitreise für Dummies: Hier an dieser Stelle fingen dann die ersten an schon einige einfachste Zeitreisgesetze nicht zu verstehen. Es traten Fragen auf, wie Frogurt 1954 auf der Insel sterben konnte, obwohl er erst 2004 auf sie kommt? Wie konnte Locke jemanden in der Vergangenheit töten, hat er jetzt den Lauf der Dinge geändert?
HURLEY = VARIABLE
Die Folge dreht sich größtenteils um Hurley, doch das macht die Folge für mich noch zu keiner Hurley Centric. Das ganze beginnt nochmal auf Pennys Schiff und der Lüge, die sie nun gemeinsam beschließen. Schon hier wird deutlich, dass sie sich gegenseitig kaum noch leiden können. Sayid ist nicht sehr begeistert, Sun nickt nur, Kate schaut sehr skeptisch. Sie alle sind aber einverstanden, außer Hurley, der wie jeder Zuschauer sich fragt, warum sie überhaupt lügen. Zunächst führt Jack an, dass sie dadurch die Zurückgeblienen auf der Insel schützen vor Charles Widmore. Was ist die größte Ironie überhaupt: Noch in dieser Folge werden fast alle von ihnen durch Charles Widmore, der noch ein Other ist getötet. Die Lüge ist also von vornherein völlig überflüssig.
Hurley erklärt daraufhin klugerweise, dass die Insel doch verschwunden ist. "Bloop!" Daraufhin führt Jack den eigentlichen Grund an warum sie lügen müssen. Wer glaubt das alles schon? (außer Hurleys Mutter).
Hurley sucht Unterstützung bei Sayid bekommt sie aber nicht und sagt : "You know what, dude? I'm gonna remember this. And someday, you're gonna need my help, and I'm telling you right now... you're not gettin' it."
Ironischerweise wird er ihm nun die ganze Folge über helfen. Zunächst aber kommt es zu einer Begegnung mit Ana-Lucia. Ich war richtig froh darüber meinen Hassmaincharakter Nummer 1 wiederzusehen. Ich schätze Samuel wollte Hurley nur aus einem Grund von den Cops fernhalten und das er nicht eingesperrt wird, sodass er nicht auf Jacob trifft. Zunächst handelt er auch nach den Anweisungen von Ana-Lucia, kauft sich ein geniales "I like Shih Tzus" T-Shirt und fährt anschließend nach Hause zu seinem Dad. Fand es genial, wie der sich Essen macht und dann kommt auch noch "Previously on Expose" mit der genialen Titelmusik, Selbstironie ganz groß geschrieben. Danach kommt Hurley zu ihm und verfrachtet Sayid erst einmal auf die Couch. Noch sagt er seinem Vater nichts, warum sie angegriffen werden und wer das getan hat. Er ist zwar krank vom Lügen so langsam, aber er überredet ihn dennoch dazu den Polizisten nicht zu sagen, wo er ist. Genial, wie er zurückkommt und fragt: "You killed three people?" und Hurley sagt: "No. Sayid did." Herrlich daraufhin das: "Oh. Well, that's better." Nur Hurley stellt fest, dass sich das Problem dadurch gar nicht löst, denn die Bullen warten draußen, ob er kommt. Sein Vater merkt nun, dass er entweder verrückt ist oder lügt. Hurley gesteht schließlich, dass er lügt, doch ehe er etwas erzählen kann, kommt seine Mutter nach Hause und unterbricht die beiden genialerweise mit: "Why there is a dead Pakistani on my couch?!" Als Hurley nun erfährt, dass er nicht atmet bekommen sie Panik und sein Vater bringt ihn in ein Krankenhaus. Hurleys Mutter ist dabei wieder unübertroffen mit Beiträgen wie: "No "Mom, please" me!"
Ich fand es überaus genial, wie auffällig dämlich sein Vater den Cops zuwinkt, dabei blöd grinst und sagt "officers."
Währenddessen erzählt Hurley seiner Mutter über Sayid und betont, dass er ein guter Mann wäre. Sie bringt es aber perfekt auf den Punkt: "A good guy doesn't kill three men. A good guy doesn't kill any men." Schon herrlich, wie er wieder "Mom" sagt und die meint: "Don't "mom" me."
