Montag, 16. November 2009

4/09 The shape of things to come (Erik)

Wie war es beim ersten Sehen? Nach wochenlanger Pause ging Lost endlich weiter, fast wäre es wegen dem Autorenstreik nie dazugekommen und dann kam er ganz unerwartet, der nächste Höhepunkt der Serie Lost. Wahnsinnig gutes Tempo, epische Dialoge und viel Action mit einem Ben, der auch mal Emotionen zeigt im Mittelpunkt. Besser kann eben Lost nicht sein.

ZEITLICHE ANOMALIE

Wenn es auch wirklich ein was zu kritisieren gibt, was aber noch nichtmal annähernd in die Kategorie ganz gut fällt, dann ist es die Anfangsszene, als sich Dummbratze Kate wäscht und wieder mal nervige Blicke mit Jack austauscht. Noch dazu wird die langweilige Blinddarmoperation, die aufgrund der Flashforwards nur ein äußerst nutzloser Lückenfüller ist, angedeutet.
Als dann aber Vincent bellt, wird es endlich interessant. Eine Leiche wurde angespült und nicht irgendeine, es ist diejenige von Ray dem Schiffsarzt. Natürlich wissen Daniel und Charlotte wie immer mal wieder nicht was los ist. Zugegeben Charlottes dummdoofer arroganter Blick, als Jack sie fragt was los ist hat schon ziemlich genervt. Dann fragt er Daniel, wann er ihn zum letzten Mal gesehen hat und das übliche Gestammel geht los: "When? "When" is kind of a relative term." Er hat nämlich Recht, denn der Arzt ist so weit von der Peilung 305 abgewichen, dass er sogar noch vor seinem wirklichen Tod angeschwemmt worden ist. Jene Lüge deckt Bernard auf, als Daniel mittels Morsen herausfinden soll was passiert ist und warum Desmond und Sayid noch nicht zurück sind. Dann endlich, als Jack ihn gegen eine Palme drückt, erfährt er die Wahrheit, die ihm Charlie und Locke eigentlich schon längst erzählt haben, diese Leute sind nicht da, um sie zu retten. Das es ausgerechnet den armen Daniel treffen muss, der das nun am wenigsten arrangieren kann ist schon etwas unfair, aber wenigstens schlagen sich sowohl Charlotte als auch Daniel in der nächsten Folge auf die Seite der Losties. Eine weise Entscheidung, doch deren Tod wird so und so geschehen, sodass es irgendwie auch keine Rolle spielt. Das beste an der Szene einen wütenden Jack im Moment des Versagens zu sehen, wie er zusammenbricht. Es ist immer wieder ein Genuss zu sehen, wenn Jack wieder mal versagt hat.

HURLEY = VARIABLE

Der beste Teil der Episode geht Hammer los: "We're all gonna die." Wir alle denken natürlich Hurley spricht über den bevorstehenden Angriff der Söldner, dabei spielen sie nur Risiko. Doch neben der deutlich in Szene setzen eines Spiels, fallen sehr viele interessante Andeutungen: "This is exactly what he wants--to fight amongst ourselves. You're making a big mistake, dude." Ist das bezogen auf den großen Samuel-Jacob-Konflikt, dass alle von Jacobs "Gruppe" so sehr damit beschäftigt sind sich gegenseitig zu bekämpfen, sodass sie dem wahren Feind Samuel helfen? Bezogen auf Lost bisher, Losties kämpfen gegen die Others, obwohl sie beide schon einen neuen Feind mit den Freighters haben. Locke und Jack haben sich solange um die Waffen gestritten, sodass Sawyer sie sich einfach genommen hat. In der Station gehen alle aufeinander los, obwohl sie nur Ben und den Others damit helfen. Im ganz großen Format, alle bekämpfen sich untereinander für irgendein Ziel, ohne das sie merken, dass sie in Wirklichkeit nur Marionetten von Samuel sind, denn zumindest bis Ende Staffel 5 hat es den Anschein, dass alle Konflikte nur seinem großen Plan dienen Jacob umzubringen. Die Tatsache, dass das ausgerechnet Hurley anspricht und als Fehler deutet, könnte wiedermal darauf hindeuten, dass er noch eine Schlüsselrolle bei Jacobs Plan ist. Im übrigen wer spielt gegeneinander, Hurley und Sawyer, die sich lange Zeit nicht ganz grün waren gegen Locke, die spätere Erscheinungsform von Samuel. Also deutlicher geht es kaum.
"Can't believe you're just giving him Australia. Australia's the key to the whole game." Wieder so ein Satz, der zum Nachdenken anregt. Australien war der Ausgangspunkt von Oceanic 815, dort haben sich alle gefunden, die auf dem Weg zur Insel waren. Für die ganze Serie ist dieser Kontinent tatsächlich ein Schlüsselort. Könnte es vielleicht sein, dass bei einer Änderung der Zeitlinie Australien jemand anderem in die Hände fällt? Wäre sehr interessant, denn so würde vielleicht alles wieder passieren nur mit anderen Figuren, die vielleicht alles anders machen.

CODE 14-J

Die Szene war heftig. Eine gefesselte Alex wird zum Sonarzaun geführt, bedroht von den Söldnern. Die meinen ihre Mission zumindest toternst. Da ist ein Baby? Maul halten und Zaun abschalten! Schon schlimm anzusehen, was Alex dadurch machen muss. Keamy jedenfalls überzeugt mich sofort als böser Charakter. Kein langes Reden, kein Ausschweifen, er handelt ohne zu Zögern.
Wenigstens warnt Alex dadurch nun Lockes Gruppe. Das Telefon klingt und übermittelt den Ungläubigen Risiko-Spielern einen Code 14 J. Wie wir nun wissen ist das der Code, wenn die Dharma-Initiative jemanden von den Others gefangengenommen hat. Geschickterweise wird es ausgelöst, wenn der Zaun durch Zwang abgeschaltet werden muss. Ben ist damit bestimmt klüger umgegangen, als die Dharma-Trottel.
Diesen sehen wir nun endlich das erste Mal in dieser Episode, pianospielend und noch dazu sein eigenes Thema in Lost. Finde es immer wieder unglaublich, was der alles kann. Seine Reaktion, als ihm Locke und Sawyer von dem 14-J berichten gigantisch, wie da die Augen hochgehen und er sofort handelt. Es ist zwar eine sehr ernste Situation für ihn eingetreten, doch nun hat er endgültig wieder die Kontrolle an sich gerissen. Er erteilt sofort Befehle und vergibt Waffen. Finde das übrigens traumhaft, wie der eben mal ein Gewehr unter seinem Pianohocker hervorzaubert. "They're here." Das sagt alles, der große Krieg kann beginnen.
Natürlich ist Sawyer etwas skeptisch, wobei er auf geniale Weise schon erkannt hat, was der 14-J nicht ist: "Let me guess. "14-J" ain't the code for the pizza boy." Sein bester Spruch überhaupt in Lost. Ben erklärt es ihm daraufhin und merkt nun, dass selbst ihr Vorsprung schon flöten gegangen ist. Sawyer fühlt sich nun in der Pflicht noch die anderen zu holen. Rousseau, Alex und Karl, die sind schon weg, schön, dass er sich um sie sorgt. Claire, natürlich das nutzlose Weib muss natürlich gerettet werden, wäre sonst zu schade den unwichtigsten Maincharakter sterben zu lassen. Aber lieber Sawyer, die Redshirts, deine anderen Mitabgestürzten? Da läuft sogar noch eine an den dreien vorbei.
Nebenbei bekommen wir dabei eine schöne Zeitanspielung:
Ben: "There's no time."
Sawyer: "I'll make time."
Schon bald wird er durch die Zeit reisen.
Im übrigen zu genial ist, als Ben zu Locke meint er wäre bei ihm am sichersten. "You want to live? I'm your best chance." Dabei kann man nur lachen, wenn man daran denkt, dass Ben ihn schon einmal umbringen wollte und ihn schließlich wirklich umbringt. Noch dazu ist es sowieso wie immer, Locke wird auf Ben hereinfallen, da dieser nur seine eigenen Pläne verfolgt und Locke irgendwie loswerden möchte.

FEUER FREI! (Aber nur auf Redshirts!)

Sawyer auf dem Weg zu Claire. Er kommt zu Doug, einem Redshirt, der die Ehre einer Sprechrolle hat und sogar in den Guest Cast durfte. Was macht er, anstatt ihm zu warnen, labert der nur über Claire. Es kommt aber daraufhin zu einer sehr lustigen Sterbeszene von Redshirts.
"Just get back inside and wait until--" ah jetzt, zu spät, Redshirt tot.
Nächster Redshirt kommt angelaufen, "Get back inside!", Redshirt tot, Redshirt mit Redshirt kommt angelaufen, "Get back inside!", Redshirt tot. Da also wussten wir den Grund, warum noch fünf andere 815er mit Locke mitgegangen sind. Ich gehe zu 1000% davon aus, dass die anderen beiden eine ältere Frau mit rotem Shirt und der letzte Typ, der angeblich Steve sein soll, aber wohl nur ein anderer ist auch erschossen werden, denn keiner von denen ist am Ende dabei, als Lockes Gruppe endgültig zerstört wird.
Der wahre Hammer kommt aber jetzt erst, gefühlte zehntausend Schüsse auf Sawyer und keiner trifft. Wenn die Söldner Sawyer mit Absicht töten wollten, bin ich professioneller Scharfschütze. Ich kann mir nur vorstellen, dass sie gesehen haben, dass Sawyer mit der Waffe eine Respektperson ist und womöglich dazu gebracht werden kann, dass Ben ausgeliefert wird. Um ihn zu schocken, schießen sie viele Schüsse als Warnung vor ihm und jagen zusätzlich noch Claires Haus in die Luft. Diese überlebt das wohl nur, weil sie sich nach hinten begeben hat auf die Veranda, als die Rakete abgefeuert wurde. Bravo, Claire, dass du dich noch an deine alte Liebe erinnerst. Sawyer rettet sie jedenfalls und bringt sie zurück. Viele sagen, dass Claire an der Stelle tot ist, ich sage nächste Folge noch was. Jedenfalls stellen die Söldner das Feuer ein, offenbar weil sie sehen, dass Sawyer auf dem Weg zurück zu Ben ist, nun offenbar wütend genug, sodass er ihn auch ausliefert.

DIE VERHANDLUNG

Die anderen haben sich mittlerweile gut verschanzt und geben eigentlich gar niemand anderen mehr die Chance hineinzukommen, selbst Sawyer nicht. Fand es irgendwie genial, als Sawyer mit Claire zurückkommt, Hurley die Tür aufmachen will und Ben und Locke beide bewaffnet, Hurley davon abhalten. Dieser handelt aber einfach selbst und schmeißt ein Fenster ein, sodass Sawyer hineinkann. Hier wird die Zersplitterung von Lockes Gruppe wieder angedeutet, er vertraut wieder mehr seinem Gefangenen und Fast-Mörder, anstatt seinen alten Mitabgestürzten. Noch aber müssen sie zusammenhalten, da sie aus der Situation noch nicht heraus sind.
Sawyer fragt berechtigt, warum sie einfach schießen und Leute töten. Ben kann das wiedermal perfekt beantworten, der hat offenbar nebenbei noch Kriegspsychologie intensiv studiert. Es ist nämlich herrlich zu sehen, wie er jede Taktik, die die Söldner anwenden wie aus dem Lehrbuch aufsagt, ohne das es ihn wirklich juckt. Schon toll zu sehen, wie er selbst in so einer Extremsituation noch die Kontrolle behält.
Nächster komischer Moment dieses Angriffs es klingelt und alle richten die Waffen auf die Tür. Es ist natürlich nur Miles, der von den Söldner befreit worden ist, damit Ben nun mit diesen in Kontakt tritt. Bis hierhin hat Ben alles unter Kontrolle gehabt, selbst als Miles ihm das mit der Geißel erzählt, deutet er nur daraufhin, dass jeder seiner Leute sich für ihn opfern würde. Dann aber kommt der Schock für ihn, es ist seine Adoptivtochter Alex. Nun ist Ben höchst gespannt und auch bereit zu verhandeln. Fand es aber herrlich, wie er trocken "Hello?" in das Walkie sagt. Keamy redet nun mit ihm und stellt seine Absichten klar. Ben soll herauskommen, dann passiert niemanden etwas im Haus. Sofort kontert er das mit: "You and I both know that once you have me, there's nothing to stop you from killing everybody else on this island." Keamy fragt, was er denkt, was er für eine Person sei und Ben erzählt nun alles über ihn. Wir wissen, dass es Keamy wahnsinnig wütend gemacht hat, dass Ben alles über ihn wusste. Auch wenn er es sich nicht ansehen lässt und so spielt er den letzten Trumpf aus, den er hat, um Ben zur Aufgabe zu zwingen, Alex. Es folgt eine der heftigsten Szenen von ganz Lost, angefangen mit: "Get your ass out here right now... or I'm gonna kill your daughter." Ben hat nun scheinbar ein Gegenargument, doch er überzeugt nur die Söldner vom Gehen, sodass Keamy zur letzten psychologischen Maßnahme greift und Alex das Walkie in die Hand drückt. Diese ist natürlich entsprechend traumatisiert durch die ganzen Ereignisse mit dem Tod ihrer Mutter, der Gefangenennahme und das ihr ganzes Leben nun von Bens Entscheidung abhängt. Dieser hat scheinbar alles im Griff, er glaubt nicht, dass Keamy es ernst meint. Was ist das heftigste, was wohl ein Menschen vor seinem Tod hören muss? Ich würde sagen das hier: "I stole her as a baby from an insane woman. She's a pawn, nothing more. She means nothing to me. I'm not coming out of this house. So if you want to kill her, go ahead and do it--" Alle Bezugspersonen sind ihr genommen und die einzige Person von der sie glaubt, dass sie ihm noch irgendwas bedeutet, sagt, dass sie nutzlos sei. Dann schießt Keamy, zur Überraschung von Ben, zur Überraschung vom Zuschauer. Es ist nun das eingetreten, was er einst mit Widmore besprach, dass er für die Insel alles opfern würde, selbst seine Tochter. Widmore war sich sicher, dass wenn die Insel ihren Tod wollte, sie sterben würde, nun ist es soweit. Alex ist das wohl tragischte und unschuldigste Opfer des Widmore-Ben-Konfliktes.

"HE CHANGED THE RULES"

Welche Regeln hat denn nun Widmore verändert? Es gibt mehrere Möglichkeiten, angefangen von den Regeln der Insel, die einen Tod Alex durch ihn nicht erlauben würde, Zeitreiseregeln, die Alex noch wichtig machen und somit keinen Tod zur Folge haben würde oder eine ganz normale Gentleman-Regel zwischen Ben und Widmore. Ich tippe auf Letzeres, alles spricht dafür. An der Zeit kann nichts geändert werden, das bleibt hoffentlich auch so, zumindest für eine Inselmacht war Alexs Tod unglaublich wichtig, Samuel. Ohne ihren Tod hätte Ben ihn nämlich womöglich nie beschworen, um erst einmal sicher von den Söldnern wegzukommen. Hätte er sich ergeben oder wäre er dann geschnappt worden, so hätte sie ihn gemütlich zum Frachter bringen können und niemand hätte das Rad gedreht. Samuel also wollte Alexs Tod und wenn das Regeln brechen sollte, so hat er schon haufenweise andere Regeln gebrochen. Ich wette sogar, dass Samuel Widmore mittels eines Traumes aufgetragen hat Alex töten zu lassen, wenn es hart auf hart kommt, da sich nur so Ben gefangennehmen ließe. Dafür hat er natürlich den Söldner angeheuert, der am gewissenlosesten agieren würde und selbst ein unschuldiges Mädchen für viel Geld erschießt.
Es bleibt also wohl eine ganz normale Abmachung zwischen Charles und Ben, die Familie herauszuhalten, während dieses Konfliktes. Nächster Beweis ist, dass Ben sofort damit droht Penny auch umzubringen. Interessant ist aber, dass praktisch beide Töchter die beiden gegeneinander ausgespielt hat und zu Feinden hat werdenlassen. Widmore wurde verstoßen wegen einem Kind mit einer Außenseiterin, Ben geriet in Konflikt mit Widmore, weil er Alex nicht töten konnte.

