Montag, 6. Januar 2014

LOST Again

Auch wenn das hier vermutlich nie jemand lesen wird und wenn doch, umso besser, werde ich dennoch bei meinem erneuten Rewatch etwas verfassen, was nichts mit Theorien zu tun hat, sondern ein Ranking aller Episoden erstellen. Der Nutzen ist zwar gering, zeigt mir aber letztendlich wie ich die Serie für mich einordne.

Ranking der LOST-Episoden


Um das scheinbar unmögliche Unterfangen anzugehen, alle Lost-Episoden nach meiner Sympathie zu ordnen, werde ich ganz einfach gewisse Kategorien aufstellen und nach dem jeweiligen Schauen die entsprechende Episode einordnen. Das wird anfangs noch recht einfach sein, aber mit fortlaufender Serie immer schwieriger werden.

Lost at it's best

1. The Man Behind The Curtain: Für mich war immer klar in Staffel 3, dass eine Ben-zentrierte Folge die beste sein wird. Entsprechend ging ich bereits mit hohen Erwartungen an diese Folge. Sie schaffte es sogar meine Erwartungen zu übertreffen. Michael Emerson und Terry O'Quinn überbieten sich in der Folge ständig mit grandiosen schauspielerischen Leistungen. Auch wenn die Cabin sich zu einem der größten Plotholes von Lost entwickeln wird, so ist ihr Auftreten und der Scheinauftritt von Jacob an Atmosphäre nicht zu überbieten. Gekonnt wird der Bogen gespannt zu Bens eher tragischer Kindheit, der das Pech hatte mit einem alkoholsüchtigen Vater aufzuwachsen, der ihn eher als Last ansieht, da er für den Tod seiner Frau verantwortlich ist. Der Höhepunkt sind aber die letzten zehn Minuten, die für mich besten bei Lost. Den Purge aus Bens Perspektive zu sehen ist grandios und eine vorweggenommene Genugtuung, wenn man wie ich, die Dharma-Handlung in Staffel 5 aufs Tiefste verabscheut. Verbunden mit dem Schocker, dass Ben Locke anschießt, kann ich ohne zu Zögern, dass diese hier eine der drei besten Folgen von Lost ist.

1. The Shape Of Things To Come: Perfektion, und das zum zweiten Mal bei Lost! In Sachen Action und Spektakel steht diese Folge unangefochten auf Platz 1 inmitten der Serie. Die Spannungen zwischen Ben und dem Söldnerteam eskalieren und lassen einem fast 40 Minuten lang nicht zu Atem kommen. Der Moment als Alex erschossen wird ist ein grandioser Schockmoment und in meinen Augen der grausamste Tod, da Alex eine der sympathischsten Charaktere der Serie war. Ihren Höhepunkt findet die Auseinandersetzung in dem Angriff von Smokey, seinen besten Auftritt in der Serie.
Ansonsten ist die Folge eine grandiose Charakterstudie von Ben, der dieses Mal unglaublich viele Facetten zeigt, die alle wunderbar von Michael Emerson dargestellt sind. Sein Gespräch mit Widmore ist definitiv die beste Konfrontation zwischen zwei Lost-Gegenspielern und das wird allein durch Dialog erreicht. Diese Szene lässt einen wirklich bedauern, wie katastrophal misslungen Widmores Auftritt in Staffel 6 ist und das der Ben-Widmore-Konflikt dem Jacob-Samuel-Konflikt sich unterordnen musste. Doch gerade deshalb bleibt diese Folge nur umso besser in Erinnerung als ein weiteres Meisterwerk von Lost.

1. Dead Is Dead: Grandios, auch die dritte Ben-Folge ist Lost in Perfektion. Inmitten der schlimmsten Phase von Lost kommt diese Folge und bringt die Handlung weiter als alle Dharma-Folgen zusammen. Michael Emerson ist wie immer in Höchstform und hat dieses Mal auch die Chance es voll und ganz zu zeigen. Seine Gespräche mit Flocke, Widmore und sein Richten durch Smokey sind die ganz großen Highlights. Nebenbei finde ich es besonders gut gemacht, wie seine emotionale Seite in den Flashbacks zum Vorschein kommt. Insgesamt ist dies die einzige Folge der fünften Staffel, die kontinuierlich auf den großen Handlungsstrang der 6. Staffel, den Konflikt zwischen Flocke und den Losties, hinarbeitet. Das macht diese Folge noch wichtiger.

4. Dr. Linus: In vielerlei Hinsicht die einzige wirklich gelungene Folge der 6. Staffel, und es ist keineswegs überraschend, dass es eine Ben-Folge ist. Tatsächlich vollzieht hier die Figur Benjamin Linus einen entscheidenden Wandel, er ist jetzt nicht mehr der geniale Manipulator der vorherigen Staffeln, der jeden belügt von dem er sich einen Vorteil erwartet und für den wir Fans ihn geliebt haben; stattdessen wird er zu einem demütigen, fast schon bescheidenen Mann, der in der zweiten Reihe stimmt, jedoch dennoch alles unternimmt, um zu überleben. Letztere Eigenschaften verdankt er es schließlich, dass er am Ende Hurleys Stellvertreter wird, somit ist diese Folge von unglaublicher Wichtigkeit und bedeutender als alle Tempel- und Widmore-Folgen zusammen.
Auch die Formierung einer Gruppe gegen Flocke, nur kurz nach dem Tempel-Massaker ist sehr gut gemacht, auch wenn das Resultat davon sehr bescheiden ist, aber das ist nicht die Schwäche dieser Folge. Selbst das Szenario im Jenseits, auch wenn es zu den 90% gehört (für die Erklärung, vgl. LA X), ist großartig gemacht, auf den Charakter abgestimmt und nicht mit kruden, zufälligen und völlig langweiligen Szenen vollbepackt wie es sonst für dieses Szenario üblich ist. Größter Kritikpunkt ist jedoch das Ende der Folge, welches den furchtbarsten Handlungsstrang dieser Staffel ankündigt und kein bisschen zu der Folge passt.

5. The Constant: Die Folge ist ein Meisterwerk der Fernsehgeschichte. Desmonds erneute Bewusstseinszeitreise macht Lost zwar wieder unglaublich komplex und kompliziert, doch gleichzeitig ist die Auflösung um so schöner und genialer gelungen durch den Anruf mit Penny. Nebenbei sehen wir das erste Mal den Frachter, lernen Keamy und Minkowski kennen. Noch dazu ist meiner Meinung nach keine andere Folge in Sachen Vergangenheit und Gegenwart so perfekt miteinander verknüpft, was durch wirklich sehr gelungene Schnitte unterstrichen wird. Mit Konstanten, Zeitreisen, Amnesie werden die kompliziertesten Aspekte bei Lost angeschnitten, welche hier ihre Vorbereitung nehmen und in Staffel 5 ihre Vollendung finden; mit Desmond und Penny kommt jedoch sofort das Romantische und Menschliche zum Ausdruck, was hier ebenso gelungen ist. Kaum zu glauben, wie genial diese Folge ist, besonders nach dem Desaster der Vorfolge.

6. Flashes Before Your Eyes: Eine der ganz ganz großen Folgen von Lost. Selbst nach mehrmaligen Ansehen habe selbst ich als intelligenter und aufmerksamer Zuschauer noch Probleme, diese verwirrende Episode zu verstehen. Desmonds Bewusstseinszeitreisen stellen einen unglaublich komplexen Teil der Serie dar und sind definitiv für die wirklichen Hardcore-Fans gemacht, ein einfacher Zuschauer wird mit so einer Folge kaum etwas anfangen können. Die größten Kunst dieser Folge ist es jedoch, die Zeitreiseaspekte von Course Correction, den ersten Auftritt von Zeitwächterin Eloise Hawking mit Desmonds Liebe zu Penny zu verbinden. Heraus kommen neben dem verwirrenden Aspekt auch unglaublich starke, emotionelle Momente. Den Höhepunkt findet diese Folge schließlich in der Ankündigung, dass Charlie sterben muss, da Desmond seinen Tod in seinen Flashes sieht.

7. Cabin Fever: Eine weitere grandiose Episode, die es schafft den Spannungsbogen von "The Shape Of Things To Come" aufzunehmen (etwas, was "Something Nice Back Home" versäumt hat). Mit Locke, Ben und Hurley haben wir zweifelsohne eine der genialsten Lost-Gruppen. Sowieso sind die Sprüche von Ben das Highlight dieser Folge und schließlich kommt es zu dem Moment bei Lost, nämlich als Hurley seinen Schokoriegel mit Ben teilt. Ohne es zu wissen wird hierbei der Grundstein gelegt für die Zusammenarbeit der beiden späteren Beschützer der Insel. Untermalt ist das ganze mit der mystischen Atmosphäre, die Locke umgibt und sich auch durch seine Flashbacks ziehen. Wir wissen lediglich eine gut gemachte Täuschung, die Locke wichtiger erscheinen lässt als er letztendlich ist. Mit der Ankündigung, dass die Insel bewegt wird, ist gleichzeitig auch das Fundament geebnet für ein grandioses Finale.
Das geschieht auch durch die unheimliche Dynamik, die Keamy auf dem Frachter auslöst, die auf eine spannende Konfrontation auf der Insel hindeutet und somit auch diesen Handlungsstrang endgültig aus seiner Starre löst.

8. There's No Place Like Home: Für mich das beste Staffelfinale bei Lost. Die ganzen zwei Stunden sind ein Hochgenuss an Action, Dramatik und großen Szenen, beginnend mit der Landung der Oceanic 6 und der Enthüllung, dass alle wieder zurück müssen, inclusive der Enthüllung, dass Locke gestorben ist. Dazwischen beeindruckt besonders, wie es zu diesen Ereignissen kommen konnte. Dabei ist das Verschieben der Insel durch Ben für mich das Ereignis bei Lost. Letztlich gibt es nur ein paar Kleinigkeiten, die nicht wirklich passen, aber sie stören kaum. Leider verliert Lost ab hier zunehmend an Qualität und wird das gute Niveau der letzten beiden Staffeln nie wieder erreichen.

9. The Man From Tallahassee: Ein Meisterwerk! Es wird gelüftet, warum Locke im Rollstuhl saß, Bens Manipulationen erreichen ein neues Level, es gibt Dutzende geniale und lustige Ben-Locke-Dialoge, Danielle sieht das erste Mal Alex und zu guter letzt gibt es noch einen grandiosen Cliffhanger. Diese Folge bringt die Staffel unglaublich in Schwung und macht Lost qualitativ noch besser.

10. This Place Is Death: Ein grandioses Meisterwerk, womöglich die einzige reguläre Folge, die sich wie ein Staffelfinale anfühlt (welches definitiv besser gewesen wäre als dasjenige dieser Staffel). Die Zeitflashes enthüllen die letzten Rätsel um Rousseau, töten Charlotte und was ich besonders beeindruckend fand, erst jetzt vermitteln sie das Gefühl, wie unglaublich gefährlich sie für die Losties sind. So fiebert man als Zuschauer die ganze Zeit über mit, bis am Ende Locke endlich das Frozen Donkey Wheel wieder einrastet und dem ganzen verwirrenden Zeitreisespuk ein Ende setzt.
Die Oceanic-6-Handlung ist dieses Mal zum Glück unfassbar kurz und ihr Ende steht kurz bevor. Leider ist genau das der Punkt an dem die Serie eine Wendung nehmen wird, die Lost seiner Genialität berauben wird.

11. Expose: Ein Geniestreich der ganz besonderen Art. Auch wenn 95% alles Lost-Fans diese Folge hassen und Nikki und Paulo nicht ausstehen können, ich finde diese Folge immer wieder aufs Neue genial. Es ist ein Genuss mit anzusehen wie die Autoren Lost selbst aufs Korn nehmen, sodass es sich hier mehr um eine Parodie (eine überaus gelungene aber) als um eine reguläre Folge handelt. Nikki und Paulos Diamantengeschichte; Hurley, Sawyer und Jin als Kriminalteam; die Auftritte von Arzt; die banale Entdeckung der Beechcraft und der Pearl-Station durch Nikki und Paulo; Ben und Juliet, die den Jack-Plan ausgerechnet unwissend Paulo offenbaren; Hurleys und Sawyers trockene Kommentate über Nikki und Paulo und zuguterletzt das lebendige Begräbnis der beiden, alles hat mich sehr gut unterhalten. Den einzigen Abzug gebe ich für die Enthüllung der Sun-Entführung, weil das vermutlich niemand mehr wusste und mich noch dazu an grausamste Staffel-2-Zeiten zurückerinnerte. Und Frogurt hat ehrlich noch gefehlt, dann wäre diese Parodie perfekt gewesen. Ich sage es dennoch mit Hurleys Worten: Ich liebe Expose!

12. The End: Ich kann Lost eines nicht vorwerfen, nämlich, dass es zu keinem (fast) perfekten Ende kommt. So wie das Finale gemacht ist ist es unglaublich genial. Die Zuschauer bekommen die Möglichkeit sich von (fast) allen Charakteren der Serie verabschieden zu können und das auf eine doch sehr emotionelle, aber auch sehr schöne Art. Die Insel kommt zur Ruhe durch Hurley und Ben als ihre neuen Anführer und den anderen gelingt es mit Ajira 316 außerhalb der Insel eine neue Existenz anzufangen, somit gibt es auch eine Art von Happy Endings in der realen Zeit. Der Moment, dass Jack, genau an dem Ort stirbt als er einst aufwachte und mit Vincent an seiner Seite sieht, wie seine Freunde davonfliegen, krönt das Ganze noch.
Auch wenn viele mit dem Ende unzufrieden sind. Ich könnte mir ehrlich gesagt keine andere Art und Weise vorstellen wie die Serie besser hätte enden können!  

Sehr gut

13. Through The Looking Glass: Ein grandioses Finale, welches die bis dahin wohl überraschendste Wendung im Thema der Serie hatte. Es ist wunderbar gemacht, Jack auf der Insel als großen Anführer zu sehen, welcher nicht aufgibt, sein Ziel zu erreichen und sogar nicht einmal davor zurückschreckt, seinen eigenen Leuten dafür umkommen zu lassen, Ben zusammenschlägt und zuguterletzt fast den eigenen Tod durch Locke in Kauf nimmt; auf der anderen Seite ist in dem ersten Flashforward ein völlig verzweifelter, an Wahnvorstellungen und Alkohol- und Tablettensucht leidender Jack zu sehen, der nichts lieber will als zurück auf die Insel. Besonders bleibt das Finale aber auch durch Charlies sehr traurigen Tod in Erinnerung, welcher erst jüngst in eine Liste der 30 traurigsten Serientode auf Platz 2 landet.
Alles in allem verändert keine Folge so stark Lost wie diese, was meiner Meinung nach aber erst ab Mitte der 5. Staffel negative Auswirkungen hat.

14. The Brig: Eine der brillantesten Folgen bei Lost. Wir sehen sowohl Lockes eher tragischen Werdegang bei den Others und die Mindgames, die Ben nach wie vor mit ihm spielt, als auch seine und Sawyers Erlösung von Anthony Cooper. Zu sehen wie Sawyer die wahre Identität des Mannes enttarnt, der für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist und ihn schließlich umbringt, ist eine der besten schauspielerischen Leistungen bei Lost und wohl auch der Tod eines Lost-Charakters, der von den Tod am meisten herbeigesehnt worden ist. Auch die Strand-Szenen mit Naomi sind gelungen, außer wenn Kate zu sehen ist.

15. The Life And Death Of Jeremy Bentham: Insgesamt gesehen eine der traurigsten Folgen, da sie Lockes tragische Lebensgeschichte konsequent zu Ende bringt. Das Schlimmste daran ist, dass der Zuschauer zunächst in dem Glauben gelassen wird, Locke hätte doch Erfolg gehabt, sodass die Enthüllung nur um so ernüchternder für jeden Locke-Fan ist. Wir sehen wie Locke bei jedem einzelnen der Oceanic 6 (okay, außer Sun und Aaron) scheitert, sie zur Rückkehr zu überreden und zur Krönung des Ganzen bleibt ihm nicht einmal der Selbstmord als noch halbwegs würdevoller Abgang. Stattdessen bricht er vor Ben zusammen und fällt erneut auf ihn herein, nur um Minuten später von ihm auf kaltblütige Weise ermordet zu werden. Eine der heftigsten Folgen von Lost, grandios in ihrer Erbarmungslosigkeit.

16. One Of Them: Zunächst ein kleiner emotioneller Ausbruch: JAWOHL, ENDLICH IST BEN DABEI!
Auch beim erneuten Sehen ist mir klar geworden, wie wichtig es gewesen ist, dass Ben endlich in Lost auftaucht. Die Serie war dabei endgültig den Bach runterzugehen und dann casten die Autoren ausgerechnet Michael Emerson. Die Lost-Autoren haben hierbei ihren wohl größten Glücksgriff in der ganzen Serie getan, sonst hätte Lost definitiv mich als Zuschauer verloren. Seine Sprüche, seine Mimik und Gestik, seine ganze Schauspielkunst ist schon in dieser ersten Folge goldwert und hat jetzt wie damals sofort wieder mein Interesse an der Handlung der Serie geweckt.
Und es scheint so als ob mit dem neuen Schauspieler auch sofort der ganze Rest von Lost an Qualität gewinnt. Wir sehen die wohl besten Sayid-Flashbacks, die interessanterweise zeigen, dass er seine Folterkünste von dem Amerikanern gelernt hat. Ein sehr mutiger Schritt! Noch dazu wird die Handlung in der Swan und die Frage, ob Ben ein Other ist, extrem gut aufgebaut und spannend erzählt, bis es fast in einer Totalkatastrophe endet, da bereits Hieroglyphen auf dem abgelaufenen Countdown zu sehen sind.
Sicherlich ist die moralische Frage bei der Folterthematik zu stellen, doch ich denke auch dieses Thema wird nicht überstrapaziert oder falsch behandelt. Das einzige was dagegen aus dem Rahmen fällt, ist die ziemlich nutzlose Suche von Hurley und Sawyer nach dem Baumfrosch, das war deutete auf die schwachen Vorfolgen hin.

17. Confirmed Dead: Eine sehr gute Folge, mit der die 4. Staffel eigentlich erst Beginn. Schon der Auftakt hat mit dem Wrack von Oceanic 815 eine ordentliche Überraschung parat. Noch dazu lernen wir die neuen Charaktere vom Frachter alle auf einmal kennen, anstatt wieder langatmige Flashbacks irgendwann später zu bringen. Noch dazu erfahren wir den Grund ihrer Mission, was gleichzeitig Ben unglaublich wichtig werden lässt.

18. Do No Harm:  Das ist sie, das große Highlight der ersten Staffel. Emotional eine der bewegendsten Folgen von Lost. Eine spannende Dramaturgie durchzieht die ganze Folge, getragen von einem Jack, der lernen muss loszulassen, auch wenn dafür jemand stirbt. Die wirklich geniale Gegenüberstellung von Boones Tod und Aarons Geburt ist einer der ganz besonderen Höhepunkte in der Geburt-und-Sterben-Thematik von der ganz Lost durchzogen wird (besonders genial gelungen ist hierbei der Schnitt von Claire, die das erste Mal Aaron hält zu Jack, der Boones letzte Worte hört). Und mit dem Ende wird der Keim gelegt für einen Konflikt zwischen Jack und Locke, ein passendes Ende für eine grandiose Folge.

19. Deus Ex Machina: Eine der besten Folgen von Lost und für viele die beste von Staffel 1 (auch wenn ich persönlich "Do No Harm" knapp über ihr sehe). Mit Lockes seltsamem Traum, der Beechcraft und Boones schweren Verletzungen, ist jede Menge Mystik und Spannung vorhanden. Abgerundet wird das alles durch einen weiteren Flashback von Locke, der eindrucksvoll das tragische Leben dieser Figur verdeutlicht.

20. What They Died For: Die letzte reguläre Folge von Lost ist sehr gut gelungen. Sie bereitet perfekt auf das Ende der Serie vor. Alle Handlungsstränge der Staffel werden aufgelöst. Wirklich großartig ist es, dass Ben Widmore erschießt und somit diese Katastrophe zu Ende bringt (sieht man einmal von Locke ab hat Ben mit seinen sonstigen Morden eigentlich fast ausschließlich meine Sympathien gewonnen, da er sämtliche selbstgefällige, arrogante oder nervende Individuen eliminiert hat). Gleichzeitig ernennt Jacob einen neuen Anführer. Wenn mich etwas an der Folge stört dann die selbstgefällige Art wie Jacob über das Leben der Losties urteilt und diese das einfach hinzunehmen scheinen.
Auch die Szenen der Nach-Tod-Welt sind fast ausnahmslos gelungen, wobei hier die Szenen mit Ben, Alex und Danielle hervorstechen. Besonders gelungen finde ich die Ironie, dass es ausgerechnet Ben ist, der Locke endgültig auf den richtigen Weg bringt, von dieser Zwischenwelt loszulassen.

21. Happily Ever After: Angesichts des Umfangs, den die Nach-Tod-Welt einnimmt müsste ich diese Folge eigentlich äußerst schlecht finden. Tatsächlich aber finde ich die Szenen mit Widmores unfähigem Team, welches sowohl dabei versagt das Experiment ohne Zwischenfälle durchzuführen und Desmond zu bewachen, als wesentlich langweiliger. In den Side-Flashes dagegen kommen endlich mindestens 4% dieses Szenarios vor, die wirklich wichtig und die auch glaubwürdig sind. Besonders aber sind es Szenen, die direkt auf die Auflösung des Ganzen hinarbeiten. Meiner Meinung nach hätte dieses Alternativszenario mit dieser Folge starten müssen, dann wäre zwar der Effekt, dass das Ganze doch durch Jughead ausgelöst wurde verlorengegangen. Jedoch hätte ich lieber statt eines billigen, nur auf den Erstseher zugeschnittenen Verwirrungseffekt lieber sinnvolle Szenen in Staffel 6 gesehen und das Nach-Tod-Szenario in den 10%, die wirklich wichtig waren.

22. ?: Die mit Sicherheit verwirrendste, emotionalste und letzte gute Folge der 2. Staffel. Johns Glaube an die Swan wird endgültig zerstört, gleichzeitig wird wunderbar gezeigt, wie Eko seinen Glauben bestärken konnte, eindrucksvoll unterlegt durch seine Flashbacks. Die Pearl ist der entscheidende Wendepunkt, der zum Glück das Ende dieser Staffel und das Eingeben der Zahlen perfekt einleitet.
Im Gegenzug dazu sehen wir Libbys Ableben und eine der wohl traurigsten Szenen, als Hurley um sie trauert. Weswegen allerdings in der gleichen Szene Kate um zwei Frauen trauert, mit denen sie in der ganzen Serie gefühlt einen Satz ausgetauscht hat, ist mir aber schleierhaft. Von Shannons Tod war sie kein bisschen betroffen. Trotzdem überzeugt diese Szene und findet ein bitterböses Ende mit dem piependen Alarm und einem Michael, der entschlossen in die Kamera blickt.

23. Lockdown: Eine geniale Folge, die aus zwei Gründen überzeugt. Erstens wird mit den Brandschutztüren und dem Einschluss endlich einmal wieder die Station in den Mittelpunkt gerückt (nach 14 Folgen!). Noch dazu setzt Ben seine kleinen Psychospielchen und Manipulationen geschickt fort, so geschickt, dass man beim ersten Sehen gar nicht erahnen kann, dass er nicht der echte Henry Gale ist. Zweitens überzeugt auch die Nebenhandlung mit dem Pokerspiel zwischen Jack und Sawyer, wodurch eine lustige Atmospähre entsteht, die gegensätzlich zu der Situation in der Swan ist.
Das einzige, was ich dieser Folge vorzuwerfen hätte, ist, dass sie viel zu viele Fragen aufwirft, die im Nachhinein kaum sinnvoll zu beantworten sind. Ich werde das dennoch in meinem Swan-Resümee nach Beendigung des Rewatches von Staffel 2 aufgreifen.

24. Greatest Hits: Diese Folge ist immer wieder ein Phänomen. Charlie, lange Zeit eine der unerträglichsten Figuren der Serie, wird kurz vor seinem Tod richtig interessant und so sympathisch, dass selbst mich sein tragischer Werdegang traurig macht. Seine Geschichte ist dabei geschickt verwoben mit Jacks Plan, die Others zu überraschen, weshalb wir hier nicht nur eine grandiose Charakterfolge haben, sondern gleichzeitig die erste sehr gute Vorfinalsfolge von Lost.

25. Jughead: In gewisser Weise ist das die zentrale Folge der Zeitflashes, denn sie legt die Grundlagen für alles was bis zum Ende der Staffel passiert. Jughead wird eingeführt (und schon damals hatte ich die böse Vorahnung, dass das Ding noch wichtig wird), Locke öffnet (und schließt) seinen Kreis, der ihn aus einem zeitparadoxen Missverständnis heraus zu einem Handlanger Samuels werden lässt und Faraday trifft das erste Mal auf seine Mutter, die passenderweise eine Waffe auf ihn richtet. Diese Folge zeigt eindrucksvoll, dass die Zeitreisen durchaus das Potential gehabt hätten, weitere offene Fragen der Inselvergangenheit zu klären. Leider entschieden sich die Autoren stattdessen für haufenweise sinnfreie, grottig schlecht geschriebene Dharma-Folgen.
Verzweifelt wirkt an der Folge der Versuch Desmond in Staffel 5 irgendwie wichtig zu machen. Es gelingt einfach nicht, denn da seit letzter Folge bekannt ist, dass Eloise Hawking bereits in Los Angeles ist, ist Desmonds Suche bestenfalls ein Lückenfüller (zugegeben hundertmal besser als Kate-Aaron-Szenen).

26. Meet Kevin Johnson: Keine Ahnung, warum diese Folge im Allgemeinen so schlecht abschneidet bei den Fans. Abgesehen von der extremen zeitlichen Konstruiertheit von Michaels Manhattan-Aufenthalt und einigen Kontinuitätsfehlern ist diese Folge großartig. Es wird alles Wichtige über Michael erzählt, wie es ihm nach seiner Flucht von der Insel ergangen ist und wie er Bens Frachterspion wurde. Es ist dabei durchaus interessant zu sehen, wie die Insel ihn daran hindert, Selbstmord zu begehen. Ähnlich spannend ist es auf der Insel, wo zumindest Lockes Gruppe merkt, dass sich die Ereignisse zuspitzen und es schließlich in einen genialen Cliffhanger mündet, der den kommenden Konflikt zwischen Keamys Söldnern und Ben perfekt vorbereitet.

