Samstag, 3. Oktober 2009

2/16 The Whole Truth (Erik)

Die Henry-Gale-Geschichte spitzt sich zunehmend zu und Sun ist schwanger, obwohl Jin unfruchtbar ist. Das Resultat ist die dritte sehr gute Folge nacheinander.

SUNS FLASHBACKS

Mir sind da einige interessante Dinge aufgefallen. Jin möchte unbedingt ein Baby, da sich dadurch vielleicht die Meinung seines Schwiegervaters ändert und er ihm einen besseren Job gibt. Ironischerweise ist Jin unfruchtbar und dadurch muss er seinen jetzigen sehr schlechten Job behalten. Mir kam das alles bisschen zu sehr wie Zufall rüber. Wie wir wissen, landen die beiden nur dank dieses Jobs eigentlich in Oceanic 815, also könnte irgendeine der Inselmächte dafür gesorgt haben, dass Jin unfruchtbar wird. Und da bringe ich zum ersten Mal eine der berühmten Berührungen ins Spiel. Da wir noch immer nicht Jacobs genauen Plan kennen, könnte es sein, dass er Jin unfruchtbar gemacht hat, damit Ji Yeon erst auf der Insel gezeugt werden kann. Dieses Baby könnte noch unglaublich wichtig sein, denn Jin sagt auch ein Baby "change everything", und zwar zum besseren. Also wäre es doch möglich, dass es Ji Yeon ist, die eine entscheidende Änderung an den Ereignissen vornimmt.
Ansonsten wirkten diese Flashbacks wie immer. Sun ist eine Lügnerin und trifft sich heimlich mit einem anderen Mann, um Englisch zu lernen. Im übrigen ist mir dieser Jae Lee einer der größten Unsympathen. Er hatte seine Chance gehabt Sun zu heiraten, jetzt ist sie verheiratet, und trotzdem kommt er angekrochen. Allerdings lässt sich Sun auch auf ihn ein, was sie dadurch auch nicht viel besser macht.
Desweiteren sollte mir jemand die Gedankengänge des Arztes erklären, er hat Angst, dass Jin seine Praxis abfackelt, weil er ihm die Nachricht übermittelt, und einer von Paiks Männern ist. Ganz davon abgesehen, dass man auch in Südkorea nicht mehr im Altertum lebt, wo die Überbringer von schlechten Nachrichten getötet werden, müsste es doch für Paik ein viel größeres Desaster sein, dass er eine unfruchtbare Tochter in die Welt gesetzt hat.
Im übrigen erzählt Sun auch gar nicht wie angedeutet die "whole truth", da sie doch was mit dem Glatzkopf hatte.
Zu Jins Impotenz werde ich dann in "D.O.C." Näheres erläutern.

BEN UND DER BALLON

Die Szenen mit Ben sind wieder das Highlight dieser Episode. Unglaublich wie er es schafft allen was vorzuspielen. Ana-Lucia jedenfalls gesteht ihm, dass sie an Nathans Tod Schuld ist, das erste Mal überhaupt. Kurz darauf gesteht sie auch Sayid ihre Schuldgefühle wegen Shannon. Zu keinem Augenblick war mir Ana-Lucia sympathischer als in dieser Folge.
Jedenfalls malt er für sie die Karte und gleichzeitig verwirrt er sie mit der Aussage, dass er sonst sterben wird. Sayid wird ihn tatsächlich fast erschießen und nur durch Ana-Lucia Einschreiten wird das verhindert. Hat Ben da bewusst darauf hingearbeitet, dass er auf ihre Hilfe zählen kann? Bei Ben ist sowieso alles möglich.
Schön auch, wie Ana-Lucia zu Sayid sagt, sie hat ihn nett gefragt, obwohl sie auch eine der Personen ist, die eher als Erstes schießt, bevor sie fragt. Genial fand ich dann bei der Wanderung den Ausdruck "right island". Sie weiß nicht, dass es noch eine zweite kleinere Insel gibt.
Auch in den Schlussszenen ist Ben überragend. Diese "martyr-prophet"- Geschichte und Jacks Antwort, dass man so und so tot ist, sehe ich als Anspielung auf Locke, der als Opfer sterben muss, damit die Oceanic 6 zurückkommen.
Die ganze Frühstücksszene ist sowieso einmalig, Ben weiß doch genau für was der Computer ist, da er bei Dharma war, schön auch wie er fragt, woher das Zeug eigentlich kommt, und beide, Locke und Jack, sich nur dumm anschauen. Geschickt fügt er noch mit ein, dass er Ana-Lucia eine Karte gegeben hat, und dann sagt sie hätten "real trust issues". Der Blick nach unten dabei herrlich, denn er weiß doch schon längst genug, besonders über die Probleme zwischen Locke und Jack. Wie Ana-Lucia gesagt hat, Locke und Jack beschäftigen sich nur mit Jack und Locke.
Dann erzählt er die Geschichte von der fälschlichen Übergabe und will damit womöglich bezwecken, dass Jack durchdreht und loszieht, sodass er mit Locke allein ist. Bekanntermaßen müssen noch einige Ereignisse in der Station in Gang gesetzt werden. Die ganze Szene hätte nicht grandioser enden können, als mit dieser schlichten und einfachen Frage: "You guys got any milk? "

ANDERE CHARAKTERE

Sawyer wird so langsam zum Meisterleser, innerhalb von zwei Tagen ist er schon beim zweiten Buch.
Schön auch, dass wir endlich mal Rose und Bernard gemeinsam sehen, und die sich wie ein typisches Ehepaar streiten. Rose hat Geburtstag und der arme Bernard, dessen Kalender doch völlig durcheinander gekommen ist, weiß es natürlich nicht. Herrlich solche kleine Szenen mit denen. Auch finde ich es interessant, dass Bernard nach den Perlen von Austern sucht. Also der erste kleine Bezug zur Pearl.
Und das war das erste Mal in dieser ganzen Staffel, dass Charlie mich nicht genervt hat. Fand das ziemlich spitze wie er Ana-Lucia sagt, dass er auch von dem Typen weiß, die Aktion mit der Waffe, und wie er Papayas mitbringt, aber keiner sich darum schert, weil sie schon weitergehen.
Sayid ist noch immer sehr deprimiert und da er Ana-Lucia nichts antun kann, sucht er nun verzweifelt bei den Others nach einem Schuldigen, und will dafür unbedingt Ben nehmen. Übrigens Ben sagt, sein buddy Sayid, in Zukunft wird Sayid tatsächlich für Ben arbeiten.
Und es gibt einen Hinweis auf den schlechten Kate-Flashback mit ihrer Hochzeit und dem Schwangerschaftstest.
Schön außerdem, dass der Name Widmore auf dem Schwangerschaftstest auftaucht, ein erster Hinweis auf diese bedeutende Figur.

BODYCOUNT

Ben soll getötet werden, wenn seine Geschichte nicht stimmt, glücklicherweise passiert das weder hier noch in einer der nächsten Folgen.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Lost ist in einer sehr guten Phase, wie schon lange nicht mehr. Es kommt Bewegung in die ganze Sache und die steigende Spannung der Henry-Gale-Geschichte sorgt sowieso für den längst überfälligen roten Faden in der Story.


Nachgedanken:
- die Idee mit Ji Yeon hat sich dann letztendlich als falsch herausgestellt, sie bleibt für die restliche Story völlig uninteressant (sogar für ihre eigenen Eltern!)

Donnerstag, 1. Oktober 2009

2/15 Maternity Leave (Erik)

"The record is spinning again." Lost ist wieder in der Spur, das merkt man deutlich. Sehr gut gemachte Flashbacks, das Finden einer neuen Dharma-Station, Rousseau und dann ist da noch Ben, der langsam mit dem Manipulieren anfängt.

CLAIRES FLASHBACKS

Da komme ich gleich als Erstes zu Claires Flashbacks, die ersten Insel Flashbacks, und sie sind sehr gut aufgebaut. Ähnlich den Desmond-Flashes, kommen auch hier Claires Erinnerungen nur blitzartig, und sie kann damit lange Zeit nichts anfangen. Ich finde es toll, wie immer wieder alles im Raffer abläuft, und dann eine bestimmte Szene länger erzählt wird. In jeder erfahren wir tolle Dinge über die Others, und sehen endlich Alex zum ersten Mal, aber der Reihe nach.
In der Szene in der Libby Claire hilft sich zu erinnern, ist die einzige Szene am Strand in sie mit einer anderen Person als Hurley interagiert. Doch sie schafft es Claires Blockade zu durchbrechen. Da ich der Meinung bin die Ereignisse dort waren nie schlimm genug, dass man sie aus seinem Gedächtnis streicht, werfe ich wieder den Tempel in den Raum, und bin der Meinung die Blockade löste sich erst, als Claire die Erinnerungen brauchte, und sich voll und ganz auf die Insel dank Libby konzentrierte. Ob das bei Ben ähnlich klappen würde?