SMOKEY IS BACK

Tochter verloren, Regeln gebrochen, und die Gefangenschaft steht trotzdem bevor. Was bleibt Ben noch übrig? Richtig, Samuel himself zu rufen, in Form von Smokey und hoffen, dass er sich bei seinem Angriff nur um die Söldner kümmert und nicht auch noch um ihn. Da er nicht von Samuels Plan weiß, kann er auch gar nicht wissen, dass Samuel weder das eine noch das andere macht. Er greift die Söldner zwar an, doch er versucht sie bloß von Lockes Gruppe fernzuhalten, damit diese erst einmal entkommen können und er Locke die entscheidende Nachricht mit dem Verschieben der Insel übermitteln kann. Die Söldner müssen natürlich überleben, besonders Keamy, damit zu einen die Bedrohung für die Insel bestehen bleibt und zum anderen Keamy mit seinem Pulsmessgerät den Frachter noch hochjagen kann. Damit aber Keamys Truppe erstmal abhaut, um sich neu zu sammeln, muss es ein Opfer geben und das ist wohl jener Mayhew, der als einziger der Söldner auf Lockes Truppe zurennt. Dadurch und noch dazu, weil die Söldner wohl sämtliche Munition an Smokey verballern sorgen dafür, dass sie sich erst einmal auf den Frachter zurückziehen.
Ben verabschiedet sich noch in einer sehr emotionalen, wortlosen Szene von Alex, die gezeigt hat, dass sie ihm auf keinen Fall egal war. Nun kommt es aber zu spät, er ist Mitschuld am Tod seiner Tochter und muss sich dann drei Jahre später dafür rechtfertigen, natürlich nicht ohne Hintergedanken von Samuel. Der hat sich Alex auch noch ausgesucht als Opfer, weil sie die einzige Person ist, die Ben wirklich etwas bedeutet hat.
Für Lockes Gruppe dagegen ist es aus, denn dieser vertraut wieder Ben und macht dadurch wieder alte Fehler. Fand es schon krass, als er ihm einfach ein Gewehr gibt und sofort davon überzeugt ist, dass sie zu Jacob gehen müssen. Ich fand es genial, wie Ben dieses Wissen, dass nur Hurley weiß, wo die Hütte ist, geschickt im richtigen Moment genutzt hat, sodass ihm Locke wirklich folgen wird. Die anderen haben entsprechend der Ereignisse die Schnauze voll von Locke. Er hat als Anführer versagt, seine Gruppe ist zersprengt, der Rest schließt sich lieber wieder Jack an und Ben kontrolliert ihn sowieso, wie er will. Haben wir eigentlich wirklich geglaubt, dass Locke special ist und der geborene Anführer? Jedenfalls kann er noch Sawyer davon überzeugen, Hurley mitzunehmen. Toll fand ich, wie aus dem Egoisten Sawyer ein Mann geworden ist, der sich um Hurley Sorgen macht und Locke sogar damit droht ihn umzubringen, wenn er ihm auch nur ein Haar krümmt. Sawyer fand ich in der Szene wirklich toll, aber auch Hurley, der das ganze ohne Probleme löst. So geht es weiter, die einen gehen zurück zum Strand, die anderen zu Jacob.
Locke: "Which way?"
Ben: "Follow me. "
Und wieder einmal geht Locke weiter in Richtung seines sicheren Unterganges, und das obwohl er weiß, dass Ben ihn gar nicht, sondern Hurley zu Jacob führen müsste.

BENS FLASHFORWARDS

Endlich einmal Flashforwards, die nicht von einem der Oceanic 6 sind und gerade deshalb sind sie so genial. Was wir als Erstes sehen ist ein Ben, der mit Schneejacke in der Wüste Sahara landet. Auf diese Szene konnte ich mir lange kein Reim machen und wollte die Möglichkeit Teleportieren lange zur Seite schieben. Nun stört es mich nicht mehr, dass Ben nach dem Drehen des Frozen Donkey Wheels nach Tunesien teleportiert wird und auch nicht, dass Widmores Kameras fehlen. Warum eigentlich Tunesien, als Ausgang? Nun ich denke das Raddrehen als ein so verheerendes Mittel, um die Insel zu retten, schickt die Person, die diese Aktion ausführt so weit wie möglich weg von sich. Es wird der Punkt sein, an dem man am weitesten von der Insel entfernt ist. Noch dazu landet man unkontrolliert in der Zukunft, bei Ben sind es nur 10 Monaten, bei Locke aber fast drei Jahre.
Die Männer die kommen sind denke ich mal Widmores Leute, die er da postiert hat, um diejenigen abzufangen, die die Insel auf diese Weise verlassen. So bekommt er vielleicht neue Erkenntnisse durch sie, wie er zurückgelangt. Nun Widmores Leute haben Pech, dass es ausgerechnet Ben ist und auch Widmore merkt das, sodass er den Schutz verstärkt, indem er noch Kameras aufstellt. Es war, wie eigentlich in fast jeder Ben-Szene genial zu sehen, wie er sich aus der Situation herauswindet. Nicht nur, dass er haufenweise Fremdsprachen kann, nein er schafft es auch durch seinen Teleskopschlagstock sofort zwei bewaffnete Männer zu überwältigen. "Oh, so you do speak English." genauso herrlich, wie er dann eiskalt das Kopftuch des Toten nimmt, sich auf das Pferd setzt und in den Sonnenuntergang äh die Wüste reitet.
Danach sehen wir, dass Ben tatsächlich sehr oft außerhalb der Insel war und eine gewisse Macht mittlerweile besitzt. Als Dean Moriarty ist er sehr geschätzt, wie man an dem Blick der Empfangsdame sehen kann. Erleichterung überkommt ihn dann aber, als er erfährt, dass es gerade einmal der 21.10.2005 ist. Tja so einfach wie er ist niemand wegen seiner Aktion mit dem Drehen des Rades entkommen.
Dann sieht er die Beerdigung von Nadia Sayids große Liebe und merkt sofort, dass er einen Plan hat, wie er diesen auf seine Seite zieht. Diese wurde ermordet und soll nun in Tikrit beerdigt werden. Die einstige Verräterin bekommt so ein großes Begräbnis, na gut der Irak ist mittlerweile auch amerikanisiert. Im übrigen glaube ich, dass Ben nichts mit Nadias Tod zu tun hat. Ich glaube einfach nicht, dass er von der Wüste aus einen seiner Männer beauftragt hat Nadia zu ermorden, von der er gar nicht wissen konnte, dass sie mit Sayid unter einer Decke steckt. Es ist also tatsächlich von Widmore beauftragt, nur warum. Einfache Antwort: Samuel wollte das, damit Sayid die einzige Bezugsperson verliert und somit Bens Handlanger wird? Erst dadurch würde aus ihm die Person werden, die schließlich den kleinen Ben anschießt und ihn so erst zu dem macht, was er jetzt ist. Außerdem hilft es dabei Sayid nicht davon abzuhalten zur Insel zurückzukehren, denn erst wegen eines Mordes im Auftrag von Ben wird er offiziell an Bord von Ajira 316 gebracht.
So begibt sich also Ben im Indiana-Jones-Outfit nach Tikrit und beobachtet die Beerdigung. Zum einem, um Sayid auf sich aufmerksam zu machen, zum anderen um Nadias Mörder zu finden. Er schafft natürlich beides. Genial, wie er auf Sayids Frage antwortet: "How did you get here?" mit "I came across the Syrian border. It's really not as difficult as you might--" Für jemanden wie Ben dürfte so eine Staatsgrenze tatsächlich kein Problem sein. Jedenfalls auf die Frage, wie er von der Insel kommt hat er eine gute Ausrede parat mit der Elizabeth. Ob das nochmal Sayids sauschlechten Segelboot-Plan in Erinnerung ruft?
Dann aber kommen sie zum Wesentlichen, wer Nadia umgebracht hat und Ben hilft nun Sayid dabei den Mörder zu finden. Er hat natürlich den passenden Beweis parat, dass es nur dieser Ishmael Bakir sein kann und im Auftrag von Widmore gehandelt hat. Schon jetzt ist sein Schicksal besiegelt, als er gemeinsame Sache mit Ben macht. Natürlich ist es einfach für Ben diesen Ishmael Bakir zu finden und durch Sayid töten zu lassen. Die Unterhaltung mit ihm macht also keinen Sinn, es sei denn er wollte Bakir sagen, dass er Widmore übermitteln soll, dass er seine Tochter tötet. Dazu kommt es nicht und Sayid tötet ihn und wird so zu Bens Auftragskiller. Der schwirrt von dannen und tut so, als ob es nicht mehr Sayids Sache wäre, rät ihm nach seinem Verlust zu trauern und weiterzubeleben. Doch Sayid lässt sich nicht so leicht abwimmeln, denn durch Nadia ist ihm alles genommen wurden und er möchte Ben nun helfen weitere Männer in Widmores Organisation zu töten, damit nicht auch noch seine Freunde zu Schaden kommen. Ben hat das natürlich vorausgesehen: "I'll be in touch." und wie er grinst, als er von Sayid weggeht.
Es ist ein genialer Gegensatz. Das Ende von Sayid als moralisch gut positiv handelnde Person und der Beginn von Ben als Meistermanipulator.

"SLEEP TIGHT, CHARLES"

Die Folge war schon über 35 Minuten einfach nur genial, vollgeladen mit Emotionen und epischen Begebenheiten und dann kommt ganz zum Schluss auch noch die erste on-screen Unterhaltung zwischen den beiden Machtpolen Ben und Widmore. Herrlich, wie sich Ben mit seinem schwarzen Outfit Zugang zur Penthouse Suite verschafft und ganz cool sagt: "Wake up, Charles." Schon wie deren Dialog anfängt ist herrlich, Widmore ist gar nicht überrascht und fragt, warum Ben ein bisschen Farbe hat, der kontert das damit, dass es in Irak sehr heiß ist zurzeit. Dann kommt die Rede, warum Charles immer mit einer Flasche Scotch schläft und er spricht von Alpträumen. Hier für mich der Beweis, dass Widmore so die Anweisungen von Samuel bekommt, diese aber nicht allzu gut verkraftet.
Widmore: "Have you come here to kill me, Benjamin?"
Ben: "We both know I can't do that."
Frage mich was das zu bedeuten hat und ich wette es hängt damit zusammen, dass Samuel Jacob auch nicht persönlich umbringen kann. Offenbar spielen Charles und Ben deren Spiel auf kleineren Ebene und mit dem Ziel Herrschaft über die Insel.
Daraufhin fragt nun Widmore, warum er wirklich hier ist und Ben gibt ihm nun die Schuld für den Tod seiner Tochter. Wieder mal schön, wie Charles das kontert und Ben einfach nur stur gerade aussieht und sagt, dass das nicht wahr ist. In gewisser Weise haben beide Recht, Widmore hat ihren Tod in Auftrag gegeben, Ben hat es geschehen lassen. Beide aber wissen nicht, dass der wahre Schuldige womöglich Samuel ist, der einzige, für den daraus ein wirklicher Vorteil entstanden ist.
"Yes, Benjamin, it is. You creep into my bedroom in the dead of night--like a rat--and have the audacity to pretend that you're the victim?" Das macht uns erst wieder deutlich, dass Ben nicht so unschuldig ist, wie er hier tut.
"I know who you are, boy. What you are. I know that everything you have you took from me. So... Once again I ask you: Why are you here?" Immerhin hat er ihn einen Teil seines Leben gekannt und ist durch ihn erst verstoßen wurden. Widmore war also tatsächlich schon vorher auf der Insel, höherrangig als Ben und hat durch ihn alles verloren.
Der deutet nun eiskalt sein Vorhaben an, Penny auch zu töten, weil Widmore Alex getötet hat, sodass sie quitt sind. Er möchte, dass er sich genauso fühlt wie er. Zum Glück gelingt das Ben nicht wirklich, aber ein was ist schon längst geschehen, Charles hat seine Tochter verloren.
Dieser reagiert auf diese Drohung eiskalt mit "You'll never find her." Damit meint Charles wohl sowohl die Insel als auch Penny.
Widmore: "That island's mine, Benjamin. It always was. It will be again."
Ben: "But you'll never find it."
Er ist also noch immer hinter der Insel her und möchte wieder der Anführer sein, Ben kontert aber damit, dass er sie niemals finden wird. Das hat bis Ende Staffel 5 auch Gültigkeit, während Ben es schafft durch Ajira 316 zurückzukehren.
Widmore: "Then I suppose the hunt is on for both of us." Tja Ben hat dies schonmal gewonnen.
Das Ende eines epischen Dialoges und einer epischen Folge:
Ben: "I suppose it is. Sleep tight, Charles."

BODYCOUNT

Da ist mächtig was los. Fünf Redshirts werden von den Söldner über den Haufen geschossen. Einer der arabischen Reiter wird von Ben erschossen, sowie Ishmael Bakir von Sayid. Noch dazu wird Ray, der Schiffarzt tot angespült. Doch am heftigsten ist wohl die Exekutierung von Alex. Insgesamt also 9 Tote.

Summe: ca. 434 (445)

FAZIT:
Die zweite Ben-Folge ist genauso gut wie die erste und somit der zweite Höhepunkt der Serie Lost. Es ist unglaublich viel los mit dem Angriff der Söldner, dem toten Schiffarzt und der Rekrutierung von Sayid. Noch dazu kommt der wohl heftigste Tod von ganz Lost, eine weitere Smokey-Begegnung, epische, lustige Dialoge zwischen allen Beteiligten, die schließlich mit dem Aufeinandertreffen von Ben und Charles endet. Zu steigern geht das nicht mehr und man wird sich bewusst, dass man an einem Meisterwerk der Fernsehgeschichte teilgenommen hat.

Sonntag, 15. November 2009

4/08 Meet Kevin Johnson (Erik)

Ich werde wohl nie verstehen, warum das für einige die schlechteste Folge der Staffel oder die schlechteste Folge überhaupt ist. Liegt wohl an Michael, aber ich finde wie er gerade hier dargestellt wird überragend. Noch dazu mag ich solche Antiepisoden.

LOCKES GRUPPE

Mit einem Treffen in Lockes Haus geht die Folge los, mal wieder dürfen nur die VIPs daran teilnehmen und die Redshirts bleiben außen vor. Sauschlecht geschrieben. Jedenfalls ist es ein gespanntes Treffen, was ich äußerst gut fand. Da ist auf der einen Seite Ben, den sowieso niemand leiden kann aus der Gruppe und der äußerst misstrauisch angesehen wird. Schließlich kommt noch der gefesselte Miles hinzu, der nun alles erklärt. Locke vertraut seinen Leuten, scheint endlich wieder den Durchblick zu haben und seine Gruppe wird schon am nächsten Tag vernichtet. Genial geschrieben.
Jedenfalls erklärt Miles noch einmal allen, dass sie nur wegen Ben hier sind. Sawyer hält das Problem schon für gelöst, übergeben und fertig. Aber da ist noch: "Because once they have me, their orders are to kill everyone else on the Island." Claire die Superleuchte, um deren Überleben es auch geht und deren Baby, hat natürlich sofort Zweifel, ob Locke wirklich Ben beschützen soll. Hurley hakt nach und das nicht mehr Überraschende wird aufgelöst, Michael ist Bens Frachterspion. Sawyer beschreibt Michael daraufhin ziemlich gut: "I'm sorry. You mean the same guy that killed two women in cold blood to set this little bastard free? And then sold all of us out so he could get off the Island? That Michael?"
So langsam also kommt Bewegung in die ganze Sache. Nach dem Treffen hakt Sawyer noch einmal wegen den 3,2 Millionen nach und unterschätzt wiedermal Ben. Treffender als Miles, der sich völlig sicher ist, dass er sein Geld bekommt, kann man Ben gar nicht beschreiben: "He wants to survive. And considering a week ago you had a gun to his head, and tonight he's eating pound cake... I'd say he's a guy who gets what he wants."
Dieser aber hat noch eine letzte Sache zu klären, ehe die Hölle auf der Insel richtig losgeht. Er sendet Alex, Karl und Rousseau zum Tempel, damit sie sicher sind vor den Söldnern. Hier glaube ich, dass Ben nur dies wollte, es war wohl der einzige Grund, warum er mit seiner Tochter die ganze Zeit über reden wollte. Er hatte einen Fehler begangen, als er sie mit zu den Losties nahm und versucht diesen nun wieder gutzumachen. Eigentlich müsste sie laut den angesprochenen Regeln in der nächsten Folge sowieso sicher sein, doch man merkt schon hier, dass Ben Angst hat, dass sich Widmore nicht daran hält und seine Tochter als Druckmittel benutzt. Sie ist nämlich die einzige Person auf der Insel, die Ben etwas bedeutet. Doch es wird alles zu spät sein, wie wir am Ende der Folge sehen.

DER TEMPEL

"It's a sanctuary. It may be the last safe place on this island." So wird er beschrieben von Ben und wir haben bisher auch noch nicht sehr viel von ihm sehen können, außer der Raum indem Smokey beschworen werden kann und dessen Schutzmauer. Da die Others nicht mitflashen werden nahm ich an, dass sie alle dort hingehen, um sich vor den Flashes zu schützen. Das gleiche wollte Ben wohl auch mit Alex erreichen. Offenbar wusste er schon hier, dass er die Insel verschieben muss und Alex aufgrund des langen Aufenthalts auf der Insel extrem in Gefahr sein würde. Er wollte sie davor schützen. Ein was verwundert mich aber an diesem Tempel. Es wird gesagt, dass er anderthalbe Tage von den Baracken weg ist, allerdings kommt es mir so vor, als ob in Staffel 5 die Leutchen nur etwa dreißig Minuten bis dahin brauchen. Genauso ist es seltsam, warum das Ding als Dharma-Station gekennzeichnet ist. Keiner kann mir einreden und wehe es kommt so, dass der vielleicht wichtigste Ort auf der Insel, der extrem geheimnisvoll angekündigt worden ist, nur einer dieser läppischen, langsam nervenden Dharma-Stationen ist. Ich denke deshalb, dass Ben nur einen Ort markiert hat, wo sie zunächst auf Richards Gruppe treffen und dann gemeinsam zum richtigen Tempel gehen. Ich schätze jener "Dharma-Tempel" war auch der Ort, an dem Richard auf Ben gewartet hatte, als dieser mit den Spiegeln eine Nachricht versendet.
Womöglich waren Richards Others schon längst dort und sind geschützt, nun warten sie noch auf Alex. Dies könnte Ben ihnen noch aufgetragen haben, kurz bevor er zu den Losties gegangen ist.