27. The Economist: Eine sehr gute Folge. Endlich verlassen die ersten Losties mit dem Hubschrauber die Insel, nachdem Sayid einen geschickten Deal mit John eingefädelt. Am interessantesten ist jedoch der Flashforward, in dem Sayid als Auftragsmörder für Ben arbeitet. Ich würde sogar behaupten, es ist die einzige wirklich interessante Oceanic 6 Handlung, aus der man durchaus mehr hätte machen können.

28. Because You Left: Lost beginnt mit dieser Folge ein großes Wagnis, Zeitreisen werden als zentrales Handlungselement in die Serie genommen. Das macht die Serie für Fans dieses Science-Fiction-Aspektes interessant, ist jedoch verwirrend für viele andere Zuschauer, auch wenn es in dieser Folge meiner Meinung nach perfekt umgesetzt ist. Gleichzeitig wird die Rückkehr der Oceanic 6 vorbereitet, eine Storyline, die aufgrund fehlender Insel und vieler zu schnell abgehandelter Dinge zu Ungereimtheiten führt und somit nie wirklich überzeugt.

29. Catch-22: Verstehe nicht, warum diese Folgen soviel Kritik abbekommt und teilweise in den Listen der schlechtesten Folgen auftaucht. Ich finde es einfach nur exzellent zu sehen, wie eine von Desmonds Visionen aufgebaut ist und besonders die Art und Weise, wie er Schritt für Schritt alles macht, was er sieht. Seine Flashbacks sind zwar im Vergleich zu seinen grandiosen Zeit- und Bewusstseinflashes eher schwach und redundant, doch die erklärt immerhin woher Desmonds "brother" kommt und wie er Penny kennengelernt hat. Letzteres ist wunderbarerweise mit dem Moment verbunden, an dem er glaubt, sie nach so langer Zeit wiederzusehen. Eine der wenigen gelungenen Flashback-Real-Time-Szenen, die gelungen ist bei Lost.
Der schwächste Teil ist definitiv jede Szene mit Kate, die sich hier einfach nur absolut lächerlich und peinlich verhält. Mit der Hinsicht, dass wir noch in der gleichen Folge wieder ein Aspekt der unglaublich gut gelungenen Penny-Desmond-Romanze sehen, sind diese Love-Triangle-Szenen ein richtiger Schmutzfleck in dieser Folge.

30. One Of Us: Erneut trumpft Lost mit einer genialen Episode auf. Sowohl Juliets Flashbacks als auch die Inselhandlung sind äußerst interessant, beantworten einiges, werfen aber auch viele neue Fragen auf. Wieder erhalten wir einen Einblick in Bens hinterlistige Manipulationen und lernen Näheres über Juliet und ihrer Beziehung zu den Others kennen.

31. Enter 77: Mit Sicherheit eine der besten Folgen der 3. Staffel. Die Story wird unglaublich schnell voran gebracht, schneller als je zuvor. Darunter leidet jedoch keineswegs die Qualität der Folge. Wir lernen die Flame kennen und sehen ihre Zerstörung, Mikhail hat seinen ersten Auftritt und Ms. Klugh wird aus der Serie geschossen. Zusätzlich gibt es wieder einen Kontrast, denn während Kate, Locke und Sayid mit Mikhail zusammenstoßen, spielt Hurley gegen Sawyer ein Tischtennisspiel um Sawyers Sachen. Einzig die Flashbacks sind uninteressant, aber das ist in Staffel 3 nichts Neues.

32. The Lie: Ziemlich überraschend ist die zweite Folge der fünften Staffel eine der lustigsten und schwarzhumorigsten der ganzen Serie. Gerade Hurley, obwohl er eigentlich eine schwierige Entwicklung durchmacht, ist für viele Lacher gut, sei es das absurde Gespräch mit Ana-Lucia, dem Shi-Tzu-T-Shirt oder sein Erklärungsversuch gegenüber seiner Mutter, was ihm in den 100 Tagen auf der Insel wirklich passiert sind. Und bekanntermaßen wird es sowieso immer lustig, wenn Hurleys Eltern dabei sind. Das Interesse an der off-Island-Handlung ist zwar wieder erstaunlich gering, doch man muss den Autoren zumindest zugute halten, dass sie so schnell wie möglich versuchen, diese zu einem Ende zu bringen. Nicht anders lässt sich erklären, weshalb schon am Ende der Folge angedeutet wird, dass die Zeit für ihre Rückkehr extrem knapp wird.
Die Inselhandlung ist dagegen einfach nur top. Frogurt stirbt den coolsten Tod der Serie, das Strandcamp wird aufgelöst und sämtliche Oceanic-Redshirts beseitigt. Noch dazu sehen wir den einzigen Others-Angriff auf die Losties, der wirklich Erfolg hat, ohne das diese wirklich wissen, wen sie da angreifen.

33. Every Man For Himself: Die Hydra-Handlung wird zwar von vielen Fans kritisiert, an manchen Stellen auch zurecht, doch das trifft nicht für diese Folge zu. Bens Herzschrittmacherbetrug mit Sawyer ist meiner Meinung nach ein Geniestreich und verdeutlicht, zu was dieser Mann fähig ist. Auch mangelt es der Folge nicht an Action, was an Colleens Operation und Picketts Ausrasten deutlich wird. Selbst die Sawyer-Kate-Momente passen perfekt in das Grundschema und werden durch einige humorvolle Szenen weiter aufgewertet. Genauer gesagt gefällt mir an der Hydra-Handlung in dieser Folge alles.
Und auch Desmonds Visionen werden besser eingeführt als letzte Folge mit dem Blitzableiter, wodurch er noch mysteriöser wirkt. Das einzige was an dieser Folge schlecht ist, sind die Sawyer-Flashbacks, da sie zum einen völlig langweilig und ohne Zusammenhang zur Inselhandlung hineingeschnitten sind und die Überraschung vorwegnehmen, dass Sawyer eine Tochter hat.

34. Two For The Road: Hier ist er der Höhepunkt der Staffel. Auch wenn Ana-Lucias Flashbacks ziemlich überflüssig wirken (obwohl sie Jacks Vater trifft), die restliche Folge baut einen unglaublichen Spannungsbogen auf, der sich scheinbar auf einen Moment zuspitzt, Ana-Lucia tötet Ben. Anstatt, dass jenes passiert, nimmt die Folge durch einen weiteren langweiligen Flashback die ganze Spannung wieder raus, nur um dann die Zuschauer so richtig zu schocken. Immer noch ist die Ermordung von Ana-Lucia und Libby durch Michael für mich der überraschendste und unerwartetste Moment von ganz Lost. Noch dazu unterstreicht diese Szene die Wichtigkeit von Benjamin Linus und streicht einen unsympathischen und einen überflüssigen Charakter aus der Serie.

35. The Cost Of Living: Es ist mit Sicherheit eine Enttäuschung, dass ein so genialer Charakter wie Eko schon so früh, aufgrund von Problemen mit dem Schauspieler, die Serie verlassen muss. Doch so eine Abschlussfolge ist grandios und zeigt dem Zuschauer welch schlimmes Leben er führen musste und wie er dafür zugrunde geht. Zusätzlich werden endlich die wahren Absichten der Others enthüllt, wodurch diese Storyline endlich den nötigen Schub bekommt.

36. The Candidate: Das ist die Folge, auf die die Fans am meisten in Staffel 6 gewartet haben. Flockes Ziele werden endlich unmissverständlich offengelegt, Widmores Team wird fast komplett ausgelöscht und den Losties gelingt scheinbar die Flucht. Aber eben nur scheinbar, stattdessen erleben die Zuschauer den Tod von gleich drei Hauptcharakteren und puh, besonders Jin und Suns Tod ist wirklich so dramatisch in Szene gesetzt, dass es jedes Mal traurig ist zu sehen (Sayid war mir ehrlich gesagt auch schon beim ersten Sehen nach fünf Sekunden egal). Würde es Ji Yeon nicht geben hätte diese Szene sogar eine noch stärkere Wirkung gehabt. Das einzige was furchtbar an der Folge ist sind die Flash-Sideways. Nicht nur, dass sie wieder wertvolle Sendezeit rauben, weil sie wirklich nichts Neues oder Wichtiges erzählen, nein dieses Mal stören sie auch den Spannungsaufbau der Folge und reißen die Zuschauer zum blödesten Zeitpunkt aus der Trauer heraus. Wie soll der Zuschauer denn um Jin trauern, wenn er nur fünf Sekunden nach seinem Ableben mit Blumen durch das Bild geht? So gut die Nach-Tod-Welt am Ende ist, in gut 12 Folgen in der sie vorgeht ist sie einfach nur eine Riesenzeitverschwendung!

37. Maternity Leave: Unfassbar wie die Qualität der Serie innerhalb von zwei Folgen wieder angestiegen ist. Es gibt eine klare Antwort darauf, was mit Claire während ihrer Entführung passiert ist. Das passiert mithilfe geschickt eingeflochtener Erinnerungen, eine der wenigen Male, dass solche gezielten Flashbacks auch Sinn ergeben. Noch dazu sehen wir das erste Mal Alex, eine der wenigen sympathischen weiblichen Charaktere, und eine neue Station wird gefunden. In der Swan bereut Eko seine Taten gegenüber Ben und Ben manipuliert das erste Mal Locke. Eine nahezu perfekte Folge, die ich noch höher werten würde, wenn Claire nicht ganz so hysterisch gewesen wäre.

38. Exodus: Besser hätte Staffel 1 nicht enden können. Zum Abschluss dieses grandiosen ersten Teiles von Lost bekommen wir Fans ein Finale, dass es in sich hat. Angefangen mit Danielles Warnung übernimmt der erste Teil die Einleitung (und setzt da an, wo "Born To Run" versagt hat) und hat mit der Abfahrt des Flosses bereits einen ersten emotionellen Höhepunkt. Im weiteren Verlauf kommt dann noch die Black Rock hinzu, die Entführung Aarons, die Sprengung Arzts (der Beginn zynischer Redshirt-Tode), das wohl beste Jack-Locke-Gespräch, die erste visuelle Sichtung von Smokey und viele weitere, emotionell großartige Szenen. Umrundet wird das Ganze genialerweise von einem Multi-Flash, der die Losties unmittelbar vor ihrem Flug zeigt und uns klarmacht wie sehr sich ihr Leben in den ersten 44 Tagen verändert hat. Und letztendlich wird der Zuschauer mit der Entführung Walts zurückgelassen und dem fiesesten Cliffhanger der gesamten Serie. Grandioses Finale einer grandiosen ersten Staffel.

39. Orientation: Mit Sicherheit eine der aufschlussreichsten und interessantesten Episoden der Serie. Der Zuschauer lernt endlich Näheres über die Swan-Station und ihre Funktionen kennen (und leider ist das auch schon fast alles). Während der Computer beschädigt ist, kommt es zu einem Konflikt zwischen Science und Faith und während Desmond vor seiner Verantwortung flieht, stellt sich schließlich zuerst Locke und dann auch Jack ihrer neuen Aufgabe. Leider ist der angedeutete Handlungsbogen der Swan und dem Drücken des Knopfes letztlich kein Indikator für eine gute Staffel (sonst wäre die Folge womöglich sogar in der obersten Sektion vertreten).

40. Man Of Science, Man Of Faith: Wie widersprüchlich das doch ist, die in meinen Augen schwächste Staffel hat den besten Opener. Tatsächlich ist die Folge rundherum gelungen, angefangen mit der grandiosen Szene, die das erste Mal die Swan zeigt und mit Desmond die Zahl der grandiosen Charaktere verdoppelt; den Jack-Locke-Konflikt, der unterschwellig weiterschwelt; Jacks legendäre Rede, an die er sich nur einige Minuten später selbst nicht hält und schließlich die Erkundung der Swan aus seiner Sicht. Nur die Flashbacks wirken etwas fremd, denn außer der Begegnung mit Desmond im Stadion, scheinen sie keinerlei Bezug zur Thematik der Folge zu haben.

41. Walkabout: Definitiv eine der besten Folgen der Serie, wenn auch nicht so gut, um in die oberste Kategorie aufgenommen werden, dafür bekommen Shannon, Charlie und Boone zuviel unnütze Screentime. Lockes Hintergrundgeschichte kann dagegen wie immer begeistern und die Endszene ist eine der emotionalsten und unglaublichsten Momente der Serie.

42. Numbers: Die Folge, die als Erste Hurleys Vergangenheit näher beleuchtet und die Zahlen einbringt, ist auch nach wie vor eine der besten von Staffel 1. Hurleys Flashback ist lustig und unheimlich zugleich; seine Wanderung zu Rousseau, ein nach langer Flaute, interessanter Versuch mehr über die Insel zu erfahren. Und ohne den Running Gag der Zahlen würde Lost definitiv etwas fehlen.

43. White Rabbit: Meiner Meinung nach eine unglaublich gute Charakterfolge, die Jacks Grundkonflikt, der sich über die ganze Serie hinweg fortsetzt, perfekt zeigt. Sieht man vielleicht von Boone ab, ist das eine Folge, an der mir alles gefallen hat.

44. Pilot: Auch nach dem vielleicht zehnten Mal Anschauen immer noch ein Hammerauftakt, der definitiv Lust auf die Serie (Rewatch) macht. Besonders gelungen empfinde ich nach wie vor die Mischung aus Mystery und Charaktermomenten.

45. The Little Prince: Eine zwiegespaltene Folge. Der Part der Zeitflashes ist wie immer sehr gut gelungen, besonders, da die Losties dieses Mal in ihre eigene Insel-Vergangenheit flashen. Etwas ärgerlich ist nur, dass die Kanu-Szene nie wirklich aufgeklärt wurde, obwohl es in Staffel 6 dutzende Gelegenheiten dafür gegeben hätte (zum Glück konnte ich eine relativ einfache Lösung finden, sonst wäre das hier ein richtig übles Plothole). Dafür überzeugt der Schluss, in der nicht nur gezeigt wird, dass Jin noch lebt, sondern die Rousseau-Geschichte durch die Zeitflashes aufgeklärt wird.
Der Oceanic-6-Teil funktioniert wieder nach dem gleichen Schema. Die Autoren versuchen den langweiligen Plot in Rekordschnelle abzuhandeln, sodass am Ende der Folge zumindest alle der Oceanic 6, außer Hurley, an einem Ort sind. Dennoch gibt es wieder zu viel Kate und Aaron, wodurch die langweiligen Szenen auch noch nerven.

46. The Other 48 Days: Eine sehr gute Folge, die ich Lost in der Form nicht zugetraut hätte. Anstatt die Ereignisse der Tailies mühsam in einzelnen Flashbacks zu erzählen, bekommen sie eine ganze Folge gewidmet, die ausnahmslos alles zeigt, was ihnen während der 48 Tage nach dem Absturz zugestoßen ist. Schade, dass es keine weiteren Folgen solcher Art mehr gibt. Paradoxerweise wirkt die ganze Episode eher wie das für das alle Lost vorm ersten Schauen gehalten haben: das Überleben einer Gruppe von Menschen auf einer (dann doch nicht ganz) einsamen Insel. Die Probleme mit denen sich die Losties herumschlagen mussten, sind im Vergleich zu denen der Tailies fast schon absurd. Außerdem ist diese Folge der einzige Lichtblick der Folgen 4 bis 13 der zweiten Staffel. 

Gut

47. The Beginning of The End: Eine solide Auftaktfolge, die zwar ohne spektakulären Opener und einigen Logikschwächen wunderbar in die zweite Hälfte von Lost überleitet. Neben den interessanten Flashforwards ist es besonders die endgültige Trennung der Losties, die diese Folge so überaus wichtig macht.

48. The Incident: Ein sehr emotionales Finale mit viel Spannung, Action und Dramatik (auch wenn die Meinungsänderungen noch immer nerven). Noch dazu vielen Szenen, die dazu beitragen, Lost besser zu verstehen. Dennoch hat dieses Finale das gleiche Problem, was in "Follow The Leader" begonnen wurde, zwei Handlungsstränge, die einfach nicht zueinander passen. Genauer gesagt ist der Handlungsstrang mit Jughead für den Rewatch zum Scheitern verurteilt, da er komplett überflüssig wird. Weder die Alternativwelt in Staffel 6 noch irgendetwas anderes in der Inselhandlung von Staffel 6 hätte sich geändert, wenn alle Losties gleich in 2007 gelandet wären. Das macht einen großen Teil von Staffel 5 genauso überflüssig wie die Oceanic 6 Handlung. Auch wenn es mir nicht gefallen hätte, aber die ganze Jughead-Story hätte nur Sinn gehabt, wenn auch wirklich eine Änderung der Zeitlinie funktioniert hätte. Mit der Jacob-Geschichte in Staffel 6 wird jedoch alles ignoriert, weswegen diese Storyline überhaupt erst vorkam. Sicherlich ist die große Ironie und das wirklich Geniale, das Paradoxon, dass die Losties ihren Flugzeugabsturz selbst ausgelöst haben, obwohl sie das nur hätten tun können, weil sie abgestürzt ist. Der Haken daran, sie alle wurden von Jacob zur Insel geführt, was auch diesen Fakt ad absurdum führt.
Somit ist die einzige wichtige Handlung für Staffel 6 die Ermordung Jacobs und das ist mit weitem Abstand der beste und großartigste Moment dieses Finales. Denn Jacob ist die widerlichste Figur von Lost, der aufgrund von Selbstüberschätzung und mangelnder Fähigkeit die Insel zu beschützen, tausenden von Leuten den Tod gebracht hat und sich trotzdem als das Überwesen schlechthin aufspielt. Es ist wirklich großartig jetzt im Rewatch zu sehen, dass ausgerechnet meine Lieblingsfigur ihn ins Jenseits befördert.

49. All The Best Cowboys Have Daddy Issues: Wow, eine der wenigen temporeichen Folgen der ersten Staffel. Die Suche nach Claire und Charlie ist sehr spannend und findet seinen Höhepunkt, zum einen in der dramatischen Rettung Charlies, zum anderen durch das Finden der Hatch. Noch dazu kommen interessante Flashbacks, in denen es Jack endlich schafft, sich gegen seinen Vater durchzusetzen.

50. Solitary: Lost wird mysteriöser und unheimlicher, besonders die Endszene sticht dabei hervor. Noch dazu ist der Kontrast sehr interessant: Während Sayid Rousseau findet und von ihr gefoltert wird, spielen die übrigen Losties Golf.

51. The Lighthouse: Eine wirklich gute Folge mit interessanten Entwicklungen. Die Reise von Hurley und Jack zu dem Leuchtturm ist wunderbar nostalgisch, die Ereignisse dort werfen ein neues Licht auf Jacob, die seine Niederträchtigkeit unterstreicht. Noch dazu fand ich die kranken Szenen in Claires Zelt richtig gut, da sie der Serie einen leicht psychpathischen Ansatz verleihen. Leider sind das die einzigen guten Claire-Szenen dieser Staffel. Die Alternativwelt-Szenen gehören jedoch wiedermal zu den 90%.

52. The Substitute: Diese Folge legt die Thematik für die gesamte Staffel fest, etwas, was die ersten drei Folgen versäumt haben. Mit den Kandidaten und dem Plan Flockes mit den restlich verbliebenen zu fliehen, ist die Richtung der Staffel vorgegeben (wenn sie auch oft äußerst plump erzählt wird). Zudem wird Locke endlich beerdigt und findet seinen Frieden auf der Insel.
Dennoch gibt es wieder einige negative Aspekte. Hier wird die Figur Richard Alpert entmystifiziert und wurde zu eine der von mir am wenigsten gemochten Figuren dieser Staffel. Noch dazu wirkt die ganze Sache mit dem jungen Jacob völlig deplatziert. Und so wunderbar die Szenen in der Zwischenwelt sind, sie gehören zu den 90%.

53. Everybody Loves Hugo: Endlich ist Tempo in der Staffel, endlich passiert etwas wirklich Wichtiges. Auch wenn ich die Folge gut finde, gibt es dann leider doch einige Dinge, die zu erzwungen wirken. Das wäre zunächst Ilanas sinnfreier Tod, der diesen Charakter irgendwie sinnlos erscheinen lässt; da ist die eher gezwungene Vereinigung der Flocke- und Jacob-Gruppe; Desmonds Brunnensturz und die mehr als dürftige Antwort auf die Whispers. Die Nach-Tod-Welt ist erfrischenderweise wieder wichtig und macht vielleicht 2% an dem aus, was an diesem Szenario wichtig ist.

54. Left Behind: Wenn ich das richtig sehe, ist dies die einzige gute Kate-Folge von Lost, eigentlich eine erschreckende Bilanz für einen der Hauptcharaktere. Diese Folge schafft es jedoch gekonnt der Auftakt für das letzte grandiose Drittel der Staffel zu sein. Smokey ist zurück, Juliet und Kate aneinandergekettet gibt einige denkwürdige Dialoge und Action und wir sehen wie Hurley versucht, aus Sawyer eine Führungspersönlichkeit zu formen. Leider sind wieder die Flashbacks der langweiligste Part, auch wenn sie um Längen besser sind als Kates Hochzeit.

55. Follow The Leader: An der Folge ist an sich nichts falsch. Der Spannungsaufbau stimmt und das sowohl in dem Handlungsstrang um Flocke, Ben und Richard, sowie derjenige in der Dharma-Zeit. Auch wenn die Unlogikkeiten in der Dharma-Handlung noch immer groß sind, spätestens jetzt stören sie nicht mehr. Dennoch gibt es eine große Schwäche, denn die ganze Geschichte mit Samuel und Jacob, die hier aufgebaut wird, und dem Versuch der Losties, die Zukunft zu verändern, passt überhaupt nicht zusammen. Tatsächlich ist nur der Storyablauf um Flocke herum wirklich relevant für Staffel 6, während der Versuch die Zeitlinie zu ändern, nur ein billiger Versuch ist Spannung zu erzeugen, die zu Beginn der Staffel wieder komplett fallengelassen wird.

56. Par Avion: Die letzte Claire zentrierte Folge hat sicherlich einen der nutzlosesten Hauptplots. Dennoch halte ich ihn nicht für gänzlich sinnlos, da ehrlich gesagt jeder Versuch eines Charakters, irgendwie Rettung zu finden, den Realismus der Show wenigstens etwas beibehält. Zusätzlich sind die Claire-Flashbacks sogar interessanter als ihr erster, auch wenn die Verwandtschaftsbeziehung zu Jack gezwungen wirkt.
Genial, und das ist der große Pluspunkt dieser Folge, ist die Wanderung der übrigen Losties zu den Baracken. Zum ersten Mal ist der Sonarzaun zu sehen, Mikhail "stirbt" seinen ersten Scheintod und das alles mündet in einen der krassesten Cliffhanger mit dem footballspielenden Jack.

57. Not In Portland: Diese ist mit Sicherheit die actionreichste Folge der ersten Hälfte der 3. Staffel und bringt zumindest die Hydra-Handlung zu einem vorzeitigen (wenn auch leider nicht endgültigen) Ende. Juliets Flashbacks sind zumindest interessant, auch wenn sie den Effekt des erstmaligen Sehens verloren haben. Spannungsgeladen ist die Flucht von Kate und Sawyer inszeniert. Und zum ersten Mal ist Richard Alpert, Room 23 und Aldo zu sehen. Die Gefühlsduselei ist jedoch etwas störend, wenn auch längst nicht in so extremen Ausmaße wie in der letzten Folge.

58. The Glass Ballerina: Von den drei (viel zu lang gestreckten) Auftaktfolgen der 3. Staffel ist diese meiner Meinung nach die beste, obwohl sie ironischerweise als zentrales Thema, den furchtbaren Segelboot-Plot hat. Dennoch sind gerade diese Szenen zehnmal interessanter als im Staffel 2 Finale, weil der Plot erst jetzt eine Handlung bekommt. Ich finde die gesamte Auseinandersetzung mit den Others auf der Elisabeth äußerst spannend aufgebaut und in Szene gesetzt. Selbst die Flashbacks sind nicht überflüssig, im Gegenteil sie sind sogar äußerst interessant und aufschlussreich.
Auch die Hydra-Szenen finde ich fast alle klasse, besser als das Hingehalte der ersten Folge. Sawyers kleiner Aufstand, selbst sein Kuss mit Kate, alles Szenen, die mir gefallen haben. Und richtig genial finde ich das Ende, als Benjamin Linus sich offiziell Jack vorstellt und ihm das Baseballspiel zeigt. Einzig das Strecken des Anfanges von Staffel 3 nervt, da noch immer nicht klar ist, was nach der Hatch-Implosion passiert ist.

59. The Whole Truth: Ich würde die Folge deutlich höher bewerten, wenn die Ji Yeon-Geschichte, die hier beginnt, nicht massiv die gesamte Jin-Sun-Beziehung stören würde. Die Tatsache, dass beide einen tragischen Tod sterben werden, wird abgewertet dadurch, dass sie in dem Moment kein bisschen an ihr Kind denken. Daher halte ich Ji Yeon für einen komplett überflüssigen Charakter, weshalb alle Folgen, die sich darauf beziehen, einen faden Beigeschmack haben.
Dennoch haben wir es hier wiederum mit einer starken Folge zu tun. Ben hat einige sehr interessante Dialoge und die Reise von Sayid, Ana-Lucia und Charlie ist passend dazu ein interessanter Trip in den Dschungel. Sein Schlusssatz mit "You got any milk?" dürfte der Moment sein, ab dem dieser Charakter für mich endgültig den Status eines Lieblingscharakters erreicht hatte.

60. S.O.S.: Eine sehr ruhige Folge, die nichtsdestotrotz gut ist. Das Rose und Bernard im Mittelpunkt stehen, ist in meinen Augen unglaublich gut gelungen, denn endlich lernen wir die beiden näher kennen. Noch dazu bemüht sich erstmals seit der Sache mit dem Floß wieder jemand um Rettung. Noch dazu ist die Beziehung und die Hintergrundgeschichte der beiden so wunderbar erzählt, dass ich es gar nicht schlecht finden kann.
Deshalb verkommt auch die Nebenhandlung mit Bens Gefangennahme und Lockes Zweifeln zur Nebensache, obwohl auch diese Szene zu überzeugen wissen, besonders Bens Grinsen als Locke verzweifelt gegen die Tür hämmert. Es ist schon fast paradox, dass die einzigen Szenen, die die Handlung wirklich weiterbringen - die Wanderung von Jack und Kate, um Walt zurückzubringen - am meisten nerven.

