Samstag, 17. Oktober 2009

3/08 Flashes Before Your Eyes (Erik)

"Flashes Before Your Eyes", damit war definitiv der Zuschauer, der diese Folge gesehen hat, gemeint. Lost beschreitet einen völlig neuen Weg und wirft eines der komplexesten und schwierigsten zu verstehenden Themen in die Serie: Zeitreisen. Schon physische sind schwer zu verstehen, die psychischen von Desmond fast unmöglich. Ein Recap über diese Folge fällt schwer, ich versuche aber mein Bestes.

CLAIRES RETTUNG

Die Folge, die größtenteils off Island spielt, beginnt jedoch dort. Desmond soll Hurley und Charlie, die gerade Sawyers Versteck durchwühlen, von Ekos Tod berichten. "The island killed him" ist wieder ein Hinweis auf Samuel und das dieser ein Teil der Insel ist. Jedenfalls sollen die beiden dafür sorgen, dass die Nachricht nicht für allzu große Panik im Camp sorgt. Ich wette aber, dass die meisten waren froh waren, dass dieser unheimliche Pseudopriester von ihnen gegangen ist. Auf einmal hat Desmond eine Eingebung, genau bei dem Wort "killed", was sich stark auf seine Flashes bezüglich Charlies Tod bezieht. Nun rennt er los und rettet Claire vor dem Ertrinken. Ich fand es übrigens seltsam, dass Claire mit all ihren Sachen schwimmen geht, aber gut solche Fantasien darf ich auch haben.
Seltsamerweise hält er Charlie von allem ab, was Claire retten könnte, trägt sie am Ende selbst wie ein Superheld zu ihrem Zelt. Eigentlich war Charlie schon gerettet, als Desmond Claire aus dem Wasser trägt. Offenbar steckt mehr dahinter und Charlie durfte absolut nichts mit Claire zu tun haben. "I'll tell you how he knew -- that guy sees the future, dude." Das kommt schon ungefähr hin, was Hurley sagt, doch es ist wesentlicher komplexer. Nun versuchen Charlie und Hurley mittels Mac Cutcheon Desmond abzufüllen, um die Wahrheit zu erfahren. Sie haben genau das richtige Getränk gewählt, erinnert es ihn doch an seine Demütigung durch Widmore und das ein Schluck mehr wert ist, als was er in einem Monat verdienen könnte. Hier trinkt er ihn leer, für mich ein deutlicher Beweis, dass er durch dieses Tastendrücken ein großer Mann geworden ist, genau wie Mac Cutcheon und es nun wert ist, eine ganze Flasche zu trinken. Nachdem ausgerechnet Superfeigling Charlie ihn "coward" nennt, kommt nun die große Auflösung was passierte, als er den Fail-Safe Key gedreht hat.

BACK IN THE 1990's

Das Leben flasht an Desmond zurück und bleibt an einem ganz bestimmten Moment stehen. Er erwacht aus einer Ohnmacht und ist zurück im Jahre 1996. Er ist noch mit Penny zusammen, doch etwas ist anders. Genial gemacht fand ich die Szene, als man zuerst dachte er wäre voller Blut, dann stellt es sich als rote Farbe mit dem passenden Name "future" heraus. Für Desmond ist alles anders, eben hat er noch einen Schlüssel gedreht, nun ist sein Bewusstsein wieder im Jahr 1996. Hier nun sehen wir die erste Zeitreise im Lost-Universum. Genau zu diesem bedeutenden Ereignis in seinem Leben, der Trennung von Penny, wacht er auf mit seinem Inselwissen. Zunächst aber fand ich die Szene unglaublich toll, wie er Penny umarmt, und sagt alles ist perfekt. Ein schöner Moment in dem er leider fälschlicherweise denkt, er bekäme eine zweite Chance. Dem wird aber nicht so sein.
Seine Inselvergangenheit blitzt nun immer wieder auf, es ist 1:08 Uhr, zum ersten Mal denkt auch ein Charakter in der Show und nicht nur die Lost-Fans sofort an die Zahlen. "But if for some reason he's too daft to see how brilliant you are it's not the end of the world." Sofort erinnert er sich an seine wichtige Aufgabe und als er noch das Piepsen der Mikrowelle hört, wird es noch seltsamer. Beim Aufwachen hat er gedacht er wäre auf der Insel, nun da er wieder bei Penny ist, denkt er ist 1996 und sie stehen kurz vor der Heirat. Die Wohnung wird bereits gestrichen und Desmond will eigentlich nur noch den letzten Schritt gehen, bei Pennys Vater um ihre Hand anzuhalten. Dies hat seine Inselerinnerungen zunächst verdrängt, doch diese kommen durch seltsame Bemerkungen wieder. Das sehen wir als Nächstes, als der Postbote ein Paket für "815" bringt. Desmond erinnert sich daran, wie er die Zahlen eingegeben hat. Dann folgt das Gespräch mit dem fiesen Charles Widmore.

"YOU WILL NEVER BE A GREAT MAN"

Charles Widmore wird hier zu eine der unsympathischsten Figuren von ganz Lost gemacht, er schafft das vorallendingen durch eine geniale schauspielerische Leistung von Alan Dale. Mit dem Wissen, dass wir jetzt haben, kann ich dieses Gespräch unter völlig anderen Augen sehen. Schon hier gibt es Hinweise auf Widmores Inselvergangenheit, der Eisbär und der Dharma-Spruch: "Namaste". Schon seltsam, dass ausgerechnet der Mann, der wohl den entscheidenden Befehl zur Vernichtung von Dharma gegeben hat, so ein Bild besitzt. Er weiß, denke ich, durch Miss Hawking, dass Desmond seine Tochter noch nicht heiraten kann, also fertigt er ihn ab. Kein Universitätsabschluss, Desmond versucht sich zwar zu rechtfertigen, da er auf seine Brüder aufpassen musste, weil sein Vater, ich denke gestorben ist, Widmore unterbricht ihn arrogant und herablassend. Auch eine militärische Laufbahn hat er nicht, schon schön, dass wir den jungen Widmore als Soldaten der Others mit geklauter US-Uniform sehen werden. Doch Desmond landet auch dort und versagt.
Schließlich sagt Desmond ihm, dass er wegen Penny hier ist und Widmore bringt diesen Vergleich mit Mac Cutcheon. Hier ist er es noch nicht wert einen Tropfen zu trinken, da er nicht würdig ist. Auf der Insel schluckt er das Zeug hinter wie nichts. Ein Beweis, dass aus dem 1996 "coward" Desmond ein "great man" Desmond geworden ist. Von beiden ist das unglaublich gut gespielt und man fühlt Mitleid für Desmond, dass er so offen heruntergemacht wird. Doch schließlich wird er es auch wert sein, Penny zu heiraten, nachdem er von der Insel geflohen ist.
Natürlich darf ich den kleinen Flash nicht vergessen, als Widmore auf das Segelboot zeigt und er sagt, dass er große Segeltouren veranstaltet, der Grund warum Desmond auf der Insel landet.

"IT STARTED TO RAIN"

Als Desmond Charlie trifft, hat er wieder eine Vision und bei dem Wort "help" erinnert er sich daran, wie Charlie ihn um Hilfe in der Station gefragt hat, als Eko schlimm verwundet war. Charlie erinnert sich jedenfalls nicht an diese Begegnung, was für viele zu der Annahme führte, dass beim ersten Mal Charlie Desmond gar nicht getroffen hatte. Doch das kann nicht sein, aber dazu komme ich später. Charlie verhält sich jedenfalls genial in dieser Szene. "We are on an island, mate. This is England.", auf die Tatsache, dass er ihn mit der Insel konfrontiert. "This is why we don't do drugs.", tolle Ironie, da genau er dann Drogen nimmt.
Dann erinnert sich Desmond plötzlich an ein Ereignis, dass sehr bald geschieht, nämlich das es regnet. Seine Erinnerungen vermischen sich langsam und zumindest weiß er jetzt Teile, die auch bald geschehen werden. So sucht er seinen Freund an der Universität auf und befragt ihn nach Zeitreisen. Da haben wir es doch. Dieser ist jedoch definitiv kein Daniel und er schiebt es darauf zurück, als Desmond ihm das mit dem Computer erklärt, dass dies durch Widmore kommt. Als er sein Wissen unter Beweis stellen will, geht die Sache erst recht schief. Der Song ist der richtige, aber es spielt das falsche Team, welches kein Wunder schafft. Schön, dass endlich Fußball bei Lost vorkommt, leider gibt es das Team Graybridge nicht. Da es erst am nächsten Abend passiert, hat dieser Verein noch gar nicht gespielt, denn im Fußball findet nie die gleiche Partie zwei Tage nacheinander statt. Als auch Jimmy Lennon nicht die Bar betritt, kommt Donovan zu dem Ergebnis, dass sich Desmond das alles nur einbildet, und gibt ihm einen Rat bezüglich Penny. Diese möchte den nächsten Tag mit ihm verbringen und das Unglück nimmt nun seinen Lauf.

COURSE CORRECTION UND WHH

Im Ringladen trifft er nun die Herrin der Zeitreisen, Miss Hawking. Es war schon ziemlich überraschend, wie sie ihm das alles so offen darlegt, dass er den Ring nicht kauft, Penny das Herz bricht, auf der Insel landet, die Zahlen eingibt und durch den Fail-Safe Key alles beendet.
Um das zu beweisen, zeigt sie ihm den Tod eines Mannes mit roten Schuhen und erklärt, dass dieser Mann sterben sollte. Wenn sie ihn gewarnt hätte, hätte das Universum wieder zugeschlagen. Es existiert eine Art Course Correction. Übrigens, da ich annehme Miss Hawking weiß alles durch Dans Tagebuch von den Zeitreisen und was sie einleiten muss, damit es klappt, hat sie womöglich sofort am selben Abend hineingeschrieben: "Als ich mit Desmond Kastanien aß, starb ein Mann mit roten Schuhen durch ein Baugerüst. Wenn ich es verhindert hätte, wäre er am nächsten Tag von einem Taxi überfahren, oder hätte sich am darauffolgenden Tag in der Dusche das Genick gebrochen." Wäre eine logische Erklärung, auch wenn es sehr verwirrend und komplex ist, dass sie sich diese Erinnerung selbst gibt, aber sie ist notwendig, um Desmond zu überzeugen und nun kommen wir zum Kern dieser Folge.
In Staffel 5 lernen wir ein Zeitreisegesetz kennen, WHH, hier das andere, Course Correction. WHH ausgeschrieben Whatever happened, happened ist ganz einfach zu verstehen, alles was schon passiert is, istt passiert und kann durch nichts geändert werden. Course Correction bedeutet, dass gewisse Dinge eintreten, egal zu welcher Zeit, sie passieren einfach. Die beiden Dinge lassen sich aber so einfach nicht miteinander vereinbaren. Ein Beispiel, der Mann mit den roten Schuhen. Nach Course Correction ist es nur wichtig, dass er stirbt, egal auf welche Weise und wann. Für WHH aber ist es dazu noch wichtig, wie er stirbt und wann. Ganz einfach, wäre er nämlich am nächsten Tag von dem Taxi überfahren worden, so hätte Miss Hawking Desmond niemals einen Beweis liefern können, dass sie tatsächlich die Zukunft weiß und dieser hätte Penny geheiratet, wäre nicht auf die Insel gekommen und und und. Durch WHH aber muss der Mann durch das Baugerüst sterben, damit Desmond davon überzeugt ist, dass Miss Hawking die Zukunft kennt und die Entscheidung trifft, Penny zu verlassen.
Jetzt übertragen wir das Ganze auf Desmonds bisherige Flashes. Der Elekromagnetismus bewirkt nichts anderes, als das Desmonds Bewusstsein genau zu dem Tag mit dem Sturz von der Leiter springt und dort war er immer. Alles, die Begegnung mit Charlie, das Gespräch mit Miss Hawking, die Trennung von Penny, und auch das Niederschlagen durch Jimmy Lennon fand immer so statt. Keine alternate timeline, kein Paralleluniversum. Desmond besaß im Zeitraum von dem Leitersturz bis zum Niederschlagen durch Jimmy Lennon eine geteilte oder doppelte Erinnerung. Wieso erinnert er sich daran, dass Jimmy Lennon den Barkeeper niederschlägt? Ganz einfach, weil dies seine anscheinende Erinnerung ist, ehe er niedergeschlagen wird. Er denkt Jimmy Lennon erwischt den Barkeeper. Denn ein was steht fest: diese geteilte Erinnerung besitzt er nach dem Schlag nicht mehr und ich denke er kann sich an diesen Moment gar nicht richtig erinnern.
Wir merken also WHH und Course Correction beide Zeitgesetze treffen zu. Miss Hawking weiß natürlich durch Daniels Tagebuch von Desmonds Wichtigkeit. Doch dafür ist dann die nächste Zeitfolge da. Ich denke durch den Satz: "You may not like your path, Desmond, but pushing that button is the only truly great thing that you will ever do." Das bewirkt bei Desmond, zusammen mit dem Beweis für den Tod des Mannes mit den roten Schuhen, dass er diese tolle Beziehung zu Penny aufgibt, da er endlich erfährt, dass er für eine höhere Sache bestimmt ist. Im übrigen, da Daniels Aufzeichnungen nur bis zu den Oceanic 6 reichen, sieht Miss Hawking natürlich nicht, dass Desmond und Penny doch noch zusammen kommen.

