Montag, 5. Oktober 2009

2/19 S.O.S. (Erik)

Ich liebe diese Folge einfach nur. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass die Autoren eine Rose-und Bernard Folge drehen würden, und auch die Redshirts etwas mehr zu sagen hätten. Dass die Story durch Jack und Kates Wanderung zur Grenze vorangetrieben wird, empfand ich sogar als nervigsten Teil dieser Episode.

RETTUNG UND HEILUNG

Na endlich, nach vielleicht zwei Wochen der Zerstörung des Flosses kommt endlich wieder jemand auf die Idee, einen Versuch zur Rettung zu unternehmen. Bernard spricht mir da aus der Seele, als er alles anführt mit dem Küche bauen, dem Essensabwurf, der Tatsache, dass alles sich häuslich einrichten und schon vergessen haben wo sie sind. Ist Rettung nicht das große Ziel der Serie in den ersten Staffeln? Gut, Eko, Punkt für dich: "People are saved in different ways, Bernard."
Am schönsten fand ich, wie er Jack auf den Boden der Tatsachen zurückholt: "Well, do we have to run everything by Jack? I mean, he's not the president. He's a doctor." Ich sage: Bernard for president. Die Art und Weise, wie wenig Interesse die anderen an Rettung zeigen, ist schon beängstigend, auch wenn Rose durchaus Recht hat, dass er ihnen nur falsche Hoffnung macht.
Die große Ironie der ganzen Sache: durch Roses Heilung und das sie auf der Insel leben will, wollen ausgerechnet die beiden Charaktere am wenigsten die Rettung.
Womit wir bei dem Thema Heilung wären. Ich denke Rose ist nicht gerettet wurden durch eine Jacob-Berührung, sondern wie Isaac von Uluru es erklärt hat, durch die Energietasche an Elektromagnetismus auf der Insel. Soviel ich gehört habe, soll das tatsächlich heilende Kräfte haben. Ich denke aber auch noch, dass Roses Glauben an die Insel viel bewirkt hat: "But, honey, you and I both know it's not going to take that long." Das Rose und Bernard auch in drei Jahren noch immer glücklich zusammen auf der Insel leben bedeutet eins, als einzige von allen haben sie letztendlich Rettung gefunden.

ROSE UND BERNARDS FLASHBACKS

Unglaublich toll gemacht, eine Hintergrundgeschichte, die schöner und trauriger nicht hätte gemacht werden können. Endlich eine Liebesgeschichte, die auch real wirkt. Bekanntermaßen sind da persönliche Erlebnisse von L. Scott Caldwell mit eingeflossen, deren Mann an Krebs gestorben ist, kurz vor der Ausstrahlung der Serie. Für mich lügt Rose auch aus einem guten Grund, auch wenn das natürlich bei Lügen immer schwer ist. Sie will einfach nur, dass sich Bernard deswegen nicht abhetzt sie zu retten, sondern sie die letzten Lebenstage glücklich sind. Trotz allem ist es genial, wie es Bernard dennoch schafft sie zu retten, denn wären sie nicht zu diesem Wunderheiler geflogen, so wären sie auch nie zur Insel gekommen.
Lustig auch, dass wir hier die erste Szene mit Schnee haben, etwas das bisher völlig in der Serie gefehlt hat. Deren Treffen könnte auch nicht besser sein. Bernard ist auf seine trottelige, bestimmende Art und Weise einfach nur sehr sympathisch, Rose durch ihre mütterliche Art sowieso.

DER AUSTAUSCH

Auf einmal kommt Jack auf die Idee, dass sie vielleicht doch Walt retten könnten und zwar durch einen Austausch. Bens einziger Satz ist natürlich spitze: "They'll never give you Walt." Diesmal lügt er nicht, denn es ist Michael der Walt zurückbekommt.
Die beste Ironie ist aber, dass Ana-Lucia Jack ihre Waffe gibt mit den Worten: "You need it more than I do.", und das obwohl sie nächste Folge unbedingt eine Waffe haben will. Dadurch besiegelt sie bereits hier ihr Schicksal. Nur noch eine Folge und sie verschwindet endlich.
Die restlichen Szenen mit dem Austausch waren wieder recht billige Jack-Kate-Szenen. Spätestens ab hier ist der Waffenklau total sinnlos geworden, als Jack sagt er hat schon eine, trotzdem fand ich Sawyers Gesichtsausdruck traumhaft. Die Szene im Netz ist grausam schlecht, nicht nur das Jack ungefähr zehnmal ruft, dass Kate die Puppe nicht angreifen soll, er kriegt es sogar noch hin mit ihr gefangenzuwerden. Die Seil-Abschieß-Aktion würde ich persönlich zu den fünf dümmsten Momenten dieser beiden Charaktere hinzuzählen. Schon einmal was von einem Messer gehört, Jack und Kate?
Dann schreit sich Jack die Kehle aus dem Hals, oh Mann wäre da Michael nicht erschienen, womöglich wäre der noch eine ganze Woche dort geblieben. Und komisch, dass sich Jack darüber aufregt, dass Kate ihm nichts von der Station erzählt hat. Wer hat denn Kate eiskalt abserviert und selbst eine Menge Geheimnisse vor den anderen?
PS: Die Others wollen euch natürlich euch beide, nur die sind schlauer als ihr.

ANDERE CHARAKTERE

Locke ist endgültig am Verzweifeln, dazu muss man sich nur Bens Miene ansehen, der nun zum ersten Mal richtig lächelt, seit er in Gefangenschaft ist. Er weiß, alles läuft nun nach Plan, sein Schweigen hängt wohl damit zusammen, dass er nur noch warten will, bis ihn Michael endlich befreit. Ab hier beginnt nun auch Lockes Entfremdung von seiner geliebten Station: Den Counter lässt er fast ablaufen, "I'm done with the hatch.", " It's not my button." Noch vor ein paar Folgen war es seine Station. Was dieser Ben so alles bewirken kann, ist schon phänomenal? Nicht einmal eine einfache Karte bekommt Locke mehr hin. Erst nachdem er aus der Station raus ist, schafft er es.
Und endlich gibt es wieder Redshirts, Redshirts. Genial das Frogurt erwähnt wird und zu schade, dass er nicht schon hier einen Auftritt hat. Desweiteren werden Craig, Jerome und Richard benannt. Nach 19 Folgen der 2. Staffel merken die Autoren, dass es auch noch andere Überlebende gibt. Es sind auch zum größtenteils die Redshirts, die anfangs noch mithelfen bei Bernards Zeichen.
Die Endszene soll übrigens andeuten, dass es der letzte friedliche Tag ist, durch Michaels Rückkehr wird nun einiger Aufruhr entstehen.

BODYCOUNT

Soll in so einer wunderbaren Folge etwa noch jemand sterben?

Summe: 46

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (er grinst sich doch einen ab), Ana-Lucia (okay so langsam sollte das Ding "Known Pushing Buttoners" heißen)

FAZIT:
Ich stehe mit dieser Meinung vermutlich alleine da, aber das ist eine der schönsten Folgen von Lost. Die beiden charakterlich saubersten Personen der Insel stehen im Mittelpunkt, noch dazu lernen wir ein paar Redshirts kennen. Das einzig negative, die Wanderung von Jack und Kate zur Grenze.
Unfassbar, dass wir nun bis Folge 3x21 auf Rose verzichten müssen, Bernard ist wenigstens noch einmal kurz im Staffelfinale zu sehen.


Nachgedanken:
- Rose und Bernard sind neben Hurley, Cindy, Emma und Zack, die einzigen Überlebenden von Oceanic 815, die auch nach dem Serienende auf der Insel leben, sie haben also das gefunden, was sie sich in dieser Folge vorgenommen haben

Sonntag, 4. Oktober 2009

2/ 18 Dave (Erik)

Mir gefällt diese Folge nicht, aber nicht weil sie schlecht geschrieben ist, sondern weil mir die Anspielungen nicht gefallen, dass alles nur ein Traum ist. Hurley bildet sich das plötzlich alles nur ein und das mit der Swan ist nur ein Fake. Ben wird fast erschossen, das alles jagt einem schon Angst ein.

HURLEY = VARIABLE UND DAVE UND LIBBY

Die Folge überzeugt mich fast vollständig davon, dass Hurley die entscheidende Variable ist von Jacob, die Samuel nicht in seinem Plan haben will, und versucht loszuwerden. Ich denke Dave ist eine Erscheinung von Samuel, die ihm zusetzen will, und schon in der Klinik verhindern möchte, dass Hurley auf die Spur der Insel gebracht wird. Als er damit scheitert, versucht er ihn, zum Selbstmord zu bewegen. Für mich ein Riesenhint: Dave brüllt laut beim Basketballspiel: "Fantastic, give it to the guy who's not even in the game!!" Wenn wir davon ausgehen, dass alles nur ein Spiel zwischen Samuel und Jacob ist, so ist Hurley eine Spielfigur, die zumindest von Samuel möglichst draußen bleiben soll. Er überredet ihn also zunächst zur Flucht. Toll fand ich dabei die Redewendung: "The revolution has begun, man." Sowas Ähnliches sagt Ben auch zu Locke, als er dann Anführer ist. Jedenfalls scheitert er daran, denn Hurley erkennt, dass Dave ihn nichts verändern lassen will, das gleiche möchte Samuel möglichst auch nicht.
Gut, dass wir bei dem Thema Veränderung sind und bringen Libby ins Spiel. Sie sagt am Anfang, als Hurley ihr das Vorratslager zeigt: "You want to change -- then change." Heißt also, wenn Hurley in Staffel 6 wirklich etwas ändern will, dann schafft er es auch. Somit denke ich, und jetzt Achtung, etwas das Libbys Hintergrundstory mitaufklären würde. Jacob hat Libby auf Hurley angesetzt, die offenbar so etwas wie Ilana ist, damit sie ihn beobachtet, und auf der Insel den rechten Weg weist. Daves Verachtung für Libby macht das deutlich. Zunächst schleicht sie sich also in die Klinik ein, als Patientin, beobachtet aber nur. Jetzt, da Dave versucht Hurley zu beeinflussen, muss sie einschreiten. Im übrigen schafft er das mit ein paar sehr einleuchtenden Gedanken, die mir bewusst gemacht haben, dass das wirklich alles nicht real ist, und versucht ihn dann zum Selbstmord zu bewegen. Libby hindert ihn geradeso noch daran und als sie beide gehen sagt Hurley noch: "Do you really think I can, you know, change?"
Dann sehen wir den einzigen Libby-Flashback, offenbar erinnert sie sich daran, was sie alles durchmachen musste, um Hurley dorthinzubringen.
Wer ist nun Dave? Ich werfe es nun einfach mal ein, Samuel bedient sich doch immer toten Personen. Was ist, wenn er dafür einfach die Gestalt von Libbys toten Ehemann angenommen hat?
Übrigens schön, dass die Höhlen noch einmal erwähnt werden, die einfach so verschwunden sind, offenbar weil die Swan wesentlich näher ist.