61. Outlaws: Würde mich jemand fragen wie das typische Staffel 1 Flair aussieht, ich würde ihm diese Folge zeigen. In späteren Staffeln würde diese Folge womöglich als belangloser Lückenfüller degradiert werden, der die Story um nullkommanull vorbringt. Stattdessen ist es eine hervorragend geschriebene, ruhige Folge mit großartigen Dialogen (Sawyer-Kate, Sawyer-Christian, Sawyer-Jack), interessanten Flashbacks (die Sawyer tatsächlich einmal nicht als großen Con-Man darstellen) und mit einem Subplot, der zwar durchaus ernst ist, aber auch seine lustigen Momente hat. Der ganzen Folge wohnt somit ein besonderer Zauber inne, der die 1. Staffel von Lost ausmacht.

62. Tricia Tanaka Is Dead: Genau genommen ist diese Folge ähnlich nutzlos wie die letzte. Die Story kommt nur in der allerletzten Szene voran. Dennoch kann man diese Folge nur gut finden, weil sie die lustigste der ganzen Serie ist. Selbst die Flashbacks, die auch nichts wirklich Neues oder Interessantes bieten, sind aufgrund ihres unterschwelligen Humors, eine Freude anzuschauen.
Sei es Sawyers Frauentips für Jin, Sawyers Skeletor-Witz, Hurleys Ausbruch gegenüber Sawyer, die Szene als Hurley allen am Strand von dem Auto erzählt und nur Jin übrig bleibt oder auch die Spritztour am Ende, fast immer gibt es etwas zu lachen oder zu schmunzeln. Und dann schafft es die Folge auch noch, dass der Dharma-VW-Bus tatsächlich noch eine wichtige Rolle spielt und wir bereits hier Bens Vater kennenlernen.

63. Raised By Another: Begann mit Solitary der mysteriöse Teil von Lost erst so richtig, so war das die Folge der spannenden WTF-Enden. Ethan als Other-Spion ist für mich auch heute noch der Moment ab dem ich wusste, Lost wird richtig gut. Insgesamt hat bei mir die Begeisterung für diese Episode etwas abgenommen, da Aaron letztendlich doch ziemlich unnütz für die Story. Nichtsdestrotrotz, und besonders wegen der (hier wirklich einmal) guten Darstellung der Claire-Charlie-Beziehung, für mich eine tolle Folge.

64. LA X: Der Start in die 6. Staffel ist durchaus gelungen. Die Losties landen direkt im Jahr 2007 und noch in der gleichen Folge kommt das erste Mal der Tempel vor. Und auch Flockes Ziel für die ganze Staffel wird sofort benannt, gleich nachdem er endgültig als Smokey identifiziert wurde. Lediglich das "dritte" Ableben von Juliet stört den ganzen Ablauf.
Dennoch ist diese Folge, wie alle der 6. Staffel, schwächer im Gesamteindruck. Das liegt daran, dass die Autoren dem Zuschauer eine Nebenhandlung zeigen, welche beim ersten Sehen selbst dem akribischsten Lost-Theoretiker drei große Fragezeichen aufgegeben hat und die bei einem Rewatch zu 90% überflüssig ist.

65. Adrift: Eine gute Folge, die den Cliffhanger mit Walts Entführung und der Sprengung des Flosses weiterführt. Sie ist jedoch nicht ganz so gut wie die erste Folge. Anstatt in ihrer nahezu ausweglosen Lage zusammenzuarbeiten, streiten sich Michael und Sawyer lieber darüber, wer nun die Schuld hat an Walts Entführung. Die Flashbacks von Michael sind nahezu überflüssig, da sie nur das komprimiert wiederholen, was auch sein erster Flashback gezeigt hat. Spannender ist da schon die Begegnung zwischen Desmond und Locke, auch wenn der Part etwas redundant wirkt und am Ende kein Stück weiter vorwärts kommt als in der ersten Folge. Das Ende, als die Rafties meinen den Others gegenüberzustehen, ist ein genialer Cliffhanger.

66. ... In Translation: Eine Folge, die verstärkt den Fokus auf die zwischenmenschlichen Konflikte der Losties legt und das glaubwürdiger schafft als "Confidence Man". Ich fand es schon immer toll, dass mit dieser Folge der bis dahin eher passiv und versteckt aggressiv auftretende Jin in ein völlig anderes Licht gerückt wird. Allein die Unterhaltung mit seinem Vater (wohl mit Abstand der beste Vater eines Losties) ist eines der Höhepunkte der Staffel-1-Flashbacks.

67. Homecoming: Die Inselhandlung ist nach wie vor eine der besten in Staffel 1, zum einen durch Claires Rückkehr, zum anderen durch die Bedrohung die Ethan auf das ganze Camp ausübt. Andererseits deutet Lost hier bereits an, dass Antworten nur sehr ungern gegeben werden: Claire hat Amnesie und Ethan wird sofort nach seiner Gefangennahme erschossen, weswegen ein wichtiger Handlungsstrang eine weitere Staffel lang unbeantwortet bleibt. Außerdem werten die langweiligen Flashbacks von Charlie die Folge enorm ab, da sie an völlig unpassenden Stellen die Dynamik dieser Folge bremsen.

68. Hearts And Minds: Abgesehen von den Flashbacks, in denen nur Boones Naivität unterstrichen wird, eine recht gute Folge. Boones Drogentrip, in der er Shannon sterben sieht, ist interessant und sehr wichtig, da er das zentrale Thema von Lost anschneidet, "Time to let go." Noch dazu wirkt Locke unheimlicher und mysteriöser als je zuvor. Und das Fischen von Jin und Hurley ist einer der bis hierhin lustigsten Subplots.

69. Dave: Nur ganz knapp eine gute Folge. Eigentlich ist sie recht überflüssig, da sie nur eine Theorieausschlussfolge ist. Dennoch überzeugen die Momente mit Hurley und sorgen entweder für einen Lacher oder man hat als Zuschauer einfach nur Mitleid mit dem armen Kerl. Die Szenen in der Swan sind auch nicht mehr ganz so stark wie in den vorhergehenden Folgen, Sayid tötet fast Ben erscheint beinahe unlogisch, doch das reißt die Szene heraus, in der Ben Locke gesteht, er habe die Zahlen nie eingegeben.

70. The Other Woman: Die Folge ist auf keinen Fall schlecht, hat jedoch leider Züge von "Stranger In A Strange Land." Viel zu viele Dinge in dieser Folge kommen erstmalig vor und danach nie wieder. Sei es Harper Stanhope, die sich perfekt in die Reihe der Others einreiht, die höchstens für eine Folge hervorgehoben werden und danach im Nichts verschwinden; die seltsame Dharma-Station "The Tempest"; Bens Juliet-Obsession und allgemein die gesamte Operation dieser Folge, die bald komplett von allen Beteiligten totgeschwiegen wird. Außerdem ist der Flashback reichlich uninteressant, da die Juliet-Goodwin-Ben-Beziehung nichts Neues zeigt.
Tatsächlich ist das Beste an dieser Folge, Bens Befreiung aus seiner Gefangenschaft und die Enthüllung, dass Charles Widmore der Frachter gehört. Alles in allem noch eine gute Folge, aber mit reichlich viel Inhalt, der für die weitere Handlung keinerlei Relevanz hat.

71. D.O.C.: Eine der wenigen Folgen, die nach dem erneuten Schauen deutlich abgewertet werden. Das liegt wie schon bei der letzten Sun-Folge daran, dass der Ji-Yeon-Plot letztendlich ziemlich sinnlos ist und die Jin-Sun-Beziehung in Staffel 6 nicht funktionieren lässt. Zu wissen, dass Jin ihr Vater ist, obwohl er sie nie sehen wird, ist somit nicht groß von Nutzen. Gerade dieser Plot ist aber die Haupthandlung. Auch die Flashbacks sind ziemlich nutzlos, aber wenigstens gut gemacht, immerhin taucht Jins lieber Vater wieder auf.
Definitiv punkten kann die Folge mit der Handlung um Naomi. Die überraschende Rückkehr von Mikhail und die erstaunliche Enthüllung, dass eigentlich alle Passagiere von Flug 815 tot gefunden worden sind, sind die Höhepunkte einer gerade so noch guten Folge.

Durchschnitt

72. Confidence Man: Auch wenn die Vergangenheit und das Wesen Sawyers sehr interessant und facettenreich sind, finde ich diese Folge nach wie vor als höchstens durchschnittlich. Die Folterung Sawyers wirkt insgesamt zu abgefahren und die Erdnussbutterszene ist der bis hierhin kitschigste und nervigste Subplot von Lost.

73. Live Together, Die Alone: Ich werde das Finale wohl niemals so sehr mögen wie andere, die es sogar als Höhepunkt von Lost ansehen. Die Enttäuschung überwiegt dabei einfach, auch wenn das Finale wirklich großartige Szenen zu bieten hat. Es ist im Prinzip ein beständiges, teilweise paradoxes Wechselspiel. So ist jeder einzelne Desmond-Flashback eine großartige Szene. Auf der anderen Seite passen sie nicht zu seinem Verhalten Anfang der Staffel. Da wird großartig gezeigt, wie Desmond die Zahlen nicht eingibt und deshalb Oceanic 815 abstürzt. Dumm bloß, dass diese Szene der ganzen Gegenwartshandlung ihre Spannung nimmt. Wir sehen Desmonds berührende Szene, als er "Our Mutual Friend" lesen will und Pennys Brief findet. Gleichzeitig denke ich daran zurück, dass am Anfang der Staffel Desmond dieses Buch gar nicht zu interessieren schien.
Auf der anderen Seite sind noch die Nebenhandlungen mit Michael, der Jack, Kate, Sawyer und Hurley zu den Others führt, sowie Sayid, der sie unterstützen will. Nun, Michaels Plan erwies sich schon letzte Folge als äußerst schlecht umgesetzt, hat hier aber unfassbarerweise Erfolg. Der Segelboot-Plan ist so derart an den Haaren herbeigezogen und wenig durchdacht, dass ich zu keiner Sekunde gezweifelt habe, das er scheitert.
So wirkt alles zu holprig in diesem Finale und deswegen überwiegt die Enttäuschung. Der Fail-Safe-Key wird sehr billig in die Handlung geworfen und wirkt wie eine Verzweiflung seitens der Autoren, da sie keine Ahnung mehr hatten wo das mit den Zahlen noch hinführen sollte. Am besten Moment des Finales, als Desmond den Schlüssel dreht, kommen statt dem Lost-Logo noch einige unspektakuläre Minuten, in denen selbst Ben mich nicht überzeugen kann. Und dann endet die Handlung mit den Losties ausgerechnet bei Claire und Charlie. Letzterer begegnet der ganzen Sache mit einer solch unfassbaren Ignoranz, dass ich mich frage, ob die Lost-Autoren sich an dieser Stelle über die Zuschauer lustig machen wollten. Und schließlich folgt noch einer der nichtssagendsten Cliffhanger der gesamten Serie, der tatsächlich erst nach zwei Staffeln wieder aufgegriffen wird. Alles in allem kein lostwürdiges Finale!

74. The 23rd Psalm: Eine Episode mit zwei Seiten. Ekos Geschichte, seine Begegnung mit Smokey und sein Verhalten bei der Beechcraft sind mit Sicherheit großartige Momente; dem gegenüber steht aber ein nerviger Charlie bei der Wanderung zu dem Flugzeug und Claires doch sehr zickiges Verhalten. Leider übertüncht gerade Letzteres die sonst gute Episode und deutet bereits die schlechteste Lost-Folge überhaupt an. Auch muss ich sagen ist mir als Atheist, die Folge zu religiös angehaucht. Schade, denn sonst wäre das Lost-Tief der 2. Staffel definitiv schon hier überwunden gewesen.

75. Tabula Rasa: Mir gefiel diese Folge erstaunlich gut, auch wenn sie recht seicht nach dem Piloten daherkommt, doch immerhin beginnt sie die Tradition der Centrics. Kate hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, da sie bereits im zweiten Teil des Piloten schon stark im Mittelpunkt stand, andererseits wirkt diese Folge nicht so stark wie eine Kate-Centric.

76. House Of The Rising Sun: Noch immer bleibe ich bei der Meinung das ist bestenfalls eine durchschnittliche Folge. Das Sun im Mittelpunkt steht ist mir immer noch zu seltsam, Jins Angriff kommt zu plötzlich (wieso klaut er Michael nicht einfach die Uhr, wenn er schläft?) und die asiatische Musik in den Flashbacks ist zu aufdringlich. Auch der Rest der Folge hat eher einen ruhigen Grundton und wirkt daher wenig mitreißend.

77. Ji Yeon: Wie ich schon einmal angedeutet habe, Ji Yeon ist der große Fehler der Sun-Jin-Handlung. Somit wird gerade diese Folge noch stärker abgewertet als ohnehin schon. Sie mag vielleicht beim ersten Sehen den netten Überraschungseffekt haben, dass Flashforward und Flashback gemischt sind, doch das ist wie gesagt nur ein Erstseherbonus. Ansonsten schleppt sich die Handlung auf der Insel extrem langsam voran und gerät fast zum Stillstand, ein Ärgernis fast aller Jin- und Sun-Folgen. Dadurch, dass Ji Yeon einer der unwichtigsten Charaktere ist und die ganze Sun- und Jin-Handlung massiv stört, ist auch der Rest beim erneuten Sehen eher nervend. Nur die Handlung auf dem Frachter kann noch einiges retten, obwohl die Enthüllung Michael als Frachterspion auch nicht wirklich spektakulär ist.

78. 316: Der Fachterminus ist "Jumping the Shark", der Moment an dem eine Serie einen gewissen Punkt überschritten hat und seine Perfektion verliert, sodass sie durchschnittlich bis mäßig oder sogar katastrophal zu Ende geht. Mein "Jumping the Shark" für Lost ist eindeutig diese Folge. Bis hierhin empfand ich Lost als perfekte Serie (trotz einer mittelmäßigen 2. Staffel) und hätte sie sogar später als meine Lieblingsserie bezeichnet. Doch mit "316" wird ein Punkt überschritten, an dem ich Lost zwar definitiv noch mochte und auch genial fand, aber der Zauber, besonders von Staffel 3 und 4 war endgültig verflogen und kehrte bis zum Ende der Serie bei mir auch nie wieder zurück.
Das hat viele Gründe. Zum einen wird das Potential der grandiosen Vorfolge fast komplett verschenkt. Nach der Pilot-Retro-Szene fängt die Folge wieder bei Miss Hawking und den Personen an, die in ihrer Kirche sind und alles wird mit nehmt den und den Flug erklärt. Als ob das nicht genug wäre an Ernüchterung wird eine total abstruse und selbst für Lost absolut lächerlicher Handlungsbogen eingebaut, wo Jack dem toten Locke die Schuhe seines Vaters anziehen muss. Bis heute habe ich null verstanden warum, denn Flocke deutet später nie an, dass er für seinen Gestaltwandel die Schuhe seines Vorgängers gebraucht hätte. Anstatt die Sendezeit der fast komplett off-island-Folge (und schon das ist für Lost eigentlich eine Sünde) mit sinnvollen Szenen auszufüllen, z. B. Sayids Bekanntschaft mit Ilana oder Kates Weggabe von Aaron (okay, das hätte Kate Jack auch einfach sagen können und ich hätte da nie im Leben noch nach einem Flashback gefragt), sehen wir Jack in völlig sinnfreien Szenen mit seinem Opa im Altersheim und in der Fleischerei, die offenbar Ben gehört. Die übriggebliebenen Oceanic 6 tauchen einfach so am Flughafen auf, was einfach nur irritierend ist und die Legitimation für zwei weitere furchtbare Flashback-Folgen, die wie oben angedeutet einfach hätten umgehen werden können. Der Punkt an dem aber der Hai dann wirklich übersprungen wurde, war der Flash aus dem Flugzeug, der Jack, Kate und Hurley zielgenau 1977 auf der Insel absetzt, nahezu völlig unverletzt, obwohl sie vorher mehrere tausend Meter über dem Erdboden gewesen sind. Und zur Krönung wird dann auch der furchtbarste Handlungsstrang der letzten zwei Staffeln eingeführt.
Ich würde die Folge dennoch nicht als schlecht bezeichnen, denn sie hat auch viele gute Momente wie Ben, Bens Sprüche oder Ben, der zusammengeschlagen mit Jack telefoniert und natürlich Frank. Leider reicht das alles nicht aus, um über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass mit dieser Folge Lost die Perfektion für immer verloren hat.

79. Collision: Zwiegespalten, die Folge hat sehr gute Momente, jedes Zusammentreffen der Losties mit den Tailies wäre da hier zu nennen, wobei besonders Rose und Bernard herausstechen. Dann gibt es aber auch die uninteressanten Aspekte dieser Folge, das wäre Ana-Lucias Hintergrundgeschichte als rachsüchtiger Cop. Und zu guter letzt ist da noch der inkonsistente Teil. Zunächst hält Ana-Lucia Sayid und ihre Mitgestrandeten psychomäßig als Gefangene, später plaudert sie Sayid gegenüber den wohl schlimmsten Moment ihres Lebens aus und lässt ihn plötzlich laufen. Außerdem ist eine zweite Ana-Lucia zentrierte Folge nacheinander doch etwas viel (in "The Other 48 Days" war sie in nahezu jeder Szene dabei).

80. The Greater Good: Verschenkt! Diese Folge hätte dank ihrer Vorgänger das Potential gehabt eine richtig gute zu werden, doch da gibt es einige Dinge, wegen denen es nicht so ist. Völlig unverständlicherweise steht Sayid mit einem nichtssagenden Flashback im Mittelpunkt (und es wird noch schlimmer, wenn ich bedenke das Shannons Flashbacks aus "Abandoned" mit dem  Tod ihres Vater perfekt gepasst hätten); Locke kehrt einfach an den Strand zurück und erzählt die Wahrheit mit dem Flugzeug, anstatt das eine spannende Suche nach ihm organisiert wird; Shannon wird plötzlich zu einer eiskalten Mörderin (sie hätte Locke wirklich erschossen!!!) und verfügt scheinbar über Hellseher- und Schleichfähigkeiten. Noch dazu wirkt alles zu ruhig, zu unaufgeregt nach der Action und Dramaturgie der Vorfolge. Deshalb ist die Folge meiner Meinung nach bestenfalls Durchschnitt.

81. Further Instructions: Drei Folgen dauert es, um zu erfahren was mit Desmond, Locke und Eko nach der Swan-Implosion passierte. Leider gibt es nur sehr enttäuschende Antworten, genauer gesagt fast gar keine, außer der Tatsache, dass alle drei überlebt haben und Desmond hellsehen kann. Auch einige andere Aspekte wirken unbeholfen, z. B. die Tatsache, dass Locke einfach so ins Camp zurückkehrt, wo scheinbar keiner auf die Idee gekommen ist, nach ihm oder den anderen beiden zu suchen. Lockes Flashbacks sind unglaublich langweilig und unnütz, sie erreichen nie die Qualität früherer Locke-Flashbacks. Noch dazu wirkt die Rettung von Mr. Eko wie ein Lückenfüller, da er schon zwei Folgen später stirbt.
Auf der anderen Seite gibt es dennoch positive Aspekte. Lockes Traum ist sehr stark inszeniert, Charlies Sprüche sind seine besten bisher und die Suche nach Mr. Eko hat eine bedrohliche und spannungsgeladene Atmosphäre. Selbst die Einführung von Nikki und Paulo ist meiner Meinung nach ein Pluspunkt dieser Folge.

82. Special: Insgesamt eine Folge, die sehr unbeholfen daherkommt. Michaels "Walt"-Rufen und seine fast schon irrationalen Aggressionen gegen Locke lassen diesen Charakter äußerst unsympathisch erscheinen. Hinzu kommen Flashbacks, die erst zum Ende hin einigermaßen interessant werden und ein schlecht animierter Eisbär, der deshalb eher wenig bedrohlich wirkt. Wirklich wichtige Aspekte kommen nur äußerst kurz vor: Michaels Idee ein Floß zu bauen und Claires Rückkehr. Da Walts "Special"-Geschichte nie wirklich zufriedenstellend erklärt wurde, bleibt hinter dieser Folge auf ewig ein großes Fragezeichen.

83. The Moth: Dieses Mal hat mir die Folge besser gefallen als beim letzten Rewatch, dennoch ist sie höchstens unterer Durchschnitt. Die Nachtfalter-Symbolik ist dafür einfach zu offensichtlich eingesetzt, Jacks Verschutt in der Höhle der erste von vielen überflüssigen Lückenfüllern und Charlies Verhalten größtenteils zu nervig. 

Mäßig

84. The Variable: Dans Lebensgeschichte ist tragisch, das halte ich der Folge zugute. Dennoch hat auch diese Folge zu viele Schwächen, wie jede der Dharma-Folgen. Wieso Dan plötzlich auf die verrückte Idee kommt doch die Zukunft ändern zu können? Keine Ahnung. Warum Sawyer und Co. keinen vernünftigen Weg finden ihre Dharma-Zeit zu beenden? Ich denke, weil es das Script so will, dass sie eine dreijährige Lebensgrundlage und Absicherung fahrlässig und naiv aufs Spiel setzen. Was sollten die Desmond-Szenen? Offenbar nicht den Charakter aus der Serie nehmen, doch genau das wird hier impliziert. Und dann ist es eine Folge, die einen der letztlich sinnlosesten Handlungsstränge beginnt.

85. Everybody Hates Hugo: Eine bestenfalls mäßige Folge und das wird bereits schon zu Beginn unterstrichen, als Hurley, der noch vor drei Folgen große Panik vor den Zahlen hatte, diese jetzt gelangweilt in den Computer eingibt. Auch der Rest der Folge überzeugt nur selten. Der Grundkonflikt mit dem Verteilen der Swan-Lebensmittel ist äußerst hanebüchen und schon fast unrealistisch geschrieben, eine typische Staffel-2-Lückenfüllerhandlung und die Flashbacks ähnlich an den Haaren herbeigezogen (wer würde ernsthaft seinen besten Freund links liegenlassen, nur weil dieser im Lotto gewonnen hat?). Dagegen sind die drei anderen Nebenhandlungsstränge etwas besser (mit Ausnahme vielleicht der Flaschenpost), besonders die Erkundung der Swan; die Szenen mit den Tailies dagegen sind nur dann ertragbar, wenn Ana-Lucia sich ausnahmsweise nicht wie eine Verrückte verhält. Highlight ist jedoch eindeutig der Schluss der Folge, als Bernard erfährt, dass Rose noch am Leben ist.

86. Sundown: Zweifelsohne hat diese Folge einen Aufbau mit Spannung, der schließlich in einer Katastrophe endet, dem Tempel-Massaker, welches sehr gut in Szene gesetzt ist. Dennoch gibt es zwei ganz große Kritikpunkte an dieser Folge. Zum einen verstehe ich nicht was letztendlich der Tempel-Plot sollte, da er schnell abgehandelt worden ist, nahezu jeder Lostie, der dort war, schnell wieder das Weite gesucht und noch dazu kaum Antworten geliefert hat. Ich bin der Meinung der Tempel wäre als zentrale Ausgangsbasis für den Kampf gegen Smokey viel besser gewesen als diese katastrophale Widmore-Crew, die den zweiten Teil dieser Staffel gründlich versauen wird. Zum zweiten ist Sayids Werdegang für diese Staffel mir ein absolutes Rätsel. Hier vollzieht er eine, meiner Meinung nach längst überfällige Charakterwandlung, nur um dann äußerst lächerlich kurz vor Schluss wieder zu den Guten zu gehören. Das ist äußert schlecht geschrieben. Noch dazu ist die Alternativwelt wieder unglaublich überflüssig.

87. A Tale Of Two Cities: Ganze fünf Minuten der Folge sind genial, der Opener ist zwar nicht ganz so gut wie der der 2. Staffel, aber dennoch ein sehr überraschender und gelungener Auftakt. Danach folgt leider fast 35 Minuten Langeweile. Es wird beantwortet, was mit Jack, Kate und Sawyer nach ihrer Gefangenschaft passiert ist, aber auch wirklich nur das. Statt Antworten zu bekommen, was die Others mit ihnen vorhaben, sehen wir nahezu jeden der drei nur, wie sie versuchen, an Essen zu kommen. Auch Jacks kurzer Ausbruch ist kein Geniestreich des Drehbuchs. Außerdem kommen noch unfassbar langweilige Szenen aus Jacks Vergangenheit dazu, die das Ende seiner Ehe thematisieren.

88. The Last Recruit: Ganz im Gegensatz zum Rest der Staffel 6 wirkt diese Folge fast zu gehetzt und zu konstruiert. Nach wie vor verstehe ich nicht das Konzept, dass man auf Flockes Seite ist, wenn man bloß mit ihm redet, aber trotzdem jeder der einzelnen Kandidaten offenbar sein eigenes Ding gegen den Willen von Flocke durchzieht. Dazu kommt die extrem enttäuschende Auflösung der Sickness, denn sowohl Claire als auch Sayid stellen sich durch lächerlich einfache Überzeugung wieder auf die Seiten der Losties und gegen Flocke. Und auch die Sun-Jin-Wiedervereinigung wirkt eher unfreiwillig komisch inmitten einer Reihe von unbeteiligten Zuschauern, die kurz vor einem Konflikt stehen und dem Sonar-Zaun, bei dem wohl jeder dachte, wie lustig es gewesen wäre, wenn dieser plötzlich wieder angegangen wäre. Die Nach-Tod-Welt bietet noch dazu null neue Erkenntnisse und gehört somit wieder zu den enttäuschenden 90%.

89. Some Like It Hoth: Eine der langweiligsten Folgen von Lost. Auch wenn hier nichts so katastrophal ist wie an den Dharma-Folgen vor "Dead Is Dead", kann ich mich dennoch nicht begeistern. Dafür ist die Idee Miles' Lebensgeschichte zu erzählen einfach viel zu uninteressant, da es kaum einen Zuschauer zu dem Punkt noch interessiert hat. Noch dazu halten es die Autoren noch immer für nötig, den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Das beweist die Szene mit Roger in der Krankenstation und die fast schon abstrus lächerliche Geheimhaltung der Dharma Initiative beim Bau der Swan.