DIE TRENNUNG

Für mich eine der traurigsten Szenen überhaupt, doch ehe es so weit ist, kommt es noch zur Aufnahme dieses Bildes, das Symbol ihrer letzten gemeinsamen Minute ist, ehe sie solange getrennt sind. Die Tatsache, dass beide auch noch nach Jahren dieses Bild bei sich tragen, zeigt mir, dass sie sich immer noch lieben, aber aufgrund der Wege des Universums vorerst getrennte Wege gehen müssen. Dieses Bild ist das Symbol ihrer Liebe und der Grund warum Penny nie aufhört, nach Desmond zu suchen und schließlich von der Insel erfährt. Ich denke das meiste Wissen bekommt sie durch ihren Vater. Die Abhörtstation, die sie besitzt, um elektromagnetische Anomalien zu finden, ist dafür wohl ein Beweis. Beiden dient es, Charles und Penny. Beide finden durch die Entladung die Insel, beide mit völlig anderen Zielen. Nur weiß eben der eine nicht, was der andere vorhat. Schon krass, dass beide Vater und Tochter aus völlig anderen Beweggründen nach der Insel suchen und diese Suche völlig unabhängig voneinander stattfindet. Penny wird wohl von der Swan erfahren haben und der Tatsache, dass durch eine Entladung die Insel ortbar sein wird.
Desmond geht jedenfalls seinen Weg, weil er glaubt, dass er dazu bestimmt ist, doch er geht noch ein letztes Mal in die Bar zurück und bekommt die Bestätigung, dass alles so gelaufen ist, wie er es vorhergesagt hat, er sich nur in der Nacht geirrt hatte. Als er die geniale Idee hat alles zu ändern, passiert das Unvermeidliche, er wird wieder ohnmächtig, seine geteilte Erinnerung verschwindet, und er kehrt zurück auf die Insel, wo er nackt im Dschungel aufwacht. Es steht natürlich für den Neuanfang, den Desmond beschreitet, aber es ist schwer zu erklären, wie das passiert ist und warum gerade ausgerechnet Locke und Eko nicht. Vielleicht liegt es sogar an seiner kurzen Zeitreise und da diese rein psychischer Natur war und nicht wie bei den späteren in Staffel 5, physische, nimmt er nur sein Bewusstsein mit, und wird nach der Rückkehr nackt zurückgeschickt, da er in einer völlig anderen Zeit war. Zwar schwer zu verstehen, aber für psychische Zeitreisen gilt wohl nicht das Gesetz, dass Dinge mitflashen, die die Leute dabeihatten. Der Fail-Safe-Key ist schließlich auch verschwunden. Bei den physischen war das anders, wie wir in Staffel 5 sehen. Die Constant-Zeitreise war aber dann wieder anderer Art, da dort sein Verstand bewusst hin und herflasht und nicht während einer langen Benommenheit in einem anderen Abschnitt seines Lebens ist.
Die Abschlussszene ist dann wieder ein emotioneller Höhepunkt, er bittet an dem Bild von Penny und sich darum, dass er eine neue Chance bekommt und einen Neuanfang. Trotz dieser ganzen komplizierten Zeitproblematik, die Beziehung zwischen den beiden stand immer im Mittelpunkt des Ganzen.

"YOU'RE GOING TO DIE CHARLIE"

Das Ende der Folge spielt wieder auf der Insel und nachdem sich Desmond wieder beruhigt hat, erklärt er Charlie die Gründe für seine Flashes und sagt nun, dass sie nicht aufgehört haben. Ich denke aber eher, diese Visionen kommen von Samuel. Das Universum hat entschieden, dass Charlie sterben muss, Course Correction. Es wäre also egal gewesen, ob er nun vom Blitz erschlagen wird, oder beim Versuch Claire zu retten, ertrinkt. Doch nun kommt WHH ins Spiel und Samuel. Charlie soll zwar sterben, aber erst im richtigen Moment, nämlich als er durch das Abschalten des Signals, dem Frachter den Weg zur Insel öffnet. Das löst entscheidende Ereignisse aus, die niemals geschehen wären, wenn Charlie durch den Blitz erschlagen worden wäre. So erklärt sich dann selbst die widersprüchliche Vision mit Claire und Aaron im Hubschrauber, die beiden fliegen nie zusammen von der Insel.
Durch diese Zeitreise glaubt Desmond daran, dass diese Ereignisse mit Charlies Tod wirklich eintreten und da er von WHH nichts weiß, denkt er, er kann das immer wieder verhindern, wie es ihm Miss Hawking mit der Course Correction erklärt hat. Auch das führt dazu, dass er Charlie erst sterben lässt, als eine Vision eintritt, für die sich Charlie bereitwillig opfern lassen lässt.

BODYCOUNT

Der berühmte Mann mit den roten Schuhen und auch Charlies Tod ist unausweislich.

Summe: 61

FAZIT:
"Flashes Before Your Eyes", eine der größten Geniestreiche bis dahin. Anstatt das Unterschichtenpublikum weiterhin mit langweiligen öden Liebeleien zu unterhalten, ist diese Folge für die wahren Fans der Serie gemacht, Fans die sich auch ernsthaft mit Lost auseinandersetzen und nicht nur der Unterhaltung wegen Schauen. Ein sehr komplexes Thema wird mit den Zeitreisen eingeführt, welches selbst den klügsten Lost-Zuschauer verwirrt. Noch dazu steht eine geniale Liebesbeziehung im Mittelpunkt des Ganzen, sodass mit dieser Folge fast alle Bereiche abgedeckt sind. Einer der ganz, ganz großen Momente.


Nachgedanken:
- unfassbarerweise muss ich an keiner dieser Theorien rütteln, da Staffel 6 in dieser Hinsicht nichts Gegenteiliges gezeigt hat
- Desmond hat deswegen ständig Zeitflashes und überlebt die Implosion, da er eine natürliche Resistenz gegen hohe Mengen Elektromagnetismus besitzt

Donnerstag, 15. Oktober 2009

3/07 Not In Portland (Erik)

Die beste der Hydra-Folgen. Ziemlich viel Action und ein endlich wieder interessanter Flashback, der uns eine neue Person näher vorstellt, prägen diese Episode. Das "I do"-Desaster wird völlig ausgeglichen.

BENS OPERATION

Sie ist wieder allgegenwärtig, doch einfach wird es nicht. Jack wird Ben sterben lassen, wenn Kate und Sawyer nicht entkommen. Hier verspekuliert sich Jack aber, denn die Hydra-Insel macht eine Flucht fast unmöglich.
Die beiden kommen jedenfalls aus ihrem Tief der Vorfolge hinaus, anstatt sich den beiden Schlägern Jason und Pickett zu ergeben, schlagen sie endlich ordentlich zu. Die Aktion mit dem elektrischen Knopf ist eine der besten gewalttätigen Szenen überhaupt in Lost. Was war mir der Sawyer da sympathisch, als er wie ein Rammbock Picketts Kopf gegen den Schalter stößt.
Nur da deren Flucht nicht lange von Erfolg gekrönt sein kann, schlägt Juliet zunächst eine Verfolgung vor. Da sie noch immer auf dem "Ben soll sterben"-Trip ist, ist es ihr auch egal, ob die beiden dabei sterben. Als Jack ihren Plan enthüllt, beginnt die Situation zu eskalieren, und Tom schickt sie erst einmal weg. Es ist genial, dass genau in diesem Moment Ben aufwacht und alles mitbekommt was los ist. In dieser Lage halbtot schafft er es dennoch, einen Plan zu entwickeln, damit beide, Jack und Juliet, sein Leben wieder retten sollen. Juliet verspricht er, wie wir am Ende hören, dass sie von der Insel kommt. Es ist eine Riesenironie, dass Juliet noch in etwa die gleiche Zeit, die sie bisher auf der Insel ist, noch einmal verweilen wird. Ohne Happy Ending aber.
Sie soll nun helfen, dass Kate und Sawyer entkommen und nicht von Pickett getötet werden. Diese Schießereien waren übrigens das schlechteste an dieser sonst sehr guten Folge. Die Others, die wunderbar mit kleinen Giftpfeilen haargenau jemanden abschießen konnten, treffen natürlich nur Kates Walkie, und auch dann ein Dutzend Mal daneben. Ab diesem Zeitpunkt ist der einzige Zweck von Kate und Sawyer eigentlich nur noch, dass sie entkommen, damit Jack die Operation auch wirklich beendet. Dabei hilft ihnen Alex mit, die passenderweise ein Boot hat, mit dem sie entkommen können. Die Launen seiner Tochter werden Ben aber erst am Ende der Staffel zum Verhängnis, hier helfen sie ihm noch.
Jedenfalls, nachdem sie Karl befreit haben und dieser mit auf das Boot darf, hat Ben sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Alex soll hierbleiben, damit sich Ben nach seinem Aufwachen beruhigt und Karl nicht töten lässt. Alles ist eigentlich geschafft, außer Pickett, der immer noch nicht gecheckt hat, dass nur durch Kates und Sawyers Entkommen Ben gerettet wird. "I know Ben would rather die than let them go." Ging es nicht denn genau darum, dass durch die beiden Bens Leben gerettet werden soll? Wenigstens erlöst uns dann Juliet von ihm. Der hatte übrigens eine gefühlte Ewigkeit Zeit, Sawyer zu erschießen.
Schließlich lässt Juliet sie laufen, wie von Ben angeordnet, und nachdem Kate noch einmal diese Geschichte mit dem "Bis 5 Zählen" wie verlangt zu Jack sagt, bringt dieser die Operation endgültig zu einem guten Ende. Genial gemacht übrigens, dass Tom kein Blut sehen kann, und wie Jack ihm den Tumor zeigt. Das machte Tom, glaube ich, bei einigen Lost-Fans sympathisch. Währenddessen schippern Kate und Sawyer davon.
Glückwunsch Samuel, Glückwunsch Ben. Ein gigantischer Plan, um die Insel und Jacob zu täuschen ist perfekt gelungen, Jacobs späterer Mörder wird weiterleben. Nun kann der nächste Schritt eingeleitet werden.

ROOM 23

Mit am interessantesten in dieser Folge ist dieser Room 23. Die Idee ist so brutal und verstörend, jemanden mit lauter Musik und seltsamen Bildern, in den Wahnsinn zu treiben. Offenbar hat Dharma so den Willen der meisten gebrochen, die als Testpersonen bei irgendwelchen Experimenten mitarbeiten sollten. Interessant fand ich besonders die Sätze die auftauchen: "EVERYTHING CHANGES", hoffentlich aber keine Anspielung auf eine geänderte Zeitlinie, sondern das sich so einige Dinge ändern werden. Ich sehe es aber auch als Hint auf Hurley = Variable. Übrigens taucht kurz danach ein Kompass auf.
"We are the causes of our own suffering", geniale Anspielung darauf, dass die Losties durch die Wasserstoffbombe wohl ihren eigenen Absturz ausgelöst haben. Und ist es Zufall, dass dieser Satz in einer Juliet-Folge vorkommt? Bekanntermaßen diejenige, die den Zündmechanismus erst hochgehen lässt.

"God loves you as He loved Jacob" Jacob", eine weitere diesmal bessere Erwähnung von Jacob. Besondere Betonung liegt hier auf das loved, die Vergangenheitsform. Liebt Gott wirklich noch Jacob, wenn er ihn durch seinen bösen Gegenspieler sterben lässt? Oder ist das tatsächlich wie bei Jesus. Bitte nicht, allzusehr muss Lost nicht in das Religiöse abdriften.
"THINK ABOUT YOUR LIFE", eines der zentralen Themen der Flashbacks der Losties, und das sie mit ihrer eigenen Vergangenheit klarkommen müssen, und darüber nachdenken, ob sie nicht etwas besser machen sollen. Zwei der Besucher dieses Raumes, mit völlig unterschiedlichem Ausgang. Sawyer wird sein Leben ändern, Kate eher nicht.

Außerdem taucht hier nicht hörbar der Satz auf: "Only fools are enslaved by time and space". Das Thema Zeitreisen wird hier schon angedeutet, nächste Folge geht es dann noch deutlicher in diese Richtung. Die Autoren haben bestätigt, dass dies ein Anagramm ist zur Auflösung von Adam und Eva. Zufällig hat das jemand geknackt, und da kam das raus: "Bones of Nadlers may lay lost deep in cave". Nach Staffel 5 verfestigte sich das dann, ich warte eigentlich nur noch auf die Auflösung.