OTHERS

Endlich werden aus den ninjahaften Halbgeistern in zerrissenen Kleidern vernünftige Menschen gemacht. Wir sehen Ethan, der völlig normal seinem Job als Arzt nachgeht und Claire eine Spritze gibt. Zum einen ist es, denke ich, zur Ruhigstellung von ihr gedacht, zum anderen probiert er wohl tatsächlich soviel Impfstoff ihr zu geben, damit mit Claire nicht das gleiche wie mit den anderen Schwangeren passiert. Sie machen das solange bis der Impfstoff knapp wird und sie der Meinung sind das Baby rauszuschneiden und dabei Claire sterben zu lassen. Hier wird Bens Ehrgeiz deutlich erkennbar, er will nicht das Risiko eingehen und einfach abwarten, sondern fordert diese drastische Maßnahme.
Auch fand ich es gut gemacht, dass Ethan in der Zwischenzeit eine emotionale Bindung zu Claire aufgebaut und er ihr verspricht, dass sie für ihr Baby sorgen werden. Ich frage mich ganz ehrlich was dagegen spricht, dass sie dem Baby Schlechtes angetan hätten, so wie Claire es am Ende vermutet? Auch interessant, dass sich die Others hier das erste Mal als "good guys" bezeichnen.
Wir sehen auch Mr. Friendly das erste Mal ohne Bart und die meisten Lostfans wussten gar nicht, dass er hier auftaucht. Hier erfahren wir, dass er eine große Angst vor Ben hat und wie er von ihm redete, erinnerte mich an die Angst der Dharma-Wachmänner vor LaFleur. Jedenfalls erfahren wir, dass es durchaus eine Liste für die Losties gegeben hätte, wenn sie Ethan nicht enttarnt hätten.
Außerdem bekommen wir endlich Alex zu Gesicht, die anders handelt als die Others, und Claire zur Flucht verhilft. Hier merken wir deutlich, dass sie sehr aufrührerisch ist, und sich gegen die Befehle stellt, obwohl sie aufgrund 16 Jahre strengster Erziehung eigentlich ein Vorzeigeother sein müsste. Ich schätze aber sie hat trotz allem ein menschenfreundlicheres Wesen als ihr Ziehvater Ben.

THE STAFF

Wir bekommen die dritte Dharma-Station zu Gesicht und wir merken hier das erste Mal, dass die Others Orte verlassen können, ohne eine Spur zu hinterlassen. Als die drei dort ankommen, wirkt die Station, als würde sie schon seit Jahren leerstehen. Nun ganz aufgegeben haben die Others sie noch nicht, wie wir in der 3. Staffel sehen. Außerdem scheint sie ihr Vorratslager für die ganze zerrissene Kleidung und den falschen Bärten zu sein. Das sie diese Dinge dortgelassen haben, ist für mich ein Zeichen, dass sie den Losties Hinweise geben wollten, dass sie nicht so verwahrlost sind, wie sie tun. Allerdings hätte das auch die Pläne am Ende der Staffel gefährden können, also ist es auch möglich, dass sie nur Zweifel säen wollten, oder die Losties testen, inwieweit sie auf sie reinfallen würden.
Seltsamerweise sehen wir diese Station nie während der Dharma-Zeit, auch nicht als Ben schwer verletzt ist, und nur in einer billigen Barackenstation behandelt wird. Es ist also gut möglich, dass die Station erst deutlich nach dem Incident erbaut worden war, als man endlich merkte, dass es ganz ohne gute Krankenstation und Arzt doch nicht geht.

ROUSSEAU UND DIE INFEKTION

Das ist das zweite und leider letzte Mal das Rousseau in dieser Staffel auftaucht. Hier wandelt sich ihr Wesen wieder und das Verhältnis zu den Losties ist am Ende wieder positiv, als sie enthüllt, dass sie Claire nur helfen wollte.
Sie spricht von der Infektion, die auch ihr Team befallen hat, nur war das Smokey, und er hat alle deutlich verändert. Mir ist etwas rätselhaft wie Rousseau darauf kommt, dass es ausgerechnet Aaron erwischt haben soll, wohl wieder eine kleine Unstimmigkeit in der Rousseau Geschichte.
Und wieviel Leid sie durchgemacht hat, merken wir spätestens in der Szene, in der Kate die Waffe auf sie richtet.
Jedenfalls ist es toll, dass sie mit der Gewissheit gehen kann, dass es Alex wohl gutgeht, und sie noch am Leben ist. Claire bezeichnet sie als "good", womit mir wieder beim Thema "good and bad people" sind. Alex würde ich schon dazuzählen.

BEN, EKO UND LOCKE

Für mich die besten Szenen dieser Folge. Mir gefällt es einfach, wie Ben darauf reagiert, als ihm Jack sagt er solle rufen, wenn er aufs Klo muss, oder der Kommentar auf das Dostojewski Buch mit Stephen King. Ben beweist einen sehr guten Büchergeschmack. Herrlich auch der Beitrag, als er wieder eine Schüssel Obst bekommt, dass sie keine Cheeseburger hätten. Hier gibt es Bezüge zu Staffel 3, in der Ben Stephen Kings Carrie liest, und die Möglichkeit hat besseres Essen zu essen.
Die Eko-Szene ist unglaublich gut gemacht. Das fängt schon mit der Begrüßung an, und wie lange Ben zögert, ehe er den Gruß erwidert. Eko weiß sofort, dass er einen Other vor sich hat, und versucht seine Schuld reinzuwaschen. Dies bleibt leider die einzige Eko-Ben-Szene.
Ganz zum Schluss kommt es dann zur ersten Locke-Manipulation seitens Ben. Grandios wie er den Übergang von Dostojewski zu der Jack-Locke-Anführer-Problematik schafft, und mit einem einzigen Satz Locke wütend macht. Das alles hat er wohlgemerkt größtenteils durch Hören hinter sehr dünnen Türen mitgekriegt. Unfassbar dieser Charakter. "He's smart and curious." Jack weiß gar nicht wie sehr er Recht hat.
Auch schön fand ich übrigens die ganzen Anspielungen, dass keiner genau weiß, warum sie denn nun die Taste überhaupt drücken.

MOTHER ISSUES

Ich musste lachen, als Sun meinte: "A mother should not leave her child." Diesen Satz müsste ihr Claire eigentlich bei ihrer nächsten Begegnung sagen. In dieser Folge ist aber Sun noch keine Mutter, noch nicht.
Claire ist aber auch nicht viel besser: "I know that we're supposed to be together, you and me." Trotzdem lässt sie ihn bei der nächsten Gelegenheit zurück, aber gut Samuel ist schon ein härterer Brocken als die Others, und schon denen hätte sie Aaron fast überlassen.

BODYCOUNT

Es taucht zwar ein toter Charakter auf, doch nichts bewegt sich.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Eine sehr gute Folge, die eine längst überfällige Lücke aus Staffel 1 aufklärt und eine neue sehr interessante Art von Flashbacks verwendet. Nimmt man Charlie heraus, so ist diese Claire-Aaron-Sache gleich viel weniger nervig. Der Fund der neuen Station und natürlich Ben runden das ganze ab, und sorgen für eine weitere Top-Folge.


Nachgedanken:
- es gibt leider keine Szenen, die beweisen könnten, dass Claire wirklich im Tempel war, vermutlich war sie es aber nicht

Samstag, 26. September 2009

2/14 One Of Them (Erik)

Oder auch: Wie rette ich eine Serie, die nur noch wie Stückwerk wirkt, seit ein paar Folgen keine klare Linie mehr hat, zum Teil äußerst schlecht geschrieben ist, und schon fast die Erzählweise einer Sitcom hat? Ganz einfach, ich caste einen ziemlich unbekannten, aber den besten Schauspieler, der je geboren worden ist, aus einem bekannten Film, gebe ihm eine interessante Rolle, und werfe ihn einfach in die Serie. Lange Rede, kurzer Sinn endlich ist Michael Emerson dabei und es ist genial, wie sich seine Rolle aufbauscht, vom einfachen Gaststar für zwei Folgen, zu einem von acht Folgen, dann zum Maincharakter, und schließlich zu einer der wichtigsten Figuren von ganz Lost.

Fangen wir mit der Analyse an: Allein schon die ersten Sayid-Flashbacks haben mir gezeigt da ist was anders, Kates Vater ist zu sehen, das Durcheinander im Krieg, einfach nur herrlich. Dann kommt Ana-Lucia und führt unseren Folterer zu Rousseau, die wir alle schon vermisst hatten, und die führt uns geradewegs zur interessantesten Figur des ganzen Lost-Universums. Und damit kommen wir zum ersten großen Diskussionspunkt einer genialen Folge:

WIESO LIEFERT ROUSSEAU BEN, VON DEM SIE WEISS, DASS ER IHRE TOCHTER HAT AN SAYID AUS ?