MICHAEL DER SELBSTMÖRDER

Auf dem Frachter dagegen kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation zwischen Sayid und Michael, denn der kann diesen nicht länger frei herumlaufen lassen und stellt ihn nun zur Rede. "I'm here to die." einen Satz, den man erst versteht, wenn man nun sieht, was Michael alles durchmachen musste, als er wieder auf dem Festland war. Ich muss sagen Hut ab, besser hätten die Autoren Michaels Werdegang gar nicht machen können. Erinnern wir uns an diesen furchtbar schlechten Plan zurück, durch den er Walt zurückbekam, aber dafür zwei Frauen getötet und seinen ganzen Mitabgestürzten verraten hat. Kann ein solcher Mann zufrieden auf dem Festland leben oder holen ihn seine Taten ein? Die Autoren sind konsequent, denn er erzählt Walt, was er getan hat und dieser reagiert mir genau richtig, er verstößt seinen Mördervater und will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Den Preis den Michael bezahlt hat war zu hoch, indem er alle moralischen Grenzen über den Haufen geworfen hat, um seinen Sohn zu retten, hat er ihn nun für immer verloren. Dieses Wissen, sowie die unglaubliche Schuld eines Doppelmordes, die noch auf ihn lastet, lassen ihm keinen anderen Ausweg übrig als Selbstmord. Es ist zwar ein feiger Ausweg, doch irgendwie kann man Michael verstehen, dass er an dieser Riesenschuld zerbricht und nun alles verloren hat, was ihm je wichtig war. Also versucht er es, indem er sich zunächst durch einen Autounfall töten will. Es ist alles vorbereitet, Walts Abschiedsbrief, das einzige was noch notwendig ist. Doch es scheitert, Michael überlebt das alles schwerverletzt und wird wieder von seiner mörderischen Vergangenheit eingeholt, als im Traum ihm Libby als Krankenschwester begegnet. Ich bin der Meinung, dass es sich hierbei wirklich nur um einen stinknormalen Traum gehandelt hat, indem der Mörder von seinem Opfer heimgesucht wird. Also keine Samuel, Jacob oder sonstwas Erscheinung.
Erster Selbsmord verpatzt, auf zum nächsten. Seltsam nur, dass er ohne Papiere und Ausweis und ohne Krankenhausrechnungen bezahlen zu müssen freikommt, entweder extremes Plothole oder die Others haben mitgeholfen. Sowieso ist der zeitliche Rahmen dieser Folge sehr eng und stößt doch auf eine sehr starke Konstruiertheit.
Walt verstößt ihn immer noch und Michaels Mutter hilft mit. Diese war mir sofort sympathisch, als sie erklärt, warum sie ihn nicht zu Walt lässt. Dieser will ihn nicht sehen und hat noch dazu ständig Alpträume. Ob das nun durch die Erlebnisse von Room 23, die Tatsache, dass sein Vater ein Mörder ist oder er schon von zukünftigen Ereignissen träumt ist noch immer unklar. Ob Walt genau wie die zurückgelassenen Bälger in Staffel 6 noch eine Rolle spielen wird, glaube ich eher nicht.
Das nächste was mir so sehr an diesem Verzweiflungsflashback gefiel, der Werdegang von Jins Uhr. Für die hätte er Michael fast umgebracht, als Wiedergutmachung und Abschließen mit seiner Vergangenheit hat er sie ihm geschenkt. Nun wird diese wertvolle Uhr, die Jin überhaupt erst zur Insel gebracht hat in einem billigen Pfandladen gegen einen billigen Revolver eingetauscht. Michael sollte wegen dieser Uhr sterben, nun nutzt er sie, um einen weiteren Selbstmordversuch zu unternehmen. Habe ich schon gesagt, dass ich diese Verstrickungen in dieser Folge einfach liebe.

DIE ANHEUERUNG

Wieder einmal scheitert er, diesmal weil kurz zuvor ein alter Bekannter von ihm auftaucht, Tom. Wir müssen wohl langsam wirklich davon ausgehen, dass Kurs 325 Michael extrem in die Vergangenheit gebracht hat und Tom dazu. Der war zwar in jeder Staffel 3 Folge am Anfang zu sehen, hat aber nun Zeit für einen New York Urlaub und um Michael anzuheuern. Auf der Insel hilft er bei der Operation mit und spielt Football mit Jack. Ich muss sagen Other zu sein würde mir auf die Dauer nicht wirklich gefallen.
Als es zu einem Kampf zwischen den beiden kommt und es dazu kommt, dass Michael erschossen werden kann, erwähnt Tom etwas sehr Interessantes: " You can't kill yourself. The Island won't let you!" Schon seltsam, dass die Insel in New York einen Autounfall dämpfen kann und einen Revolver lahmlegt. Irgendjemand von den Inselmächtigen wird da wohl seine Finger im Spiel haben und dafür gesorgt haben, dass das nicht passiert. Allein aus zeitlinientechnischen Gründen muss aber Michael überleben, denn ohne ihn würden alle Oceanic 6 mit dem Frachter explodieren, sodass sie nie in die Dharma-Zeit reisen könnten, um den Incident auszulösen. Etwas schwach ist die Erklärung schon und so bleibe ich bei den Inselmächtigen, ich sage mal das war wieder das Werk von Samuel. Wir merken nun, dass die Others Michael nicht ohne Grund freigelassen und wir sehen wiedermal, wie perfekt Ben doch Leute manipulieren konnte, um sie für seine Zwecke zu benutzen. Michael würde wohl seinen Sohn verlieren, wenn dieser erfährt, dass er einen Doppelmord begangen hat, und das Michael daran selbst zerbrechen würde.
Nun muss nur noch die Geschichte mit dem falschen Oceanic Flugzeug herauskommen und schon ist Michael wieder in den Diensten der Others. Er besucht also Tom wieder und in einer sehr netten Nebenszene erfahren wir nun das skurille Geheimnis des barttragenden Kinderentführers, er steht auf das gleiche Geschlecht. Arturo ist deswegen ein weiterer Geniestreich dieser Episode, der Blick von Michael als dieser Tom küsst fantastisch.
Doch es geht um das Geschäftliche. Michael möchte wissen, warum das Wrack auf dem Meeresgrund liegt und dieser erzählt ihm natürlich von Charles Widmore. Gleich darauf beweist er, dass dieser es tatsächlich gefakt hat mithilfe der Daten über die geborgenen Leichen, das gefakte Flugzeug und der Aktion mit dem Frachter. Für mich waren an dieser Stelle sämtliche Zweifel ausgeräumt, für viele alle andere Zuschauer aber noch nicht, die brauchten noch einen endgültigen Beweis an einer Stelle, an der das Fakewrack niemanden mehr interessiert hat.
Michaels Auftrag ist ganz einfach, er soll auf den Frachter mitfahren, der bald von Fiji aus losfährt, um alle Leute darauf zu töten. Ben möchte natürlich, dass sein Feind schon von innen heraus zerschlagen wird. Michael ist offenbar die einzige Möglichkeit, da Widmore wohl sonst alle Leute aus Bens Gefolgschaft kennt. Da dieser aber von den Abgestürzten von Oceanic 815 weiß, heißt Michael von nun an Kevin Johnson. Tom redet ihm noch nett ins Gewissen, dass Widmore alle seine Freunde auf der Insel töten wird und das nur er sie retten kann. Wenn er seinen Auftrag ausführt kann er sein Gewissen wieder reinwaschen. Was soll Michael nun noch davon abhalten?
Und man bedenke seit seiner Wegfahrt von der Insel scheinen höchstens zwei Wochen vergangen zu sein. Ganz schön ereignisreich, wenn ich das mal mit meinen öden sonstigen zwei Wochen vergleiche.

MICHAEL ALS FRACHTERSPION

Angekommen auf Fidschi als Deckschrubber, beginnt nun Michaels äh Kevins Job als Bens Spion. Begrüßt wird er von Minkowski, der sterben wird, offiziell eingetragen von Naomi, die auch schon das Zeitliche gesegnet hat. So nun wird die ganze Tragweite deutlich, wie schlecht Widmore das ganze durchdacht hat. Niemand wundert sich, wer Kevin Johnson eingetragen hat, niemand checkt den Inhalt seiner Kiste, die selbst Michael noch nicht kennt. Ziemlich unglaubwürdig und das zeigt nur, wie schlecht Widmore doch im Gegensatz zu Ben ist. Genauso beweist es mal wieder, wie genial Ben doch ist. Auch Miles ist da und der hat gleich mal die schockierende Neuigkeit, dass Kevin Johnson gar nicht Kevin Johnson ist. Woher er das weiß keine Ahnung, da weder Michael tot ist, noch Ana-Lucia und Libbys Leichen auf dem Frachter rumgammeln ist das wohl so ein dramaturgischer Moment. Es lügen aber sowieso 80% der Besatzung, sodass es Miles auch nicht weiter stört.
Dann ruft Tom noch einmal und redet ihm nochmal ins Gewissen. "Or maybe you wanna come back and explain to your kid how you all of them die, too." Da frage ich mich, ob Walt das wirklich akzeptiert, wenn Michael Mord mit Mord vergolten hat. Naja jedenfalls bleibt dieser erstmal nur der Deckschrubber und wird dann ausgerechnet von Frank angesprochen. Dieser diskutiert gerade mit Naomi, warum diese ohne ihn fliegen will. Frank hat sich hoffentlich noch durchgesetzt, denn sonst hätten wir den ärgerlichen Fehler mit einem fehlenden Hubschrauber, da ich immer noch der Meinung bin, dass in Catch-22 keiner abstürzt. Jedenfalls kommt Frank dann auf das Thema 815 und das er glaubt, dass alles nur ein Fake ist. Glückwunsch Lapidus, du sprichst mit der Person, die dir da wohl am meisten zustimmen kann, dich aber für einen Feind hält, der deinen Freunden nur Böses will. "if we found some of those people alive?" ist wieder einer der genialen Sätze, steht doch ein Überlebender genau neben ihn.
Dann merkt Michael wieder, dass es tatsächlich Leute auf den Schiff gibt, die den 815ern schaden wollen. Wir sehen Keamy und seine Söldner in Aktion, die bereits für einen militärischen Schlag auf der Insel üben. Das deutet bereits das Ende dieser Episode an, als sie Karl, Rousseau und Alex angreifen. Michael verrät sich natürlich fast: "I, uh... thought we were going on a rescue mission." Autsch, von einer Rettungsmission hat doch nie jemand gesprochen, doch Keamy merkt es nicht und schickt ihn fort. Michael ist nun bereit seinen Plan durchzuziehen und alle zu töten. Dazu hat er die schöne Bombe bekommen. Wie einer dieser Selbstmordattentäter zündet er sie, wird aber von Libby gewarnt, die wohl hier tatsächlich eine Samuel-Erscheinung ist und schließlich ploppt nur ein Schildchen mit der Aufschrift "NOT YET" heraus. Zum dritten Mal scheitert ein Selbstmord.
Dann bekommt er Besuch von Minkowski, der sich bei Michaels Ballwerfen sofort an Shining erinnert. Nun wird also auch noch ein genialer Film erwähnt und Vergleiche gezogen. Wunderbar, dass Michael zwar nicht mit der Axt hinter seiner Frau her ist, aber jeden auf dem Schiff töten will. Und drehen nicht auch alle Crewmitglieder durch, wegen einem extremen Lagerkoller und der Isolation an einem einzigen Ort festzusitzen. Besser hätte Minkowskis Shining-Vergleich gar nicht passen können. Dieser hat einen Anruf für ihn vom Festland, von Walt. Natürlich ist er es nicht, es ist Ben, der es sogar schafft einen Anruf von der Insel so zu faken, dass alle glauben auf dem Schiff glauben er käme vom Festland. Da fällt die Rede schließlich auf die Bombe. Genial wie Ben sagt: "here are people on your boat who are innocent. They have no idea that the man they work for is a monster, a killer without conscience or a greater purpose. I had to show you the difference between him and me. When I'm at war, I'll do what I need to do to win, but I will not kill innocent people.", obwohl er es ist, der schließlich alle auf dem Frachter umbringen wird. Genauso, als er versucht Charlotte umzubringen. Es wäre ein Leichtes gewesen für Ben den Frachter hochzusprengen, doch es funktioniert nicht, denn es würde nicht Samuels Plan dienen. Es müssen zunächst einige von dem Frachter auf die Insel, ehe das Schiff explodieren kann. Dies wurde Ben offenbar so deutlich gemacht und so verlangt er nur alle Namen von der Besatzung und die Zerstörung sämtlicher Kommunikationsgeräte, sowie anderer Schiffstechnik. Das Michael diesen Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt hat haben wir schon gesehen. "Then consider yourself one of the good guys." All das schafft Michael aber erst, als er die Bombe einfriert und praktisch aus dem Dienst als Frachterspion raus ist.
Dies ist also seine Geschichte und es ist wohl klar, dass Sayid damit nicht zufrieden ist. Vor ihm steht der Mann, der sie alle verraten hat, zwei Frauen umgebracht hat, auf einem Frachter zurückgekehrt ist, dort alles sabotiert, weitere Morde begehen soll und zusätzlich noch für Ben arbeitet. Kein Wunder, dass Sayid ihn ohne Umschweife ausliefert, und selber zum Verräter wird oder Denunziant. Geniale Beschreibung des alten Michael: "This man is not who you think he is. He was a passenger on Oceanic Flight 8-1-5. I spent two months with him on the Island before he betrayed us. This is the man who sabotaged your radio room. He destroyed the ship's engine, and his name isn't Kevin Johnson. It's Michael Dawson, and he's a traitor."
Der Blick zwischen ihm und Gault ist ein herrlicher Schluss.

KILL EVERYONE ELSE ON THIS ISLAND

Eine Abmachung mit Ben bringt der betreffenden Person nie was Gutes, das gilt sogar dann, wenn Ben ausnahmsweise mal gute Absichten hat. Er wollte Alex noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, doch es ist zu spät. Der Hubschrauber ist längst wieder zurück auf der Insel und die Söldner auf dem Weg zu den Baracken. Klar, dass sie dabei dem ahnungslosen Trupp bestehend aus Rousseau, Karl und Alex entgegenlaufen. Diese machen nur eine kurze Rast und noch während Karl ganz freudig mit Alex redet, fliegen ihnen die ersten Schüsse entgegen. Gut ausgebildete Söldner hätten dreimal geschossen und wir hätten sofort drei Leichen daliegen sehen. Doch der Dramaturgie wegen, wird noch Baum, Karls Wasserflasche und dann erst Karl getroffen. Weitere Schüsse fallen und verfehlen Rousseau und Alex nur knapp. In einem wirklich emotionalen Mutter-Tochter-Gespräch fordert sie sie auf schnell mit ihr zu laufen, wird aber gleich darauf selbst getroffen. Erst hier wird nun deutlich, welche riesige Gefahr wirklich auf die Insel gekommen ist. Die Person wird getötet, welche 16 Jahre allein auf der gefährlichen Insel überlebt hat. Diese Szene stellt einen weiteren Wendepunkt von Lost dar, denn erst jetzt wird deutlich, dass weitaus größere Dinge geschehen werden als in Staffel 1 oder 2. Man hätte sich dafür wirklich niemand Besseres aussuchen können als Rousseau. Alex ergibt sich daraufhin mit dem einzigen, was sie am Leben erhält: "Wait! Wait! Don't! I'm Ben's daughter! I'm his daughter!" Auch diese Szene hat etwas sehr Tragisches an sich, kaum ist ihre Mutter tot, bezeichnet sie sich wieder als Bens Tochter, um überhaupt eine Chance zu haben zu leben.
Im übrigen für mich bestand schon nach dem ersten Sehen dieser Episode kein Zweifel, dass es sich nur um Keamys Söldner handeln konnte und nicht den Others.

BODYCOUNT

Der Krieg zwischen Ben und Widmore beginnt und fordert mit Karl und Rousseau gleich die ersten Opfer.

Summe: ca. 425 (434)

FAZIT:
Unglaublich gut gemacht. Michaels Geschichte an Festland wirkt zwar wegen der zeitlichen Enge etwas konstruiert, doch das wird durch geniale epische Szenen wieder wett gemacht. Wir sehen seinen logischen Werdegang nachdem er die Insel verlassen hat und wie er Bens Frachterspion werden konnte. Der noch dazu beginnende Krieg nun zwischen Ben und den Söldnern ist nun der Auftakt des grandiosen Endes dieser Staffel. Damals folgten vier Wochen Pause, wegen dem Autorenstreik, doch die Folge die danach kam war der zweite große Höhepunkt von Lost, eingeleitet durch diese hier.

Samstag, 14. November 2009

4/07 Ji Yeon (Erik)

Flashback und Flashforward zusammen, um den Zuschauer zu verwirren und mit einem krassen Ende zu schocken. Dies funktioniert aber auch nur einmal. Langweilig dagegen ist schon fast die Inselhandlung, das was aber überzeugen kann sind die Ereignisse auf dem Frachter.