JULIETS FLASHBACKS

Nach diesen ganzen Tiefs der Flashbacks musste etwas Neues her. Juliet vorzustellen war genial, und gerade dieser Flashback ruft mir in Erinnerung wie sympathisch dieser Charakter doch war, und wie massiv er durch diesen Beziehungsmist zerstört wurde. Schon die Anfangsszene ist genial, wir denken Juliet ist auf der Insel, und führt an irgendeinem armen Testobjekt Experimente durch. Dann stellt sich heraus, dass dieses Testobjekt ihre Schwester ist und sie sich in Miami befinden. Passend fliegt genau in dem Moment ein Oceanic-Flieger vorbei.
Trotz Scheidung arbeitet sie bei ihrem Ex-Mann weiter und es ist einfach toll, dass gerade dies nicht Inhalt des Flashbacks ist, sondern ihre Forschungen, die sie an ihrer Schwester ausprobiert. Wir haben hier eine Anspielung auf eine unbefleckte Empfängnis und tatsächlich ist es genial, was Juliet hier hinkriegt.
Kein Wunder, dass Mittellos Bioscience auf sie aufmerksam wird. Genial wir kriegen nicht nur Ethan wieder zu sehen, sondern einer der genialsten Charaktere überhaupt, hat seinen ersten Auftritt, Richard Alpert. Bei den ganzen Zeitanspielungen ist es natürlich toll, dass er ausgerechnet in dieser Folge zum ersten Mal vorkommt. Wir merken, dass die Others weit mächtiger sind als nur ein paar verlassene Dharma-Stationen zu kontrollieren. Beängstigend war es schon wie sie Edmund aus dem Verkehr gezogen haben, genau wie durch Juliet angekündigt. Der Satz "Not in Portland" ist so schön widersprüchlich in Bezug auf Ben. Juliet wird angeblich nicht nach Portland kommen, sondern auf die Insel. Ben, der behauptet sein ganzes Leben auf der Insel verbracht zu haben, wird in einem Wald bei Portland geboren.
Auch toll wie Juliet behauptet: "I'm not a leader, Mr. Alpert. I'm a mess." in der Episode ist sie kurz in der Führungsposition und muss wichtige Entscheidungen treffen.
Edmund kommt mir sehr seltsam vor, ist gefühlte dreißig Jahre älter als Juliet, war aber dennoch mit ihr verheiratet und flirtet schon wieder mit einer anderen rum, die auch nicht viel älter aussieht als Juliet. Da hat sich bei mir der Verdacht bestätigt, Juliet hat sich hochgeschlafen.

BODYCOUNT

Endlich wird "Stuart" Pickett getötet und Edmund wird von einem Bus überfahren.

Summe: 60

FAZIT:
Grandios, eine solche Episode muss man einfach lieben. Actionreiche Hydra-Inselhandlung gepaart mit sehr guten Flashbacks. Ben wird gerettet, wir sehen Room 23 und Pickett wird getötet. Es ist zu keiner Sekunde langweilig, besser kann Lost fast gar nicht sein, oder? Es gibt noch weitere Steigerungen, die erste schon in der nächste Folge.


Nachgedanken:
- der Satz: "We are the causes of our own suffering" trifft wie kein zweiter auf die Losties zu, welche durch die Detonation der Wasserstoffbombe letztlich ihren eigenen Absturz verursacht haben; ist trifft auch auf Juliet zu, welche erst durch den Incident das Schwangerschaftsproblem auf der Insel verursacht, weshalb sie auf die Insel kommt; genauso trifft es zu auf Ben, welcher Sayid zu einem gewissenlosen Killer manipuliert und dann von selbigen angeschossen wird, als er selbst ein Kind war, weshalb Ben erst zu dem Menschen wurde, der er jetzt ist
- das Anagramm hat sich leider als falsche Fährte herausgestellt, trotzdem wäre die Lösung immer noch tausendmal besser gewesen als die eigentliche in der Serie gezeigte
- Ethan wurde wahrscheinlich bei Mittelos als Chirurg ausgebildet, Mittelos selbst konnte vermutlich nach der Übernahme von Dharma von den Others gegründet werden
- Room 23 diente der Dharma, wie im Epilog zu sehen ist, dazu mehr über die Others und Jacob zu erfahren

3/06 I Do (Erik)

Was war das für eine Folge? Nur Geheule, Geflenne und noch dazu ein pseudohaft schrecklich anticharakterlicher Flashback. Kate kann sich natürlich einen Polizistan angeln, heiratet den, ohne das er mitkriegt, dass er eine gesuchte Mörderin heiratet. Natürlich kann eine Mörderin in Amerika ohne Strafe davonkommen, wenn sie sich irgendwo häuslich niederlässt. Kaum zu glauben, dass es in drei Folgen mit den Flashbacks noch schlechter kommt.
Wäre nicht Bens Plan und die Tatsache, dass er endlich operiert wird, Ausgangspunkt des Ganzen, so würde ich diese Episode noch schlechter finden.

LOVE TRIANGLE

Zu diesem Beziehungsmist äußere ich mich einmal, später ist mir dann einfach die Zeit zu schade dafür. Leider haben das Ben und Pickett erst richtig ins Rollen gebracht. Pickett durch die Aktion vor zwei Folgen, und Ben, der das alles ausnutzt, um operiert zu werden. Kate erfährt, dass Sawyer sterben muss, und muss nun Jack zu der Operation überreden. Das Ergebnis des Ganzen: mittleres Geflenne. Sawyer kommt von der Arbeit zurück, wird von "Stuart" Pickett (langsam glaube ich wirklich Danny ist Radzinskys Sohn) geschlagen, Kate geht daraufhin in seinen Käfig, Enthüllung der zweiten Insel durch Sawyer. Das Geflenne wird noch schlimmer. Sawyer und Kate haben daraufhin Sex, da Kate glaubt er muss sterben, Jack sieht das. Es gab aus mir unerfindlichen Gründen Zeiten in denen ich Jack hier bedauert habe, jetzt ist es einfach nur genial dieses ungläubige Gesicht zu sehen, und die Tatsache, dass Mr. Superhero das Herz gebrochen worden ist.
Danny holt Sawyer, es kommt zum Kampf, Jason will Kate töten, Sawyer will das nicht und ergibt sich Pickett. Was passiert, man muss die Lautstärke runterdrehen, um von dem Geflenne keine Ohrenschmerzen zu bekommen. Abschluss des Ganzen, Jack dem das Herz gebrochen wurde, überredet Kate zur Flucht, die kann es natürlich nicht, und alles endet mit "Kate damn it run". Auf einmal ist sie unfähig zur Flucht.
Wer glaubt das ist die einzige Folge in der diese nervigen Love-Triangle-Aktionen vorkommen, der irrt, dieser ganze Mist geht weiter. Kate wird eifersüchtig, weil Jack mit Juliet redet, also macht sie mit Sawyer rum. Sawyer lässt sich nicht gerne benutzen, aber der ist über den Kick einfach froh. Jack gesteht Kate seine Liebe, bald treibt sie es wieder mit Sawyer. Und so geht das weiter und weiter.

BENS OPERATION

Ben ist der ganz ganz große Lichtblick in dieser Episode. Zunächst fand ich es toll, wie besonnen und gefasst er auf Jacks Entscheidung reagiert: "Well, Jack. I'm very disappointed in your decision." Genial! Jack sagt daraufhin, dass er es nicht sehr lange sein wird, das stimmt, da Jack seine Meinung später ändert. Dann überredet er über Juliet, dass Pickett Sawyer töten kann, und nutzt nun das Druckmittel Kate, um Jack zur Operation zu bewegen. Dieser lehnt noch ab, doch als es aufgrund der ganzen Situation, zum Sex zwischen Kate und Sawyer kommt, wird er freigelassen, scheinbar um das zu sehen. Geschickt gemacht von Ben und so sieht Jack Kate und Sawyer und will jetzt nur ein was, die Operation hinter sich bringen und runter von der Insel. Diese Szene war die mit weitem weitem Abstand beste dieser Folge, als Jack die Waffe auf Ben richtet und dieser nur sagt: "Well. I suppose this would be the proverbial nail in my coffin, wouldn't it." Doch dann merkt Ben, dass er gewonnen hat, endlich ist Jack bereit den Tumor rauszuschneiden und dieses Kapitel von Samuels Plan abzuschließen.
Ganz so einfach ist es aber noch nicht, "Stuart" Pickett möchte natürlich sofort Sawyer töten, als Ben narkotisiert wird, ohne zu wissen, was für Konsequenzen das haben könnte. Jack lässt sich nicht alles gefallen, und entwickelt einen Plan, dass Sawyer und Kate entkommen können. Er möchte wohl die beiden einfach nur aus dem Weg haben, und nicht wie er später sagt, weil er Kate liebt.

JACOBS LIST

"Shephard wasn't on Jacob's list." Welche Liste ist damit gemeint und wie kommt sowas bitteschön in die Hände eines solchen Typens? Stand auf der Liste wer vom Mittelteil entführt werden sollte? Möglich wäre es, da dieser Plan nie umgesetzt wurde, kann man es aber nicht genau sagen. Waren damit die good people gemeint? Jack gehört nun nicht gerade zu denen, wenn man bedenkt, dass er 30 Jahre zuvor die Insel mit einer Wasserstoffbombe in die Luft jagen wollte. Leute, die geeignete Others wären? Also wieder etwas, dass auf Jack nicht zutrifft.
Wir werden es wohl nie erfahren, Fakt ist, Jacob hat Jack persönlich besucht, das macht ihn wertvoller als "Stuart" Pickett glaubt.

EKOS BEERDIGUNG

Hier wird er beerdigt und da die anderen Losties genug von Beerdigungen haben, findet das im Dschungel statt. Nochmal die haben sich einen feuchten Dreck darum gekehrt, was aus ihm geworden ist, als die Swan implodiert ist. Jedenfalls erfahren wir hier einige interessante Dinge, Locke sagt: "Folks back at the beach call it "the Monster". I don't really have a name for it." Schon erstaunlich, dass er sich hier nicht mehr als Teil der Überlebenden sieht und keinen Namen dafür hat. Samuel ist nur dank der Casting-Liste zustande gekommen, und Smokey ein Fanbegriff, tatsächlich sind beide noch namenlos in Lost.
"Might be what brought us here.", das war die richtige Feststellung bei dir selbst Locke. Samuel hat dich hergeführt, damit du sein loophole sein kannst.
Diese ganze Stabsache ist dann nicht so toll, John liest zum zweiten Mal die Nachricht auf dem Stock, und da er nun Man of Faith ist, ist er natürlich fest davon überzeugt. Vorher, als er es schon einmal gelesen hat, war er es natürlich nicht. Zum Glück ist Eko primär nicht wegen diesem Mist gestorben.

BODYCOUNT

Sawyer, Kate, Pickett würdige Kandidaten hätte es genug gegeben, so bleibt der Zähler konstant.

Summe: 58

FAZIT:
Bis dahin die schlechteste Episode der Staffel. Mir tuen die Zuschauer Leid, denen dieser Mist damals als beste Episode des Jahres von ABC mit Mega-Cliffhanger versprochen wurde, und die dann zwölf Wochen warten mussten. Die Flashbacks sind dieses Mal nicht einmal mehr nutzlos, sondern noch dazu völlig bescheuert. Das Geflenne und Geheule von Kate ist irgendwann nicht mehr zu ertragen. Nur Ben und Lockes Ideen bezüglich Smokey sorgen für etwas Positives.


Nachgedanken:
- mein Gedanke zu "Jacob's list": dass Jack ein Kandidat war, wusste ich denke niemand außer Jacob und Smokey, bis Jacob Ilana und Widmore darin einweiht, somit ist es verständlich, weshalb Pickett meint, Jack stände nicht auf Jacobs Liste
- jene Liste ist meiner Meinung nach eine Liste der Leute, die laut Jacob für würdig befunden worden sind, bei den Others zu leben, ähnlich wie die entführten Tailies

Mittwoch, 14. Oktober 2009

3/05 The Cost Of Living (Erik)

Eine geniale Episode, hier stimmt alles, die Inselhandlung auf der Hydra, die Sache mit Eko und Locke, und auch die Flashbacks. Getrübt wird das alles aber immens dadurch, dass Eko in dieser Folge stirbt, nach nur lächerlichen zwei Auftritten in dieser Staffel. Es war der erste Tod eines Maincharakters mit dem ich unzufrieden war. Allerdings, wenn man nur diese Episode bewertet, ist sein Werdegang konsequent, und seine Todesszene diesem Charakter würdig.