HURLEYS FLASHBACKS

Lange habe ich mich gefragt, wieso Hurley in die Irrenanstalt kommt. Irgendwann hat es Klick gemacht, er gelangt dahin, weil er durchgedreht bzw. katatonisch geworden ist, wegen den beiden Menschen, die er umgebracht hat. Ich gebe es zu, schnellschalten ist nicht immer meine Stärke. Vielleicht war einer davon Dave, womit diese Hurley-Libby-Dave-Samuel-Jacob-Geschichte eine runde Sache wird. Genial fand ich den Beitrag von Dave, dass ihm Leonard nur eine "23" nennt, wenn er den Keks klaut.
Und Dr. Brooks könnte auch irgendwie eingeweiht sein, denn er macht nicht umsonst das Foto von Dave und Hurley, um zu beweisen, dass Dave nur für ihn existiert. Außerdem hängt in seinem Büro ein Bild der Insel.
Auch toll, wie Dave genau weiß, wann der Wachmann verschwindet. Geplant hatte er das schon sehr gut.
Ich habe übrigens schon fast gedacht, Hurley wäre wegen dem Unfall so dick, aber ich glaube in zwei Monaten legt man nicht so arg zu.

BEN UND LOCKE

Es gibt noch einen anderen Grund, warum mir diese Folge nicht so gefällt. Sayid erschießt fast Ben, und kann nur durch das Eingreifen von Ana-Lucia gerettet werden. Zwar ist es eine nette Parallele zu der Tatsache, dass Sayid den jungen Ben anschießt, aber es ist beängstigend wie knapp es ist, dass der beste Charakter aus der Serie geschossen wird. Für das Eingreifen bin ich Ana-Lucia dankbar. Eine persönliche Parallele: Ana-Lucia war lange Zeit mein Hasscharakter Nummer 1, und rettet meinen Lieblingscharakter, Kate ist es dann irgendwann geworden, und rettet zum zweiten Mal meinen Lieblingscharakter. Also gibt es schon Rechtfertigung, warum diese beiden Personen dabei sind bzw. waren.
Außerdem kann Ben zum ersten Mal keine genauen Antworten geben, fällt sogar auf Sayid rein, doch das er vollends die Kontrolle verliert, glaube ich immer noch nicht. Wir hören auch zum erste Mal von "him", womit Jacob gemeint ist, obwohl der Ben gar nicht bestrafen kann, da er ihn nie gesehen hat. Jedenfalls denke ich, rettet sich Ben so auch, da er noch eine gewisse Wichtigkeit für die Losties hat, was Ana-Lucia als Erste erkennt.
Dann kommt es zu Bens entscheidenden Sätzen in dieser Episode, die wieder Samuels Plan dienen. Er lässt Locke zweifeln, ob die Station real ist. Schön fand ich auch, dass er andeutet warum er hier ist: "What possible reason could I have for putting myself through all this?" Vielleicht um auf sehr kompliziertem Wege einen Wirbelsäulentumor loszubekommen. Besonders gut fand ich die Anspielung, dass Gott von der Insel nichts weiß, worauf aber die ganzen religiösen Anspielungen nicht hindeuten, aber vielleicht spricht er auch von den Inselmächten Jacob und Samuel, die nichts mit Gott zu tun haben.
"No, I'm done lying.", was natürlich gelogen ist.

ANDERE CHARAKTERE

Die Komik war herrlich in dieser Folge, kaum hat Hurley sein Lager zerstört, kommen alle vom Strand herbeigeströmt, um das Essenspaket zu begutachten. Dann Charlies Bemerkung: "No. Saw a polar bear on roller blades with a mango.", und dann Ekos unzynische Antwort: "I did not see anything, Hurley."
Der Höhepunkt bleibt aber immer noch, als er Sawyer zusammenschlägt, ihm die Spitznamen an dem Kopf wirft, die er von ihm bekommen hat, und Jin unter Lachen Hurley von Sawyer ziehen muss. Nur, warum fragt er nach einem Medikament, wenn doch Jack schon alle hat?
Schön, dass sich wenigstens Charlie fragt, ob jemand ein Flugzeug gesehen hat, aber auch genial Sawyers typische Antwort: "Yeah, I saw it, Tattoo. I just decided not to tell. "
Charlie: "Are you going to tell me?
Eko: "Not right now. "
Kann nicht einfach jemandem eine klare Antwort geben und nicht jeden kleinen Mist hinauszögern? Auch etwas, dass mich an Staffel 2 so gestört hat.
Locke dagegen ist nun endgültig am Boden zerstört, sein Bein ist wieder verletzt, und er muss Krücken tragen. Die Demütigung Rollstuhl steht ihm aber erst nach dem Verlassen der Insel wieder bevor. Wieder mal ist er wütend über Jack, dass er nichts erfährt, und nur eine unzufriedenstellende Antwort bekommt.

BODYCOUNT

Hurley bringt durch sein Gewicht zwei Leute um. Wer auch immer sie sind, sie sind ein Schritt in Richtung Insel.

Summe: 45

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (er hat ganz sicher)

FAZIT:
Nicht schlecht geschrieben, und von der Komik her genial, aber mir gefällt einfach die Andeutung, dass alles nicht real und nur ein Traum ist, genauso wenig, dass das Taste drücken nichts bewirken soll. Durch Bens Fasttod und Verzweiflung (zum Glück macht sich Michael langsam auf dem Weg) wirkt das ganze noch verstörender, sodass ich diese Episode nicht wirklich gut in Erinnerung behalte. Wenigstens fliegt die Traumtheorie dadurch raus.


Nachgedanken:
- gegen die Libby-Jacob-Theorie spricht auch nach Staffel 6 nichts
- die Wichtigkeit Hurleys hat sich nicht nur darin geäußert, dass er Jacobs Nachfolger wird, sondern auch darin, dass er der einzige (von Miles einmal abgesehen) war, der mit Jacob nach seinem Tod Kontakt aufnehmen konnte; nur dadurch war es Jacob möglich Jack und Hurley aus dem Tempel zu bekommen (sonst hätte Flocke alle Kandidaten gehabt) und seinen Nachfolger überhaupt bestimmen zu können

Abschließend werde ich die Dave-Erscheinung richtigstellen, zumindest so wie ich das sehe: Ich denke die Dave-Erscheinung in der Klinik war wirklich Dave und ein Teil von Hurleys Bewusstsein, der sich nicht verändern wollte.
Auf der Insel war es eine Mischung aus Erscheinung und Smokey-Beeinflussung. Wir wissen jetzt, dass die Lost-Handlung kein Traum von Hurley ist. Der Sprung von der Klippe sollte ihn zum Selbstmord treiben und zwar einfach deshalb, weil Hurley ein Kandidat ist und in Samuels Plan eher keine große Rolle spielte. Vermutlich wird hier schon angedeutet, dass Hurley mit den Toten kommunizieren kann, denn niemand außer ihm sieht Dave. Allerdings agiert Dave ähnlich wie spätere Toten-Erscheinungen. Ich bleibe auch dabei, dass er Libbys Ehemann war.

2/17 Lockdown (Erik)

Die Henry-Gale-Geschichte erreicht ihren Höhepunkt und Ben ist als Lügner entlarvt. Sehr seltsame Dinge gehen in der Station vor und wir sehen kurz eine super gezeichnete Karte.
Mir gefällt hier besonders der Kontrast zwischen den drohenden Ereignissen in der Swan-Station und der lustigen Pokerrunde am Strand.

LOCKDOWN

Nicht nur, dass es die ganzen Folge davon handelt, nein es ist auch eine Anspielung auf Locke, der die ganze Folge über am Boden liegt und im Flashback wieder an einem Nullpunkt angelangt ist.
Zum Lockdown selber bin ich der Meinung, dass es die Others irgendwie inszeniert haben. Mikhail kontrolliert bekanntermaßen die Flame-Station, durch die man den Abwurf von Essenspaletten auslösen kann. Dieses Ereignis hat wohl auch zur Folge, dass in der Swan sämtliche Brandschutztüren herunterfahren, offenbar da mit die Insassen nicht sehen woher das Essen kommt. Das ganze macht natürlich durch die Anwesenheit der Baracken wieder sehr wenig Sinn, wie so vieles in Zusammenhang mit Dharma und dieser Station.
Der Grund für die Auslösung ist denke ich ganz einfach, Locke sollte die Karte sehen, um auf das Fragezeichen aufmerksam zu werden und Ben sollte die Tasten außerhalb seines Sichtfeldes eingeben, sodass Locke Zweifel bekommt, ob das alles real ist. Jedenfalls stellen das die Others und Ben geschickt an. Sie warten wirklich, bis Locke und Ben alleine in der Station sind und lösen dann erst den Lockdown aus. Durch seine wütende Schreie und da er jetzt genau weiß wie er Locke manipulieren kann, schafft er es, dass beide eingeschlossen sind. Durch die Zusammenarbeit gewinnt Ben Lockes Vertrauen, etwas das ihm noch erstaunlich oft gelingt. Zwar wird das zerstört am Ende der Episode, aber zumindest Zweifel sind bei Locke gesät.