Danach kommt die Rede auf die Lüge und bei Hurley bricht das Eis. Innerhalb von nur zwei Minuten erklärt er Lost, wohl eine der selbstironischen Gespräche bei ganz Lost. Mir ist erst hier aufgefallen, wie unglaubwürdig das doch klingt, wenn man einem Außenstehenden das alles beibringen will. Die Reaktion seiner Mutter ist aber auch nicht schlecht: "I believe you. I don't understand you, but I believe you."
Wieder wird es lustig, als am späten Abend Ben in sein Wohnzimmer kommt und er vor Schreck eine Frühlingsrolle nach ihm wirft. Von Sayid weiß er genau, dass er ihm nicht trauen kann und sagt dementsprechend auch: "Get away from me. Get away!"
Ben erklärt, dass er für ihn alles regeln wird. Hurley traut ihm trotzdem nicht. Er führt auch an, dass Jack und Sayid nun auch mit ihm zusammenarbeiten.
Hurley daraufhin nur: "No. You're--you're playing one of your mind games. They would never trust you."
Es ist glaube ich die größte Untertreibung der ganzen Show als Ben sagt: "In their defense, I'm not an easy person to trust."
Danach führt er an, dass sie alle zurück zur Insel wollen, Hurley nicht mehr lügen muss und in Angst zu leben. Als wir schon alle denken Ben hat triumphiert sagt Hurley nur: "Never, dude." und stellt sich den Cops, genau das was er laut Ana-Lucia nicht tun sollte. Ben ist kurz geschlagen, Samuel ist geschlagen. Dies könnte der entscheidende Triumph noch für Jacob sein.
70 HOURS
Ben unternimmt alles für die Rückkehr der Oceanic 6. Jacks Pillen hat er entsorgt und überredet ihn noch einmal nach Hause zu gehen, um alles zu holen, da er nie wieder zurückkehren wird. War sehr überrascht, dass selbst das Jack nicht davon abhält. Wie es bisher aussieht wird Jack aber auch wirklich nicht mehr von der Insel gehen. Ben jedenfalls muss Lockes Leichnam kaltstellen, wobei es zu einer fiesen Anspielung kommt, dass Locke vielleicht gar nicht tot ist und wiederauferstehen könnte, als Ben eine lange Pause macht, nachdem Jack sagt, dass er doch eigentlich tot ist. Nicht schlecht dieser Hinweis.
Danach geht er zum dem Fleischergeschäft, wo eine seiner Kontaktfrauen Jill arbeitet. Diese ist offensichtlich auch eine Other, genau wie Gabriel und Jeffrey, die wir jedoch nie zu Gesicht bekommen. Offenbar sind das weitere Hitmänner von Ben, die er benutzt, um Sayid gefügig zu machen. Wir sehen aber nur noch einen Hitman, was darauf hindeuten könnte, dass die beiden für etwas völlig anderes gebraucht werden. Schon genial, dass Jill Ben nicht glaubt, dass er Jack normal auf ihre Seite gebracht hat. Erstaunlich, was er dann sagt: "Cut the man some slack. He's been through a lot. We all have."
Später liefert Hurleys Vater Sayid bei Jack ab, der diese Nachricht gleich Ben vermittelt. Der sieht eher geschockt aus, da er weiß, dass ein Treffen mit Sayid wohl unangenehm wäre. Jack schafft es ihn wiederzubeleben, während Ben dabei scheitert Hurley auf ihre Seite zu bringen.
Die Endszene verdeutlicht nun, dass es auch außerhalb mysteriös zugehen kann, auch wenn die Lamp Post übermystifiziert wird. Mit Eloise Hawking treffen wir eine alte Bekannte wieder, die ein "Event Window" feststellt. Ben ist auch bei ihr und fragt ob sie Glück hatte bei der Suche, dann fragt sie ihm, wie es bei ihm aussieht. Er hat ein paar Schwierigkeiten wegen Hurley. Dann nennt Miss Hawking endlich einmal eine konkrete Zahl: 70 Stunden. Die Oceanic 6 Geschichte wird also wohl eher nicht das Thema der ganzen Staffel sein.
Ben ist das nicht genug Zeit. Miss Hawking sagt nur: "What you need is irrelevant. 70 hours is what you've got."
Daraufhin fragt er zurecht, was passiert wenn er nicht alle zusammenbekommt. Miss Hawking sagt nur: "Then God help us all."