EKOS RICHTEN

Jetzt ist es an der Zeit zu Beichten für Eko und dann gerichtet zu werden. In seinem Flashback hat Yemi das noch aufgeschoben, in Ekos Traum auch, jetzt, nach einem ewig langen Zustand von Eko in einer Art Trance, ist es soweit. Samuel möchte ein letztes Mal testen, ob Eko als Man of Faith doch besser geeignet ist als John und dann sein Urteil über ihn sprechen.
Ich fand es schon gut gemacht, wie seine Vergangenheit noch einmal an ihm vorbeizieht und er dabei leidet. Erst als die Yemi-Erscheinung in seinem Zelt steht, erwacht er. Hier hat sich Samuel kurz der Gestalt von Yemi bedient und er nutzt offenbar das Feuer als Ablenkung, um wieder fliehen zu können. Nun Eko folgt ihm und wir sehen mehrmals Smokey im Hintergrund und einige Erscheinungen aus seiner Vergangenheit. So merken wir, dass Smokey mehr als nur eine tote Gestalt auf einmal annehmen kann, was später in "Left Behind" wohl durch seine Zersplitterung ausgedrückt wird. Hier gibt es eine interessante Szene, als er die Emeka-Erscheinung töten will, und sich dann Smokey in Daniel verwandelt. Offenbar merkt er schon hier, dass es keinen Sinn macht, Eko am Leben zu lassen, da er sofort töten will, als Emeka wieder kniend vor ihm steht. Ob Daniel tot ist, weil sich Smokey in ihn verwandeln konnte, oder er allgemein sich in Gestalten aus Ekos Vergangenheit verwandeln kann, kann ich nicht genau sagen. Jedenfalls wiederholt diese Daniel-Erscheinung noch einmal eindringlich die Beichte. Es ist eine letzte Warnung an Eko.
Dieser stolpert dann erst einmal weiter durch den Dschungel und wird bei der nächsten Gelegenheit, als er am Bach kniet, wieder von Smokey besucht, dieser verschwindet jedoch vorerst, da Lockes Gruppe erscheint. Ich schätze hier wollte Samuel die nächste Chance nutzen, aber offenbar wollte es dieses Richten nicht vor anderen Leuten vornehmen.
Dass Yemis Leiche am Flugzeug verschwunden ist, wundert mich sehr. Bis "The Incident" konnten wir vielleicht noch annehmen, dass genau wie bei Christian Smokey diese Leichen, ich benutze das Wort inhalieren (klingt bescheuert) konnte, und sie somit verschwunden waren. Jedoch konnte Samuel ohne Probleme Lockes Gestalt annehmen, obwohl sich dieser in einer Box befand. Vielleicht hat er diese Leiche verschwinden lassen, um Eko im Glauben zu lassen, dass sein Bruder wirklich auferstanden ist, damit er ernsthaft beichtet.
Interessant sind hier die gegensätzlichen Erfahrungen, die Locke und Eko mit Smokey gemacht haben. Lockes helles weißes Licht hat ihn erleuchtet und zu einem Ratgeber für alle Losties gemacht, Eko dagegen sah nur den Rauch und wird zur Beichte gezwungen.
Jedenfalls nachdem er das Kreuz von Locke bekommt und ein letztes Mal dieses mittlerweile blutbefleckte Bild von sich und seinem Bruder ansieht, kommt es zur Beichte. Es ist eine der besten Szenen von Lost und es ist schon tragisch zu sehen, wie er sich für sein Leben rechtfertigt, aber dies ihm nichts nützen wird. "I did not ask for the life that I was given. But it was given, nonetheless. And with it... I did my best."
Doch Sünde ist Sünde, das sehen wir schon in seinem ersten Flashback dieser Folge und er hätte vielleicht auch nur den Mord an Yemi beichten müssen, denn den hat er wirklich durch egoistisches Verhalten zu Verschulden gehabt. Smokey spricht dann sein vernichtendes Urteil, zuerst die grauenhafte Enthüllung: "You speak to me as if I were your brother." Anschließend die Vernichtung durch Smokey. Dieses Mal nützt es Eko nichts, Psalm 23 aufzusagen.
Allerdings ist da noch etwas, denn es gibt interessante Parallelen zu Bens "Beichten" und Richten, sodass man sogar annehmen kann, dass Samuel vielleicht sogar Eko als Mörder Jacobs mit auserkoren hatte. Immerhin Ben steht auf der Insel auch kurz vor dem Tod, sein Plan ist offengelegt, und er kann nur hoffen, dass Jack ihn operiert.
Sein Ende fand ich dann genial gemacht, er erinnert sich daran, wie er friedlich mit Yemi Ball gespielt hat, ehe das Militär in ihr Leben trat, und sie beide so verschiedene Wege gehen mussten. R.I.P. Mr.Eko

PS: Auffallend, dass es die einzige Folge auf der ganzen Insel ist, in der er ein anderes Shirt trägt.

EKOS FLASHBACKS

Schon am Anfang wird sein Schicksal angedeutet. Eine strafbare Handlung lässt sich nicht mit dem guten Zweck rechtfertigen. "That is not an excuse. You have sinned, Eko! Hunger does not matter."
Dann sehen wir, wie er Yemis Kirche entweiht. Unglaublich gut gemacht fand ich die Szene, als er in die Bibel schaut, das Bild findet, und den Tränen nahe ist. Er macht sich hier jedenfalls noch unglaubliche Vorwürfe. Danach fällt er aber zusehends in alte Muster zurück, als Emeka erscheint. Statt nachzugeben, bietet er ihm die Stirn, sodass die Verkäuferin der Marienstatuen sterben muss. Schließlich will er die Lieferung der Impfstoffe ausnutzen, um einen Deal durchzuziehen. Schon hier wird deutlich, wie er als Priester versagt, erst Recht, als er dann Emekas Männer tötet. Er wollte sich nur verteidigen, doch als er den knienden Emeka tötet, der um Verschonung bittet, hat er Yemis Kirche entweiht. Die Dorfbewohner sehen ihn anders, von einem "good man" wird er wieder zu einem "bad man". Schließlich wird die Kirche geschlossen, und wir erfahren, warum er diejenige auf der Insel bauen wollte. Er hat sie Yemi noch geschuldet. Das alles kam aber zu spät.

PEARL

Hier unternehmen die Losties am Strand die ersten Schritte, um Jack, Kate und Sawyer zu retten. Sayid, Sun und Jin sind wieder zurück, und die Tatsache, dass sie nicht einmal eine eigene Rückkehrszene bekommen, zeigt nur wie nutzlos der Segelboot-Strang war.
"Can I ask why he's being included in the conversation?" war der unterirdischte Satz dieser Episode. Desmond hat euch vielleicht alle gerettet, Sayid. Er hat also mehr als nur das Recht, an Unterhaltungen teilzunehmen.
Das ist die einzige Episode neben "Expose", in denen Nikki und Paulo noch etwas mehr zu tun haben. So plump fand ich das gar nicht. Paulo hat allen Grund mitzugehen, wegen den Diamanten und Nikki weist wenigstens die anderen daraufhin, dass die Monitore vielleicht mit anderen Stationen verbunden sind. Für alle Nikki-Hasser, in dieser Szene wirkt nur einer bzw. drei blöd: Locke, Sayid und Desmond. Jedenfalls sehen wir Mikhail das erste Mal und können uns schon bald über einen Auftritt von ihm freuen. Ohne es zu wissen, ist es in Wirklichkeit Ekos Tod, der sie dann aber erst auf die richtige Fährte führen wird.
"The uh, toilet still works.", da es Paulo ist kann das natürlich nur ein unterirdischer Satz sein, hätte das Hurley gesagt, alle hätten sich wieder totgelacht, und gesagt wie lustig der doch ist. Die Doppelmoral der Fans bei Nikki und Paulo gefiel mir überhaupt nicht.

BENS OPERATION

Macht mich stutzig, Ben hat etwas nicht eingeplant und so plump? Nee, der lässt doch Jack und Juliet nur glauben, dass sie zufällig seine Röntgenbilder gesehen haben, damit Jack ins Zweifeln kommt. Er erzählt jedenfalls Jack seinen ganzen Plan mit Juliet, die Ähnlichkeit mit Sarah hat, und wie sie ihn brechen wollten. Er lässt jedoch etwas Entscheidendes raus, nämlich Sawyer und Kate mit denen er Jack wirklich brechen will. Das klappt schließlich auch, wie wir sehen. Wichtig ist die Betonung: "No, I want you to want to save my life", offenbar möchte er, dass Jack das alles aus freien Willen macht, um nichts falsch zu machen. Unter Zwang würde er mit Sicherheit einen Fehler machen, da es keine einfache Operation ist.
"Two days after I found out I had a fatal tumor on my spine, a spinal surgeon fell out of the sky. And if that's not proof of God, I don't know what is." Nicht ganz, Ben. Ein Beweis, dass du von einer höheren Kraft, die sich Samuel nennt, noch gebraucht wirst.
Juliet will sich wohl rächen, wegen Goodwins Tod, und fordert Jack deshalb auf, Ben während der Operation zu töten. Zum Glück kann Ben ihr diese Flausen wieder aus dem Kopf treiben. Seine Schwäche für Juliet ist die einzige kleine Schwäche, die er noch nicht vorhergesehen hat, aber er überbrückt auch dieses Hindernis.
Übrigens ich fand diese Bestattungsszene nicht schlecht, aber sehr seltsam. Colleen wird angezündet, bei einem Country-Song, und ins Meer hinausgetrieben. Sehr komischer Haufen diese Others und dann noch diese Trauerkleidung. Weiße vorne etwas offene Kittel.

BODYCOUNT

Ganz schön viel, eine Frau wird erschossen, Emeka und seine beiden Kumpanen von Eko ermordet, und dieser wird letztendlich von Smokey persönlich getötet. Insgesamt 5 Tote.

Summe: 58

FAZIT:
Eine der besten Episoden dieser Staffel. Eko muss sich für sein Leben rechtfertigen und wird dafür brutal gerichtet. Ein würdiger, zu früher Abgang des zweiten Man of Faiths, der nun den ganzen Tailies-Strang aus Staffel 2 überflüssig macht. Bens Enthüllung und Juliets Intrigen, sowie die Szenen in der Pearl sorgen dafür, dass es zu keiner Sekunde langweilig wird.
R.I.P. Mr. Eko!


Nachgedanken:
- es gibt nichts Neues zu dieser Folge zu sagen

Dienstag, 13. Oktober 2009

3/04 Every Man For Himself (Erik)

Was für eine geniale Episode. Bens Mindgames waren mir richtig unheimlich, und war ich schon vor dieser Folge absolut begeistert von ihm, so steigerte sich das nur umso mehr. Einer solchen Person willst du im realen Leben einfach nicht begegnen.
Nur wurde wieder einmal die ganze Episode getrübt, durch einen langweiligen Flashback. Sawyer betrügt, das ist ja was ganz Neues, und mir gefällt es überhaupt nicht, dass wir hier schon erfahren, dass er eine Tochter hat. Wenigstens sehen die Autoren danach ein, dass Sawyer Flashbacks nicht wirklich überzeugen.

SAWYERS MANIPULATION

Warum braucht Ben den Respekt eines Betrügers? Warum geht er so umständlich vor und zeigt ihm nicht einfach die Insel? Nun, wie wir wissen, und wie auch hier zum ersten Mal angedeutet wird, braucht er eine Operation, die Jack an ihm durchführen muss, und das bekommt er nur hin, indem er Kate und Sawyer bearbeitet. Hier ist Sawyer dran das erste Glied. Seine ständigen Aufstände und Ausbruchsversuche versucht er durch eine ganz üble Sache einzudämmen. Er pflanzt ihm scheinbar einen Herzschrittmacher ein, der ihn tötet, wenn er zu aufgeregt ist. Nun Herzschrittmacher arbeiten nicht wirklich so, aber für den Betrug reicht es dennoch aus. Desweiteren hat er sich durch die nahe Lage zu Kate mit den Käfigen zunutze gemacht, dass die beiden sich immer näherkommen, und langsam Gefühle entwickeln. Auch dies nutzt er aus und droht, Kate auch einen zu implantieren. Nun ist Sawyer gebrochen, bleibt still, und an dieser Stelle merkt Ben, dass auch Sawyer sehr viel für Kate empfindet. Geschickt macht er sich noch zunutze, dass Jack diese Scheinoperation durch die Lautsprecher mithört. Beim ersten Mal fand ich die Stelle schon heftig, als der Albinohase da umkippt. Es stellt sich zwar als harmloser raus, aber auch bei Sawyer verfehlt es nicht seine Wirkung. Er sieht, was aus ihm werden kann, was aus Kate werden kann. Ich fand die Szene ganz lustig, als sich Kate vor ihm auszieht und er verzweifelt versucht, sich zu beruhigen. Noch driftet das Love-Triangle nicht ins Nervige ab.
Jedenfalls, Sawyer ist gefügig, und ihm wird nun als Erstes gesagt, dass das mit dem Herzschrittmacher nur ein Betrug ist, und dann wird ihm auch noch gezeigt, dass er nicht auf seiner Insel ist. An dieser Stelle sieht er dann ein, dass die Others zu schlau für ihn sind, wie Ben schön anmerkt: "We're a lot better." Doch dieser gibt ihm den Rest durch einen Satz, der selbst mich aufs Tiefste geängstigt hat: "You work so hard to make her think you don't care -- that you don't need her, but, 'A guy goes nuts if he ain't got nobody. It don't make no difference who the guy is, long as he's with you. I tell you, I tell you a guy gets too lonely and he gets sick.' " Sawyer ist endgültig gebrochen. Dadurch kommt Ben seiner Operation näher, genial gemacht das Ganze.

"Because we're not killers, James." ist aber wieder eine tolle Lüge, wenn ich da an Dharma denke. Der beste Satz der Episode, kommt natürlich auch von Ben. Ausgerechnet er sagt: "Don't lie." Habe mich an der Stelle nicht mehr eingekriegt. Ben mit Teleskopschlagstock fand ich übrigens auch ziemlich krass, er kann auch tätlich ganz schön zulangen. Das erste Mal, dass wir diese geile Waffe zu sehen bekommen.
Das einzige was mich an diesem ganzen Betrug gestört hat. Trotz Wachen kann Sawyer Ben eine runterhauen. Fand ich daneben.