BLAST DOOR MAP

Ein wunderbares Ding zum Rätseln. Soviele Notizen und Hinweise standen darauf, wir sehen andere Stationen und in der Mitte prangt das riesige ?. Leider macht auch diese tolle Map wieder wenig Sinn und auch die Tatsache, dass sie nur unter Schwarzlicht gesehen werden kann. Radzinsky wusste, wo sich alle Stationen befinden und die einzige sinnvolle Erklärung warum Kelvin sie weiterzeichnet, scheint mir, damit Locke sie sieht und zur Pearl geführt werden kann, also wieder ein Teil von Samuels Plan. Allerdings macht es dennoch unglaublich Spaß die ganzen Notizen darauf zu lesen. Wer will kann sie sich hier ansehen:
Ein was steht fest, Ben der natürlich durch die Überwachung der Swan von dieser Karte wusste, hat sie Locke gezeigt, um ihn auf den Weg zu bringen, an der ganzen Sache mit den Zahlen zu zweifeln.

DER ABWURF

Dies ist immer noch ein großes Rätsel, warum weit nach der Vernichtung von Dharma noch immer Essenspaletten abgeworfen werden. Ich denke aber der Grund ist einfach, die Arbeit in der Station ist immer noch gigantisch wichtig und sie darf unter keinen Umständen unterbrochen werden, sodass genügend Verpflegung vorhanden sein muss, damit es den Tastentippern weiterhin gutgeht. Da diese Arbeit so wichtig ist, könnte das auch eine der Gründe sein, warum Kelvin angeheuert worden ist, obwohl Dharma schon längst vernichtet war. Das gleiche bei Desmond, der ja durch Eloise dahingebracht wird. Apropos Eloise, da sie die einzige bekannte Dharma-Station außerhalb der Insel kontrolliert, wäre es gut möglich, dass sie für den Abwurf verantwortlich ist. Vielleicht wird dieses Vorratslager auch von ihr oder den Others kontrolliert.
Seltsam an diesem Abwurf ist, dass niemand einen Flieger sieht, oder bemerkt, dass ein riesiger Fallschirm mit Vorräten zur Insel hinabschwebt. Darum hatte ich sogar die Idee, als die Zeitreisen begannen, dass dieses Zeug einfach nur irgendwie geflasht ist. Übrigens ist interessant, dass in einem Tagebucheintrag von Ben dieser Abwurf aufgeschrieben ist und er sich Sorgen macht, dass sie es verpasst haben, die Lebensmittel zu holen.

BEN UND LOCKE

Endlich kriegen wir die beiden eine ganze Folge lang serviert, wodurch es haufenweise Top-Momente gibt. Jedenfalls merken wir, dass Ben Locke besonders gut mit Jacks elitärer Art manipulieren kann. Locke dreht völlig durch, als Ben fragt, warum er sich diesen Ton gefallen lasse. Auch schön, dass Locke kurz vor dem Lockdown erst zu Ben rennt, als dieser den Namen Jack nennt. Außerdem ist es unglaublich toll gemacht, wie Ben gemütlich ein Buch liest, obwohl er gleich eine unglaublich wichtige Aufgabe hat.
Erneut lügt er Locke an, doch es wirkt wiedermal unglaublich ehrlich, als er sich ein zweites Mal mit Henry Gale vorstellt. Unfassbar wie Michael Emerson das hinkriegt.
Ben weiß natürlich von den Zahlen, dennoch darf er sich natürlich noch nicht anmerken lassen, dass er weiß was zu tun ist. Ob er aber extra abgestürzt ist, um alles weiter hinauszuzögern, wage ich zu bezweifeln, aber bei Ben ist alles möglich.
Schön fand ich dann auch nach der ganzen Sache das Gespräch, er sagt zu Locke: "You're welcome, John." Ich glaube in diesem Moment heißt er Locke offiziell bei den Others willkommen.
Am Ende frage ich mich immer noch, ob er wirklich geglaubt hat, seine Geschichte würde weiter funktionieren, oder er selbst damit gerechnet hat, dass Sayid so kalt ist und das Grab öffnet? Da er aber in der nächsten Folge fast von ihm umgebracht wird, bezweifle ich das. Da aber entscheidende Schritte eingeleitet sind, sodass Locke seinen Glauben verliert, denke ich, lassen die Others nun Michael frei, damit er Ben befreien kann, denn so langsam schwebt dieser in ernster Gefahr.

ZEITREISEN

Hier gab es unglaublich viele Anspielungen auf Zeitreisen, zunächst sagt Locke: "So, what's done is done?", eine kleine Abwandlung von unserem "Whatever happened, happened". Dann tauchen viele Zeitbegriffe auf, Ben meint es sei nur eine Frage der Zeit bis jemand kommt, Locke meint sie hätten keine Zeit. Und es ist immer noch nicht ausgeschlossen, dass das Essenspakt vielleicht aus einer anderen Zeit kam.

LOCKES FLASHBACKS

Die sind wie immer unglaublich tragisch, aber Locke ist selbst daran Schuld. Er kann einen Schlussstrich ziehen und endlich das Thema mit seinem Vater abschließen. Doch wie sehr er an diesem widerlichen Betrüger hängt, wird deutlich, als er sagt, "I forgive you", also selbst einem Toten würde ich es nicht verzeihen, wenn er mich um eine Niere betrogen hat. So wirkt es noch unglaublich, wie Locke sich dann wieder von ihm umgarnen lässt, wobei er dieses Mal vorsichtiger ist. Genial der Satz: "What'd you do, steal their livers?" Er gerät dennoch ins Blickfeld der Mafiosi und lügt deshalb seine fast zukünftige Frau an. Nach getaner Arbeit hofft er endlich Aufmerksamkeit und Liebe von seinem Vater zu bekommen, leider vergebens, denn dieser lässt ihn wieder abblitzen. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Helen auf, wodurch Locke sie endgültig verliert, als sie merkt, dass er gelogen hat. Wieder hatte er die Entscheidung ein besseres Leben führen zu können und mit einer Frau glücklich zu werden, aber er scheitert und steht wieder mit nichts da.
Schöner Hint, dass zwei Oceanic-Flugzeuge an dem Motel vorbeifliegen. Eines davon könnte vielleicht sogar schon die Maschine sein mit der die Losties abstürzen.

ANDERE CHARAKTERE

Das Pokerspiel fand ich ziemlich gut, vorallendingen wie Jack immer wieder Sawyer abzockt. Das einzige was das Ganze trübt, die verpasste Chance, dass uns "Stranger In A Strange Land" erspart bleibt. Jack hätte doch einfach sagen können, dass er dort seine Tattoos herhat und sie bedeuten: "He walks among us, but he is not one of us".
Schön, wie Hurley hier von einem loop spricht.
Sayid dagegen wird mir richtig unheimlich, er will alles tun, um unter Beweis zu stellen, dass Henry einer der anderen ist, und schreckt noch nicht einmal davor zurück ein Grab zu öffnen. Seltsam wirkt in dieser Szene, dass der riesige, auch noch rote Ballon, erst bemerkt wird, als Ana-Lucia auffällt, dass es gar nicht regnet. Wirkte schon ein bisschen komisch und das man drei Stunden braucht, um auf einer so kleinen Lichtung einen so riesigen Ballon zu finden, ist auch höchst sonderbar.
Schön, dass wir Nadia zu sehen bekommen, für die Locke ein Haus inspiziert, und die offenbar auf Sayid wartet. Zumindest habe ich das aus der Bemerkung mit dem fehlenden Ehemann so herausgehört.

BODYCOUNT

Leider müssen wir uns immer noch gedulden, bis dieser Widerling Anthony Cooper stirbt, so bleibt alles beim Alten.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (auch wenn wir ihn nicht sehen, wir hören es)

FAZIT:
Einer der Staffel-Höhepunkte. Wir lernen endlich wieder etwas über die Station kennen und bekommen sogar noch eine tolle Karte zum Rätseln vorgesetzt. Noch dazu gibt es geniale Ben-Locke Momente, sowie endlich wieder diesen schönen Kontrast zwischen Komik und Ernsthaftigkeit. Leider ist Henry Gales wahre Enthüllung dann wieder der Weg zum Mittelmaß dieser Staffel.


Nachgedanken:
- da hatte ich mit der Annahme Eloise steuerte die Abwürfe sogar einen Glückstreffer, das Lager wird aber tatsächlich noch von Dharma-Mitgliedern verwaltet
- Näheres möchte ich zu den Brandschutztüren gar nicht sagen, sondern auf das bald kommende Swan-Resümee hinweisen

Samstag, 3. Oktober 2009

2/16 The Whole Truth (Erik)

Die Henry-Gale-Geschichte spitzt sich zunehmend zu und Sun ist schwanger, obwohl Jin unfruchtbar ist. Das Resultat ist die dritte sehr gute Folge nacheinander.