Damit kann man sich lange beschäftigen, die banalste Erklärung wäre, die Producer wussten noch nicht von der Tragweite von "Henry Gales" Rolle, und es war später zu spät um einzulenken, aber das wäre natürlich langweilig und enttäuschend.
Hier ist mein Vorschlag: Ben war auf dem Weg zu den Losties, weil er nun endlich selbst in Aktion treten musste, um seinen Tumor loszuwerden. Warum er erst dahingeht, und sich nicht Jack und die Anderen holen lässt, kläre ich in einer späteren Folge.
Jedenfalls weiß er natürlich wo die Swan ist, er weiß auch, dass er nicht als Other zu den Losties treten darf, wegen den ganzen Sachen, die bisher passiert sind. Also lässt er sich auf einen Handel mit Rousseau ein, wie schon damals bei Alex. Er verspricht ihr, dass es ihr weiterhin gutgeht, wenn er dafür zu den Losties gebracht wird. Als Vorwand lässt er sich gefangennehmen und wählt seine eigene Geschichte aus, die sich Dank der Anwesenheit von Henry Gale und des Heißluftballons perfekt erzählen lässt. Er lernt alles über Henry Gale und dem Ballon, sodass er dessen Identität annehmen kann, um den Losties eine glaubwürdige Geschichte vorzulügen.
Um das ganze zu verfeinern, schießt Rousseau noch mit einem Pfeil auf ihn.

SAYID UND BEN

Es ist einfach nur genial, dass von den Losties Sayid als Erster Ben trifft, und das er ihm gleich genauso viel Gewalt entgegenbringt, wie dem jungen Ben. Der Twist ist einfach nur Hammer, Ben wird gefangengenommen, von Sayid losgeschnitten, dann mit einem Pfeil getroffen, halbtot liegengelassen und danach gefoltert. Das alles passiert wegen den "issues", die Sayid zu den Others hat, ausgelöst durch Ben selbst, denn er hat alles geleitet.
Dreißig Jahre vorher steht ein noch unschuldiger Ben vor Sayids Zelle, was ist das Resultat, er wird lebensgefährlich angeschossen und so gerettet, dass er einer der Others wird, und nun trifft er wieder auf seinen Fast-Mörder.
Ich fand auch genial, dass bei ihrer ersten Begegnung 1977 Sayid der Gefangene und Gefesselte ist, hier ist es Ben.

JACK UND LOCKE UND BEN

Beide reagieren völlig unterschiedlich auf Ben, schon krass, wenn man bedenkt wie es weitergeht. Locke ist von der Folteridee genauso begeistert wie Sayid, hilft ihm auch dabei. Jack rettet ihm vorerst das Leben, das muss Ben gewusst haben und willentlich ausgenutzt haben, so konnte er sich auch einen Pfeil in die Schulter schießen lassen. Jack wird ihm noch genau zweimal das Leben retten, ab dann ist Schluss, und er lässt zu, dass Ben so wird, wie er jetzt ist.
Und Locke wird sich danach zusehends von Ben manipulieren lassen, was schließlich seinen Tod zur Folge hat, und Samuel den entscheidenden Körper gibt. Das ist in der Folge noch nicht zu erkennen.

"HENRYS" GESCHICHTE

Dieses Verhör ist die erste Szene, die mich zu einem riesigen Ben-Fanboy hat werden lassen. Unglaublich geniale schauspielerische Leistung, wie er unter solchen Schmerzen die Geschichte so perfekt erzählt, dass ich sofort davon überzeugt war, selbst jetzt beim vielleicht fünften Mal schauen dieser Episode. Nur sie hat die eine Schwachstelle, dass nicht seine Frau im Grab liegt, sondern der echte Henry Gale.
Auch genial, wie er sofort Schwäche bei Sayid erkennt, als dieser von Shannon erzählt. Ohne dass Sayid es weiß, hat ihn Ben schon manipuliert, und auch wenn Sayid dann wild auf ihn eindrischt, so merkt Ben doch schon deutlich wo der wunde Punkt ist bei den Losties. Genial auch sein Satz: "Hurting me isn't going to bring her back", genauso so sieht es aus, doch Sayid glaubt endlich einen Schuldigen gefunden zu haben.
Und auch wenn es den FSK-Fritzen gegen den Strich ging, aber das Sayid keine Schuld bei seiner Folterung gespürt hat, war für mich der eindeutige Hint, dass es ein Other ist, und das dieser Charakter so einiges verbirgt und auf dem Kerbholz hat. Auch deutlich war der letzte Blick, einer dieser genialen Ben-Blicke in dessen Ausdruck man alles interpretieren kann, ohne zu wissen, was Michael Emerson nun wirklich darstellen wollte. Auch wenn es schwer ist, aber ich sage mal das ist verdeckter Triumph, er weiß nun, dass Sayid so gestrickt ist wie er vermutet hat, und das Jack ihm durchaus helfen würde. Jedenfalls er hat die Startschwierigkeiten überlebt und kann nun beobachten bzw. hören, wie er die Losties am besten manipuliert.

KELVIN UND DIE FOLTERUNG

Unfassbar wie fies die Producer doch manchmal sind. Da fragen wir uns bis zum Staffelfinale wer dieser Kelvin ist, und dann kommt er bereits in dem Sayid-Flashback. Jedenfalls merkt man, dass ist ein Typ dessen Befehle befolgt werden, und der kriegt was er will. Unglaublich fies, wie er Sayid die Drecksarbeit machen lässt, ihn somit zum Folterer macht, und damit den Menschen, der entscheidende bedeutende Ereignisse auf der Insel auslöst, wie Bens weiteren Werdegang. Gänsehaut pur, als er Sayid aussetzt, auf einmal arabisch spricht, und seine Fesseln löst.
Das deutet auch daraufhin, dass Kelvin erst nach dem Purge zu Dharma kam, aber wie er dahin kommt, obwohl alle tot sind, keine Ahnung. Wird wohl auch so ein ungelöstes Lost-Geheimnis bleiben, oder er ist durch die zeitliche Barriere deutlich eher angekommen.
Gut fand ich auch Tariqs Nicken auf Nichtganzvater Kates Waffe. Wäre doch genial er hätte ihn erschossen, und Kate niemals einen Grund zur Flucht gegeben.

SWAN-STATION

Endlich passiert wieder was, und das ist mit einer der besten Szenen der Staffel. Sayid foltert Ben, Jack kriegt Panik, will das Locke die Tür öffnet, aber der ist nach wie vor dagegen. Dramaturgisch hätte man das besser gar nicht hinkriegen können, dass genau in dem Moment der Alarm losgeht, bloß die drei Minuten Wartezeit wirken dann etwas seltsam, aber es ist trotzdem gut gelöst.
Und wir sehen das erste Mal, was passiert wenn die Zahlen unter Null gehen. Als damals die Hieroglyphen kamen, völlig unerwartet, habe ich schon gedacht jetzt gehts los, leider verfrüht. Jedenfalls hört man gut, wie sich das Magnetfeld auflädt und kurz davor ist loszugehen. Meinetwegen hätten die hier schon das mit den Zahlen beenden können, aber dann wäre Lockdown nicht gekommen, und das wäre auch irgendwie blöd.

GOOD AND BAD AND THE OTHERS

Krass, dass Sayid hier sagt er wäre vor dem Einmarsch ein guter Mensch gewesen, ein loyaler Soldat. Lieber Sayid, jemand der eine Waffe trägt, und Leute umbringt ist kein guter Mensch. Schon Tucholsky hat gesagt: "Soldaten sind Mörder", und damit hat er vollkommen Recht. Etwas gekünstelt wirkt nur der Satz "I'm a torturer", so ein typischer Standard-Ami-Satz. "Ich bin dein schlimmster Alptraum."
Die Enddiskussion zwischen Locke, Jack und Sayid finde ich auch toll, Jack der es noch immer nicht verstehen kann und Rousseau als Beispiel einbringt, und dann kommt Locke mit einem weiteren genialen Satz und sagt, dass sie für Rousseau alle Others sind. Schön, wie Sayid dann Charlie erklärt, dass Jack und Locke schon vergessen haben, aber da liegt er falsch, zumindest bei Jack. Erst ein paar Tage zuvor wäre sein großer Schwarm fast von einem erschossen worden, also kann mir niemand erzählen, dass er schon alles vergessen hat. Toll auch das Schweigen von Charlie, nach der letzten Frage, ob er auch schon vergessen hat.

JACK UND LOCKE- KONFLIKT

Der gärte aber gewaltig und war kurz vor der Explosion. Jedenfalls war das die beste Auseinandersetzung zwischen den beiden in Staffel 2, doch Jack behält hier gerade so die Überhand. Und es reicht noch aus, dass Jack die Zahlen als Druckmittel nimmt, hätte er das nach "?" versucht, wäre es zu einer globalen Katastrophe gekommen, aber ich finde es toll, dass Jack pragmatisch genug ist, und einfach abwarten will was passiert.