COLLEENS TOD

Ich schenke dem ganzen nur meine Aufmerksamkeit, da es entscheidend ist für Bens Operation. Es war äußerst witzig, dass Jack Cartoons ansieht und Juliet eine immer emotionellere Beziehung zu ihm aufbaut. Ich fand es zu genial, wie sie Ben verteidigt, obwohl sie ihn schon hier gewaltig hasst. Aber der Satz, dass er sie nicht töten wollte bei der Aktion, als Jack die Tür geöffnet hat, muss wohl stimmen, denn schließlich liebt er Juliet über alles. Bin aber sehr dankbar, dass das nie näher thematisiert wird.
Dann kommt Ben und berichtet von Colleen. Ich glaube bereits hier versucht er, aus diesem Unfall einen Plan zu basteln, wie er Jack dazukriegen kann, ihn zu operieren. Das die Röntgenbilder dort aus Versehen hängen, kann ich mir nicht vorstellen. Ben hat Juliet darum gebeten, Jack zu holen, und Jack sollte die Röntgenbilder sehen, damit er langsam dahinterkommt, was der Zweck seiner Gefangenschaft ist. Ich glaube dank Colleen hat Ben eine Abkürzung gesehen, wie alles wesentlich schneller geht.
Pickett nervt hier unglaublich. Ich verstehe immer noch nicht, warum er total abdreht nachdem seine Frau gestorben ist, und Sawyer an Kates Käfig halb zu Tode prügelt, um herauszufinden ob Kate ihn liebt. Danke Pickett, du hast dieses nervige Love-Triangle erst richtig ins Rollen gebracht. Mir muss jemand erklären, warum er Sawyer dafür verantwortlich macht, wenn doch seine Frau so blöd war, und auf jemanden aggressiv zugeht, der eine Waffe vor Angst auf sie gerichtet hatte? Nicht nur das, er hätte auch fast Bens Plan ruiniert.
Diese ganze Operation schweißt auch Jack und Juliet zusammen, obwohl Jack noch so tut, als interessiere ihn das nicht. Und wir sehen auch, dass dieser Satz von Juliet gar nicht stimmt: "I'm not used to death." Jedenfalls kommt dabei die Sache mit den Röntgenbildern raus.

HELLSEHER DESMOND

Diese genial mysteriöse Kamerafahrt um Desmond fand ich als Auftakt für diese Folge toll. Er hat seine erste sinnvolle Vision und versucht sofort Charlies Leben zu retten. Warum dieser überhaupt sterben soll? Nun anstelle der Insel würde ich ihn allein schon für "Nothing happened" sterben lassen, aber offenbar ist es notwendig für Samuels Plan. Deswegen denke ich auch, dass diese Visionen zum Teil von ihm kommen. Desmonds Visionen erkläre ich aber in Flashes Before Your Eyes sowieso noch ganz ausführlich.
Warum Paulo mit einem Golfschläger Früchte ins Meer schießt, muss ich jedoch nicht verstehen. Er trägt noch dazu ein Italien-Shirt. Finde ihn zwar lustig, aber hier ist er echt nicht zu ertragen.

BODYCOUNT

Colleen stirbt an den Folgen von Suns Schuss.

Summe: 53

FAZIT:
Sehr gut gemacht diese Episode. Bens Manipulationen erreichen ein völlig neues und sehr beängstigendes Level. Desmonds Visionen machen den Charakter richtig geheimnisvoll. Wir erfahren von der Existenz einer zweiten Insel. Nur die Tatsache, dass wir in der vierten Folge schon den dritten nutzlosen Flashback serviert bekommen, und der Beginn des nervigen Love-Triangles durch "Stuart" Pickett sorgen dafür, dass diese Episode nicht zu meinen Top-Folgen gehört.


Nachgedanken:
- habe die "Pickett-schlägt-Sawyer"-Szene verstanden und fand deshalb die Episode gleich um ein Vielfaches genialer: Pickett schlägt ihn nur zusammen, da er weiß, dass Bens Plan nur funktioniert, wenn Kate Sawyer liebt; bei diesem Plan hat er jedoch bereits seine Frau verloren und das verursacht durch eine Frau, die zur selben Gruppe wie Sawyer gehört, Pickett schlägt Sawyer nur zusammen, um Kate zu testen, ob sich der Plan überhaupt noch lohnt und das seine Frau dafür (für Ben) sterben musste

Montag, 12. Oktober 2009

3/03 Further Instructions (Erik)

In meinen Augen Zeitverschwendung. Um dieses grausame Staffel 2-Finale aufzuklären, wurden drei Folgen gebraucht. Die dritte ist die mit Abstand unbefriedigendste. Die Swan ist implodiert ist so ziemlich alles, was wir als Antwort auf diese Station erhalten.
Lockes Flashbacks waren sowas von überflüssig, dass ich mir schon überlegt hatte vorzuspulen. Wenigstens überzeugt der Traum und mir gefällt das Feeling bei der Suche nach Eko.

IMPLODED SWAN

Wir alle wollten wissen, was passiert ist, als Desmond den Schlüssel gedreht hat. Nun enttäuschender kann eine Antwort gar nicht sein, sie ist implodiert, und irgendwie haben dennoch Locke, Desmond und Eko überlebt. Als ob das noch nicht genug wäre, übersteht genauso Ekos Stock diese Implosion und wie wir später sehen noch andere Dinge.
Plumper hätte Lockes Erwachen nicht sein können, als das er den Stock abkriegt und schon hier die klar deutliche Nachricht von Eko liest. Dann marschiert er ins Camp zurück, indem es niemand seiner anderen Mitüberlebenden interessiert hat, wo er nun war und was passiert ist. Selbst Charlie, der den ganzen Tag dumm rumgesessen hat, fragt erst auf Drängen von Claire Locke auf selten dämliche Weise was los war. Zum Glück für alle anderen ist er gerade zu sehr damit beschäftigt, wieder Kontakt zur Insel herzustellen, sonst hätte es eine Art Feuerpfeilangriff mit echten Kugeln auf die Redshirts schon viel eher gegeben. Warum er nun stumm aufwacht, ist denke ich ein Symbol und eine Strafe dafür, dass er den Glauben an die Insel verloren hat, und erst durch Wiederherstellung des Kontaktes wieder sprechen kann.
Warum Desmond nun nackt aufwacht als einziger der drei ist mir immer noch ein Rätsel. Vielleicht hat Hurley einfach nur Recht: "So, like, the hatch blew off your underwear?" Übrigens einer der besten Momente dieser Folge. Ich kapier übrigens nicht, warum Desmond Lockes Rede voraussieht, obwohl er eigentlich währenddessen am Strand steht und gemütlich Steine ins Meer schmeißt. Ziemlich plump eingeführt diese Hellseher-Sache. Dann erklärt er noch die Sache mit dem Schlüssel, Anomalie zerstört, Ende der Diskussion. Alles so unbefriedigend. Wenigstens Hurleys Kommentar ist genial: "You're not going to, like, turn into the Hulk, or something."
Mit Eko scheint nichts Besonderes passiert zu sein, was soll es auch sein. Er stirbt sowieso bald.

LOCKES TRAUM

Das beste an dieser Folge ist die Wiederherstellung des Kontaktes von Locke mit der Insel. Zwar sorgt die Schwitzhütte leider für die Existenz dieses grausamen Hippie-Flashbacks, aber ich finde die ganze Szene toll gemacht. Er nimmt vermutlich die gleichen Drogen, die er auch Boone gegeben hat. Hier gibt Charlie seinen ersten genialen Kommentar, ich glaube in ganz Lost ab: "What's that? You're not taking drugs are you, John? I only ask because of the strict zero tolerance policy you've enacted, and I wouldn't want you to have to start punching yourself in the face."
Jedenfalls denke ich, dass dann Smokey in Form von Boone kommt, und ihn zeigt, was er machen soll. Die Flughafenszene ist unglaublich interessant, da sie Dinge zeigt, die Locke gar nicht wissen kann. Mir gefiel übrigens die Tatsache, dass er wieder im Rollstuhl ist, da er wieder außerhalb der Insel ist. Tatsächlich sitzt er dann im Rollstuhl, nachdem er die Insel verlassen hat.
Hier wird bereits Charlies Tod angedeutet, als Locke in deren Richtung zeigt: "Not them, they'll be fine -- for a while."
Dann kommt das erste Detail, dass er gar nicht wissen kann, nämlich, dass Jin, Sun und Sayid auf großer Segeltour sind. Auffällig, dass sich Sun und Jin zanken. Sehr widersprüchlich der Kommentar: "I think Sayid's got it.", obwohl er sie durch seinen Plan fast ins Verderben geführt hat.
Hurley, der die Zahlen eingibt, als Oceanic-Angestellter finde ich interessant, für mich ein kleiner Hint in Richtung Hurley = Variable. Das die Boone-Erscheinung nur sagt: "Not Hurley" ist auch auffällig, da er sonst mehr sagt.
Desmond als Kapitän, der von ein paar Stewardessen umgeben ist, verstehe ich als einziges nicht, soll damit nur seine spätere Karriere als Kapitän eines Segelbootes angedeutet werden?
Interessant ist das mit Kate und Sawyer, die beide verliebte Blicke austauschen, und Ben, der gerade Jack durchleuchtet. Finde es toll, wie da angedeutet wird, dass Ben gerade dabei ist Jack zu manipulieren.
Nun kommen wir zum entscheidenden Teil, Ekos Rettung. Ich habe mich immer gefragt, warum er hier lang und episch gerettet werden soll, wenn er doch schon bei seiner nächsten Aktion stirbt. Nun ich denke Samuel wollte, dass Locke Eko rettet, damit er einen Beweis hat, dass die Insel und er selbst an ihn glaubt. Erst dadurch macht Locke wieder alles, was Samuel ihm sagt. Der Verzweiflungs-Locke ist vorbei, wir erleben wieder einen starken Man of Faith.

EKOS RETTUNG

Diese ganze Tour vermittelte mir wieder etwas, dass ich fast die ganze 2. Staffel lang vermisst habe, dieses typische Lost-Feeling mit der Suche im Dschungel nach irgendetwas. Charlie gibt hier ausnahmsweise ein paar gute Kommentare von sich, wodurch er nicht überflüssig wirkt. "If you want to say polar bear you can just say it."
"You know, when I used to get high, I'd watch nature programs on the Beeb. Polar bears are meant to be quite clever. Very clever. They're like the Einsteins of the bear community."
Die Begegnung mit Hurley wirkte auf mich sehr plump, da Locke ihn fast aufspießt. Was ist aber, wenn Samuel das ungefähr so wollte? Hurley könnte ihm eventuell gefährlich werden. Bekanntermaßen hat er aber einen besonderen Schutz, während alle um ihn herum Pech haben, passiert ihm nichts. Achso übrigens, warum bildet sich Locke plötzlich ein, auch diese Eigenschaft zu haben?
Den Haarspray-Spruch ist ein weiterer plötzlicher Geniestreich von Charlie: "Hairspray? Now, I hate to be the one to point this out to you..." Ganz plötzlich spricht Locke wieder von Bestimmung, na bitte es geht doch.
Die Sache mit dem Bagger wird wohl nie geklärt werden, ist vielleicht auch nur ein Easteregg. Der Pearl-Arbeiter wird aber denke ich das gleiche Schicksal erfahren haben, wie beinahe Eko; von einem schlecht animierten Eisbären gefressen zu werden.
Ich fand es dann toll, wie sich Locke bei Eko entschuldigt, dieser ihm aber wieder Mut macht. Das da wirklich Eko gesprochen haben soll, kann ich mir fast nicht vorstellen, die Nachricht könnte auch von Samuel stammen. Jedenfalls nickt Eko sofort wieder weg, als Charlie kommt.
Es ist dann das geschehen, was Samuel wollte, Locke hat seinen eigenen Schaden bereinigt.
PS: "Not a bad speech", verstehe ich nicht, da war Sayids Grabrede über Shannon besser, als diese kurze Ansprache von Locke als Rede darzulegen.

LOCKES HASHBACK

Bin fast eingeschlafen dabei. Mir ist aber unfassbarerweise dennoch etwas aufgefallen. Lockes Empfänglichkeit von außen macht sich natürlich Samuel zunutze.
Und mir kam es so vor, als ob der Kinderschauspieler von Charlie das Tor öffnet. Also entweder wir wissen jetzt, wieso Charlie so leicht drogenabhängig werden konnte, oder die hatten wirklich zu wenig Schauspieler.

ANDERE CHARAKTERE

Hurley kam mir extrem seltsam vor. Ich weiß nicht, was er seinen Mitabgestürzten erzählt hat, als er zurückkam, wenn er noch nicht einmal erwähnt hat, dass Jack entführt worden ist. Kümmert es die anderen eigentlich? Denen war doch schon egal, was aus Locke, Eko und Desmond geworden ist.
Wir sehen das erste Mal Nikki und Paulo, so und jetzt kommt der Oberhammer. Ich mochte die beiden eigentlich in jeder Szene und mir gefällt es überhaupt nicht, dass Fans dafür gesorgt haben, dass sie wieder rausgeschrieben werden. In meinen Augen machen diese in der Folge sogar überaus sinnvolle Dinge.
Danke Nikki allein für diesen Beitrag, warum Hurley erst jetzt Jacks Entführung erwähnt: " Okay, when were planning on telling us this, Hurley?"

SKURRILE THEORIEN

Ich fand immer wieder die Theorien lustig, die aufgrund der Swan-Implosion aufgetaucht sind. Sie hätten nun die Matrix abgeschaltet und neugeladen. In einem Paralleluniversum wurden Nikki und Paulo gegen Rose und Bernard eingetauscht. Allgemein traten hier Paralleluniversumstheorien oder sonstwas für Quatsch auf.

BODYCOUNT

Mit Boone kehrt ein Toter zurück, und wir sehen einen toten Pearl-Arbeiter. Ist aber nicht erwähnenswert.

Summe: 52

FAZIT:
Diese Folge ist extrem unausgewogen, hat ihre genialen Momente, aber auch unglaubliche Schattenseiten. Wir sehen den vielleicht einzigen überflüssigen Locke-Flashback, wodurch die Folge wieder an Wert verliert. Ich sage sie ist schwacher Durchschnitt.