AUF DEM FRACHTER

Wie schon angesprochen, die interessanteste Story-Line dieser Folge. Gleich zu Beginn sehen wir den Auftakt der Söldneraktionen. Keamy spricht Frank noch einmal darauf an, ob er bereit ist und sagt, dass er nicht zu lange warten soll. Nachdem das Wissenschaftlerteam sicher auf der Insel ist und zumindest Bens Position ermitteln konnte, treten die Söldner nun in Aktion. Die haben jetzt nämlich die wesentlich schwierigere Aufgabe Ben von der Insel zu holen.
Dies sehen wir aber erst später, zunächst bringt Frank Sayid und Desmond was zu essen. Nach all den "daddy issues, "mother issues", "husband issues" haben wir also nun auch noch "kitchen issues". Bei Lost wird bezüglich Problemen aber auch nichts gespart. Dabei sehen wir endlich auch Regina zum ersten Mal und merken, dass es dieser überhaupt nicht gut geht. Sie hält das Buch falsch herum, schaut völlig verstört und reagiert eher wütend, als Frank sie auf das falsch herum gehaltene Buch aufmerksam macht. Später wird sie sich dann auch umbringen, angedeutet schon durch die Ketten, die Desmond so auf die Nerven gehen. Womöglich ist der Grund ihres Selbstmordes die Insel, es könnte aber auch ein ganz normaler Lagerkoller sein. Immerhin ist sie auf einem Schiff meilenweit im Pazifischen Ozean, die Geräte sind kaputt, die Kommunikation zerstört und zwei Besatzungsmitglieder sind gestorben, als sie sich dem einzigen Festland nähern wollten, der Insel. Noch dazu scheint ihr wohl die hohe See nicht gerade zu liegen, alles Dinge, die sie verrückt werden lassen und schließlich zum Selbstmord treiben. Offenbar war sie einfach nicht an die hohe See gewöhnt. Nicht immer hat Widmore sein bestes Händchen bei der Zusammenstellung des Teams bewiesen.
Ansonsten geht es größtenteils darum herauszufinden, wer nun Bens Mann auf dem Boot ist. Frank hat Sayid und Desmond nicht befreit, wer also bleibt noch übrig. Die Nachricht mit "DON'T TRUST THE CAPTAIN" ist die nächste Botschaft, die die beiden erhalten. Nun da sich am Ende herausstellt, dass es Michael ist, sind seine Beweggründe dafür einfach. Sayid ist aufgrund seiner ganzen Aktionen nicht gerade gut auf ihn zu sprechen und möchte möglichst im Geheimen alles unternehmen, sodass Sayid nicht allzu schlecht von ihm denkt, wenn er dann wirklich auf ihn trifft. Er befreit ihn deshalb zunächst aus der Krankenstation und warnt ihn dann vor dem Captain. Dieser hat tatsächlich Falschinformationen. Obwohl er bezüglich Charles Widmore die Wahrheit sagt, lügt er dann dennoch, als er die Tat mit dem Fakewrack Ben in die Schuhe schiebt. Offenbar soll diese Coverstory dabei helfen, dass die 815er dabei mithelfen, dass Ben schließlich ausgeliefert wird. In der Tat sorgt wohl vorallendingen dieses Wissen und die Tatsache, dass Michael für Ben arbeitet dafür, dass Sayid ihn in der nächsten Folge ohne groß nachzudenken entlarvt. Denn lange geheimhalten kann er sich dann doch nicht, bedeckt hält er sich noch bei Reginas Selbstmord, doch als Ray ihn darum bittet einen großen Blutfleck wegzuwischen muss er seine Tarnung aufgeben und sich Desmond und Sayid stellen. Dieser aber entlarvt ihn noch nicht und mit "Nice to meet you Kevin." wird schon die nächste Folge angedeutet.

SUN UND JIN

Sun hatte wohl Recht, als sie behauptete, dass es Pech bringen würde, schon jetzt über Babynamen zu reden. Bald werden beide auf eine sehr skurille Art für lange Zeit getrennt. Ich fand es aber schon krass, wie Jin behauptete, dass es Wichtigeres gibt als die Rettung. Wirklich gerettet wird er ja auch nicht, also kann er der Sache gegenüber schon gleichgültig sein. Sun bekommt schließlich Zweifel, ob Daniel und Charlotte sie retten wollen, als sie von deren Aktion bei der Giftgasfabrik erzählt. Endgültig aus ist es bei Sun, als sie Daniel zur Rede stellt und der nur ein "The thing is... um, it's not really my call, Sun." Als Sun fragt wessen Entscheidung es ist, weiß er keine Antwort, denn er weiß selber nicht, ob nun Keamy die Führung hat oder Gault. Nach Naomi, dürfte sowieso niemand gerettet werden von den 815ern.
Dies ist nun der endgültige Auslöser dafür, dass sie zusammen zu Lockes Camp gehen wollen, doch Sun muss sich natürlich noch mit Medikamenten eindecken und Juliet darauf aufmerksam machen. Hier nun nervt Juliet zum ersten Mal in bester Kate-Manier und beginnt den Werdegang, der dazu führt, dass ich sie im 5.Staffelfinale sogar noch mehr hasse als Kate. Statt einfach Sun die Wahl zu überlassen, wie sie sich nun entscheidet, riskiert sie es sogar schlussendlich ihre Ehe zu zerstören, als sie Jin das mit der Affäre erzählt. Also ganz ehrlich, dass Sun sie nur eine klatscht ist ziemlich unglaubwürdig. Die Person, die womöglich meine Ehe zerstört hat würde ich noch ein bisschen mehr bearbeiten. Genauso unglaubwürdig, dass die beiden dann wieder chillig am Strand miteinander reden.
Viel besser ist da der Part geschrieben, als Jin Fischen gehen will und ausgerechnet der sympathische Bernard mitkommen möchte. Der verbreitet wie immer gute Laune und führt ein sehr denkwürdiges Gespräch. So erklärt er die Sache mit Rose, die auf der Insel vom Krebs geheilt worden ist, aber trotz des Risikos wieder krank zu werden mit Jack geht, da Locke ein Mörder ist. Da wird einem mal wieder die ganze Genialität dieser beiden deutlich, die als eine der wenigen moralisch richtige Entscheidungen treffen. "See, it's all about karma, [...] You make bad choices, bad things happen to you. But you make good choices, and then good--" Ein sehr guter Satz, verdeutlicht er doch, dass moralisch falsche Entscheidungen zu nicht Gutes führen, dagegen gute schon. Symbolisiert wird das durch den Fisch, den Jin daraufhin fängt. Moralisch falsch, aber konsequent wäre es gewesen, wenn Jin nun Sun verlassen hätte, stattdessen erklärt er nun genau, was Sun wohl zu dieser Tat getrieben hat, basierend auf Bernards Theorie. Er sieht nun ein, dass Sun nur deswegen eine Affäre begangen hat, da Jin während dieser Zeit ziemlich verachtungswürdig war und moralisch falsche Aktionen begangen hat, diese haben dann diese schlechten Dinge hervorgerufen, die seine Ehe fast ruiniert hätten. Nun ist Jin zu Sun zurückgekehrt und deren Ehe wirkt endgültig gerettet. Jin ist bereit alles für Sun zutun und überall hinzugehen, wo sie hinwill. Das große Aber, das mit dem Karma trifft nur in dieser Folge zu, denn schon bald werden Jin und Sun auf tragische Weise getrennt.
Für Bernard übrigens trifft das Karma aber voll und ganz zu. Er wird mit seiner Frau glücklich und zufrieden auf der Insel leben, fernab von all den moralisch schlechten Aktionen, die da noch kommen.
Ein was Seltsames noch, Bernard kann mir nicht einreden, dass er und Jin die einzigen verheirateten Männer auf der Insel sind. Es gibt noch knapp 20 andere Überlebende, die laut Autoren stinknormal sind und deren Vergangenheit langweilig ist. Keiner kann mir einreden, dass unter diesen Stinknormalos niemand dabei sein soll, der verheiratet ist.

SUNS FLASHFORWARD UND JINS FLASHBACK

Das berühmte Verwirrspiel. Sun schaut sich gerade Expose an und wir sehen endlich mal wieder Nikki. Im übrigen finde ich den Expose-Sound klasse.
Dann setzen bei ihr die Wehen ein. Im übrigen fand ich es überaus billig, wie Sun sagt: "I'm pregnant, and I think something's wrong.", um uns Glauben zu lassen, die Probleme mit der Schwangerschaften setzen sich auf dem Festland fort. Das Sun aber ihr Baby schließlich heil zur Welt bringt ist für mich ein Beweis, dass auch die Heilkräfte der Insel nachlassen. Rose müsste also wieder Krebs bekommen, wenn sie die Insel verlässt.
Währenddessen versucht Jin angeblich verzweifelt einen Panda aufzutreiben, den er dann Ji Yeon schenken will. Alles was passiert in diesem Flashback ist dann eigentlich ziemlich belanglos, da er nur einen Auftrag für Paik ausführt. So kann man eigentlich nur die Hinweise deuten, die glasklar darauf hindeuten, dass es sich nur um einen Flashback handeln kann. Jins Handy zum Beispiel, seine Obsession ausgerechnet einen Panda zu kaufen, für den er sogar einen Taxifahrer umbringen würde. Wäre es sein eigenes Kind würde er wohl tatsächlich einfach den Drachen kaufen, doch er besteht weiter auf den Panda. Im übrigen war 2000 Jahr des Drachen wieder ein Beweis. Die Auflösung kommt aber erst, als er in das Krankenhaus stürmt, sagt, dass er für Paik arbeitet und den Panda an den Botschafter als Zeichen des guten Willens übergeben will. "I've only been married two months." Der endgültige Beweis. Wieder mal einer dieser Sprachenfehler, Jin behauptet noch in D.O.C. er kann kein Chinesisch, doch hier unterhält er sich perfekt mit all den Chinesen. Mich würde es aber nicht mal wundern, wenn diese Koreanisch sprechen.
Bei Suns Geburt sorgt man dafür, dass man glaubt, dass Jin auf dem Weg zu ihr ist. Jeder daher Gelaufene sieht schon aus wie er, selbst bei dem Arzt hatte ich übrigens das Gefühl. Wohl ein kleiner Gegenbeweis: Als sich Sun mit aller Macht dagegen wehrt, dass ihr der Ring abgenommen wird.
Schließlich kommt hier die grausige Enthüllung, nachdem Ji Yeon geboren worden ist. Jin ist offenbar tot und Sun spricht an seinem Grabstein rührend über die Geburt von Ji Yeon. Beim ersten Mal fragt sich der Zuschauer, ob Jin wirklich gestorben ist, immerhin zeigt das Todesdatum nur den Absturz von Oceanic 815. Nach Ende von Staffel 4 ist man zu 80% überzeugt, dass Jin tot ist. Nach The Little Prince weiß man, dass er überlebt hat und diese Szene wirkt weit weniger dramatisch. Nur Suns Glaube daran, dass er tot ist, macht diese ganze Szene noch traurig.

JI YEON

Lange wurde dieses Balg angekündigt, nun sehen wir dessen Geburt. Es ist natürlich auffällig, dass es sich im Gegensatz zu allen anderen gezeigten Geburten um ein Mädchen handelt. Da man Balg Aaron noch eine große Rolle andichtet, kommen auch bei ihr abstruse zum Teil total verrückte Ideen zustande. Beide werden irgendwie zusammenkommen und ihre Eltern von der Insel retten. Sie sind Adam und Eva und allerlei weiterer Unsinn. Ji Yeon wird wohl nur eines der weiteren zurückgelassenen Bälger sein, die gewissen Charaktere wiedermal einen Grund gibt die Insel zu verlassen, nachdem sie sie wieder einmal betreten haben. Sun kehrte nur wegen Jin zurück und verließ dabei ihr Kind. Sie widerspricht sich dabei selber, als sie meint eine Mutter dürfe niemals ihr Kind verlassen. Das einzige, was das alles rechtfertigen würde wäre, wenn es irgendwann in Staffel 6 tatsächlich zu einer Wiedervereinigung mit Jin, Sun und Ji Yeon kommt.
Das Balg hat aber noch eine andere signifikante Bedeutung, die vielleicht leider wahr wird. Wenn Jughead tatsächlich die Zeitlinie rettet, so wäre sie der einzige Mensch, deren Existenz dadurch komplett vernichtet wird. Wäre Sun also mit in die Dharma-Zeit geflasht, sie wäre wohl der größte Jack-Gegner gewesen und hätte nicht mit einem "Weil du mich wegen dieser bitch vielleicht verlassen wirst, werde ich dem Bombenzerstörer helfen, sein Zeitreisenänderungsdings durchzuziehen" davon abgehalten worden wäre. Jin hätte auch mal nachdenken können, denn wenn es Sun gutgeht, da geht es auch dem Baby gut, doch wenn Jack nun alles verhindern will, so verhindert auch die einzige Chance von Jin jemals ein Kind zu haben. Zu Jins Verteidigung er wird einfach in den Plan involviert, ohne das ihn irgendjemand was sagt. Das einzige, was er versteht: Er kommt dadurch mit Sun zusammen.
Also einmal abwarten, ob Ji Yeon noch irgendeine Bedeutung hat oder nur ein weiteres nervendes Balg ist.

BODYCOUNT

Das Frachterteam dezimiert sich schön weiter, nun stürzt sich Regina über die Reling. Jins Tod wird zwar angedeutet, aber nie geschehen.

Summe: ca. 423 (432)

FAZIT:
Beim ersten Mal ist der Zuschauer noch geschockt, ein Mix aus Flashforward und Flashback verbunden mit Jins angeblichen Tod. Das nutzt sich beim zweiten Sehen ab, wirkt nach dem Ende von Staffel 4 nur bedingt dramatisch und nach The Little Prince fast schon überflüssig. So wirkt auch die Folge jetzt eher nutzlos, inselmäßig passiert nicht wirklich viel. Alle sitzen nach der Fastvergasung der Insel wieder chillig am Strand und für Juliet ist es wichtiger eine Schwangere vom Gehen abzuhalten, als sich weiter um die Rettung zu kümmern. Irgendwie wirkt das alles festgefahren, Jack, Kate, Daniel und Charlotte. Interessant war deshalb nur die Frachterhandlung. Eine Folge, die wohl nachdem Ende von Lost als belangloser Füller in Erinnerung bleiben wird, es sei denn Ji Yeon wird noch zur Inselgöttin und ist zusammen mit Aaron der Vater von Jacob und Samuel. Aber ab dem Punkt wird Lost für mich sowieso schon mit The Incident zu Ende sein.

4/06 The other woman (Erik)

Das alte Flashback-Konzept also wieder und es scheitert. Juliets Vergangenheit und Beziehung zu Goodwin ist nicht wirklich interessant und stoppt eher den neuen Erzählstil mit den Flashforwards. Die Inselhandlung wirkt etwas gezwungen mit Charlottes und Daniels Mission, sowie der plötzlichen Einführung der Tempest. Das wahre Highlight ist da wiedermal Ben, der nun zurück ist.

ABSCHALTEN DES GASES

So ich möchte nach Ewigkeiten mal wieder auf Samuels Plan zurückkommen, denn irgendwie hat es den sehr in den Hintergrund gedrängt. Charlotte und Daniels Mission ist recht einfach zu verstehen, wenn wir die nächsten Folgen sehen. Sie sollen das Gas neutralisieren, damit das Söldnerteam auf die Insel kommen kann, um Ben zu fangen. So wirken deren so edle Motive, als Charlotte sagt: "We're trying to disable it before he can use it against us!" dann doch wieder falsch. Ben würde es nur gegen die Söldner nutzen, nicht um alle zu töten. Der Zweck der Söldner wäre es aber dann alle Menschen auf der Insel zu töten, sodass Charlotte hier Tür unf Tor zur Vernichtung aller öffnet. Zum Glück wird es anders kommen, da Ben noch Smokey und die Others in der Hinterhand hat. Um mal auf Samuels Plan zurückzukommen, nur durch diese Aktion konnten die Söldner überhaupt auf die Insel kommen und die sind wiederum der Auslöser dafür, dass die Insel bewegt werden muss. Ein entscheidender Schritt in Samuels Plan wird hiermit gelegt.
Jacob versucht dies nun zu verhindern, indem er Juliet als Harper erscheint. Es wäre wohl zu schwer gewesen zu erklären, warum es wirklich wichtig ist, dass Charlotte und Daniel das Gas lieber nicht abdrehen, sodass er sich auf eine einfache leicht verständliche Erklärung besinnt: "I came to deliver a message... from Ben. The two people you're looking for--Faraday and Lewis... they're headed to the Tempest. And if they figure out how to deploy that gas... then everyone on this island is going to die." Er benutzt natürlich Ben als Auftraggeber. Ich habe mich schon immer gefragt, wie dieser das gefangen in seiner Zelle und ohne Kontakt zu seinen Leuten arrangieren konnte. Nun es war Jacob, der einfach diese Aufgabe übernommen hat. Juliet zieht daraufhin tatsächlich zusammen mit Jack los, um sie aufzuhalten. Doch Jacobs Plan scheitert, denn Juliet wird die beiden nicht erschießen und diese können deswegen das Gas erfolgreich neutralisieren. An dieser Stelle merken wir, dass Samuel offenbar über mehr Macht verfügt als Jacob.
Am Ende dieser ganzen Sache zieht Juliet genau die richtigen Schlüsse: "These people came here to wage war against Ben, and Ben's gonna win." Ganz genau das wird er.
Genial war es auch zu sehen, dass die Tempest eine Dharma-Station war, die neben dem Strom auch eine Giftgasanlage enthielt. Hier hätten wir wieder einen Beweis für: "We are the causes of our own suffering" Durch den Bau dieser Station erst, hat sich Dharma ihr eigenes Grab geschaufelt. Übrigens auch nicht schlecht, dass Charlotte behauptet Ben hätte das Gas schon einmal benutzt, natürlich sind damit die Dharma-Leute gemeint. Wenn aber nun tatsächlich Charles den Befehl zum Purge gegeben hat, so unterstellt er ihm eine Sache, die er selbst initiiert hat. Gerade weil er dieses Gas schon einmal benutzt hatte wollte Widmore mit aller Macht erreichen, dass es Ben nicht gegen seine Leute verwendet.
Und noch ein Riesendankeschön an Charlotte dafür, dass sie Kate mal ordentlich niedergemäht hat. Das beste, was nach Eggtown mit Kate hätte passieren können.