HURLEY UND SAWYER

Diese kleine Nebenstory macht zwar kaum Sinn, und wirkt eher aufgesetzt, aber ich fand es dennoch lustig, wie sich die beiden, die ja in Staffel 4 dicke Freunde werden, langsam näherkommen. Zum ersten Mal entschuldigt sich Sawyer für etwas, und ich fands ulkig, wie er Hurley einen Tipp gibt, wie er den Frosch zubereiten kann. Hier wird auch Hurleys Vorratslager eingeführt, das große Thema in "Dave". Finde ich schön, dass Sawyer dies niemanden verrät, nach seinem long con bekommt er langsam wieder normale Züge.

GEGENSTÄNDE

Mit was wird Ben beschossen, richtig einem Pfeil. Lange fragten wir uns, woher Rousseau die hat. Nun wir sehen 1954, dass das die Waffen der Others waren. Ben wird also mit einer Waffe seiner eigenen Leute angeschossen.
Die Box mit den Folterinstrumenten, es ist toll zu sehen, dass es vorallendingen die Zange Sayid angetan hat. Er hält diese als Erstes in Richtung Tariq, und benutzt sie auch als Erstes, um Ben zu foltern.

BODYCOUNT

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was dieser exekutierte Pilot alles ausgelöst hat.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Schlicht und einfach die beste Episode der 2. Staffel. Das Lost-Feeling war bei mir wieder da und mit der grandiosen Hineinnahme von Henry Gale war endlich der lang vermisste rote Faden wieder da. Seine Gefangenschaft und Geschichte waren das, was die 2. Staffel für die nächsten acht Folgen so spannend machte, und mich wieder gebannt auf die nächste Folge warten ließ. Von der Figur war ich von Anfang an begeistert, und wenn man darüber nachdenkt, wie blöd wären die gewesen, wenn sie ihn schon nach der nächsten Folge wieder rausgenommen hätten (wie eigentlich geplant). So baute sich langsam die beste Lost-Figur überhaupt auf.
Alles in dieser Folge mündete in einen grandiosen und spannenden Höhepunkt, der für mich zu einen der Top-Momenten dieser lahmen Staffel zählt.


Nachgedanken:
- nichts in Staffel 6 hat meine Rousseau-Ben-Theorie widersprochen, also bleibe ich dabei

2/13 The Long Con (Erik)

Was ist nur aus Lost geworden? Hätten die Tailies sich nur nie mit den Losties vereint, denn die sechs Folgen die danach kamen waren zum Teil richtig schlecht, unzusammenhängend, genau wie diese, obwohl sie um Welten besser war als Fire+Water. Hier gab es auch einen Moment, nämlich als Sawyer Charlie die Marienstatue zeigt, an der ich wohl aufgehört hätte Lost zu schauen, wenn Charlie diese angenommen hätte.

LONG CON

Das fasst so ziemlich ganz Lost zusammen, es ist der Plan von Ben, um seinen Tumor loszuwerden, und das ist der noch längere Plan von Samuel, um Jacob töten zu können. Hier ist es nur der Waffenklau von Sawyer, eine Geschichte, die im Nichts endet.

ANSPIELUNGEN AUF BEN

Das mit Abstand der beste an dieser Episode waren die Anspielungen auf Ben, der in der nächsten Folge Lost retten darf. So Sätze wie: "It works by getting someone to ask you to do something like it's their idea, but it's not their idea, it's your idea." Oder "Locke has a nemesis", Ben wird sein so ziemlich größter Gegenspieler sein. Und auch Sawyers komplizierter Plan hat was von Bens Plänen, die wir später noch sehen werden.

SAWYER

Trotz dieser Anspielungen bleibt die Episode schlecht, denn wieder wird eine Einzelstory begonnen, die im Sande verläuft und keinen Sinn am Ende der Staffel macht. Das ist nun schon die sechste Episode nacheinander in der das passiert, was ist eigentlich aus dem Hauptthema Swan geworden? Ach ja und diese Flashbacks waren einfach nur sauschlecht, Sawyer betrügt jemanden. Was macht er in seinem nächsten Flashback? Richtig wieder jemanden betrügen. Wenn es über einen Charakter nichts zu berichten gibt, dann braucht man auch keine Flashbacks.
Erstaunlich aber ist schon, wie sich hier alle von Sawyer verarschen lassen, aber ganz ehrlich auch ich habe erst zum Schluss verstanden, wie genial, dass doch gemacht war. Leider kommt da nichts mehr von Sawyer in dieser Art.
Er, und auch sein Partner Gordy sagen: "Tiger don't change their stripes.", leider bleibt das bis in die 5.Staffel so. Jack mit seinen überhasteten Entscheidungen und Kate mit ihren Alleingängen. Alle drei mit dem peinlichen Love-Triangle
Was ich nicht kapiere: Warum hat Sawyer auf einmal die Medizin? Jack hatte doch damals das Wrack durchsucht und alles an sich genommen, und Sawyer hatte doch sowieso kein Interesse gezeigt. Also woher hat er auf einmal die Medikamente, oder nimmt sich das Recht, dass sie ihm gehören?
"New sheriff in town, boys!" Abwarten Sawyer! Bald ist es so weit, und dann bist du tatsächlich Sheriff einer ganzen Stadt. :D

ANDERE CHARAKTERE

Ein bisschen habe ich hier Charlie schon die Rache an Locke gegönnt, da dieser einfach für sein dämliches Verhalten eine Folge zuvor bestraft werden musste, und es bleibt dabei, der Locke dieser Staffel ist bis hierhin unterirdisch, nicht nur, dass er sich gar nicht gegen den cholerischen Jack durchsetzen kann, er merkt noch nicht einmal, dass Charlie ihm folgt. Was ist aus dem Jäger, und Ratgeber der ersten Staffel nur geworden?
Schöne Anspielung auf die nächste Folge: "Oh, you want to torture me, don't you?", in der Sayid dann tatsächlich jemanden foltert.
Gut fand ich die Szene mit Hurley und Sayid, als dieser ihm das Funkgerät gibt, und sie dieses Lied hören. Hurley nutzt dies als Anspielung auf die Zeitreisen. Wer weiß vielleicht stammt diese Übertragung tatsächlich aus einer anderen Zeit.

BODYCOUNT

Außer, dass schon zum zweiten Mal hintereinander meine Geduld mit Lost am Sterben ist, stirbt hier niemand.

Summe: 42

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Lost bleibt auf einem schlechten Niveau, da reißen auch die ganzen Anspielungen auf unseren Mastermind Ben nichts raus, und auch nicht der geniale Plan von Sawyer, um die Waffen zu stehlen, da es letztendlich eh nichts bringt. Lost wirkt festgefahren und hat einen toten Punkt erreicht. Schade, was in der Mitte der 2. Staffel für ein Riesenmist entstanden ist, aus dem einstmals so guten Anfang dieser Staffel.


Nachgedanken:
- ehrlich gesagt, zu dieser miesen Episode ist mir nichts Besonders aufgefallen

Freitag, 25. September 2009

2/12 Fire + Water (Erik)

Der beste Augenblick dieser Folge: als endlich der Lost-Schriftzug aufprangte und diese 40-minütige Aneinanderreihung unlogischer Handlungen aller beteiligten Charaktere ein Ende hatte. Lost erreicht einen Allzeittiefpunkt und am Ende fragt sich der geneigte Lost-Fan, ob er überhaupt eine Lost-Folge gesehen hat, oder eine ganz billige Parodie.

POSITIVES

Es gibt nur ganz wenig Positives. Charlie, der alles so haben will wie früher, Claire die nicht daran glaubt, da es kein früher gab. Eine Anspielung auf den Versuch alles zu ändern in Staffel 5.
Das Libby-Hurley-Gespräch hat mir gefallen und es war interessant, wie in dem Moment als Hurley fragt, ob er sie irgendwoher kenne, sie eine Geschichte erzählt die gar nicht stimmen kann, sodass er auf andere Gedanken kommt. Wenn Hurley wirklich auf ihren Fuß gelatscht sein soll, so hätte er einmal durch den ganzen Flieger gehen müssen, da Libby im Heck saß und Hurley im Mittelteil. Da Hurley durch das Vorderteil reinkam, kann das nicht stimmen.

CHARLIES TRAUM

Das ist der überflüssigste Traum, den es überhaupt gibt, denn er hat null Relevanz und ist eine grauenhafte Anspielung auf die Taufe, die bei Aaron durchgeführt werden muss. Ich habe das Gefühl irgendwelche Christen am Set haben darauf gedrängt, dass dieses Thema unbedingt bei Lost vorkommt. Das so etwas den Gedankengängen von Damon und Carlton entspringen soll, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das mit weitem Abstand beste dieses Traumes war Hurley als Jesus.
Der Satz "Save us all, Charlie", ist eine geringe Anspielung auf seinen heldenhaften Tod in der Looking Glass. Dadurch rettet er zwar Aaron und die Oceanic 5, aber längst nicht alle, macht den Traum also auch nicht besser.

