Samstag, 10. Oktober 2009

3x01 A Tale Of Two Cities (Erik)

Auf zu besseren Lost-Zeiten, auf zu einer besseren Staffel. Doch es wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, wenn die Anfangsfolgen nicht von dem schlechten Lost-Finale von Staffel 2 beeinflusst worden wären. Nach einer genialen Auftaktszene, folgt eine eher lahme Handlung. Die Flashbacks sind komplett überflüssig, weswegen ich sie komplett rauslasse bei meinen Betrachtungen.

A TALE OF TWO CITIES

Was ist damit gemeint? Die Tatsache, dass wir neben dem Strandcamp, das Dorf der Others sehen. Die Existenz der zweiten Insel? Oder vielleicht auch die Hydra, wo sich vorerst ein paar der Losties befinden. Der Titel hat mich schon immer verwirrt.

OTHERS

Alles beginnt mit einem Eye-Opener von Juliet und wir wundern uns, wer diese Person nun eigentlich ist, die ein grandioses Lied einlegt, und keine Muffins backen kann. Dann sehen wir auch noch einen Buchclub und fragen uns zum zweiten Mal, ob das überhaupt noch Lost ist. Die Antwort kommt schnell, nachdem ein urplötzliches Erdbeben das ganze Dorf erschüttert, Ben aus einem Haus kommt und Ethan sich als der Klempner herausstellt. Danach sehen wir eine der besten Szenen der ganzen Serie, den Absturz von 815 aus dem Blickwinkel der Others. Ben schaut als Erstes hoch und ich gehe von der Annahme aus, dass er wusste, dass dieses Flugzeug abstürzt. Da dieser Abstutz sehr dazu dienen wird, seinen Tumor loszuwerden, von dem er erst gestern oder vorgestern erfahren hat, nehme ich an, er weiß es von Samuel, für den es dringend notwendig ist, dass Ben seinen Tumor verliert.
Wie genial Ben eben ist, hat er sofort einen Plan und schickt seine beiden Spione los, seinen besten Vertrauten Ethan, der ein vollbeschäftigter Other ist (Spion, Chirurg, Klempner), und Goodwin, den er loswerden will. Das beide Spione sterben, scheint ihn nicht groß zu stören, da er dennoch seinen Plan vollenden kann.
Mit diesem Dorf lernen wir übrigens die schlimmste Location der Insel kennen und sehen gleich einen Riesenfehler. Das Dorf liegt abgeschieden in einer Art Vulkanplateau, weit vom Meer entfernt, später ist der U-Boot Steg jedoch offenbar gleich nebenan.
Ansonsten finde ich es toll, dass die Others endlich den völlig übertriebenen Geist-Ninjastyle verlieren, und uns wie ganz normale Menschen vorgestellt werden. Sie tragen alle normale Klamotten und leben in richtigen Häusern.
Bereits hier stellt sich heraus, dass Tom schwul ist, was ich übrigens sehr lustig fand.

DREI GEFANGENE

Das alle drei an unterschiedlichen Orten aufwachen, fand ich sehr gut gemacht. Allein der Raum in dem Jack ist ist so herrlich beängstigend, sodass ich seine Reaktionen durchaus nachvollziehen konnte. Das Treffen mit Juliet ist gut gemacht: "Hi, Jack. I'm Juliet." Hier war mir Juliet noch megasympathisch.
Das ganze aber was danach kommt, ist nicht mehr allzu toll, Jacks Ausbruchsversuch irgendwie seltsam, wenn man bedenkt, dass die beiden es schaffen die Tür wieder zu schließen. Das halbe Meer strömt schließlich auf sie ein. Ich denke die Sache mit der Gegensprechanlage war gelogen, schließlich wird diese noch unglaublich wichtig.
Am Ende erfahren wir dann, dass die Others über alle Akten haben. Damals hat mich das noch beeindruckt, mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie überall die richtigen Männer hatten, die irgendwie an diese Akten gekommen sind. "It doesn't matter who we were. It only matters who we are". Wenn das nur bei Jack wirklich so wäre. Interessant fand ich aber die Äußerung von Juliet, dass das mit Dharma lange zurückliegt, schon bald werden beide für sie arbeiten.
Kate wird in dieser Folge auf ganz besondere Art und Weise manipuliert. Durch die Dusche, dem Kleid und dem Frühstück mit Ben wird ihr vorerst die selbstbewusste Art genommen, die sie bisher auf der Insel hatte. Sie wirkt verletzbar, was auch Sawyer merkt, weswegen er ihr gleich den neu erworbenen Fischkeks gibt. Die Tatsache, dass beide in gegenüberliegenden Käfigen gesperrt werden, öffnet zwar Tür und Tor für das grausame Love-Triangle, ist aber gleichzeitig ein geniales Mindgame von Ben.
Sawyer dagegen wacht gleich in einem Käfig auf, ironisch, dass auch Jack und Kate nacheinander in Käfige gesperrt werden. Jedenfalls ist es eine der guten Szenen, wie er versucht das Schaltersystem zu knacken, nachdem er zunächst eine gewischt bekommen hatte. Hier lernen wir bereits Karl kennen (ein sehr sympathischer Charakter), den Ben aus Schutz vor seiner Tochter eingesperrt hat. Das die Schwächen von Staffel 2 noch längst nicht überwunden sind, merken wir daran, dass er Sawyer nach dem Strandcamp fragt, obwohl er genau wissen müsste, dass sie auf einer anderen Insel sind. Vielleicht war es aber auch, genau wie sein Ausbruch, von Ben geplant, sodass Sawyer zur Flucht animiert wird, nur damit sie seinen Willen brechen können. Zufriedenstellend ist das nicht, da Karl eigentlich nichts machen würde, was Ben ihm sagt. Genial fand ich das Treffen von Sawyer und Juliet, wie sie sich beide ansehen, und Juliet dann einen Schockpfeil abfeuert. So gewalttätig läuft deren erste Begegnung ab.

HYDRA

Diese Station scheint unglaublich komplex zu sein, doch die Tatsache, dass womöglich wieder eine Lost-Station für eine ganze Staffel im Mittelpunkt steht, hat mich nach dem Swan-Desaster nicht sonderlich interessiert. Doch die Hydra wird zum Glück wesentlich schneller abgehandelt. Jedenfalls erklärt sie uns das Dharma-Logo am Hai und die Eisbären, wodurch zwei kaum noch interessante Rätsel aufgelöst werden. Finde nicht nur ich es seltsam, wie es die Eisbären dann zur anderen Insel geschafft haben. (Okay sie sind geschwommen).

BENS PLAN

Ben zum Maincharakter zu erheben, war nur zu logisch, aber am besten fand ich, wie er bereits hier die Fäden zieht. Er weiß genau, wie er Kates Willen brechen kann. Durch das Frühstück am Strand, die Handschellen und mit vernünftigen Antworten auf gestellte Fragen. Ganz im Gegensatz zu Toms Antwort, wo sie ist: "You don't really think I'm going to answer that, do you?" Die zweite Insel wäre natürlich falsch gewesen, aber nicht die Erwähnung der Dharma-Station.
Ich fand es genial, wie er sofort erkennt, dass Kate, warum auch immer, mehr Gefühle für Sawyer als für Jack hat.
Auch Jack wird schon ordentlich durch Juliet bearbeitet, der er natürlich versprochen hat, dass sie von der Insel kommt. Sie soll es schaffen, dass Jack Vertrauen zu ihr gewinnt, sodass er dann Ben operiert. Ich glaube, dass er abhaut, als Jack diese Tür öffnet, liegt nur daran, dass Juliet ihn retten soll. Ein toter Jack kann keinen Ben operieren.
Am Ende erfahren wir dann auch endlich seinen wahren Namen und wir merken alles läuft nach seinem Plan. "Good work, Juliet."

BODYCOUNT

Jack ertrinkt zwar fast durch seine Dummheit, eine Tür zu öffnen, vor der er eindringlich gewarnt wird, aber zum ersten Mal stirbt in einer Auftaktfolge niemand.

Summe: 51

FAZIT:
Ein grandioser Auftakt, doch danach folgt die schwächste Openerfolge von Lost. Alles dreht sich nur darum, wie die Gefangenen zu sich kommen und erst einmal ihre Grundbedürfnisse stillen. Es wird nichts weiter enthüllt über die Others, als der Name Ben und das dieser einen Plan hat, sie ganz normale Menschen sind, und wir uns in einer weiteren Dharma-Station befinden. Überflüssige Flashbacks schrauben das Niveau der Folge noch weiter hinab, ich gebe ihr das Prädikat unterdurchschnittlich.


Nachgedanken:
- keine wirklich neuen Erkenntnisse in einer schwachen Openerfolge

Freitag, 9. Oktober 2009

2/23 und 2/24 Live Together, Die Alone (Erik)

Hoffnung war da, dass durch ein grandioses Finale diese Staffel wenigstens noch ein ordentliches Ende bekommt. Was bleibt ist große Enttäuschung und hoffen, dass Lost in Staffel 3 besser wird.

DESMONDS RÜCKKEHR

Das tollste an diesem Finale war es, Desmond ziemlich unerwartet in die Serie zurückzubringen, und ihm gleich eine so wichtige Rolle zu geben, dass er einen eigenen Flashback bekommt. Anfangs ist davon noch nichts zu sehen, unrasiert und vollbetrunken kommt er an, und auch den nächsten Tag ist er mit nichts anderem beschäftigt als Trinken. Von ihm kommt aber eine interessante Äußerung, die mir schon beim ersten Sehen gefallen hat, nämlich "snowglobe". Als Auflösung hätte ich das gar nicht so schlecht gefunden, denn Desmond hat auch nicht Unrecht. Aufgrund der zeitlichen Barriere ist die Insel tatsächlich so etwas wie eine Schneekugel, abgesondert vom Rest der Welt. Allerdings: Eine Schneekugel kann zerbrechen, symbolisch, dass durch die Anomalie die Schutzbarriere kurz zerstört wird und so für die Außenwelt sichtbar wird.
Schön ironisch ist es aber, dass er genau zu Libbys Beerdigung mit ihrem Segelboot zurückkommt.
Ich denke, dass er so in Kreisen gesegelt ist, lag daran, dass ihn die elektromagnetische Anomalie immer wieder zurückgeführt hat. Er hat also die Insel nur umrundet. Schön fand ich noch seinen Satz gegenüber John, auf die Frage, ob die Welt noch existiert: "I'm not so sure about that, brother."

MICHAELS PLAN

Der Plan funktioniert und ich kann es immer noch kaum fassen. Jack, der endlich bereit ist zu glauben, dass Michael ein Spion ist, lässt ihn dennoch gewähren, da er mit Sayid einen supergenialen Masterplan ausgearbeitet hat. Wenigstens hat er noch einen Restfunken Intelligenz und lädt Michaels Waffe nicht. Trotzdem ballert jener bei der ersten Gelegenheit wie wild rum, wodurch auch Michael merkt, dass Jack ihm nicht mehr traut.
Das ausgelöst durch den Hurley Bird und auch wenn sich Hurley einbildet seinen Namen gehört zu haben, das Ding ist nur ein Gag der Autoren. Sawyers Spruch danach sagt doch alles: "Yeah, it did. Right before it crapped gold."
Aus welchem Grund auch immer zwei Others der Gruppe super auffällig folgen, verstehe ich auch nicht, und auch nicht warum sich einer sogar bereitwillig abschießen lässt. Dadurch kommt die Lüge raus, Hurley der verständlicherweise umkehren will, hält Jack mit dem Argument zurück, dass er einen Masterplan hat, und die Others sie töten würden, wenn sie jetzt umkehren. Sawyer und Kate scheint das überhaupt nicht zu stören, die gehen trotzdem weiter. Michael hätte in dieser Szene vor Jack in die Knie gehen müssen, dass dieser trotz Durchschauen der Lüge noch immer weitergehen will.
Dann kommt diese seltsame Szene mit dem Rohrpostsystem, die ich bis heute nicht verstehe, und die für mich eine der größten Schwachstellen in der Story von Lost ist. Jedenfalls merkt Jack, dass Michael ihn nicht zum Decoy village führt und sie werden alle vier otherslike entführt. Ist Jack denn wirklich nie der Gedanke gekommen, dass Michael ihn womöglich wo völlig anders hinführen soll?