BENS WERDEGANG

Am Ende von Staffel 3 geschlagen, an einen Baum gekettet und mit einem Todesurteil versehen, daraus wurde mit einem Todesurteil versehen in einer anderen Gruppe. Durch zwei Informationen blieb er nur Gefangener, der eventuell noch wichtig werden könnte, dann wurde aus ihm die wichtigste Person der Insel. Dadurch kam das Privileg Kellerverlies zustande, aus dem er sich langsam durch geschickte Manipulationen herausarbeitete. Und dann das, durch letzte Informationen wird aus ihm ein freier Mann, der genau wie alle anderen von Lockes Leuten ein eigenes Haus bekommt.
Hier sehen wir nun die letzten Schritte, denn Locke bekommt immer mehr Probleme mit seinen Leuten. Wenn selbst schon Nutzlos-Claire mit Miles reden will und vorschlägt, dass Locke da völlig falsch an die Sache herangegangen ist, muss er sich wieder einmal Ben zuwenden. Noch dazu fragt Claire etwas ganz Entscheidendes, wem denn nun das Boot gehört.
Schön fand ich zunächst, wie sich Ben um die weißen Hasen sorgt, bis die Rede auf die wirklich wichtige Sache kommt: "So has the revolution begun yet?" Dann erklärt Ben ihm, was ein Anführer alles durchmachen muss und Locke wird klar, dass er all das nicht hat, was Ben ihm aufzählt. Dieser kommt schließlich mit einem der besten Lost-Sätze überhaupt daher: "I always have a plan." Hoffentlich gilt das auch für Staffel 6, denn nichts würde mir mehr Freude bereiten, als einen Ben zu sehen, der wieder die Führung übernimmt. Wie Locke das aber kontert, als er auf die 3,2 Millionen zu sprechen kommt ist auch genial, besonders als er Ben einen Dollar gibt. Ein bisschen besser kommt Locke also schon mit Ben zurecht. Dieser schlägt nun seinen Deal vor, indem er alles erzählt, was er über den Mann weiß, der den Frachter angeheuert hat. Er zieht nun seinen letzten Trumpf aus der Tasche.
Auch die nächste Unterhaltung ist genial, als Locke meint, dass er ihn nicht in den Dschungel führen würde, um ihn zu erschießen oder zu verschwinden. Ben antwortet darauf, dass sie noch nicht einmal das Wohnzimmer verlassen müssen. "How do I know you're not gonna run off and meet your people first chance you get?" So ist es aber nicht, denn Ben hat immer noch Kontrolle über sie, nur im Moment braucht er sie nicht, da er bekanntermaßen genau da ist, wo er sein will. Er verweist schließlich auf das Bild und dem Safe und auch herrlich, wie er ohne zu Zögern die Kombination nennt. Das Video das als Beweis dient ist das alte Red Sox Video, was darauf hindeutet, dass diese Aufnahme erst nach Glass Ballerina gemacht worden ist. Jedenfalls sehen wir nun endlich, dass Charles Widmore hinter der Sache steckt. Ben führt an, dass Widmores Interesse an der Insel rein ökonomisch sind. Natürlich lügt er dabei genauso wie bei der Tatsache, dass er nicht weiß woher Widmore von der Insel wusste. Dieser war wesentlich länger auf ihr als Ben. Sein wahres Interesse besteht wohl nur darin Ben loszuwerden, damit er selbst wieder der Anführer werden kann. Ich glaube Widmore einfach nicht, dass er das alles nur getan hat, um Locke zum Anführer zu verhelfen. Genauso glaube ich, dass er im Auftrag von Samuel handelt, der ihn als Verstoßenen von Jacob ziemlich leicht zu einem seiner Männer machen konnte. Nicht umsonst hilft er massiv dabei mit, dass Locke auf dem Festland scheitert und stirbt. Widmore ist also auch nur eine weitere Marionette von Samuels großen Plan.
Doch noch hat Ben nicht ganz gewonnen und verrät so Locke sein letztes Geheimnis über den Frachter, seinen Spion. Dies reicht aber endgültig aus und so kann er gemütlich zu seinem neuen Haus spazieren und Hurley und Sawyer "See you guys at dinner." zurufen. Wohl eine der besten letzten Sätze einer Lost-Episode.

JULIETS FLASHBACKS

Wie schon angeführt, das Thema war ausgereizt und so bot dieser Flashback nicht wirklich etwas Neues. In der letzten Staffel hätte uns ein Other-Flashback noch riesig interessiert, mittlerweile sind aber die Frachterleute wichtiger geworden und alles wurde in eine höhere Ebene gebracht. Wir sehen also jene Harper dort, die ein Therapeut von Juliet ist. Offenbar damit sie sich gut auf die Insel einlassen kann und so wenig wie möglich Heimweh hat. Mittelpunkt ist aber die Beziehung zwischen Ben, Juliet und Goodwin. Juliet und Goodwin kommen sich näher, als diese ihm bei einer Verätzung hilft. Warum Juliet verheimlichen soll, dass er in der Giftgasfabrik arbeitet, obwohl jeder wissen müsste, dass damit ganz Dharma vernichtet worden ist, ist mir ein Rätsel. Dies gefällt nur Ben gar nicht, der hinter Juliet her ist, was aber mehr einer Obsession denn einer Liebschaft gleichkommt. Offenbar ist jene Person von der Harper spricht tatsächlich Juliet selber, an die sich Ben noch während seiner Dharma-Zeit erinnern kann. So hätten wir wieder einen Twist, denn ohne dieses Wissen hätte er vielleicht gar nicht versucht Juliet zu rekrutieren. Er kann es natürlich nicht zulassen, dass Juliet und Goodwin zusammenbleiben, sodass er ihn auf eine Mission schickt, bei der er mit Sicherheit sterben wird. Selbst Schuld, wenn man Ben so unterschätzt: "What's Ben gonna do?" Er stirbt bekanntermaßen, obwohl er seinen Auftrag sehr gut ausführt und Ben führt Juliet schließlich zu seiner Leiche. Dieser hat wohl lange auf den Moment gewartet, als er ihr seine Gefühle ausdrückt. Was dabei herauskommt dürfte eine der krassesten Liebeserklärungen überhaupt sein: "That you're mine". Er gibt die Obsession aber dann auf, als Juliet ihn verrät und damit ist auch diese, eigentlich so richtig nie vorhandene Liebesgeschichte abgehakt.

BODYCOUNT

Die Toten, die angesprochen werden, hatten wir bereits schon, ansonsten wird eine Totalkatastrophe bei der alle sterben würden, nur knapp verhindert.

Summe: ca. 422 (431)

FAZIT:
Keine herausragende Folge. Alles wirkt viel zu gehetzt und aufgesetzt. Die Tempest, die Goodwin-Juliet Beziehung, Bens Obsession von Juliet. Sowieso ist Juliet neben Claire die wohl nutzloseste Figur in Staffel 4. Perfekt war dafür die Enthüllung, wer nun hinter der Sache mit dem Frachter steckt und wie sich Ben vom Totgeweihten zum freien Mann entwickelt hat.

Freitag, 13. November 2009

4/05 The Constant (Erik)

Der Gegensatz ist zu krass, mit Eggtown sahen wir wohl eine der drei schlechtesten Lost-Folgen, mit The Constant eine der besten überhaupt. Wir sehen den Frachter zum ersten Mal, Desmonds Gedächtnis reist durch die Zeit und eines der emotionalsten Telefongespräche überhaupt. Das Desaster der Vorfolge ist somit ganz schnell vergessen.

ZEITLICHE ANOMALIE

Gleich zu Beginn sehen wir einen Effekt dieser Anomalie. Die Insel befindet sich in einer eigenen Hemissphähre und hat einen räumlichen sowie zeitlichen Schutzmantel. Es gibt nur eine Richtung über der man die Insel verlassen kann, ohne Abweichungen in der Zeit und das ist die Peilung 305. Daniel wird diese irgendwie bestimmt haben, kann mir aber nicht vorstellen wie. Vielleicht hat er ein paar Objekte hinein und wieder hinausgeschickt und sich so langsam der richtigen Peilung angenähert. Vielleicht wusste er aber auch aufgrund des Jahres 2004, welche Peilung ungefähr die richtige war, denn er deutet in The Lie, dass es wichtig ist welche Zeit gerade ist, um festzustellen, wie man die Insel sicher verlässt. Das Problem bei diesem Flug ist einfach, Frank fliegt in ein Gewitter und weicht so um einige Grad ab, als er durch die Hemissphähre dringt. Für Sayid und ihn hat das keine großen Auswirkungen, Frank war sein ganzes Leben wohl noch nie einer hohen Dosis Elektromagnetismus ausgesetzt und Sayid bei der Entladung so weit entfernt, sodass diese Abweichung auch auf ihn keinen Einfluss hat. Desmond dagegen war mittendrin, als er den Schlüssel gedreht hat, nur für ihn hat diese Abweichung schlimme Konsequenzen, denn sein Verstand springt nun unkontrolliert zwischen 1996 und 2004 hin und her. Bei Brandon und Minkowski war es wohl noch etwas anders, die sind einfach hinausgefahren und sind völlig von der Peilung abgewichen, sodass sie dem ganzen noch stärker ausgesetzt waren als diejenigen im Hubschrauber.
Ein weiterer Effekt ist die Abweichung um knapp zwei Tage. Die Insel-Zeit und die Realzeit weichen somit etwas ab, doch auch nur dadurch, dass sie von der Peilung abgewichen sind. Sehr kompliziert das alles.

DESMONDS ZEITSPRÜNGE

Ihn erwischt es als einzigen und so fängt sein Verstand an zwischen 1996 und 2004 zu schwanken. So sehen wir noch nicht einmal einen Flashback, sondern lediglich zwei Zeitebnen von Desmond, die für ihn aber zu einer verschmelzen. Schon bei der ersten Aktion wird es auffällig durch sehr gute Schnitte. Genau in dem Moment, als sie die Hemissphähre durchbrechen, klammert sich Desmond am Hubschraubersitz fest, genauso hält er sich fest, als er dann in der Kaserne erwacht. Dem Sergeant schildert er auch gleich seinen angeblichen Traum, wir merken schon jetzt, dass Desmonds Gedächtnis wieder mal durch die Zeit reist. Schließlich führt sein Ungehorsam dazu, dass seine ganze Kompanie darunter leiden muss, als sie bei strömenden Regen Übungen machen müssen. Diesmal schildert er seinem Kameraden dieses Phänomen und ist wieder zurück im Hubschrauber, als der Sergeant ihn erneut anbrüllt. Er ist nun sichtlich verwirrt, in seinen Augen ist es 1996 und er hat alles vergessen, was danach kam. So erinnert er sich auch nicht an Sayid und das er in einem Hubschrauber ist. Verzweifelt möchte er nach unten springen, doch ich denke er wusste gar nicht, dass es von da aus mehrere Kilometer hinab ins Meer geht.
Dann folgt der große Augenblick, wir sehen zum ersten Mal den Frachter. Die Autoren hatten sogar schon teilweise dementiert, dass dieser gar nicht existiere, um so schöner war es ihn dann doch zu sehen. Gleich zu Beginn lernen wir den besten Badass von Lost kennen, Keamy und seinen Kameraden Omar. Diese sind gar nicht erfreut darüber, dass Frank Leute von der Insel mitgebracht hat, doch Desmonds komplette Verwirrtheit drängt das erst einmal in den Hintergrund. Der ist noch immer total aufgebracht und so schlagen die beiden vor ihn erst einmal zur Krankenstation zu bringen. Mit Sicherheit wusste Keamy schon jetzt, dass die beiden ihm womöglich lebend mehr nützen als tot, außerdem ist seine eigentliche Mission noch längst nicht erfüllt.
Mit einem "I'm not supposed to be -" landet Desmond wieder in der Vergangenheit und vollendet erst hier seinen Satz. Dies soll verdeutlichen, dass er im Moment weder in die eine noch in die andere Zeit gehört. Jedenfalls redet er dann mit Billy darüber und dieser spricht ihn erstmals darauf an, ob ihm irgendwas vertraut vorkam auf dem Schiff. Er erwähnt das Bild mit Penny und möchte sie anrufen. Irgendwie seltsam, dass hier noch ihre alte Telefonnummer funktioniert, obwohl sie behauptet umgezogen zu sein. Vielleicht hat sie aber auch erst darauf ihre Nummer geändert. Gerade als er sein Geld wieder aufheben will, springt er wieder zurück und wird erst einmal in die Krankenstation gebracht.
Dort begegnen wir nun dem zweiten Opfer der zeitlichen Anomalie der Insel, Minkowski. Den hat es sogar noch schlimmer erwischt als Desmond, denn er muss mittlerweile ans Bett gekettet und mit Spritzen beruhigt werden. Minkowski Zeitsprünge können übrigens auch nur in der Vergangenheit geschehen sein, da eine Zukunft für ihn nicht existiert. Bei Desmond werden nun die Zeitsprünge auch immer schlimmer.

WHATEVER HAPPENED, HAPPENED

Wir sehen hier nun den ersten größeren Zeittwist in Bezug auf Daniel und Desmond. Um Desmond zu helfen, bietet Daniel ihm an nach Oxford zu kommen. Um ihn zu überzeugen, nennt er Desmond die genauen Daten mit dem sich seine Maschine genau einstellen lässt und den Namen seiner Ratte, wenn schon die Daten ihn nicht überzeugen. Nun genau das macht Desmond 1996 und kann nur dadurch dem erst 18-Jährigen Daniel, der aber schon Professor ist die richtigen Zahlen nennen, der diese wiederum Desmond auch nur nennen konnte, da dieser sie ihm genannt hat. Verwirrend verwirrend, genau wie Daniels Experiment mit Eloise. Er sendet den Verstand der Ratte in die Zukunft mit der Strahlung, sodass sie genau weiß, wie sie das Labyrinth durchqueren kann. Das verrückte ist nun, dass sie schon 75 Minuten später stirbt und wenn Daniel sie nicht in der Zeit hat durch das Labyrinth laufen lassen, um es ihr erst zu zeigen, sodass sie richtig schon beim ersten Versuch durchlaufen konnte, so haben wir auch gleich einen Beweis von der mir so verhassten alternate timeline. Zum Glück sind die 75 Minuten eine gute Erklärung. Interessant fand ich übrigens, wie Desmond Daniel als dieser seinen Strahlenschutz anlegt darauf aufmerksam macht, dass er gar keinen für den Kopf hat. Bekanntermaßen wird Daniel damit noch so heftig experimentieren, dass er viele Dinge vergisst. So auch die Begegnung mit Desmond und es ist auch kein Fehler, dass sich Daniel daran später gar nicht erinnert. "You can't change the future." Bitte, bitte ja!
Nachdem Desmond dann von einem erneuten Sprung zum Frachter wieder zurückkommt sehen wir nun die Gefahren dieser Zeitreisen. Das Gedächtnis findet keinen Anker in den Zeiten und fängt somit an auch den Körper zu beeinflußen. Nasenbluten ist das offensichtlichstes Merkmal, Hirnbluten aber dann das tödliche. Eloise erwischt es als Erste und Desmond merkt wohl, dass er als Nächstes dran ist.

THE CONSTANT

Das alles kann er aber verhindern, wenn er in beiden Zeiten seine Konstante findet, sodass sich sein Gedächtnis wieder einpegelt. Es soll jemand Vertrautes sein, der ihm sehr viel bedeutet und wer wäre da besser geeignet als Penny. Doch es treten noch einige Hindernisse auf, in der Krankenstation ist er nach dem Vorfall eingesperrt, im Jahr 1996 funktioniert plötzlich ihre Nummer nicht. Dennoch wird alles klappen und so wendet er sich zunächst ausgerechnet an Charles Widmore, von dem er wohl eigentlich am wenigsten Hilfe zu erwarten hat. Dieser ist gerade dabei das alte Logbuch der Black Rock zu ergattern, dass irgendwo bei Madagaskar gefunden wurde. Dies muss der erste Maat dort verloren haben, vielleicht sogar als die Insel sich dort hinbewegt hat. Jedenfalls benötigt es Charles dringend, um wieder einen Weg zur Insel zu finden, noch dauert das aber mehrere Jahre.
Gegenüber Desmond jedenfalls zeigt er sich erstaunlich hilfsbereit, als er ihm die Adresse gibt. Womöglich aber nur, weil er genau weiß, dass es für die Ehe mit Penny nun zu spät ist und Desmond auf der Insel landen wird. In gewisse Weise weiß Charles also was mit Desmond passieren wird und das es sehr wichtig ist, dass er nun ihre Adresse herausfindet. Ironischerweise braucht Desmond sie um von seinem Frachter aus mehrere Jahre in der Zukunft anzurufen.
Dort werden, Sayid, Desmond und Minkowski rätselhafterweise befreit. Mittlerweile ist es nun klar, dass es sich dabei nur um Michael handeln konnte, der genauso die ganzen Kommunikationsgeräte manipuliert hat, sodass Kontakt mit der Außenwelt fast unmöglich ist. Sayid bekommt es dennoch hin, dass Telefon für einen kurzen Moment zu reparieren. Kurz zuvor stirbt jedoch Minkowski, der keine Konstante gefunden hat in den Zeiten und für den die Sprünge zu heftig waren. Auch Desmond bekommt schon Nasenbluten und verdeutlicht noch einmal den Ernst der Lage.
Dieser schafft es nun irgendwie Penny davon zu überzeugen, dass sie ihm ihre Nummer gibt. Genau jenes Ereignis findet nun schön parallel mit den Ereignissen auf dem Frachter statt, als er Penny schließlich anruft. Dieses Gespräch zwischen den beiden ist wohl eines der besten und emotionellsten überhaupt in Lost. Wieder einmal wird deutlich, dass trotz dieser ganzen komplizierten Zeitreisegeschichte immer die Beziehung zwischen den beiden im Mittelpunkt stand. Es reicht aus, um Desmonds Gedächtnis wieder konstant werden zu lassen. Ein toller Satz an Sayid: "Thank you, Sayid. It was enough."
Im übrigen wird erst dadurch überhaupt die Rettung der Oceanic 6 bewerkstelligt, denn ohne dieses Telefonat hätte Penny niemals zur Insel finden können. Das Gespräch wäre aber ohne die Zeitsprünge nie möglich gewesen, denn erst dadurch muss Desmond überhaupt Penny anrufen. Wir sehen hier schön, wie die Rettung der Oceanic 6 nur durch einen Zeittwist überhaupt möglich war.
"If anything goes wrong, Desmond Hume will be MY constant." Dieser letzte Satz, den sich Daniel wohl kurz nach seiner Begegnung 1996 mit Desmond in sein Tagebuch geschrieben hat, bezieht sich wohl auf deren Begegnung während der Zeitsprünge. Daniel bekommt als einer der wenigen kein Nasenbluten, vielleicht gerade weil er mit Desmond seine Konstante gefunden hat, mehr dazu aber in Because you left.