UNLOGISCHE CHARAKTERE

Absolut niemand hört auf Charlie wegen diesem Traum, obwohl alle schon Visionen und seltsame Träume gehabt hatten. Bei dem Ex-Junkie tuen alle so, als wäre er geistesgestört, vorallendingen Claire. Die hätte am Ende der Episode genauso viel auf die Fresse kriegen müssen wie Charlie.
Wir erleben den schlechtesten Locke, den es wohl je bei Lost gab, da er später tot ist. Charlie erzählt ihm seinem Traum, Locke begegnet dem nur mit Desinteresse, obwohl er erst einige Wochen zuvor selbst einem gefolgt ist, und schiebt es auf die Drogen. Er selber erzählt fast jedem, dass er von der Insel durch irgendetwas getestet wird, nein Charlie wird natürlich nicht durch die Statuen getestet. "Who are we to tell anyone what they can or can't do?" sagt er noch eine Folge zuvor, aber Charlie darf er einfach die Statuen wegnehmen, unfassbar. Der Höhepunkt des ganzen, er drischt auf Charlie ein, als hätte er einen Boxsack vor sich. Zur Erinnerung Locke schafft es nicht einmal seinem Vater etwas anzutun, obwohl der ihn zweimal betrogen, und einmal fast ermordet hätte, genauso wenig erhebt er nie auch nur ansatzweise die Hand gegen Ben, obwohl der ihn ein Dutzend Mal manipuliert und versucht zu ermorden. Ich will nicht wissen, wie sich Terry O'Quinn gefühlt hat, als er diesen Mist spielen musste.
Um mal Charlie nicht ganz so sehr in Schutz zu nehmen, er handelt genauso dumm und unlogisch wie alle anderen. Ist schon selten dämlich fast die Zerstörung des Camps zu verursachen, um das Baby zu entführen, und es im Meer zu taufen. Glaubt er eigentlich, dass dann alles wieder Friede Freue Eierkuchen ist? Jack schießt aber am Ende den Vogel ab, in dem er in etwa sowas sagt wie: "Du hättest zwar fast unser Camp vernichtet, also mach das nicht wieder".
Eko gefällt mir auch nicht, redet Charlie die Wichtigkeit dieses Traumes ein, lässt ihn aber dann auch dumm dastehen. Und eine Pseudotaufe von einem Ex-Mörder. Ist das überhaupt noch Lost?

Und noch was, man hätte die Folge doch gleich nach "The 23rd Psalm" ausstrahlen können, hätte viel besser gepasst. Die paar Szenen, die auf "The Hunting Party" hindeuten hätte man auch vertauschen können.

BODYCOUNT

Hier stirbt nichts außer der Logik von Lost und die Geduld des Zuschauers.

42 + die Logik von Lost

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate

FAZIT:
Die schlechteste Folge von Lost überhaupt. Wieder einmal ist kein roter Faden zu erkennen, eine Einzelstory steht im Mittelpunkt, die arg schlecht geschrieben ist. Die Handlungen gegen jede Logik, den die Charaktere bisher gezeigt haben setzt dem Ganzen die Krone auf und macht Lost lächerlich an dieser Stelle. Ich hatte nach dieser Folge Angst um Lost, dass das so weitergeht, und die Serie völlig aus dem Ruder läuft.


Nachgedanken:
- unfassbar, selbst in der schlechtesten Lost-Folge finde ich noch etwas, dass in Staffel 6 noch einmal angeschnitten wurde: Claire und Aaron sind wirklich irgendwie zusammen im Himmel; Hurley wird am Ende tatsächlich so etwas wie Jesus, nämlich spiritueller Beschützer der Insel

Donnerstag, 24. September 2009

2/11 The Hunting Party (Erik)

Hilfe war das wieder schlecht und langweilig. Zum Glück hat wenigstens die Mr. Friendly-Begegnung für etwas Abwechslung gesorgt.
Spätestens ab hier werden die Jack-Flashbacks zur Qual. Es gibt einfach nichts mehr zu erzählen über diesen Charakter und dennoch würgen sie noch eine Geschichte mit einem sterbenskranken Mann, der nach einem Wunderheiler sucht mit seiner bildschönen Tochter, hinein.

BEGEGNUNG MIT DEN OTHERS

So mysteriös und interessant diese Begegnung mit Mr. Friendly auch ist, sie macht keinen richtigen Sinn. Warum wollen die Others die Losties getrennt halten, wenn sie doch sowieso stark genug wären sie zu vernichten? Warum drohen sie denen überhaupt, die sind schließlich nicht freiwillig hier, sondern abgestürzt und haben damit ein gewisses Recht zu leben?
Wenigstens fallen ein paar sehr interessante Sätze: "Since the dawn of our species man's been blessed with curiosity. You know the other one about curiosity don't you, Jack? This is not your island. This is our island. And the only reason you're living on it is because we let you live on it. " Das sind die besten Sätze der ganzen Staffel und sind eher für uns Fans gedacht (der erste Satz), die immer wissen wollen wie es weitergeht und in der staffelfreien Zeit jedes Schnipselchen aufsaugen. Hier ist deutlich zu merken, dass die Others eindeutige Besitzansprüche an die Insel stellen, wenn sie wirklich Jacobs Jünger sind, hätten sie auch das Recht dazu. Sollten sie aber nur Nachkommen der Black Rock-Besatzung sein, sind sie genauso Eindringlinge, wie die Losties.
Genial fand ich, wie Jack die Wahrheit sagt, dass sie mehr sind als die Others (sind ja nur noch Pickett und Alex), aber dann durch diesen höchst seltsamen Fackeltrick zum Schweigen gebracht wird.

JACKS FLASHBACKS

Ein was Interessantes gab es dann doch in diesem Flashback: "We can fix things", ihr wisst wie ich dazu stehe, aber was ist, wenn es Jack aus irgendeinem Grund durch die Wasserstoffbombendetonation geschafft hat, auch seine Ehe zu retten. Der Grund ist einfach: Wasserstoffbombe zerstört Insel, vernichtet Widmore, Widmore kann Desmond nicht auf das Segelrennen bringen. Desmond und Jack treffen sich nicht im Stadion, Sarah bleibt querschnittsgelähmt. Für Sarah wäre das Resultat ziemlich bescheiden, was man aber über das Paralleluniversum auch sagen kann. :D

CHARAKTERE

Allgemein sehen wir Jack hier so wie immer, statt darüber nachzudenken, wie es vielleicht besser geht, schnappt er sich die Waffen und rennt Michael auf eigene Faust hinterher. Locke beugt sich dem seltsamerweise, erneut ist deutlich zu sehen, dass er sich gegenüber Jack überhaupt nicht durchsetzen kann. Wenigstens während der Wanderung sagt er etwas zu Jack deswegen: "Who are we to tell anyone what they can or can't do?". Jack geht aber trotzdem weiter, schnauzt dann auch noch Locke an, dass ihn Michael gar nicht kümmern würde, und auch Mr. Friendly kann ihn erst abhalten, als dieser droht, Kate zu erschießen.
Noch nerviger in dieser Episode als Jack ist nur noch Kate. Jack sagt, sie soll zurückbleiben. Was macht sie? Nutzt Hurley aus, damit sie hinterhergehen kann. Schade, dass Mr. Friendly nicht einfach das Ana-Lucia-Prinzip angewendet und schon bei "2" geschossen hat.
"How long do you think it would take to train an army? ", gabs je eine Storyline, die noch weniger ausgebaut worden ist, als diese Ankündigung?
Auch die anderen Charaktere wirken auf mich unglaublich lahm, Jin, der plötzlich Michael hinterhergehen will. Charlie, der mit Hurley über Claire redet. Mir gefiel aber die Andeutung, dass Hurley etwas mit Libby anfangen will.

FEHLER

Ein paar schöne Fehler gibt es hier, wenn man die Folge mit 2x23 vergleicht. Jack wird durch den Schlag auf Locke geweckt, schaut in den Computerraum, wo er eigentlich Michael hyperaktiv auf den Computer herumtippen sehen müsste, aber da ist niemand. Außerdem ändert sich die Location an der Mr. Friendly auf Michael trifft und die Schussfolge ist auch eine andere.

BODYCOUNT

Der Italo-Pap stirbt an einem Herzinfarkt, tragisch für Jack, tragisch für seine Ehe.

Summe: 42

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate

FAZIT:
Was bleibt ist eine Staffel, die seit fünf Folgen nur noch aus Einzelstories besteht, die zusammen keinen richtigen Sinn ergeben. Ein roter Faden ist auch in dieser Folge nicht zu erkennen und einzig und allein die Begegnung mit den Others macht das ganze überhaupt noch etwas spannend.


Nachgedanken:
- die Others sind wirklich Jacobs Jünger, deren aggressives Verhalten in Bezug auf die Losties wirkt seltsam, wenn man bedenkt, dass sie eigentlich Jacobs Kandidaten sind; da jedoch Ben das Sagen über die Others hat, lässt sich dieser vermeintliche Widerspruch jedoch recht gut erklären

Dienstag, 22. September 2009

2/10 The 23rd Psalm (Erik)

Geringfügig besser als die vorherige Folge und die drei Folgen, die noch danach kommen, aber dennoch deutlich unter dem Lost-Durchschnitt. Diese Charlie-Claire-Sache ist einfach nur uninteressant, das mit Charlies Drogen genauso, Ekos Vergangenheit und seine Beziehung zu dem Flugzeug haben aber die Episode angenehmer gemacht.