Auch wieder übermystifiziert, denn laut WHH kann das gar nicht zustande kommen, dass Ben scheitert. Wichtig ist es schon, denn ohne die Losties, wäre wohl bei der Swan-Baustelle soviel elektromagnetische Energie freigesetzt worden, dass es große Schäden hervorgerufen hätte. Wieder einmal steht also diese enttäuschende Swan im Mittelpunkt, ein Grund warum Staffel 5 soviel schlechter war als die beiden Vorgängerstaffeln.
BODYCOUNT
Der wird zuerst um Frogurt vergößert, dann durch 15 weitere Redshirts. Noch dazu stirbt einer der Others durch Locke.
Summe: ca. 497
FAZIT:
Unerwartet lustig und genial. Hurley erklärt Lost und Frogurt stirbt den wohl ironischsten Tod der ganzen Serie. Mit einer Szene epischen Ausmaßes wird fast der ganze Backgroundcast geopfert. Auch wenn die Folge stark off-island ist, so enttäuscht sie zu keiner Sekunde, ist lustig und deutet noch dazu ein nahendes Ende dieser Rückkehrgeschichte an.
Freitag, 20. November 2009
5/01 Because you left (Erik)
DER OPENER
Zugegeben es hätte noch viel mehr geben können: Die Szene mit Caesar und Ilana und dem wiederauferstandenen Locke, Jack der im Dschungel aufwacht, ja sogar richtig episch wäre es gewesen die Staffel mit der Begegnung zwischen Samuel und Jacob zu beginnen. Leider hat man sich für ein am Ende doch vergleichweise lahmeren Auftakt entschieden. Wir sehen in Anlehnung an den Staffel 2 Opener Pierre Chang, der seinem geregelten Arbeitstag nachgeht und sogar eine Schallplatte auflegt. Schon das erste seltsame, der Wecker klingelt bei 8:15, obwohl er auf 12:00 Uhr eingestellt ist. Könnte ein Fehler sein, aber auch ein erster Hint auf die chaotische verlaufende Zeitlinie dieser Staffel. Wir sehen, dass er ein Baby hat, was im Nachhinein ein Riesenfehler ist, denn schon bald wusste wohl jeder, dass es nur Miles sein kann, wodurch Some like it Hoth noch überflüssiger wirkte. Schön fand ich, wie die Brüche in der Zeitlinie durch die Schallplatte angedeutet werden, die sich aufgehangen hat. Daniel sagt ja dann auch schön über die Zeitsprünge: "The Island... think of the Island like a record spinning on a turntable... only now, that record is skipping. Whatever Ben Linus did down at the Orchid station... I think... it may have... dislodged us."
Dann macht Pierre das was er am besten kann, Orientation Videos zu drehen. Wir erfahren hier mehr über den Pfeil, der dazu diente, Kampfstrategien gegen die Others zu finden. Hat letztendlich wunderbar geklappt. Seltsam nur, dass Pierre dabei einen Swan-Overall trägt, eine Station, die noch im Bau ist.
Dann jedenfalls wird er unterbrochen und ein Zwischenfall in der Orchid gemeldet. Diese befindet sich auch noch im Bau. Ein Arbeiter hatte einen schweren Unfall, als er sich durch die Gesteinswand bohren wollte. Wie wir nun wissen, war die Energie dort ganz knapp davor sich freizusetzen. Dieser Zwischenfall konnte geradeso noch verhindert werden. Durch Pierre erfahren wir nun, dass diese Station gedacht ist um die Zeit zu manipulieren. Der Arbeiter hat gleich eine gute Idee, zurückreisen um Hitler zu töten. Dann aber erfahren wir von den Zeitreiseregeln und schon hier wird felsenfest Whatever happened, happened angedeutet. Auf dem Rückweg läuft Pierre nun ausgerechnet Daniel in den Weg, der zu diesem Zeitpunkt schon alles versucht, um die Geschehnisse zu ändern. Letztendlich ist diese Szene aber völlig nichtssagend, sondern zeigt uns bloß, dass Daniel wohl tatsächlich durch die Zeit gereist ist, da er genauso aussieht wie 2004. Genial ist es nur wie der Arbeiter ausgerechnet zu ihm meint: "Did you hear that? Time travel. How stupid does that guy think we are?"