Nachgedanken:
- Desmonds Nacktheit nach der Implosion habe ich im Swan-Post hoffentlich verständlich klären können

Sonntag, 11. Oktober 2009

3/02 The Glass Ballerina (Erik)

Von den drei Auftaktfolgen ist das die beste, das das mit dem Segelboot so wunderbar schiefgeht, finde ich toll, die Hydra-Sache bekommt Bewegung, und wir bekommen einen der wenigen guten Flashbacks serviert.

SEGELBOOT PLAN

Ich fand es unglaublich damals, dass dieser Handlungsstrang, der im Finale kaum vorkam, und äußerst schlecht war, eine ganze Folge bekam. Hier machen das die Autoren viel besser und lassen den Plan endgültig scheitern. Deutliche Schwächen des alten Planes werden noch erwähnt: Noch immer glaubt Sayid, obwohl ein Tag vergangen ist, dieser lächerliche Plan könnte tatsächlich funktionieren. Wenigstens Jin checkt endlich was und will umdrehen, was die einzig richtige Entscheidung gewesen wäre, stattdessen sorgt Sayid in Zusammenarbeit mit Sun dafür, dass sie weitersegeln, was ein großer Fehler ist. Jedenfalls erfahren wir gleichzeitig, dass die Others das Segelboot bemerkt haben, was so schwer nicht gewesen sein konnte. Hier merkt man schön, wie Ben wieder alles geplant hat, aber das Segelboot als Variable nicht sehen konnte, und trotzdem hat er sofort einen Plan parat. Weshalb er so unbedingt das Segelboot braucht, weiß ich nicht, aber vielleicht will er es einfach nur, damit die Losties tatsächlich nicht so die Hydra-Insel finden, und den Plan gefährden. Wir wissen auch, weshalb das alles gefährlich wäre, denn fährt Sayid weiter, findet er tatsächlich die Hydra.
Jedenfalls schafft er es nur bis zur Pala-Fähre und merkt endlich, dass sein Plan mit Jack schiefgegangen ist. Er hofft aber durch ein neues Signalfeuer, die Others auf sich aufmerksam zu machen, damit sie ihn zu Jack führen können. Die Idee ist nicht schlecht, aber er vergisst eben das U-Boot, wodurch die Others, durch eine wunderbar gemachte Blitzaktion, die Elizabeth entführen können. Was auffällt ist, dass Jins Englisch schon hier sehr viel besser ist, und ich fand Sayids und Suns Gespräch über das Lügen herrlich. "And what would you know about lying, Sun?" Ironisch auch, dass Sun von allen dreien am gefährdetsten ist, da sie auf der Elizabeth bleiben soll. Hier wird das erste Mal das U-Boot angedeutet, denn nur so kommen die Others unbemerkt auf die Elizabeth. Leider kommt es hier zu einer Szene, die die ganze schöne Attacke etwas trübt, Colleen unterschätzt Sun und ist so blöd und geht trotz geladener Waffe auf sie zu. Sun drückt mehr vor Angst ab, wodurch der erste Other in dieser Staffel sinnlos sterben muss. "I'm not the enemy. We are not the enemy. But if you shoot me, that's exactly what we'll become."
Jedenfalls wird Pickett dadurch endgültig ausrasten und ein Riesenfeind von Sawyer werden.
Das Ergebnis lässt sich dennoch sehen, Sayids Plan scheitert zum zweiten Mal und durch den Diebstahl der Elizabeth sieht er nun endgültig ein, dass die Others schlauer sind als er, und sie kehren zurück zum Strand. Wunderbar wie hier eine weitere Schwäche des letzten Finales weggewischt wird.

HYDRA

Hier hat mir besonders Sawyer gefallen. Seine erste Aktion, wieder diesen genialen Mechanismus in Gang zu setzen. Danach geht es zur Arbeit auf der Landebahn. Hierbei lernen wir noch einmal Pickett kennen, einen der schlimmst dargestellten Others, was Radzinsky bei Dharma ist, ist dieser Freak bei den Others. Kann mir jemand erklären, warum der schon vor Colleens Tod so absolut pissig auf Sawyer ist? Jedenfalls fand ich die Stelle mit dem "shot" statt "shock" genial. Hier wurde mir Sawyer so richtig sympathisch, auch wie er Kate beim Steinehacken beobachtet, und das Gespräch dann. Warum nur wird in ein paar Folgen das Love-Triangle so unfassbar peinlich?
Eine weitere coole Szene, als er Juliets Wasser einfach ausschüttet, und dann diesen Aufstand durch den Kuss mit Kate inszeniert. Hier merken die Others dann, dass Sawyers Schwachstelle Kate ist, was sich besonders Ben zunutze macht. Schön, wie er sich dann bereitwillig von Pickett schocken lässt.
Hier sehen wir auch die Landebahn mit der dann Ajira 316 landen wird. Immer noch nicht ist geklärt, wer diese Landebahn in Auftrag gegeben hat. Ich vermute, sowohl Samuel als auch Jacob, der eine bräuchte sie für Locke, Jacob für seine Anhänger.
Alex ist schon hier sehr aufrührerisch, aber verständlich, da Karl eingesperrt wird. Jedenfalls sind deren Launen eine der wenigen Dinge, die Ben nicht in seinem Plan beachtet hat.
Eine der besten Szenen der Folge ist, wie Sawyer Kate seine Ausbruchspläne erzählt, während unser Mastermind genial alles abhört und sieht. Genial fand ich dann auch die Szene mit Jack, als er ihm zunächst von der gegensätzlichen Situation erzählt. "introduce myself honestly", er sagt zwar seinen wahren Namen lügt aber wieder mit der Tatsache, dass er sein ganzes Leben auf der Insel gelebt hat. Schön auch dieser Dialog:
JACK: Where are Kate and Sawyer?
BEN: They're fine; and they're close. That's all I'm able to tell you right now.
JACK: You can tell me anything you want.
BEN: Fair enough. It's all I want to tell you.
Typisch Ben. Jedenfalls ist es toll, wie er dann Jack so langsam weich kriegt und ihn in Richtung Kooperation drängt. Durch den Beweis, dass er Informationen über die Außenwelt hat, und das er zurückschickt, wenn es soweit ist. Grandiose Abschlussszene, das Baseballspiel mit den Boston Red Sox.
Geniale Parallele, Christian stirbt, die Red Sox gewinnen, dadurch verliert sein alter Spruch an Bedeutung.
Hier wird bereits die zum Glück nie ernst gewordene Juliet-Ben Romanze angedeutet: "You never made soup for me"; "Am I interrupting something?"

SUN UND JINS FLASHBACKS

Das ist deren beste Folge, besonders da endlich dieser Unsympath Jae Lee stirbt.
Jedenfalls ist Sun schon als Kind ganz schön gerissen kalt, sorgt lieber dafür, dass ein Hausmädchen entlassen wird, als das sie zugibt, die gläserne Ballerina zerstört zu haben. Deswegen auch der Titel der Folge, denn die Ballerina ist das Symbol für Suns Lügen.
Jedenfalls finde ich es toll, wie Mr. Paik geradeso noch verhindert, dass Sun tatsächlich mit diesem glatzköpfigen Ehebrecher flieht. Auch fand ich es geschickt, wie er Jin dazu bringt, diesen Mann umzubringen, damit seine Tochter nicht als Ehebrecherin dasteht, was seinen Ruf gefährden könnte. Der Twist ist genial, er bringt durch plötzliche väterliche Gefühle Jin dazu, Jae umbringen zu wollen, dieser denkt bei dem Angriff, Jin will sich für den Ehebruch rächen. Was habe ich mich gefreut, als Jin ihm ein paar ordentliche Schläge verpasst., aber auch, dass er ihn nicht tötet, sondern nur eine Warnung mitteilt. Daraufhin bringt Jae sich Gott sei Dank selbst um, mit der Kette in der Hand, die er Sun schenken wollte. Das führt dazu, dass Sun endgültig das Vertrauen zu Jin verliert und vor ihm fliehen will. So trägt auch Sun Schuld daran, dass sie auf der Insel landen.
Auch auffällig: "It's not my place to tell him." Warum sollte er auch? Es würde seinen Ruf gefährden. Diesen Job übernimmt Juliet, was aber dann in Staffel 4 die letzten Probleme, die durch diesen Glatzkopf entstanden sind, aus dem Weg räumt.

BODYCOUNT

Die Autoren haben ein Einsehen und lassen diesen Unsympaht Jae Lee sterben. Eine Other wird noch dazu tödlich angeschossen.

Summe: 52

FAZIT:
Nach der doch recht lahmen Auftaktfolge, kommt Lost langsam wieder in Fahrt. Der Plan mit dem Segelboot scheitert so schön, wie er einfach nur scheitern musste, was nur durch Colleens Anschießen etwas getrübt wird. Gleichzeitig erleben wir auf der Hydra tolle Szenen mit Ben und Sawyer. Eine gute Folge, die mich als erste hoffen ließ, dass diese Staffel besser wird als die vorhergehende.


Nachgedanken:
- mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass es Jacob war, der die Anweisung zum Bau der Landebahn gab

Samstag, 10. Oktober 2009

3x01 A Tale Of Two Cities (Erik)

Auf zu besseren Lost-Zeiten, auf zu einer besseren Staffel. Doch es wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, wenn die Anfangsfolgen nicht von dem schlechten Lost-Finale von Staffel 2 beeinflusst worden wären. Nach einer genialen Auftaktszene, folgt eine eher lahme Handlung. Die Flashbacks sind komplett überflüssig, weswegen ich sie komplett rauslasse bei meinen Betrachtungen.

A TALE OF TWO CITIES

Was ist damit gemeint? Die Tatsache, dass wir neben dem Strandcamp, das Dorf der Others sehen. Die Existenz der zweiten Insel? Oder vielleicht auch die Hydra, wo sich vorerst ein paar der Losties befinden. Der Titel hat mich schon immer verwirrt.

OTHERS

Alles beginnt mit einem Eye-Opener von Juliet und wir wundern uns, wer diese Person nun eigentlich ist, die ein grandioses Lied einlegt, und keine Muffins backen kann. Dann sehen wir auch noch einen Buchclub und fragen uns zum zweiten Mal, ob das überhaupt noch Lost ist. Die Antwort kommt schnell, nachdem ein urplötzliches Erdbeben das ganze Dorf erschüttert, Ben aus einem Haus kommt und Ethan sich als der Klempner herausstellt. Danach sehen wir eine der besten Szenen der ganzen Serie, den Absturz von 815 aus dem Blickwinkel der Others. Ben schaut als Erstes hoch und ich gehe von der Annahme aus, dass er wusste, dass dieses Flugzeug abstürzt. Da dieser Abstutz sehr dazu dienen wird, seinen Tumor loszuwerden, von dem er erst gestern oder vorgestern erfahren hat, nehme ich an, er weiß es von Samuel, für den es dringend notwendig ist, dass Ben seinen Tumor verliert.
Wie genial Ben eben ist, hat er sofort einen Plan und schickt seine beiden Spione los, seinen besten Vertrauten Ethan, der ein vollbeschäftigter Other ist (Spion, Chirurg, Klempner), und Goodwin, den er loswerden will. Das beide Spione sterben, scheint ihn nicht groß zu stören, da er dennoch seinen Plan vollenden kann.
Mit diesem Dorf lernen wir übrigens die schlimmste Location der Insel kennen und sehen gleich einen Riesenfehler. Das Dorf liegt abgeschieden in einer Art Vulkanplateau, weit vom Meer entfernt, später ist der U-Boot Steg jedoch offenbar gleich nebenan.
Ansonsten finde ich es toll, dass die Others endlich den völlig übertriebenen Geist-Ninjastyle verlieren, und uns wie ganz normale Menschen vorgestellt werden. Sie tragen alle normale Klamotten und leben in richtigen Häusern.
Bereits hier stellt sich heraus, dass Tom schwul ist, was ich übrigens sehr lustig fand.

DREI GEFANGENE

Das alle drei an unterschiedlichen Orten aufwachen, fand ich sehr gut gemacht. Allein der Raum in dem Jack ist ist so herrlich beängstigend, sodass ich seine Reaktionen durchaus nachvollziehen konnte. Das Treffen mit Juliet ist gut gemacht: "Hi, Jack. I'm Juliet." Hier war mir Juliet noch megasympathisch.
Das ganze aber was danach kommt, ist nicht mehr allzu toll, Jacks Ausbruchsversuch irgendwie seltsam, wenn man bedenkt, dass die beiden es schaffen die Tür wieder zu schließen. Das halbe Meer strömt schließlich auf sie ein. Ich denke die Sache mit der Gegensprechanlage war gelogen, schließlich wird diese noch unglaublich wichtig.
Am Ende erfahren wir dann, dass die Others über alle Akten haben. Damals hat mich das noch beeindruckt, mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie überall die richtigen Männer hatten, die irgendwie an diese Akten gekommen sind. "It doesn't matter who we were. It only matters who we are". Wenn das nur bei Jack wirklich so wäre. Interessant fand ich aber die Äußerung von Juliet, dass das mit Dharma lange zurückliegt, schon bald werden beide für sie arbeiten.
Kate wird in dieser Folge auf ganz besondere Art und Weise manipuliert. Durch die Dusche, dem Kleid und dem Frühstück mit Ben wird ihr vorerst die selbstbewusste Art genommen, die sie bisher auf der Insel hatte. Sie wirkt verletzbar, was auch Sawyer merkt, weswegen er ihr gleich den neu erworbenen Fischkeks gibt. Die Tatsache, dass beide in gegenüberliegenden Käfigen gesperrt werden, öffnet zwar Tür und Tor für das grausame Love-Triangle, ist aber gleichzeitig ein geniales Mindgame von Ben.
Sawyer dagegen wacht gleich in einem Käfig auf, ironisch, dass auch Jack und Kate nacheinander in Käfige gesperrt werden. Jedenfalls ist es eine der guten Szenen, wie er versucht das Schaltersystem zu knacken, nachdem er zunächst eine gewischt bekommen hatte. Hier lernen wir bereits Karl kennen (ein sehr sympathischer Charakter), den Ben aus Schutz vor seiner Tochter eingesperrt hat. Das die Schwächen von Staffel 2 noch längst nicht überwunden sind, merken wir daran, dass er Sawyer nach dem Strandcamp fragt, obwohl er genau wissen müsste, dass sie auf einer anderen Insel sind. Vielleicht war es aber auch, genau wie sein Ausbruch, von Ben geplant, sodass Sawyer zur Flucht animiert wird, nur damit sie seinen Willen brechen können. Zufriedenstellend ist das nicht, da Karl eigentlich nichts machen würde, was Ben ihm sagt. Genial fand ich das Treffen von Sawyer und Juliet, wie sie sich beide ansehen, und Juliet dann einen Schockpfeil abfeuert. So gewalttätig läuft deren erste Begegnung ab.