EKOS FLASHBACKS UND RELIGION

Die ganze Folge ist sehr religiös angehaucht. Das beginnt mit dem Priester, der von Eko erschossen wird und dem Kreuz, geht weiter mit Aaron, den Statuen, der Rückkehr Ekos zu Yemis Kirche und findet seinen Höhepunkt im Zitieren des 23. Psalms.
Ganz besonders deutlich wird hier das Thema confession hervorgehoben. Das kommt in fast jedem Gespräch zwischen Eko und Yemi zum Ausdruck. Yemi will ihm die Beichte abnehmen, damit er einen besseren Pfad geht. Dies wird auch das letzte Gespräch von Eko, mit einer ziemlich realen Yemi-Smokey Erscheinung, sein. Auch den Sinn der Beichte in "The Cost Of Living" verstehe ich. Er soll nicht beichten, wegen dem Mord an dem Priester und seinen anderen Taten, sondern das er Yemis Leben wegen seinen egoistischen Zielen auf dem Gewissen hat. Da er keine Reue zeigt bei der zweiten Smokey-Erscheinung, wegen dem Tod seines Bruders, wird er umgebracht.
Es ist tragisch zu sehen, welchen Weg die beiden Brüder durch die schicksalhafte Begegnung mit dem Militär gehen. Yemi beschreitet den geistlichen Pfad und hat dadurch eine völlig andere Weltanschauung als Eko, der den weltlichen gegangen ist, und deshalb ein anderes Bild von der Welt hat.
"You will never be a priest" sagt Yemi zu Eko und hat damit eigentlich Recht. Doch es ist schon krass, dass Eko, der eigentlich nur seine Drogen rausfliegen wollte, nach Yemis Tod, bis zu seinem Lebensende Priester bleibt, da er sich schuldig fühlt wegen Yemis Tod (beachten er fühlt sich schuldig, bereut es aber nicht, ein riesiger Unterschied).
Dank "?" wissen wir nun auch, woher Eko so sicher war, dass Charlies Marienstatue etwas mit dem Flugzeug und Yemi zu tun hat. Er weiß es von Charlotte Malkin, die ihm prophezeit hat, dass er Yemi bald wiedersehen wird.
Sehr seltsam fand ich, dass Eko von Goldie nach draußen getreten wird. Liegt es daran, dass Goldie Eko die Schuld am Tod seines Bruders gibt? Oder ist er enttäuscht von Eko, weil wegen seinem Bruder bei dem Plan soviel schiefgelaufen ist?
Zwei Szenen stören mich aber an dem Flashback: Warum tötet Eko die beiden Dealer? Sie haben ihm den Stoff gebracht, den er braucht, sich also an die Abmachung gehalten. Deswegen ist das eine sehr verachtungswürdige Tat, aber Glückwunsch, wenigstens den unbewaffneten Jungen, der nur Bier bringen wollte, hast du verschont.
Und noch was: Warum sprechen Nigerianer untereinander Englisch? Ist eigentlich das gleiche wie bei den Irakis. Die haben alle eine eigene Kultur und sicher es gibt überall englischen Einfluss, aber den gibt es doch bei uns auch, und dennoch unterhalte ich mich mit meinen Gesprächspartner auf Deutsch. Diese eingebildeten Amis sollten von ihrem hohen Ross runterkommen und beachten, dass nicht jeder Mensch auf der Erde ihre achso tolle Sprache sprechen will.

SMOKEY ERSCHEINUNG

Die einzige offensichtliche in dieser Staffel. Samuel schaut sich wohl Eko genauer an, um zu beurteilen, ob er geeignet wäre für seinen Plan, da er genau wie Locke ein Man of Faith ist. Wir sehen auch, dass Smokey Gedanken herausfiltern kann, da wir einige Bilder aus Ekos Vergangenheit in dem Rauch sehen können. Als er offenbar genügend hat, verschwindet Smokey erst einmal, da Eko später noch gebraucht wird.

ANDERE CHARAKTERE

Michael wird endgültig auf die Spur von Walt gebracht und wäre Jack nicht aufgetaucht, er wäre schon jetzt losgerannt. Dank Locke weiß er auch wie das Schießen geht.
Charlie, nervig und dumm, Claire nervig und hysterisch: Charlie könnte ihr erklären, dass er die Statue gefunden hat, als er nach ihrem entführten Sohn gesucht hat, und auch, dass man einer geschlossenen Statue unmöglich Drogen entnehmen kann. Claire sollte bedenken, was Charlie alles für sie getan hat und das sie wohl früh genug gemerkt hätte, wenn er high gewesen wäre. Aber schon genial zu sehen, wie es auf Charlie zurückfällt, dass er in Staffel 1 ungefähr hundert Mal erwähnt hat, dass er ein Junkie war, und jetzt auf Entzug ist. :D

BODYCOUNT

Da kommt schon wieder einiges zusammen, Goldie und Yemi sind bereits vermerkt. Eko erschießt einen Priester und tötet zwei Drogendealer. Das nigerianische Militär erschießt Olu und der Pilot der Beechcraft ist bestimmt auch bei deren Absturz auf der Insel gestorben. Insgesamt also 5 Tote.

Summe: 41

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley

FAZIT:
Trotz interessanten Flashbacks und der ersten Smokey-Erscheinung wirkt ein Großteil dieser Episode immer noch erstaunlich schlecht. Charlie nervt nur mit seinen Kommentaren, sowohl am Strand als auch während der Wanderung und am Ende wird bereits die schlechteste Lost-Folge überhaupt angedeutet.


Nachgedanken:
- das mit den Nigerianer ist also dann einer dieser berühmten Sprach-Switches (aber wieso wird das nicht bei Jin und Sun gemacht, verstehe ich auch jetzt noch nicht)
- die Erwähnung Aaron wäre nur das Sprachrohr von Moses gewesen, erinnerte irgendwie an Richard, der nur das Sprachrohr von Jacob war, dem eigentlichen Anführer der Others

Sonntag, 20. September 2009

2/09 What Kate Did (Erik)

Es ist der beste Kate-Flashback und trotzdem eine unterdurchschnittliche Folge. Das liegt daran, dass Kates Inselverhalten keinen Sinn macht und ein groß aufgebauschtes Mysterium (fehlendes Filmstück) absolut lächerlich und im weiteren Verlauf der Serie unlogisch aufgeklärt wird.

DAS PFERD

Endlich habe ich diese Pferd-Erscheinung verstanden, die nämlich gar keine ist. Gründe dafür:
1. Es würde keinen Sinn machen aus Samuels oder Jacobs Sicht, dass Kate ein Pferd sieht und dann noch extra Wayne im Körper von Sawyer hört.
2. Wir wissen, dass es Pferde auf der Insel gibt, also wäre es nicht so unlogisch, dass eines bei den Losties vorbeiläuft, Kühe gibt es schließlich auch freilaufend.
3. Kate kann das Pferd berühren, denn was war bei allen anderen Erscheinungen? Richtig keiner hat sie berühren können, für mich ein deutliches Zeichen, dass dies einfach nur ein stinknormales Pferd ist, dass Kate an ihre Flucht zurückerinnert.
Wenigstens wird dadurch die Bedeutung dieses Pferdes klar, es ist der Auslöser für Kates dreijährige Flucht vor dem Gesetz und der Landung auf der Insel. Durch dieses Pferd ist Kate nämlich erst richtig auf den Geschmack gekommen. Bin nur ich der Meinung, dass solche Dinge im Gegensatz zu den Erfahrungen der anderen Charaktere gewaltig abstinken?
Diesen Wayne in Sawyer habe ich nie verstanden, will ich auch nicht verstehen. Das sich Smokey oder Samuel um so einen Unsinn scheren, dass Kate ihre Schuld gesteht, glaube ich einfach nicht. Die armen Seele von Wayne sollte einfach nur Frieden finden. Zur Krönung des ganzen lässt Kate lieber die Welt untergehen, anstatt sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

DAS FEHLENDE FILMSTÜCK

So wunderbar diese Rede von Eko ist, und wie genial diese Geschichte mit dem Buch ist, so unbefriedigend ist die Auflösung des Ganzen. Der Filmschnipsel warnt bloß davor, den Computer nicht zum Kontakt mit der Außenwelt zu verwenden, da dadurch womöglich ein neuer Incident ausgelöst werden könnte. Kapier ich nicht, wie das gehen soll, oder hat Pierre bloß vor den Losties gewarnt, die den Zündmechanismus einer Wasserstoffbombe anschleppen. Vielleicht aber auch vor Michael, dessen Suche nach Walt ein Grund ist für die Zerstörung der Station.
Genauso ist die Isolation auch lange Zeit nicht vorhanden, wenn da ein Roger Bier hinfahren darf. Es ergibt nach Staffel 3 einfach keinen Sinn mehr, da es noch andere Stationen gibt.
Als Letztes, warum hat Radzinsky dieses Filmstück in einer Bibel versteckt, die in der Arrow liegt? Da dieser Schnitt völlig belanglos ist, hätte er auch einen Schokoriegel da hineinlegen können, oder ein Schild mit der Aufschrift: "Zuschauer, du wurdest verarscht".
Im Zusammenhang damit sagt Eko aber einen der besten Sätze dieser ersten Staffelhälfte: "Don't mistake coincidence for fate". Genauso ist es nämlich, vieles ist kein Zufall, sondern ein Teil von Samuels Plan.
Schön, dass Michael hier die Brandschutztüren entdeckt, die auf eine bessere Swan-Folge hindeuten.