SEGELBOOT PLAN

Es wäre wohl unglaublich gewesen, wenn ein noch schlechterer Plan als der von Michael in der gleichen Folge geklappt hätte. Ich raffe es einfach nicht, warum Sayid mit einem offensichtlichen, gut erkennbaren Segelboot zu diesem Dorf segeln will, und dann, wohl gemerkt unentdeckt und mit dem Element der Überraschung, sie auskundschaften will. Und dann will er ein Signal senden, dass offenbar auch nur Jacks Gruppe sehen kann, sodass sie sich beide treffen und zusammen weitergehen. Hält er die Others wirklich für zurückgebliebene Höhlenmenschen? Wobei selbst diese hätten das durchschaut.
Wie es so kommen muss waren die Others viel viel schlauer als die Losties, haben das Dorf aufgegeben, und Jack und Sayids Plan gründlich vermasselt. Dennoch zündet Sayid noch ein Signal an, damit die Others auch wissen, wo er ist. Ich wollte nur mal anmerken, dass sie zu dritt sind, und Sayid weiß, dass es mindestens 23 von ihnen gibt.
Das beste an dieser Segelboottour bleibt, dass wir den Fuß der Statue gesehen haben. Damals war diese nette Szene nach all den tausenden ungeklärten Dingen, die sie in diese Staffel hineingeworfen haben zuviel. Das Interesse fehlte mir an der Sache. Es hat sich aber als einer der wichtigsten Orte der Insel herausgestellt, Jacobs Zuhause und dort wo Samuels Plan seine Vollendung findet.

LOCKE

Wir erleben in Sachen Glauben den Tiefpunkt der Figur Locke. Er ist so verzweifelt, dass er wirklich herausfinden will was passiert, wenn die Zahlen nicht eingegeben werden, und versucht sogar Eko davon abzuhalten. Als ob das nicht reichen würde, heult er auch noch an einem Baumstamm, als Eko ihn aus der Station wirft, und Charlie kann sich über ihn lustig machen. "We're only puppets—puppets on strings." Er hat sogar Recht, denn er ist nur eine Puppe im Spiel von Samuel und kurz davor, wieder einen entscheidenden Schritt weiterzugehen. Jedenfalls hat er dann einen neuen Plan und holt sich Desmond an Bord, der sich natürlich in diesem Moment noch unmöglich an den Zwischenfall vom 22. September erinnern kann. Wir erfahren dabei die Auflösung des Schneemanns Rätsel, sehr lustig und geistreich wie ich anmerken darf.
Als sie es schaffen Eko auszuschließen, fragt Desmond: "Are you sure about this, brother?". Locke antwortet mit: "I'm more sure about this than anything in my entire life."
In Wirklichkeit ist er kurz davor, eine globale Katastrophe auszulösen.
Im restlichen Verlauf ist erstaunlich, wie er sich durch nichts erschüttern lässt (im wahrsten Sinne des Wortes), Eko sprengt fast den halben Vorraum in die Luft, das interessiert ihn nicht. "They're not my friends.", oder auch die Behauptung, dass sich Jack nicht für diese Station interessiert, sind auch Beweise, dass Locke alle Fakten ignoriert. Wer hat denn die Zahlen eingegeben, während du weg warst, Locke? Jedenfalls erinnert er Desmond ganz plötzlich an seinen Selbstmordversuch, und wie er ihn dadurch gerettet hat. Ich finde es schon seltsam, wie schnell Desmond bedeutende Ereignisse, die nur so kurze Zeit zurückliegen, vergisst.
"What if the experiment wasn't on the two men in here, but on the two men in there?", ich glaube nach wie vor nicht, dass Desmond Recht hat, da mir jeglicher Sinn eines solchen Experimentes fehlt. Doch auch dadurch bringt er Locke noch immer nicht davon ab, dass das alles nicht real ist. Desmond bekommt urplötzlich seine Erinnerung wieder, dass er am 22. September die Zahlen nicht eingegeben hat, und findet heraus, dass er für den Absturz von 815 verantwortlich ist. In dem Maße, indem Desmonds Glauben an die Station wieder gestiegen ist, ist sie bei Locke noch weiter gesunken. Nichtmal das hält ihn davon ab, er zerstört den Computer und behauptet: "No. I just saved us all."
Später aber, als die Hölle richtig losgeht und die magnetische Anomalie ihre Wirkung entfaltet, die ganze Station zerstört wird, und der wieder zu sich gekommene Eko fassungslos auf ihn zutritt, merkt er es dann: "I was wrong." Ein genialer Satz, der den ganzen Charakter Locke in Staffel 2 zusammenfasst. Wir können aber darauf hoffen, dass uns in der nächsten Staffel ein besserer Locke erwartet.

EKOS PLAN

Wieder ein Plan, der schiefgeht. Eko, der ausgesperrt wurde, muss den Lukenschacht nach oben klettern, um überhaupt aus der Station zu kommen. Dann überzeugt er Charlie, dass sie Locke aufhalten müssen. Das er das Dynamit sprengen will, ist noch ganz vernünftig, da es das einzige ist, was helfen könnte die Türe zu öffnen. Allerdings fand ich es schon immer arg seltsam, dass er sich nach der Zündung hinter der nächsten Wand versteckt. Hallo, es ist Dynamit und kein Silvesterknaller. Jedenfalls geht das schief, Eko wird schwer verletzt und auch Charlie ist erst einmal taub. Die Szene fand ich übrigens toll, das ganze Chaos mit der Schwerhörigkeit von Charlie, und dann hören wir den Alarm.

SWAN

Tut mir Leid für alle, die diesen Fail-Safe-Key so toll finden, aber ich glaube ich bin der einzige, der diese Art und Weise wie das mit Zahlen beendet wird, absolut blöd findet. Fast 30 Jahre läuft diese gefährliche Aufgabe, aber alles lässt sich abkürzen durch einen einfachen Schlüssel, der wie auch immer etwas aktiviert, dass eine ganze Anomalie zerstören kann. Mir kam die Idee, dass es die Atombombe ist, die nur eingemauert worden ist, aber dann hätten Eko, Locke und Desmond verdampft werden müssen. Vielleicht aber gleichen sich die beiden Kräfte so aus, sodass nur ein violettes Leuchten und ein lautes Geräusch entsteht. Trotzdem bin ich mit diesem Schlüssel absolut unzufrieden. Die Autoren wussten wohl nicht, wie sie das sonst beenden sollten, und zauberten da diesen Deus ex machina-Gegenstand aus dem Hut, der auf einmal alles beenden kann. Desmond kann sich natürlich in Orientation null an diesen Schlüssel erinnern, obwohl er ihn erst vor zwei Tagen in das Buch hineingelegt hat. Jetzt auf einmal fällt es ihm wieder ein.
Dann wird die Swan zerstört und nichts, aber auch nichts ist zu dieser Station wirklich beantwortet, außer dass sie den Elektromagnetismus kontrolliert, etwas, dass wir schon seit Orientation wissen. Unfassbar, dass sich in 21 Folgen aber auch gar nichts Neues über diese Station ergeben hat. Sie wird einfach rausgenommen und lässt uns mit vielen unbeantworteten Fragen zurück:

Warum wurden die Zahlen eingegeben, wenn sich alles durch einen Fail-Safe-Key beenden lässt?
Wieso wird das Ganze nicht einfach automatisch gemacht und muss von Hand eingegeben werden?
Warum gefährdet man das Ganze durch die Behauptung es sei eine unwichtige Aufgabe in einem anderen Video?
Wieso darf der Computer nicht zur Kommunikation mit der Außenwelt benutzt werden?
Wieso muss man die Zahlen "4 8 15 16 23 42" eingeben, deren Eingabe einige Zeit benötigt, anstatt des einfachen Befehles "Y" für Ja?
Weshalb hat Radzinsky genau diese Blast Door Map gemalt?
Warum hat er ein sinnloses Stück vom Swan-Orientation Film rausgeschnitten?
Warum gibt es eine versiegelte Luke, wenn es doch einen einfach zu öffnenden Eingang gibt?
Wozu wurden die Spiegel und das helle Licht gebraucht?
Warum kann ein Einschluss fast verursachen, dass man im falschen Raum ist und die Zahlen nicht eingeben kann?
Wodurch wurde die Leiter zerstört?
Warum gibt es diese überhaupt?

Fazit: Die Swan, für mich ein enttäuschendes Kapitel Lost.

DESMONDS FLASHBACKS

Das beste an diesem Finale sind die noch sehr wichtigen Personen, die wir kennenlernen. Als Erstes erfahren wir, dass Desmond unehrenhaft aus dem Armeedienst entlassen worden ist, offenbar weil er sich, wie er Kelvin gegenüber sagt, nicht an Befehle halten kann. Sehen wir in "The Constant."
Desweiteren lernen wir endlich Charles Widmore kennen und dieser Typ war mir sofort arrogant, wie er einfach über das Wohl seiner Tochter entscheidet, und behauptet Desmond wäre nur ein Feigling. Es wird noch schlimmer, aber genau das macht ihn so genial. Jedenfalls finde ich es toll, dass Desmond sein Angebot ausschlägt, und stattdessen auf andere Art und Weise versucht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, durch das Segelrennen. Dessen Zweck war es offenbar nur, damit Desmond, wie von Miss Hawking vorhergesehen, auf der Insel landet, damit er die Zahlen eingeben kann. Vielleicht hat sich aber auch Widmore erhofft, dass er durch Desmond die Insel wiederfindet. Ironischerweise ist es sogar so.
Kurz bevor er aber lossegelt, lernen wir die beste weibliche Figur in ganz Lost kennen, Penny. Deren Liebesgeschichte ist der Beweis, dass es in Lost auch mit solchen Dingen funktionieren kann. Jedenfalls finde ich die Szenen zwischen den beiden immer unglaublich toll. Penny, die eigentlich heiraten will, hängt noch immer an Desmond, und ich denke, als er nach diesem Jahr nicht zurückgekommen ist, hat sie alles unternommen, um ihn zu finden. "With enough money and determination you can find anyone." Schließlich ist sie es, die die Insel entdeckt, und die Oceanic 6 rettet.
Als ob zwei geniale Charaktere nicht reichen, kommt gleich ein dritter dazu, und wir merken, dass wir Kelvin schon einmal gesehen haben. Genial fies gemacht. Ich fand es nur seltsam, wie er Desmond am Strand gefunden hat, ich glaube aber das hängt mit Jacob und Samuel irgendwie zusammen, denn er ist auch mit daran Schuld, dass Flug 815 abstürzt. Jedenfalls erfahren wir hier, dass die Krankheit nur ein Fake ist, damit die Probanden nicht auf der Insel herumlaufen. Kelvin hat das durchschaut, Desmond erst später.
Hier deutet aber Kelvin bereits den schlechtesten Lost-Charakter an, seinen Partner Radzinsky, und wir erfahren gleich wie dieser umgekommen ist. Danach wollten alle Fans diesen Charakter unbedingt sehen, ich hoffe sie sind jetzt zufrieden, und reden den Autoren nicht wieder in ihre Arbeit rein. Es ist schon seltsam, dass dieser total gestörte Typ diese Blast Door Map gemalt hat, und knapp 30 Jahre in der Station mit anderen Leuten leben konnte.
Dann folgt die größte Enttäuschung des Finales im besten Flashback. Was für ein toller Widerspruch. Doch ich fand Desmond, wie er Kelvin durchschaut, ganz toll gemacht, und auch seine Verfolgungstour. "Screw the button, man", einer der besten Sätze dieses Finales. Jedenfalls erfährt Desmond hier, dass die Krankheit ein Fake ist, obwohl er sich noch immer impft. Schon seltsam. Jedenfalls bringt er Kelvin um und merkt, dass er schnell zurückmuss. Hier erleben wir bereits die Auflösung was passiert, wenn die Zahlen nicht eingegeben werden. Ich fand es erstens unbefriedigend das ganze in einem Flashback zu sehen, weil dann alles weitere im Finale für mich kaum noch interessant war, und zweitens die Tatsache, dass Desmond die Zahlen noch einmal eingeben konnte. Das alles aber mündet dann in dem genialen Satz: "I think I crashed your plane."
Im letzten Flashback sehen wir die Auflösung, warum Locke damals Boone opfern musste, und woher der Lichtstrahl kam. Desmond war kurz davor sich umzubringen und merkt, dass noch andere Leute auf der Insel sind, wodurch er Hoffnung hat, bald abgelöst zu werden. Trotzdem verstehe ich nicht, warum er sich dann dennoch so aggressiv verhält, als die Losties tatsächlich die Station betreten.
Pennys Brief finde ich unglaublich genial, und das Desmond sich beim Drehen des Schlüssels an die letzten Worte erinnert, ist unglaublich gut gemacht. Trotz aller Komplexität mit Zeitreisen, Elektromagnetismus steht bei Desmond immer die Beziehung zu Penny im Mittelpunkt.