HYDRA

Diese Station scheint unglaublich komplex zu sein, doch die Tatsache, dass womöglich wieder eine Lost-Station für eine ganze Staffel im Mittelpunkt steht, hat mich nach dem Swan-Desaster nicht sonderlich interessiert. Doch die Hydra wird zum Glück wesentlich schneller abgehandelt. Jedenfalls erklärt sie uns das Dharma-Logo am Hai und die Eisbären, wodurch zwei kaum noch interessante Rätsel aufgelöst werden. Finde nicht nur ich es seltsam, wie es die Eisbären dann zur anderen Insel geschafft haben. (Okay sie sind geschwommen).

BENS PLAN

Ben zum Maincharakter zu erheben, war nur zu logisch, aber am besten fand ich, wie er bereits hier die Fäden zieht. Er weiß genau, wie er Kates Willen brechen kann. Durch das Frühstück am Strand, die Handschellen und mit vernünftigen Antworten auf gestellte Fragen. Ganz im Gegensatz zu Toms Antwort, wo sie ist: "You don't really think I'm going to answer that, do you?" Die zweite Insel wäre natürlich falsch gewesen, aber nicht die Erwähnung der Dharma-Station.
Ich fand es genial, wie er sofort erkennt, dass Kate, warum auch immer, mehr Gefühle für Sawyer als für Jack hat.
Auch Jack wird schon ordentlich durch Juliet bearbeitet, der er natürlich versprochen hat, dass sie von der Insel kommt. Sie soll es schaffen, dass Jack Vertrauen zu ihr gewinnt, sodass er dann Ben operiert. Ich glaube, dass er abhaut, als Jack diese Tür öffnet, liegt nur daran, dass Juliet ihn retten soll. Ein toter Jack kann keinen Ben operieren.
Am Ende erfahren wir dann auch endlich seinen wahren Namen und wir merken alles läuft nach seinem Plan. "Good work, Juliet."

BODYCOUNT

Jack ertrinkt zwar fast durch seine Dummheit, eine Tür zu öffnen, vor der er eindringlich gewarnt wird, aber zum ersten Mal stirbt in einer Auftaktfolge niemand.

Summe: 51

FAZIT:
Ein grandioser Auftakt, doch danach folgt die schwächste Openerfolge von Lost. Alles dreht sich nur darum, wie die Gefangenen zu sich kommen und erst einmal ihre Grundbedürfnisse stillen. Es wird nichts weiter enthüllt über die Others, als der Name Ben und das dieser einen Plan hat, sie ganz normale Menschen sind, und wir uns in einer weiteren Dharma-Station befinden. Überflüssige Flashbacks schrauben das Niveau der Folge noch weiter hinab, ich gebe ihr das Prädikat unterdurchschnittlich.


Nachgedanken:
- keine wirklich neuen Erkenntnisse in einer schwachen Openerfolge

Freitag, 9. Oktober 2009

2/23 und 2/24 Live Together, Die Alone (Erik)

Hoffnung war da, dass durch ein grandioses Finale diese Staffel wenigstens noch ein ordentliches Ende bekommt. Was bleibt ist große Enttäuschung und hoffen, dass Lost in Staffel 3 besser wird.

DESMONDS RÜCKKEHR

Das tollste an diesem Finale war es, Desmond ziemlich unerwartet in die Serie zurückzubringen, und ihm gleich eine so wichtige Rolle zu geben, dass er einen eigenen Flashback bekommt. Anfangs ist davon noch nichts zu sehen, unrasiert und vollbetrunken kommt er an, und auch den nächsten Tag ist er mit nichts anderem beschäftigt als Trinken. Von ihm kommt aber eine interessante Äußerung, die mir schon beim ersten Sehen gefallen hat, nämlich "snowglobe". Als Auflösung hätte ich das gar nicht so schlecht gefunden, denn Desmond hat auch nicht Unrecht. Aufgrund der zeitlichen Barriere ist die Insel tatsächlich so etwas wie eine Schneekugel, abgesondert vom Rest der Welt. Allerdings: Eine Schneekugel kann zerbrechen, symbolisch, dass durch die Anomalie die Schutzbarriere kurz zerstört wird und so für die Außenwelt sichtbar wird.
Schön ironisch ist es aber, dass er genau zu Libbys Beerdigung mit ihrem Segelboot zurückkommt.
Ich denke, dass er so in Kreisen gesegelt ist, lag daran, dass ihn die elektromagnetische Anomalie immer wieder zurückgeführt hat. Er hat also die Insel nur umrundet. Schön fand ich noch seinen Satz gegenüber John, auf die Frage, ob die Welt noch existiert: "I'm not so sure about that, brother."

MICHAELS PLAN

Der Plan funktioniert und ich kann es immer noch kaum fassen. Jack, der endlich bereit ist zu glauben, dass Michael ein Spion ist, lässt ihn dennoch gewähren, da er mit Sayid einen supergenialen Masterplan ausgearbeitet hat. Wenigstens hat er noch einen Restfunken Intelligenz und lädt Michaels Waffe nicht. Trotzdem ballert jener bei der ersten Gelegenheit wie wild rum, wodurch auch Michael merkt, dass Jack ihm nicht mehr traut.
Das ausgelöst durch den Hurley Bird und auch wenn sich Hurley einbildet seinen Namen gehört zu haben, das Ding ist nur ein Gag der Autoren. Sawyers Spruch danach sagt doch alles: "Yeah, it did. Right before it crapped gold."
Aus welchem Grund auch immer zwei Others der Gruppe super auffällig folgen, verstehe ich auch nicht, und auch nicht warum sich einer sogar bereitwillig abschießen lässt. Dadurch kommt die Lüge raus, Hurley der verständlicherweise umkehren will, hält Jack mit dem Argument zurück, dass er einen Masterplan hat, und die Others sie töten würden, wenn sie jetzt umkehren. Sawyer und Kate scheint das überhaupt nicht zu stören, die gehen trotzdem weiter. Michael hätte in dieser Szene vor Jack in die Knie gehen müssen, dass dieser trotz Durchschauen der Lüge noch immer weitergehen will.
Dann kommt diese seltsame Szene mit dem Rohrpostsystem, die ich bis heute nicht verstehe, und die für mich eine der größten Schwachstellen in der Story von Lost ist. Jedenfalls merkt Jack, dass Michael ihn nicht zum Decoy village führt und sie werden alle vier otherslike entführt. Ist Jack denn wirklich nie der Gedanke gekommen, dass Michael ihn womöglich wo völlig anders hinführen soll?

SEGELBOOT PLAN

Es wäre wohl unglaublich gewesen, wenn ein noch schlechterer Plan als der von Michael in der gleichen Folge geklappt hätte. Ich raffe es einfach nicht, warum Sayid mit einem offensichtlichen, gut erkennbaren Segelboot zu diesem Dorf segeln will, und dann, wohl gemerkt unentdeckt und mit dem Element der Überraschung, sie auskundschaften will. Und dann will er ein Signal senden, dass offenbar auch nur Jacks Gruppe sehen kann, sodass sie sich beide treffen und zusammen weitergehen. Hält er die Others wirklich für zurückgebliebene Höhlenmenschen? Wobei selbst diese hätten das durchschaut.
Wie es so kommen muss waren die Others viel viel schlauer als die Losties, haben das Dorf aufgegeben, und Jack und Sayids Plan gründlich vermasselt. Dennoch zündet Sayid noch ein Signal an, damit die Others auch wissen, wo er ist. Ich wollte nur mal anmerken, dass sie zu dritt sind, und Sayid weiß, dass es mindestens 23 von ihnen gibt.
Das beste an dieser Segelboottour bleibt, dass wir den Fuß der Statue gesehen haben. Damals war diese nette Szene nach all den tausenden ungeklärten Dingen, die sie in diese Staffel hineingeworfen haben zuviel. Das Interesse fehlte mir an der Sache. Es hat sich aber als einer der wichtigsten Orte der Insel herausgestellt, Jacobs Zuhause und dort wo Samuels Plan seine Vollendung findet.

LOCKE

Wir erleben in Sachen Glauben den Tiefpunkt der Figur Locke. Er ist so verzweifelt, dass er wirklich herausfinden will was passiert, wenn die Zahlen nicht eingegeben werden, und versucht sogar Eko davon abzuhalten. Als ob das nicht reichen würde, heult er auch noch an einem Baumstamm, als Eko ihn aus der Station wirft, und Charlie kann sich über ihn lustig machen. "We're only puppets—puppets on strings." Er hat sogar Recht, denn er ist nur eine Puppe im Spiel von Samuel und kurz davor, wieder einen entscheidenden Schritt weiterzugehen. Jedenfalls hat er dann einen neuen Plan und holt sich Desmond an Bord, der sich natürlich in diesem Moment noch unmöglich an den Zwischenfall vom 22. September erinnern kann. Wir erfahren dabei die Auflösung des Schneemanns Rätsel, sehr lustig und geistreich wie ich anmerken darf.
Als sie es schaffen Eko auszuschließen, fragt Desmond: "Are you sure about this, brother?". Locke antwortet mit: "I'm more sure about this than anything in my entire life."
In Wirklichkeit ist er kurz davor, eine globale Katastrophe auszulösen.
Im restlichen Verlauf ist erstaunlich, wie er sich durch nichts erschüttern lässt (im wahrsten Sinne des Wortes), Eko sprengt fast den halben Vorraum in die Luft, das interessiert ihn nicht. "They're not my friends.", oder auch die Behauptung, dass sich Jack nicht für diese Station interessiert, sind auch Beweise, dass Locke alle Fakten ignoriert. Wer hat denn die Zahlen eingegeben, während du weg warst, Locke? Jedenfalls erinnert er Desmond ganz plötzlich an seinen Selbstmordversuch, und wie er ihn dadurch gerettet hat. Ich finde es schon seltsam, wie schnell Desmond bedeutende Ereignisse, die nur so kurze Zeit zurückliegen, vergisst.
"What if the experiment wasn't on the two men in here, but on the two men in there?", ich glaube nach wie vor nicht, dass Desmond Recht hat, da mir jeglicher Sinn eines solchen Experimentes fehlt. Doch auch dadurch bringt er Locke noch immer nicht davon ab, dass das alles nicht real ist. Desmond bekommt urplötzlich seine Erinnerung wieder, dass er am 22. September die Zahlen nicht eingegeben hat, und findet heraus, dass er für den Absturz von 815 verantwortlich ist. In dem Maße, indem Desmonds Glauben an die Station wieder gestiegen ist, ist sie bei Locke noch weiter gesunken. Nichtmal das hält ihn davon ab, er zerstört den Computer und behauptet: "No. I just saved us all."
Später aber, als die Hölle richtig losgeht und die magnetische Anomalie ihre Wirkung entfaltet, die ganze Station zerstört wird, und der wieder zu sich gekommene Eko fassungslos auf ihn zutritt, merkt er es dann: "I was wrong." Ein genialer Satz, der den ganzen Charakter Locke in Staffel 2 zusammenfasst. Wir können aber darauf hoffen, dass uns in der nächsten Staffel ein besserer Locke erwartet.

EKOS PLAN

Wieder ein Plan, der schiefgeht. Eko, der ausgesperrt wurde, muss den Lukenschacht nach oben klettern, um überhaupt aus der Station zu kommen. Dann überzeugt er Charlie, dass sie Locke aufhalten müssen. Das er das Dynamit sprengen will, ist noch ganz vernünftig, da es das einzige ist, was helfen könnte die Türe zu öffnen. Allerdings fand ich es schon immer arg seltsam, dass er sich nach der Zündung hinter der nächsten Wand versteckt. Hallo, es ist Dynamit und kein Silvesterknaller. Jedenfalls geht das schief, Eko wird schwer verletzt und auch Charlie ist erst einmal taub. Die Szene fand ich übrigens toll, das ganze Chaos mit der Schwerhörigkeit von Charlie, und dann hören wir den Alarm.