ZEITREISEN UND DEREN GESETZE BEI LOST
Zugegeben Zeitreisen werden wohl nie möglich sein, Einstein hat den perfekten Gegenbeweis schon erbracht. Es würde wohl von Leuten aus der Zukunft nur so wimmeln, wenn das irgendwann möglich wäre. Da gerade die Zeit eine für uns gerade ablaufende, unabänderbare Konstante ist, fällt es wirklich sauschwer Zeitreisen zu verstehen. Es müssen gewisse Gesetze festgelegt werden, die das für den Zuschauer immer noch begreifbar machen. Lost wendet die beste an: Whatever happened, happened. Ganz einfach gesagt, egal ob Leute nun zurückreisen oder nicht an den Abläufen kann nichts verändert werden. Sie sind schon immer so geschehen. Zwar wird Whatever happened, happened noch hart auf die Probe gestellt, aber ich denke die Autoren werden es nicht umsonst als eisernes Zeitreisegesetz uns von Anfang an unter die Nase gerieben haben.
Zurück zu den Geschehnissen. Ben hat die Insel bewegt, für die Oceanic 6 ist sie scheinbar verschwunden, für alle anderen Losties aber ist sie durch die Zeit gereist. Locke steht plötzlich alleine an der Stelle, wo eben noch die Others und Richard waren, der Frachter ist verschwunden, sowie das Strandcamp. Erste große Frage, die wir uns schon bald stellen, als Daniel allen klarmacht, dass es sich um eine Zeitreise handelt: Warum flashen die Others nicht mit? Nun ich glaube das habe ich nun schon oft genug in den anderen Recaps angesprochen. Sie waren vorher beim Tempel und sind dort irgendwie dagegen geschützt worden. Desweiteren füge ich gleich mal meine eigene Theorie ein die passiert ist: Die Insel reist durch die Zeit, nicht die Losties, dafür ist das aus der Achse gerutschte Frozen Donkey Wheel ein zu deutlicher Hinweis. Die Insel hat gewisse Konstanten wie Bäume, die Wildschweine, und eben jetzt die Others, die immer mitreisen. Die Variablen dagegen bleiben an Ort und Stelle im vierdimensionalen Raum, das sind die Losties, aber nur diese bekommen die Konsequenzen zu spüren, dass die Insel durch die Zeit reist. Als einzige bekommen sie es mit, wenn die Insel zu einem solchem Sprung ausholt. Für mich ist das Flashgeräusch zusammen mit dem Licht das beste Ereignis, dass ich je bei Lost gesehen habe.
Nun natürlich sind alle zunächst einmal verschreckt, als es geschieht. Auf den zodiac raft wird nun endlich mein Lieblings-Redshirt Frogurt auch in die offizielle Serie eingeführt. Dieser dient hauptsächlich dazu seinen Frust über die Zeitreisen zu äußern. "What happened? What was that light?" ist sein erster Satz. Daniel antwortet gar nicht, der ist nur froh, dass sie im Radius waren.
Am Strand sind Sawyer und Juliet genauso geschockt, der Frachter ist weg. Dann kommt Bernard, der nach Rose ruft und es kommt zu einer tollen emotinalen Szene, als sich beide wiedersehen. Nun erfahren wir erst das volle Dilemma. Das ganze Strandcamp ist verschwunden.
Nun der einzige, der weiß was zu machen ist ist Daniel. Nach einer weiteren tollen Wiedersehensszene mit Charlotte verlangt er sofort von Juliet, dass er sie zu etwas Menschengemachten führt. Diese führt die Luke an, ein Ort an dem sie während die Losties die Kontrolle über sie hatte, nie war. Fand es zugegeben etwas komisch, dass ausgerechnet sie alles über den Ort erzählt, wo doch eigentlich die anderen viel mehr mit dieser Station zu tun hatten. Nun haben sie also erstmal ein Ziel. Ich glaube Daniel wollte nur feststellen, wo sie in der Zeit gelandet sind. Er wusste was passieren würde, wenn Ben das Rad dreht, aber offenbar hat er angenommen, es würde nur ein Flash passieren. Schon bald aber stellt er wie alle anderen fest, dass weit mehr Flashes geschehen werden.
Auf dem Weg zur Luke erklärt er schließlich die Zeitreisegesetze. Fand es genial, wie Sawyer zwischendurch sein Shirt verlangt und ihm dann eine klatscht, als er ihm versucht klarzumachen, wie schwer es ist Zeitreisen zu erklären. Hier nun auch die große Frage: "Yeah, either the Island is, or we are." Wie gesagt ich denke eher Ersteres, da das Rad nichts mit den Losties zu tun hat. Als Daniel fragt, ob alle von ihrer Gruppe da sind, musste ich Sawyer mal kräftig loben: Er spricht nur von Locke, aber nicht von Claire. Sieht so aus als würde nicht nur ich mich einen Dreck drum scheren, wo Claire eigentlich ist.