DER SCHLUSS

Einfach nur grottig, was passiert nachdem die Entladung vorbei ist. Selbst Ben kann mich da nicht überzeugen. Genial war noch sein Wiedersehen mit Jack, mit dem fiesen Grinsen und den Worten: "Hello again." Er ist zwar nicht ganz einverstanden mit der Freigabe von Walt, aber zur Ausnahme hält er sich mal an sein Wort, und schickt Michael in die Freiheit. Nicht ohne Hintergedanken, denn er nutzt Michaels Verzweiflung über den Mord an Ana-Lucia und Libby dazu aus, um ihn zum Frachterspion zu machen. "We're the good guys, Michael." Das ist alles, was wir über die Others erfahren und so richtig mehr wird es auch nicht.
Gut, Hurley wird freigelassen, das nützt weder den Others noch Ben was, dafür aber Samuels Plan. Dann werden Jack, Kate und Sawyer in Säcke gesteckt, und an dieser Stelle endet die Geschichte für sie erst einmal. Für mich kein Cliffhanger.
Unfassbar schlecht ist Charlie, kommt einfach so zurück, und wundert sich, dass Eko und Locke noch nicht zurück sind, obwohl sie eventuell noch in der jetzt zerstörten Station sind. Statt nach ihnen zu suchen, turtelt er lieber mit Claire rum. Ich glaube jeder Lost-Fan hätte ihn dafür schlagen können, als er sagt: "Nothing happened." Ah ja, es kommt also jeden Tag mal vor, dass der Himmel plötzlich violett leuchtet, und ein lautes Geräusch zu hören ist?
Dann kommt die Szene mit den Portugiesen in der Station, die ich nie so richtig verstanden habe. Offenbar sitzen diese im Auftrag von Penny den ganzen Tag in einer antarktischen Station und halten nach Anomalien Ausschau. Penny weiß davon offenbar durch ihren Vater. Finde die Szene nicht schlecht, aber auch nicht besonders. Interessant nur diese Sätze:
"I crush your defense and that is the last you shall see of your rook."
"All part of the plan, my friend."
"Ah. Then your plan must be to lose. Please. Your move."
Sehe ich als Anspielung auf Samuels und Jacobs Plan. Heißt das jetzt, es war von Jacob geplant, dass er getötet wird, damit er seinen wahren Absichten erst durchsetzen kann?
PS: Samuels Plan ist nun so weit, dass die Swan endlich verschwunden ist, die Insel kurz für die Außenwelt sichtbar geworden ist, und Widmore seinen Frachter schicken kann.
Im kleineren Maßstab sind nun Jack, Kate und Sawyer endlich bei den Others. Samuel kann zufrieden sein.

BODYCOUNT

Ein Other lässt sich plump abschießen, Kelvins Schädel wird an einem Fels zertrümmert und Radzinsky hat die Waffe endlich auf die einzig richtige Person gerichtet.

Summe: 51

KPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben, Ana-Lucia, Eko, Kelvin (und das Ganze hat endlich ein Ende)

FAZIT:
Enttäuschend, diesea Finale ist so hart wie ich es sagen muss einfach nur enttäuschend. Anstatt der Auflösung mit der Swan, kriegen wir nur einen billigen Schlüssel zu sehen, und werden mit tausenden Fragen zurückgelassen. Michaels schlecht durchdachter Plan geht auf, ein anderer noch schlechterer mit dem Segelboot zum Glück nicht. Das Ende ist für ein Lost-Finale äußerst schlecht gemacht mit Charlies totaler Ignoranz und der Szene in der antarktischen Station.
Es treten viele Logikfehler auf, aber wenigstens die Idee mit den Desmond-Flashbacks stimmt mich etwas zufrieden.


FAZIT STAFFEL 2:
Die schlechteste Staffel von Lost. Ich muss es einfach so sagen. Sie fing gut an, aber dann verlor man den roten Faden und fing an Einzelstories, die sich nicht in die Haupthandlung integrieren ließen, zu erzählen. Charakterliche Entwicklung war bei den meisten nicht zu sehen, Charlies Fast-Drogenrückfall ein desaströser Handlungsstrang, Sawyers egoistischer Waffenklau hat diesen Charakter eher zurückentwickelt. Am schlimmsten war aber Locke, der sich nicht einmal gegen Jack durchsetzen konnte und schließlich zum Verzweiflungs-Locke wurde, der jeglichen Glauben an die Insel verloren hat.
Erst mit der Einführung von Ben bekam die Staffel ein Top-Niveau das ruhig länger hätte andauern können, genau wie bei Desmond am Anfang. Zwei der besten Lost-Charaktere wurden in dieser miesen Staffel eingeführt, wodurch sie für mich nicht völlig überflüssig wirkt.
Mysterien wurden hochstilisiert, tausende Rätsel eingeführt für die man nach etlichen Folgen keine sinnvolle Erklärung mehr fand. Der Grund, warum soviele Fans von den nächsten drei Staffeln enttäuscht sind, liegt an der Art und Weise wie hier diese Themen hochgepusht worden sind. Viele Lost-Fans sagen sie hätte nach dieser Staffel nicht mehr das gleiche Lost-Gefühl gehabt, bei mir fing es erst nach dieser Staffel richtig an. Für viele ist das zweite Lost-Finale das beste, für mich das schlechteste.
Die beiden Hauptthemen, Swan und Tailies, tragen letztlich fast nichts Sinnvolles bei. Die total in die Länge gestreckte Swan-Handlung wurde einfach so mit tausend Fragen beendet, da man selbst nicht wusste, was es damit auf sich hat.
Bei den Tailies, den ersten Versuch neue Charaktere einzuführen, griff man bei den Schauspielern charakterlich daneben. Michelle Rodriguez war kurz hinter Gittern, Cynthia Watros hatte auch Probleme mit der Polizei und AAA war ein komplizierter Schauspieler. Die ersteren wurde noch in dieser Staffel rausgeschrieben, AAA dann gleich zu Beginn der nächsten.

Was bleibt nach dieser Staffel ist Hoffnung auf Besserung, und die kommt mit Staffel 3.



Nachgedanken:
- ich bin fest davon überzeugt, dass Jacob tatsächlich getötet werden wollte, um seinen Plan umzusetzen, Smokey zu töten und einen Nachfolger zu finden
- alle offenen Fragen zur Swan werden in einem Extrapost geklärt

Donnerstag, 8. Oktober 2009

2/22 Three Minutes (Erik)

Für eine Vorfinalsfolge eigentlich äußerst dürftig, aber da das Finale kaum besseres Niveau hat, ist sie angemessen. Michaels Flashbacks sind nur bedingt interessant, da sie zu 80% nur das bestätigen, was alle vermutet haben.

MICHAELS PLAN

Einer der schlechtesten und am wenigsten durchdachten Pläne. Durch viel Glück und einen unfassbar dämlichen Jack wird es aber doch noch klappen. Michael muss also diese vier zu den Others bringen, um Walt zurückzubringen. Was Ben bisher alles so genial in die Wege geleitet hat, indem er Michael in seinem Auftrag handeln lässt, macht dieser fast kaputt.
Erster kleinerer Fehler, die Liste. Wenn die durch Zufall aus Michaels Tasche herausgefallen wäre oder sie jemand gefunden hätte, wäre alles hinüber gewesen. Wenigstens kommt er geradeso auf die Idee, sie zu verbrennen und nicht einfach in den Mülleimer zu werfen.
Da hat er sie beisammen, aber fallen dem denn keine besseren Argumente ein, warum nur die vier gehen dürfen, als das sie als einzige von Henrys Flucht wissen und er entscheiden darf, wer mit zu diesem Dorf geht? Schon hier hätte ich mich anstelle der vier hinterfragt, warum Michael eine Armee ausschlägt.
Hurleys Vernunft bringt dann den Plan ordentlich ins Wanken, der größte Risikofaktor ist sowieso er in diesem Plan. Ana-Lucia und Libby zu beerdigen ist natürlich in seinen Augen erstmal wichtiger, und das bremst Michael gewaltig, da sie dadurch erst an den Strand müssen, und vermutlich noch andere darauf aufmerksam werden.
Spätestens, als Michael Sayid ausschlägt, hätte auch dem letzten Idioten auffallen müssen, dass Michael nicht aus freiem Willen handelt. Als sich Jack, Sawyer und Sayid unterhalten, konnte ich gar nicht fassen, wie dämlich Jack doch ist. Sayid ist Soldat, dass Sawyer ihn vorschlägt ist eine richtige und weise Entscheidung. Wenigstens kapiert Sayid jetzt was Sache ist, als Michael ihn wieder auslädt. Noch immer aber ist Jack zu blöd zum Kapieren. Ich glaube das ist eine der blödesten Fragen, die je einer in Lost gestellt hat: "Why would he lie to us?" Vielleicht weil er seinen Sohn mit aller Macht zurückhaben will, und vor nichts zurückschreckt, und vielleicht weil die Others ihn unter Druck gesetzt haben? "You believe a lot, Sayid.", setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Um Sayid nicht allzu sehr in Schutz zu nehmen, der Plan im Finale mit dem Segelboot ist in meinen Augen der schlechteste Handlungsstrang in einem Lost-Finale überhaupt.
Dann hat Michael wieder Glück bei Hurley, der erst nicht will, aber dann bei seiner Grabrede über Libby dennoch leichte Rachegefühle entwickelt und mitwill.
Bei Kate klappt es, da sie sowieso immer bei solchen Touren mitmachen will und Sawyer will Rache wegen Ana-Lucia.
Michael hat mehr Glück als Verstand, dass er am Ende tatsächlich die vier überzeugt hat.

OTHERS

Ich fand es interessant, dieses Köderdorf, da es extra nur für Michael gebaut worden war. In Staffel 3 erklärt Ben dann auch den Sinn, es diente nur dazu, damit Sayid, wenn er eventuell auch mit von der Partie sein durfte, dieses Dorf findet, und auf eine völlig falsche Fährte geführt wird.
Berechtigt trat die Frage auf, warum Jack, Kate und Sawyer nicht schon bei der Entführung von Michael mitgenommen werden? Ich denke durch Bens Plan habe ich das eindrucksvoll beantworten können. Er wollte die Losties erst beobachten, ihre Schwächen erkennen, Locke auf die falsche Fährte führen, und erst durch Michael zu sich holen, damit er ihn auch noch später als Frachterspion verwenden kann. Nichts davon hätte funktioniert, wenn die drei schon in "The Hunting Party" entführt worden wären.
Ich verstehe immer noch nicht, warum Pickett eine Blutprobe von Michael haben will. Wollten die bloß testen, ob er wirklich Walts Vater ist? Eine andere Erklärung fällt mir da jetzt absolut nicht ein.
Schön, dass wir hier erfahren, was sie mit Walt gemacht haben. Tests in Room 23, der hier zum ersten Mal angedeutet wird. In einer Mobisode sehen wir dann, dass die Ergebnisse sehr beängstigend waren, wodurch es den meisten (außer Ben) nicht schwerfiel, Walt wieder herzugeben.
Interessant folgende Äußerungen:
1. "Headaches?", Kopfschmerzen mit Nasenbluten bekamen vorallendingen die Zeitreisenden,
2. "Did Walt ever appear in a place he wasn't supposed to be? " Bekanntermaßen erschien er zweimal Shannon und führte sie in den Tod.