SUNS FLASHBACKS

Mir sind da einige interessante Dinge aufgefallen. Jin möchte unbedingt ein Baby, da sich dadurch vielleicht die Meinung seines Schwiegervaters ändert und er ihm einen besseren Job gibt. Ironischerweise ist Jin unfruchtbar und dadurch muss er seinen jetzigen sehr schlechten Job behalten. Mir kam das alles bisschen zu sehr wie Zufall rüber. Wie wir wissen, landen die beiden nur dank dieses Jobs eigentlich in Oceanic 815, also könnte irgendeine der Inselmächte dafür gesorgt haben, dass Jin unfruchtbar wird. Und da bringe ich zum ersten Mal eine der berühmten Berührungen ins Spiel. Da wir noch immer nicht Jacobs genauen Plan kennen, könnte es sein, dass er Jin unfruchtbar gemacht hat, damit Ji Yeon erst auf der Insel gezeugt werden kann. Dieses Baby könnte noch unglaublich wichtig sein, denn Jin sagt auch ein Baby "change everything", und zwar zum besseren. Also wäre es doch möglich, dass es Ji Yeon ist, die eine entscheidende Änderung an den Ereignissen vornimmt.
Ansonsten wirkten diese Flashbacks wie immer. Sun ist eine Lügnerin und trifft sich heimlich mit einem anderen Mann, um Englisch zu lernen. Im übrigen ist mir dieser Jae Lee einer der größten Unsympathen. Er hatte seine Chance gehabt Sun zu heiraten, jetzt ist sie verheiratet, und trotzdem kommt er angekrochen. Allerdings lässt sich Sun auch auf ihn ein, was sie dadurch auch nicht viel besser macht.
Desweiteren sollte mir jemand die Gedankengänge des Arztes erklären, er hat Angst, dass Jin seine Praxis abfackelt, weil er ihm die Nachricht übermittelt, und einer von Paiks Männern ist. Ganz davon abgesehen, dass man auch in Südkorea nicht mehr im Altertum lebt, wo die Überbringer von schlechten Nachrichten getötet werden, müsste es doch für Paik ein viel größeres Desaster sein, dass er eine unfruchtbare Tochter in die Welt gesetzt hat.
Im übrigen erzählt Sun auch gar nicht wie angedeutet die "whole truth", da sie doch was mit dem Glatzkopf hatte.
Zu Jins Impotenz werde ich dann in "D.O.C." Näheres erläutern.

BEN UND DER BALLON

Die Szenen mit Ben sind wieder das Highlight dieser Episode. Unglaublich wie er es schafft allen was vorzuspielen. Ana-Lucia jedenfalls gesteht ihm, dass sie an Nathans Tod Schuld ist, das erste Mal überhaupt. Kurz darauf gesteht sie auch Sayid ihre Schuldgefühle wegen Shannon. Zu keinem Augenblick war mir Ana-Lucia sympathischer als in dieser Folge.
Jedenfalls malt er für sie die Karte und gleichzeitig verwirrt er sie mit der Aussage, dass er sonst sterben wird. Sayid wird ihn tatsächlich fast erschießen und nur durch Ana-Lucia Einschreiten wird das verhindert. Hat Ben da bewusst darauf hingearbeitet, dass er auf ihre Hilfe zählen kann? Bei Ben ist sowieso alles möglich.
Schön auch, wie Ana-Lucia zu Sayid sagt, sie hat ihn nett gefragt, obwohl sie auch eine der Personen ist, die eher als Erstes schießt, bevor sie fragt. Genial fand ich dann bei der Wanderung den Ausdruck "right island". Sie weiß nicht, dass es noch eine zweite kleinere Insel gibt.
Auch in den Schlussszenen ist Ben überragend. Diese "martyr-prophet"- Geschichte und Jacks Antwort, dass man so und so tot ist, sehe ich als Anspielung auf Locke, der als Opfer sterben muss, damit die Oceanic 6 zurückkommen.
Die ganze Frühstücksszene ist sowieso einmalig, Ben weiß doch genau für was der Computer ist, da er bei Dharma war, schön auch wie er fragt, woher das Zeug eigentlich kommt, und beide, Locke und Jack, sich nur dumm anschauen. Geschickt fügt er noch mit ein, dass er Ana-Lucia eine Karte gegeben hat, und dann sagt sie hätten "real trust issues". Der Blick nach unten dabei herrlich, denn er weiß doch schon längst genug, besonders über die Probleme zwischen Locke und Jack. Wie Ana-Lucia gesagt hat, Locke und Jack beschäftigen sich nur mit Jack und Locke.
Dann erzählt er die Geschichte von der fälschlichen Übergabe und will damit womöglich bezwecken, dass Jack durchdreht und loszieht, sodass er mit Locke allein ist. Bekanntermaßen müssen noch einige Ereignisse in der Station in Gang gesetzt werden. Die ganze Szene hätte nicht grandioser enden können, als mit dieser schlichten und einfachen Frage: "You guys got any milk? "

ANDERE CHARAKTERE

Sawyer wird so langsam zum Meisterleser, innerhalb von zwei Tagen ist er schon beim zweiten Buch.
Schön auch, dass wir endlich mal Rose und Bernard gemeinsam sehen, und die sich wie ein typisches Ehepaar streiten. Rose hat Geburtstag und der arme Bernard, dessen Kalender doch völlig durcheinander gekommen ist, weiß es natürlich nicht. Herrlich solche kleine Szenen mit denen. Auch finde ich es interessant, dass Bernard nach den Perlen von Austern sucht. Also der erste kleine Bezug zur Pearl.
Und das war das erste Mal in dieser ganzen Staffel, dass Charlie mich nicht genervt hat. Fand das ziemlich spitze wie er Ana-Lucia sagt, dass er auch von dem Typen weiß, die Aktion mit der Waffe, und wie er Papayas mitbringt, aber keiner sich darum schert, weil sie schon weitergehen.
Sayid ist noch immer sehr deprimiert und da er Ana-Lucia nichts antun kann, sucht er nun verzweifelt bei den Others nach einem Schuldigen, und will dafür unbedingt Ben nehmen. Übrigens Ben sagt, sein buddy Sayid, in Zukunft wird Sayid tatsächlich für Ben arbeiten.
Und es gibt einen Hinweis auf den schlechten Kate-Flashback mit ihrer Hochzeit und dem Schwangerschaftstest.
Schön außerdem, dass der Name Widmore auf dem Schwangerschaftstest auftaucht, ein erster Hinweis auf diese bedeutende Figur.

BODYCOUNT

Ben soll getötet werden, wenn seine Geschichte nicht stimmt, glücklicherweise passiert das weder hier noch in einer der nächsten Folgen.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Lost ist in einer sehr guten Phase, wie schon lange nicht mehr. Es kommt Bewegung in die ganze Sache und die steigende Spannung der Henry-Gale-Geschichte sorgt sowieso für den längst überfälligen roten Faden in der Story.


Nachgedanken:
- die Idee mit Ji Yeon hat sich dann letztendlich als falsch herausgestellt, sie bleibt für die restliche Story völlig uninteressant (sogar für ihre eigenen Eltern!)

Donnerstag, 1. Oktober 2009

2/15 Maternity Leave (Erik)

"The record is spinning again." Lost ist wieder in der Spur, das merkt man deutlich. Sehr gut gemachte Flashbacks, das Finden einer neuen Dharma-Station, Rousseau und dann ist da noch Ben, der langsam mit dem Manipulieren anfängt.

CLAIRES FLASHBACKS

Da komme ich gleich als Erstes zu Claires Flashbacks, die ersten Insel Flashbacks, und sie sind sehr gut aufgebaut. Ähnlich den Desmond-Flashes, kommen auch hier Claires Erinnerungen nur blitzartig, und sie kann damit lange Zeit nichts anfangen. Ich finde es toll, wie immer wieder alles im Raffer abläuft, und dann eine bestimmte Szene länger erzählt wird. In jeder erfahren wir tolle Dinge über die Others, und sehen endlich Alex zum ersten Mal, aber der Reihe nach.
In der Szene in der Libby Claire hilft sich zu erinnern, ist die einzige Szene am Strand in sie mit einer anderen Person als Hurley interagiert. Doch sie schafft es Claires Blockade zu durchbrechen. Da ich der Meinung bin die Ereignisse dort waren nie schlimm genug, dass man sie aus seinem Gedächtnis streicht, werfe ich wieder den Tempel in den Raum, und bin der Meinung die Blockade löste sich erst, als Claire die Erinnerungen brauchte, und sich voll und ganz auf die Insel dank Libby konzentrierte. Ob das bei Ben ähnlich klappen würde?

OTHERS

Endlich werden aus den ninjahaften Halbgeistern in zerrissenen Kleidern vernünftige Menschen gemacht. Wir sehen Ethan, der völlig normal seinem Job als Arzt nachgeht und Claire eine Spritze gibt. Zum einen ist es, denke ich, zur Ruhigstellung von ihr gedacht, zum anderen probiert er wohl tatsächlich soviel Impfstoff ihr zu geben, damit mit Claire nicht das gleiche wie mit den anderen Schwangeren passiert. Sie machen das solange bis der Impfstoff knapp wird und sie der Meinung sind das Baby rauszuschneiden und dabei Claire sterben zu lassen. Hier wird Bens Ehrgeiz deutlich erkennbar, er will nicht das Risiko eingehen und einfach abwarten, sondern fordert diese drastische Maßnahme.
Auch fand ich es gut gemacht, dass Ethan in der Zwischenzeit eine emotionale Bindung zu Claire aufgebaut und er ihr verspricht, dass sie für ihr Baby sorgen werden. Ich frage mich ganz ehrlich was dagegen spricht, dass sie dem Baby Schlechtes angetan hätten, so wie Claire es am Ende vermutet? Auch interessant, dass sich die Others hier das erste Mal als "good guys" bezeichnen.
Wir sehen auch Mr. Friendly das erste Mal ohne Bart und die meisten Lostfans wussten gar nicht, dass er hier auftaucht. Hier erfahren wir, dass er eine große Angst vor Ben hat und wie er von ihm redete, erinnerte mich an die Angst der Dharma-Wachmänner vor LaFleur. Jedenfalls erfahren wir, dass es durchaus eine Liste für die Losties gegeben hätte, wenn sie Ethan nicht enttarnt hätten.
Außerdem bekommen wir endlich Alex zu Gesicht, die anders handelt als die Others, und Claire zur Flucht verhilft. Hier merken wir deutlich, dass sie sehr aufrührerisch ist, und sich gegen die Befehle stellt, obwohl sie aufgrund 16 Jahre strengster Erziehung eigentlich ein Vorzeigeother sein müsste. Ich schätze aber sie hat trotz allem ein menschenfreundlicheres Wesen als ihr Ziehvater Ben.