90. Something Nice Back Home: Eine katastrophal falsch platzierte Folge. Ich denke am Anfang dieser Staffel oder direkt nach "Ji Yeon" hätte ich hier sogar ein gut geben können. Leider wird jedoch der Spannungsbogen, der in "The Shape of Things To Come" so perfekt aufgebaut wurde, fast vollständig zerstört. Lediglich die Gruppe um Sawyer, Miles und Claire, die zum Strand zurückkehrt, deutet auf das Spektakel der Vorfolge hin. Allerdings, ohne das Gefühl der Bedrohung durch die Söldner wirklich mitnehmen zu können und das paradoxerweise, obwohl sie genau diese treffen und kurz davor sind, entdeckt zu werden. Wenigstens verschwindet am Ende mit Claire der nutzloseste Hauptcharakter der Serie, auch wenn ich nicht verstehe, weshalb sie angesichts des sonstigen Umgangs mit Hauptcharakteren, die sich nicht weiterentwickeln, nicht einfach rausgeschrieben wird.
Die Haupthandlung ist genauso ohne Spannung, da wir dank der furchtbar falschen Platzierung der Flashforwards sowieso wissen, dass Jack die Operation überleben wird. Der Aufbau einer Spannungskurve wirkt somit extrem gekünstelt. Und genauso ist Jacks Flashforward nur zur Hälfte interessant, aber er zeigt wenigstens noch wie er in die Tablettensucht getrieben wird.

91. Three Minutes: Da schafft es die Staffel innerhalb von acht Folgen, dass Lost wieder genial ist, hat dutzende großartige Momente und einen genialen Charakter eingeführt, nur um dann eine Folge vor dem Finale wieder auf das Niveau von "The Long Con" zurückzufallen. Was für eine Enttäuschung! Ich glaube diese Episode dürfte eine der schlecht geschriebensten der ganzen Serie sein. Es ist wirklich schwer zu entscheiden was langweiliger, unsinniger und unlogischer ist, Michaels Others Flashback oder die Handlung in der Gegenwart. Die Flashbacks jedenfalls sind genauer gesagt überflüssig, da man sich den Großteil davon denken konnte, spätestens in dem Moment als Michael auf Ana-Lucia schießt. Noch dazu sind sie äußerst schlecht in bereits bestehende Szenen geschnitten, allein die Begegnung von Jack und Co mit Mr. Friendly sticht hier extrem negativ heraus. Außerdem beginnt mit Miss Klugh die Tradition sinnfreier Others-Charaktere. Die einzige wirklich gute Szene ist die, als Michael Walt trifft und dabei hätte man es bewenden lassen sollen.
Bei der Gegenwartshandlung weiß ich nicht, ob ich Michaels Überredungskünste, warum ausgerechnet Hurley Sayid vorzuziehen ist, schlechter finden soll, oder die Tatsache, dass Jack, Kate und Sawyer tatsächlich auf ihn reinfallen. Die Dialoge dazu sind so unfassbar schlecht geschrieben, dass ich mich ernsthaft frage, ob das wirklich gelernte Drehbuchautoren sich ausgedacht haben. Trotzdem gibt es auch hier einige gute Szenen: Eko, der die Zahlen eintippt und die Beerdigung von Ana-Lucia und Libby. Letztere jedoch bloß bis zu dem Moment, indem Sun "boat" ruft und diese eigentlich tragische Szene schlagartig unfreiwillig komisch werden lässt. Was bin ich froh, dass Desmond dieser mittelmäßigen Staffel bald ein Ende setzen wird!

92. Abandoned: Ich musste laut lachen an einer Stelle, an der es bestimmt nicht so vorgesehen war, nämlich als die nackte Shannon den nassen Walt sieht, schreit und das Lost-Logo eingeblendet wird. Das sagt schon einiges über diese Folge aus, die ich ohne das schockierende Ende, wohl noch nicht einmal als mäßig einstufen würde. Seltsamerweise sehen wir jetzt (und nicht in "The Greater Good") Shannons ersten Flashback und gerade in dem Moment, als sie wirklich einmal nützlich zu sein scheint, fast schon sympathisch, schießt Ana-Lucia sie aus der Serie. Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht ganz. Der Rest der Folge plätschert gelangweilt vor sich hin, interessant sind nur Ana-Lucias Paranoia vor den Others und das Verschwinden von Cindy, im Gegensatz dazu sehen wir Locke als Babysitter und Charlie als der gekränkte Ehemann. Mit letzterer Storyline erreicht Lost ein erschreckend niedriges Niveau, welches ich nach dem starken Start der Staffel nie so erwartet hätte.

93. Across The Sea: Zugegeben ich verstehe den Zweck dieser Folge nicht wirklich. Wollte sie die Jacob-Smokey-Geschichte dem Zuschauer näherbringen? Wenn ja ist das gründlich misslungen, denn die wirkt so noch verworrener und im Vergleich zu späteren Folgen nicht wirklich stimmig. Wollte sie grundlegende Fragen beantworten? Oh nein, auf keinen Fall, fast jede Antwort ist so kryptisch gegeben, dass sie sich jeder Zuschauer selbst geben muss und das wäre auch ohne diese Folge gelungen. Oder sollte sie Smokey alias Samuel später Flocke für den Zuschauer sympathisch machen, damit jeder seine Beweggründe versteht? Wenn ja, warum wird er dann die letzten Folgen wieder so dargestellt wie die ganze 6. Staffel lang und wird im Finale als der große Feind, den es zu besiegen gilt, präsentiert? Genauer gesagt ohne diese Folge wäre Smokey doch wirklich als das Böse in Erinnerung geblieben, welches die Insel nicht verlassen darf.
Obwohl die Folge somit recht stimmig erzählt ist, sie passt nicht zum Rest der Serie. Die einzige wirkliche Antwort, nämlich wer Adam und Eva sind, ist katastrophal erklärt und ist ein Beweis dafür, dass die Autoren nie wirklich wussten, was sie mit ihren Mysteries eigentlich anfangen wollen. Genauer betrachtet ist fast jede Antwort, die die Autoren gegeben haben weit vom Niveau davon entfernt, wie Fragen aufgeworfen worden sind. Wobei ich persönlich auf jede einzelne Antwort hätte verzichten können, aber nicht auf eine, die die Autoren auch nur kryptisch andeuten: die Regeln! Darauf basiert die ganze Serie, das Handeln Jacobs und Smokeys. Zu verstehen wie das funktioniert wäre das mindeste gewesen, was hätte geklärt werden müssen! Andererseits ist die Tatsache, dass auch Jacob und Smokey nie wussten was mit der Insel war ein Sinnbild für jeden Zuschauer und auch die Autoren, die der Insel selbst ihre Bedeutung beigemessen haben, ohne zu wissen warum. Ein interessanter Ansatz, aber dabei sticht eine Tatsache, hier waren Autoren am Werk, die sich nur einzelne Dinge ausdenken konnten und wussten wie sie sie gut vermarkten. Beim Versuch das sinnvoll zu erklären, jedoch jämmerlich gescheitert sind.

Mies

94. Whatever The Case Maybe: Die erste miese Folge von Lost. Es wird eine Seite von Kate gezeigt, die völlig konträr zu ihrem bisherigen Verhalten steht und sie für den Rest der Serie äußerst unsympathisch, später sogar verachtenswert, werden lässt. Noch dazu ist sowohl der Bankraub als auch das Spielzeugflugzeug einer der übelsten Subplots in ganz Lost. Da selbst die Übersetzung von Rousseaus Anmerkungen durch Shannon sinnfrei bleibt (sieht man von der beginnenden Shannon-Sayid-Romanze ab), ist der wirklich einzig interessante Aspekt dieser Folge der Aufbau des neuen Strand-Camps. Insgesamt aber viel zu wenig, denn noch dazu werden die beiden Hauptplots der vorherigen Folge komplett unterbrochen.

95. ...And Found: Hier wird das große Problem deutlich, welches ich zum größten Teil mit Staffel 2 hatte: Langweilige Lückenfüller, wie Suns Suche nach ihrem Ehering, und Michaels Kurzsuche nach Walt, sind der Inhalt einer ganzen Folge. Die Hauptstory wird um keinen Millimeter nach vorne bewegt. Zusätzlich wird durch die Begegnung mit den Others ein weiteres Ärgernis dieser Staffel deutlich, Übermystifizierung. Wenn eher wenig spektakuläre Flashbacks schon fast das beste an einer Lost-Folge sind, so ist diese nicht weiter der Rede wert.

96. What Kate Did: Eine wirklich miese Folge, es gab (fast) nichts, was mich nicht entweder gelangweilt, genervt oder ungläubig zurückgelassen hätte. Wieder einmal steht Kates negative Seite im Vordergrund, sprich ihr egoistisches, kindisches Verhalten, sowohl in den Flashbacks als auch auf der Insel. Dann ist da noch Sayid, der irgendwelchen Unsinn bei Shannons Beerdigung vor sich hinstammelt. Und das eigentlich Interessante dieser Folge, das fehlende Filmstück des Swan-Orientationfilms, ist nach genauerer Betrachtung nur ein billiger, substanzloser Effekthascher.

97. The Hunting Party: "All The Best Cowboys Have Daddy Issues" war mit Sicherheit eine sehr gute Folge, um uns Jacks Let-Go-Probleme näherzubringen, genau eine Staffel später, wiederholen die Autoren nahezu exakt die gleiche Handlung. Wieder rennt Jack jemanden ohne Nachzudenken in den Dschungel hinterher, wieder mit Locke und wieder trifft er auf ein Other. Was ich damit sagen will: Hier an dieser Stelle habe ich beim ersten Sehen und auch jetzt wieder gemerkt, wie die Luft aus dieser Serie raus ist (bzw. war), redundantes Erzählen schien das Einzige zu sein, was den Autoren noch einfiel. Doch die ganze Folge, schlimm genug, dass sie billig kopiert zu sein scheint, ist auch noch schlecht gemacht. Jacks Flashbacks sind einfach nur ätzend, die Begegnung mit den Others ein weiterer sinnfreier Effekthascher, Kates Verhalten ist wieder einmal unerträglich und der Cliffhanger führt ins Nichts.

98. LaFleur: Grauenhaft! Ich glaube die einzigen gute Momente waren der Fünf-Sekunden-Blick auf die Statue und die Romanze zwischen Juliet und Sawyer. Ansonsten ist die Folge wirklich mies, was daran liegt, dass jetzt die Dharma-Handlung beginnt. Was ist an dieser so grauenhaft falsch? Eine Szene kann dafür stellvertretend herhalten: Horace Goodspeed, der Anführer, sprengt betrunken Bäume in die Luft und das genau an der Grenze zum Feindesterritorium; und das ist gleich die erste Szene von Dharma!!! Noch dazu kommt das schlechteste Schauspielen bei Lost, als Amy die Watte aus ihren Ohren zieht und zahlreiche andere Szenen, die definitiv nicht gut sind.

99. The Package: Eine weitere Folge, die nur dazu gemacht scheint, Sendezeit herauszuschinden, ehe das Ende kommt. Anders sind die teilweise abstrusen Dinge nicht zu erklären, die in dieser Folge passieren. So schafft es Widmores Team zwar jeden einzelnen von Flockes Anhängern auszuschalten, aber anstatt alle Kandidaten zu extrahieren nehmen sie nur Jin mit und machen die andere nicht einmal kampfunfähig. Dann ist da noch Suns Sprachverlust, welcher so derart unpassend daherkommt, dass ich auch nach wie vor daran keinen Gedanken verschwende. Am Ende der Folge hat sich nichts wirklich bewegt, außer das Desmond zurück ist. Und auch wenn die Szenen mit Keamy in der Nach-Tod-Welt teilweise amüsant sind, sie gehören wieder zu den 90%.

100. Recon: Ein gewaltiger Kontrast zur Vorfolge. Flockes Gruppe aus Tempelflüchtlingen, Kate, Zombie-Sayid, der hysterischen Claire und Jin ist im Vergleich zu der anderen Gruppe gewaltig uninteressant, teilweise nervig. Sawyers Mission eröffnet leider die Tür für die katastrophal misslungene Widmore-Rückkehr zur Insel mit einer Crew, die fürchterlich gecastet wurde. Nichts bewegt sich in der Folge oder ist irgendwie in einem Rewatch interessant. Auch die Szenen aus der Vorhimmel-Welt sind wieder einmal langweilig, außer das tatsächlich einmal eine wichtige Szene vorkommt, die ungefähr 1% ausmacht. Denn unglaublicherweise verrät der "Unsere kleine Farm"-Clip die Lösung dieses Alternativszenarios.

101. I Do: Eine furchtbare Folge. Damit endlich Bens Operation stattfinden kann, wird der Zuschauer noch eine ganze Folge lang mit einer ständig heulenden Kate genervt, deren hohe Stimme allein schon unerträglich ist. Noch dazu kommen die zweitschlechtesten Flashbacks der gesamten Serie. Ich weiß nicht was sich die Autoren dabei gedacht haben, die Lost-Fans glauben zu lassen, dass die flüchtige Kate einen Polizisten heiratet und sich irgendwo häuslich niederlässt. Alle Flashback-Szenen sind grottenschlecht und mit das mieseste, was bis hierhin bei Lost zu sehen war. Auch die seltsame Begründung für Ekos Tod, damit Locke einen Spruch auf seinen Stock lesen kann, den er eigentlich schon längst gelesen hat, ist an den Haaren herbeigezogen. Von den wenigen Szenen mit Ben einmal abgesehen, eine richtig miese Folge.

102. Namaste: Eine langweilige Folge, in der es fast nichts gab, was mein Interesse irgendwie geweckt hätte. Die Ajira-316-Szenen waren da noch das interessanteste, doch sie schlossen lediglich die Lücke zwischen der Landung und Flockes Ankunft auf der Hydra-Insel, weshalb es kaum neue Erkenntnisse gab. Die Dharma-Handlung war so mies wie die vorhergehende Folge, konnte aber noch einen draufsetzen, denn mit Radzinsky hat einer der fürchterlichsten Lost-Charaktere seinen ersten Auftritt.

103. Born To Run: Es tut mir richtig in der Seele weh, dass ausgerechnet die Vorfinalsfolge, also die Folge, die eigentlich bei Lost die Weichen stellt für grandiose Finals, die mit Abstand mieseste einer grandiosen ersten Staffel ist. Fast nichts stimmt an dieser Folge. Kate hilft die ganze Zeit über Sayid, sodass die Losties gerettet werden können, einen Tag vor der Abreise mit dem Floss zieht sie plötzlich ein völlig unglaubwürdiges Ego-Ding durch. Sie redet Sun ein, Jin zu vergiften, um dessen Platz einzunehmen! Dann spielt sie Sawyer gegen Michael aus!! Anschließend fälscht sie ihre Identität und als sie auffliegt, wagt sie es sogar noch Sawyer zu widersprechen!!! Die Oberkrönung war aber Jack, der zwar Sun durchschaut, aber entscheidet, dass es niemand anderes wissen muss!!!! Und schlussendlich meint Sun noch, dass Kate ihr nur helfen wollte, als sie den Vorschlag machte, Jin zu vergiften???? Das wirklich seltsame ist aber, dass es schon nächste Folge niemanden mehr interessiert und auch nie wieder zur Sprache kommt, plötzlich kommen alle wieder gut miteinander aus und Kate ist der Liebling aller.
Kates Flashbacks klären zwar einige interessante Sachen auf, hätten aber meiner Meinung nach viel besser zu Whatever The Case Maybe gepasst und in diesem Flashback hätte aufgeklärt werden müssen, warum sie gesucht wird (in Staffel 2 ist das ehrlich gesagt kein bisschen interessant mehr).
Trotzdem schlecht ist die Folge nicht, immerhin wird die Hatch nun auch Jack gezeigt, Arzt hat seinen ersten grandiosen Auftritt und Walt ist kryptisch wie eh und je. Aber, ich habe jetzt schon wieder große Angst vor gefühlt hundert belanglosen Staffel-2-Episoden!

104. What Kate Does: Die erste reguläre Folge der 6. Staffel ist genau gesagt unglaublich nutzlos, ein perfektes Beispiel für eine Füllerfolge. Sawyer hätte schon letzte Folge aus dem Tempel fliehen können (oder gar nicht erst dahingebracht werden brauchen), seine Verfolgung durch Kate verläuft ähnlich sinnlos im Nichts (sollte damit das Love-Triangle für immer beendet werden, obwohl selbst der letzte Lost-Fan mittlerweile zutiefest genervt war?). Die Sickness-Storyline im Tempel ist auch überflüssig, da sie nur mäßig erklärt wird und im weiteren Verlauf der Staffel nahezu völlig sinnfrei wird. Und die Szenen aus der Totenwelt gehören zu den 90%. Die Folge gibt ein Beispiel dafür, wie verzweifelt die Autoren Material finden mussten, um eine storyarme Staffel irgendwie füllen zu können.

105. The Long Con: Noch immer ist das Lost-Tief nicht überwunden, diese Folge ist zwar besser als ihr Vorgänger, aber genauso unnütz und unlogisch. Sawyer zieht urplötzlich, völlig konträr zu seinem bisherigen Auftreten in Staffel 2, einen Riesenbetrug durch, der genauer gesagt im Nichts verläuft. Wieder steht eine hanebüchene Einzelaktion im Mittelpunkt, nur um wieder irgendeinen langweiligen Flashback eines Charakters zu zeigen. Lost hat an dem Moment das Niveau einer stinknormalen "Monster-of-the-week"-Serie erreicht. Kein roter Faden, keine Haupthandlung, keine interessanten neuen Stories. Hätte es damals nur drei weitere solcher Folgen gegeben, ich hätte Lost mit großer Wahrscheinlichkeit aufgegeben.

106. Ab Aeterno: An dieser Stelle dürfte ich mit meiner Meinung am weitesten vom Lost-Mainstream abweichen, denn ich kenne niemanden, der diese Folge nicht mag. In meinen Augen ist sie jedoch eine Katastrophe und einzig Nestor Carbonells schauspielerische Leistung hat mir gefallen. Ansonsten ist es die Demontage von Richard, der von den Tausenden interessanten Hintergrundgeschichten, die man für ihn hätte erfinden können, eine triefend kitschig, ja fast schon peinliche bekommt. Noch dazu wirkt seine Rolle weiterhin überflüsssig, denn was er machen soll ist bereits durch Ilanas Aufgabe abgedeckt, da Smokey die Insel nur verlassen kann, wenn alle Kandidaten tot sind. Weshalb Jacob sie anlügt und behauptet Richard wüsste mehr ist mir vollkommen unklar. Ilanas späterer sinnfreier Tod hätte weggelassen werden können, wenn einfach sie Richards Aufgabe, die sie ohnehin schon hatte, übernommen hätte.
Noch dazu ist diese Folge überhäuft mit plumpen religiösen Symboliken, die dem Zuschauer so unverblümt ins Gesicht gedrückt werden, dass ich mich frage, ob diese Folge nicht von irgendeiner christlichen Organisation in Auftrag gegeben wurde. Am gravierendsten ist jedoch die Tatsache, dass diese Folge eindrucksvoll demonstriert, dass die Lost-Autoren null Talent darin haben sinnvolle, verständliche Antworten auf die einfachsten Grundfragen der Serie zu geben, sondern durch seltsame plumpe Andeutungen immer wieder davor zurückschrecken. Viele kritisieren deshalb "Across The Sea" (und das zurecht), aber diese Tendenz ist bereits hier zu erkennen, weshalb ich diese Folge auch katastrophaler als "Across The Sea" finde. Eindrucksvoll wird das unterstrichen durch die plumpe und physikalisch falsche Auflösung der zerstörten Statue und der Black Rock (und nein, ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass es nur die Welle war, die die Statue zerstört hat, denn die Black Rock befand sich genau auf der Höhe des Kopfes).  

Schlecht

107. He's Our You: Immerhin die Folge hatte dieses geniale Verhör mit Sayid, der seine wirre Geschichte wiedergibt, wie er zur Insel gekommen ist (auch wenn Radzinsky diese Szene fast ruiniert hätte) und Bens coolstes Outfit. Ansonsten ist diese Folge grausam, schlecht, nervig und furchtbar langweilig. Ein Sinnbilder für die Ideenlosigkeit und Nutzlosigkeit der Dharma-Handlung gepaart mit dem Cliffhanger, der dem Zuschauer am meisten verarscht. Kurz gesagt, jedes weitere Wort zu dieser Folge wäre überflüssig.

108. Eggtown: Zugegeben, die ersten drei Minuten waren ganz gut. Ben und Locke, da kann man eigentlich nie etwas falsch machen. Was jedoch danach kommt ist unterirdisch. Kates Egotrip macht diesen Charakter so unsympathisch, dass man sich wünscht, Locke würde wirklich wie ein Diktator agieren und sie erschießen. Was diese ganze Aktion sollte, verstehe ich bis heute nicht. Im Flashforward sehen wir eine der schlechtgeschriebensten und langweiligsten Nebenhandlungen von Lost. Das Kate frei ist, sehen wir schon im Flashforward In "Through The Looking Glass", somit ist diese ganze Verhandlung ein einziger Lückenfüller ohne Sinn und Verstand. Auf der Insel geht die Handlung auch nicht weiter, noch nicht einmal der Helikopter ist angekommen und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, was sich groß geändert hätte, wenn Kate gleich mit Sayid mitgegangen wäre. Zusammen mit ihrem wirklich verachtenswerten Auftreten kommt somit eine der schlechtesten Lost-Folgen heraus und das nachdem die Staffel so verheißungsvoll gestartet ist.

109. Stranger In A Strange Land: Mit dieser Folge erreicht Lost einen zweiten, unerwarteten Tiefpunkt. Anstatt Tempo gibt es nur Stillstand, denn die Hydra-Handlung, die eigentlich schon so gut wie beendet war, wird noch einmal unnötig gestreckt. Hinzu kommen Flashbacks, die so derart lächerlich und peinlich sind, dass sie fast als schlechte Parodie auf die Serie durchgehen könnten.
Ansonsten ist nichts was in dieser Folge passiert, für spätere Ereignisse relevant. Sheriff Isabel, die Regeln der Others oder Juliets Zeichen nichts davon wird je wieder aufgegriffen. Deshalb ist es eine nahezu nutzlose Folge, zusätzlich gefüllt mit peinlich-schlecht-kitschigen Dialogen und einem üblen melodramatischen Ende.

110. Fire + Water: Auch nach dem dritten Anschauen und Staffel 6 bleibe ich bei meiner Meinung, das ist die schlechteste Folge von Lost. Die Inselgeschichte mit Charlies seltsamen Traum, der letztendlich irgendwie zu Aarons Taufe führt ist so unterirdisch geschrieben, dass ich mich ernsthaft frage, ob dafür wirklich Lost-Autoren verantwortlich waren. Einfach nichts stimmt an dieser Folge, Charlies Traum, den keiner ernst nimmt, obwohl beinahe jeder auf dieser Insel mit Träumen zu kämpfen hatte; Charlies Brandstiftung und anschließende Entführung Aarons; Lockes ignorantes und herrisches Verhalten und die Flashbacks, die eher Liam als Charlie zentriert sind. Hinzu kommt das unlogische Verhalten sämtlicher Charaktere. Locke wirkt wie ein vollkommen anderer Charakter, er ist sogar verachtenswert in meinen Augen. Und wenn eine Lost-Episode es schafft, dass ich Locke verachte, muss sie wirklich richtig schlecht sein. Aber ich bin ehrlich gesagt von mir selbst beeindruckt, dass ich die Folge nicht einfach übersprungen oder nach zehn Minuten ausgemacht habe.

111. Whatever Happened, Happened: So, ich hätte es nicht gedacht, Fire + Water ist tatsächlich abgelöst. Meiner Meinung nach ist sie zwar immer noch die schlechteste Folge, aber wenigstens hatte ich nicht das Gefühl, dass mir die Autoren 40 Minuten lang den Mittelfinger zeigen. Diese Folge ist eigentlich eine einzige Verarsche des treuen Lost-Zuschauers. Das fängt mit Bens wandernder Schusswunde an, geht mit Dharma-Unsinn weiter (Hausmeister haben Zellenschlüssel???), einer der dümmsten Dialoge (bsw. Miles' und Hurleys' Zeitreisediskussion) und endet mit der miesen Erklärung, weshalb Ben Ben ist. Und das Schlimmste ist, diese Folge ist nutzloser als "Expose". Wie katastrophal diese Folge ist, habe ich auch daran gemerkt, dass ich mich auf Flashbacks mit Kate und Aaron mehr gefreut habe als auf die eigentliche Inselhandlung.

Sonntag, 19. September 2010

6/17 und 6/18 The End (Erik)

Das Ende, lange haben Lost-Fans darauf warten müssen. Es war ein gemischtes Warten, zum einen wollte man wissen, wie nun diese immer verrückter werdende Geschichte endet, andererseits bedeutete es auch das Ende einer großartiger Serie, die wohl wie keine vorher einen zum Grübeln, Nachdenken und zum Theorien aufstellen gebracht hat. Wohl nie zuvor wurde bei einer Serie soviel in diversten Internet-Communitys diskutiert. So war es klar, dass das Ende nicht jeden zufriedenstellt, denn jeder hatte sich im Laufe der Jahre eine andere Vorstellung aufgebaut, was es nun mit der Insel und den Überlebenden Passagieren zu tun hat. Einige wollten nur die Antworten auf die noch dutzend offenen Mysterien, wiederum andere wollten nur, dass die Charaktere ein würdevolles Ende bekamen. Während Ersteres bedingt gelang und somit diese Fans zurecht unzufrieden waren, hat Letzeres mit diesem Finale in Perfektion geklappt. Ein letztes Mal kehre nun auch ich zur Insel zurück, um die wirren 100 letzten Minuten einer großartigen Serie zu verstehen.