LOCKE
Der erlebt auch allerhand Dinge, während der Zeitsprünge. Zunächst einmal wissen wir wohin das Bewegen der Insel die Losties wirklich zeitlich gebracht hat. Zu dem Zeitpunkt, als die Beechcraft noch einmal abstürzte. Es war schon ein bisschen ironisch, dass Locke jetzt erst beim dritten Mal endlich selbst die Wand nach oben klettert, zeitlich gesehen ist er aber der Erste. Wäre er oben angelangt, so wäre das Flugzeug womöglich nach unten gestürzt und die ganzen Dinge mit Boone, der Luke und Desmond nie geschehen. Hier greift nun WHH und schickt mit Ethan genau zum richtigen Zeitpunkt einen Schützen, der Locke davon abhält nach oben zu klettern. Diese Begegnung hat weitreichende Konsequenzen: Ethan kennt nun Locke und weiß auch, dass Ben ihn als Anführer bestimmen wird. Wohl deswegen ist er in Staffel 1 sooft mit ihm Jagen gegangen, weil er den Mann sehen wollte, der vor seinen Augen verschwunden ist, als er er ihn abknallen wollte. Die Tatsache, dass Locke wohl Bens treuesten Anhänger gegenüber erwähnt, dass Ben ihn als Anführer bestimmt hat, hat wohl bei Ben erst die ganze Abscheu gegenüber Locke hervorgerufen und warum er solange versucht hat ihn zu manipulieren. Ändern konnte er es nicht, aber ich wette Ben hat genau auf den Moment gewartet an dem er ihm das sagt, sodass er durch die Zeitreisen sowieso nicht seiner Bestimmung nachgehen kann.
Nun der erste Flash nach dem Bewegen der Insel zeigt vieles, nur die Zeitreisenden bemerken das alles und so schnell wird es wohl nicht Aufhören.
Locke landet jedenfalls weit in der Zukunft neben den Flugzeug und es kommt wohl zur interessantesten Begegnung, der mit Richard. Besonders unter dem Gesichtspunkt alles zu kennen ist diese Begegnung schön paradox. Es ist wie eine Art Kreis. Richard wird von Flocke dazu beauftragt Locke zu verarzten, ihm den Kompass zu geben, den er dann wieder Richard gibt und die Oceanic 6 zurückzuholen. Dabei soll er sterben. Es ist gleichzeitig das letzte Mal, dass Samuel den lebenden Locke in seinem Plan benutzt, aber dabei wird ihm der Gegenstand gegeben, die das erste Mal auslöst. Denn 1954, noch vor Lockes eigentlicher Geburt wird er benutzt, um Richard den Kompass zurückzugeben. Dabei ernennt er sich selbst zum Anführer und schickt Richard gleich auf dem Weg. Es ist ein sehr verrückter Twist, Locke beginnt seinen traurigen Werdegang als Samuels Marionette selber, obwohl er erst durch die Zeitreisen dahin gebracht wird. Im übrigen ist es falsch, dass Richard sagt, dass die Oceanic 6 wieder zuhause sind, in Wirklichkeit sind sie alle schon längst wieder auf der Insel. Durch die Andeutung, dass er sterben muss, um seine Mission zu erfüllen wird auch dieser Stein ins Rollen gebracht. Flocke schickt Locke eiskalt in sein Verderben durch Richard, nur damit er seinen Plan ausführen kann und das geniale ist, er weiß schon davon, dass es klappen wird. Nach dieser Begegnung rauchen einem ehrlich gesagt die Köpfe, besonders wenn man noch über den Kompass nachdenkt, der nie gebaut worden ist und ein ewig in der Zeit gefangener Gegenstand ist.
Das beste aber:
Richard: "It's a compass."
Locke: "What does it do?"
Richard: "It points north, John."