THE STAFF

Wir bekommen die dritte Dharma-Station zu Gesicht und wir merken hier das erste Mal, dass die Others Orte verlassen können, ohne eine Spur zu hinterlassen. Als die drei dort ankommen, wirkt die Station, als würde sie schon seit Jahren leerstehen. Nun ganz aufgegeben haben die Others sie noch nicht, wie wir in der 3. Staffel sehen. Außerdem scheint sie ihr Vorratslager für die ganze zerrissene Kleidung und den falschen Bärten zu sein. Das sie diese Dinge dortgelassen haben, ist für mich ein Zeichen, dass sie den Losties Hinweise geben wollten, dass sie nicht so verwahrlost sind, wie sie tun. Allerdings hätte das auch die Pläne am Ende der Staffel gefährden können, also ist es auch möglich, dass sie nur Zweifel säen wollten, oder die Losties testen, inwieweit sie auf sie reinfallen würden.
Seltsamerweise sehen wir diese Station nie während der Dharma-Zeit, auch nicht als Ben schwer verletzt ist, und nur in einer billigen Barackenstation behandelt wird. Es ist also gut möglich, dass die Station erst deutlich nach dem Incident erbaut worden war, als man endlich merkte, dass es ganz ohne gute Krankenstation und Arzt doch nicht geht.

ROUSSEAU UND DIE INFEKTION

Das ist das zweite und leider letzte Mal das Rousseau in dieser Staffel auftaucht. Hier wandelt sich ihr Wesen wieder und das Verhältnis zu den Losties ist am Ende wieder positiv, als sie enthüllt, dass sie Claire nur helfen wollte.
Sie spricht von der Infektion, die auch ihr Team befallen hat, nur war das Smokey, und er hat alle deutlich verändert. Mir ist etwas rätselhaft wie Rousseau darauf kommt, dass es ausgerechnet Aaron erwischt haben soll, wohl wieder eine kleine Unstimmigkeit in der Rousseau Geschichte.
Und wieviel Leid sie durchgemacht hat, merken wir spätestens in der Szene, in der Kate die Waffe auf sie richtet.
Jedenfalls ist es toll, dass sie mit der Gewissheit gehen kann, dass es Alex wohl gutgeht, und sie noch am Leben ist. Claire bezeichnet sie als "good", womit mir wieder beim Thema "good and bad people" sind. Alex würde ich schon dazuzählen.

BEN, EKO UND LOCKE

Für mich die besten Szenen dieser Folge. Mir gefällt es einfach, wie Ben darauf reagiert, als ihm Jack sagt er solle rufen, wenn er aufs Klo muss, oder der Kommentar auf das Dostojewski Buch mit Stephen King. Ben beweist einen sehr guten Büchergeschmack. Herrlich auch der Beitrag, als er wieder eine Schüssel Obst bekommt, dass sie keine Cheeseburger hätten. Hier gibt es Bezüge zu Staffel 3, in der Ben Stephen Kings Carrie liest, und die Möglichkeit hat besseres Essen zu essen.
Die Eko-Szene ist unglaublich gut gemacht. Das fängt schon mit der Begrüßung an, und wie lange Ben zögert, ehe er den Gruß erwidert. Eko weiß sofort, dass er einen Other vor sich hat, und versucht seine Schuld reinzuwaschen. Dies bleibt leider die einzige Eko-Ben-Szene.
Ganz zum Schluss kommt es dann zur ersten Locke-Manipulation seitens Ben. Grandios wie er den Übergang von Dostojewski zu der Jack-Locke-Anführer-Problematik schafft, und mit einem einzigen Satz Locke wütend macht. Das alles hat er wohlgemerkt größtenteils durch Hören hinter sehr dünnen Türen mitgekriegt. Unfassbar dieser Charakter. "He's smart and curious." Jack weiß gar nicht wie sehr er Recht hat.
Auch schön fand ich übrigens die ganzen Anspielungen, dass keiner genau weiß, warum sie denn nun die Taste überhaupt drücken.

MOTHER ISSUES

Ich musste lachen, als Sun meinte: "A mother should not leave her child." Diesen Satz müsste ihr Claire eigentlich bei ihrer nächsten Begegnung sagen. In dieser Folge ist aber Sun noch keine Mutter, noch nicht.
Claire ist aber auch nicht viel besser: "I know that we're supposed to be together, you and me." Trotzdem lässt sie ihn bei der nächsten Gelegenheit zurück, aber gut Samuel ist schon ein härterer Brocken als die Others, und schon denen hätte sie Aaron fast überlassen.

BODYCOUNT

Es taucht zwar ein toter Charakter auf, doch nichts bewegt sich.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Eine sehr gute Folge, die eine längst überfällige Lücke aus Staffel 1 aufklärt und eine neue sehr interessante Art von Flashbacks verwendet. Nimmt man Charlie heraus, so ist diese Claire-Aaron-Sache gleich viel weniger nervig. Der Fund der neuen Station und natürlich Ben runden das ganze ab, und sorgen für eine weitere Top-Folge.


Nachgedanken:
- es gibt leider keine Szenen, die beweisen könnten, dass Claire wirklich im Tempel war, vermutlich war sie es aber nicht

Samstag, 26. September 2009

2/14 One Of Them (Erik)

Oder auch: Wie rette ich eine Serie, die nur noch wie Stückwerk wirkt, seit ein paar Folgen keine klare Linie mehr hat, zum Teil äußerst schlecht geschrieben ist, und schon fast die Erzählweise einer Sitcom hat? Ganz einfach, ich caste einen ziemlich unbekannten, aber den besten Schauspieler, der je geboren worden ist, aus einem bekannten Film, gebe ihm eine interessante Rolle, und werfe ihn einfach in die Serie. Lange Rede, kurzer Sinn endlich ist Michael Emerson dabei und es ist genial, wie sich seine Rolle aufbauscht, vom einfachen Gaststar für zwei Folgen, zu einem von acht Folgen, dann zum Maincharakter, und schließlich zu einer der wichtigsten Figuren von ganz Lost.

Fangen wir mit der Analyse an: Allein schon die ersten Sayid-Flashbacks haben mir gezeigt da ist was anders, Kates Vater ist zu sehen, das Durcheinander im Krieg, einfach nur herrlich. Dann kommt Ana-Lucia und führt unseren Folterer zu Rousseau, die wir alle schon vermisst hatten, und die führt uns geradewegs zur interessantesten Figur des ganzen Lost-Universums. Und damit kommen wir zum ersten großen Diskussionspunkt einer genialen Folge:

WIESO LIEFERT ROUSSEAU BEN, VON DEM SIE WEISS, DASS ER IHRE TOCHTER HAT AN SAYID AUS ?

Damit kann man sich lange beschäftigen, die banalste Erklärung wäre, die Producer wussten noch nicht von der Tragweite von "Henry Gales" Rolle, und es war später zu spät um einzulenken, aber das wäre natürlich langweilig und enttäuschend.
Hier ist mein Vorschlag: Ben war auf dem Weg zu den Losties, weil er nun endlich selbst in Aktion treten musste, um seinen Tumor loszuwerden. Warum er erst dahingeht, und sich nicht Jack und die Anderen holen lässt, kläre ich in einer späteren Folge.
Jedenfalls weiß er natürlich wo die Swan ist, er weiß auch, dass er nicht als Other zu den Losties treten darf, wegen den ganzen Sachen, die bisher passiert sind. Also lässt er sich auf einen Handel mit Rousseau ein, wie schon damals bei Alex. Er verspricht ihr, dass es ihr weiterhin gutgeht, wenn er dafür zu den Losties gebracht wird. Als Vorwand lässt er sich gefangennehmen und wählt seine eigene Geschichte aus, die sich Dank der Anwesenheit von Henry Gale und des Heißluftballons perfekt erzählen lässt. Er lernt alles über Henry Gale und dem Ballon, sodass er dessen Identität annehmen kann, um den Losties eine glaubwürdige Geschichte vorzulügen.
Um das ganze zu verfeinern, schießt Rousseau noch mit einem Pfeil auf ihn.

SAYID UND BEN

Es ist einfach nur genial, dass von den Losties Sayid als Erster Ben trifft, und das er ihm gleich genauso viel Gewalt entgegenbringt, wie dem jungen Ben. Der Twist ist einfach nur Hammer, Ben wird gefangengenommen, von Sayid losgeschnitten, dann mit einem Pfeil getroffen, halbtot liegengelassen und danach gefoltert. Das alles passiert wegen den "issues", die Sayid zu den Others hat, ausgelöst durch Ben selbst, denn er hat alles geleitet.
Dreißig Jahre vorher steht ein noch unschuldiger Ben vor Sayids Zelle, was ist das Resultat, er wird lebensgefährlich angeschossen und so gerettet, dass er einer der Others wird, und nun trifft er wieder auf seinen Fast-Mörder.
Ich fand auch genial, dass bei ihrer ersten Begegnung 1977 Sayid der Gefangene und Gefesselte ist, hier ist es Ben.

JACK UND LOCKE UND BEN

Beide reagieren völlig unterschiedlich auf Ben, schon krass, wenn man bedenkt wie es weitergeht. Locke ist von der Folteridee genauso begeistert wie Sayid, hilft ihm auch dabei. Jack rettet ihm vorerst das Leben, das muss Ben gewusst haben und willentlich ausgenutzt haben, so konnte er sich auch einen Pfeil in die Schulter schießen lassen. Jack wird ihm noch genau zweimal das Leben retten, ab dann ist Schluss, und er lässt zu, dass Ben so wird, wie er jetzt ist.
Und Locke wird sich danach zusehends von Ben manipulieren lassen, was schließlich seinen Tod zur Folge hat, und Samuel den entscheidenden Körper gibt. Das ist in der Folge noch nicht zu erkennen.