DER ANFANG VOM ENDE

Schon die erste Szene macht einen melodramatisch und deutet darufhin, dass die Serie dieses Mal mit dem Lost-Schriftzug für immer beendet sein wird. Dies gelingt genial mit Christians Sarg, der passenderweise durch Oceanic zurückgebracht wird. Die Fluglinie, die einst 48 Menschen auf einer Insel stranden ließ, bringt nun das letzte Element in jenes chaotische Szenario, dass seit Staffelbeginn uns alle verwirrte und wir auch jetzt noch nicht wissen, was es denn damit auf sich hat. Nun zumindest Christians Sarg wird wohl dafür entscheidend sein. Perfekt wird der Bogen zu dem Alternativ-Jack gespannt, der sich ein Röntgenbild ansieht, eine weitere Schlüsselszene wird damit vorbereitet. Kurz darauf sehen wir den echten Jack, der so eben zu Jacobs Nachfolger ernannt worden ist. Es ist bereits morgen und hier wird perfekt symbolisiert, dass der letzte Tag auf der Insel anbricht, den wir zu sehen kriegen. Jack betrachtet seine Hände und denkt dabei offenbar an die Aufgaben, die jetzt noch vor ihnen liegen.
Danach sehen wir den Alternativ-Ben, der sich Kaffee macht und den Ben auf der Insel, der gerade dabei ist Patronen zu füllen und skeptisch zu Flocke hinüber sind, der ein Seil zusammenrollt. Interessant der Dualismus von Alternativ-Ben und Insel-Ben, der eine macht Kaffee, der andere bereitet sich auf ein letztes Gefecht vor und noch immer ist unklar, für welche Seite er sich letztendlich entscheiden wird.
Wieder springt die Szene in die alternative Welt und wir sehen, wie Locke zu seiner Operation gebracht wird. Für ihn wird es ein Schlüsselerlebnis sein. Auch Sawyer ist zu sehen, der sich noch einmal den zerstörten Spiegel ansieht und dann wie er sich auf der Insel um den Rest seiner verbliebenen Gefährten kümmert. Zwischendurch sehen wir wie der Sarg von Christian immer weiter zu seinem Bestimmungsort gebracht wird und die tolle Szene endet schließlich, als der Wagen von Oceanic bei einer Kirche ankommt. Dort wartet bereits Kate zusammen mit Desmond. Dieser nimmt auch den Sarg entgegen. Als er zum Auto zurückkehrt fragt Kate wer gestorben ist und als Desmond den Namen nennt, kommt es tatsächlich einmal bei Lost vor, dass jemand die Bibelreferenz des Namens bewusst bemerkt und anspricht. Dann fragt Kate, warum sie eigentlich hier sind, Desmond aber erklärt, dass er es nicht kann, niemand könne das. Er redet auch nicht von der Kirche, sondern warum Kate überhaupt hier ist. Recht stutzig fragt sie: "Who are you? What do you want?" Desmond klärt sie teilweise auf und sagt, dass er gehen will. Als Kate fragt wohin, sagt er: "Let me show you."

DER LETZTE PLAN

Seltsam wirkt es schon wie nachdenklich Jack da im Wasser steht und Kate erst gar nicht wagt sich ihm zu nähern. Durch seine neue Position wirkt er sehr distanziert. Erst Sawyer hat den Mut ihn anzusprechen und möchte wissen, was denn nun mit Jack passiert ist. Auch Jack weiß es nicht genau und die Tatsache, dass er der neue Jacob ist, lässt ihn auch nicht groß anders fühlen. Sawyer hat gleich darauf einen seiner genialen Sprüche auf Lager: "Well, Doc, how about you come down off the mountaintop and tell us what the hell the burning bush had to say for itself." Jack erklärt nun was sie tun müssen. Zurück zu dem Bambuswald bei ihrem alten Camp gehen und dort werden sie den Ort finden, den sie beschützen müssen. Es ist das Herz der Insel, das Licht, welches wir zwei Folgen zuvor schon gesehen haben. Hurley bemerkt, dass Flocke wohl möchte, dass es ausgeht und genau davor sollen sie ihn abhalten. Zurecht fragt Kate, warum er es bisher noch nicht getan hat und Sawyer bemerkt, dass ihm dazu wohl Desmond fehlt. Jack merkt aber an, dass Jacob nichts von Desmond erwähnt hat, woraufhin Sawyer perfekt Jacobs Art zusammenfasst Antworten zu geben: "Doesn't sound like he said anything about anything." Darauf folgt noch ein genialer Spruch von Hurley: "That's kinda of true, dude. He's worst than Yoda."
Sawyer möchte, dass sie schon zum Licht gehen, während er noch den "Leprechaun" aus dem Brunnen befreit. Jack ist damit einverstanden und wird für ihn eine Fährte hinterlassen. Mittlerweile kann auch Sawyer endlich Fährten lesen und willigt in den Plan ein. Auch Kate hat dazu gelernt, denn als Sawyer sie bittet nicht mit ihm zu gehen, sagt sie sie würde ihm sowieso nicht folgen. Nur Hurley bleibt gewohnt pessimistisch: "I've got a bad feeling about this."

CHARLIES ENTFÜHRUNG

Während Desmond und Kate noch bei der Kirche sind, fahren Hurley und Sayid zu dem gleichen Motel, in dem Locke seine große Liebe Helen für immer verlor. Die beiden haben aber einen anderen Auftrag. Sayid weiß noch immer nicht, was los ist und es klingelt bei ihm auch nicht, als Hurley ihm eine Betäubungspistole zeigt. Ein großer Hinweis darauf, was diese Welt wirklich ist und was Desmond und Hurley bereits widerfahren ist. Doch selbst jetzt dürften höchstens die besten Theoretiker und aufmerksamen Zuschauer etwas geahnt haben. Immerhin spielt es auf jene Szene an, als Sayid in seiner eigenen Unterkunft zwei Männer mit Betäubungspistolen überwältigte.
Hurley möchte seine Aufgabe ausführen und erklärt Sayid, dass wenn er wegläuft niemals erfahren wird, was wirklich los ist. Bleibt er aber bei Hurley wird er glücklich sein. Das Ziel von Hurleys Fahrt ist natürlich Charlie und er strahlt über das ganze Gesicht, als er seinen alten Freund wiedersieht. Dieser reagiert aber eher genervt und zeigt auf das "Do not disturb"-Schild. Hurley erklärt ihm, warum er hier ist, doch Charlie will nicht auf das Konzert. Auch als Hurley meint, es wäre der wichtigste Moment seines Lebens reagiert er negativ darauf. So muss Hurley zu härteren Geschützten greifen und betäubt Charlie kurzerhand mit der Pistole. Genial die Antwort als Sayid fragt was das war von Hurley: "That was Charlie."

DESMONDS RETTER

Auf dem Weg zum Herz der Insel ragt Kate Jack, warum er den Job angenommen hat und dieser antwortet: "Because I was suppose to." Kate reicht das aber nicht als Antwort, schließlich war es nur ein Fremder, der ihre Namen an eine Höhlenwand geschrieben hat. Jack sagt daraufhin, weil die Insel alles war, was ihm noch geblieben ist und es das einzige ist, was er noch nicht ruiniert hat. Kate meint es seie noch nichts zu spät und nichts sei unumkehrbar. Hurley ist das aber sowieso egal, da sie sowieso bald alle sterben werden.
Derweil beobachtet Sawyer wie Flocke zum zweiten Mal das Seil aufrollt (warum eigentlich) und wird dabei von Ben erwischt, der zu ihm sagt: "As long as you’re watching, why don't you join us?" Flocke fragt Sawyer, was er hier zu suchen hat und dieser antwortet wahrheitsgemäß, dass er Desmond aus dem Brunnen befreien wollte, aber genau wie er feststellen muss, dass ihnen jemand zuvorgekommen ist. Flocke fragt auch, ob er weiß warum er hier ist und erneut was Sawyer die richtige Antwort: "I'm guessing you need Desmond to destroy the island." Auch das bejaht Flocke und Sawyer, der genialerweise Flocke endlich einmal Smokey nennt, möchte wissen, warum er zusammen mit ihr sterben möchte. Doch Flocke meint er wird das nicht tun, sondern nur er und der Rest der Kandidaten. Daraufhin klärt Sawyer ihn auf, dass es keine Kandidaten mehr gibt und einer ziemlich unnötigen Szene, überwältigt er Ben noch einmal, der ein letztes Mal einen Schlag abbekommt. Dann verschwindet er mit Bens Gewehr wieder. Dieser fragt Flocke entsetzt, warum er ihm nicht folgt, doch dieser meint er hätte dazu keinen Grund. Ben bemerkt nun endgültig, dass Flocke vorhat die Insel zu zerstören und nicht nur metaphorisch gesprochen hat. Sein Versprechen an Ben war also ein leeres, doch er bietet ihm stattdessen einen Platz auf seinem Boot an, wenn die Insel untergeht. Für Ben ist die Sache nun endgültig klar auf welcher Seite er steht, auch wenn es wohl während dieser Staffel nie anders war und er immer nur aus reinem Überlebenswillen sich für Flocke entschieden hat, so weiß er nun wirklich was er noch zu tun hat.
Dann bemerkt Flocke nach dem sie schon knapp den halben Tag hier waren, die Hundespuren und es ist nun klar, wer Desmond aus dem Brunnen geholfen hat.
Gleich darauf sehen wir auch Vincent, der den völlig erschöpften Desmond weckt. Dieser wird von Rose begrüßt, die aus ihrer Hütte kommt. Seltsamerweise ist deren Hütte und alles, was ihnen gehörte mit ihnen geflasht. Da es das Finale ist und solche Sachen eher Staffel 5 Diskussion war, rege ich mich auch gar nicht darüber auf oder frage mich, warum sämtliche Gegenstände der Nadlers mitgeflasht sind, obwohl dieser Flash aus heiterem Himmel kam und auch so die beiden nichtmal den Hauch einer Chance gehabt hätten alles zu berühren, damit es mit ihnen flasht. Desond jedenfalls gefällt es hier besser, als am Grund dieses Brunnens und Bernard betrachtet das als Kompliment. Es ist wirklich schön, dass im Finale die beiden friedlichsten und am wenigsten auf Konfrontation gehenden Personen noch einmal auftauchen. Rose aber möchte, dass Bernard ihm erstmal was zum Frühstück bringt und dieser geht auch sogleich mit Vincent los. Dann fragt Desmond, wie lange sie schon hier draußen leben. Rose fasst es perfekt zusammen, mit den Ereignissen, die sich erst vor kurzen abgespielt haben, erinnert ihn aber auch daran, dass sie mit ihm die Regeln gebrochen haben. Nämlich in nichts mit einbezogen werden, was die anderen betrifft und so ist es auch Desmonds Problem, wer auch immer ihn in den Brunnen geworfen hat. Doch diese Regel muss gleich darauf noch ein zweites Mal gebrochen werden, denn Vincent und Bernard kommen zurück im Schlepptau mit Ben und Flocke. Letzterer begrüßt noch Rose und sagt dann eiskalt, was er will. Entweder Desmond kommt mit oder Rose und Bernard sterben. Rose meint: "You don't have to go anywhere with him." und bricht somit schon zum zweitenmal an diesem Tag die Regel. Flocke macht Desmond darauf aufmerksam, dass es schmerzhaft sein wird. Desmond aber willigt ein und möchte alles tun was Flocke sagt, wenn er die beiden niemals anrührt. Flocke willigt ein und Desmond macht von nun an, was Flocke ihm sagt. Schön, dass die beiden verschont werden und auch toll, dass sich Desmond so bereitwillig für sie entscheidet.
Nun genialerweise sind endlich die drei besten Schauspieler von Lost einmal eine eigene Gruppe, noch besser wäre es gewesen, wenn es wirklich Locke gewesen wäre. Flocke fragt Desmond auf dem Weg, wohin er ihn wohl bringen würde. Desmond, der eigentlich keine genaue Ahnung hat, weiß es trotzdem ziemlich genau: "No. But, I assume it's a place where there's a very bright light." Flocke ist darüber ein wenig verwundert. Kurz darauf ist kurz des Rauschen eines Walkies zu hören und Flocke schaut Ben vorwurfsvoll an. Dieser verneint aber irgendwas gehört zu haben und dreht zur Sicherheit sein Walkie ab.
Es war natürlich Miles der mit ihm reden wollte, dieser ist zu den Baracken zurückgekehrt und hat den bewusstlosen Richard gefunden. Verzweifelt versucht er Ben darüber Bericht zu erstatten, doch dieser kann natürlich nicht antworten. Richard fragt was passiert ist und Miles erklärt ihm, dass es seine Idee war mit Smokey zu reden und er deshalb quer durch den Dschungel geschleudert wurde. Richard fragt entsetzt, ob Flocke noch hier ist, doch Miles verneint und meint sie müssten erstmal Hilfe für ihn finden. Richard interessiert das gar nicht, mit einer ungeheuren Entschlossenheit, die ihn fast umgebracht hätte, möchte er weiterhin seinen Plan durchziehen und das Flugzeug in die Luft sprengen. Da Miles noch immer den Sprengstoff hat, dürfte sie eigentlich nichts davon abhalten.

TIME TO LET GO: SUN UND JIN

In der alternativen Welt ist Miles gerade auf dem Weg zu dem Konzert und bemerkt dabei Sayid, der eigentlich in einer Zelle sitzen müsste. Daraufhin ruft Miles Sawyer an und berichtet ihm davon, dass er Sayid gesehen hat. Außerdem klärt er Sawyer darüber auf, dass der Van nie seinen Zielort erreicht hat. Darum bittet Miles Sawyer darum Sun aufzusuchen, sie war schließlich die einzige die das Massaker im Restaurant überlebt hat, obwohl das nicht ganz stimmt, Jin hat schließlich auch überlebt. Dadurch, dass Sawyer zum Krankenhaus kommt wird eine weitere Schlüsselszene vorbereitet
Die beiden Koreaner sind immer noch im Krankenhaus und Sun kommt gerade erst wieder zu sich und Jin fragt, wie sie sich fühlt. Noch immer geht es ihr schlecht. Jin klärt sie darüber auf, dass eine Ärztin kommen wird und nachdem Baby sieht, danach können sie das Krankenhaus wieder verlassen. Sun meint daraufhin nur: "And just keep running from my father?" Dann öffnet sich die Tür und die Ärztin stellt sich als Juliet heraus, die in dieser Welt Juliet Carlson heißt, aber noch immer mit Schwangerschaften zutun hat. Sie untersucht Sun und dabei kommt es zu dem ersten emotionalen "Let-go-Moment". Gerade als Juliet Sun untersucht, sieht sie Bilder aus ihrem realen Leben und meint schließlich "I remember." Jin wirkt zunächst verwirrt, doch als er Ji Yeon auf dem Bildschirm sieht, kommt auch bei ihm die Erinnerung zurück. Sein ganzes Leben mit Sun zieht an ihm vorüber und auch er versteht, was nun los ist. Alle Probleme dieser bizarren Welt fallen von ihnen ab, auch die Sprachblockade, wie Juliet bemerkt. Um das zu erreichen, brauchten sie das wichtigste, was sie in ihrem realen Leben verband, ihr gemeinsames Kind. Auch wenn es als Waise aufwuchs und die beiden auch im Moment ihres Todes nicht an sie gedacht haben, so stellt es doch das wichtigste in ihrem Leben dar. Aus diesem Grund ist es auch verständlich warum Sun wieder mit Ji Yeon schwanger ist und das beide erst erkannten, was los war, als sie die Blockade durch Suns Vater überwanden, welche sie auch in der realen Welt immer umgab, aber die auch notwendig war, damit Ji Yeon geboren werden konnte.

LOCKE UND JACK

Auf der Insel geht es nicht so friedlich zu, Sawyer ist auf dem Rückweg zu Jack, Kate und Hurley und berichtet davon, dass Desmond befreit worden ist. Auch sagt er, dass Flocke die Insel zerstören will. Eine Chance haben sie aber vielleicht noch, wenn sie Desmond vor Flocke finden, doch das Spielt laut Jack sowieso keine Rolle, denn sie beide sind sowieso auf dem Weg zu demselben Ort. Dort wird auch alles enden, wie Jack nun erkennt.
In der alternativen Welt gehen Locke und Jack wesentlich netter miteinander um, denn Locke ist kurz davor operiert zu werden. Locke fragt nach, ob es wirklich sicher ist und Jack bestätigt es. Er fügt aber auch an, dass noch immer die Chance besteht, dass er ihn töten könnte. Ein netter Seitenhieb zu den Ereignissen, die derzeit auf der Insel ablaufen. Dann sagt er noch zu ihm: "All right. I'll see you on the other side." Das gleiche sagte auch Lockes Vater vor ihrer Nierentransplantation. Er fragt schließlich noch nach, ob sein Vater aufgetaucht ist und Jack bestätigt, dass heute früh ein Anruf kam und der Sarg gefunden wurde. Er müsste schon auf dem Weg hierher sein und Locke hofft, es würde Jack einigen Frieden bringen. Noch weiß er nicht, wie Recht er damit haben wird. Für Jack wäre es aber schon Frieden genug, wenn er Locke erfolgreich operieren würde.

WIEDERSEHEN

Die Insel steht nicht nur kurz vor dem Untergang, auch Jacobs Einfluss schwindet immer mehr und seine Gaben für die Losties scheinen auch nicht mehr zu existieren. Als Miles und Richard gerade auf dem Weg sind zu der Hydra-Insel bemerkt Miles ein graues Haar bei Richard. Dieser blickt zuerst verwundert und sieht dann erleichtert dieses grauer Haar an, denn es bedeutet, dass er nicht für immer leben wird und auch er endlich vernünftig altern kann. Für ihn war Jacobs Gabe zum Ende hin immer mehr eine Bürde, sowie für die meisten der Losties. Gleichzeitig beendet es seinen Wunsch sterben zu wollen, er ist nun frei von Jacob.
Auf hoher See rammen sie plötzlich etwas und eine Leiche taucht auf, kurz darauf hören sie Schreie und entdecken einen weiteren Totgeglaubten. Auch Lapidus konnte sich aus dem U-Boot befreien und treibt nun auf hoher See. Dieser fragt nun was sie vorhaben und Richard erklärt ihm seinen Plan, das Flugzeug hochzusprengen, damit Flocke es nicht benutzen kann. Frank aber hat einen viel besseren Plan, sie könnten sich nämlich das Flugzeug auch selber nehmen und damit wegfliegen. Als Richard fragt wie verweist Frank ganz sarakstisch daraufhin, dass er Pilot ist.
Das zweite Wiedersehen auf der Insel verläuft nicht ganz so freudig, als Jacks Gruppe auf Flockes Gruppe trifft. Sofort eröffnet Kate das Feuer auf ihn, auch wenn es nichts nützt, denn Flocke meint nur sarkastisch: "You might wanna save your bullets." Sawyer hält sie davon ab weiterzuschießen und Flocke trifft Jack und ist ein wenig verwundert über die offensichtliche Wahl von Jack als Jacobs Nachfolger. Dieser aber meint es war keine Wahl, er hätte sich frewillig entschieden. Flocke fragt, ob er hier wäre, um sie zu stoppen, doch Jack meint das wäre gar nicht möglich, er möchte mit ihm gehen. Daraufhin weist Flocke ihn nochmal daraufhin, dass er doch genau wisse, was er vorhat und Jack erklärt seinen Plan: "No I'm not. No, you're going to the far side of the bamboo forest. To the place that I've sworn that I'll protect. And then you think you're gonna destroy the island." Er ist aber davon überzeugt, dass das nicht passieren wird, stattdessen wird er dort eine Möglichkeit finden ihn zu töten. Flocke möchte wissen, wie er das schaffen will, aber das wird die Überraschung sein. So gehen sie beide gemeinsam dahin, interessant ist es, wie die Vorstellung der beiden von dem was passieren wird, wenn das Licht ausgeht sich bewahrheiten.
In einer kurzen Szene in der alternativen Welt wird enthüllt wer Daniels Mutter ist. Recht wenig überraschend stellt sich heraus, dass es Juliet ist. Dieser jedenfalls möchte auf das Konzert gehen, nur Jack kann nicht, da er Locke operieren muss und so soll er Claire mitnehmen. Auch Juliet ist gespannt darauf diese mysteriöse Schwester von Jack kennenzulernen. Kurz darauf kommt auch noch Sawyer ins Krankenhaus, um Sun zu sprechen.

DREI MÄNNER, DREI ÜBERZEUGUNGEN

Auf dem Weg zu dem Licht fragt Sawyer Jack, was es nun mit der Überraschung auf sich hat und Flocke zu töten. Jack ist davon überzeugt, dass es Desmond ist, denn Jacob wird ihn wohl kaum den ganzen Weg zurückgebracht haben, nur damit er die Insel zerstören kann. Jack denkt Desmond ist so etwas wie eine Waffe.
Als sie schließlich das Ende des Bambuswaldes erreichen, überezugt Flocke die anderen davon, dass nur er, Jack und Desmond zu dem Licht gehen sollten. Alle willigen ein und Hurley beglaubigt nochmal, dass auch er an Jack glaubt. Auf dem Weg dahin deutet sich an, dass bald ein großer Sturm beginnt. Schließlich erreichen sie die Höhle mit dem Licht. Als Flocke gerade das Seil anbringt, klärt Desmond Jack auf, was er glaubt da zu finden. Er wird an einen Ort gehen, an dem sie mit all denen vereinigt sind, die sie lieben und niemand an diese Insel zurückdenken muss. Das beste ist aber, dass Jack dort auch sein wird. Flug 815 ist niemals abgestürzt und Jack wirkte glücklich auf ihn. Doch Jack weist ihn daraufhin, dass er es einmal probiert hat und es nicht klappte. Für ihn gibt es keine Abkürzungen und es gilt für ihn: "What happened, happened."
Damit haben wir nun eine dritte unterschiedliche Auffassung was passiert, wenn das Licht ausgeht und jene letztere von Desmond sehen wir auch, dass sich das alles durchaus als wahr erweisen kann, immerhin sehen wir ein solches Szenario schon eine ganze Staffel lang. Nun aber wird der Glauben der drei auf die Prüfung gestellt, als Flocke meint: "Shall we?"

TIME TO LET GO: SAYID UND SHANNON

Sayid und Hurley warten in einer dunklen Gasse, während Sayid Hurley fragt, was sie hier eigentlich machen. Hurley meint es wäre ihm nicht erlaubt darüber zu reden, denn es gibt auch hier Regeln, die eingehalten werden müssen. Sayid fragt nach wessen Regeln und Hurley meint er solle sich darum nicht kümmern, sondern ihm vertrauen, da er ihm auch vertraut. Daraufhin meint Sayid womit er sich das verdient hätte. Hurley klärt ihm auf, dass er ihn noch immer für einen guten Menschen hält, auch wenn ihm viele das Gegenteil gesagt haben und Sayid es fast auch glaubt. Doch Sayid soll nicht auf die anderen hören, sondern selbst entscheiden. Vermutlich war es auch Hurleys Glauben an Sayid, der diesen trotz seiner Taten in diese Welt gebracht hat, wo er noch einmal die Chance hat sich zu beweisen. Sayid meint nur Hurley wisse gar nichts über ihn, was dieser aber verneint. Dann beobachten sie einen Kampf hinter der Bar und es stellt sich heraus, dass jemand dabei ist Boone zu verprügeln. Shannon kommt hinzu und wird von dem Angreifer auch zu Boden geschlagen. Das veranlasst Sayid aktiv zu werden und er schlägt den Angreifer K.o. Als er Shannon aufhilft, kann er sich nun an alles erinnern, genau wie Shannon. Etwas seltsam ist es schon, dass ausgerechnet diese beiden füreinander bestimmt sind, doch gerade für Shannon war Sayid der einzige Mensch, der sie nicht als nutzlos ansah und Sayid selber taute auf der Insel erst ein bisschen mehr auf, als er die Beziehung zu Shannon entwickelte und sie war eine der wenigen Personen, die wie Hurley sagte Sayid nicht zu etwas bestimmte, sondern so sah, wie er ist und das machte sie für Sayid wichtiger als Nadia.
Der zusammengeschlagene Boone selber hat auch schon seinen Let-Go Moment gehabt, wenn wir ihn auch nicht sehen, so kann ich mir denken, dass er vermutlich alles erkannte, als er nicht von jemand ausgenutzt wurde wie zu Lebzeiten (Shannon, Locke), sondern akzeptiert worden ist, als ganz normale Person wie jede andere. Auch, als er etwas für eine Person tat, dass wirklich wichtig war, nämlich Shannon und Sayid zusammenzubringen.

BEN BEKENNT SICH

Eigentlich alle Motive und Absichten der noch lebenden Personen sind klar. Rose und Bernard möchte einfach nur friedlich zusammenleben. Flocke will die Zerstörung der Insel, Jack will Flocke töten, wobei Sawyer, Kate und Hurley ihn unterstützten, bzw. an ihn glauben. Desmond will einfach nur in die Alternativwelt und Richard, Miles und Frank mit dem Flugzeug fliehen. Offen ist also nur noch die mysteriöseste und undurchsichtigste Figur dieses Spiels, nämlich Ben. Noch immer ist nicht ganz klar, ob er noch irgendwie in Flockes Mächtespiel verstrickt ist und zuschlägt, wenn keiner mit ihm rechnet oder er sich doch für die Losties entscheidet und mithilft Flocke zu hintergehen. Nun wird es klar auf welcher Seite er steht, als Miles ihn erneut per Walkie anzusprechen versucht. Als Miles schließlich davon berichtet, dass sie schon auf der Hydra-Insel sind, warnt Ben davor auf keinen Fall das Flugzeug zu sprengen, doch das haben die drei sowieso nicht mehr vor, denn sie wollen es selbst benutzen. Darum soll Ben so schnell wie möglich zur Hydra-Insel kommen. In dem Moment taucht aber Flockes letzter Rekrut auf Claire und als Kate das mitbekommt, nimmt sie das Walkie und möchte mit Miles sprechen. Claire immer noch ziemlich durchgedreht schießt in den Boden und schreit wie eine Wahnsinnige: "Don't come any closer!" Sie ist überzeugt davon, dass Flocke sie drei geschickt, um sie zu töten, doch Richard überzeugt sie, dass sie nicht zu Flocke gehören. Sie fragt warum sie ihn glauben soll und Richard erklärt: "Because we have a real chance to get far far away from him. We can be free from everything he ever did to us, and never look back. We can go home." Die verwirrte Claire nimmt das Gewehr runter und Richard fragt, ob sie mitkommen möchte, aber noch immer verdreht von Flockes Lügen lehnt sie es ab und verschwindet.
Am Wasserfall wird derweil Desmond gefragt, ob er wisse was zu tun ist und sagt er müsse dahin gehen, wo das Licht am hellsten ist. Jack rät ihm noch einmal, dass er sich nicht selbst umbringen soll. Als sie Schritt für Schritt das Seil und Desmond hinablassen fragt Flocke, ob Jack das an irgendwas erinnert. Flocke erklärt ihm, dass es ihn an Desmond erinnert und an ein Loch, wo eine Taste war und sie entscheiden sollten, ob sie gedrückt werden soll oder nicht. Jack jedoch klärt genial auf: "You're not John Locke. You disrespect his memory by wearing his face, but you're nothing like him. Turns out he was right about most everything. I just wish I could've told him that while he was still alive." Besser kann man Locke gar nicht ehren und es ist wirklich toll, wie sich Jack so entwickelt hat zu einem Mann, der so fest an ihm glaubt, dass er womöglich sogar die Zerströung der Insel in Kauf nimmt. Flocke jedoch klärt Jack darüber auf, dass Locke mit nichts Recht hatte und er das früh genug sieht, wenn die Insel auf dem Grund des Ozeans ist. Jack aber argumentiert ganz vernünftig: "Well, we'll just have to see which one of us is right, then."
Schließlich ist Desmond am Boden angekommen.