AN DER LUKE
Auch die anderen machen die beiden Zeitsprünge mit und landen zunächst in der Zeit, als die Station zerstört ist. Nun erklärt Daniel die Zeitreisegesetze, als sich Sawyer und Juliet überlegen Dinge zu ändern. Für mich mit die beste Erklärung: "We can move forward on that street, we can move in reverse, but we cannot ever create a new street. If we try to do anything different, we will fail every time. Whatever happened, happened." Als Daniel gefragt wird, woher er das alles weiß verweist auf sein Tagebuch, ein weiteres dieser verrückten Zeitreisegegenstände, denn er ist das Schicksal, dass die Oceanic 6 zurückbringt auf die Insel und Daniel das Leben kostet. Er hat also alles über die Dharma-Initiative geforscht und ist deswegen hier, weil er weiß was passiert. Dieses Wissen kommt wohl von seiner Mutter, die alles über die Zeitreisen weiß und zusehen muss, dass alles so geschieht, wie es geschehen soll. Wiedermal paradox, Daniel weiß das alles nur dadurch, weil er das Wissen sich selbst gegeben hat. Es ist die einzige vernünftige Erklärung, denn es wäre sehr seltsam, woher er sonst dieses Wissen hat. Nun auf die Frage wer die Flashes stoppen kann, weiß er die Antwort nicht, aber der Sprung zu Locke ist eindeutig für den Zuschauer.
Nun als nach dem nächsten Flash die Luke wieder zurück ist, entschließt sich Sawyer nun einfach dazu Desmond um Vorräte zu fragen. Genial wie er sagt: "Back door. I'm gettin' some supplies." Noch besser ist aber als er an der Hintertür anklopft und ruft: "Sure it will. Yo, open up! It's the Ghost of Christmas Future!"
Daniel hält ihn aber davon ab, weil diese Begegnung nie geschehen ist, führt sogar an, dass jemand anderes drinne wäre. Bei Radzinsky hätte es wohl eine Katastrophe gegeben. Er gibt jedenfalls auf und wir bemerken wiedermal die Wandlung von Sawyer: "Everybody I care about just blew up on your damn boat. I know what I can't change." Danach überredet ihn zu Juliet zur Rückkehr: "We should get back to the beach. It's been a long day." Ich würde das eher als Tag Nacht Tag oder Sandwich- Nacht bezeichnen. Miles fragt, warum sie zurückgeht, wenn dort eh nichts ist. Juliets Reaktion ist genial: "So stay here." Miles darauf mit: "That chick likes me."
Dann sehen wir nun die weitere Gefahr, die die Zeitreisen mit sich bringen. Genau wie bei den psychischen Zeitreisen, wenn der Zeitrhythmus durcheinander kommt, beginnt die Nase zu bluten. Bei Charlotte beginnt es, weil sie am längsten auf der Insel war.
DESMOND IS SPECIAL
Die nächste Begegnung stellte uns nochmal vor riesige Rätsel, ist aber zum Glück längst komplett entschärft worden. Wohl in der Annahme, dass Desmond seine Konstante ist versucht Daniel mit ihm zu reden und ihn dazu zu bringen, dass er seine Mutter in Oxford besucht. Sie könne sie alle retten. Für Desmond selber gilt: "You're the only person who can help us because, Desmond... the rules... the rules don't apply to you. You're special. You're uniquely and miraculously special." Ich weiß nicht genau was nun Daniel zu dieser Annahme verleitet, das Treffen in Oxford oder doch die Tatsache, dass er als Daniels Konstante aufgeführt ist. Das dieses Treffen immer so stattgefunden hat daran besteht auch keinen Zweifel. Wenn Desmond es vergisst, dass er den Fail Safe Key in ein Buch getan hat vor zwei Tagen und auch, dass er die Zahlen nicht eingegeben hat, so ist es doch wesentlich glaubwürdiger, dass er die Begegnung mit Daniel vergisst, der noch dazu genau vor seinen Augen verschwindet.
Das einzig Seltsame ist, dass dieses Ereignis unsynchron verläuft, denn trotz der geteilten Zeitebenen, läuft die Spanne dennoch parallel ab zwischen den off-island und on-island Charakteren. Ich nehme aber an, die Erinnerung kam ihm einfach im Traum, als sie gebraucht wurde, vermutlich wieder mal durch Samuel und so fährt dieser mit Penny nach Oxford.