"HENRYS" GESCHICHTE

Dieses Verhör ist die erste Szene, die mich zu einem riesigen Ben-Fanboy hat werden lassen. Unglaublich geniale schauspielerische Leistung, wie er unter solchen Schmerzen die Geschichte so perfekt erzählt, dass ich sofort davon überzeugt war, selbst jetzt beim vielleicht fünften Mal schauen dieser Episode. Nur sie hat die eine Schwachstelle, dass nicht seine Frau im Grab liegt, sondern der echte Henry Gale.
Auch genial, wie er sofort Schwäche bei Sayid erkennt, als dieser von Shannon erzählt. Ohne dass Sayid es weiß, hat ihn Ben schon manipuliert, und auch wenn Sayid dann wild auf ihn eindrischt, so merkt Ben doch schon deutlich wo der wunde Punkt ist bei den Losties. Genial auch sein Satz: "Hurting me isn't going to bring her back", genauso so sieht es aus, doch Sayid glaubt endlich einen Schuldigen gefunden zu haben.
Und auch wenn es den FSK-Fritzen gegen den Strich ging, aber das Sayid keine Schuld bei seiner Folterung gespürt hat, war für mich der eindeutige Hint, dass es ein Other ist, und das dieser Charakter so einiges verbirgt und auf dem Kerbholz hat. Auch deutlich war der letzte Blick, einer dieser genialen Ben-Blicke in dessen Ausdruck man alles interpretieren kann, ohne zu wissen, was Michael Emerson nun wirklich darstellen wollte. Auch wenn es schwer ist, aber ich sage mal das ist verdeckter Triumph, er weiß nun, dass Sayid so gestrickt ist wie er vermutet hat, und das Jack ihm durchaus helfen würde. Jedenfalls er hat die Startschwierigkeiten überlebt und kann nun beobachten bzw. hören, wie er die Losties am besten manipuliert.

KELVIN UND DIE FOLTERUNG

Unfassbar wie fies die Producer doch manchmal sind. Da fragen wir uns bis zum Staffelfinale wer dieser Kelvin ist, und dann kommt er bereits in dem Sayid-Flashback. Jedenfalls merkt man, dass ist ein Typ dessen Befehle befolgt werden, und der kriegt was er will. Unglaublich fies, wie er Sayid die Drecksarbeit machen lässt, ihn somit zum Folterer macht, und damit den Menschen, der entscheidende bedeutende Ereignisse auf der Insel auslöst, wie Bens weiteren Werdegang. Gänsehaut pur, als er Sayid aussetzt, auf einmal arabisch spricht, und seine Fesseln löst.
Das deutet auch daraufhin, dass Kelvin erst nach dem Purge zu Dharma kam, aber wie er dahin kommt, obwohl alle tot sind, keine Ahnung. Wird wohl auch so ein ungelöstes Lost-Geheimnis bleiben, oder er ist durch die zeitliche Barriere deutlich eher angekommen.
Gut fand ich auch Tariqs Nicken auf Nichtganzvater Kates Waffe. Wäre doch genial er hätte ihn erschossen, und Kate niemals einen Grund zur Flucht gegeben.

SWAN-STATION

Endlich passiert wieder was, und das ist mit einer der besten Szenen der Staffel. Sayid foltert Ben, Jack kriegt Panik, will das Locke die Tür öffnet, aber der ist nach wie vor dagegen. Dramaturgisch hätte man das besser gar nicht hinkriegen können, dass genau in dem Moment der Alarm losgeht, bloß die drei Minuten Wartezeit wirken dann etwas seltsam, aber es ist trotzdem gut gelöst.
Und wir sehen das erste Mal, was passiert wenn die Zahlen unter Null gehen. Als damals die Hieroglyphen kamen, völlig unerwartet, habe ich schon gedacht jetzt gehts los, leider verfrüht. Jedenfalls hört man gut, wie sich das Magnetfeld auflädt und kurz davor ist loszugehen. Meinetwegen hätten die hier schon das mit den Zahlen beenden können, aber dann wäre Lockdown nicht gekommen, und das wäre auch irgendwie blöd.

GOOD AND BAD AND THE OTHERS

Krass, dass Sayid hier sagt er wäre vor dem Einmarsch ein guter Mensch gewesen, ein loyaler Soldat. Lieber Sayid, jemand der eine Waffe trägt, und Leute umbringt ist kein guter Mensch. Schon Tucholsky hat gesagt: "Soldaten sind Mörder", und damit hat er vollkommen Recht. Etwas gekünstelt wirkt nur der Satz "I'm a torturer", so ein typischer Standard-Ami-Satz. "Ich bin dein schlimmster Alptraum."
Die Enddiskussion zwischen Locke, Jack und Sayid finde ich auch toll, Jack der es noch immer nicht verstehen kann und Rousseau als Beispiel einbringt, und dann kommt Locke mit einem weiteren genialen Satz und sagt, dass sie für Rousseau alle Others sind. Schön, wie Sayid dann Charlie erklärt, dass Jack und Locke schon vergessen haben, aber da liegt er falsch, zumindest bei Jack. Erst ein paar Tage zuvor wäre sein großer Schwarm fast von einem erschossen worden, also kann mir niemand erzählen, dass er schon alles vergessen hat. Toll auch das Schweigen von Charlie, nach der letzten Frage, ob er auch schon vergessen hat.

JACK UND LOCKE- KONFLIKT

Der gärte aber gewaltig und war kurz vor der Explosion. Jedenfalls war das die beste Auseinandersetzung zwischen den beiden in Staffel 2, doch Jack behält hier gerade so die Überhand. Und es reicht noch aus, dass Jack die Zahlen als Druckmittel nimmt, hätte er das nach "?" versucht, wäre es zu einer globalen Katastrophe gekommen, aber ich finde es toll, dass Jack pragmatisch genug ist, und einfach abwarten will was passiert.

HURLEY UND SAWYER

Diese kleine Nebenstory macht zwar kaum Sinn, und wirkt eher aufgesetzt, aber ich fand es dennoch lustig, wie sich die beiden, die ja in Staffel 4 dicke Freunde werden, langsam näherkommen. Zum ersten Mal entschuldigt sich Sawyer für etwas, und ich fands ulkig, wie er Hurley einen Tipp gibt, wie er den Frosch zubereiten kann. Hier wird auch Hurleys Vorratslager eingeführt, das große Thema in "Dave". Finde ich schön, dass Sawyer dies niemanden verrät, nach seinem long con bekommt er langsam wieder normale Züge.

GEGENSTÄNDE

Mit was wird Ben beschossen, richtig einem Pfeil. Lange fragten wir uns, woher Rousseau die hat. Nun wir sehen 1954, dass das die Waffen der Others waren. Ben wird also mit einer Waffe seiner eigenen Leute angeschossen.
Die Box mit den Folterinstrumenten, es ist toll zu sehen, dass es vorallendingen die Zange Sayid angetan hat. Er hält diese als Erstes in Richtung Tariq, und benutzt sie auch als Erstes, um Ben zu foltern.

BODYCOUNT

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was dieser exekutierte Pilot alles ausgelöst hat.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Schlicht und einfach die beste Episode der 2. Staffel. Das Lost-Feeling war bei mir wieder da und mit der grandiosen Hineinnahme von Henry Gale war endlich der lang vermisste rote Faden wieder da. Seine Gefangenschaft und Geschichte waren das, was die 2. Staffel für die nächsten acht Folgen so spannend machte, und mich wieder gebannt auf die nächste Folge warten ließ. Von der Figur war ich von Anfang an begeistert, und wenn man darüber nachdenkt, wie blöd wären die gewesen, wenn sie ihn schon nach der nächsten Folge wieder rausgenommen hätten (wie eigentlich geplant). So baute sich langsam die beste Lost-Figur überhaupt auf.
Alles in dieser Folge mündete in einen grandiosen und spannenden Höhepunkt, der für mich zu einen der Top-Momenten dieser lahmen Staffel zählt.


Nachgedanken:
- nichts in Staffel 6 hat meine Rousseau-Ben-Theorie widersprochen, also bleibe ich dabei

2/13 The Long Con (Erik)

Was ist nur aus Lost geworden? Hätten die Tailies sich nur nie mit den Losties vereint, denn die sechs Folgen die danach kamen waren zum Teil richtig schlecht, unzusammenhängend, genau wie diese, obwohl sie um Welten besser war als Fire+Water. Hier gab es auch einen Moment, nämlich als Sawyer Charlie die Marienstatue zeigt, an der ich wohl aufgehört hätte Lost zu schauen, wenn Charlie diese angenommen hätte.

LONG CON

Das fasst so ziemlich ganz Lost zusammen, es ist der Plan von Ben, um seinen Tumor loszuwerden, und das ist der noch längere Plan von Samuel, um Jacob töten zu können. Hier ist es nur der Waffenklau von Sawyer, eine Geschichte, die im Nichts endet.

ANSPIELUNGEN AUF BEN

Das mit Abstand der beste an dieser Episode waren die Anspielungen auf Ben, der in der nächsten Folge Lost retten darf. So Sätze wie: "It works by getting someone to ask you to do something like it's their idea, but it's not their idea, it's your idea." Oder "Locke has a nemesis", Ben wird sein so ziemlich größter Gegenspieler sein. Und auch Sawyers komplizierter Plan hat was von Bens Plänen, die wir später noch sehen werden.