MICHAELS FLASHBACKS

Dasjenige was mir besonders aufgefallen ist, waren die continuity Fehler. In "The Hunting Party" schlägt er Locke nieder, wie wir hören, hier in "Three Minutes" rennt er gleich an den Computer, Jack schaut kurz in den Computerraum und müsste eigentlich Michael esehen. Die Schussfolge stimmt nicht überein und das die Patronen plötzlich im Wald liegen, obwohl die Schießerei auf einer Wiese stattfand, ergibt auch keinen rechten Sinn.
Es dauert unglaublich lange, bis Pickett, weil Alex nicht will, Kate rausstößt, in "The Hunting Party" geschieht das innerhalb von einer Sekunde.
Interessant ist nur, wie die Others Michael gebrochen haben, sodass er alles macht, was sie ihm sagen, damit er Walt wiederkriegt. Die eine Woche, in der ihm keine Fragen gestellt werden, und dann die plötzliche Begegnung mit Walt.

ANDERE CHARAKTERE

Eko erzählt eine Geschichte von einem Jungen, der nur Angst hatte vor der Hölle, und sich nicht für die Vergebung interessiert hat, bekanntermaßen ist das bei ihm auch so, und er stirbt deswegen. Genau Michael macht sich aber Vorwürfe und versucht seine Tat wiedergutzumachen. Im übrigen ist es genial anzusehen mit welcher Freude Eko die Zahlen eingibt und die ganze Zeit vor dem Computer sitzt. Warum nur lässt Locke ihn da nicht einfach?
Plötzlich können Charlie und Claire wieder miteinander und in der nächsten Folge sind sie wieder beste Freunde. Meiner Meinung nach nicht gut geschrieben.
Charlie versenkt die Statuen im Meer und beendet damit diesen grausamen Handlungsstrang. Seine mit Abstand beste Aktion in dieser Staffel.
Locke sitzt nur schweigend am Strand rum und denkt wohl darüber nach, was er machen soll. Das die Insel ihn so schnell wieder heilt und er aufsteht, hätte er eigentlich als Zeichen deuten können, dass sie noch immer an ihn glaubt. Stattdessen hat er den Entschluss gefasst, nun herauszufinden, was passiert wenn die Zahlen nicht eingegeben werden.
Ich glaube dümmer hätte diese bedrückende und traurige Stimmung bei Ana-Lucias und Libbys Beerdigung gar nicht zerstört werden können, als durch "boat". Sun kann doch eigentlich bisschen mehr Englisch. Wenigstens ist Desmond zurück, eine Figur, die dann dieser ganzen miesen Staffel zum Glück ein Ende setzen wird.

BODYCOUNT

Ana-Lucia und Libby werden beerdigt, aber sonst passiert nichts weiter.

Summe: 48

KPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben, Ana-Lucia, Eko

FAZIT:
Eine durchschnittliche Folge, bei der beim ersten Mal sehen nichts darauf hindeutet, dass als Nächstes ein Staffelfinale kommt. Michaels Plan ist viel zu konstruiert und das er wohl funktionieren wird, schon fast lächerlich, angesichts der offensichtlichen Lücken. Wenigstens passt diese Folge für das nun kommende enttäuschende Finale.


Nachgedanken:
- außer den schlecht geschriebenen Dialogen ist mir nichts wirklich Besonders aufgefallen

Mittwoch, 7. Oktober 2009

2/21 ? (Erik)

Man merkt deutlich, Ben fehlt, aber das heißt noch lange nicht, dass es dieser Folge, der letzten guten von Staffel 2, an Qualität mangelt. Endlich sehen wir wieder Eko und Locke, die beiden Man of Faiths in Aktion, und urplötzlich wird alles anders, die Swan doch nur ein gigantisches Experiment?

SAMUELS PLAN

Ich weiß, langsam nerve ich damit, aber hier tritt Samuel wieder auf den Plan, nachdem mit Michael und Ben (fast) alles geklappt hat. Kaum ist eine Person tot, schon benutzt er die nächste, um Eko in einem Traum auf die Spur zu bringen. Das reicht aber nicht, also benutzt er die bedeutende Person seiner Vergangenheit, die "zufällig" tot auf die Insel gekommen ist, Yemi, und flüstert ihm ein, er müsse Locke unbedingt zu dem Fragezeichen führen, da sonst die Sache mit den Zahlen in Gefahr sei. Locke ist zwar auf einem schlechten Weg und er sagt wieder über die Station: "It's not my hatch", doch das er seinen Glauben verliert, dass die Sache nicht wichtig ist, davon ist er noch weit entfernt. Nun führt Eko, angeblich unter dem Vorwand Locke zu retten, direkt in das Verderben, sowie Samuel es wollte. Durch das Pearl-Video verliert er endgültig den Glauben und die Figur Locke rast dem Tiefpunkt entgegen. "Every single second of my pathetic little life is as useless as that button!", fast Locke, dein Leben ist leider erbärmlich, aber nicht so unnütz, denn dein Körper wird noch gebraucht von Samuel. Alles ist aber so geschickt, dass Eko glaubt, er müsse weitermachen, da die Tatsache, dass das Flugzeug, indem sein Bruder gestorben ist, auf diese Station gefallen ist, und die Begegnung mit Charlotte, die ihm von Yemi erzählt, sodass er das Ganze für keinen Zufall hält. Er ist ein Man of Faith, er glaubt an das Schicksal, und dadurch fällt es leicht, dass er solange weitermacht die Zahlen einzugeben, bis Desmond ankommt. Gleichzeitig ist Locke nun endgültig so verwirrt, dass er dann wirklich versuchen will herauszufinden, was passiert wenn die Zahlen nicht eingegeben werden. Ein weiterer Teil von Samuels Plan steht kurz vor der Vollendung.
Wir merken wohl auch, dass Samuel ein Feind von alternate timeline ist, denn Yemi sagt: "What is done is done." Wäre auch nicht gerade gut für ihn, wenn jemand seinen ganzen Plan durch die Änderung der Zeitlinie verhindern würde.
Es wäre aber wohl die größte Ironie gewesen, wenn Jack und Co aufgrund der Dramatik entschieden hätten, in diesem einen Moment nicht die Zahlen einzugeben. Wir erfahren zwar nie wer es getan hat, aber ich denke Michael war es.

PEARL = ? ? ?

Nein das soll nicht bedeuten, was die Pearl ist, sondern ob sie tatsächlich das Fragezeichen ist, dass Radzinsky in die Mitte der Blast Door Map mit der Bemerkung "Purpose Unknown" gemalt hat. Es gibt berechtigte Zweifel. Der größte siehe einen Absatz vorher, Samuels Plan, das mit dem Suchen des Fragezeichens dient nur dazu, damit Eko und Locke auf dem Weg dahin an dem Flugzeug vorbeikommen, und der Meinung sind, dass sie ihr Ziel erreicht haben. Das Hindernis von dem Yemi spricht, war also nur, dass Locke Eko die Karte gibt.
Desweiteren kann ich mir nicht vorstellen, dass Psycho-Radzinsky nichts von der Pearl wusste. Er war ein hohes "Schieß"tier bei Dharma, kannte alle Stationen, und die Pearl war ursprünglich als Überwachungsstation aller Stationen gedacht. Warum sollte also Radzinsky nicht wissen, was da los ist? Banale Erklärung, er musste es zeichnen, damit Locke seinen Glauben verliert, aber das sind wieder solche Zeittwistssachen, die sich nicht belegen lassen.
Das angebliche Fragezeichen wirkt wie ein unfertiger Kreis und sollte vermutlicheine Perle darstellen, nur durch den Umstand, dass das Flugzeug genau auf der Pearl-Luke liegt, wirkt es wie ein Fragezeichen. Wer ist mit dem Flugzeug gekommen? Richtig der tote Yemi, ein Teil von Samuel.
Das ? soll also einen anderen Ort darstellen, da wären zunächst die Baracken, wie einige vermuten. Doch diese stinklangweiligen, gelben Bauten, und die Tatsache, dass da Radzinsky seine Psychoaggressionen auslassen konnte, schließen auch diesen Ort aus.
Es muss also noch ein ganz bedeutendes Areal auf der Insel geben, von dem Radzinsky weiß, aber nicht welchen Zweck es erfüllt. Ich verweise auf die Idee des Tempels. Klingt gut, vielleicht ist es aber auch ein ganz anderer Ort, unterirdisch.

DHARMA

Ich weiß nicht, ob ich die Dharma der 2. Staffel oder die der 5. Staffel schlecht finden soll. Was wieder auffällt, es passt einfach nichts. Pierre stellt sich wieder mit einem seiner Pseudonyme vor, und erzählt von der Aufgabe der Pearl, die Bewohner einer anderen Station zu überwachen, die glauben eine wichtige Aufgabe zu haben, und deren Verhalten dokumentiert werden soll. Was ich nicht verstehe, warum diese unglaublich wichtige Arbeit in der Swan, so unbedeutend darstellen zu lassen? Dass man daraus ein Experiment macht, geht in Ordnung, da es schon wichtig ist, zu sehen, wie sich die Bewohner dort verhalten, da es wichtig ist. Aber warum redet er davon, dass die Bewohner der Swan nur glauben sollen, eine wichtige Aufgabe zu haben, und somit das Risiko einzugehen, dass wie bei Locke berechtigte Zweifel bestehen, verstehe ich nicht.
Die Aufnahme des Videos ist mir auch ein Rätsel, ich sage das wurde nach dem Swan-Video aufgenommen. Das Pierre beide Arme benutzen kann, schließe ich darauf zurück, dass seine lädierte Hand wieder verheilt ist. Ich weiß immer noch nicht, wieso alle glauben, dass er eine Armprothese trägt, habe dafür nie einen Beweis gesehen.
Seltsam ist auch das Rohrpostsystem und die Tatsache, dass tausende Hefte im Nichts landen. Da Dharma vernichtet wird, kann man davon ausgehen, dass diese nie abgeholt worden sind, aber warum kriegt das knapp 20 Jahre in der Pearl niemand mit. Es gibt kein Essenslager in der Pearl, das heißt sie müssten regelmäßig Lieferungen bekommen, und irgendwann merken, dass Dharma vernichtet worden ist. In meinen Augen ein riesiger Fehler. Die Others schließe ich einfach aus, die haben die Station nur für eigene Zwecke verwendet, um die Losties im Swan auszuspionieren.
Schön fand ich wie Eko sagt, als er die Papiere nimmt: "Because they may be important." Papiere, die die Welt retten werden, so wichtig sind sie noch.
Die Zigarette stammt wohl von Paulo, der diesen Ort vielleicht als geheime Raucherecke benutzt hat. Finde ich übrigens krass genial geschrieben, wie zwei Redshirts diesen Ort lange vor Locke gefunden haben.
PS: Ich mag Expose.

EKOS FLASHBACKS

Wir sehen auf welch unspektakuläre Weise er nach LA kommt, er möchte dort Drogengeschäfte machen. Der Rest ist aber interessant, denn wir sehen bereits hier eine Auferstehung. Charlotte war so tot, dass sie schon beim Pathologen war, und jener kurz vor der Autopsie. Irgendwas muss sie wiederbelebt haben, ich werfe mal Samuel rein, da er sie braucht, damit Eko an die Insel glaubt.
Außerdem sehen wir den Wahrsager wieder, der plötzlich behauptet er wäre ein Betrüger. Mal so gesehen, warum sollte er irgendjemanden verraten, dass er ein Hochstapler ist, sein Ruf wäre ruiniert. Ich denke er ist dazu angestiftet worden, damit Eko noch Flug 815 erwischt, und nicht ewig lang diesem Wunder von Charlottes Auferstehung nachgeht. Auch das schiebe ich wieder unserem großen Fädenzieher in die Schuhe, verhindern, dass er mit Charlotte zu viel Zeit verplempert, aber sie gleichzeitig dazubringen von dieser Begegnung mit Yemi zu erzählen. So sieht ein genialer Plan aus.