VOR DEM KONZERT

Schritt für Schritt kommen die Personen zusammen, so auch Juliet, die in das Krankenhaus zurückbeordert wird. Zum Konzert gehen nun nur David und Claire. Charlie dagegen schläft bereits wieder und wird von Charlotte geweckt, ziemlich lustig die Idee mit dem Zettel.
Dann treffen sich Charlotte und Daniel. Seltsamerweise kommt es hier zu keinem Let-Go-Moment. Die beiden stellen sich nur vor, ohne aber, dass einer von ihnen realisiert was Sache ist. Liegt vermutlich daran, dass beide entweder noch nicht bereit sind oder die wahre Prüfung für das Let-Go noch erfolgt.
Am Tisch 23 treffen sich derweil wieder ein paar Altbekannte, Kate und Claire. Sie sind eine der wenigen Personen, die sich auch schon vorher in dieser alternativen Welt getroffen und sich somit nur von dorther wiedererkennen. Dann eröffnet Pierre Chang das Konzert mit ein paar Worten und es beginnt. Schließlich wird auch hier ein Let-Go-Moment eingeleitet, als Charlie Claire erblickt und bei ihr schließlich die Wehen einsetzen. Claire verlässt daraufhin das Konzert und Kate folgt ihr.

THE HEART OF THE ISLAND

Nun also endlich sind wir an jenem Ort angelangt, von dem all die Kraft ausgeht, die die Insel so einzigartig macht. Einige andere scheinen auch schon den Weg nach unten gefunden zu haben und mussten nicht das Schicksal von Samuel teilen oder das von Desmond. Sie sind auf natürliche Weise hier unten gestorben. Das Licht selber geht von einem riesigen Becken aus, welches mit einem Stopfen versehen ist. Desmond weiß nun was zu tun ist, doch als er das Becken betritten wissen wir auch, warum nur Desmond diese Aufgabe übernehmen konnte. Sofort kriegt er einen elektromagnetischen Stromstoß und seine Nase fängt an zu bluten. Dennoch wird er nicht bewusstlos oder stribt sogar, sondern hat sogar genügend Kraft den Stopfen zu entfernen. Dadurch wird nun eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt: das Wasser läuft ab, das Licht verschwindet, stattdessen glüht Lava aus dem Inneren und giftige Dämpfe steigen auf. Ich denke jener Ort ist die schwächste Stelle der Insel, dort ist die elektromagnetische Tasche am stärksten und nur der Stopfen verhindert, dass der Elektromagnetismus nun unkontrolliert austritt, die tektonischen Kräfte in Bewegung setzt und somit die Zerstörung der Insel bewirkt. Flocke jedenfalls erkennt als Erstes, als sich alles rot verfärbt und Desmond schreit: "It looks like...you were wrong... Goodbye, Jack." Doch wir merken schon bald, dass das Verschwinden des Lichts nicht nur die Insel sinken lässt, sondern, dass durch den Verlust des kontrolliert austretenden Elektromagnetismus die Insel sämtliche Macht und Zauber verliert, die sie hatte. Es reicht sogar aus das mächtige Smoke-Monster zu einer menschlichen Hülle zu machen, noch dazu die Gestalt, die es gerade angenommen hat. Jack erkennt das, als er sich außerhalb der Höhle auf Flocke stürzt und merkt, dass dieser blutet. "Looks like you were wrong, too." Eher nicht, beiden hatten Recht und nun ist die Frage wer daraus seinen Vorteil ziehen kann. Bis dahin hatte Flocke seine Flucht von der Insel perfekt geplant, nun ist sie physisch möglich, aber er hat sämtliche Macht verloren, die er als Smokey hatte. Dennoch überwältigt er Jack, doch anstatt ihn zu töten, flieht er lieber so schnell wie es geht, denn er weiß, dass es auch für ihn um Leben und Tod geht.

LET GO MOMENT: CLAIRE, CHARLIE UND KATE

Und wieder fügt sich etwas zusammen bei dem Versuch jene alternative Welt zu verstehen. Claire ist immer noch auf der Suche nach einem Klo und trifft ein Mitglied des Bandpersonals. Kate ist schon auf dem Weg Claire zu helfen und weist den Techniker an einen Arzt zu holen.
Eloise unterhält sich derweil mit Desmond und spricht ihn nochmal darauf an, dass er es doch aufhalten sollte. Desmond meint aber, er habe sich entschieden sie zu ignorieren. Eloise hatte also auch schon ihren Let-Go-Moment, vermutlich als sie ihren Sohn nicht als Mittel zum Zweck sah, sondern ihn wirklich wie einen Sohn akzeptierte. Desmond jedenfalls erklärt ihr, dass sie weitergehen, wenn alle es wissen und sie ist besorgt darum, ob er ihren Sohn mitnimmt. Das ist ihre große Sorge, denn vermutlich möchte sie in dieser Welt alle Zeit nachholen, die sie in ihrem realen Leben verpasst hat mit ihrem Sohn und ist deshalb wohl auch erleichtert, als Desmond meint, dass er ihn nicht mitnehmen wird. Eloise jedenfalls ist ähnlich wie dann auch Ben eine der Personen, die wohl aufgrund ihres früheren Lebens noch nicht bereit ist weiterzugehen.
Für Claire aber ist es klar, dass sie das Baby bekommen wird und in genau dem Moment kommt auch noch Charlie dazu. Er jedenfalls wird von Kate angewiesen ein paar Decken und Wasser zu holen, genau wie auf der Insel. Tatsächlich ist jene Geburt von Aaron für alle drei von ihnen der entscheidende Let-Go-Moment. Für Kate, die Aaron aufzog und somit das erste Mal seit Jahren so etwas wie eine Familie hatte und nicht weglaufen musste. Für Claire war es ohnehin der beste Moment ihres Lebens, als sie sich für die Geburt und für Aaron entschied. Auch Charlie entdeckte erst durch die Geburt von Aaron, dass er vielleicht doch fähig ist eine Familie zu haben und er auch für andere da sein konnte. Diese Prüfung bewältigte er schließlich auch hier, als er Claire half. Genau wie Claire sich überwand das Kind anzunehmen, welches auch ihre schwerste Prüfung im realen Leben war. So ist es absolut verständlich, warum Aarons Geburt stattfinden musste, damit drei weitere Losties sich erinnern und loslassen konnten. Desmond jedenfalls ist zufrieden und fragt Kate: "Do you understand?" Kate jedenfalls weiß nun auch, dass es noch immer nicht vorbei ist.

DAS LETZTE DUELL

Auf der Insel herrscht mittlerweile Chaos. Zusammen mit dem Sturm geht die Insel unter und wieder wirkt sich die fehlende Kraft auf die Losties aus. Ausgerechnet Ben, der bisher selbstsüchtig immer nur ans Überleben gedacht hat, sich gegen jede Moral dafür getötet und oftmals auf die falsche Seite geschlagen hat, ausgerechnet er rettet Hurley vor einem umstürzenden Baum und wird selbst unter ihm begraben. Noch weiß er nicht, dass er mit jener Tat endlich Erfüllung auf der Insel findet. Derweil kommt auch Jack wieder zu sich, geht zurück in die Höhle und ruft nach Desmond, doch dieser antwortet nicht. Also entscheidet er sich Flocke zu folgen.
Sawyer, Kate und Hurley versuchen derweil Ben von dem Baumstamm zu befreien, doch sie bemerken, dass er zu stark ist. Hurley ist dennoch dafür es zu versuchen. Derweil realisieren sie, dass Flocke doch Recht hatte und die Insel wohl untergehen wird. Inmitten dieses Chaos meldet sich Miles zu Wort und Kate möchte von ihm wissen, was mit Claire ist. Sie wollte nicht mit ihnen kommen und so arbeiten sie daran das Flugzeug startklar zu kriegen. Ehe er aber mehr berichten kann, wird Kate durch ein erneutes Beben das Walkie aus der Hand geschleudert. Miles erkundigt sich noch einmal wie lange es noch dauert und stellt den übrigen Losties ein Ultimatum: In spätestens einer Stunde müssen sie die Hydra-Insel erreicht haben. Sawyer fragt sich wie sie das schaffen wollen, doch Ben hat die Antwort: Flockes Boot.
Dieses möchte aber Flocke selber benutzen, um endlich die Insel verlassen zu können: Lächelnd blickt er hinab, denn sein größter Traum ist kurz davor sich zu erfüllen. Doch Jack hat ihn bereits eingeholt und ein letztes Duell findet zwischen den beiden statt. Zugegeben etwas dämlich sieht es schon aus, wie Jack auf Flocke zurennt und wütend seine Faust zu Boden haut. Schließlich schafft es Flocke Jack mit dem Messer in den Bauch zu stechen und urplötzlich wird eine scheinbar sinnlose Folge, doch noch einmal richtig wichtig, denn Flocke trifft ihn genau da, wo früher sein Blinddarm war. Das Jack sterben kann, denn für den Moment gelten keine Regeln der Insel oder des Beschützers, sondern nur die normalen Naturgesetze. So schafft es Flocke schließlich Jack noch am Hals zu verletzen und er ist auch kurz davor ihn endgültig zu töten. Er sagt zu ihm: "I want you to know Jack, you died for nothing!" Es ist der Glaube an Jack, der Glaube an die Insel, den Flocke so schmählich missachtet hat, der letztlich seinen Untergang bedeutet, auch seine Missachtung für Locke. Dieser hat an die Insel geglaubt, Jack hat an die Insel geglaubt und Kate hat an Jack geglaubt. Letztlich waren alle Mühen umsonst von Flocke/Smokey/Samuel, alles Planen denn im entscheidenden Moment unterschätzte er den Glauben und die Insel, die ihn erst so mächtig werden ließ, die er aber dafür verachtete und am liebsten auf dem Grund des Ozeans sah. Kate schießt nämlich ihre letzte Kugel auf ihn, in der Hoffnung, dass er diesmal verwundbar ist, wie Jack es glaubte und das zahlt sich aus. Indem Jack einmal Recht hatte und Kate einmal das richtige tat, wird Flocke besiegt. Schwer verletzt krümmt er sich an den Rand der Klippe und hat alles verloren, doch er hat noch eine letzte Botschaft für Jack: "You're too late." Dann tritt Jack ihn die Klippe nach unten, wo er endgültig stirbt. Es ist genial, dass Jacob stirbt, als er schwer verwundet in das Feuer gestoßen wird und Flocke endgültig stirbt, als er in Richtung Wasser getreten wird, welches ihn noch verschlingen wird, da die Zerstörung der Insel noch immer nicht abgeschlossen ist.

TIME TO LET GO: LOCKE

Etwas friedlicher gehen die beiden in der Alternativwelt miteinander um. Immerhin hat Jack Locke gerade operiert. Gleichzeitig tritt wieder Blut aus Jacks Hals hervor und wir bekommen einen Riesenhinweis, was nun diese alternative Welt ist, denn es dürfte so langsam dämmern, dass Jack durch diese Wunde gestorben ist. Jack jedenfalls möchte jetzt nur noch zu seinem Sohn, ehe das Konzert endgültig vorbei ist. In dem Moment aber wacht Locke auf und Jack ist gezwungen doch noch zu bleiben. Er schickt die Schwester fort, um sich selbst mit Locke zu unterhalten. Jack rät zwar Locke sich nicht zu bewegen und noch auszuruhen, doch Locke weiß bereits, dass es funktioniert hat. Gerade als Jack ihm noch erklären will, dass es nicht möglich ist, bewegt Locke seinen Fuß und nun hat er seinen Let-Go-Moment. Für Locke war es die Prüfung an ein Wunder zu glauben, sich dazu überwinden jemand anderen anzuvertrauen. Im realen Leben hatte das Schritt für Schritt zu seinem Tod durch Ben geführt. In dieser Welt war sein Glaube restlos zerstört und ihm musste erst ein richtiges Wunder widerfahren, ehe er sich erinnern und loslassen konnte. Nichts war dafür besser geeignet, als seine Querschnittslähmung und keine Person als Jack, den er sooft überzeugen wollte und es erst schaffte, als er tot war. Es ist also nur logisch, dass Jack ihn von dem Wunder überzeugen musste mit der Heilung, denn es war Locke der Jack davon überzeugte, dass die Insel besonders ist.
Nun fragt er Jack, ob er es auch gesehen hat und tatsächlich bekommt Jack auch ein erstes Bild, doch zuordnen kann er es noch nicht und möchte, dass Locke sich noch ausruht. Doch dieser ist davon überzeugt, dass sie gehen müssen und fragt, ob Jack mit ihm gehen möchte. Jack jedoch verneint es, noch kann er sich nicht erinnern, überezugt Locke davon, dass er erst eine schwere Operation hinter sich hatte und er selber zu seinem Sohn gehen muss. Locke hat jedoch noch eine weitere Wahrheit für Jack, nämlich das dieser gar keinen Sohn hat. Wie sich herausstellt sind all die Personen wie Jacks Sohn, die Kinder von Nadia, der Direktor der Schule Mittel zum Zweck, um den Losties zu helfen sich zu erinnern und loszulassen. Alle diese Figuren haben nämlich im realen Leben gar nicht existiert.
Schön finde ich auch die Worte von Locke an Jack: "Jack...I hope that somebody does for you what you just did for me."

DIE WEGE TRENNEN SICH

Auf der Insel hat sich der Sturm verzogen, doch vorbei ist es noch nicht. Jack ist schwer verwundet und als der Rest der Gruppe zu ihm stößt, meint Kate, dass es vorbei ist mit Flockes Tod. Als Sawyer zu der Leiche hinabblickt und wieder ein Beben einsetzt, weiß er, dass es noch nicht vorbei ist.
In der alternativen Welt betritt Sawyer gerade das Zimmer von Sun und Jin, der die beiden immer noch sprechen will wegen der Sache mit Sayid. Sun meint aber es ist okay und als Sawyer sie darauf hinweist, dass es seine Pflicht zu schauen ob sie sicher ist, meint sie nur: "It's okay, I am safe." und Jin sagt: "We'll see you there."
Es ist wohl kaum, dass Ajira Flugzeug, denn dorthin springt die Handlung als Nächstes und wir sehen wie Frank kurz davor ist die Maschine zum Starten zu kriegen. Doch noch ist nicht alles repariert und es ist genial, wie er fragt, ob jemand von ihnen sich mit mechanischen Dingen auskennt. Zur Verfügung stehen ein ehemaliger spanischer Bauer aus dem 19.Jahrhundert und Miles. Dieser meint auch: "Well, I--I worked for a--a contractor renovating apartments for a couple of summers--" und genial, wie ihm dann Frank eine Seite aus einem Handbuch gibt und ihm noch einige Sachen gibt. Dann gehen die beiden nach unten. Ben fragt derweil über Walkie wie es aussieht und als er Ben kurz anschreit, dass er ihn nicht belästigen soll, stellt dieser fest: "Sounds like they're making progress."
Kate fragt sich derweil warum Flockes Tod nicht all das beendet und Jack hat die passende Antwort parat: "Because whatever Desmond turned off...I need to turn it back on again. But if it doesn't work, if I don't get it done you all need to leave now. You need to get on that plane."
Kate sagt ihm, dass er es nicht tun muss, doch Jack weiß es besser, er kann die Insel nicht einfach sinken lassen. Er fragt Sawyer, ob er das Boot steuern kann und als dieser es bejaht schüttelt er ihm die Hand mit den Worten: "Good luck to you, James." Auch toll ist es, wie sich Sawyer von Jack verabschiedet: "Thanks, doc...for everything." Nach all den Konfrontationen zwischen den beiden und der Tatsache, dass sie sich mehrmals fast umgebracht hätten, ist es toll zu sehen, dass es so gut zwischen den beiden endet.
Auch Ben trifft seine Entscheidung, für die Insel: "If the Island's going down, I'm going down with it." Vom alten Überlebens-Ben ist nichts mehr übriggeblieben und er wirft Sawyer noch das Walkie zu. Als Jack überredet, dass Hurley mit ihnen gehen soll, lehnt dieser aber ab: "Uh-uh, no way. You think I'm going down that? I'm with you, dude."
Kate jedoch kann er überzeugen, denn sie soll Claire in das Flugzeug bringen. Diese verlangt aber von Jack, dass er sagt, dass sie sich wiedersehen, doch Jack schüttelt den Kopf und küsst sie stattdessen ein letztes Mal. Toll, wie die beiden voneinander gehen und sich gegenseitig, dass sie sich lieben. Jetzt endlich ist mal eine großartige Szene zwischen den beiden gelungen, schade nur, dass es so kurz vor Schluss sein musste.
Währenddessen arbeiten Miles und Richard an der Hydraulik des Flugzeuges. Ein bisschen selbstironisch klingt es nach all den großen Sachen an denen in diesem Finale geglaubt wird, als Richard Miles fragt: "Can you fix it?" und Miles antwortet: "I don't believe in a lot of things but I do believe in duct tape. Yeah, I think we're good." Ein weiteres Beben deutet wieder daraufhin, dass es langsam sehr knapp wird mit der Zeit. Sawyer meldet sich derweil bei Walkie, dass sie auf dem Weg sind mit dem Segelboot und Frank weist sie nochmal daraufhin, dass sie nicht viel Zeit haben. Frank wirft gleich darauf, dass Walkie wieder weg, er selber hat es sehr eilig von der Insel wegzukommen. Kate und Sawyer bleibt dagegen erst einmal nichts anderes übrig, als von den Klippen in das Wasser zu springen.

TIME TO LET GO: SAWYER AND JULIET

Für viele war es der wohl beste Let-Go-Moment, als sich Sawyer und Juliet treffen. Auch ich bin dieser Meinung, besonders deshalb, weil dieser Moment so lustig einige Dinge vom Anfang der Staffel aufklärt und für das entschädigt, was Juliet im Staffel 5 Finale getan hat.
Sawyer jedenfalls fragt Jack, wo er etwas zu Essen herbekommt und Jack verweist auf dem Automaten am Ende des Ganges. Dieser stellt sich jedoch als nicht richtig funktionstüchtig heraus, denn wieder mal möchte der Apollo-Riegel nicht nach unten fallen. Juliet kommt schließlich hinzu und fragt, ob sie ihn helfen kann. Dieser meint nur es wäre okay, er wäre ein Cop. Schön ist daraufhin Juliets Kommentar: "Maybe you should read the machine its rights?" Doch Juliet zeigt ihm, wie es geht, indem man einfach den Stecker zieht und tatsächlich funktioniert es. Genialerweise stellt sich heraus, dass Juliets "It worked", welches Miles gehört hat sich auf den Automaten bezog und nicht etwa auf die Bombe. Als er Sawyer den Schokoriegel gibt, haben beide dann ihren Let-Go-Moment genial vermischt mit Juliets Tod und jene Worte die Juliet sprach, spricht sie auch nun. Für Sawyer war es wohl das gößte Problem eine Beziehung aufzubauen, die auch hält. Dies fand er erst mit Juliet und auch für sie war es eine Erfüllung mit Sawyer zusammenzusein, darum überrascht es nicht, dass der Let-Go-Moment für beide im Zusammentreffen in dieser Welt liegt. Beide schafften es erst bessere Menschen zu werden, als sie sich gegenseitig fanden und fähig waren eine dauerhafte Beziehung einzugehen. Für Sawyer war es gleichzeitig eine Prüfung seinen Drang nach Rache aufzugeben und lieber mit denen Menschen zu leben, die er sehr schätzte. Das zeigte sein Verhalten gegenüber und Charlotte und Miles, nachdem er diesem seine Geschichte anvertraute. Doch erst durch Juliet überwand er endgültig diese Gefühle.
Und auch Kate und Jack sind kurz davor ihren Let-Go-Moment zu haben, denn Jack sucht auf dem Konzert nach seinem Sohn, welcher aber nun verschwunden ist, denn Jack beginnt so langsam zu realisieren. Stattdessen trifft er Kate, die ihm zunächst gesteht woher sie sich kennen und sie entschuldigt sich auch dafür seinen Stift geklaut zu haben. Doch das ist nicht, woher sie sich kennen, wie Kate meint. Als sie ihn berührt, hat er wieder neue Erinnerungsblitze und Kate gesteht: "I missed you so much." Noch immer aber ist er zu verwirrt, um zu verstehen, was wirklich passiert. Kate versteht es, dass er es noch nicht weiß, doch wenn er mit ihr kommt, wird er es.

DER NEUE ANFÜHRER

Jack ist dabei die Sache mit dem Untergang der Insel zu richten, doch das ist nicht die einzige Aufgabe, die er hat. Er muss genauso seinen Posten weitergeben, denn die Insel braucht einen neuen Beschützer, sobald er tot ist. Dies macht er auch Hurley klar, auch wenn dieser nicht akzeptieren will, dass sich Jack umbringt. Doch er muss sich opfern, um die Insel zu retten. Dazu ist er bestimmt. Hurley jedoch ist immer noch nicht dafür: "You're not supposed to die! The Island needs you!"
Doch Jack sagt zu ihm: "Hurley it needs you." Und so kommt es auch Jacks Wahl als seinen Nachfolger und neuen Inselbeschützer fällt auf die Person, die dafür wohl am besten geeignet ist. Hurley mit seinem menschenfreundlichen Wesen ist am ehesten geeignet aus der Insel einen friedlicheren Ort zu machen, im Gegensatz zu Jacob, der tausende Menschen zur Insel brachte, um einem Rauchmonster zu beweisen, dass diese gut sind, obwohl er sich nicht einmal die Mühe machte sie zu fragen ob sie das wollen oder ihnen auf der Insel weiterhalf.
Interessant ist dabei, dass sich Ben nicht hervordrängt um den Posten, sondern passiv bleibt. Es braucht keinerlei Beweise mehr, Ben hat endlich gelernt, dass Macht nicht alles ist, was man in Leben braucht und das er selber wohl mit seinem Wesen als Beschützer ungeeignet wäre. Vielleicht möchte er aber auch diese Position nach gar nicht, nachdem er gesehen hat, was mit den anderen Beschützern passiert ist und wie vorallendingen Jacob Menschen manipuliert hat.
So überträgt Jack Hurley die Aufgabe, zumindest solange, bis er seine Aufgabe erfüllt hat, danach würde er den Posten wieder zurücknehmen, obwohl beide wissen, dass es nicht so kommen wird. Trotzdem will Hurley es nur machen, wenn Jack den Job sofort zurücknimmt, nachdem er das Licht wieder aktiviert hat.
So findet erneut die Zeremonie statt, die den neuen Inselbeschützer auswählt und auch wenn sie wohl durch das Ausgehen des Lichtes nur rein symbolische Bedeutung hat, so ist es dennoch wichtig. Denn es ist eine Frage des Glaubens. Als Trinkgefäß wird ausgerechnet Bens alte Oceanic-Flasche genommen, die er schon seit der halben Staffel mit herumträgt. Es ist wieder einmal gut gemacht, dass ein Gegenstand von jener Fluglinie, die die beiden zur Insel brauchte, dabei hilft das ganze Dilemma zu lösen. So wird Hurley der neue Beschützer, als er das Wasser trinkt und Jack die magischen Worte zu ihm sagt: "Now you're like me." Es ist dabei egal, dass die Insel vermutlich das ganze gar nicht als Weitergabe betrachtet, Hurley ähnlich wie Jacob die Aufgabe praktisch aufgedrängt wird. Allein Hurleys Wesen ist das beste was der Insel passieren kann und es deutet sich an: Wenn Jack das Licht wieder aktiviert wird die Insel endlich eine friedliche Zeit erleben.
Auf der Hydra-Insel kriegen derweil die drei das Flugzeug endlich zum laufen.
Vorsichtig lassen derweil Ben und Hurley Jack in die Höhle hinab, als ein Beben einsetzt und Jack so den Rest des Weges nach unten stürzt. Dort unten findet Jack den noch immer bewusstlosen Desmond, der ihm erklärt, dass er Recht hatte. Er ist nicht zu jenem Ort gekommen, den er gesehen hatte. Auch wenn seine Vorstellung von dem was beim Hinabsteigen in die Höhle passierte, nicht in Erfüllung ging, so hatte er dennoch Recht, denn sein Tod hätte das bewirkt. Allerdings soll Desmond noch nicht sterben, wie auch Jack bemerkt. Desmond möchte zwar den Stopfen wieder richtig positionieren, doch Jack ist dagegen. Es ist nun seine Aufgabe, auch wenn er dabei stirbt, doch Desmond hat noch eine Frau und ein Kind, um die er sich kümmern muss. So rettet er auch Desmond vor dem Tod und bindet ihn an das Seil, sodass Hurley und Ben ihn retten können. Es ist schön, wie die beiden sich verabschieden, natürlich mit den Worten: "I'll see you in another life, brother." und wie sich herausstellt hat Jack damit absolut Recht.