SWAN

Tut mir Leid für alle, die diesen Fail-Safe-Key so toll finden, aber ich glaube ich bin der einzige, der diese Art und Weise wie das mit Zahlen beendet wird, absolut blöd findet. Fast 30 Jahre läuft diese gefährliche Aufgabe, aber alles lässt sich abkürzen durch einen einfachen Schlüssel, der wie auch immer etwas aktiviert, dass eine ganze Anomalie zerstören kann. Mir kam die Idee, dass es die Atombombe ist, die nur eingemauert worden ist, aber dann hätten Eko, Locke und Desmond verdampft werden müssen. Vielleicht aber gleichen sich die beiden Kräfte so aus, sodass nur ein violettes Leuchten und ein lautes Geräusch entsteht. Trotzdem bin ich mit diesem Schlüssel absolut unzufrieden. Die Autoren wussten wohl nicht, wie sie das sonst beenden sollten, und zauberten da diesen Deus ex machina-Gegenstand aus dem Hut, der auf einmal alles beenden kann. Desmond kann sich natürlich in Orientation null an diesen Schlüssel erinnern, obwohl er ihn erst vor zwei Tagen in das Buch hineingelegt hat. Jetzt auf einmal fällt es ihm wieder ein.
Dann wird die Swan zerstört und nichts, aber auch nichts ist zu dieser Station wirklich beantwortet, außer dass sie den Elektromagnetismus kontrolliert, etwas, dass wir schon seit Orientation wissen. Unfassbar, dass sich in 21 Folgen aber auch gar nichts Neues über diese Station ergeben hat. Sie wird einfach rausgenommen und lässt uns mit vielen unbeantworteten Fragen zurück:

Warum wurden die Zahlen eingegeben, wenn sich alles durch einen Fail-Safe-Key beenden lässt?
Wieso wird das Ganze nicht einfach automatisch gemacht und muss von Hand eingegeben werden?
Warum gefährdet man das Ganze durch die Behauptung es sei eine unwichtige Aufgabe in einem anderen Video?
Wieso darf der Computer nicht zur Kommunikation mit der Außenwelt benutzt werden?
Wieso muss man die Zahlen "4 8 15 16 23 42" eingeben, deren Eingabe einige Zeit benötigt, anstatt des einfachen Befehles "Y" für Ja?
Weshalb hat Radzinsky genau diese Blast Door Map gemalt?
Warum hat er ein sinnloses Stück vom Swan-Orientation Film rausgeschnitten?
Warum gibt es eine versiegelte Luke, wenn es doch einen einfach zu öffnenden Eingang gibt?
Wozu wurden die Spiegel und das helle Licht gebraucht?
Warum kann ein Einschluss fast verursachen, dass man im falschen Raum ist und die Zahlen nicht eingeben kann?
Wodurch wurde die Leiter zerstört?
Warum gibt es diese überhaupt?

Fazit: Die Swan, für mich ein enttäuschendes Kapitel Lost.

DESMONDS FLASHBACKS

Das beste an diesem Finale sind die noch sehr wichtigen Personen, die wir kennenlernen. Als Erstes erfahren wir, dass Desmond unehrenhaft aus dem Armeedienst entlassen worden ist, offenbar weil er sich, wie er Kelvin gegenüber sagt, nicht an Befehle halten kann. Sehen wir in "The Constant."
Desweiteren lernen wir endlich Charles Widmore kennen und dieser Typ war mir sofort arrogant, wie er einfach über das Wohl seiner Tochter entscheidet, und behauptet Desmond wäre nur ein Feigling. Es wird noch schlimmer, aber genau das macht ihn so genial. Jedenfalls finde ich es toll, dass Desmond sein Angebot ausschlägt, und stattdessen auf andere Art und Weise versucht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, durch das Segelrennen. Dessen Zweck war es offenbar nur, damit Desmond, wie von Miss Hawking vorhergesehen, auf der Insel landet, damit er die Zahlen eingeben kann. Vielleicht hat sich aber auch Widmore erhofft, dass er durch Desmond die Insel wiederfindet. Ironischerweise ist es sogar so.
Kurz bevor er aber lossegelt, lernen wir die beste weibliche Figur in ganz Lost kennen, Penny. Deren Liebesgeschichte ist der Beweis, dass es in Lost auch mit solchen Dingen funktionieren kann. Jedenfalls finde ich die Szenen zwischen den beiden immer unglaublich toll. Penny, die eigentlich heiraten will, hängt noch immer an Desmond, und ich denke, als er nach diesem Jahr nicht zurückgekommen ist, hat sie alles unternommen, um ihn zu finden. "With enough money and determination you can find anyone." Schließlich ist sie es, die die Insel entdeckt, und die Oceanic 6 rettet.
Als ob zwei geniale Charaktere nicht reichen, kommt gleich ein dritter dazu, und wir merken, dass wir Kelvin schon einmal gesehen haben. Genial fies gemacht. Ich fand es nur seltsam, wie er Desmond am Strand gefunden hat, ich glaube aber das hängt mit Jacob und Samuel irgendwie zusammen, denn er ist auch mit daran Schuld, dass Flug 815 abstürzt. Jedenfalls erfahren wir hier, dass die Krankheit nur ein Fake ist, damit die Probanden nicht auf der Insel herumlaufen. Kelvin hat das durchschaut, Desmond erst später.
Hier deutet aber Kelvin bereits den schlechtesten Lost-Charakter an, seinen Partner Radzinsky, und wir erfahren gleich wie dieser umgekommen ist. Danach wollten alle Fans diesen Charakter unbedingt sehen, ich hoffe sie sind jetzt zufrieden, und reden den Autoren nicht wieder in ihre Arbeit rein. Es ist schon seltsam, dass dieser total gestörte Typ diese Blast Door Map gemalt hat, und knapp 30 Jahre in der Station mit anderen Leuten leben konnte.
Dann folgt die größte Enttäuschung des Finales im besten Flashback. Was für ein toller Widerspruch. Doch ich fand Desmond, wie er Kelvin durchschaut, ganz toll gemacht, und auch seine Verfolgungstour. "Screw the button, man", einer der besten Sätze dieses Finales. Jedenfalls erfährt Desmond hier, dass die Krankheit ein Fake ist, obwohl er sich noch immer impft. Schon seltsam. Jedenfalls bringt er Kelvin um und merkt, dass er schnell zurückmuss. Hier erleben wir bereits die Auflösung was passiert, wenn die Zahlen nicht eingegeben werden. Ich fand es erstens unbefriedigend das ganze in einem Flashback zu sehen, weil dann alles weitere im Finale für mich kaum noch interessant war, und zweitens die Tatsache, dass Desmond die Zahlen noch einmal eingeben konnte. Das alles aber mündet dann in dem genialen Satz: "I think I crashed your plane."
Im letzten Flashback sehen wir die Auflösung, warum Locke damals Boone opfern musste, und woher der Lichtstrahl kam. Desmond war kurz davor sich umzubringen und merkt, dass noch andere Leute auf der Insel sind, wodurch er Hoffnung hat, bald abgelöst zu werden. Trotzdem verstehe ich nicht, warum er sich dann dennoch so aggressiv verhält, als die Losties tatsächlich die Station betreten.
Pennys Brief finde ich unglaublich genial, und das Desmond sich beim Drehen des Schlüssels an die letzten Worte erinnert, ist unglaublich gut gemacht. Trotz aller Komplexität mit Zeitreisen, Elektromagnetismus steht bei Desmond immer die Beziehung zu Penny im Mittelpunkt.

DER SCHLUSS

Einfach nur grottig, was passiert nachdem die Entladung vorbei ist. Selbst Ben kann mich da nicht überzeugen. Genial war noch sein Wiedersehen mit Jack, mit dem fiesen Grinsen und den Worten: "Hello again." Er ist zwar nicht ganz einverstanden mit der Freigabe von Walt, aber zur Ausnahme hält er sich mal an sein Wort, und schickt Michael in die Freiheit. Nicht ohne Hintergedanken, denn er nutzt Michaels Verzweiflung über den Mord an Ana-Lucia und Libby dazu aus, um ihn zum Frachterspion zu machen. "We're the good guys, Michael." Das ist alles, was wir über die Others erfahren und so richtig mehr wird es auch nicht.
Gut, Hurley wird freigelassen, das nützt weder den Others noch Ben was, dafür aber Samuels Plan. Dann werden Jack, Kate und Sawyer in Säcke gesteckt, und an dieser Stelle endet die Geschichte für sie erst einmal. Für mich kein Cliffhanger.
Unfassbar schlecht ist Charlie, kommt einfach so zurück, und wundert sich, dass Eko und Locke noch nicht zurück sind, obwohl sie eventuell noch in der jetzt zerstörten Station sind. Statt nach ihnen zu suchen, turtelt er lieber mit Claire rum. Ich glaube jeder Lost-Fan hätte ihn dafür schlagen können, als er sagt: "Nothing happened." Ah ja, es kommt also jeden Tag mal vor, dass der Himmel plötzlich violett leuchtet, und ein lautes Geräusch zu hören ist?
Dann kommt die Szene mit den Portugiesen in der Station, die ich nie so richtig verstanden habe. Offenbar sitzen diese im Auftrag von Penny den ganzen Tag in einer antarktischen Station und halten nach Anomalien Ausschau. Penny weiß davon offenbar durch ihren Vater. Finde die Szene nicht schlecht, aber auch nicht besonders. Interessant nur diese Sätze:
"I crush your defense and that is the last you shall see of your rook."
"All part of the plan, my friend."
"Ah. Then your plan must be to lose. Please. Your move."
Sehe ich als Anspielung auf Samuels und Jacobs Plan. Heißt das jetzt, es war von Jacob geplant, dass er getötet wird, damit er seinen wahren Absichten erst durchsetzen kann?
PS: Samuels Plan ist nun so weit, dass die Swan endlich verschwunden ist, die Insel kurz für die Außenwelt sichtbar geworden ist, und Widmore seinen Frachter schicken kann.
Im kleineren Maßstab sind nun Jack, Kate und Sawyer endlich bei den Others. Samuel kann zufrieden sein.

BODYCOUNT

Ein Other lässt sich plump abschießen, Kelvins Schädel wird an einem Fels zertrümmert und Radzinsky hat die Waffe endlich auf die einzig richtige Person gerichtet.

Summe: 51

KPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben, Ana-Lucia, Eko, Kelvin (und das Ganze hat endlich ein Ende)

FAZIT:
Enttäuschend, diesea Finale ist so hart wie ich es sagen muss einfach nur enttäuschend. Anstatt der Auflösung mit der Swan, kriegen wir nur einen billigen Schlüssel zu sehen, und werden mit tausenden Fragen zurückgelassen. Michaels schlecht durchdachter Plan geht auf, ein anderer noch schlechterer mit dem Segelboot zum Glück nicht. Das Ende ist für ein Lost-Finale äußerst schlecht gemacht mit Charlies totaler Ignoranz und der Szene in der antarktischen Station.
Es treten viele Logikfehler auf, aber wenigstens die Idee mit den Desmond-Flashbacks stimmt mich etwas zufrieden.


FAZIT STAFFEL 2:
Die schlechteste Staffel von Lost. Ich muss es einfach so sagen. Sie fing gut an, aber dann verlor man den roten Faden und fing an Einzelstories, die sich nicht in die Haupthandlung integrieren ließen, zu erzählen. Charakterliche Entwicklung war bei den meisten nicht zu sehen, Charlies Fast-Drogenrückfall ein desaströser Handlungsstrang, Sawyers egoistischer Waffenklau hat diesen Charakter eher zurückentwickelt. Am schlimmsten war aber Locke, der sich nicht einmal gegen Jack durchsetzen konnte und schließlich zum Verzweiflungs-Locke wurde, der jeglichen Glauben an die Insel verloren hat.
Erst mit der Einführung von Ben bekam die Staffel ein Top-Niveau das ruhig länger hätte andauern können, genau wie bei Desmond am Anfang. Zwei der besten Lost-Charaktere wurden in dieser miesen Staffel eingeführt, wodurch sie für mich nicht völlig überflüssig wirkt.
Mysterien wurden hochstilisiert, tausende Rätsel eingeführt für die man nach etlichen Folgen keine sinnvolle Erklärung mehr fand. Der Grund, warum soviele Fans von den nächsten drei Staffeln enttäuscht sind, liegt an der Art und Weise wie hier diese Themen hochgepusht worden sind. Viele Lost-Fans sagen sie hätte nach dieser Staffel nicht mehr das gleiche Lost-Gefühl gehabt, bei mir fing es erst nach dieser Staffel richtig an. Für viele ist das zweite Lost-Finale das beste, für mich das schlechteste.
Die beiden Hauptthemen, Swan und Tailies, tragen letztlich fast nichts Sinnvolles bei. Die total in die Länge gestreckte Swan-Handlung wurde einfach so mit tausend Fragen beendet, da man selbst nicht wusste, was es damit auf sich hat.
Bei den Tailies, den ersten Versuch neue Charaktere einzuführen, griff man bei den Schauspielern charakterlich daneben. Michelle Rodriguez war kurz hinter Gittern, Cynthia Watros hatte auch Probleme mit der Polizei und AAA war ein komplizierter Schauspieler. Die ersteren wurde noch in dieser Staffel rausgeschrieben, AAA dann gleich zu Beginn der nächsten.

Was bleibt nach dieser Staffel ist Hoffnung auf Besserung, und die kommt mit Staffel 3.



Nachgedanken:
- ich bin fest davon überzeugt, dass Jacob tatsächlich getötet werden wollte, um seinen Plan umzusetzen, Smokey zu töten und einen Nachfolger zu finden
- alle offenen Fragen zur Swan werden in einem Extrapost geklärt