ANDERE CHARAKTERE

Unfassbar dumm sind alle die den Tatort erreichen. Ana-Lucia kann unmöglich von Ben getötet worden sein, während sie gemütlich im Sessel neben der Waffenkammer sitzt. Genauso fragt sich keiner, warum mit Michael der einzige Mann nur einen billigen Schuss in den Arm bekommt. Es ist unfassbar grausam für Libby im letzten Moment ihres Lebens davon zu hören, dass es ihrem Mörder gutgeht. Wieder kann Jack nicht nachdenken, jemand der mit letzter Kraft noch was sagen will, wird wohl kaum wissen wollen, ob es einer ihm kaum bekannten Person gutgeht. Das Jack nichts merkt ist unglaublich dämlich.
Jetzt erst merken wir wie sinnlos doch die Waffenklau-Geschichte war und wie unlogisch das Versteck. Sawyer hat also unbemerkt alle Waffen in sein Zelt geschmuggelt und das hat keiner der 40 anderen gemerkt?
Hurley dagegen kommt mit in die Station wegen Libby, Eko und Locke hauen gleichzeitig ab. Das alles dient Michaels Plan ungemein, auch wenn die Tatsache mit Hurley schon sehr zufällig ist. Warum muss Hurley auf dieser Liste stehen? Ben, das hätte sowas von schiefgehen können.
Wunderbar die Anspielung auf ein Großteil der Verhaltensweise aller Charaktere von Sawyer: "Do you have to make everything so damned difficult?"
Ben hat ein perfektes Pokerface, Michael nicht. Hätte in dem Moment, als man gemerkt hat, dass Libby noch lebt, jemand zu ihm geschaut, so wäre alles aufgeflogen.
Sicher, der Tod zweier Menschen ist immer traurig, aber so richtig habe ich nie verstanden, warum Kate auf einmal wegen zwei Frauen drauflosheult, die sie kaum kannte.

BODYCOUNT

Libby hat nicht lang genug überlebt, um Michael auffliegen zu lassen. Gut für Ben, schlecht für Jack und Co.

Summe: 48

KPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben, Ana-Lucia

FAZIT:
Trotz der Abwesenheit von Ben nach sieben Folgen, hält Lost trotzdem noch das Hoch, dass seit "One Of Them" besteht. Das Zusammenspiel der beiden Man of Faiths, und die Tatsache, dass die Sache mit der Swan so langsam ihr Ende nimmt, lassen mich diese Folge immer wieder gerne anschauen.


Nachgedanken:
- alle offenen Fragen und Unstimmigkeiten zu Dharma, der Pearl und der Swan werde ich am Ende dieser Staffel in einem eigenen Post klären
- auch wenn Samuel nicht außerhalb der Insel aktiv werden konnte, so denke ich dennoch, dass er etwas mit Charlotte Malkins Auferstehung zu tun hat, da die Insel, wie wir in Staffel 6 erfahren, eine Art Vorhölle für einige Menschen ist, denke ich, dass Samuel fähig ist, einige von ihnen auch nach dem Tod zurückzuschicken; immerhin verspricht er auch Sayid, ihm Nadia (oder Shannon) wiederzugeben

Dienstag, 6. Oktober 2009

2/20 Two For The Road (Erik)

Sieht man von den Ana-Lucia-Flashbacks ab, ist das die vielleicht spannungsgeladenste Folge von ganz Lost. Durch Michaels Rückkehr, Bens Angriff, Ana-Lucias Rachegefühlen und die Rückholaktion der Waffen von Sawyer, läuft die ganze Folge auf den Höhepunkt zu, dass Ben von Ana-Lucia erschossen wird. In genau dem Moment kommt ein todlangweiliger Flashback und wir kehren zu einer Ana-Lucia zurück, die aufgewühlt mit ihrer Waffe vor der verschlossenen Tür sitzt. Der so genial aufgebaute Höhepunkt scheinbar verpufft und dann kommt wie aus dem Nichts die mit Abstand schockierendste Lost-Szene ever. Beim ersten Mal Sehen hätte ich nie und nimmer damit gerechnet, dass Michael Ana-Lucia erschießt.

BENS PLAN

Wir sehen hier noch einmal wunderbar Bens komplexe Pläne und es war für mich lange Zeit schwer zu verstehen, warum er Ana-Lucia angreift. Ich glaube ich habe es: Er weiß, dass sich Michael auf den Rückweg macht. Nur irgendwie muss er es arrangieren, dass er es auch schafft Jack, Kate, Sawyer und Hurley (die große Schwachstelle dieses Plans) zu den Others zu führen. Dazu muss er sie verständlicherweise so aufwühlen, dass sie aus freien Stücken und unter dem Vorwand, Walt zu befreien und Rache zu nehmen, mit Michael mitgehen. Damit sie einen Grund dazu haben, muss es Tote geben bei den Losties, damit deren Motivation weiter steigt. Michael hat es zwar schon durch den Vorwand Walt geschafft, doch Ben muss schließlich noch befreit werden und das geht nur, indem Michael einen Angriff seitens diesem inszeniert.
Ben legt dazu erste Schritte, indem er Ana-Lucia angreift. Er weiß, dass sie ihre einzige Waffe Jack gegeben hat, so ironisch kann manchmal das Leben sein. Zwei Tage vorher hat sie ihm das Leben gerettet, nun will sie nach seinem trachten, da Ben genau weiß, dass Ana-Lucia die Leute, die sie töten wollen, am liebsten tot sieht. Durch Lockes Einschreiten wird vorerst das Schlimmste verhindert, aber aufgrund Ana-Lucias rachsüchtigem Wesen und Lockes Problemen mit Jack bleibt das geheim, bis es zu spät ist. Das ist einfach unfassbar gut von Ben berechnet. Außerdem gibt er noch mehr Gründe Locke davon abzuhalten, Jack die Wahrheit zu erzählen. Er behauptet er würde sterben, wenn Jack mit nichts zurückkommt, und das der großartige Anführer ihn tötet, der er selbst ist (Jacob, no way, dass er von ihm spricht). Ganz am Ende sagt er auch noch, der Grund für sein Kommen war Locke, wodurch er ihn neugierig macht, und Locke so auf keinen Fall will, dass Ben zu Schaden kommt.
Er weiß von Sawyers Waffenklau, und das es schwierig sein wird, für Ana-Lucia eine Waffe zu finden, aber er hat Vertrauen ihn sie, und durch Rumstechen mit Sawyer kriegt sie auch eine. Währenddessen ist Michael zurück, um seine Geschichte zu erzählen, dadurch bringt er Jack und Kate auf die Idee, dass sie von Sawyer die Waffen zurückholen. Da Locke nun gehört hat, dass er besonders ist, will er sich von Jack nicht mehr herumkommandieren lassen, sondern mit einbezogen werden. Wieder einmal hat sich Ben die trust issues zwischen den beiden perfekt zunutze gemacht. Das Ergebnis, Ana-Lucia bleibt allein zurück, da sie Rache üben will, und die anderen gehen zu Sawyer. Freie Bahn für Michael, aber nur fast.
Ana-Lucia will Rache üben, doch Ben schafft es auch sie zu manipulieren, indem er die Geschichte mit Goodwin einfließen lässt, den er auch loswerden wollte. Durch das "Was he?", und die Tatsache, dass er sich völlig wehrlos und unschuldig vor Ana-Lucia hinstellt, schafft er es, dass sie aufgrund ihrer Taten als Polizistin und den Morden auf der Insel, nicht fähig ist, einen weiteren Mord zu begehen. "I ever tell you I was a cop?", Ben weiß das doch ganz genau.
Ana-Lucia schließt wieder ab, spielt mit ihrer Waffe, und nun tritt Michael auf den Plan. Ich muss zugeben er ist nicht ganz so gut wie Ben bei diesem Spielchen. Der Tötungsgrund ist das einzige Argument, dass er hat, aber es klappt, denn Ana-Lucia hat immer noch Angst vor Ben, und ist nun froh, dass jemand anderes die Aufgabe übernehmen will. Sie sagt ihm die Kombination und besiegelt ihr eigenes Schicksal.
Über Libby reden wir gar nicht, die war leider zur falschen Zeit am falschen Ort, oder doch nicht, denn durch sie kommt Hurley noch mit zur Swan und passt somit perfekt in Michaels Plan. Doch bei Hurley ist das alles überkonstruiert, an ihm hätte alles scheitern können.
Die Abschlussszene ist perfekt, Ben und Michael schweigen sich an, und Michael der niemanden lieber als Ben selbst erschießen würde, schießt sich stattdessen in den Arm.
Bye, bye Henry Gale, Gefangener der Station. Das waren die besten Folgen der Staffel, der mit Abstand beste Handlungsstrang und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn er seit 2x04 Gefangener gewesen wäre. Doch Ben mit dir wird nun Lost ein wahrer Hochgenuss, denn wenn ein was auffällt: Zweimal wird er fast getötet, statt ihm sterben zwei Maincharaktere. Hier wird klar, diese Figur muss eine größere Rolle haben.

ANA-LUCIAS FLASHBACKS

Ehrlich gesagt haben diese die unglaublich tolle Spannung gebremst, am schlimmsten an der Stelle als Ana-Lucia die Waffe auf Ben richtet. Doch ohne diesen Flashback wäre es nie zu dieser schockierenden Szene gekommen.
Was wir Interessantes sehen ist, dass Christian sehr oft das Wort "fate" verwendet, und den dritten Charakter zur Insel bringt. Wir erfahren, dass er eine Tochter, die sich als Claire herausstellen wird, in Australien hat, und das er irgendwie an seiner Ex-Schwiegertochter Sarah hängt, wenn er Ana-Lucia diesen Namen gibt. Vielleicht sieht er in ihr auch eine neue Frau für seinen Sohn, auf der Insel gibt es tatsächlich fast eine Beziehung zwischen den beiden.
Und wir sehen auch die Bar in der er Sawyer trifft, mitsamt ihn, und in der er wohl auch zugrunde geht. Ana-Lucia hat Recht, ein erbärmlicher Mann ist das, nichts weiter.
Two for the road bezieht sich wohl auf diese beiden, Ana-Lucia und Christian.
Ich denke auch die Tatsache, dass sie seinen Vater kennt, ist der Grund für ihr Gespräch mit Jack an der Flughafenbar.

ANDERE CHARAKTERE

Michael hätte schon hier auffliegen müssen. Er ist mit Gewehr losgelaufen, und wenn er, wie gesagt, die Others nur beobachtet hat, wie soll er es dann verlieren. Jack ist in der Hinsicht sowieso ein geistiger Tiefseeflieger, der ins Meer abstürzt.
Lustig übrigens, dass Michael nicht lügt, und die Others mit Ben dann 23 wären.
Sawyer ist einfach krass, indem er alle Weiber, die Jack haben könnte, als Erstes nimmt, hier ist es Ana-Lucia, bald kommt Kate dran, und schließlich Juliet.
Cool fand ich aber auch Jacks Aktion, als er den Rest vom Buch verbrennen will, sodass Sawyer nie das Ende erfährt, eine eindeutige Verbindung zu Stephen Kings "Misery".
Hurley trägt ein Redshirt, und da ihm bekanntermaßen nie etwas geschieht, sterben Leute in seinem Umfeld. Indirekt ist Hurley durch das Vergessen der Handtücher schon verantwortlich für Libbys Tod, aber mir soll jemand erklären, warum Libby nicht einfach am Strand, an dem sie schon ist, eins holt, sondern in die Swan marschiert. Die letzte geheimnisvolle Andeutung, woher Hurley sie nun kenne, und ob es betrunken geklappt hätte, bleibt ewig unbeantwortet.

BODYCOUNT

Endlich stirbt Ana-Lucia, Michael dafür werde ich dir ewig dankbar sein, und dich nicht wie andere hassen. Libby stirbt erst nächste Folge.

Summe: 47

KPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben , Ana-Lucia

FAZIT:
Gigantisch, ohne die Flashbacks wäre das zweifelsohne die spannendste Folge allerzeiten gewesen (obwohl sie bleibt es trotzdem). Unglaublich genial geschrieben, wie alles auf einen gezielten Höhepunkt hinläuft, dieser verpufft, der Zuschauer schon enttäuscht ist, nur um dann aufs Brutalste richtig geschockt zu werden. Nach dieser Schlussszene konnte man mit allem bei Lost rechnen, sodass diese Szene auf ewig der beste Lost-Schockmoment bleibt. Nur ein was haben die Autoren hier falsch gemacht, nämlich vergessen, dass es noch zwei Folgen plus Finale gibt. Irgendwie war nach dieser Schockerszene endgültig die Luft raus aus der Staffel, auch wenn "?" noch einmal Lost in Höchstform ist.