EIN NEUER ANFANG

Auch Sawyer und Kate haben nun die Hydra-Insel erreicht und finden dort Claire vor. Währeddessen werden die Beben immer stärker und mehrere Teile der Hauptinsel stürzen ins Meer. Frank jedenfalls kann nicht mehr warten und startet das Flugzeug, ehe die ganze Hydra-Insel im Meer versinkt. Sawyer merkt auch, dass sie jetzt losgehen müssen, sonst ist es zu spät. Kate möchte, dass Claire mitkommt, doch diese kann nicht mit der Begründung: "Look at me! This Island's made me crazy, I--I don't want Aaron to see me like this. I don't even know how to be a mother anymore." Doch Kate meint das wäre normal und sie würde ihr helfen dabei Aaron großzuziehen. Auch für Claire nimmt es also ein positives Ende, nachdem sie in den Schatten von Smokey geraten war und wahnsinnig geworden ist, doch nach seinem Tod kann nun auch sie einen Neuanfang starten. Gerade noch rechzeitig schaffen es die drei zu dem Flugzeug und können nun zusammen von der Insel wegfliegen.
Es ist ein lustiger Trupp, der da die Insel verlässt. Frank als Pilot, der dazu bestimmt war Oceanic 815 zu fliegen, welches auf die Insel stürzte und nun ist er der Pilot, der es schafft mit einem Flugzeug endgültig von der Insel zu verschwinden. Da wäre noch Sawyer, einer der ursprünglichen Überlebenden, der jede Chance zu fliehen immer wieder verpasst hat und so einer der Losties war, die am längsten auf der Insel festsaßen. Nun hat er die Chance ein neues Leben anzufangen, auf dem Festland hat er immerhin noch eine Tochter. Claire dagegen verfiel Smokey, ehe sie hätte mit fliehen können, auch sie hat nun die Chance auf einen Neuanfang. Kate dagegen ist die einzige der Oceanic 6, der die Flucht von der Insel gelingt und nun kann sie zusammen mit Claire Aaron aufziehen und muss nicht mehr auf der Flucht sein. Miles dagegen kam mit Widmores Wissenschaftler-Team an, ihn ging es vorwiegend Geld. Doch da er noch immer die Diamanten von Nikki und Paulo hat, besteht nun auch für ihn die Chance etwas Neues mit seinem Leben anzufangen. Zum Schluss ist da noch Richard, der eigentlich nichts mehr hat in der realen Welt, doch auch er wird sich wohl den normalen Umständen anpassen können und nachdem Jacobs Gabe von ihm genommen ist endlich vernünftig leben. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass er zurück nach Teneriffa zieht. Andererseits war es sein großer Traum in Amerika zu leben.
Für alle jedoch steht fest, dass sie sich diesmal endgültig von der Insel befreien konnten und wohl nicht in drei Jahren das Bedürfnis haben zurückzukehren.

Jack schafft es dagegen den Stopfen wieder in der Mitte des Beckens zu platzieren und als wieder Wasser strömt, der Rauch verschwindet, weiß er auch, dass er es geschafft hat. Das Licht fängt wieder an zu leuchten und auch der Wasserfall fängt wieder an zu strömen. Hurley und Ben stellen das auch fest und ziehen zugleich am Seil, doch als sie feststellen, dass Desmond am Ende hängt, wissen sie auch, dass Jack sich wirklich geopfert hat. Erschöpft aber froh liegt er in dem Becken, während das Licht immer heller wird. Für ihn wird es keinen Neuanfang geben.

BEN UND LOCKE

Wie lange haben wir darauf warten müssen, dass endlich mal wieder Ben und der echte Locke ein Gespräch haben. Nun es hat bis zum Finale gedauert und es könnte besser nicht sein. Nachdenklich sitzt Ben vor der Kirche und es ist ihm nicht zu verdenken. Von all den anderen, die schon in der Kirche sind hat er neben Sayid am meisten Menschenleben auf dem Gewissen. Lange Zeit hat er die Losties nur manipuliert und benutzt, verständlich, dass er sich nicht gleich zu ihnen gesellen will, sondern noch über seine Taten nachdenkt und versucht zu bereuen.
Daraufhin kommt auch Locke zu ihm, der immer noch im Rollstuhl sitzt. Die beiden begrüßen sich, denn beide wissen mittlerweile was los ist und wer der andere jeweils ist bzw. war. Locke fragt nach, ob die meisten in der Kirche sind und Ben sagt die meisten sind es schon. Locke möchte gerade weiterfahren, als Ben noch einige Worte an ihn richtet: "I'm very sorry for what I did to you John. I was selfish, jealous. I wanted everything you had." Es ist schön zu hören, dass Ben soviel Reue zeigt und die Größe hat sich bei Locke zu entschuldigen und dabei auch noch eigene Fehler einsieht. Ganz wichtig ist schließlich folgende Feststellung: "You were special, John... and I wasn't." Der lebende Ben hat dies eigentlich nie eingesehen, es Locke nur eingeredet, damit er ihn benutzen kann, doch auch er ist wohl durch die Ereignisse mit Smokey, Jack und der Fastzerstörung zu dem Schluss gekommen, dass in Locke mehr steckte, als er ahnte. Locke vergibt ihm jedenfalls, eine weitere großartige Geste und man merkt deutlich, dass es Ben hilft, mehr als er mit Worten jemals ausdrücken könnte. Locke fragt, was er nun mache und Ben antwortet: "I have some things I still need to work out. I think I'll stay here a while."
Gerade als Locke wieder davonfahren möchte, weist Ben ihn daraufhin, dass er den Rollstuhl gar nicht brauche und tatsächlich kann Locke nun auch in dieser Welt ohne Hilfe laufen. Großartig, dass bei diesem letzten Schritt den Locke gehen muss, ausgerechnet Ben ihm hilft. So finden jene beide Charaktere ein großartiges Ende, während es im realen Leben so grausam endete für Locke. "Goodbye, Ben.", ein toller Schluss.

DIE NUMMER ZWEI

Auch auf der Insel bekommt Ben ein besseres Ende, als ich es mir je vorgestellt hätte, denn ich habe immer damit gerechnet, dass Ben stirbt und das spätestens im Finale. Doch die Autoren geben meiner Lieblingsfigur ein besseres Ende, als ich es mir je vorgestellt hätte und allein dafür ist das Ende der Serie mehr als gelungen.
Er hilft dem bewusstlosen Desmond, während Hurley noch um Jack trauert. Doch Ben meint, dass dieser nur seine Aufgabe erfüllt hat. Nun aber ist es Hurleys Aufgabe und er weiß gar nicht was er machen soll. Ausgerechnet der so lange Zeit menschenverachtende Ben hat die passende Antwort parat: "I think you do what you do best. Take care of people. You can start by helping Desmond get home." Hurley jedoch stellt fest, dass dies nicht geht, da niemand die Insel verlassen kann. Ben jedoch weist Hurley daraufhin, dass dies Jacobs so gemacht hat, doch er kann es anders machen und zwar besser als er. Tatsächlich denke ich, dass jene Schutzbarriere um die Insel verschwunden ist und diese wohl auch nicht mehr ständig durch den Raum springt, um vor ungewünschten Besuchern sicher zu sein. Hurley kann das regeln wie er will und da auch Jacob die Möglichkeit hatte die Insel schnell zu verlassen, so wird es wohl auch Hurley möglich sein Desmond schnell nach Hause zu seiner Frau und seinem Kind zu bringen.
Und Hurley fragt Ben, ob er ihm helfen könnte. "I could really use someone with like, experience. For a little while. Will you help me, Ben?" Für Ben ist diese Aufgabe natürlich die höchste Ehre, wollte er diesen Job, doch schon zu Jacobs Zeiten, litt aber darunter, dass dieser ihn nie sehen wollte. Nun hat er direkten Draht zu dem Anführer der Insel und findet endlich nach all den Jahren Erfüllung. Sicher ist auch, dass Ben nie versucht hat Hurley zu stürzen, sondern ihn immer dabei unterstüzt hat die Insel zu führen. Es ist ein interessantes Ende, welches sogar Hoffnungen auf mehr macht, eine Fortsetzung, doch ich denke jeder soll sich seine eigenen Gedanken darüber machen, wie Ben und Hurley die Insel führen. Das Inselgleichgewicht kommt so jedenfalls endlich zur Ruhe.

TIME TO LET GO

Was ist das geniale an dem Alternativszenario. Wir wissen nun, dass Ben und Hurley die Insel führen werden, aber nicht was sie machen. Dennoch erfahren wir nur einen kurzen Augenblick später, dass beide ihren Job großartig gemacht haben und sich beide gute Arbeit attestieren.
Hurley jedenfalls weist Ben daraufhin, dass sie schon alle in die Kirche sind, doch er wird wohl nicht mitkommen. Ben wird wohl selber noch versuchen, Alex und Danielle mitzunehmen, vermutlich noch einige mehr, denn auch wenn er mit den Losties, besonders mit Hurley eine gute Zeit vebracht hat, so gibt es dennoch denke ich mal eine Menge andere Personen, die Ben auch wichtig sind. Auch er ist selber wegen seiner Taten im richtigen Leben noch nicht bereit dafür. Umso besser ist es, was dabei Hurley zu ihm sagt: "You know, you were a real good number two." Und daraufhin meint Ben zu ihm: "And you were a great number one, Hugo." Daraufhin verabschiedet sich Hurley von Ben.
Auch die letzten erreichen nun die Kirche, nämlich Jack und Kate. Jack erkennt die Kirche als die, in der die Beerdigung seines Vaters stattfinden soll. Er fragt Kate, was er hier soll und diese antwortet ganz einfach: "Because this is where you're gonna have your father's funeral. You can go in around back." Kate geht jedoch vorne hinein, um auf ihm Inneren zu warten. Für Jack ist nun fast der große Moment gekommen.
Auf der Insel liegt Jack schwer verletzt auf dem Damm, aber für sein selbstloses Handeln wird er davor verschont Samuels Schicksal als Smokey zu teilen. Erschöpft geht er in den Dschungel.
In der alternativen Welt betritt Jack die Kirche und kommt in dem Raum, in dem der Sarg seines Vaters steht. Es ist dabei genial das eine Kirchenfenster zu sehen, denn dieses zeigt Symbole von allen Weltreligionen. Eine gute Botschaft, die zeigt, dass dies nicht einfach nur eine Kirche ist, sondern eine Zuflucht, wo alle Menschen aller Religionen sich treffen können. Man sieht auch zahlreiche andere Symbole von verschiedenen Religionen. Als er den Sarg berührt hat er schließlich seinen Let-Go-Moment und sein Leben zieht an ihm vorbei. Schließlich ist es wenig überraschend, dass sein Vater gar nicht in dem Sarg liegt, sondern hinter ihm steht. Er klärt nun Jack darüber auf und er realisiert endlich, warum er hier ist und sein Vater auch, denn beide sind gestorben. Dieser Ort ist eine Art Vorhimmel. Es ist toll, dass ausgerechnet Jacks Vater nun die Rolle übernimmt seinen Sohn aufzuklären, denn erst ihn hat Jack gebraucht, um die Bedeutung dieses Ortes zu verstehen und warum er hier ist. Erst nachdem Jack Locke gerichtet hat, Kate gefunden und nun mit seinem Vater noch ein letztes klärendes Gespräch hat kann auch er sich erinnern und loslassen.
Christian jedenfalls erklärt ihm auch, dass er und alle anderen in der Kirche real sind und sie alle tot sind. "Everyone dies sometime, kiddo. Some of them before you, some...long after you." Jack möchte natürlich wissen warum sie alle hier sind und es stellt sich heraus, dass dieser Ort zeitlos ist. Eine gute Erklärung, die jene unmöglich anmutenden Zeitabläufe dieser Welt perfekt erklärt. Schließlich möchte Jack wissen, was dieser Ort nun eigentlich ist. "This is the place that you...that you all made together, so that you could find one another. The most...important part of your life, was the time that you spent with these people. That's why all of you are here. Nobody does it alone Jack. You needed all of them, and they needed you." Eine schönere und bessere Auflösung konnte es für dieses manchmal von mir verhasste Szenario gar nicht geben und es ist eine gute Idee der Autoren, dass die Lostie sich einen Ort geschaffen haben, wo sie sich noch einmal wiedertreffen können, bevor sie endgültig weiterziehen.
Denn Christian erklärt, dass sie hier sind, um: "To remember...and to...let go." Jack möchte wissen, ob es das gleiche ist wie "leave", doch Christian meint besser wäre der Begriff "move on". Doch wohin sie gehen, das soll Jack selbst gehen und geht in die Kirche, wo bereits all die anderen auf ihn warten. Es ist eine Zusammenstellung von Jacks wichtigsten Leuten. Interessant, dass seine Mutter nicht dazu gehört, genau wie seine Ex-Frau, beide hatten für Jack keine wichtige Rolle eingenommen und waren ihm letztendlich nicht so wichtig. Die anderen dagegen schon, denn mit ihnen hat er die meiste Zeit auf der Insel verbracht, ihnen geholfen, so wie sie ihm geholfen haben. Letztlich hat er sich für die Insel geopfert und auch für die meisten dieser Menschen. Etwas schwer verständlich ist, warum Penny dabei ist, doch auch das ist logisch, denn sie ist Desmonds wichtigster Mensch gewesen und ohne Desmond hätten die meisten sich nie erinnert und loslassen können. Sie alle haben sich untereinander geholfen, um zu dieser Kirche zu gelangen, um gemeinsam weiterzugehen. Dazu musste viele von ihnen noch einige Prüfungen durchgehen, um zu beweisen, dass sie wirklich bereit sind mit ihrem alten Leben endgültig abzuschließen, um weiterzuziehen. Einige Personen wie Michael konnten nicht einmal diesen Ort erreichen, womöglich weil sie ihre Taten nicht bereuten. Andere wie Richard oder Frank waren wohl die Losties doch nicht die wichtigsten Menschen, für Richard ist es wohl Isabell. Auch Miles, Daniel und Charlotte fehlen in der Kirche, auch wenn sie in dieser Welt waren, so werden sie wohl selber in einer anderen Gruppe in einer anderen Kirche weiterziehen, immerhin hat Desmond dies Eloise versprochen. Ganz sicher werden auch Walt, der erwachsene Aaron und die erwachsene Ji Yeon ihre eigenen Gruppen haben, da auch sie wichtigere Menschen kennengelernt haben als die Losties.
Somit ist verständlich, dass nur eine kleine Gruppe weiterzieht, denn nur diese Menschen waren für Jack wirklich das wichtigste. Christian jedenfalls öffnet ihnen die Tür und zieht als Erster weiter. Es ist schön, dass offen bleibt, wer ihm nun alles folgen wird und auch ist es toll, dass jener Ort verborgen bleibt, denn wie der Himmel oder das Jenseits aussieht soll doch bei der Fantasie des Zuschauers bleiben.

THE CIRCLE

Perfekt wie Lost nun endet, als sich Jack parallel zu den Ereignissen in der Kirche schwer verletzt zu jener Stelle schleppt, an der erst abgestürzt war und womit Lost begann. Der Kreis wird geschlossen, als Jack an jener Stelle schwer verletzt zu Boden sinkt, doch er ist dabei nicht allein. Vincent kommt noch zu ihm und legt sich neben ihm. Auch dies ist eine tolle Parallele zum Piloten und wie zur Erlösung sieht Jack noch den Ajira-Flieger und weiß, dass seine Freunde die Flucht geschafft haben. Zufrieden stirbt Jack und es endet damit, dass er sein Auge schließt.

BODYCOUNT

Brutal blieb er im Laufe in Bewegung und im Finale rechnete ich mit einem Massensterben, bzw. mit dem Tod der restlichen Losties. Überraschenderweise sterben dann doch nur Smokey und Jack, beide auf keinen Fall übertriebene Art. Und bei knapp 700 Toden stoppt dann auch der Bodycount.

Summe: ca. 696

Und hier wird es mir einfach gemacht, denn alle sind tot in dieser Zwischenwelt.

THEY SUPPOSED TO BE HERE

Interessant, wie es nun für alle endete.
Hurley und Ben regieren die Insel, werden wohl als Erstes Desmond von der Insel bringen. Vermutlich finden sie Cindy, Zack und Emma und die restlichen Others im Dschungel und helfen ihnen, entweder von der Insel oder ein neues Leben anzufangen.
Rose und Bernard werden weiterhin friedlich auf der Insel leben, vielleicht öfters mal besucht von Hurley, denn jetzt brauchen sie keine Angst zu haben in irgendwelche verrückten Abenteuer verstrickt zu werden.
Frank, Kate, Claire, Miles, Sawyer und Richard können derweil außerhalb der Insel eine neue Existenz anfangen.

Auf der Insel verbleiben ungefähr 8 Leute.

FAZIT:
Ein mehr als gelungenes Finale, welches von großartigen Charaktermomenten lebt, für eigentlich alle Charaktere ein würdiges Ende findet und den verrückten Kampf um die Insel zu einem friedlichen Ende zu bringen. Perfekt schließt sich der Kreis von Anfang und Ende. Lost endet genial und bleibt eine der außergewöhnlichsten und besten Serien allerzeiten.
Danke für diese großartige Serie!

Freitag, 4. Juni 2010

6/16 What They Died For (Erik)

Endzeitstimmung bei Lost. Sowohl die Insel, als auch die FS gehen einem ungewissen Ende entgegen. Schön ist es, wie die Charaktere sich ein letztes Mal verteilen und agieren, besonders gefiel mir Ben, der nach einem eher schwachen Auftreten in Staffel 6 nochmal zu alter Höchstform aufläuft. Und auch in den FS wird es mit Desmond noch einmal mächtig spannend.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: WIEDER DIE WUNDE UND DER SARG TAUCHT AUF

Gut, zugegeben mittlerweile weiß ich, was es mit den FS auf sich hat und auch warum Jacks Hals blutet, dennoch ist es sehr interessant zu beobachten, dass kurz nachdem Jack diese Wunde entdeckt, Desmond als Oceanicmitarbeiter anruft und ihm mitteilt, dass der Sarg seines Vaters gefunden wurde.
Auch interessant ist es, dass hier schon das finale Element der FS genannt wird, das Konzert. Jacks Sohn wird jeweils hingehen mit seiner Mutter, was Jack etwas verrückt macht. Schließlich kommt noch Claire hinzu, die nun mit bei den Shephards wohnen darf. So langsam kommen die Charaktere Schritt für Schritt zusammen. Desmond aber spielt wie gesagt die größte Rolle, denn es ist Christians Sarg der letztendlich die Schlüsselrolle spielt bei den FS.

PILOT PART 2

Wunderbar wie diese erste Szene an den Piloten erinnerte und die Situation kurz nach dem Absturz. Wieder einmal sind unsere Helden auf der Insel gestrandet, erneut nach einer Katastrophe und sie fangen wieder praktisch bei Null an. So ist es auch bezeichnend, dass es zu einer Spiegelszene aus dem Piloten kommt, als Jack Kates Schusswunde zusammennäht, passenderweise mit schwarzem Faden. Hurley und Sawyer sitzen dagegen einfach nur geschockt am Strand, wissen nicht wie es nun weitergehen soll, ähnlich dem Piloten.
Dann ist es auch ausgerechnet Kate, die den Part übernimmt, den eigentlich Sun oder Jin hätte spielen müssen, als sie Jack von Ji Yeon berichtet und das Jin seine kleine Tochter noch nicht einmal getroffen hat. Dies allein reicht Kate als Argument aus, um Flocke zu töten, der ihnen das angetan hat. Jack ist dafür und wenn man das Finale kennt ist es wirklich interessant, dass ausgerechnet diese beiden Flockes Tod beschließen.
Noch bessere Pilotstimmung kommt nachdem Titelbildschirm auf, Überreste aus dem U-Boot werden an Land gespült, Sawyer, Kate und Hurley blicken traurig aufs Meer, während im Hintergrund die Musik läuft, die auch im Piloten lief nachdem der chaotische Absturz vorüber ist und die Charaktere realisieren was geschehen ist. Jack ist derjenige, der wie auch im Piloten als Erster die Initiative ergreift und eine Tour in den Dschungel vorschlägt. Sein Ausflug ist aber dieses Mal nicht das Cockpit, sondern der Brunnen indem Desmond festsitzt. Sayid erwähnte ihn vor seinem Tod, Flocke wollte ihn tot haben und so ist er wohl durchaus brauchbar für den Endkampf, der immer näher rückt.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: BEN ERINNERT SICH

Wow, wollte Desmond wirklich Locke zum zweiten Mal anfahren, weil dieser die Gelegenheit sich von Jack operieren zu lassen einfach links liegengelassen hat? Ganz schön hart der Desmond, was das Loslassen angeht. Das bekommt auch Ben zu spüren, der Desmond wiedererkennt und ihn davon abhalten will Locke erneut umzufahren. Desmond aber zögert nicht lange verprügelt Ben und erklärt ihm: "I'm not here to hurt him, I'm here to help him let go." Als Ben fragt wer denn nun Desmond ist, schlägt dieser ihn erneut und es ist wohl kaum verwunderlich, dass Ben sein ganzes Erinnerungsvermögen an die Insel durch Schläge zurückbekommt und auch, dass Desmond nicht gerade gut auf ihn zu sprechen ist. So sieht er Desmond, wie er ihn schägt, kurz nachdem er versucht hat Penny zu töten. Dann wirft Desmond ihn zu Boden und fährt weg. Von allen Losties bekommt Ben die unsanfteste Art sich an sein früheres Leben zu erinnern.

DIE VIERTÄGIGE BESICHTIGUNGSTOUR ENDET

Das müssen wir die Lost-Autoren noch irgendwie erklären, denn ich finde es kurios und auch ein bisschen mysteriös, aber vorallendingen interessant. Was zum Teufel haben Ben, Richard und Miles vier Tage lang gemacht, in denen sie eigentlich zu den Baracken gehen wollten? Man muss es sich vor Augen führen, dass in der Zeit in der sich diese kleine Gruppe abgespalten hat, der Rest zu Flockes Gruppe gefunden hat, ein Tag vergangen ist, diese Gruppe zur Hydra-Insel gelangt ist, wieder ein Tag vergangen ist, Flocke zur Hydra-Insel kam, das U-Boot benutzt wurde, wieder verging ein Tag und zu guter letzt noch Widmore und Zoe von der Hydra-Insel zu den Baracken kamen, die sie aber immerhin um fünf Minuten zuvor kamen. In dieser Zeit hätten sie nicht nur schon längst die Baracken und das Flugzeug sprengen müssen, nein sie hätten sogar Zeit gehabt die Insel einmal zu umrunden und sich einige wichtige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Eine Fanfiction wäre also angebracht und darin werde ich wohl das mit den Sehenswürdigkeiten vermerken. Eine gute Idee.
Unter Anbetracht dieser Tatsache ist es noch ironischer, als Miles Ben fragt, ob sie wirklich eine Abkürzung nehmen. Woraufhin Ben auf seine geniale Weise erwidert: "I lived in these houses a long time, Miles. I think I can remember how to get there." Wie sehr ich hinterhertrauere, dass wir nicht mehr von diesen vier Tagen gesehen haben, wird spätestens bei Miles herrlicher Erwiderung deutlich: "Well, I lived in these house 30 years before you did; otherwise known as last week...and I have no idea where the hell we are." Ben sagt er solle froh sein, dass er ihm folgt. Richard erkundigt sich derweil nach dem C4 und Ben meint es wäre genügend da, um das Flugzeug zehnmal in die Luft zu sprengen. Auch nach der langen Zeit wird es da sein, da Ben ein sicheres Versteck dafür hat. Wieder mal genial, wie Miles meint: "Let me guess--cookie jar." Auch schön Bens Erwiderung: "Don't be ridiculous...It's in my secret room behind the bookcase." Man hat wirklich eine gute Gelegenheit verpasst und hätte mehr von diesem Trio zeigen können.
So erreichen sie dann nachdem Ende ihrer Besichtigungstour doch die verlassenen Baracken, um ihre eigentliche Mission auszuführen. Kurz bevor sie aber zu Bens Haus gelangen hat Miles wieder eine Totenvision und fühlt sich zunächst verlegen Ben alles zu sagen: "It's just--I--you know, I get wonky around dead stuff." Ben fragt ihn nochmal was ist und als Miles sich wieder nicht getraut, sagt es Richard zu ihm, dass es Alex ist. Kurz nachdem Ben die Insel verlassen hat, hat er sie verraten. Noch einmal sehen wir einen emotional aufgewühlten Ben, der sich bei Richard bedankt dafür und für eine weitere Person wird dies noch unangenehme Folgen haben, dass sich Ben nochmal daran erinnern muss, dass hier seine Tochter gestorben ist.
Dann gehen sie schließlich in Bens Haus und in den Geheimraum. Genial, wie Miles fragt, als Ben die Hemden zur Seite schiebt: "What's that? A secreter room?" Ben gibt eine gute Antwort, was dieser Raum denn wirklich ist: "It's where I was told I could summon the monster. That's before I realized that it was the one summoning me." Ein kleiner Hinweis auf Bens weiteres Verhalten, denn wie wir wissen ist er keiner, der sich gerne benutzen lässt, sondern eher andere benutzt. Dann öffnet er den Safe und fragt noch einmal Richard, ob sie das Flugzeug nur unbrauchbar machen wollen oder es in zur Hölle blasen. Richard geht natürlich auf Nummer sicher und möchte, dass es zur Hölle geblasen wird. Also nehmen sie alle Blöcke mit. Kurz darauf sind seltsame Geräusche aus dem Vorraum zu hören und dort taucht jemand auf, den ich gar nicht mehr sehen wollte bei Lost, Zoe. Zurecht fragt Ben, wer sie denn eigentlich ist und so meldet sich Charles Widmore zu Wort, der meint sie wäre mit ihm hier. So kommt es, dass sich nach all den Jahren Ben und Widmore wiedertreffen: "Hello, Benjamin... May I come in?" Schlecht nur für Widmore, dass Ben nachdem er schon vor Alexs Grab stand, nun auch im Hintergrund von Widmore ein Bild von Alex hängt.
Unbeeindruckt von der Waffe, die Ben auf ihn richtet, holt sich Widmore erstmal ein Glas Wasser zu trinken aus einer Leitung, die wohl seit drei Jahren keiner mehr benutzt hat. Ben fragt was er hier mache, doch Widmore reagiert nur befehlerisch wie immer und sagt ihm er solle das Gewehr runternehmen, Zoe dagegen soll ihr Zeug von dem Kanu holen und dieses dann sinken. Doch Ben bleibt hart: "She's not going anywhere. If you don't answer me, I swear...". Widmore erzählt ihm, dass wenn er ihn erschießt seine letzte Chance zu Überleben dahin ist und schickt Zoe nun los. Dann fragt er Richard, was sie hier machen, der zu Bens Entsetzen sofort ihre ganze Mission verrät. Als Widmore fragt warum sie das machen wollen, sagt Ben nur, dass es nicht seine Angelegenheit wäre. Es wird schon deutlich, dass bei Widmore Ben sine sonst so selbstsichere und manipulative Art etwas verliert. Allerdings verhält sich Widmore wieder nicht sehr schlau: "I've had that plane rigged with explosives since I got here. As usual, Benjamin, I'm three steps ahead of you." Sowas zu Ben zu sagen, der auch noch bewaffnet ist, ist nicht gerade schlau und wir werden auch sehen, dass das stimmt. Schließlich fragt Ben, wie er zurückgekommen ist, die erste wirklich wichtige Frage zu Widmores Rückkehr. "Jacob invited me." Das mag zwar stimmen, auch wenn Ben es als Lüge abtut, aber schlau war es wieder nicht, denn Ben hat Jacob nie gesehen und das hat ihn bekanntermaßen mehr aufgeregt als alles andere. Widmore erzählt nun, wie es dazu kam und das Jacob ihm klargemacht hätte welche Fehler er begangen hat. Nun gut dann war also der Staffel 5 Widmore, doch auf Jacobs Seite hat aber unwissend auch Flocke mit in die Karten gespielt. Außerdem hätte Jacob ihm alles klargemacht, welche Aufgabe er noch hat und was er noch machen muss. Als Ben genauer nachfragen will, meldet sich ausgerechnet Zoe, die Flcoke entdeckt hat. Zu allem Übel muss nun der Zuschauer sie auch noch einmal ohne Brille sehen. Natürlich konnte sie noch nichtmal ihre Aufgabe zu Ende bringen. Widmore befiehlt ihr zurückzukommen. Zu Ben sagt er, dass wenn sie überleben wollen, sich verstecken müssen.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: LOCKE FÄNGT AN ZU GLAUBEN

Mit Schwester Kondracki kriegen wir nun jene Person zu sehen, die es Ben fast ermöglicht hätte den Posten des Schuldirektors zu bekommen, weil sie eine Affäre mit dem Direktor hatte. Nun flickt sie Ben zusammen, der sie wieder einmal mit Dr. Linus korrigiert. Dann sieht Ben in den Spiegel und erkennt sich wohl auf die Weise wieder, als er schon einmal von Desmond zusammengeschlagen worden ist, möglicherweise realisiert er aber noch viel mehr aus seinem früheren Leben. Dann kommt Locke hinzu und redet Ben auf diesen Zwischenfall auf dem Parkplatz an. Ben erklärt ihm alles, auch das was während des Kampfes mit ihm passiert ist, die Bilder, die er gesehen hat. Sofort ruft Locke die Polizei, doch Ben unterbricht ihn, denn der Mann hat auch zu ihm gesagt er wolle Locke nicht verletzen, sondern ihn dabei helfen loszulassen. Ab diesem Moment realisiert Locke dann wohl, dass hier etwas Größeres vor sich geht, etwas von Bedeutung und er fängt selber an zu glauben.
Allerdings löst sich das mit Desmond auch von selbst, denn er ergibt sich der Polizei praktisch und wird von Sawyer in eine gleiche Zelle mit Sayid gesperrt, gleich nebenan ist noch Kate. Es ist schon genial zu sehen, wie er grinsend die beiden begrüßt, die gelangweilt und genervt in der Zelle sitzen.