BENS PLAN

Hier beginnt es, Ben kommuniziert mit den Losties, da er endlich etwas für seine Rettung tun muss. Er wartet bis Michael allein in dem Computerraum ist und fängt dann an mit ihm zu chatten, indem er so tut als wäre er Walt. Durch die Worte "Dad?" bringt er Michael entscheidend auf die Suche, die er dann zwei Folgen später auch startet.
Wie wir in Expose sehen werden, waren Ben und Juliet tatsächlich an diesem Tag in der Pearl und reden über Jack. Hier wird deutlich, warum sie Jack nicht einfach in Hunting Party entführt haben.

ANDERE CHARAKTERE

Jack ist typisch Jack, er wird von einer Frau abserviert und wendet sich der nächsten zu. Ich frage mich welchen ernsthaften Lost-Fan das interessiert.
Kates Gefühlsausbrüche für Sawyer verstehe ich immer noch nicht, aber es gibt in Lost Wichtigeres als über diese nervige Beziehung nachzudenken.
Sayids Trauerrede über Shannon ist die mit weitem Abstand schlechteste in ganz Lost.

BODYCOUNT

Wayne wird durch Kates Egoismus getötet und wieder sehen wir, dass in einem demokratischen Amerika der Offiziersvater seine Mördertochter laufen lassen darf.

Summe: 36

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley

FAZIT:
Trotz halbwegs interessanten Kate-Flashback eine lahme Folge, die das enthält was Staffel 2 so schlecht macht, wir bauschen ein Mysterium von der Bedeutung einer Mücke zu einem Elefanten auf. Und an alle Leute die Staffel 2 so genial finden und Staffel 3 und 4 und 5 so schlecht. Regt euch nicht über die schwachen Erklärungen auf, sondern die Art und Weise wie das zum Mysterium in dieser Staffel gemacht wurde. Beste Beispiele Others, Dharma. Damit sehe ich auch die Dharma-Handlung in Staffel 5 in einem anderen Licht.


Nachgedanken:
- das Filmstück ist in diesem Recap nicht geklärt, dazu wird noch eine große Swan-Theorie folgen, die ich aber erst nach "Live Together, Die Alone" aufstellen werde

2/08 Collision (Erik)

Es herrscht viel Action und Aufregung, doch die Aktionen von Ana-Lucia nerven nur und der Flashback ist für die weitere Story uninteressant. Lost beginnt abzustürzen.

COLLISION

Der Titel passt perfekt für diese Folge. Das Aufeinandertreffen ist wahrhaftig eine Kollision. Da ist zunächst der Tod Shannons, dann Ana-Lucia, die ihre eigene Gruppe mit einer Waffe bedroht und Sayid fesselt. Schließlich ist da noch Jack, der mit Waffen losziehen will. Das führt dazu, dass die Tailies, und die Losties in vier Schüben aufeinandertreffen. Zunächst Eko, der den schwerverletzten Sawyer zurückbringt. Dann Michael, der losrennt, um Ana-Lucias Befehl auszuführen. Libby, Bernard und Jin, mit denen Ana-Lucia endlich ein Einsehen hat und die zum Strand gehen dürfen. Am Ende steht dann die Begegnung der beiden Anführer, Jack und Ana-Lucia.

CHARAKTERE

Da es sonst keinerlei wichtiges Element zum Erzählen gibt, komme ich gleich zu den Charakteren.
Das beste ist die Begegnung zwischen Eko und Locke und dieses schlichte "Hello". Die beiden Man of Faiths treffen sich.
Jack ist mal wieder typisch Jack, der Retter in der Not, der nicht einmal eine einfache Frage von John beantworten kann. Dann glaubt er nicht daran, dass sich die Situation von alleine auflösen kann und will mit Waffen losziehen. Eko reagiert dabei von allen Beteiligten am besten, er erklärt, dass es nur ein Fehler von Ana-Lucia war und hält Jack davon ab einfach loszuziehen, um eine weitere Katastrophe auszulösen. Das genialste ist, dass sich diese Situation tatsächlich von selbst klärt. Das war somit das erste Mal, dass Jack in meinen Augen nicht der geniale Held und Anführer ist.
Ana-Lucia toppt alles in dieser Folge, aber wenigstens kann ich durch den Flashback ihre Beweggründe verstehen. Sie hat Angst, dass Sayid sie umbringen wird, weil sie Shannon getötet hat, genau wie sie Jason umgebracht hat, weil er ihr Kind ermordet hat. Außerdem ist es mir immer noch ein Rätsel, warum Ana-Lucia keine Narben von den Schüssen hat. Insel zählt hier nicht, da Sayid auch noch seine alte Schusswunde trägt. Als sie dann aber merkt, dass sie doch falsch handelt und Sayid ihr Vorhaben durchschaut hat, befreit sie ihn. Sayid tötet sie aber nicht mit der Begründung, da sie beide eigentlich schon tot sind. Ana-Lucia wird bald sterben, aber Sayid war 1977 auch schon fast tot auf der Insel, durch Roger Linus.
Genial fand ich auch, wie sie vor Michael mit der Waffe rumfuchtelt, einen Warnschuss abgibt und dieser, als er Sayid Wasser geben will, herausfordend sagt, dass sie ruhig schießen soll. Schließlich ist es Michael, der sie dann umbringt.
Was mich auch noch genervt hat, die Weiterführung dieses nervigen Love-Triangles. Diese ganze Bettszene ist so unfassbar schlecht. Auf einmal hat Kate wieder stürmische Gefühle für Sawyer, obwohl sie ihn bei ihrem letzten Treffen noch bloßgestellt hatte. Es gefällt mir aberm wie dämlich Jack da aussieht.
Zum Schluss gibt es noch eine tolle Szene, das Wiedersehen von Rose und Bernard, der beiden charakterlich besten Menschen dieser Insel.
Ah ja und Sun wäscht Wäsche, obwohl sie weiß, dass ihr Mann am Leben ist und vielleicht bald zurückkehren wird. Unglaublich schlecht geschrieben diese Stelle.
Vincent ist auch sehr schnell nach dem Tod von Shannon wieder zurück an den Strand gekommen.

KLEINE FEHLER

Shannons Sterbeort ändert sich zum x-ten Mal. War es denn so schwer die gleiche Stelle wiederzufinden? Jedenfalls liegt sie plötzlich auf einem Bett voller grüner Blätter, dann auf einer Lichtung und dann wieder in einer kleinen Baumgruppe.

BODYCOUNT

Eine Polizistin darf Selbstjustiz verüben, so demokratisch ist doch die ach so tolle USA.

Summe: 35

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley

FAZIT:
Nach drei swanlosen Folgen, die einzigen dieser Staffel, kommt nun der Tailie-Strang an sein Ende und das doch auf zum Teil sehr konstruierte Art und Weise. Diese Folge ist der Auftakt eines beängstigenden Tiefes von Lost.


Nachgedanken:
- schade, die Annahme Sayid wäre durch Roger Linus 1977 gestorben hätte durchaus was Poetisches gehabt und wäre besser gewesen als diese seltsame sickness-Story in Staffel 6

Samstag, 19. September 2009

2/07 The Other 48 Days (Erik)

Herrlich, diese Episode ist Lost in Reinstform, ganz einfach, weil sie nicht wie andere Lost-Episoden aufgebaut ist. Sie spielt nur auf der Insel, wirkt mysteriös und das Thema Surviving und Lost ist allgegenwärtig. Die einzige Episode, die nur in einer Zeitebene spielt.
Allein schon der Auftakt ist genial, erst der ruhige Strand, dann das abstürzende Heck und der Stuhl, der uns entgegenfliegt. Schade, dass es solche Auftaktszenen nicht mehr gibt.

GEGENSATZ TAILIES-LOSTIES

Das Heck landet im Wasser, wodurch alle Gebrauchsgegenstände, Essen und Wasser, welche für das Überleben nützlich wären, untergehen. Dies sehen wir am Ende des Vorspanns, inmitten des ganzen Chaos am Strand sinkt das Heck im Hintergrund.
Statt eines Arztes haben sie nur eine Psychologin, die auch nicht viel bewirken kann und so sterben einige an ihren Verletzungen. Es gibt statt einer Gefangenen eine Polizistin. Beide haben dafür einen Man of Faith und einen Spion der Others.