Nachgedanken:
- etwas wirklich Neues ist mir nicht aufgefallen

Montag, 5. Oktober 2009

2/19 S.O.S. (Erik)

Ich liebe diese Folge einfach nur. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass die Autoren eine Rose-und Bernard Folge drehen würden, und auch die Redshirts etwas mehr zu sagen hätten. Dass die Story durch Jack und Kates Wanderung zur Grenze vorangetrieben wird, empfand ich sogar als nervigsten Teil dieser Episode.

RETTUNG UND HEILUNG

Na endlich, nach vielleicht zwei Wochen der Zerstörung des Flosses kommt endlich wieder jemand auf die Idee, einen Versuch zur Rettung zu unternehmen. Bernard spricht mir da aus der Seele, als er alles anführt mit dem Küche bauen, dem Essensabwurf, der Tatsache, dass alles sich häuslich einrichten und schon vergessen haben wo sie sind. Ist Rettung nicht das große Ziel der Serie in den ersten Staffeln? Gut, Eko, Punkt für dich: "People are saved in different ways, Bernard."
Am schönsten fand ich, wie er Jack auf den Boden der Tatsachen zurückholt: "Well, do we have to run everything by Jack? I mean, he's not the president. He's a doctor." Ich sage: Bernard for president. Die Art und Weise, wie wenig Interesse die anderen an Rettung zeigen, ist schon beängstigend, auch wenn Rose durchaus Recht hat, dass er ihnen nur falsche Hoffnung macht.
Die große Ironie der ganzen Sache: durch Roses Heilung und das sie auf der Insel leben will, wollen ausgerechnet die beiden Charaktere am wenigsten die Rettung.
Womit wir bei dem Thema Heilung wären. Ich denke Rose ist nicht gerettet wurden durch eine Jacob-Berührung, sondern wie Isaac von Uluru es erklärt hat, durch die Energietasche an Elektromagnetismus auf der Insel. Soviel ich gehört habe, soll das tatsächlich heilende Kräfte haben. Ich denke aber auch noch, dass Roses Glauben an die Insel viel bewirkt hat: "But, honey, you and I both know it's not going to take that long." Das Rose und Bernard auch in drei Jahren noch immer glücklich zusammen auf der Insel leben bedeutet eins, als einzige von allen haben sie letztendlich Rettung gefunden.

ROSE UND BERNARDS FLASHBACKS

Unglaublich toll gemacht, eine Hintergrundgeschichte, die schöner und trauriger nicht hätte gemacht werden können. Endlich eine Liebesgeschichte, die auch real wirkt. Bekanntermaßen sind da persönliche Erlebnisse von L. Scott Caldwell mit eingeflossen, deren Mann an Krebs gestorben ist, kurz vor der Ausstrahlung der Serie. Für mich lügt Rose auch aus einem guten Grund, auch wenn das natürlich bei Lügen immer schwer ist. Sie will einfach nur, dass sich Bernard deswegen nicht abhetzt sie zu retten, sondern sie die letzten Lebenstage glücklich sind. Trotz allem ist es genial, wie es Bernard dennoch schafft sie zu retten, denn wären sie nicht zu diesem Wunderheiler geflogen, so wären sie auch nie zur Insel gekommen.
Lustig auch, dass wir hier die erste Szene mit Schnee haben, etwas das bisher völlig in der Serie gefehlt hat. Deren Treffen könnte auch nicht besser sein. Bernard ist auf seine trottelige, bestimmende Art und Weise einfach nur sehr sympathisch, Rose durch ihre mütterliche Art sowieso.

DER AUSTAUSCH

Auf einmal kommt Jack auf die Idee, dass sie vielleicht doch Walt retten könnten und zwar durch einen Austausch. Bens einziger Satz ist natürlich spitze: "They'll never give you Walt." Diesmal lügt er nicht, denn es ist Michael der Walt zurückbekommt.
Die beste Ironie ist aber, dass Ana-Lucia Jack ihre Waffe gibt mit den Worten: "You need it more than I do.", und das obwohl sie nächste Folge unbedingt eine Waffe haben will. Dadurch besiegelt sie bereits hier ihr Schicksal. Nur noch eine Folge und sie verschwindet endlich.
Die restlichen Szenen mit dem Austausch waren wieder recht billige Jack-Kate-Szenen. Spätestens ab hier ist der Waffenklau total sinnlos geworden, als Jack sagt er hat schon eine, trotzdem fand ich Sawyers Gesichtsausdruck traumhaft. Die Szene im Netz ist grausam schlecht, nicht nur das Jack ungefähr zehnmal ruft, dass Kate die Puppe nicht angreifen soll, er kriegt es sogar noch hin mit ihr gefangenzuwerden. Die Seil-Abschieß-Aktion würde ich persönlich zu den fünf dümmsten Momenten dieser beiden Charaktere hinzuzählen. Schon einmal was von einem Messer gehört, Jack und Kate?
Dann schreit sich Jack die Kehle aus dem Hals, oh Mann wäre da Michael nicht erschienen, womöglich wäre der noch eine ganze Woche dort geblieben. Und komisch, dass sich Jack darüber aufregt, dass Kate ihm nichts von der Station erzählt hat. Wer hat denn Kate eiskalt abserviert und selbst eine Menge Geheimnisse vor den anderen?
PS: Die Others wollen euch natürlich euch beide, nur die sind schlauer als ihr.

ANDERE CHARAKTERE

Locke ist endgültig am Verzweifeln, dazu muss man sich nur Bens Miene ansehen, der nun zum ersten Mal richtig lächelt, seit er in Gefangenschaft ist. Er weiß, alles läuft nun nach Plan, sein Schweigen hängt wohl damit zusammen, dass er nur noch warten will, bis ihn Michael endlich befreit. Ab hier beginnt nun auch Lockes Entfremdung von seiner geliebten Station: Den Counter lässt er fast ablaufen, "I'm done with the hatch.", " It's not my button." Noch vor ein paar Folgen war es seine Station. Was dieser Ben so alles bewirken kann, ist schon phänomenal? Nicht einmal eine einfache Karte bekommt Locke mehr hin. Erst nachdem er aus der Station raus ist, schafft er es.
Und endlich gibt es wieder Redshirts, Redshirts. Genial das Frogurt erwähnt wird und zu schade, dass er nicht schon hier einen Auftritt hat. Desweiteren werden Craig, Jerome und Richard benannt. Nach 19 Folgen der 2. Staffel merken die Autoren, dass es auch noch andere Überlebende gibt. Es sind auch zum größtenteils die Redshirts, die anfangs noch mithelfen bei Bernards Zeichen.
Die Endszene soll übrigens andeuten, dass es der letzte friedliche Tag ist, durch Michaels Rückkehr wird nun einiger Aufruhr entstehen.

BODYCOUNT

Soll in so einer wunderbaren Folge etwa noch jemand sterben?

Summe: 46

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (er grinst sich doch einen ab), Ana-Lucia (okay so langsam sollte das Ding "Known Pushing Buttoners" heißen)

FAZIT:
Ich stehe mit dieser Meinung vermutlich alleine da, aber das ist eine der schönsten Folgen von Lost. Die beiden charakterlich saubersten Personen der Insel stehen im Mittelpunkt, noch dazu lernen wir ein paar Redshirts kennen. Das einzig negative, die Wanderung von Jack und Kate zur Grenze.
Unfassbar, dass wir nun bis Folge 3x21 auf Rose verzichten müssen, Bernard ist wenigstens noch einmal kurz im Staffelfinale zu sehen.


Nachgedanken:
- Rose und Bernard sind neben Hurley, Cindy, Emma und Zack, die einzigen Überlebenden von Oceanic 815, die auch nach dem Serienende auf der Insel leben, sie haben also das gefunden, was sie sich in dieser Folge vorgenommen haben

Sonntag, 4. Oktober 2009

2/ 18 Dave (Erik)

Mir gefällt diese Folge nicht, aber nicht weil sie schlecht geschrieben ist, sondern weil mir die Anspielungen nicht gefallen, dass alles nur ein Traum ist. Hurley bildet sich das plötzlich alles nur ein und das mit der Swan ist nur ein Fake. Ben wird fast erschossen, das alles jagt einem schon Angst ein.

HURLEY = VARIABLE UND DAVE UND LIBBY

Die Folge überzeugt mich fast vollständig davon, dass Hurley die entscheidende Variable ist von Jacob, die Samuel nicht in seinem Plan haben will, und versucht loszuwerden. Ich denke Dave ist eine Erscheinung von Samuel, die ihm zusetzen will, und schon in der Klinik verhindern möchte, dass Hurley auf die Spur der Insel gebracht wird. Als er damit scheitert, versucht er ihn, zum Selbstmord zu bewegen. Für mich ein Riesenhint: Dave brüllt laut beim Basketballspiel: "Fantastic, give it to the guy who's not even in the game!!" Wenn wir davon ausgehen, dass alles nur ein Spiel zwischen Samuel und Jacob ist, so ist Hurley eine Spielfigur, die zumindest von Samuel möglichst draußen bleiben soll. Er überredet ihn also zunächst zur Flucht. Toll fand ich dabei die Redewendung: "The revolution has begun, man." Sowas Ähnliches sagt Ben auch zu Locke, als er dann Anführer ist. Jedenfalls scheitert er daran, denn Hurley erkennt, dass Dave ihn nichts verändern lassen will, das gleiche möchte Samuel möglichst auch nicht.
Gut, dass wir bei dem Thema Veränderung sind und bringen Libby ins Spiel. Sie sagt am Anfang, als Hurley ihr das Vorratslager zeigt: "You want to change -- then change." Heißt also, wenn Hurley in Staffel 6 wirklich etwas ändern will, dann schafft er es auch. Somit denke ich, und jetzt Achtung, etwas das Libbys Hintergrundstory mitaufklären würde. Jacob hat Libby auf Hurley angesetzt, die offenbar so etwas wie Ilana ist, damit sie ihn beobachtet, und auf der Insel den rechten Weg weist. Daves Verachtung für Libby macht das deutlich. Zunächst schleicht sie sich also in die Klinik ein, als Patientin, beobachtet aber nur. Jetzt, da Dave versucht Hurley zu beeinflussen, muss sie einschreiten. Im übrigen schafft er das mit ein paar sehr einleuchtenden Gedanken, die mir bewusst gemacht haben, dass das wirklich alles nicht real ist, und versucht ihn dann zum Selbstmord zu bewegen. Libby hindert ihn geradeso noch daran und als sie beide gehen sagt Hurley noch: "Do you really think I can, you know, change?"
Dann sehen wir den einzigen Libby-Flashback, offenbar erinnert sie sich daran, was sie alles durchmachen musste, um Hurley dorthinzubringen.
Wer ist nun Dave? Ich werfe es nun einfach mal ein, Samuel bedient sich doch immer toten Personen. Was ist, wenn er dafür einfach die Gestalt von Libbys toten Ehemann angenommen hat?
Übrigens schön, dass die Höhlen noch einmal erwähnt werden, die einfach so verschwunden sind, offenbar weil die Swan wesentlich näher ist.

HURLEYS FLASHBACKS

Lange habe ich mich gefragt, wieso Hurley in die Irrenanstalt kommt. Irgendwann hat es Klick gemacht, er gelangt dahin, weil er durchgedreht bzw. katatonisch geworden ist, wegen den beiden Menschen, die er umgebracht hat. Ich gebe es zu, schnellschalten ist nicht immer meine Stärke. Vielleicht war einer davon Dave, womit diese Hurley-Libby-Dave-Samuel-Jacob-Geschichte eine runde Sache wird. Genial fand ich den Beitrag von Dave, dass ihm Leonard nur eine "23" nennt, wenn er den Keks klaut.
Und Dr. Brooks könnte auch irgendwie eingeweiht sein, denn er macht nicht umsonst das Foto von Dave und Hurley, um zu beweisen, dass Dave nur für ihn existiert. Außerdem hängt in seinem Büro ein Bild der Insel.
Auch toll, wie Dave genau weiß, wann der Wachmann verschwindet. Geplant hatte er das schon sehr gut.
Ich habe übrigens schon fast gedacht, Hurley wäre wegen dem Unfall so dick, aber ich glaube in zwei Monaten legt man nicht so arg zu.