BODYCOUNT

Durch heftige Zeitanomalien erwischt es dieses Mal Minkowski und Brandon.

Summe: ca. 422 (431)

FAZIT:
Grandios! Eine weitere verwirrende Desmond-Zeitreise-Folge war genau das richtige wieder für die wahren Fans der Serie. Wir sehen zum ersten Mal den Frachter mit so genialen Leuten wie Keamy, Omar und Ray und das vielleicht beste Telefonat in ganz Lost. Eine Folge perfekt geschnitten, perfekt geschrieben, eine Sternstunde von Lost.

Mittwoch, 11. November 2009

4/04 Eggtown (Erik)

Was damals auf Stranger in a strange land folgte war einfach nur genial. Lost startete eine wahre Serie an sehr guten Episoden, oftmals sogar grandiose Meisterwerke. Es war klar, dass das irgendwann enden musste, wie jede Serie, aber so? Ich kann diese Folge wirklich nur schauen, wenn ich muss, weil ansonsten ist das Aggressionspotential sobald ich da Kate sehen muss einfach zu groß. Eine Inselhandlung, die stillsteht und ein sogar todlangweiliger Flashforward. Ich frage mich wer diese Folge gedreht hat und hoffe, dass er danach gleich entlassen wurde.

LOCKE UND BEN

Der ganz ganz ganz große Höhepunkt dieser Folge. Ben gewinnt wieder weiter seine Kontrolle zurück, denn er hat die Situation perfekt erkannt. Locke ist ratlos, er wusste nicht wo die Hütte ist, wie er mit Jacob Kontakt aufnehmen konnte und ist so verzweifelt, dass er schon wieder Ben um Rat fragen muss. "So here we are, just like old times. Except I'm locked in a different room, and you're more lost than you ever were." Perfekter hätte ich es nicht sagen können und Locke, der natürlich noch anmerkt, dass er sich nicht manipulieren lässt, schmeißt natürlich keine zwei Meter von Bens Zelle entfernt sein Frühstück gegen die Wand. Wieder einmal ist es genial zu sehen, obwohl Ben triumphiert hat, dass er das selbst in einer geschlossenen Zelle nicht zeigt. Ganz große Schauspielkunst von Michael Emerson.
Daraufhin dreht Locke aber erst einmal durch. Er wird zum Diktator, der glaubt er könne seine Leute führen, wenn er einfach Entscheidungen trifft. "If I was a dictator, I would just shoot you, and go about my day." Erster großer Fehler, so jemanden wie Kate würde ich einfach erschießen, besonders nachdem was sie dann noch macht. Dadurch aber löst Locke erst ein Chaos aus, als er es ihr verbietet und verzweifelt noch mehr. Er fragt zwar Sawyer, wie er sich als Anführer macht, doch der ist so von Kate bezirzt, dass er darauf gar nicht ernsthaft antwortet. Aber was erwartet eigentlich Locke? Sie haben Häuser, Strom und Wasser, alles was man zum Leben eigentlich braucht. Wieder einmal ist er so besessen von der Vorstellung etwas Besonderes zu machen, ohne zu wissen, dass er seine Leute eigentlich an einen sicheren Ort geführt hat.
Schließlich nachdem dieser ganze nervige Ego-Katetrip vorbei ist möchte er mit Gewalt Informationen aus Miles herauslocken. Ich fand die Granatenszene schon immer eine der schlechtesten Szenen, da sie total gegen Lockes Charakter ist. Irgendwie funktioniert es aber.
Auffällig der Satz über das Buch, dass er anfangs Ben gibt: "You might catch something you missed the second time around." Praktisch eine Aufforderung zum Recappen, allerdings sollte man das Beispiel gerade bei dieser Folge nicht allzu sehr anwenden.
Weiterer Lichtblick dieser Folge, das Gespräch zwischen Miles und Ben. Wir erfahren, dass eine ganz bestimmte Person nach Ben sucht und Miles möchte Ben erpressen, damit er Widmore nicht seine Position verrät. Die Auflösung dieser 3,2 Millionen- Geschichte hat mich erstens nie interessiert und ist irgendwie arg konstruiert. Das Doppelte von dem was Widmore bietet, lächerlich. Wenigstens kann Ben dabei einen weiteren genialen Spruch loslassen: "My present situation is a little bit restricted. Can that be amended?" Dazu wird es aber nie kommen, da die Söldner ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

KATE UND IHR FLASHFORWARD

Drei Fakten:
1. Evangeline Lillys Mimik und Gestik nervt.
2. Der Charakter Kate nervt.
3. Ihr Flashforward nervt.
Selbst ein gemaltes Gesicht hat mehr schauspielerisch drauf als Evangeline Lilly. Kann mir mal einer erklären, wie es so ein schauspielerisches Nulltalent in diesen 1A-Cast geschafft hat? Noch schlimmer, die als weibliche Hauptfigur zu nehmen? Ich lege mich fest Carlton und Damons größter Fehler.
Sie nervt diese ganze Folge schlimmer als je zuvor, sei es auf Claires Veranda. "Sawyer go home", hau du doch ab. Bei Hurley, als er Miles etwas bringen will. Dann benutzt sie Sawyer, um Locke abzulenken und Miles zu befreien. Der ist bescheuert genug und macht mit, obwohl er es ahnt, na gut er kriegt auch was dafür. Diese ganze Ego-Sache ist so schlecht geschrieben, Kate macht das alles nur um zu erfahren, ob Miles Leute von ihr wissen. Als sie es weiß, geht sie dann trotzdem zurück zum Strand und lässt sich retten, weil sie es wieder mal nicht schafft an einem Ort zu bleiben. Das hat man nicht nur gefühlte hundert Mal schon gesehen, sondern es hat einen auch schon gefühlte hundert Mal genervt. Absoluter Tiefpunkt, als Sawyer genau ihr Verhalten anspricht und sie ihm eine klatscht. An Sawyers Stelle hätte ich Kate ein paar schöne Farben im Lilabereich in deren Gesicht verpasst.
Der Flashforward ist vorallendingen grottig, weil die Gerichtsverhandlung sauschlecht geschrieben ist. Es gibt da soviele Fehler, die ich gar nicht alle aufzählen will. Tiefpunkt des Ganzen, sie wird sogar freigesprochen. Unfassbar!!! Und das alles nur weil sie einen geklauten Sohn hat. Das wenig Interessante, wir hören das erste Mal von der Lüge der Oceanic 6 und das in deren Alibigeschichte insgesamt 8 überlebt haben. Genauso, dass Dianes Krebs teilweise geheilt wurde, offenbar durch Jacob. Jack schafft es sich kurz sympathisch zu machen und dann im gleichen Atemzug genau so ein moron zu werden, wie Sawyer. So jemanden, der einen tausendmal reinlegt kann man einfach nicht lieben. Was ist Kates große Enthüllung in der Zukunft? Sie ist Adoptivmutter von Aaron, ich habe es zwar nicht geahnt, aber dafür so einen unterirdischen Flashforward sehen, war es nicht wert. Die große Hoffnung, dass wenigstens Claire endlich verschwindet.
"Would it have been the worst thing in the world?" Ja, das wäre definitiv das schlimmste gewesen, was noch in Lost hätte passieren können.
"We hate you" sagt einer der Männer, als sie zur Verhandlung geht. Definitiv ja.

ANDERE CHARAKTERE

Am Strand freuen sich alle über die Rückkehr von Jack und der Ankunft der Neuen. Was ich nicht verstehe? Jin lernt Englisch für Sun, aber nun will die zurück nach Korea. Warum fragt Sun nach Kate und wundert sich, dass sie bei Locke ist? Hallo, das ist Kate wann hat die denn jemals vernünftig gehandelt, Sun?
Wir erfahren mehr von der zeitlichen Anomalie und sehen auch, dass Daniel an einem seltsamen Gedächtnisverlust leidet. So schnell scheint die Insel ihn davon doch noch nicht zu heilen. Dies wird wohl jetzt der Grund sein, warum Charlotte und Daniel ewig lange am Strand bleiben und außer dem Abstellen der Tempest kaum etwas machen. Charlotte wollte nur zurück Insel, Dan geheilt werden. Ben ist eigentlich gar nicht deren primäres Ziel.

BODYCOUNT

Nur eine Bitte: Lasst Kate bitte noch einen grausamen, qualvollen Tod sterben, dann kann ich mir diese Folge wenigstens mit einem Dauergrinsen ansehen.

Summe: ca. 420 (429)

FAZIT:
Schlecht, grausam, unterirdisch, desaströs. Für diese Folge fallen einem nur schlechte Attribute ein. Wer Kate bis hierhin nicht hasst, der hasst sie spätestens jetzt, wer es immer noch nicht macht ist genauso verloren wie Jack und Sawyer in dieser Folge. Ein langweiliger Flashforward, eine langweilige Wendung, ein Diktator-Locke und die hässlichen gelben Baracken ständig im Vordergrund. Die wirklich einzige schlechte Episode der 4. Staffel, bei aber nur 14 Folgen ist das schon zuviel.

Montag, 9. November 2009

4/03 The Economist (Erik)

Staffel 4 ist einfach nur genial. Die Inselhandlung schreitet extrem schnell voran, kein ewiges Aufhalten mehr und wir sehen den wohl WTFigsten Flashforward.

CHARLOTTE GEGEN MILES

Oder auch wie buche ich das Ticket, um von der Insel zu kommen. Nicht nur, dass Sayid in der Zukunft mit Ben zusammenarbeitet, er beweist sogar hier schon Geschick darin so zu verhandeln, sodass er das kriegt, was er haben will, einen Platz im Hubschrauber.
Zunächt aber zeigt er sich von seiner menschlichen Seite, als er Naomi die Augen schließt und die Armspange abnimmt. Was haben alle gerätselt, was es mit "N, I will always be with you, R.G." auf sich hat und welcher Bezug zu Elsa besteht. Die Antwort banal und einfach und endlich mal realistisch, es ist nur eine Armspange.
Geschickt schafft er es nun Frank davon zu überzeugen, dass er Charlotte sicher zurückbringt und dann in den Hubschrauber darf. Natürlich möchte Miles mit, ohne zu wissen, dass er der Grund ist, warum er Locke zur Herausgabe von Charlotte bringen kann. Jack lässt er gut abblitzen: "Last time you encountered him; you put a gun to his head and pulled the trigger." Ich finde es sehr gut, dass er hier sich sogar mal über Jack stellt. Dieser schickt Kate mit, wohl nur aus dem Grund, dass sie bei Sawyer bleibt und er sie endlich loshat. Jacks Plan geht aber nicht auf, dafür ist Kate einfach zu dämlich. Gleichzeitig versucht Sayid auch noch etwas Aufklärung in Richtung Naomis Bild über Desmond und Penny zu bringen, sodass dieser auch mit dabei sein wird, als der Hubschrauber abhebt.
Auf der Wanderung fragt er Miles weiter über Naomi aus, doch besonders zufriedenstellende Antworten bekommt er nicht und Miles lügt, als er sagt er hat sie erst auf dem Frachter kennengelernt. Bekanntermaßen fand da eine Begegnung schon wesentlich eher statt. Bereits hier hat Sayid Miles durchschaut, der nicht wegen Charlotte mitgeht, sondern um Ben zu erpressen, sodass er mehr Geld bekommt. Dann kommt das Gespräch auf ihre Entzweiung und die Tatsache, dass es darum ging, ob die Frachterleute zur Rettung der Losties oder zu deren Ausrottung hier sind. Sayid sagt daraufhin: "I let you know when I decide." Das er ihn an Locke übergibt, spricht für die Ausrottung, die Tatsache, dass er aber Michael dann einfach so verrät eher für Ersteres.
Als sie ankommen werden sie jedenfalls geschickt überlistet von Locke, der den angeblich zurückgelassenen, gefangenen Hurley als Köder benutzt. Genial der Spruch: "Oh, awesome. The ship sent us another Sawyer." Wieder einmal wird es Hurley mit einer zynischen Person zutun bekommen, herrlich. Auch ist Hurley immer noch zu Recht besorgt, wegen Sayids Kampftricks. Schließlich wird er ausgerechnet zu Ben gesperrt, der in der Folge einen genialen Spruch nach dem anderen loslässt. "Well… I guess they’re running out of jail space." Dann: "I lost a dollar, you know." Hier hat er Sayid schon sehr gut eingeschätzt, da er meist zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden kann. Genial, wie ausgerechnet zwischen den beiden dann die Rede auf Freundschaft kommt und Ben sagt: "I know it’s no use having friends you can’t trust." Das ist dem jungen Ben ausgerechnet mit Sayid passiert, als er ihm vertraut hat und dann angeschossen wurde. Sowieso ist die weitere Sayid-Ben-Sache hier einmalig, aber dazu im Flashforward.
Jedenfalls kommt dann Locke und verhandelt mit ihm. Wieder mal ein genialer Ben-Spruch, als Locke Sayid Eistee anbietet: "I’m thirsty." Der Blick von Locke darauf ist einmalig. Er schafft es schließlich Locke davon zu überzeugen ihm Charlotte zu geben, damit er in die Hubschrauber kann, um genau nachzusehen, was Sache ist. Als Locke dann das mit Bens Frachterspion anführt kommt es zu jenem Satz, der zeigt wie mächtig sich Sayid verändern wird: "Forgive me, but the day I start trusting him is the day I would have sold my soul." Genauso wird es sein.
Sayid bringt schließlich Charlotte mit und auch wenn Frank merkt, dass er hereingelegt worden ist, so ist er dennoch froh, dass Miles erstmal weg ist. So hat er sein Ticket für den Hubschrauber und Desmond. Es ist unglaublich, aber das ist bis Staffel 6 die letzte Folge in der Desmond auf der Insel ist. Für ihn heißt es nun Abschied nehmen. Im übrigen ist er auch einer der Charaktere dem ich seinen Frieden gönne und nicht wieder auf der Insel haben möchte. Naomi kommt auch mit und somit ist alles bereit dafür endlich einmal den Frachter zu sehen.

DIE ZEIT

Hier gibt es erste deutliche Anzeichen für Zeitanomalien. Daniel experimentiert zusammen mit Regina herum, um zu sehen welche zeitlichen Unterschiede es gibt zwischen Insel und Frachter. Wir erleben dabei eine Abweichung von 31 Minuten. Offenbar wurde die Kapsel nicht ganz auf dem Kurs 305 zur Insel geschickt, sondern etwas daneben, sodass dieser Unterschied auftrat. Dies ändert sich offenbar extrem desto weiter der Kurs abweicht. Diese Anomalie trifft aber nur auf Masseobjekte zu, denn sonst könnte kein normaler Funkkontakt entstehen. Elektromagnetische Wellen werden also nicht gestört. Ich fand es übrigens genial, wie verwirrt Daniel an dieses Experiment herangeht und Franks Beschreibung über ihn war auch passend: "Half the stuff he says goes way over my head, the other half goes way, way over." Frank gefällt mir allgemein mit seinen Sprüchen in dieser Folge.
Desweiteren werden schon Andeutungen gemacht darauf, dass der Kurs genauestens einzuhalten ist, sonst könnte es zu Nebenwirkungen kommen. Genau das wird mit Desmond schließlich passieren.