OCEANIC 6
Ben und Jack arbeiten zusammen und versuchen nun die restlichen Leute zu holen. Ben macht ihm noch einmal deutlich, warum das alles passiert ist: "It happened because you left, Jack." Dann später, nachdem er sich rasiert hat, erzählt er Ben davon, warum er Locke letztendlich Glauben geschenkt hat. Als dieser ihm davon erzählt, dass Sawyer, Juliet und die drei vom Boot in großer Gefahr schweben. Fand es schon sehr auffällig, dass die Redshirts wieder außen vorgelassen werden, nun sie sind auch schon alle tot, bis auf Rose und Bernard, von denen aber Locke nichts weiß. Wohl durch die Erscheinungen seines Vaters dazu gebracht sieht Jack endlich ein, dass Locke Recht hatte.
Ben lügt aber mal wieder, als er erzählt, dass er Locke das letzte Mal in der Orchid gesehen hat. Es wäre aber auch etwas schwer zu erklären, dass er es war der Locke umgebracht hat. Nun jedenfalls versuchen sie die restlichen der Oceanic 6 einzusammeln, was aber schwerer ist als sonst. "They're not my friends anymore."
Mit Hurley wollen sie anfangen, da Ben glaubt er wäre am einfachsten zu überzeugen. Ironischerweise wird er es genau bei ihm nicht schaffen und erst durch Jacob, wird Hurley überhaupt an Bord von Ajira 316 kommen.
Die anderen hat er schon längst bearbeitet, bei Sayid weiß er, dass es unmöglich sein wird ihn zu überzeugen, wegen derer gemeinsamen Arbeit, also setzt er Leute auf ihn, die ihn betäuben sollen. Nur dieser ist etwas zu paranoid. Fand es genial wie Hurley zu ihm sagt: "You know, maybe if you ate more comfort food you wouldn't have to go around shooting people." Hurley hat in jeder Lebenslage etwas Gutes zu sagen. Noch besser ist es, als er sagt: "I need a cool code name." Sayids so krasse Paranoia aber hat dann auch Ben nicht vorhergesehen und so überwältigt er die beiden Angreifer, während Hurley zusätzlich noch als Mörder verdächtigt wird, als er genau zum falschen Moment die Waffe aufhebt und auch noch Ketchup an seinem Shirt hat. Sayid dagegen wird außer Gefecht gesetzt und so muss sich Hurley auch noch um ihn kümmern. Dies wird ein harter Auftrag für ihn in der nächsten Folge.
Auf Kate setzt Ben seinen Anwalt an, der beweisen soll, dass Kate nicht die Mutter von Aaron ist. Es gelingt ihm zwar kein voller Erfolg, doch immerhin bringt er sie dazu ihr Haus zu verlassen. Schließlich wird durch diese psychische Maßnahme mit dem Unterdrucksetzen Kate dazugebracht Aaron abzugeben und davon überzeugt, auf der Insel nach Claire zu suchen. Alles sehr geschickt eingeleitet von Samuel und Ben.
Nun um Sun braucht er sich gar nicht zu kümmern, die will sowieso zu ihm. Dazu arbeitet sie mit Widmore zusammen, der erbost darüber ist, dass sie ihn vor seinen Geschäftsleuten respektlos das Angebot unterbreitet. Ich werde zwar nie verstehen warum sie mit dem Mann zusammen arbeiten will, der Keamy erst mit den Mitteln ausgestattet hat, dass ihr Mann scheinbar gestorben ist. Jedenfalls möchte sie Ben töten, doch der hat natürlich den Trumpf in der Hand, dass Jin noch lebt.
Geschickt also hat Ben die Fäden ausgeworfen, wie er die Oceanic 6 alle zusammenbringt und zur Rückkehr überredet. Er wird zwar nicht bei allen Erfolg haben, doch er bekommt noch Hilfe dabei. Sogar vom eigentlichen Feind Jacob.
BODYCOUNT
Bei dem Dharma-Arbeiter bin ich mir nicht sicher, der könnte auch nur bewusstlos sein. Sicher sind die beiden Männer, die Sayid getötet hat.
Summe: ca. 480
FAZIT:
Sehr guter Auftakt in eine chaotische Staffel. Die neue Erzählweise mit den Zeitreisen wird aber perfekt eingeführt und sogar sehr logisch erklärt. Die ganzen Twists und Paradoxa machen dieses Thema schon in dieser Folge sehr spannend.
Etwas weniger gut ist da die Oceanic 6-Geschichte, doch es verwundert wohl kaum, dass eine off-Island Handlung bei Lost nicht überzeugt.