SAWYER

Trotz dieser Anspielungen bleibt die Episode schlecht, denn wieder wird eine Einzelstory begonnen, die im Sande verläuft und keinen Sinn am Ende der Staffel macht. Das ist nun schon die sechste Episode nacheinander in der das passiert, was ist eigentlich aus dem Hauptthema Swan geworden? Ach ja und diese Flashbacks waren einfach nur sauschlecht, Sawyer betrügt jemanden. Was macht er in seinem nächsten Flashback? Richtig wieder jemanden betrügen. Wenn es über einen Charakter nichts zu berichten gibt, dann braucht man auch keine Flashbacks.
Erstaunlich aber ist schon, wie sich hier alle von Sawyer verarschen lassen, aber ganz ehrlich auch ich habe erst zum Schluss verstanden, wie genial, dass doch gemacht war. Leider kommt da nichts mehr von Sawyer in dieser Art.
Er, und auch sein Partner Gordy sagen: "Tiger don't change their stripes.", leider bleibt das bis in die 5.Staffel so. Jack mit seinen überhasteten Entscheidungen und Kate mit ihren Alleingängen. Alle drei mit dem peinlichen Love-Triangle
Was ich nicht kapiere: Warum hat Sawyer auf einmal die Medizin? Jack hatte doch damals das Wrack durchsucht und alles an sich genommen, und Sawyer hatte doch sowieso kein Interesse gezeigt. Also woher hat er auf einmal die Medikamente, oder nimmt sich das Recht, dass sie ihm gehören?
"New sheriff in town, boys!" Abwarten Sawyer! Bald ist es so weit, und dann bist du tatsächlich Sheriff einer ganzen Stadt. :D

ANDERE CHARAKTERE

Ein bisschen habe ich hier Charlie schon die Rache an Locke gegönnt, da dieser einfach für sein dämliches Verhalten eine Folge zuvor bestraft werden musste, und es bleibt dabei, der Locke dieser Staffel ist bis hierhin unterirdisch, nicht nur, dass er sich gar nicht gegen den cholerischen Jack durchsetzen kann, er merkt noch nicht einmal, dass Charlie ihm folgt. Was ist aus dem Jäger, und Ratgeber der ersten Staffel nur geworden?
Schöne Anspielung auf die nächste Folge: "Oh, you want to torture me, don't you?", in der Sayid dann tatsächlich jemanden foltert.
Gut fand ich die Szene mit Hurley und Sayid, als dieser ihm das Funkgerät gibt, und sie dieses Lied hören. Hurley nutzt dies als Anspielung auf die Zeitreisen. Wer weiß vielleicht stammt diese Übertragung tatsächlich aus einer anderen Zeit.

BODYCOUNT

Außer, dass schon zum zweiten Mal hintereinander meine Geduld mit Lost am Sterben ist, stirbt hier niemand.

Summe: 42

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Lost bleibt auf einem schlechten Niveau, da reißen auch die ganzen Anspielungen auf unseren Mastermind Ben nichts raus, und auch nicht der geniale Plan von Sawyer, um die Waffen zu stehlen, da es letztendlich eh nichts bringt. Lost wirkt festgefahren und hat einen toten Punkt erreicht. Schade, was in der Mitte der 2. Staffel für ein Riesenmist entstanden ist, aus dem einstmals so guten Anfang dieser Staffel.


Nachgedanken:
- ehrlich gesagt, zu dieser miesen Episode ist mir nichts Besonders aufgefallen

Freitag, 25. September 2009

2/12 Fire + Water (Erik)

Der beste Augenblick dieser Folge: als endlich der Lost-Schriftzug aufprangte und diese 40-minütige Aneinanderreihung unlogischer Handlungen aller beteiligten Charaktere ein Ende hatte. Lost erreicht einen Allzeittiefpunkt und am Ende fragt sich der geneigte Lost-Fan, ob er überhaupt eine Lost-Folge gesehen hat, oder eine ganz billige Parodie.

POSITIVES

Es gibt nur ganz wenig Positives. Charlie, der alles so haben will wie früher, Claire die nicht daran glaubt, da es kein früher gab. Eine Anspielung auf den Versuch alles zu ändern in Staffel 5.
Das Libby-Hurley-Gespräch hat mir gefallen und es war interessant, wie in dem Moment als Hurley fragt, ob er sie irgendwoher kenne, sie eine Geschichte erzählt die gar nicht stimmen kann, sodass er auf andere Gedanken kommt. Wenn Hurley wirklich auf ihren Fuß gelatscht sein soll, so hätte er einmal durch den ganzen Flieger gehen müssen, da Libby im Heck saß und Hurley im Mittelteil. Da Hurley durch das Vorderteil reinkam, kann das nicht stimmen.

CHARLIES TRAUM

Das ist der überflüssigste Traum, den es überhaupt gibt, denn er hat null Relevanz und ist eine grauenhafte Anspielung auf die Taufe, die bei Aaron durchgeführt werden muss. Ich habe das Gefühl irgendwelche Christen am Set haben darauf gedrängt, dass dieses Thema unbedingt bei Lost vorkommt. Das so etwas den Gedankengängen von Damon und Carlton entspringen soll, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das mit weitem Abstand beste dieses Traumes war Hurley als Jesus.
Der Satz "Save us all, Charlie", ist eine geringe Anspielung auf seinen heldenhaften Tod in der Looking Glass. Dadurch rettet er zwar Aaron und die Oceanic 5, aber längst nicht alle, macht den Traum also auch nicht besser.

UNLOGISCHE CHARAKTERE

Absolut niemand hört auf Charlie wegen diesem Traum, obwohl alle schon Visionen und seltsame Träume gehabt hatten. Bei dem Ex-Junkie tuen alle so, als wäre er geistesgestört, vorallendingen Claire. Die hätte am Ende der Episode genauso viel auf die Fresse kriegen müssen wie Charlie.
Wir erleben den schlechtesten Locke, den es wohl je bei Lost gab, da er später tot ist. Charlie erzählt ihm seinem Traum, Locke begegnet dem nur mit Desinteresse, obwohl er erst einige Wochen zuvor selbst einem gefolgt ist, und schiebt es auf die Drogen. Er selber erzählt fast jedem, dass er von der Insel durch irgendetwas getestet wird, nein Charlie wird natürlich nicht durch die Statuen getestet. "Who are we to tell anyone what they can or can't do?" sagt er noch eine Folge zuvor, aber Charlie darf er einfach die Statuen wegnehmen, unfassbar. Der Höhepunkt des ganzen, er drischt auf Charlie ein, als hätte er einen Boxsack vor sich. Zur Erinnerung Locke schafft es nicht einmal seinem Vater etwas anzutun, obwohl der ihn zweimal betrogen, und einmal fast ermordet hätte, genauso wenig erhebt er nie auch nur ansatzweise die Hand gegen Ben, obwohl der ihn ein Dutzend Mal manipuliert und versucht zu ermorden. Ich will nicht wissen, wie sich Terry O'Quinn gefühlt hat, als er diesen Mist spielen musste.
Um mal Charlie nicht ganz so sehr in Schutz zu nehmen, er handelt genauso dumm und unlogisch wie alle anderen. Ist schon selten dämlich fast die Zerstörung des Camps zu verursachen, um das Baby zu entführen, und es im Meer zu taufen. Glaubt er eigentlich, dass dann alles wieder Friede Freue Eierkuchen ist? Jack schießt aber am Ende den Vogel ab, in dem er in etwa sowas sagt wie: "Du hättest zwar fast unser Camp vernichtet, also mach das nicht wieder".
Eko gefällt mir auch nicht, redet Charlie die Wichtigkeit dieses Traumes ein, lässt ihn aber dann auch dumm dastehen. Und eine Pseudotaufe von einem Ex-Mörder. Ist das überhaupt noch Lost?

Und noch was, man hätte die Folge doch gleich nach "The 23rd Psalm" ausstrahlen können, hätte viel besser gepasst. Die paar Szenen, die auf "The Hunting Party" hindeuten hätte man auch vertauschen können.

BODYCOUNT

Hier stirbt nichts außer der Logik von Lost und die Geduld des Zuschauers.

42 + die Logik von Lost

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate

FAZIT:
Die schlechteste Folge von Lost überhaupt. Wieder einmal ist kein roter Faden zu erkennen, eine Einzelstory steht im Mittelpunkt, die arg schlecht geschrieben ist. Die Handlungen gegen jede Logik, den die Charaktere bisher gezeigt haben setzt dem Ganzen die Krone auf und macht Lost lächerlich an dieser Stelle. Ich hatte nach dieser Folge Angst um Lost, dass das so weitergeht, und die Serie völlig aus dem Ruder läuft.


Nachgedanken:
- unfassbar, selbst in der schlechtesten Lost-Folge finde ich noch etwas, dass in Staffel 6 noch einmal angeschnitten wurde: Claire und Aaron sind wirklich irgendwie zusammen im Himmel; Hurley wird am Ende tatsächlich so etwas wie Jesus, nämlich spiritueller Beschützer der Insel

Donnerstag, 24. September 2009

2/11 The Hunting Party (Erik)

Hilfe war das wieder schlecht und langweilig. Zum Glück hat wenigstens die Mr. Friendly-Begegnung für etwas Abwechslung gesorgt.
Spätestens ab hier werden die Jack-Flashbacks zur Qual. Es gibt einfach nichts mehr zu erzählen über diesen Charakter und dennoch würgen sie noch eine Geschichte mit einem sterbenskranken Mann, der nach einem Wunderheiler sucht mit seiner bildschönen Tochter, hinein.

BEGEGNUNG MIT DEN OTHERS

So mysteriös und interessant diese Begegnung mit Mr. Friendly auch ist, sie macht keinen richtigen Sinn. Warum wollen die Others die Losties getrennt halten, wenn sie doch sowieso stark genug wären sie zu vernichten? Warum drohen sie denen überhaupt, die sind schließlich nicht freiwillig hier, sondern abgestürzt und haben damit ein gewisses Recht zu leben?
Wenigstens fallen ein paar sehr interessante Sätze: "Since the dawn of our species man's been blessed with curiosity. You know the other one about curiosity don't you, Jack? This is not your island. This is our island. And the only reason you're living on it is because we let you live on it. " Das sind die besten Sätze der ganzen Staffel und sind eher für uns Fans gedacht (der erste Satz), die immer wissen wollen wie es weitergeht und in der staffelfreien Zeit jedes Schnipselchen aufsaugen. Hier ist deutlich zu merken, dass die Others eindeutige Besitzansprüche an die Insel stellen, wenn sie wirklich Jacobs Jünger sind, hätten sie auch das Recht dazu. Sollten sie aber nur Nachkommen der Black Rock-Besatzung sein, sind sie genauso Eindringlinge, wie die Losties.
Genial fand ich, wie Jack die Wahrheit sagt, dass sie mehr sind als die Others (sind ja nur noch Pickett und Alex), aber dann durch diesen höchst seltsamen Fackeltrick zum Schweigen gebracht wird.