SAYIDS FLASHFORWARD

Passend zum Tag des Mauerfalls sehe ich mir also die Episode an, die als einzige in ganz Lost in Deutschland spielt und auch noch in einem Restaurant, dass "Die Mauer" heißt beginnt. Das die Amis es nicht mit Deutsch haben dürften nach dieser Folge wohl jedem aufgefallen sein, Naveen Andrews und Thekla Reuthen sprechen so ein grauenhaftes Deutsch, dass die Untertitel sogar noch für uns Deutsche hilfreich sind. Und die berühmte Speisekarte hätte wohl selbst ein Analphabet besser geschrieben, da ist wirklich in jedem Wort ein Fehler, unfassbar.
Sayids Flashforward war von allen der interessanteste. Schon allein der Anfang ist genial, als er alleine auf den Golfplatz spielt und dann jener Mr. Avellino hinzukommt. Was war ich überrascht, als Sayid den plötzlich erschießt und habe mich gefragt, was nun kommt. Sayid als Auftragsmörder und dann in bester James-Bond-Manier. Schon herrlich wie facettenreich Lost doch ist. Jener Mr. Avellino ist dann auch der Vorwand von Ilana, um Sayid noch Guam zu überführen, ich glaube bis heute nicht, dass das der Grund ist, sondern Ilana nur das als Vorwand benutzt hat.
Später dann trifft er Elsa (welche Frau in diesem Alter heißt bitteschön noch so, typischer Ami-Klischeename) und geht mit ihr aus. Wir sehen gleich darauf, als Sayid eine Berliner Straße mit fürchterlich falschen Schildern und Markierungen entlanggeht, dass das so geplant war und er tatsächlich für jemanden arbeitet. Elsa fragt ihn dann immer wieder über seine Arbeit aus, ohne zu merken, dass er nur da ist, um an ihren Boss zu kommen. Genialerweise hat sie damit sogar Recht: "I was hoping it was because of me." Im übrigen schon krass, dass Sayid wieder mit einer Blonden rummacht, die eine Fremdsprache spricht. Genau wie Shannon wird aber auch diese erschossen und Sayid hat sich wiedermal in sie verliebt. Bei dem Ökonom glaube ich übrigens nicht, dass er Widmore ist, denn der würde sicherlich sofort wissen, dass Sayid möglicherweise für Ben arbeitet. Seine Identität bleibt im Unklaren, genauso ob Sayid ihn umgebracht hat, da Elsa ihn rät aus dem Hotel zu verschwinden, dürfte Sayid ihn eigentlich gar nicht verhindern. Da er aber zu seinem Boss zurückgeht, hat er diesen Auftrag womöglich erledigt.
Genau dieser Boss ist einer der krassesten Wendungen von ganz Lost. Er wird also seine Seele verkaufen, an dem Tag an dem er Ben vertraut. Nun in der Zukunft ist es so weit, er arbeitet und tötet für ihn im Glauben, dass er dadurch seine Leute schützt. Es gibt auch schon Andeutungen darauf, dass es durch Nadias Tod geschehen ist. Geschickt nutzt er das aus und macht aus Sayid ironischerweise den Menschen, der von sich selbst glaubt töten sei seine Bestimmung. Doch nur dadurch versucht ein Sayid, der in die Vergangenheit auf die Insel reist, Ben zu töten. Ein ganz verrückter Twist, Sayid bewirkt durch diesen Schuss erst, dass Ben jene manipulative Figur wird, die niemanden traut und es immer wieder schafft ihre Ziele zu erreichen. Das alles aber hätte er nie getan, wenn nicht selbige Person ihn so sehr beeinflußt hat, sodass er es als Verzweiflungstat ansieht ein Kind zu erschießen. Auch wenn mir Klein Bens angeblichen Tod überhaupt nicht gefällt, so sind die Twists in Sachen Charakterentwicklung einfach nur genial. Keiner konnte zu dem werden, ohne den anderen zu beeinflußen.

ANDERE CHARAKTERE

Zum ersten Mal erleben wir Diktator-Locke, als der er aber völlig versagt. "I’m making the decisions." So ziemlich jede davon geht schief und wir merken schon sofort, dass Locke nicht weiter weiß. Die Hütte ist verschwunden und seine Leute wollen wissen, wie es weitergeht. Da er überhaupt keine Ahnung vom Anführen hat trifft er eigenmächtig falsche Entscheidungen, die erste in diese hässlichen Baracken zu ziehen. Nur zu Erinnerung genau deswegen hat er Ben noch kritisiert, weil dieser mit seinen Leuten dort gewohnt hat, nun entscheidet er sich selbst für diesen Ort und scheitert. Ben bringt es wieder mal auf dem Punkt: "John’s looking for somebody to tell him what to do next." Bereits nächste Folge ist er schon so verzweifelt, sodass er sich wieder an Ben wendet, der nur auf diesen Augenblick gelauert hat. Die nächste falsche Entscheidung ist es Charlotte mit zu den Baracken zu nehmen und erst dort einzutauschen. Dadurch erfahren erst die Söldner, wo sich Ben befindet und haben sofort das richtige Ziel im Auge.
Leider wird hier schon die unfassbar schlechte nächste Folge angedeutet, als sich die beach bitch mit Sawyer unterhält. Der bringt es auf den Punkt, dass Kate außerhalb der Inseln nur Handschellen erwarten. Wenn es doch nur so gewesen wäre. Schön fand ich aber, dass er seinen Standpunkt auf der Insel zu bleiben, verteidigt.
Zum Abschluss sage ich noch was zu Bens Identität Dean Moriarty. Bekanntermaßen ist dieser der große Feind von Sherlock Holmes und die beiden bekämpfen sich ewig lang und sterben beide am Ende. Mich jedenfalls würde es am zweitmeisten freuen, wenn Ben auch erst so in der letzten Folge stirbt, am meisten würde ich mich freuen, wenn Ben die Serie überlebt. Für mich persönlich wäre dies das beste Lost-Ende was ich mir im Moment vorstellen kann, aber ich glaube kaum, dass es kommt. Jedenfalls sehen wir hier, dass Ben außerhalb der Insel durchaus gute Kontakte hat.

BODYCOUNT

Sayid in bester Killermanier, Mr. Avellino, Elsa und womöglich noch den Ökonom. Und ich habe überhaupt keine Ahnung wieviel Leute er wohl insgesamt für Ben umgebracht hat.

Summe: ca. 420 (429)

FAZIT:
WTF!! Eine schnell vorankommende Inselhandlung gepaart mit einem widersprüchlichen Zukunfts-Sayid. Noch dazu ein Ben, der langsam wieder mehr an Macht gewinnt und selbst einen seiner größten Feinde zu einem seiner Arbeiter macht. In drei Folgen von Staffel 4 kann Lost absolut überzeugen, noch dazu nehmen die Science Fiction Elemente zu. Leider wird ausgerechnet die langweiligste und schlechteste Szene dieser Folge der Inhalt der nächsten sein.

Sonntag, 8. November 2009

4/02 Confirmed Dead (Erik)

Mit dieser Folge geht Staffel 4 eigentlich erst richtig los und wie. Ohne lange zu Zögern wird sofort das Wissenschaftlerteam des Frachters eingeführt und noch dazu bekommen wir nun nach und nach Antworten, was es denn nun mit diesem falschen Oceanic-Wrack zutun hat. Das beste aber Ben is back.

FAKE-WRACK

Meine Meinung, diese Anfangsszene, als zwei Tauchkapseln das Fakewrack von Oceanic 815 finden hätte genauso gut als Seasonopener gepasst. So aber bleibt es trotzdem eine der besten Opener einer Folge. Wir erfahren nun endlich, was es damit auf sich hat, dass Oceanic 815 gefunden worden ist und alle Insassen tot sind. Es ist eine große Lüge und ich finde es interessant, dass die 2.Folge der 5.Staffel The Lie heißt und sich auf eine weitere Lüge mit diesem Wrack bezieht, die in Folge 2 von Staffel 4 erstmals eingeführt wird. Um aller Symbolik gerecht zu werden findet ausgerechnet eine "Christiane" das Wrack, wodurch wir einen leichten Bezug zu unserem Christian haben. Leider tritt hier die erste Riesenunlogik auf in Bezug auf diese Lügengeschichte, das Fakewrack wurde mehrere tausend Meilen entfernt versenkt von der eigentlichen Flugroute. Normalerweise hätte jeder merken müssen, dass irgendwas faul an der Sache ist. Sicher der Sundagraben war wegen der Unmöglichkeit zu bergen ein geeignetes Ziel, aber es hätte doch wohl auch Gräben mitten im Pazifik gegeben.
In allen Flashbacks der Freighters taucht in irgendeiner Weise diese Geschichte auf. Daniel heult, als er es im Fernsehen sieht, Miles hört davon im Radio und Charlotte liest es in einer tunesischen Zeitung. Der einzige, der sich intensiver damit befasst ist Frank, der konnte wohl zunächst sein Glück kaum fassen, dass er nicht auf jenem Flug dabei war, den er eigentlich fliegen sollte. Doch er hat gerade dadurch genug Insiderinformationen, um das ganze als Lüge zu entlarven. Der fehlende Ring von Seth Norris ist der erste Beweis, dass keine Fegefeuertheorie existieren kann, endgültig wird es erst, als Abbadon Naomi klarmacht, dass es keine Überlebenden von Oceanic 815 zu geben hat.

DAS FRACHTERTEAM

Ich fand die Einleitung dieser vier, durchweg gut gewählten Charakteren schon immer genial. Anstatt sie einfach so agieren zu lassen, bekommt jeder erst einmal einen Flashback, der uns die eigentlichen Aufgaben dieser Figuren näher vorstellt, sodass sich der Zuschauer sofort an sie gewöhnt.
Daniel ist Physiker und sichtlich verwirrt. Das merkt man eigentlich deutlich an fast jedem Gespräch, dass er führt. Er schwafelt ziemlich viel, unzusammenhängend, um zu verbergen, dass er eigentlich vollkommen verwirrt ist. Ausgelöst natürlich durch jenes Experiment, welches schon in seinem ersten Flashback angedeutet wird. Die Frau, die wir da sehen ist nicht seine Ehefrau, sondern seine Pflegerin und er heult offenbar wegen Oceanic 815 nicht nur weil es so traurig ist, sondern das dies der Auslöser ist, warum er und Charlotte zur Insel müssen. Vielleicht ist sein Verstand genau wie bei Desmond immer wieder hin und hergewandert, auch zu Charlottes Tod, er konnte nur damit nichts anfangen, da er es gleich wieder vergessen hat, aber sein Verstand konnte eine Verbindung zu dem Flugzeugabsturz herstellen, sodass er da nicht nur weil es so traurig war schließlich geheult hat. Er weiß aber nicht warum, da diese Erinnerung wieder verschwunden ist. Er ist auch der erste, der schließlich auf der Insel auf die Losties trifft und wir merken hier schon seine gutmütigen Absichten, verspricht er ihnen doch Rettung und ist sofort freundlich zu ihnen. Das deckt sich aber nicht mit den Interessen der anderen Freighters, Minkowski zum Beispiel macht ihm nochmal deutlich, dass Naomi wegen ihnen den Code verwendet hat. Im übrigen hören wir den hier ein letztes Mal am Telefon, danach macht er sich wohl auf, um mit Brandon zur Insel zu kommen, offenbar um in die Situation einzugreifen. Ein schwerer Fehler. Zum Ende der Folge hören wir dann das erste Mal Minkowskis Ersatz Regina, die berichtet, dass Minkowski nicht zu sprechen ist. Entweder ist er noch draußen oder bereits verwirrt zurückgekommen.
Auch Miles macht ihm das nochmal deutlich, doch da dieser ab hier die Führung übernimmt hat Daniel erst einmal nichts zu sagen. Dennoch zeigt er sich sehr vertrauensselig, was auch Kate merkt und versucht, dass er seine Waffe weggibt. Wir erfahren auch ein weiteres Phänomen der Insel, die seltsame Lichtbrechung. Ich schätze mal das hat etwas mit der zeitlichen Schutzkuppel zu tun und der Tatsache, dass bei jedem Flash ein so helles Licht entsteht. Das Widmore Daniel auf der Insel haben will, um mit bei der Festnahme von Ben zu helfen hat persönliche Gründe und leider auch zeitliniennotwendige.
Miles ist ganz anders als Daniel, der wirkt sofort feindselig, aufgrund der Nachricht von Naomi, auch als er feststellt, dass Jack und Kate nicht gelogen haben. So wird er schließlich entmachtet und zeigt sich danach von seiner herrlich zynischen Seite, die mir so an ihm gefällt. Als Daniel seinen Namen nennt, möchte er bloß nicht, dass er auch noch seinen Nachnamen sagt und droht ihm sogar alle Finger zu brechen, als er mehr von sich erzählt. Er möchte noch so wenig wie möglich preisgeben, damit der Auftrag nicht scheitert, bekanntermaßen ist er sehr auf Geld aus. Seine beste Aktion war aber die gespielte Überraschung, als Sayid fragt, warum sie nicht erstaunt sie lebend zu sehen. Er weiß natürlich längst, dass das alles ein Fake ist. In seinem Flashback erfahren wir einen sehr interessanten Aspekt, er ist Geisterjäger. Was mich nun verwundert hat, er behauptete mal, dass er nur durch Leichen mit den Geistern Kontakt aufnehmen kann. Im Zimmer des Jungen ist keine Leiche mehr, also entweder hat er gelogen oder wir haben mal wieder mal ein Plothole. Könnter aber auch dadurch zu erklären sein, dass der Geist der Jungen noch immer dort war und nur auf den kommt es an. Wir erfahren Tote sind nur Fleisch. Ich schätze diese Fähigkeit bekam er durch Samuel, denn der hat bekanntermaßen mit den Toten zutun. Seinen Zweck bei dieser Mission erfahren wir erst später, er sollte durch die Toten auf der Insel helfen Bens Aufenthaltsort zu lokalisieren. Als er hört, dass Juliet eine Other ist flippt er wohl deswegen so aus, weil er die Chance sieht den Auftrag schnell und sauber zu beenden.
Charlotte landet als einzige der vier bei Lockes Gruppe. Interessant fand ich es, wie sehr sie sich in dem Teich freut. Endlich ist sie nach all den Jahren wieder auf der Insel und das nur um zu sterben. Arme Charlotte. Ihre Vergangenheit ist am interessantesten. Verrückte, skurille, oftmals total lächerliche Theorien aufzustellen ist ein Hobby der Lost-Fans. Nun für mich ist das verrückteste und skurillste was bisher in der ganzen Show aufgetreten ist, dass ein Eisbär auf einer tropischen Insel durch das Drehen an einem gefrorenen Rad in die Wüste Tunesiens teleportiert wird. Man sieht richtig schön wie Charlottes Augen strahlen, als sie nach all der Zeit endlich mal wieder etwas von Dharma findet, bei denen sie acht Jahre gelebt hat. Nur sie ist bei ihrer Suche räumlich so weit weg von der Insel, wie es nur erdenmöglich ist. Im übrigen glaube ich, dass durch diesen Eisbär auch Widmore weiß, wo der Ausgang ist, wenn man das Frozen Donkey Wheel dreht. Es könnte sein, dass Charlotte deshalb einen Deal mit ihm gemacht hat, dass sie mit auf dem Frachter zur Insel kommt.
Franks Rolle wird sofort superinterressant werden, denn er ist mehr als ein trinkender Pilot sein. Er war dazu bestimmt Oceanic 815 zu fliegen, durch wen auch immer das verhindert wurde, es könnte Jacob sein, denn nicht umsonst tötet Smokey sofort Seth Norris. Jedenfalls ist er der einzige, der davon überzeugt ist, dass Oceanic 815 nicht im Sundagraben liegt und ehe diese Nachricht an die Öffentlichkeit gerät, hat sich wohl Widmore kurzerhand gedacht Frank als guten Piloten zu rekrutieren, damit er keinen Ärger macht. Das er tatsächlich ein Toppilot ist merken wir, als er den Helikopter trotz dieses Sturms heil zur Insel runterbringt.

BEN

Wie genial und wichtig dieser Charakter ist wurde erst in dieser Folge richtig deutlich. Ich dachte schon am Ende von Staffel 3 da war es um ihn geschehen, nun stellt sich heraus, dass ein ganzer Frachter nur wegen ihm geschickt worden ist. Ben rules.
Wieder einmal wird deutlich, dass er selbst gefesselt und zusammengeschlagen noch immer weiß, wie er die Leute manipuliert. Sofort merkt er, dass Locke wieder ratlos ist und Hurley die Hütte gefunden hat. Wie Locke seine Schusswunde überlebt ist übrigens eine der größten Ironien überhaupt, erst durch seinen Vater die Niere gestohlen, rettet sie ihm nun doch das Leben. Damit wird angedeutet, dass sein Vater ihn einmal doch etwas Gutes getan hat. Taller Walt könnte ein Hinweis auf einen zeitreisenden Walt sein, allerdings stelle ich mir das nach dem bisherigen Verlauf ziemlich unwahrscheinlich vor und bleibe bei meiner Jacob-Theorie. Im übrigen wird der aber nicht gesagt haben, dass er zur Hütte gehen soll. Locke weiß einfach nur nicht, wie es weitergeht.
Zurück zu Ben, der versucht verzweifelt zur einzigen Person durchzudringen, die ihm etwas bedeutet, Alex. Es klappt nicht. Genial, aber wie er auf Karl reagiert: "Karl! Now if you're gonna sleep with my daughter, I insist you call me Ben." Sawyer hat es dann zwar erkannt, aber fällt genauso auf seine Manipulationen rein, Ben hat natürlich seine Schwachstelle erkannt, Kate. Hier wird wieder deutlich welchen Einfluss doch die beach bitch auf die beiden Männer Jack und Sawyer hat. Jedenfalls schlägt Sawyer ihn zusammen und fragt, warum sie ihn nicht töten. Hier wird wieder deutlich, wie vertrauensselig Locke doch ist und Ben unterschätzt. "We're keeping him alive because he's been on this Island a lot longer than any of us. Because he has information we need. And because apart from his mouth, he's completely harmless." Locke will Ben nur am Leben erhalten, weil er nicht weiß wie es weitergeht und ihn befragen muss. Ich glaube auch Ben ist durch seine Manipulationen gefährlicher als alle in Lockes Gruppe zusammen.
Das merken wir dann, als er Charlotte erschießen will. Natürlich wird die Situation etwas schlechter für ihn, wenn eine der Personen ihn findet, die nur wegen ihm zur Insel gekommen sind. Er hat Glück, dass er noch bei Locke ist, der den Frachterleuten grundsätzlich feindlich eingestellt ist. Sein Versuch schlägt aber fehl wegen ihrer Weste und seine Exekution steht an. Locke erkennt nun genau wie Sawyer, dass Ben womöglich doch zu gefährlich ist. Und wieder einmal scheitert Ben damit mit einer geklauten Waffe jemanden zu erschießen, beim dritten Mal klappt es dann aber endlich. Wie genial er doch selbst noch in so einer Situation pokern kann finde ich wieder klasse. Er verrät mit Absicht nichts über Smokey und rückt nach und nach mit Informationen über Charlotte heraus. Eine Bitte wir alle wissen doch, dass Ben nicht 1979 sagt, sondern 1970, als er ihr Geburtsdatum angibt. Dadurch, dass er alles über sie und ihr Team weiß rettet er sich vorerst. "Your instinct was right, John, these people are a threat, and if you shoot me you'll never know how great a threat they were." Durch diesen Satz hat er natürlich gewonnen, ist Lockes Neugier doch so groß, dass er Ben nun auf jeden Fall am Leben hält. Doch er hat noch einen letzten Joker der ihn am Leben hält, neben der Information, dass sie wegen ihm hier sind, ist es noch sein Mann auf dem Frachter. Es sollen sich bitte alle die melden, die nicht sofort auf Michael gekommen sind.