JACOBS LETZTE RÜCKKEHR

Jacks Gruppe ist immer noch auf dem Weg zu dem Brunnen, Sawyer weiß wenigstens ungefähr wo er ist. Dann fragt Sawyer, warum Flocke Desmond nicht selbst tötet. Jack meint es wäre eine von seinen Regeln. Vermutlich stimmt das und auch wenn Desmond kein Kandidat ist, so steht er vielleicht doch unter speziellem Schutz von Jacob und ist so von Flocke nicht zu töten. Außerdem sehen wir noch, dass Flocke ihn für seine eigenen Zwecke benutzen möchte. Dann fragt Sawyer nach der Bombe im U-Boot und das Jack gesagt hat er könne sie nicht töten. Schön wie Jack zuerst sagt: "I've been wrong before." Etwas, dass er früher nie zugegeben hätte, eine weitere Nuance des neuen Jacks also. Dann fragt Sawyer, ob er sie getötet hätte. Jack aber spricht ihn von dieser Schuld los, auch etwas Neues, denn bisher gaben sich die Losties meistens bei so etwas gegenseitig die Schuld, als bei der wirklichen Ursache zu suchen.
Hurley sieht derweil plötzlich den jungen Jacob, der dann nochmal auftaucht, als Kate verschwunden ist, nach Hurleys Asche fragt und diese dann einfach klaut. Er rennt mit ihr in den Dschungel und Hurley folgt ihm, bis er schließlich auf den richtigen Jacob trifft, der vor einem kleinen Feuer sitzt. Hurley selber sagt er hätte auf ihn gewartet, dass er erscheint und fragt, wo er gewesen ist. Wie immer sagt Jacob, dass es nicht von Belangen ist, er ist jetzt hier und nur das zählt. Dann berichtet Hurley von Kind, dass seine Asche geklaut hat. Jacob erklärt ihn aber, dass die Asche nun in dem Feuer ist und wenn sie ausgebrannt ist wird er nie wieder zu sehen sein. Hurley sollte also besser seine Freunde zusammenrufen. Zugeben etwas seltsam ist es schon, dass Asche verbrennen kann, doch offenbar wird es hier nun der Nutzen der Asche erklärt. Sie sorgt dafür, dass gewisse Toten speziellen Leuten erscheinen können wie Hurley. Erst wenn der letzte körperliche Rest zerstört ist, verschwinden auch sie für immer.
Jacob jedenfalls sagt auch: "We're very close to the end, Hugo."

RUN, HIDE OR DIE

In den Baracken werden die Leute wieder vor eine altbekannte Wahl gestellt, Rennen, Verstecken oder Sterben. Denn Flocke geht an Land, betrachtet noch das Kanu von Zoe und Widmore und kann sich ein Bild davon machen, wer alles hier ist. Zoe jedenfalls ist für das Rennen wird aber dummerweise von ihrem Boss Widmore sofort überstimmt, der dafür ist, dass sie sich im Geheimzimmer von Ben verstecken. Ben dagegen wählt die wesentlich gefährlichere Variante, die das Sterben mit einbeziehen könnte: "I'm not interested in hiding. He's gonna find me sooner or later anyway. I'd rather have it over with." Miles dagegen findet zwar beide Pläne großartig, doch er ist mehr der Ansicht, dass Weglaufen mehr nützt. Er entscheidet sich von allen am besten muss man sagen. Doch Ben lässt ihn noch nicht gehen und fragt Widmore noch zwei Walkie-Talkies. Als Widmore fragt warum sagt Ben auf genial einfache Art: "Because I asked." Er gibt sie Miles für den Fall, dass dieser gebraucht wird. Widmore spricht dagegen die dritte Möglichkeit direkt an: "He's gonna kill you. You know that." Ben erwidert daraufhin ganz trocken: "Then I guess this is goodbye." Die Walkie-Talkies werden sich noch als ganz wichtig erweisen und sind wohl Widmores wichtigster Nutzen seit er zurück auf der Insel ist.
Zoe und Widmore verstecken sich hinter dem Bücherschrank, während Ben Richard fragt, ob er ihn begleiten wird. Richard willigt ein, denn er weiß genau, dass Flocke ihn fragen möchte, ob er ihn begleitet. So haben die anderen vielleicht eine Chance zu fliehen. Miles flieht derweil und macht eigentlich das einzig Richtige.
Die beiden anderen gehen nach draußen, bis Richard plötzlich von Smokey durch die Gegend geschmissen wird. Zum Glück weiß ich mehr, denn dies wäre wohl der mit Abstand unwürdigste Tod eines Maincharakters gewesen, besonders für Richard-Fans wohl ein Tiefschlag. Ben, der das alles sieht setzt sich nervös und aufgeregt auf einen Stuhl und wartet, bis Flocke um die Ecke kommt. Dieser sagt nur: "Just the man I was looking for." Ben entgegnet ganz trocken, dass er ihn nun gefunden hat. Noch besser, als er dann meint: "Can I get you a glass of lemonade?" Herrlich diese Dialoge wieder einmal zwischen den beiden. Dann kommt Flocke sofort mit seinen Absichten daher: "I need you...to kill some people for me, Ben." Zurecht fragt Ben warum er das machen sollte. Flocke hat das beste Angebot, dass man für Ben haben kann: "Because once I leave this island, you can have it all to yourself." Ben willigt scheinbar ein, dann fragt er ihn wessen Kanus das sind und Ben glaubt es wären Charles Widmores. Flocke fragt wo er ihn finden kann und sehr lustig wie Ben antwortet: "He's hiding in my closet." Auch genial, dass Ben erst beim letzten Satz Flocke in die Augen sieht, vorher starrt er nur geradeaus. Wieder mal eine geniale Schauspielleistung.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: BEN UND DIE ROUSSEAUS

Mit dem gebrochenen Arm hat Ben natürlich ein bisschen Probleme, zum Beispiel verliert er den Autoschlüssel. Zum Glück bemerkt das Alex in diesem Moment, die ihm sofort hilft und fragt was passiert ist. Gewohnt mysteriös und halb ausweichend antwortet er nur damit: "I found myself confronting someone that had a bit of a temper." Daraufhin sagt Alex etwas, dass sehr verwunderlich ist und wohl auch für Ben. Sie kann es nicht verstehen, denn in ihren Augen ist Ben der netteste Mensch auf Erden. Ben denkt, dass er wohl verwechselt worden ist. Alex meint er solle nicht selber fahren, sondern bei ihrer Mutter mitfahren und zu ihnen nach Hause kommen. Ben möchte keinen Ärger machen, doch Alex nutzt ein geschicktes Argument, als sie meint er sehe aus wie Napoleon. Wie wir wissen ist Bens Erinnerung so weit zurück, sodass er weiß was er in seinem früheren Leben getan hat und da trifft die Beschreibung Napoleon ungefähr zu.
Seine Mutter ist natürlich Danielle und mich hat es sehr überrascht, dass Mira Furlan doch noch einmal bei Lost aufgetreten ist. Fast genauso überraschend war es sie einmal in einer halbwegs normalen Rolle zu sehen, als Mutter von Alex. Sie jedenfalls freut sich Ben kennenzulernen und fährt ihn gerne, nach alledem was er für seine Tochter getan hat. Dann fragt Alex auch noch, ob er zum Abendessen bleiben kann. Ben wehrt schon ab, doch Danielle sagt interessanterweise: "No, we insist. Even if we have to kidnap you." Wer hat da nochmal wen auf der Insel von wem gekidnappt?
Nachdem Abendessen bedankt sich Daniell bei Ben dafür, dass sie auch einmal für jemand anderen als Alex kochen konnte, worauf die Sprache auf Alexs Vater kommt. Dieser ist aber gestorben, als sie zwei war oder besser, er ist an einen Ort gekommen, zu dem Alex und Danielle ihm (noch) nicht folgen konnten. Jedenfalls ist das der Grund, warum Alex Ben so mag, denn er ist der nächstbeste für sie als Vater. Das rührt Ben doch zu Tränen, denn er realisiert was er Alex in seinem wirklichen Leben angetan hat und merkt nun erst wieviel besser es doch hätte sein können, wenn er Alex dort besser behandelt hätte.

WIDMORES ENDE

Ben lässt derweil auf der Insel Flocke in sein Haus hinein und führt ihn geradewegs zu seinem Geheimversteck. Lustig wie er dazu meint: "After you... Charles and his lady friend are in here... She's armed. But I'm guessing that's not a problem for you." Flocke gibt ihm den Auftrag draußen zu warten, er muss das nicht mitansehen, doch Ben möchte es sehen. Immerhin wird womöglich sein größter Erzfeind getötet.
So geht Flocke hinein, macht ganz cool das Licht an und Ben meint nur ganz cool: "Sorry, Charles." Flocke jedenfalls freut sich mit Widmore zu sprechen, ohne das irgendwelche Zäune zwischen ihnen sind. Dann fragt er Zoe wer sie ist. Gerade als diese antworten möchte, unterbricht Charles sie, doch das war ein großer Fehler. Flocke schneidet ihr eiskalt die Kehle durch und macht damit den Wunsch vieler Fans war. Es hat aber auch lange gedauert, ehe diese grausame Nebenfigur endlich abtreten konnte. Flocke jedenfalls hat es getan, weil wenn sie nicht reden durfte unnütz ist. Das war sie eigentlich die halbe Staffel lang. Flocke jedenfalls möchte Widmore zum Reden bringen und er weiß schon wie er es anstellt, denn sobald er die Insel verlässt wird er als Erstes seine Tochter töten, wenn er nicht kooperiert. Widmore denkt natürlich: "You'll kill her whether I talk to you or not." Irgendwie war das wieder mal falsch, denn er vergisst Ben, der noch immer da ist und möglicherweise realisiert das Widmore doch Alexs Tod in Auftrag gegeben hat. Doch Flocke gibt ihm sein Wort, dafür muss Widmore ihm verraten warum er zurückgekommen ist. Widmores Aufgabe war einfach: "I brought Desmond Hume back here because of his unique resistance to electromagnetism. He was a measure of last resort." Die Umsetzung dagegen katastrophal. Statt aus seinen Fehlern zu lernen hat er sie wiederholt, denn anstatt Desmond im Geheimen zurückzuholen, womöglich mit den Kandidaten Jacobs zu kooperieren, hat er ein ganzes U-Boot mit Waffenarsenal (welches gegen Flocke eh unnütz ist), nervigen Wissenschaftlern, unbegabten Soldaten und Sonarzäunen mitgebracht (gut Letzteres war doch nützlich). So hat er erst einen halben Krieg angefangen mit der Insel, den er noch verlieren konnte und Desmond, der nebenbei noch nur mit Gewalt zur Insel zurückgebracht werden konnte, verlor er auch noch im falschen Moment an Flocke. Anstatt daraus zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, verschanzte er sich weiter auf der Hydra-Insel und wagte sich erst heraus, als sein letzter Schutz zerbrach. Jetzt ist er allein ohne Gehilfen mehr, aber Desmond wenigstens auf der Insel. Trotzdem muss man sagen hat Charles Widmore ordentlich versagt, schon allein dafür, dass er Zoe und Seamus mitgebracht hat.
Flocke ist darin interessiert, was letzte Maßnahme bedeutet, doch Widmore möchte nichts mehr vor Ben sagen. Wieder ein großer Fehler, denn jemanden wie Ben etwas vorzuenthalten, kann nur in einer Katastrophe enden. Es ist aber sein letzter. Denn während er Flocke Desmonds Aufgabe ins Ohr flüstert kommt Ben zurück und erschießt Widmore kaltblütig, als Rache für Alex und natürlich auch, wie er sagt: "He doesn't get to save his daughter." Er selber war nicht fähig Penny zu töten, doch es würde ihn nicht stören, wenn es jemand anderes machen würde. Ich denke aber da spielen noch andere Sachen mit, er wollte nicht, dass Widmore etwas verrät, sodass Flocke keinen Vorteil gewinnt. Trotz allem ist er auf der guten Seitem auch wenn er dies mit sehr drastischen Mitteln zeigt. Flocke jedenfalls ist wieder einmal sehr beeindruckt von Ben, doch Widmore hat ihm schon alles gesagt, was er wissen musste, sodass kein Schaden angerichtet worden ist. Ben stellt sich nun scheinbar völlig in die Dienste von Flocke: "Good... Did you say there were some other people to kill?"
Hurley führt derweil die anderen seiner Gruppe zu Jacob, die nun fähig sind ihn zu sehen, dadurch das Verbrennen der Asche er wohl kurzzeitig für alle Lebenden sichtbar geworden ist. Nach der Begrüßung möchte Kate wissen, ob er es war der all die Namen an die Höhlenwand geschrieben hat und fragt auch nach ob das der Grund ist, warum Sayid, Sun und Jin tot sind. Jacob sagt nur es täte ihm sehr Leid, och damit gibt sich Kate nicht zufrieden. Sie möchte wissen, ob Jin und Sun für nichts gestorben sind. Jacob wird ihnen alles erklären, warum sie gestorben sind, das er einen von ihnen auswählen wird und warum er sie ausgewählt hat. Dann wird er ihnen alles erklären über das Beschützen der Insel, denn wenn das Feuer ausgeht muss einer von ihnen diese Aufgabe beginnen.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: LOCKES BESUCH

Noch einmal kommt Locke Jack besuchen, denn nun merkt er langsam, dass doch alles seinen Grund hat. Nach einer kurzen Bemerkung über Jacks Sohn, die erst im Finale sehr wichtig sein wird, kommt die Rede auf ihren gemeinsamen Flug und das er von ihm die Karte bekommen hat, die er aber weggeworfen hat. Dann erzählt er die Geschichte, dass er ein paar Tage später von einem Auto angefahren worden ist und von allen Ärzten ausgerechnet bei ihm landete. Nachdem er sein Leben gerettet hat, hatte er ihm noch angeboten ihn zu heilen, doch Locke hat abgelehnt. Verrückt wurde es aber erst, als der selbe Mann ihn noch einmal anfahren wollte, dann aber einen Lehrer zusammengeschlagen hat, der ihn aufhalten wollte, aber zu diesem meinte er wolle Locke nicht verletzen, sondern ihm helfen loszulassen. Genau das hat auch Jack gesagt, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Jack denkt, dass Locke denkt er hätte diesen Mann geschenkt, doch das wehrt Locke ab. Er selber glaubt alles passiert aus einem bestimmten Grund. Daraufhin meint Jack sehr schön: "Mr. Locke, I want to fix you, but I think you're mistaking coincidence for fate." Doch Locke ist nun bereit von diesem Stuhl befreit zu werden, wie wir im Finale sehen, ist er sogar noch zu mehr bereit.

THATS THE REASON WHY YOU'RE HERE

Fragerunde mit Jacob beginnt nun und da dieser selber nicht weiß, wo er anfangen soll fragt Hurley einfach mal, warum er sie denn hierher gebracht hat. Jacob meint, weil er ein Fehler gemacht hat, einer der knapp 700 Menschen schon das Leben gekostet hat, nur so nebenbei. Dieser Fehler aber könnte auch dafür sorgen, dass sie alle und alle um die sie sich kümmern sterben werden. Sawyer fragt nun welchen Fehler er begangen hat. Es geht natürlich um das Monster, doch er selber gibt zu er hat ihn so gemacht, wie er jetzt ist und seitdem versucht er ständig ihn zu töten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er einen Weg findet, wie er es anstellt. Wenn er es schaffen würde, dann müsste jemand da sein und deswegen hat er sie hierhergebracht. Schön und gut, aber dafür soviele Menschen zu opfern ist schon heftig. Jacob hat nie klar darüber gedacht, sondern einfach immer Menschen geholt und gehofft der geeignete Nachfolger würde sich zeigen oder er für immer Samuel überleben, so war es aber nicht. Sawyer fragt zu Recht, was ihm das Recht gab ihn für seinen Fehler zu bestrafen, warum er glaubt er könne sein Leben so verändern, denn er war ziemlich glücklich, ehe er hierherkam. Doch Jacob widerspricht ihn und sagt die wohl interessantesten Sätze dieser Folge: "No, you weren't. None of you were. I didn't pluck any of you out of a happy existence. You were all flawed. I chose you because you were like me. You were all alone. You were all looking for something that you couldn't find out there. I chose you because you needed this place as much as it needed you." Das klingt zwar schön und gut, aber auch nach dem Motto, ihr wart Loser, ich war einer und irgendjemand von euch Losern muss mich Loser ersetzen. Nebenbei bekommt damit Lost allgemein eine völlig neue Bedeutung. Und vielen hat die Insel gar nicht geholfen, sondern sie nur in eine tieferes Elend gestürzt, siehe die Redshirts oder auch all die anderen Gruppen die zur Insel gebracht worden sind. Jacobs Argumente sind schon sehr fadenscheinig.
Dann fragt Kate, warum ihr Name durchgestrichen worden ist. Jacob sagt, weil sie Mutter geworden ist und damit eine wichtigere Aufgabe hatte. Schön und gut, aber Sawyer und Jin waren Väter hatten somit auch eine wichtigere Aufgabe. Es scheint so, als ob Mutter zu sein etwas Höheres ist, vermutlich spricht Jacob aus eigener Erfahrung, da er auch nur von einer Mutter aufgezogen worden ist und eine Vaterfigur nie hatte. Dann hätte aber auch Sun zuhause bleiben können, denn der Kwon war dann wohl doch Jin. Jacob meint aber auch, dass es nur ein Strich aus Kreide ist, wenn sie den Job haben will, kriegt sie ihn. Jack fragt nach, was dieser Job ist, Jacob erklärt es ihm: "There's a light at the center of the island. You have to make sure it never goes out. That's how you protect it." Sawyer meint, Smokey hätte gesagt es gäbe nichts zu beschützen, woraufhin Jacob meint es müsse vor ihm beschützt werden. Seltsam, denn ich denke er selber kann das Licht nicht beschädigen, entstand er doch aus ihr. Jack fragt nach, ob es richtig ist, dass er von ihnen verlangt Smokey zu töten und fragt ob das überhaupt möglich ist. Jacob weiß es selber nicht, doch er hofft es, denn immerhin möchte er sie töten. Zum Ende fragt Hurley schließlich wen er auswählen möchte von ihnen, doch Jacob sagt es gibt kein Auswählen mehr, sie sollen selbst entscheiden. Nach all den Leuten, die er geopfert hat, meint Jacob nun also einfach sie könnten doch selbst entscheiden, naja wieder einmal sehr komisch, doch vielleicht hat er auch er auch dazugelernt und gemerkt, dass dieser Job nur von einem Freiwilligen übernommen werden soll und niemand der dazu gezwungen wird. Kate fragt zurecht was passiert, wenn niemand will. Dann wird alles schrecklich enden, da dann Smokey ohne Beschützer fähig ist die Insel zu verlassen und auch das Licht gefährdet ist.
Doch Jack meldet sich zu Wort: "I'll do it... This is why I’m here. This is... this is what I'm supposed to do." Jacob fragt noch einmal genauer nach, doch Jack sagt er ist bereit. So führt er ihn zu einem Bach. Sawyer gibt zu dem ganzen wieder einen schnippischen Beitrag: "And I thought that guy had a God complex before." Hurley ist nur froh, dass er es nicht ist, er solle sich aber mal nicht zu früh freuen.
Jacob erklärt Jack derweil, wie er zu der Höhle mit dem Licht kommt. Sie ist hinter dem Bambusfeld, in dem er einst nach dem Absturz aufgewacht ist. Jack meint da wäre nichts, doch Jacob verneint, denn jetzt wäre er fähig dahinzugehen. Er wiederholt das Ritual, welches schon einst seine Mutter getan hat, als sie ihn zum Beschützer der Insel machte, auch wenn es dieses Mal nur einfaches Wasser ist. Jack fragt er wie lange er den Job machen muss. So lange wie er kann meint Jacob, dann trinkt Jack und Jacob meint: "Now, you're like me." Schon bald stimmt das in jeder Hinsicht.

WAS WÄRE WENN ODER NICHT: DIE BEFREIUNG DER GEFANGENEN

Die Gefangenen werden nun abgeführt, während Kate noch ein letztes Mal probiert Sawyer zu überreden sie gehen zu lassen, da er weiß das sie unschuldig ist und ihr glaubt. Sawyer kann es aber nicht, denn er ist ein Cop. Doch für Kate sieht Sawyer nicht wie ein Cop aus und damit hat sie irgendwie auch Recht.
Nach dem der Truck ein Stück gefahren ist meint Desmond: "I said, I think it's time to leave. You ready to get out of here?" Kate fragt nach wer er ist, Sayid meint nur er wäre ein verrückter Mann und als er Kate sagt, was er getan hat, fühlt sich Sayid bestätigt. Desmond lässt sich nicht kleinkriegen und fragt noch einmal, ob sie mit ihm gehen würden, wenn der Truck hält, worauf Kate fragt, ob er dem Fahrer einfach sagen kann, dass er anhalten soll. Desmond meint der Fahrer wüsste längst, wo sie anhalten sollen, doch wenn sie halten müssten sie ihm vertrauen, denn er würde jeden von ihnen um einen Gefallen bitten. Beide willigen ein und in diesem Moment hält der Truck, es ist ausgerechnet Ana-Lucia, die ich eigentlich auf keinen Fall nochmal bei Lost hätte sehen wollen. Naja man kann nicht alles haben. Dann kommt jedenfalls Hurley mit seinem Camaro und gibt Ana-Lucia das Geld. Sie kommt nicht mit ihnen, denn sie ist noch nicht bereit dafür. Sayid geht mit Hurley mit und Kate mit Desmond. Dieser zeigt ihr ein Kleid, denn sie gehen auf ein Konzert. Eine wirklich geniale Szene, denn allein die Musik ist grandios gewählt.

THE LAST RESORT

Ben und Flocke sind auf dem Weg zu dem Brunnen, in dem er Desmond hineingestoßen hat. Dabei fragt Ben, warum Flocke eigentlich läuft und sich nicht immer in ein Rauchmonster verwandelt. Die Antwort ist einfach und erklärt wieder einiges: "I like the feel of my feet on the ground. Reminds me that I was human... We're here." Damit ist auch geklärt, dass Samuel immer Smokey war und Smokey nie jemand anderes.
Dann erreichen sie den Brunnen und Ben fragt: "Are you thirsty?" Doch Flocke erklärt, dass es der Brunnen war in dem er Desmond geschmissen hat und Sayid beauftragt hat ihn zu töten, doch das hat dieser offenbar nicht getan. Dann bemerkt Ben, dass jemand Desmond herausgeholfen hat. Das stimmt aber nicht ganz meint Flocke, jemand hat ihm geholfen und nun fragt Ben, was Widmore ihm erzählt hat. Desmond war ein Fail-Safe, Jacobs letzte Maßnahme sollte es Flocke gelingen alle Kandidaten zu töten. Der letzte Weg, um zu verhindern, dass er die Insel verlassen kann. Ben versteht nicht wie das ganze positiv für ihn sein soll. Doch es ist ganz einfach: "Because I'm gonna find Desmond, and when I do, he's gonna help me do the one thing that I could never do myself. I'm gonna destroy the island." Ein besserer Cliffhanger für das Finale geht gar nicht.

BODYCOUNT

Kurz vor dem Ende erwischt es noch Zoe und Widmore.

Summe: ca. 694

Wiedermal stirbt niemand.

Summe: 4

THEY SUPPOSED TO BE HERE

Die letzte große Verteilung
Cindy, Zack und Emma - irgendwo im Dschungel
Ben, Flocke - bei einem Brunnen
vermutlich noch auf der Insel: Rose und Bernard und Vincent - wenn dann bei ihrer Hütte
Claire - Hydra Insel
Desmond - befreit
Jack, Hurley, Kate und Sawyer - an einem Bach
Frank - im Wasser
Miles, Richard - Baracken

Summe: 17

FAZIT:
Genialer Einstieg für das Finale. In beiden Zeitlinien ist mächtig was los. Ben wandert wieder auf alten Spuren, rächt sich sogar noch an Widmore. Jacob erklärt den Kandidaten was sie zu tun haben und Jack wird selber der neue Beschützer. Flocke macht eine düstere Drohung mit der Zerstörung der Insel. Alles ist bereit für ein großes Finale.