OTHERS

Schön finde ich die Ironie, dass Ben Goodwin mit der Absicht losschickt, dass er bei seiner Mission sterben soll. Im Gegensatz zu dem anderen Spion Ethan, hat er aber Erfolg und holt alle Menschen, die zu holen sind.
Allgemein fällt auf, dass die Others die Tailies häufiger angreifen als die Losties. Schon in der ersten Nacht wollen sie vier entführen, die stärksten, scheitern aber bei Eko, der zwei von ihnen umbringt. Hier nun frage ich mich, ob sie diese starken Personen wirklich brauchten, oder sie nur aus dem Weg haben wollten. Gerade bei Eko ist das sehr rätselhaft, da er kein guter Mensch ist, was dann schließlich auch Smokey erkennt und ihn deshalb richtet. Außerdem spielt er noch eine große Rolle bei Samuels Plan, also wäre er in Other Village oder der Hydra falsch aufgehoben. Vielleicht sollte er aber auch zum Tempel geschafft werden, um ihn einer Gehirnwäsche zu unterziehen. Kommt darauf an, inwieweit Jacob oder Samuel da was zu sagen haben:
a) Bei Jacob könnte ich mir vorstellen, dass er ihn davon abhalten will auf Locke zu stoßen.
b) Bei Samuel wäre es möglich, dass er aus ihm statt Locke den wichtigen Diener macht, der ihm den Körper gibt, um Ben dazuzubewegen, Jacob zu töten. In der 2. Staffel hatte ich oftmals das Gefühl, dass es auf eine Entscheidungsfrage zwischen Locke und Eko hinausläuft.
Vielleicht aber wollten die Others wirklich einfach nur die stärksten aus dem Weg haben, damit sie es bei ihren späteren Entführungen einfacher haben. Als sie merken, dass Eko zu stark für sie ist, lassen sie von ihm ab.
Viele hielten es für einen Fehler, dass Goodwin so schnell am Strand sein konnte. Es ist aber eine gewisse Zeit vergangen, ehe alle aus dem Wasser sind und das Chaos sich gelegt hat. Wer weiß, vielleicht hat Ana-Lucia auch nur diese zehn Minuten gezählt. Oder was spricht dagegen, dass sowohl Ethan als auch Goodwin einen Dharma-Van benutzt haben?
Es ist übrigens auffällig, dass einige der Tailies, die dann entführt werden, als willige Others auftauchen, die bei der Entführung von Jack und Co mithelfen, dabei ist auch ein Mann, der Michael sehr ähnlich sieht und in Staffel 3 eine Granate zu Kate wirft.
Nathan ist in meinen Augen die ärmste Sau der Tailies. Er hat ganz offensichtlich ein Blasenproblem, sehr gute Ideen zum Überleben, macht sich aber durch seine Verschlossenheit verdächtig als geeigneter Kandidat für den Spion. Seltsam fand ich dabei, dass Goodwin ihn tötet. Gut er war laut Others ein "bad man", aber normalerweise töten sie diese doch gar nicht. Vielleicht wollte Goodwin ihn nur aus dem Weg haben, ein großer Verlust ist er in seinen Augen nicht. Sein Tod wird aber schon durch das Huhn angekündigt, dem Goodwin auch einfach den Hals umdreht.
Wunderbar auch, dass endlich die Sache mit dem Army-Messer aufgeklärt ist. Sie stammt bestimmt von dem Jughead Trupp aus dem Jahre 1954, welcher von den Others vernichtet wurde. Daher haben sie auch das altertümliche Messer.
Dann stirbt Goodwin endlich, wie Ben es wollte, aber es hat sehr lange gedauert und er hat seine Rolle besser gespielt als Ethan, doch die Polizistin Ana-Lucia hat ihn letztendlich durchschaut. Ich denke auch das war von Ben geplant.

THE ARROW

Wir haben sie zwar schon zweimal gesehen, aber erst hier sehen wir, wie die Tailies die geheimnisvolle Station finden, die den Zweck hatte Kampfstrategien gegen die Others zu finden. Etwas, dass den Tailies sehr helfen würde. Ich denke aber das wurde entweder nie richtig umgesetzt oder die Others haben alle Pläne vernichtet, als sie die Station übernommen haben. Seltsam ist nur, was da zurückgeblieben ist, ein Glasauge, ein Funkgerät und eine Bibel mit dem herausgeschnittenen Swan-Film. Eine Erklärung dafür zu finden ist schwer. Das Glasauge könnte Mikhail gehört haben, als er es jedoch nicht mehr gebraucht hat, vielleicht weil es ihn störte, hat er es dort gelassen. Die Others haben viele solchee Funkgeräte, vielleicht ein Beweis, dass sie diese Station noch geringfügig genutzt haben. Die Bibel mit dem Swanfilm stellt mich aber vor Rätsel. Hat Radzinsky, die da extra hingelegt, nur damit Eko sie findet und sie bei Locke zusammengebaut werden kann? Dieses Filmstück ist sowieso extrem nutzlos, wodurch das für mich zu weit hergeholt ist.
Vielleicht wussten die Others aber auch tatsächlich nicht von der Station und Radzinsky hat dort einige Dinge hinterlegt, die in der Swan nicht gut aufgehoben waren, um nicht den Others in die Hände zu fallen.

CHARAKTERE

Wir lernen hier die Tailies besser kennen. Ana-Lucia will sich als Anführerin behaupten und versagt. Sie liegt bei Nathan falsch und verliert ein Großteil ihrer Leute, deswegen bricht sie dann in Ekos Armen zusammen.
Eko dagegen zeigt Reue für seinen Mord an den beiden Others. Er schweigt 40 Tage lang und fängt an den Stock mit Bibelstellen zu beritzen. Diese Reue hat er später nicht und muss dafür sterben.
Libby glaubt seltsamerweise auch, dass Nathan ein Spion ist, da sie ihn nicht im Flugzeug gesehen hat, macht aber Ana-Lucia später Vorwürfe, dass sie mit Nathan falsch lag.
Bernard, als der vernünftigste von allen, wirkt ziemlich falsch in der Gruppe, wir sehen aber, dass er es war, der mit Boone Kontakt aufgenommen hat.
Ansonsten merkt man hier deutlich, dass es auch hier gewaltige trust issues untereinander gibt, genau wie bei den Losties. Bestes Beispiel Ana-Lucia, liegt bei Nathan falsch, Sayid bei Sawyer. Beide schämen sich am Ende für das, was sie getan haben.
Auch schön zu sehen ist, dass Jin in eine Gruppe gerät deren Sprache er nicht versteht, wodurch Kommunikation ausfällt. Das gleiche passiert ihm mit Rousseaus Team in Staffel 5.
Und wir sehen deutlich wie Goodwins Sterbeort sich ändert und auch die Whispers an einem anderen Ort auftauchen.

BODYCOUNT

Der steigt ganz schön in die Höhe. Zwei Others werden von Eko getötet, Donald und drei weitere Tailies sterben an ihren Verletzungen. Einer weiteren Other wird bei der zweiten Entführung durch Ana-Lucia das Genick gebrochen. Das gleiche Schicksal erleidet Nathan durch Goodwin und dieser wird von einem Pfahl aufgespießt. Insgesamt also neun Tote.

Summe: 34

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley

FAZIT:
Eine Folge gegen bisher jede Norm und gerade dadurch wirkt sie grandios. Die Anfangsszene ist eine der besten überhaupt und auch der weitere Verlauf enttäuscht nicht. Eine bedrohliche Atmosphäre zieht sich durch die ganze Folge und das Gefühl ist perfekt eingefangen, dass alle nur einen Weg finden wollen, um zu überleben. Die ganzen Vertrauensprobleme und die ständigen Angriffe der Others sorgen dann letztendlich für ein perfektes Lost-Feeling.


Nachgedanken:
- die "Goodwin-bringt-Nathan-um"-Sache hat mich beim erneuen Schauen dann doch etwas mehr beschäftigt
Deswegen hier eine Theorie: Wie aus "The Other Woman" erkenntlich wird, wollte Ben Goodwin loswerden, da er eine Beziehung mit Juliet hatte. Da Goodwin, zum Missfallen von Ben, großen Erfolg hatte, gab er ihm den Auftrag Ana-Lucia zu "bekehren." Ein Unterfangen, dass nahezu unmöglich war. Goodwin, der sich mit jedem Tag fragte, was er hier überhaupt noch sollte, musste, wenn er überhaupt eine Chance haben sollte, Ana-Lucia zu bekehren, Nathan aus dem Weg räumen. Der Grund ist einfach, was Ana-Lucia mit Nathan vorhatte würde sein ohnehin schon schwieriges Unterfangen noch schwieriger machen. So befreite und tötete er Nathan kurzerhand, damit er keine Probleme mehr machte (wäre Ana-Lucia wieder auf Nathan gestoßen, hätte sie ihn bestimmt getötet). Dieser voreilige Schritt führte jedoch zu seinem Tod, den Ben so geplant hatte, da er wusste, dass Ana-Lucia nie und nimmer zum Guten bekehrt werden konnte.