BODYCOUNT

Ich zähle mal den toten Jungen in Miles Flashback mit hinzu. Ansonsten ist es schon erstaunlich, dass niemand in einer Folge mit dead im Titel stirbt.

Summe: ca. 417 (426)

FAZIT:
Grandios, interessanter kann eine neue Staffel gar nicht beginnen. Die neuen Charaktere werden uns sofort sehr gut vorgestellt und perfekt in die Inselhandlung integriert. Wir erhalten Antworten auf das Fake-Wrack und erfahren die wahre Absicht der Frachterleute. Noch dazu steht Ben urplötzlich mehr im Mittelpunkt als je zuvor und das ist das beste an dieser Folge überhaupt.

Freitag, 6. November 2009

4/01 The Beginning of the End (Erik)

Verkürzte Staffel, ein extremes Abdriften in das Science-Fiction Genre und ein Wahnsinnstempo, das ist der Anfang vom Ende von Lost. Besser hätte der Titel dieser Openerfolge gar nicht benannt werden können. Zu Unrecht wird diese Folge niedergemacht ist sie doch eher eine Art Brücke zwischen Old und New Lost.

DIE TRENNUNG

Als die Staffeln noch länger waren hat man zwei bis drei Folgen erstmal dafür verwendet, die am Ende eines Finales aufgesplitteten Handlungsstränge aufzuklären. Dies wirkte stellenweise ziemlich gekünstelt in die Länge gezogen, gerade zu Beginn von Staffel 3. Nun ich habe mir oft überlegt, dass wenn Staffel 4 die Länge der anderen Staffeln gehabt hätte, hätten wir wohl in der ersten Folge eine Jack Centric gesehen, in der alles passiert, außer das die Story vorangetrieben wird. Zweite Folge wäre wohl irgendeinem der Charaktere am Strand geschenkt worden und die dritte Folge dann wie Desmond aus der Station kommt. Irgendwann gegen Folge 10 hätten sich dann alle Gruppen vereint.
Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Wir sehen einen Hurley, der sofort mit Jack Kontakt aufnimmt und die (noch) freudige Nachricht aufnimmt, dass sie den Frachter angerufen haben. Der Blick dabei auf Ben soll diesem wohl nochmal verdeutlichen, dass er versagt hat. Hurley jedenfalls gibt die freudige Kunde weiter. Auffällig Juliet begräbt ihre Gefallenen Others-Kameraden, Sawyer steht daneben und trinkt Bier.
Währenddessen besprechen Kate und Jack das Locke-Problem. Wieder einmal sehen wir den Wandel von Jack und er sagt eiskalt: "He comes back I'm gonna kill him." Ich hätte nie gedacht, dass er tatsächlich dann vor allen seinen Leuten den Abzug drückt. Jack hat mich mächtig beeindruckt. Schon hier tritt das erste Ärgernis mit Naomi auf. Jeder lässt die einfach mit dem Messer im Rücken liegen und vergammeln, Jack prüft noch nicht einmal nach, ob sie lebt.
Ben mittlerweile ist nun wieder besorgt um seine Tochter und redet Rousseau ein Alex mit aller Macht wegzuschaffen. Zu Recht, denn die Frachterleute sind wegen ihm da und versuchen mittels vertrauten Personen an ihn heranzukommen. Hier sieht er wohl den einzigen Fehler ein, den er gemacht hat, als er zu den Losties gegangen ist, Alex mitzunehmen. Rousseau ignoriert das konsequent und schlägt ihn stattdessen, als er wieder Tochter sagt. Eine falsche Entscheidung.
Am Strand ist Hurley noch immer fröhlich und es kommt zu jener legendären cannonball-Szene, die eine der schönsten ist. Danach wandelt sich aber alles, als Desmond zurückkommt und Charlies letzte Nachricht übermittelt. Schon hier merken wir, dass sich außer Hurley niemand einen Dreck um Charlie schert, anstatt die Nachricht vom Tod einer ihrer Kameraden zu übermitteln, drängt Desmond sofort darauf Jack zu benachrichtigen. Erst als Hurley laut schreiend danach fragt, sagt es Desmond allen. Wenigstens sind alle sichtlich betroffen davon.
Bald darauf bricht aber wieder ein Streit aus was zu tun ist, Hurley reißt einfach mal die Kontrolle an sich und zieht los. Hier sind erste Züge zu erkennen, dass Hurley tatsächlich etwas auf eigene Faust beschließen kann und auch Leute dafür mitreißt. Vielleicht wird das noch in Staffel 6 sehr wichtig sein. Bewaffnet ziehen sie also los gegen ihre eigenen Leute, das birgt schon wieder Konfliktpotential. Sawyers Satz fand ich passend: "And here I was thinking I was gonna get a good night's sleep."
Dann beginnt das Naomi-Dilemma beim Funkturm erst richtig. Außer Ben sieht also niemand, dass sie sich unbemerkt davon schleicht und schwer verletzt zwei Spuren legen kann. Sehr schlecht geschrieben das Ganze. Genial aber wie dadurch Ben wieder halbwegs die Kontrolle an sich reißen kann und etwas Wichtiges weiß, dass er aber niemanden verrät. Dies nutzt er auch aus, als Kate bei der Umarmung Jacks Satellitentelefon nimmt, um der richtigen Spur zu folgen. Danielle und Jack folgen zusammen mit Ben der anderen und merken, dass sie hereingelegt worden sind. Genial fand ich wie Ben sagt, dass er den Frachter anrufen und sagen soll: "Better call the boat. Tell em she's getting a real big bundle of firewood." Selbst zusammengeschlagen, angebunden schafft er es noch coole Sprüche rauszuhauen und die Losties gegeneinander auszuspielen. Jacks Gesicht war zu genial, als er wieder mal merkt, dass ihn Ben hereingelegt hat.
Kate findet derweil Naomi, die offenbar solange schwerverletzt in dem Baum gewartet hat, bis tatsächlich jemand vorbeikommt. Warum ich diese ganze Sache konstruiert fand?
1. War der ganze Sinn des Staffel 3 Finales diesen Anruf zu tätigen, damit die Frachterleute herkommen können, auf einmal ist die Position wieder weg und Naomi muss es richten.
2. Ich fand es sehr unlogisch, dass Naomi schwer verletzt die Zeit hat zwei Fährten zu legen.
3. Wenn ich der Meinung bin, dass mich jemand getötet hat, dem ich versucht habe zu helfen und ich die Chance haben dem die Kehle durchzuschneiden, dann mache ich das normalerweise. Was hindert Naomi daran Kate die Kehle durchzuschneiden und einfach das Telefon zu nehmen? Nichts.
Die Sache bekommt wenigstens durch den Code "tell my sister I love her" einen Sinn und Naomi hat hiermit ihren Auftrag auch erfüllt, dem Wissenschaftler-Team den Weg zur Insel freizumachen.
Was wieder an Konstruiertheit nicht zu überbieten war, dass sich die Strandleute zum Cockpit begeben und die anderen zufällig auch dahingehen. Genau drei Leute waren dort und niemand sonst, da sie diese Stelle wegen dem Piloten gemieden haben. Schön fand ich es, dass während der Wanderung Sawyer immer freundlichere Züge bekommt und er sich um Hurleys Wohlbefinden sorgt. Der Beginn deren Freundschaft.
Locke taucht mir sehr überraschend auf, aber dazu sage ich etwas, wenn es um die Hütte geht. Wieder mal steht Locke allein seinen alten Mitabgestürzten gegenüber und muss sich rechtfertigen, ehe es aber so weit ist kommt der Rest. Die Wiedervereinigungsszene war vorallendingen bei Rose und Bernard toll, als Rose Rambo sagt. Als Hurley Claire von Charlies Tod berichtet war das aber schon sehr ergreifend. Schließlich tritt Jack hinzu und es kommt zum Höhepunkt der Jack-Locke Auseinandersetzungen. Jack will tatsächlich Locke eiskalt vor seinen Leuten erschießen, was für ein Glück, dass er vorher seine Patronen herausgeholt hat.
Ein Lachen konnte ich mir dann nicht unterdrücken, als sich Locke rechtfertigt mit: "All I did, all I have ever done, has been in the best interest of all of us." Was war denn mit Boone, der Swan, dem U-Boot? Locke sollte sich das wirklich nochmal genau überlegen. Jedenfalls kommt es dann zu der Trennung des Camps, die Locke selber vorschlägt, als er meint, dass er zum Schutz vor den Leuten zu den Baracken geht. Er wäre wohl allein gewesen, wenn sich nicht Hurley überraschend auf seine Seite gestellt hätte und durch Charlies Tod noch einige andere überzeugen kann. Die Aufteilung wirkt logisch, Claire kommt wegen Charlie mit, Danielle möchte nicht von der Insel, Alex und Karl möchten bei ihr bleiben, Ben will sowieso so weit wie möglich weg von den Frachterleuten sein und Sawyer gefällt es wohl langsam auf der Insel. "Jack with your permission, I'd like to go with John." Damit rettet Jack wohl gleichzeitig sein Leben, sowie er auch die Rettung extrem hinauszögert. Hätten sie Ben gleich übergeben können, so wäre der Auftrag schnell und problemlos zu Ende geführt wurden. Ich möchte mal nicht die fünf Redshirts unterschlagen, die mit Locke gehen. Sind wohl einfach nur angetan von ihm.
Der Regen symbolisiert dann die erste richtige Trennung der Losties, eine epische Szene.

DIE HÜTTE

Als ob das Ding nicht schon mysteriös genug wäre, so steigert sich das hier noch. Auf einmal sitzt Christian Shephard darin, der noch einen Kollegen hat, dessen Hauptaufgabe es wohl ist dicke Wanderer zu vertreiben. Ich denke einmal hier haben wir tatsächlich Samuel gesehen in Christian Verkleidung, der nun darauf wartet, dass Locke zu ihm kommt, damit er ihm den Auftrag mit dem Bewegen der Insel geben kann. Unter dem Augen-Mann kann ich mir noch nicht viel vorstellen, vielleicht ein Gehilfe von Samuel, vielleicht ist er sogar der Big Boss der Insel. Hoffentlich kriegen wir dazu in Staffel 6 noch etwas Aufklärung. Im übrigen war es wohl nie geplant, dass Hurley die Hütte findet, denn der Augen-Mann wirkte eher so, als ob Hurley sie bei irgendetwas unterbrochen hatte. Wohl wieder ein Beweis, dass Hurley tatsächlich die Variable ist, die noch so einiges verändern kann.
Das nächste Seltsame ist, dass sich die Hütte frei über die Insel bewegt, das merken wir, als Hurley vor ihr davon läuft und plötzlich wieder vor ihr steht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es damit zusammenhängt, dass die Insel sowieso willkürlich durch den Raum wandert und die Hütte nicht die gleiche Geschwindigkeit dabei hat, offenbar verursacht durch die Inseloberen, sodass die Hütte immer mal wieder ihren Standort ändert. Klingt zwar nicht sehr einleuchtend, aber wer mir das logischer erklären kann, wie so eine Hütte ständig ihren Standort wechselt bitte her damit.
Im übrigen, dass kurz darauf Locke erscheint sehe ich als Zeichen, dass dieser nach der Hütte gesucht hat, um zu wissen, wie es nun weitergeht. Wieder einmal sehen wir also, dass Locke so gut wie nichts von selbst machen kann und immer den Rat irgendeines anderen braucht.

HURLEYS FLASHFORWARD

Hat das irgendwas zu bedeuten, dass der erste Flashforward von New Lost ausgerechnet Hurley gewidmet ist? Gut Jack hatte schon, aber ich fand es nicht schlecht, dass Hurley endlich mal in der ersten Folge dran ist. Den Opener mit den Papayas fanden viele nicht so gut, man hatte versucht den Eindruck zu erwecken wir seien noch auf der Insel. Im Gegensatz aber zu den anderen Openern, in der minutenlang der Eindruck erweckt werden konnte, wir wären wo völlig anders, dauert das hier nur zehn Sekunden, viel zu kurz, um wirklich zu überraschen.
Grundsätzlich sehen wir in den Flashforwards meist das gegensätzliche Verhalten der Charaktere, wie auf der Insel. Der nette, liebenswerte Hurley befindet sich auf der Flucht vor der Polizei, wird dann aber in seinem neu hergerichteten Camaro geschnappt. Übrigens sehen wir da Randy, wie er die ganze Szene filmt. Ein Satz prägt nun diese ganze Staffel: "I'm one of the Oceanic six!!!" Ist schon krass, dass wir nach einer Folge bereits schon die Hälfte kennen, da rein von der Logik Jack und Kate auch dazugehören müssen.
Dann wird Hurley ausgerechnet von Ana-Lucias alten Polizistenkollegen verhört, der ihn sogar auf sie anspricht. Durch die Lügen kann Hurley keine genaue Auskunft geben, im übrigen gab es glaube ich gar keine gemeinsame Szene zwischen den beiden, eben erst in The Lie. Als wir sehen, dass Hurley nur ausgeflippt ist relativiert sich die Polizeisache wieder und als er nach einer sehr realen Vision von Charlie, der mit dem Hinweis "They need you" gegen den Zauberspiegel schwimmt, dreht er endgültig durch und ist froh, dass er wieder in die Santa Rose Klinik kann. So fand bei Hurley letztendlich doch keine gravierende Änderung statt wie bei den anderen, er ist wieder da, wo er angefangen hat.
Dort hat er nicht nur Lenny-Ersatz gefunden, sondern wird auch noch von dem finsteren "Bruce Darnell"-Verschnitt Matthew Abbadon besucht. Dieser möchte ihm anbieten in eine andere Klinik zu gehen mit Meeresblick und angeblich wäre er ein Vertreter von Oceanic. Da er in Wirklichkeit für Widmore arbeitet und ich denke, dass dieser wiederum mit Samuel unter eine Decke steckt, war das wohl nur ein Versuch Hurley wieder aus dem Spiel zu nehmen. "Are they still alive?" war dann der erste Hinweis, dass es durchaus noch Überlebende auf der Insel gibt. Zu diesem Zeitpunkt sind das ganze fünf Stück, noch dazu in einer völlig anderen Zeit. Hurley lässt sich aber nicht einschüchtern und dreht wie Lenny damals durch und Abbadon verschwindet. Das Schachbrett stand nicht umsonst, zeigt es doch nur, dass auch Abbadon eine entscheidende Figur dabei ist.
Als Nächstes besucht ihn Charlie, der auch der Grund ist warum Hurley in diesem Laden so ausgerastet ist. Für mich eine Samuel-Erscheinung, als Hint sehe ich dabei die schwarze Lederjacke an, die Charlie trägt. Offenbar verfügt Samuel über die Gabe sich manchmal nur teilweise Personen zu zeigen, sodass in diesem Laden nur Hurley ihn sehen konnte, jetzt aber auch ein anderer Irrer. Das Ziel von diesem Charlie-Samuel ist wohl Hurley noch weiter verrückt zu machen und nicht, wie wir durch das "They need you" annehmen können zur Insel zurückkehren. Tatsächlich wird Hurley derjenige sein, der am schwersten von der Rückkehr zu überzeugen ist. Ich glaube nicht, dass sich Charlie tatsächlich durch das bis Fünfzählen hat vertreiben lassen, er ist einfach nur verschwunden, da es keinen Sinn mehr macht sich mit Hurley zu unterhalten.
Im letzten Flashforward kriegen wir auch einige Hints auf Jacks Werdegang, er will einen Bart tragen und wird wieder Arzt. Genauso sehen wir, dass er beim Basketball ein ziemlicher Versager ist. Etwas unpassend für den Verlauf wirkte es schon, dass sich Hurley nun dafür entschuldigt mit Locke gegangen zu sein, deutet wohl nur darauf hin, dass auf diese Gruppe noch gewaltige Probleme zukommen. Hurley erkennt auch als Erster, dass es wohl ein Fehler war zu gehen, doch Jack wehrt sofort ab. Hier kommt es zur gleichen Unterhaltung wie in dieser Mobisode, als Jack gegen Ben Schach spielt. "Never say never."

BODYCOUNT

Naomi hätte schon längst tot sein müssen, nun ist es soweit.

Summe: ca. 416 (425)

FAZIT:
Zu Unrecht wird diese Folge verdammt von den Fans. Alle drei Handlungsstränge werden sofort zusammengeführt und es findet eine Trennung der Losties statt. Sehr verwirrend ist sowohl Hurleys Flashforward, als auch sein plötzliches Finden der Hütte. Leider wirkt die Sache mit der nichttoten Naomi genauso arg konstruiert wie der Treffpunkt Cockpit. Die Folge wirkt eher wie eine Überbrückung zwischen Staffel 3 und 4, denn erst mit dem Ende, als Daniel auftaucht, geht es richtig los.