JACKS FLASHBACKS

Ein was Interessantes gab es dann doch in diesem Flashback: "We can fix things", ihr wisst wie ich dazu stehe, aber was ist, wenn es Jack aus irgendeinem Grund durch die Wasserstoffbombendetonation geschafft hat, auch seine Ehe zu retten. Der Grund ist einfach: Wasserstoffbombe zerstört Insel, vernichtet Widmore, Widmore kann Desmond nicht auf das Segelrennen bringen. Desmond und Jack treffen sich nicht im Stadion, Sarah bleibt querschnittsgelähmt. Für Sarah wäre das Resultat ziemlich bescheiden, was man aber über das Paralleluniversum auch sagen kann. :D

CHARAKTERE

Allgemein sehen wir Jack hier so wie immer, statt darüber nachzudenken, wie es vielleicht besser geht, schnappt er sich die Waffen und rennt Michael auf eigene Faust hinterher. Locke beugt sich dem seltsamerweise, erneut ist deutlich zu sehen, dass er sich gegenüber Jack überhaupt nicht durchsetzen kann. Wenigstens während der Wanderung sagt er etwas zu Jack deswegen: "Who are we to tell anyone what they can or can't do?". Jack geht aber trotzdem weiter, schnauzt dann auch noch Locke an, dass ihn Michael gar nicht kümmern würde, und auch Mr. Friendly kann ihn erst abhalten, als dieser droht, Kate zu erschießen.
Noch nerviger in dieser Episode als Jack ist nur noch Kate. Jack sagt, sie soll zurückbleiben. Was macht sie? Nutzt Hurley aus, damit sie hinterhergehen kann. Schade, dass Mr. Friendly nicht einfach das Ana-Lucia-Prinzip angewendet und schon bei "2" geschossen hat.
"How long do you think it would take to train an army? ", gabs je eine Storyline, die noch weniger ausgebaut worden ist, als diese Ankündigung?
Auch die anderen Charaktere wirken auf mich unglaublich lahm, Jin, der plötzlich Michael hinterhergehen will. Charlie, der mit Hurley über Claire redet. Mir gefiel aber die Andeutung, dass Hurley etwas mit Libby anfangen will.

FEHLER

Ein paar schöne Fehler gibt es hier, wenn man die Folge mit 2x23 vergleicht. Jack wird durch den Schlag auf Locke geweckt, schaut in den Computerraum, wo er eigentlich Michael hyperaktiv auf den Computer herumtippen sehen müsste, aber da ist niemand. Außerdem ändert sich die Location an der Mr. Friendly auf Michael trifft und die Schussfolge ist auch eine andere.

BODYCOUNT

Der Italo-Pap stirbt an einem Herzinfarkt, tragisch für Jack, tragisch für seine Ehe.

Summe: 42

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate

FAZIT:
Was bleibt ist eine Staffel, die seit fünf Folgen nur noch aus Einzelstories besteht, die zusammen keinen richtigen Sinn ergeben. Ein roter Faden ist auch in dieser Folge nicht zu erkennen und einzig und allein die Begegnung mit den Others macht das ganze überhaupt noch etwas spannend.


Nachgedanken:
- die Others sind wirklich Jacobs Jünger, deren aggressives Verhalten in Bezug auf die Losties wirkt seltsam, wenn man bedenkt, dass sie eigentlich Jacobs Kandidaten sind; da jedoch Ben das Sagen über die Others hat, lässt sich dieser vermeintliche Widerspruch jedoch recht gut erklären

Dienstag, 22. September 2009

2/10 The 23rd Psalm (Erik)

Geringfügig besser als die vorherige Folge und die drei Folgen, die noch danach kommen, aber dennoch deutlich unter dem Lost-Durchschnitt. Diese Charlie-Claire-Sache ist einfach nur uninteressant, das mit Charlies Drogen genauso, Ekos Vergangenheit und seine Beziehung zu dem Flugzeug haben aber die Episode angenehmer gemacht.

EKOS FLASHBACKS UND RELIGION

Die ganze Folge ist sehr religiös angehaucht. Das beginnt mit dem Priester, der von Eko erschossen wird und dem Kreuz, geht weiter mit Aaron, den Statuen, der Rückkehr Ekos zu Yemis Kirche und findet seinen Höhepunkt im Zitieren des 23. Psalms.
Ganz besonders deutlich wird hier das Thema confession hervorgehoben. Das kommt in fast jedem Gespräch zwischen Eko und Yemi zum Ausdruck. Yemi will ihm die Beichte abnehmen, damit er einen besseren Pfad geht. Dies wird auch das letzte Gespräch von Eko, mit einer ziemlich realen Yemi-Smokey Erscheinung, sein. Auch den Sinn der Beichte in "The Cost Of Living" verstehe ich. Er soll nicht beichten, wegen dem Mord an dem Priester und seinen anderen Taten, sondern das er Yemis Leben wegen seinen egoistischen Zielen auf dem Gewissen hat. Da er keine Reue zeigt bei der zweiten Smokey-Erscheinung, wegen dem Tod seines Bruders, wird er umgebracht.
Es ist tragisch zu sehen, welchen Weg die beiden Brüder durch die schicksalhafte Begegnung mit dem Militär gehen. Yemi beschreitet den geistlichen Pfad und hat dadurch eine völlig andere Weltanschauung als Eko, der den weltlichen gegangen ist, und deshalb ein anderes Bild von der Welt hat.
"You will never be a priest" sagt Yemi zu Eko und hat damit eigentlich Recht. Doch es ist schon krass, dass Eko, der eigentlich nur seine Drogen rausfliegen wollte, nach Yemis Tod, bis zu seinem Lebensende Priester bleibt, da er sich schuldig fühlt wegen Yemis Tod (beachten er fühlt sich schuldig, bereut es aber nicht, ein riesiger Unterschied).
Dank "?" wissen wir nun auch, woher Eko so sicher war, dass Charlies Marienstatue etwas mit dem Flugzeug und Yemi zu tun hat. Er weiß es von Charlotte Malkin, die ihm prophezeit hat, dass er Yemi bald wiedersehen wird.
Sehr seltsam fand ich, dass Eko von Goldie nach draußen getreten wird. Liegt es daran, dass Goldie Eko die Schuld am Tod seines Bruders gibt? Oder ist er enttäuscht von Eko, weil wegen seinem Bruder bei dem Plan soviel schiefgelaufen ist?
Zwei Szenen stören mich aber an dem Flashback: Warum tötet Eko die beiden Dealer? Sie haben ihm den Stoff gebracht, den er braucht, sich also an die Abmachung gehalten. Deswegen ist das eine sehr verachtungswürdige Tat, aber Glückwunsch, wenigstens den unbewaffneten Jungen, der nur Bier bringen wollte, hast du verschont.
Und noch was: Warum sprechen Nigerianer untereinander Englisch? Ist eigentlich das gleiche wie bei den Irakis. Die haben alle eine eigene Kultur und sicher es gibt überall englischen Einfluss, aber den gibt es doch bei uns auch, und dennoch unterhalte ich mich mit meinen Gesprächspartner auf Deutsch. Diese eingebildeten Amis sollten von ihrem hohen Ross runterkommen und beachten, dass nicht jeder Mensch auf der Erde ihre achso tolle Sprache sprechen will.

SMOKEY ERSCHEINUNG

Die einzige offensichtliche in dieser Staffel. Samuel schaut sich wohl Eko genauer an, um zu beurteilen, ob er geeignet wäre für seinen Plan, da er genau wie Locke ein Man of Faith ist. Wir sehen auch, dass Smokey Gedanken herausfiltern kann, da wir einige Bilder aus Ekos Vergangenheit in dem Rauch sehen können. Als er offenbar genügend hat, verschwindet Smokey erst einmal, da Eko später noch gebraucht wird.

ANDERE CHARAKTERE

Michael wird endgültig auf die Spur von Walt gebracht und wäre Jack nicht aufgetaucht, er wäre schon jetzt losgerannt. Dank Locke weiß er auch wie das Schießen geht.
Charlie, nervig und dumm, Claire nervig und hysterisch: Charlie könnte ihr erklären, dass er die Statue gefunden hat, als er nach ihrem entführten Sohn gesucht hat, und auch, dass man einer geschlossenen Statue unmöglich Drogen entnehmen kann. Claire sollte bedenken, was Charlie alles für sie getan hat und das sie wohl früh genug gemerkt hätte, wenn er high gewesen wäre. Aber schon genial zu sehen, wie es auf Charlie zurückfällt, dass er in Staffel 1 ungefähr hundert Mal erwähnt hat, dass er ein Junkie war, und jetzt auf Entzug ist. :D

BODYCOUNT

Da kommt schon wieder einiges zusammen, Goldie und Yemi sind bereits vermerkt. Eko erschießt einen Priester und tötet zwei Drogendealer. Das nigerianische Militär erschießt Olu und der Pilot der Beechcraft ist bestimmt auch bei deren Absturz auf der Insel gestorben. Insgesamt also 5 Tote.

Summe: 41

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley

FAZIT:
Trotz interessanten Flashbacks und der ersten Smokey-Erscheinung wirkt ein Großteil dieser Episode immer noch erstaunlich schlecht. Charlie nervt nur mit seinen Kommentaren, sowohl am Strand als auch während der Wanderung und am Ende wird bereits die schlechteste Lost-Folge überhaupt angedeutet.


Nachgedanken:
- das mit den Nigerianer ist also dann einer dieser berühmten Sprach-Switches (aber wieso wird das nicht bei Jin und Sun gemacht, verstehe ich auch jetzt noch nicht)
- die Erwähnung Aaron wäre nur das Sprachrohr von Moses gewesen, erinnerte irgendwie an Richard, der nur das Sprachrohr von Jacob war, dem eigentlichen Anführer der Others