BEN UND LOCKE

Es gibt noch einen anderen Grund, warum mir diese Folge nicht so gefällt. Sayid erschießt fast Ben, und kann nur durch das Eingreifen von Ana-Lucia gerettet werden. Zwar ist es eine nette Parallele zu der Tatsache, dass Sayid den jungen Ben anschießt, aber es ist beängstigend wie knapp es ist, dass der beste Charakter aus der Serie geschossen wird. Für das Eingreifen bin ich Ana-Lucia dankbar. Eine persönliche Parallele: Ana-Lucia war lange Zeit mein Hasscharakter Nummer 1, und rettet meinen Lieblingscharakter, Kate ist es dann irgendwann geworden, und rettet zum zweiten Mal meinen Lieblingscharakter. Also gibt es schon Rechtfertigung, warum diese beiden Personen dabei sind bzw. waren.
Außerdem kann Ben zum ersten Mal keine genauen Antworten geben, fällt sogar auf Sayid rein, doch das er vollends die Kontrolle verliert, glaube ich immer noch nicht. Wir hören auch zum erste Mal von "him", womit Jacob gemeint ist, obwohl der Ben gar nicht bestrafen kann, da er ihn nie gesehen hat. Jedenfalls denke ich, rettet sich Ben so auch, da er noch eine gewisse Wichtigkeit für die Losties hat, was Ana-Lucia als Erste erkennt.
Dann kommt es zu Bens entscheidenden Sätzen in dieser Episode, die wieder Samuels Plan dienen. Er lässt Locke zweifeln, ob die Station real ist. Schön fand ich auch, dass er andeutet warum er hier ist: "What possible reason could I have for putting myself through all this?" Vielleicht um auf sehr kompliziertem Wege einen Wirbelsäulentumor loszubekommen. Besonders gut fand ich die Anspielung, dass Gott von der Insel nichts weiß, worauf aber die ganzen religiösen Anspielungen nicht hindeuten, aber vielleicht spricht er auch von den Inselmächten Jacob und Samuel, die nichts mit Gott zu tun haben.
"No, I'm done lying.", was natürlich gelogen ist.

ANDERE CHARAKTERE

Die Komik war herrlich in dieser Folge, kaum hat Hurley sein Lager zerstört, kommen alle vom Strand herbeigeströmt, um das Essenspaket zu begutachten. Dann Charlies Bemerkung: "No. Saw a polar bear on roller blades with a mango.", und dann Ekos unzynische Antwort: "I did not see anything, Hurley."
Der Höhepunkt bleibt aber immer noch, als er Sawyer zusammenschlägt, ihm die Spitznamen an dem Kopf wirft, die er von ihm bekommen hat, und Jin unter Lachen Hurley von Sawyer ziehen muss. Nur, warum fragt er nach einem Medikament, wenn doch Jack schon alle hat?
Schön, dass sich wenigstens Charlie fragt, ob jemand ein Flugzeug gesehen hat, aber auch genial Sawyers typische Antwort: "Yeah, I saw it, Tattoo. I just decided not to tell. "
Charlie: "Are you going to tell me?
Eko: "Not right now. "
Kann nicht einfach jemandem eine klare Antwort geben und nicht jeden kleinen Mist hinauszögern? Auch etwas, dass mich an Staffel 2 so gestört hat.
Locke dagegen ist nun endgültig am Boden zerstört, sein Bein ist wieder verletzt, und er muss Krücken tragen. Die Demütigung Rollstuhl steht ihm aber erst nach dem Verlassen der Insel wieder bevor. Wieder mal ist er wütend über Jack, dass er nichts erfährt, und nur eine unzufriedenstellende Antwort bekommt.

BODYCOUNT

Hurley bringt durch sein Gewicht zwei Leute um. Wer auch immer sie sind, sie sind ein Schritt in Richtung Insel.

Summe: 45

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (er hat ganz sicher)

FAZIT:
Nicht schlecht geschrieben, und von der Komik her genial, aber mir gefällt einfach die Andeutung, dass alles nicht real und nur ein Traum ist, genauso wenig, dass das Taste drücken nichts bewirken soll. Durch Bens Fasttod und Verzweiflung (zum Glück macht sich Michael langsam auf dem Weg) wirkt das ganze noch verstörender, sodass ich diese Episode nicht wirklich gut in Erinnerung behalte. Wenigstens fliegt die Traumtheorie dadurch raus.


Nachgedanken:
- gegen die Libby-Jacob-Theorie spricht auch nach Staffel 6 nichts
- die Wichtigkeit Hurleys hat sich nicht nur darin geäußert, dass er Jacobs Nachfolger wird, sondern auch darin, dass er der einzige (von Miles einmal abgesehen) war, der mit Jacob nach seinem Tod Kontakt aufnehmen konnte; nur dadurch war es Jacob möglich Jack und Hurley aus dem Tempel zu bekommen (sonst hätte Flocke alle Kandidaten gehabt) und seinen Nachfolger überhaupt bestimmen zu können

Abschließend werde ich die Dave-Erscheinung richtigstellen, zumindest so wie ich das sehe: Ich denke die Dave-Erscheinung in der Klinik war wirklich Dave und ein Teil von Hurleys Bewusstsein, der sich nicht verändern wollte.
Auf der Insel war es eine Mischung aus Erscheinung und Smokey-Beeinflussung. Wir wissen jetzt, dass die Lost-Handlung kein Traum von Hurley ist. Der Sprung von der Klippe sollte ihn zum Selbstmord treiben und zwar einfach deshalb, weil Hurley ein Kandidat ist und in Samuels Plan eher keine große Rolle spielte. Vermutlich wird hier schon angedeutet, dass Hurley mit den Toten kommunizieren kann, denn niemand außer ihm sieht Dave. Allerdings agiert Dave ähnlich wie spätere Toten-Erscheinungen. Ich bleibe auch dabei, dass er Libbys Ehemann war.

2/17 Lockdown (Erik)

Die Henry-Gale-Geschichte erreicht ihren Höhepunkt und Ben ist als Lügner entlarvt. Sehr seltsame Dinge gehen in der Station vor und wir sehen kurz eine super gezeichnete Karte.
Mir gefällt hier besonders der Kontrast zwischen den drohenden Ereignissen in der Swan-Station und der lustigen Pokerrunde am Strand.

LOCKDOWN

Nicht nur, dass es die ganzen Folge davon handelt, nein es ist auch eine Anspielung auf Locke, der die ganze Folge über am Boden liegt und im Flashback wieder an einem Nullpunkt angelangt ist.
Zum Lockdown selber bin ich der Meinung, dass es die Others irgendwie inszeniert haben. Mikhail kontrolliert bekanntermaßen die Flame-Station, durch die man den Abwurf von Essenspaletten auslösen kann. Dieses Ereignis hat wohl auch zur Folge, dass in der Swan sämtliche Brandschutztüren herunterfahren, offenbar da mit die Insassen nicht sehen woher das Essen kommt. Das ganze macht natürlich durch die Anwesenheit der Baracken wieder sehr wenig Sinn, wie so vieles in Zusammenhang mit Dharma und dieser Station.
Der Grund für die Auslösung ist denke ich ganz einfach, Locke sollte die Karte sehen, um auf das Fragezeichen aufmerksam zu werden und Ben sollte die Tasten außerhalb seines Sichtfeldes eingeben, sodass Locke Zweifel bekommt, ob das alles real ist. Jedenfalls stellen das die Others und Ben geschickt an. Sie warten wirklich, bis Locke und Ben alleine in der Station sind und lösen dann erst den Lockdown aus. Durch seine wütende Schreie und da er jetzt genau weiß wie er Locke manipulieren kann, schafft er es, dass beide eingeschlossen sind. Durch die Zusammenarbeit gewinnt Ben Lockes Vertrauen, etwas das ihm noch erstaunlich oft gelingt. Zwar wird das zerstört am Ende der Episode, aber zumindest Zweifel sind bei Locke gesät.

BLAST DOOR MAP

Ein wunderbares Ding zum Rätseln. Soviele Notizen und Hinweise standen darauf, wir sehen andere Stationen und in der Mitte prangt das riesige ?. Leider macht auch diese tolle Map wieder wenig Sinn und auch die Tatsache, dass sie nur unter Schwarzlicht gesehen werden kann. Radzinsky wusste, wo sich alle Stationen befinden und die einzige sinnvolle Erklärung warum Kelvin sie weiterzeichnet, scheint mir, damit Locke sie sieht und zur Pearl geführt werden kann, also wieder ein Teil von Samuels Plan. Allerdings macht es dennoch unglaublich Spaß die ganzen Notizen darauf zu lesen. Wer will kann sie sich hier ansehen:
Ein was steht fest, Ben der natürlich durch die Überwachung der Swan von dieser Karte wusste, hat sie Locke gezeigt, um ihn auf den Weg zu bringen, an der ganzen Sache mit den Zahlen zu zweifeln.

DER ABWURF

Dies ist immer noch ein großes Rätsel, warum weit nach der Vernichtung von Dharma noch immer Essenspaletten abgeworfen werden. Ich denke aber der Grund ist einfach, die Arbeit in der Station ist immer noch gigantisch wichtig und sie darf unter keinen Umständen unterbrochen werden, sodass genügend Verpflegung vorhanden sein muss, damit es den Tastentippern weiterhin gutgeht. Da diese Arbeit so wichtig ist, könnte das auch eine der Gründe sein, warum Kelvin angeheuert worden ist, obwohl Dharma schon längst vernichtet war. Das gleiche bei Desmond, der ja durch Eloise dahingebracht wird. Apropos Eloise, da sie die einzige bekannte Dharma-Station außerhalb der Insel kontrolliert, wäre es gut möglich, dass sie für den Abwurf verantwortlich ist. Vielleicht wird dieses Vorratslager auch von ihr oder den Others kontrolliert.
Seltsam an diesem Abwurf ist, dass niemand einen Flieger sieht, oder bemerkt, dass ein riesiger Fallschirm mit Vorräten zur Insel hinabschwebt. Darum hatte ich sogar die Idee, als die Zeitreisen begannen, dass dieses Zeug einfach nur irgendwie geflasht ist. Übrigens ist interessant, dass in einem Tagebucheintrag von Ben dieser Abwurf aufgeschrieben ist und er sich Sorgen macht, dass sie es verpasst haben, die Lebensmittel zu holen.

BEN UND LOCKE

Endlich kriegen wir die beiden eine ganze Folge lang serviert, wodurch es haufenweise Top-Momente gibt. Jedenfalls merken wir, dass Ben Locke besonders gut mit Jacks elitärer Art manipulieren kann. Locke dreht völlig durch, als Ben fragt, warum er sich diesen Ton gefallen lasse. Auch schön, dass Locke kurz vor dem Lockdown erst zu Ben rennt, als dieser den Namen Jack nennt. Außerdem ist es unglaublich toll gemacht, wie Ben gemütlich ein Buch liest, obwohl er gleich eine unglaublich wichtige Aufgabe hat.
Erneut lügt er Locke an, doch es wirkt wiedermal unglaublich ehrlich, als er sich ein zweites Mal mit Henry Gale vorstellt. Unfassbar wie Michael Emerson das hinkriegt.
Ben weiß natürlich von den Zahlen, dennoch darf er sich natürlich noch nicht anmerken lassen, dass er weiß was zu tun ist. Ob er aber extra abgestürzt ist, um alles weiter hinauszuzögern, wage ich zu bezweifeln, aber bei Ben ist alles möglich.
Schön fand ich dann auch nach der ganzen Sache das Gespräch, er sagt zu Locke: "You're welcome, John." Ich glaube in diesem Moment heißt er Locke offiziell bei den Others willkommen.
Am Ende frage ich mich immer noch, ob er wirklich geglaubt hat, seine Geschichte würde weiter funktionieren, oder er selbst damit gerechnet hat, dass Sayid so kalt ist und das Grab öffnet? Da er aber in der nächsten Folge fast von ihm umgebracht wird, bezweifle ich das. Da aber entscheidende Schritte eingeleitet sind, sodass Locke seinen Glauben verliert, denke ich, lassen die Others nun Michael frei, damit er Ben befreien kann, denn so langsam schwebt dieser in ernster Gefahr.

ZEITREISEN

Hier gab es unglaublich viele Anspielungen auf Zeitreisen, zunächst sagt Locke: "So, what's done is done?", eine kleine Abwandlung von unserem "Whatever happened, happened". Dann tauchen viele Zeitbegriffe auf, Ben meint es sei nur eine Frage der Zeit bis jemand kommt, Locke meint sie hätten keine Zeit. Und es ist immer noch nicht ausgeschlossen, dass das Essenspakt vielleicht aus einer anderen Zeit kam.

LOCKES FLASHBACKS

Die sind wie immer unglaublich tragisch, aber Locke ist selbst daran Schuld. Er kann einen Schlussstrich ziehen und endlich das Thema mit seinem Vater abschließen. Doch wie sehr er an diesem widerlichen Betrüger hängt, wird deutlich, als er sagt, "I forgive you", also selbst einem Toten würde ich es nicht verzeihen, wenn er mich um eine Niere betrogen hat. So wirkt es noch unglaublich, wie Locke sich dann wieder von ihm umgarnen lässt, wobei er dieses Mal vorsichtiger ist. Genial der Satz: "What'd you do, steal their livers?" Er gerät dennoch ins Blickfeld der Mafiosi und lügt deshalb seine fast zukünftige Frau an. Nach getaner Arbeit hofft er endlich Aufmerksamkeit und Liebe von seinem Vater zu bekommen, leider vergebens, denn dieser lässt ihn wieder abblitzen. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Helen auf, wodurch Locke sie endgültig verliert, als sie merkt, dass er gelogen hat. Wieder hatte er die Entscheidung ein besseres Leben führen zu können und mit einer Frau glücklich zu werden, aber er scheitert und steht wieder mit nichts da.
Schöner Hint, dass zwei Oceanic-Flugzeuge an dem Motel vorbeifliegen. Eines davon könnte vielleicht sogar schon die Maschine sein mit der die Losties abstürzen.

ANDERE CHARAKTERE

Das Pokerspiel fand ich ziemlich gut, vorallendingen wie Jack immer wieder Sawyer abzockt. Das einzige was das Ganze trübt, die verpasste Chance, dass uns "Stranger In A Strange Land" erspart bleibt. Jack hätte doch einfach sagen können, dass er dort seine Tattoos herhat und sie bedeuten: "He walks among us, but he is not one of us".
Schön, wie Hurley hier von einem loop spricht.
Sayid dagegen wird mir richtig unheimlich, er will alles tun, um unter Beweis zu stellen, dass Henry einer der anderen ist, und schreckt noch nicht einmal davor zurück ein Grab zu öffnen. Seltsam wirkt in dieser Szene, dass der riesige, auch noch rote Ballon, erst bemerkt wird, als Ana-Lucia auffällt, dass es gar nicht regnet. Wirkte schon ein bisschen komisch und das man drei Stunden braucht, um auf einer so kleinen Lichtung einen so riesigen Ballon zu finden, ist auch höchst sonderbar.
Schön, dass wir Nadia zu sehen bekommen, für die Locke ein Haus inspiziert, und die offenbar auf Sayid wartet. Zumindest habe ich das aus der Bemerkung mit dem fehlenden Ehemann so herausgehört.

BODYCOUNT

Leider müssen wir uns immer noch gedulden, bis dieser Widerling Anthony Cooper stirbt, so bleibt alles beim Alten.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer, Ben (auch wenn wir ihn nicht sehen, wir hören es)

FAZIT:
Einer der Staffel-Höhepunkte. Wir lernen endlich wieder etwas über die Station kennen und bekommen sogar noch eine tolle Karte zum Rätseln vorgesetzt. Noch dazu gibt es geniale Ben-Locke Momente, sowie endlich wieder diesen schönen Kontrast zwischen Komik und Ernsthaftigkeit. Leider ist Henry Gales wahre Enthüllung dann wieder der Weg zum Mittelmaß dieser Staffel.


Nachgedanken:
- da hatte ich mit der Annahme Eloise steuerte die Abwürfe sogar einen Glückstreffer, das Lager wird aber tatsächlich noch von Dharma-Mitgliedern verwaltet
- Näheres möchte ich zu den Brandschutztüren gar nicht sagen, sondern auf das bald kommende Swan-Resümee hinweisen

Samstag, 3. Oktober 2009

2/16 The Whole Truth (Erik)

Die Henry-Gale-Geschichte spitzt sich zunehmend zu und Sun ist schwanger, obwohl Jin unfruchtbar ist. Das Resultat ist die dritte sehr gute Folge nacheinander.

SUNS FLASHBACKS

Mir sind da einige interessante Dinge aufgefallen. Jin möchte unbedingt ein Baby, da sich dadurch vielleicht die Meinung seines Schwiegervaters ändert und er ihm einen besseren Job gibt. Ironischerweise ist Jin unfruchtbar und dadurch muss er seinen jetzigen sehr schlechten Job behalten. Mir kam das alles bisschen zu sehr wie Zufall rüber. Wie wir wissen, landen die beiden nur dank dieses Jobs eigentlich in Oceanic 815, also könnte irgendeine der Inselmächte dafür gesorgt haben, dass Jin unfruchtbar wird. Und da bringe ich zum ersten Mal eine der berühmten Berührungen ins Spiel. Da wir noch immer nicht Jacobs genauen Plan kennen, könnte es sein, dass er Jin unfruchtbar gemacht hat, damit Ji Yeon erst auf der Insel gezeugt werden kann. Dieses Baby könnte noch unglaublich wichtig sein, denn Jin sagt auch ein Baby "change everything", und zwar zum besseren. Also wäre es doch möglich, dass es Ji Yeon ist, die eine entscheidende Änderung an den Ereignissen vornimmt.
Ansonsten wirkten diese Flashbacks wie immer. Sun ist eine Lügnerin und trifft sich heimlich mit einem anderen Mann, um Englisch zu lernen. Im übrigen ist mir dieser Jae Lee einer der größten Unsympathen. Er hatte seine Chance gehabt Sun zu heiraten, jetzt ist sie verheiratet, und trotzdem kommt er angekrochen. Allerdings lässt sich Sun auch auf ihn ein, was sie dadurch auch nicht viel besser macht.
Desweiteren sollte mir jemand die Gedankengänge des Arztes erklären, er hat Angst, dass Jin seine Praxis abfackelt, weil er ihm die Nachricht übermittelt, und einer von Paiks Männern ist. Ganz davon abgesehen, dass man auch in Südkorea nicht mehr im Altertum lebt, wo die Überbringer von schlechten Nachrichten getötet werden, müsste es doch für Paik ein viel größeres Desaster sein, dass er eine unfruchtbare Tochter in die Welt gesetzt hat.
Im übrigen erzählt Sun auch gar nicht wie angedeutet die "whole truth", da sie doch was mit dem Glatzkopf hatte.
Zu Jins Impotenz werde ich dann in "D.O.C." Näheres erläutern.

BEN UND DER BALLON

Die Szenen mit Ben sind wieder das Highlight dieser Episode. Unglaublich wie er es schafft allen was vorzuspielen. Ana-Lucia jedenfalls gesteht ihm, dass sie an Nathans Tod Schuld ist, das erste Mal überhaupt. Kurz darauf gesteht sie auch Sayid ihre Schuldgefühle wegen Shannon. Zu keinem Augenblick war mir Ana-Lucia sympathischer als in dieser Folge.
Jedenfalls malt er für sie die Karte und gleichzeitig verwirrt er sie mit der Aussage, dass er sonst sterben wird. Sayid wird ihn tatsächlich fast erschießen und nur durch Ana-Lucia Einschreiten wird das verhindert. Hat Ben da bewusst darauf hingearbeitet, dass er auf ihre Hilfe zählen kann? Bei Ben ist sowieso alles möglich.
Schön auch, wie Ana-Lucia zu Sayid sagt, sie hat ihn nett gefragt, obwohl sie auch eine der Personen ist, die eher als Erstes schießt, bevor sie fragt. Genial fand ich dann bei der Wanderung den Ausdruck "right island". Sie weiß nicht, dass es noch eine zweite kleinere Insel gibt.
Auch in den Schlussszenen ist Ben überragend. Diese "martyr-prophet"- Geschichte und Jacks Antwort, dass man so und so tot ist, sehe ich als Anspielung auf Locke, der als Opfer sterben muss, damit die Oceanic 6 zurückkommen.
Die ganze Frühstücksszene ist sowieso einmalig, Ben weiß doch genau für was der Computer ist, da er bei Dharma war, schön auch wie er fragt, woher das Zeug eigentlich kommt, und beide, Locke und Jack, sich nur dumm anschauen. Geschickt fügt er noch mit ein, dass er Ana-Lucia eine Karte gegeben hat, und dann sagt sie hätten "real trust issues". Der Blick nach unten dabei herrlich, denn er weiß doch schon längst genug, besonders über die Probleme zwischen Locke und Jack. Wie Ana-Lucia gesagt hat, Locke und Jack beschäftigen sich nur mit Jack und Locke.
Dann erzählt er die Geschichte von der fälschlichen Übergabe und will damit womöglich bezwecken, dass Jack durchdreht und loszieht, sodass er mit Locke allein ist. Bekanntermaßen müssen noch einige Ereignisse in der Station in Gang gesetzt werden. Die ganze Szene hätte nicht grandioser enden können, als mit dieser schlichten und einfachen Frage: "You guys got any milk? "

ANDERE CHARAKTERE

Sawyer wird so langsam zum Meisterleser, innerhalb von zwei Tagen ist er schon beim zweiten Buch.
Schön auch, dass wir endlich mal Rose und Bernard gemeinsam sehen, und die sich wie ein typisches Ehepaar streiten. Rose hat Geburtstag und der arme Bernard, dessen Kalender doch völlig durcheinander gekommen ist, weiß es natürlich nicht. Herrlich solche kleine Szenen mit denen. Auch finde ich es interessant, dass Bernard nach den Perlen von Austern sucht. Also der erste kleine Bezug zur Pearl.
Und das war das erste Mal in dieser ganzen Staffel, dass Charlie mich nicht genervt hat. Fand das ziemlich spitze wie er Ana-Lucia sagt, dass er auch von dem Typen weiß, die Aktion mit der Waffe, und wie er Papayas mitbringt, aber keiner sich darum schert, weil sie schon weitergehen.
Sayid ist noch immer sehr deprimiert und da er Ana-Lucia nichts antun kann, sucht er nun verzweifelt bei den Others nach einem Schuldigen, und will dafür unbedingt Ben nehmen. Übrigens Ben sagt, sein buddy Sayid, in Zukunft wird Sayid tatsächlich für Ben arbeiten.
Und es gibt einen Hinweis auf den schlechten Kate-Flashback mit ihrer Hochzeit und dem Schwangerschaftstest.
Schön außerdem, dass der Name Widmore auf dem Schwangerschaftstest auftaucht, ein erster Hinweis auf diese bedeutende Figur.

BODYCOUNT

Ben soll getötet werden, wenn seine Geschichte nicht stimmt, glücklicherweise passiert das weder hier noch in einer der nächsten Folgen.

Summe: 43

SPB: Desmond, Locke, Jack, Hurley, Kate, Sawyer

FAZIT:
Lost ist in einer sehr guten Phase, wie schon lange nicht mehr. Es kommt Bewegung in die ganze Sache und die steigende Spannung der Henry-Gale-Geschichte sorgt sowieso für den längst überfälligen roten Faden in der Story.


Nachgedanken:
- die Idee mit Ji Yeon hat sich dann letztendlich als falsch herausgestellt, sie bleibt für die restliche Story völlig uninteressant (sogar für ihre eigenen Eltern!)